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Zwischen Gipfeln, Almen und Salz – unsere Wanderreise im Salzburger Land

Reisebericht: 25.06. – 04.07.2026

Auf den Etappen 11 bis 18 des SalzAlpenSteigs erwarten uns traumhafte Ausblicke, idyllische Almen, spannende Salzgeschichte und unvergessliche Wandererlebnisse.

Patrick Fritzsche-Vorwerg

Ein Reisebericht von
Patrick Fritzsche-Vorwerg

SalzAlpenSteig Etappe 11: Rast am Bürgerausee – © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) Wallfahrtskirche Dürrnberg  – © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL) © Patrick Fritzsche-Vorwerg (Eberhardt TRAVEL)

Tag 1 – Anreise ins Salzburger Land – ein gelungener Auftakt

Heute begann unsere Wanderreise ins Salzburger Land. Für viele Gäste klingelte der Wecker mitten in der Nacht – oder es gab gleich gar keinen Schlaf. Doch die Vorfreude auf die gemeinsame Woche machte die frühen Stunden schnell vergessen. Fast die gesamte Gruppe reiste bequem mit unserem Eberhardt-Bus Richtung Süden.

Je näher wir den Alpen kamen, desto größer wurde die Begeisterung. Die ersten Gipfel am Horizont sorgten schon für Urlaubsstimmung. Am Rasthof Irschenberg trafen wir unseren Bergführer Rudi, der sich augenzwinkernd gleich als unser „SalzAlpenRudi“ vorstellte und uns in den kommenden Tagen begleiten wird.

Mit einem örtlichen Bus ging es weiter vorbei am Chiemsee bis ins Salzburger Land. Bereits gegen 13 Uhr erreichten wir unser wunderschön gelegenes, familiäres Hotel Kranzbichlhof in Bad Dürrnberg. Ein echter Glücksfall: Die Zimmer standen bereits zur Verfügung. So blieb genügend Zeit, erst einmal anzukommen – sei es bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen auf der sonnigen Terrasse oder mit einem leckeren Eis. Der Urlaub konnte beginnen.

Am Nachmittag führte uns ein kurzer Spaziergang hinunter zu den Salzwelten. Bei einer abwechslungsreichen und anschaulichen Führung erfuhren wir viel Wissenswertes über das „weiße Gold“, das die Region seit Jahrhunderten prägt. Ein spannender erster Programmpunkt, der Lust auf die kommenden Tage machte.

Inzwischen war auch unsere letzte Teilnehmerin mit dem Zug eingetroffen, sodass unsere kleine Wanderfamilie mit neun Gästen nun komplett war.

Zurück im Hotel blieb sogar noch Zeit für eine Abkühlung im hauseigenen Naturbadeteich, bevor wir den ersten gemeinsamen Abend bei einem gemütlichen Abendessen auf der Terrasse ausklingen ließen. SalzAlpenRudi stimmte uns mit einer kurzen Einführung auf die bevorstehenden Wanderungen ein – und eines war schnell klar: Die Vorfreude auf morgen ist bei allen groß. Jetzt kann das Wanderabenteuer richtig beginnen!

Tag 2 – Etappe 11 des SalzAlpenSteigs: Von Bad Dürrnberg nach Golling

Heute war es endlich so weit: Die erste Wanderetappe auf dem SalzAlpenSteig stand bevor. Nach einem ausgiebigen Frühstück – alle genossen den Morgen auf der sonnigen Hotelterrasse – wurden die Koffer für den Gepäcktransfer bereitgestellt. Jetzt hieß es: Wanderschuhe schnüren und los geht’s!

Direkt vom Hotel starteten wir in die Etappe 11. Schon am Morgen versprach der strahlend blaue Himmel einen heißen Wandertag. Deshalb ließen wir es zunächst bewusst ruhig angehen und fanden Schritt für Schritt unseren gemeinsamen Wanderrhythmus.

Der Weg führte stetig bergauf über grüne Weiden, auf denen Kühe und Pferde friedlich grasten. Dann wurde der Anstieg plötzlich deutlich steiler. Zeit für eine wohlverdiente Trinkpause – und für das erste „Morgengebet“ unseres Bergführers Rudi. Mit einem nachdenklichen Spruch über das Wandern stimmte er uns auf den Tag ein. Schnell war klar: Dieses kleine Ritual wird uns in den kommenden Tagen begleiten.

Zum Glück führte der weitere Weg immer wieder durch schattige Waldabschnitte, die an diesem warmen Sommertag für angenehme Abkühlung sorgten. An der Truckenthannalm legten wir eine Pause ein und lauschten den ersten spannenden Geschichten rund um das Thema Salz, das diese Region seit Jahrhunderten prägt.

Anschließend begann der anspruchsvollere Teil des Tages: der Abstieg. Trittsicherheit und Konzentration waren jetzt gefragt. Eine willkommene Unterbrechung bot der Schleierfall. Die kurze Rast tat nicht nur den Knien gut, sondern auch der Seele.

Kurz darauf öffnete sich der Blick ins Tal und auf unser Tagesziel Golling an der Salzach. Der letzte Abstieg nach Kuchl gelang der gesamten Gruppe souverän. Eine besondere Begegnung wartete noch unterwegs: Mitten im Wald begegneten wir einer Herde glücklicher Schweine, die dort ganz entspannt ihr Zuhause haben – ein ungewohnter, aber schöner Anblick.

Im Tal angekommen überquerten wir die Salzach und erreichten den Bürgerausee. Die Erfrischung ließ nicht lange auf sich warten: Kalte Getränke und für viele sogar ein Sprung ins angenehm kühle Wasser sorgten für neue Energie und beste Laune.

Die letzten vier Kilometer verliefen gemütlich entlang der Salzach bis nach Golling. Dort bezogen wir unsere Zimmer im Hotel Golingen und gönnten uns eine wohlverdiente Pause. Einige ließen sich im Café Maier mit einem Stück Kuchen, einem Eis oder einer anderen süßen Köstlichkeit verwöhnen – schließlich hatten wir uns diese Belohnung nach der ersten Etappe mehr als verdient.

Den gelungenen Abschluss dieses abwechslungsreichen Wandertages bildete das gemeinsame Abendessen beim Hauslwirt. Mit vielen schönen Eindrücken, guten Gesprächen und einer ordentlichen Portion Vorfreude auf die nächste Etappe ließen wir den Tag entspannt ausklingen.

Tag 3 – Etappe 12 des SalzAlpenSteigs: Durch die Salzachöfen bis nach Scheffau

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir gut gestärkt in unseren dritten Reisetag. Auch im Hotel Golingen fühlen wir uns bestens aufgehoben – die herzliche Gastfreundschaft des Wirts trägt zu einer rundum angenehmen Atmosphäre bei. Ein weiterer Vorteil: Heute konnten die Koffer im Zimmer bleiben, denn nach der Wanderung kehren wir noch einmal nach Golling zurück.

Pünktlich um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zunächst führte uns die Etappe in der bereits angenehm warmen Morgensonne auf einem ebenen Weg entlang der Salzach. Ein leichter Wind sorgte immer wieder für willkommene Erfrischung. Am Zusammenfluss von Lammer und Salzach legten wir einen kurzen Stopp ein und genossen das herrliche Panorama der umliegenden Berge.

Schon wenig später begegneten wir einer kleinen Herde schottischer Hochlandrinder, bevor das erste große Highlight des Tages auf uns wartete: die beeindruckenden Salzachöfen. Auf einem wunderschönen Weg tauchten wir immer tiefer in die enge Schlucht ein. Die tosende Salzach begleitete uns auf Schritt und Tritt, während sich die Felswände immer höher über uns erhoben. Im sogenannten „Dom“ und an mehreren Aussichtspunkten konnten wir dieses beeindruckende Naturschauspiel aus nächster Nähe erleben.

Ein kurioses Ereignis ließ uns kurz innehalten: Plötzlich fiel ein Maulwurf vom Himmel direkt vor unserer Gruppe zu Boden. Das Tier überlebte den Sturz leider nicht. Bis zum Abend überlegten wir immer wieder, wie es dazu gekommen sein könnte – vermutlich hatte ein Greifvogel seine Beute verloren. Vielleicht wäre in den Salzachöfen tatsächlich nicht nur festes Schuhwerk, sondern auch ein Helm eine gute Idee gewesen ;)

Nach der Klamm führte uns eine Forststraße weiter bergauf. Die abwechslungsreiche Landschaft wechselte zwischen schattigen Wäldern, blühenden Wiesen, kleinen Hochmooren und weitläufigen Almflächen. Der anschließende Abstieg verlief angenehm moderat und brachte uns hinunter zur Lammer. Von dort war es nicht mehr weit bis nach Unterscheffau, wo wir uns nach der gelungenen Etappe mit einem wohlverdienten kühlen Getränk belohnten. Angesichts der sommerlichen Temperaturen schmeckte dieses besonders gut.

Ein organisierter Transfer brachte uns anschließend in wenigen Minuten zurück nach Golling. Doch der Tag war noch nicht zu Ende: Im Café Maier warteten bereits Eis, Kuchen oder – für manche – gleich beides als zweite Belohnung des Tages. Danach blieb noch Zeit, die Beine hochzulegen oder im Wellnessbereich zu entspannen.

Am Abend trafen wir uns wieder beim Hauslwirt, wo wir den Tag bei einem ausgezeichneten Abendessen gemütlich ausklingen ließen. Zwei Etappen liegen nun bereits hinter uns – und die Vorfreude auf die morgige Etappe 13 ist in der ganzen Wandergruppe deutlich zu spüren.

Tag 4 – Etappe 13 des SalzAlpenSteigs: Ein heißer Wandertag voller Naturerlebnisse

Heute stand die 13. Etappe des SalzAlpenSteigs auf dem Programm – mit knapp 19 Kilometern die bisher längste Wanderung unserer Reise. Und als hätte das nicht gereicht, zeigte sich auch das Wetter von seiner hochsommerlichen Seite. Doch am Ende waren sich alle einig: Es war ein anstrengender, aber rundum wunderschöner Wandertag.

Der Morgen begann bestens gelaunt im Hotel Golingen. Wirt Heimo war heute besonders gut aufgelegt – kein Wunder, schließlich hatte sich Österreich für die nächste Runde der Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Außerdem durften wir gleich zwei Geburtstagskinder feiern: Susi und unseren Bergführer Rudi. Mit einer kleinen, leckeren Torte und herzlichen Glückwünschen konnte der Tag kaum schöner beginnen.

Mit dem Taxi fuhren wir zurück nach Unterscheffau, wo wir am Vortag unsere Wanderung beendet hatten. Nach einem kurzen Stück auf dem bekannten Weg führte uns die Route wieder entlang der Lammer – vorbei an liebevoll gepflegten Bauernhöfen, blühenden Wiesen und durch schattige Waldstücke.

Schon bald erreichten wir den idyllischen Mühlenrundweg. Der Wanderpfad schlängelte sich am Bach entlang und sorgte mit seinem kühlen Wasser für angenehme Erfrischung. Nur die zahlreichen Bremsen wollten uns den Weg nicht ganz kampflos überlassen. Vorbei an der Herzl-Bucht, dem Herzl-Labyrinth und dem Herzl-Platz stiegen wir stetig bergauf bis zur historischen Marmorkugelmühle. Von dort führte ein wunderschöner Steig weiter zum Schwarzenbachfall. Der Winnerfall zeigte sich dagegen ungewohnt still – nicht ein Tropfen Wasser fiel hinab.

Immer weiter gewannen wir an Höhe. Mal auf Forstwegen, mal auf schmalen Waldpfaden ging es durch die abwechslungsreiche Landschaft. Der Abstieg nach Unterberg verlangte nochmals volle Konzentration, bevor ein längeres Stück auf der Asphaltstraße die Hitze des Tages besonders spürbar machte. Umso größer war die Freude, als wir wieder in den schattigen Wald eintauchten und am Tricklfall eine wohlverdiente Pause einlegen konnten.

Ein weiteres Highlight wartete wenig später am Dachserfall. Das eiskalte Gebirgswasser war einfach unwiderstehlich – viele nutzten die Gelegenheit, ihre müden Füße darin zu kühlen. Eine kleine Wohltat, die neue Kräfte für die letzten Kilometer schenkte.

Doch der SalzAlpenSteig hielt bis zum Schluss noch eine Überraschung bereit: Vor dem Ziel wartete tatsächlich noch ein letzter Anstieg. Gemeinsam meisterten wir auch diese Herausforderung und erreichten schließlich nach rund 19 Kilometern unser neues Zuhause für die nächsten Tage – das wunderschöne, familiengeführte Hotel Moisl in Abtenau. Mit den Worten „Willkommen daheim“ wurden wir herzlich empfangen. Passender hätte die Begrüßung kaum sein können. Zur Belohnung gab es einen Begrüßungs-Prosecco und eine kleine Jause, bevor viele den großzügigen Wellnessbereich genossen und die müden Beine entspannten.
Beim gemeinsamen Abendessen ließen wir den ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen. Natürlich durfte auch ein Geburtstags-Aperol oder Wein auf unsere Jubilare nicht fehlen. Und als am Abend endlich der lang ersehnte Regen einsetzte und die Temperaturen spürbar sanken, waren sich alle einig: Diese Abkühlung hatten wir uns heute wirklich verdient.

Tag 5 – Etappe 14 des SalzAlpenSteigs: Gipfelglück im Naturpark Tennengebirge

Nach dem erfrischenden Regen am Vorabend und der Nacht begann der Tag mit einem traumhaften Frühstück im Hotel Moisl. Die Luft war angenehm frisch, der Himmel strahlend blau – perfekte Bedingungen für unsere vierte Wanderetappe auf dem SalzAlpenSteig.

Eine kleine Planänderung gehörte heute allerdings dazu: Da der Karkogellift aufgrund eines kürzlich eröffneten Insolvenzverfahrens außer Betrieb ist, brachte uns der hilfsbereite Hotelchef kurzerhand mit seinem Auto auf knapp 1.000 Meter Höhe. Ein toller Service, über den wir uns alle sehr freuten.
Doch auch mit diesem „Vorsprung“ warteten die ersten Höhenmeter nicht lange auf uns. Schon zu Beginn forderte uns der Weg ordentlich, bevor ein längerer und kräftezehrender Anstieg in den beeindruckenden Naturpark Tennengebirge führte. Schnell war die Anstrengung jedoch vergessen, denn die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Herrliche Wanderwege schlängelten sich durch das geschützte Naturgebiet, während blühende Alpenrosen den Weg säumten. Immer wieder schweifte der Blick hinüber zum markanten Schober und zu den imposanten Felsformationen des Kleinen und Großen Traunsteins.

Die idyllisch gelegene Gsengalm ließen wir links liegen – unser Ziel lag noch etwas höher. Mit dem Berliner Kreuz erreichten wir den einzigen Gipfel unserer gesamten Wanderreise. Hier oben wehte ein kräftiger Wind, doch natürlich durfte ein gemeinsames Gipfelfoto nicht fehlen. Der weite Blick über die umliegende Bergwelt war jede Anstrengung wert.

Anschließend begann der lange Abstieg Richtung Annaberg. Knapp 1.000 Höhenmeter bergab sind nicht zu unterschätzen und verlangten nochmals volle Konzentration. Teilweise führte der Weg steil und felsig hinunter, dann wieder über herrliche Almwiesen und gut ausgebaute Wanderwege. Eine abwechslungsreiche Etappe, die sowohl Kondition als auch Trittsicherheit erforderte.

Kurz vor dem Ziel kamen wir für einen Moment vom eigentlichen Weg ab. Im Nachhinein waren wir darüber aber gar nicht böse, denn so begegneten wir noch einer Gruppe neugieriger Alpakas, die uns den kleinen Umweg sofort versüßten.

Im beschaulichen Ortszentrum von Annaberg warteten bereits die Taxis auf uns und brachten uns zurück nach Abtenau. Dort genossen viele den großzügigen Wellnessbereich mit Pool – die wohlverdiente Belohnung nach einer weiteren anspruchsvollen Etappe.

Heute feierten wir außerdem Bergfest: Vier abwechslungsreiche und erlebnisreiche Etappen des SalzAlpenSteigs liegen bereits hinter uns; weitere vier folgen. Zur Feier des Tages spendierte Geburtstagskind Susi noch eine Runde für alle, und Bergführer Rudi sorgte mit der Verlosung von drei SalzAlpen-Krimis für eine gelungene Überraschung.

Nun richten sich alle Blicke auf den morgigen Tag. Dann wartet ein ganz besonderes Erlebnis auf uns: Es geht hinauf zur Gablonzer Hütte. Die Vorfreude und Spannung in unserer kleinen Wanderfamilie ist entsprechend groß.

Tag 6 – Etappe 15 des SalzAlpenSteigs: Ein Tag für die Ewigkeit

Es gibt Wandertage, die bleiben lange in Erinnerung. Und dann gibt es Tage wie diesen. Eigentlich kann man kaum in Worte fassen, was wir heute erlebt haben. Selbst die schönsten Fotos können die Eindrücke nicht vollständig wiedergeben – man muss diesen Weg einfach selbst gegangen sein.

Nach einem letzten, hervorragenden Frühstück verabschiedeten wir uns herzlich vom Hotel Moisl. Am liebsten wären wir noch etwas länger geblieben, doch ein ganz besonderes Abenteuer wartete bereits auf uns. Da heute die Übernachtung auf der Gablonzer Hütte bevorstand, war der Rucksack etwas schwerer als an den vergangenen Tagen.

Mit dem Taxi ging es zurück nach Annaberg. Direkt hinter der Kirche begann der Wanderweg – und zwar ohne Umschweife steil bergauf. Bei schwülwarmen Temperaturen arbeiteten wir uns Schritt für Schritt höher. Der Weg verlangte uns einiges ab, doch die großartige Landschaft machte jede Anstrengung wett.
Über einen Treppensteig erreichten wir den Kopflackenmann. Zeit für eine Trinkpause und eine kurze Entlastung der Schultern. Wenig später kamen wir zur Heiligen Mutter Anna – der perfekte Ort für Rudis tägliches Morgengebet.

Mit dem beeindruckenden Gosaukamm stets vor Augen führte uns der Steig weiter bergauf. Der Weg wurde zunehmend alpiner und anspruchsvoller, führte über schmale Pfade und durch eine wilde, faszinierende Berglandschaft. Schweißperlen gehörten heute ebenso dazu wie viele staunende Blicke. Der mächtige Gosaukamm war nun zum Greifen nah.

An der Theodor-Körner-Hütte wurden wir herzlich empfangen. Obwohl die Hütte offiziell erst am nächsten Tag ihre Saison eröffnete, hatten die jungen Hüttenwirte auf unsere Anfrage hin extra für uns geöffnet. Als Belohnung erwartete uns eine köstliche Almjause – genau die richtige Stärkung für den zweiten Teil des Aufstiegs. Für diese außergewöhnliche Gastfreundschaft waren wir alle sehr dankbar.
Gut gestärkt begann einer der schönsten Wanderabschnitte unserer bisherigen Reise. Über schmale Bergsteige, Geröllfelder und Wurzelwerk führte der Weg immer höher. Der Steig verlangte Aufmerksamkeit und Trittsicherheit, belohnte uns aber mit einer Kulisse, die ihresgleichen sucht. Jeder Höhenmeter eröffnete neue Ausblicke, die uns immer wieder staunen ließen.

Nach rund zwei weiteren Stunden erreichten wir schließlich unser heutiges Ziel: die Gablonzer Hütte auf 1.550 Metern Höhe. Direkt gegenüber präsentierte sich der mächtige Dachstein-Gletscher – ein Anblick, der uns sofort in seinen Bann zog.

Zunächst gönnten wir uns natürlich ein wohlverdientes kühles Getränk. Anschließend begrüßte uns der Hüttenwirt auf seine ganz eigene Art und gab eine kurze Einführung in das Hüttenleben. Da an diesem Abend nur wenige Gäste hier waren, hatten wir das große Glück, statt eines Matratzenlagers in gemütlichen Zwei- und Dreibettzimmern übernachten zu dürfen.

Nach einem leckeren Abendessen zog es uns noch einmal auf die Sonnenterrasse. Was wir dort erleben durften, lässt sich kaum beschreiben: Über dem Dachstein wechselten Licht und Schatten im Minutentakt, Wolken zogen durch die Bergwelt und in der Ferne entluden sich Gewitter, während die Abendsonne die Gipfel in ein warmes Licht tauchte. Ein Naturschauspiel, das selbst unseren erfahrenen SalzAlpenRudi, der schon unzählige Hüttenübernachtungen erlebt hat, tief beeindruckte.

Glücklich, erfüllt und mit vielen unvergesslichen Eindrücken endete dieser außergewöhnliche Tag. Punkt 22 Uhr kehrte die Hüttenruhe ein – und hoch oben in den Bergen begann eine ganz besondere Nacht.

Tag 7 – Etappe 16 des SalzAlpenSteigs: Abschied von der Gablonzer Hütte

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht auf der Gablonzer Hütte wurden wir von den ersten Sonnenstrahlen des Tages geweckt. Der Blick aus dem Fenster versprach erneut bestes Wanderwetter – und tatsächlich zeigte sich der Himmel strahlend blau mit leichten Wolken. Besser hätte der Tag kaum beginnen können.

Beim Frühstück hatten wir sogar das Glück, auf der sonnigen Terrasse Platz nehmen zu können. Mit dem Dachstein direkt vor Augen schmeckte der Kaffee gleich doppelt so gut. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie besonders eine Hüttenübernachtung in den Bergen ist.

Bereits kurz vor 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Heute stand die 16. Etappe des SalzAlpenSteigs auf dem Programm. Nach den kräftezehrenden Höhenmetern des Vortages und mit Blick auf die anspruchsvolle Etappe 17 am nächsten Tag tat es gut, dass heute überwiegend der Abstieg nach Gosau auf uns wartete.

In aller Ruhe wanderten wir talwärts. Tief unten lag Gosau am Morgen noch unter einer dünnen Nebelschicht, während wir die klare Bergluft und die herrlichen Ausblicke genossen. Der abwechslungsreiche Weg führte zunächst über steilere Passagen, wechselte dann aber immer wieder auf angenehm zu gehende Waldpfade. Kleine Holzstege, moosbewachsene Waldstücke und lichte Abschnitte ließen den Weg stellenweise fast wie einen Märchenwald wirken. Zwischendurch querten wir Skipisten, Almwiesen mit grasenden Kühen und Pferden und nur gelegentlich verlief die Route auf einer Forststraße.

Auf halber Strecke erwartete uns eine kleine Überraschung: Unser Justin kam uns entgegen. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er die beiden vorherigen Etappen ausgelassen und wollte sich die Gablonzer Hütte wenigstens noch einmal anschauen. Während die Gruppe ihren Weg Richtung Gosau fortsetzte, machte ich mich gemeinsam mit Justin noch einmal auf den Anstieg zur Hütte. So konnte auch er dieses besondere Bergerlebnis zumindest für kurze Zeit genießen. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit der Seilbahn hinunter ins Tal.

Am frühen Nachmittag trafen wir im COOEE alpin Hotel Gosau wieder auf den Rest der Gruppe. Viele nutzten die freie Zeit, um im Saunabereich zu entspannen oder einfach einmal die Beine hochzulegen. Nach den vergangenen Wandertagen tat diese kleine Auszeit allen sichtlich gut.

Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen im Hotelrestaurant. Anders als in den vergangenen Unterkünften herrschte hier deutlich mehr Betrieb – etwas ungewohnter, aber dennoch ein schöner Ausklang des Tages.

Zum Abschluss gab uns unser SalzAlpenRudi noch einige wichtige Hinweise für die morgige Etappe. Sie gilt als die anspruchsvollste der gesamten Tour. Gemeinsam wurden noch Pläne geschmiedet – auch für diejenigen, die sich eine wohlverdiente Pause gönnen möchten.

Mit Respekt, aber vor allem mit großer Vorfreude blicken wir nun auf den morgigen Wandertag.

Tag 8 – Etappe 17 des SalzAlpenSteigs: Die Königsetappe nach Bad Goisern

Die Nacht brachte erneut Abkühlung – genau zur richtigen Zeit. Denn heute stand die wohl anspruchsvollste Etappe des gesamten SalzAlpenSteigs auf unserem Programm.

Drei unserer Mitwanderer entschieden sich für eine etwas entspanntere Alternative und fuhren gemeinsam mit dem Koffertransport nach Bad Goisern. Doch von einem Ruhetag konnte auch dort keine Rede sein: Am Ende standen immerhin rund zwölf abwechslungsreiche Kilometer mit einem erfrischenden Badestopp auf dem Programm – eine knieschonende, aber dennoch wunderschöne Tour.

Für den Rest der Gruppe begann die Königsetappe direkt in Gosau. Schon die ersten Meter machten deutlich, warum dieser Abschnitt zu den schönsten des gesamten SalzAlpenSteigs zählt. Auf einem herrlichen Wanderpfad stiegen wir stetig bergauf. Die frische Morgenluft, die angenehmen Temperaturen und die fast schon ehrfürchtige Stille des Waldes sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre. Der beeindruckende Hochwald wirkte wie aus einem Bilderbuch – so schön, dass wir den stetigen Anstieg kaum wahrnahmen. Schritt für Schritt gewannen wir an Höhe, ohne dass die Anstrengung in den Vordergrund rückte.

Immer wieder legten wir kurze Pausen ein, genossen die wechselnden Wolkenformationen und ließen den Blick über die umliegende Bergwelt schweifen. Die idyllisch gelegene Iglmoosalm ließen wir links liegen und wanderten weiter hinauf.

Wenig später erreichten wir die Saugruben – einen Ort, der uns alle ins Staunen versetzte. Die verstreuten Felsen, die sanften Almflächen und die mystische Stimmung wirkten wie eine natürliche Filmkulisse. Fast erwarteten wir, dass hinter den Steinen kleine Zwerge hervorschauen würden.

Auch die Schartenalm begeisterte uns sofort. Kleine urige Almhütten, kunstvoll gesetzte Trockenmauern und friedlich grasende Kühe ergaben ein Postkartenmotiv nach dem anderen. Solche Orte laden einfach dazu ein, innezuhalten und den Moment zu genießen.

Von dort war es nicht mehr weit bis zur Goisererhütte. Als wir sie erreichten, lag sie noch vollständig im Nebel. Fast unbemerkt hatten wir inzwischen rund 900 Höhenmeter im Aufstieg gemeistert. Die Pause auf der Hütte hatten wir uns mehr als verdient. Nach und nach riss der Himmel auf und gab den Blick hinunter nach Bad Goisern frei – ein Anblick, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Nun begann der zweite Teil dieser Königsetappe: der fast 1.200 Höhenmeter lange Abstieg. Uns allen war bewusst, dass dieser Weg volle Konzentration verlangen würde. Steile, felsige und steinige Passagen wechselten sich ab, teilweise fiel das Gelände neben dem schmalen Steig mehrere Hundert Meter tief ab. Doch genau das zeichnet unsere kleine Wanderfamilie aus: Niemand hatte es eilig. Gemeinsam, aufmerksam und mit gegenseitiger Rücksicht meisterten wir Schritt für Schritt auch diese Herausforderung. Regelmäßige Pausen sorgten immer wieder für neue Kraft – und zwischendurch wurde sogar noch ein verstecktes Röhrchen erfolgreich wiedergefunden.

Nach gut drei Stunden erreichten wir schließlich Bad Goisern. Alle gesund, alle glücklich und alle ein kleines bisschen stolz auf das, was wir gemeinsam geschafft hatten.

Natürlich durfte die Belohnung nicht fehlen. In einem gemütlichen Café stärkten wir uns mit Eis, Kaffee, Kuchen oder einem kühlen Getränk. Dort trafen wir auch unsere drei Mitreisenden wieder, sodass unsere Wanderfamilie pünktlich zum Tagesausklang wieder komplett war.

Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel ließen wir diesen außergewöhnlichen Tag Revue passieren. Die schwierigste Etappe liegt nun hinter uns – und morgen wartet bereits die letzte Wanderung auf dem SalzAlpenSteig. Ein wenig Wehmut mischt sich inzwischen schon in die Vorfreude.

Tag 9 – Etappe 18 des SalzAlpenSteigs: Gemeinsam ans Ziel

Heute war es so weit: Die letzte Etappe des SalzAlpenSteigs lag vor uns. Ein wenig Wehmut war am Morgen schon zu spüren, denn nach vielen gemeinsamen Kilometern, unzähligen Höhenmetern und einer Woche voller beeindruckender Naturerlebnisse sollte unsere Wanderreise heute ihren Abschluss finden.

Der Wetterbericht hatte wenig Hoffnung gemacht. Regen war praktisch für den gesamten Tag angekündigt. Doch offenbar meinte es der Wettergott auch zum Abschluss noch einmal besonders gut mit uns. Zwar zogen immer wieder dunkle Wolken über die Berge, doch während unserer gesamten Wanderung blieben wir trocken – ein kleines Wunder und sicherlich auch ein bisschen Glück.

Direkt vom Hotel aus starteten wir entlang der Traun. Der Weg führte durch Wiesen, kleine Waldstücke und immer wieder an das ruhige Flussufer. Die Stimmung war entspannt. Heute musste niemand auf die Uhr schauen. Wir genossen bewusst jeden einzelnen Kilometer.

Ganz ohne Herausforderung sollte die letzte Etappe dann aber doch nicht bleiben. Ein kurzer, aber knackiger Anstieg brachte uns zu unserem letzten versteckten Röhrchen. Natürlich wurde auch diese letzte Schatzsuche erfolgreich gemeistert. Beim anschließenden Abstieg war nochmals volle Konzentration gefragt. Der nächtliche Regen hatte die Steine rutschig wie Schmierseife werden lassen und selbst die wenigen Höhenmeter wollten aufmerksam gegangen werden.

Anschließend führte uns der wunderschöne Ostuferwanderweg weiter Richtung Obertraun. Immer wieder eröffneten sich traumhafte Ausblicke auf den Hallstätter See und das malerisch zwischen den Bergen gelegene Hallstatt. Unterwegs gönnten wir uns noch eine wohlverdiente Eispause – schließlich durfte auch der Genuss auf der letzten Etappe nicht zu kurz kommen.

Nach rund 14 Kilometern erreichten wir Obertraun. Damit war es geschafft: Gemeinsam hatten wir die Etappen 11 bis 18 des SalzAlpenSteigs erfolgreich gemeistert. Ein Moment, auf den jeder von uns mit Stolz zurückblicken konnte.

Im gemütlichen See-Café ließen wir zunächst den Blick über den ruhig daliegenden Hallstätter See schweifen, bevor noch ein weiteres Highlight auf uns wartete. Mit einer traditionellen Zille setzten wir gemütlich nach Hallstatt über. Vom Wasser aus zeigte sich der berühmte Ort von seiner wohl schönsten Seite – eingerahmt von Bergen und direkt am Seeufer gelegen.

Im Ort selbst erwartete uns dann das genaue Gegenteil der vergangenen Wandertage. Nach einer Woche auf meist einsamen Wanderwegen wirkten die vielen Besucher fast ungewohnt. Trotzdem ließen wir uns einen kurzen Spaziergang zur Kirche und den Besuch des berühmten Beinhauses nicht entgehen – eine einzigartige Sehenswürdigkeit mit einer jahrhundertealten Geschichte.

Schon bald zog es uns jedoch wieder hinaus aus dem Trubel. Mit dem Schiff fuhren wir zum Bahnhof und von dort mit dem Zug zurück nach Bad Goisern. Während der kurzen Fahrt ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren: die steilen Anstiege, die traumhaften Almen, die stillen Wälder, die Hüttenübernachtung, unzählige Ausblicke und viele gemeinsame Erlebnisse.

Zum Abschluss durfte natürlich auch ein letzter Besuch im Café nicht fehlen. Bei Kaffee, Eis oder einem Stück Kuchen blickten wir gemeinsam auf eine Wanderreise zurück, die uns nicht nur durch die beeindruckende Bergwelt des Salzburger Landes geführt hat, sondern aus einer Reisegruppe eine echte Wanderfamilie gemacht hat.

Tag 10 – Abschied vom SalzAlpenSteig

Heute hieß es Abschied nehmen. Nach einer erlebnisreichen Wanderwoche starteten wir noch einmal ganz entspannt mit einem gemütlichen Frühstück in den Tag. Anschließend blieb genügend Zeit, die Koffer zu packen und noch einen letzten Spaziergang durch Bad Goisern zu unternehmen. So konnten wir die besondere Atmosphäre des Ortes noch einmal in aller Ruhe genießen.

Vor der Abreise verabschiedeten wir uns von unserer Mitwanderin Margret, die ihre Heimreise mit dem Zug antrat. Für alle anderen ging es mit einem örtlichen Bus zurück zum Rasthof Irschenberg. Noch einmal zeigte sich das Salzkammergut von seiner schönsten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein führte die Fahrt durch das Kaiserstädtchen Bad Ischl, vorbei am glitzernden Wolfgangsee und Fuschlsee, weiter über Salzburg bis zum Chiemsee. Fast schien es, als wollte sich die Region noch einmal von ihrer allerschönsten Seite verabschieden.
Kurz vor dem Irschenberg bremste uns allerdings ein Stau aus. Auch anschließend mussten wir noch etwas Geduld mitbringen, bis unser Bus zur Weiterfahrt Richtung Heimat eintraf. Doch selbst daraus machten wir das Beste: Auf der Terrasse des Rasthofs, mit herrlichem Blick auf die Alpen, ließ sich die Wartezeit gut überbrücken.
Schließlich setzte sich unser Bus in Richtung Heimat in Bewegung. Fast pünktlich erreichten alle Gäste wieder ihre Heimatorte.


112 Kilometer, 4.550 Höhenmeter im Aufstieg und stolze 5.250 Höhenmeter im Abstieg liegen nun hinter uns. Zahlen, die die Leistung zwar eindrucksvoll beschreiben – die unvergesslichen Momente unterwegs aber nicht annähernd wiedergeben können. Was bleibt, sind traumhafte Landschaften, herzliche Begegnungen, viele gemeinsame Erlebnisse und das gute Gefühl, den SalzAlpenSteig gemeinsam gemeistert zu haben. Vielleicht war dies die letzte Etappe unserer Reise – ganz sicher aber nicht die letzte gemeinsame Wanderung.


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