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Herbstliche Singlereise Kolberg

Reisebericht: 19.09. – 26.09.2026

Eine Singlereise mit 22 Frauen und 2 Männern, die sich nahezu alle fremd waren - eine Herausforderung? Eine Chance? Ein Risiko? Wohl von jedem etwas! Wir hatten eine unvergessliche schöne Reise.

Sabine Herda

Ein Reisebericht von
Sabine Herda


1. Tag: Anreisetag

Zunächst mussten wir am Anreisetag alle Gäste an Bord des Reisebusses holen; mit den Haustür-Transfers lief das prima; es fehlte niemand - und ohne den üblichen Ferienstau landeten wir über die Schnellstraße S 6 um ½ 4 in unserem Hotel „Olymp IV“ in Kolberg. Da die Sonne ihre Strahlen auch nach Kolberg schickte, konnten wir unsere Kurstadt - wie sich Kolberg nennt - die schöne breite Promenade und natürlich die nahen Ostseewellen gleich am 1. Tag während eines gemeinsamen Spaziergangs erleben und nebenbei die gute Seeluft atmen.
An der gemeinsamen Tafel unserer Gruppe ließen wir uns das reichhaltige Abendessen mit kalten und warmen Speisen - traditionell polnisch, aber auch international - munden, bevor wir uns zu einem ersten Kennenlernen am Abend zusammensetzten.

2. Tag: Rundfahrt und Rundgang in Kolberg

Am 2. Tag sollten wir unseren Ferienort Kolberg per Bus und per pedes näher kennenlernen. Reiseleiter Sylwester, der wirklich so heißt und bestens deutsch spricht, ließ keine der bekannten Sehenswürdigkeiten von Kolberg aus - angefangen vom Fischereihafen, wo 60 % des polnischen Fischfangs erfolgen, über den malerischen Yachthafen, die Salzinsel, deren Name auf den frühen Reichtum der Stadt durch Salzgewinnung und -handel erinnert, über die belebte und imposante Promenade, die am Leuchtturm (der noch heute leuchtet) endet, fuhr uns der Bus schließlich in die „Neue Altstadt“. Besonders beeindruckende uns der gotische Mariendom, an dem 150 Jahre gebaut wurde und der trotz schief stehender Pfeiler nicht einstürzt. Die Stadterkundung endete am Henkerhaus, wo der geborgte Henker aus dem Nachbarort in vormaliger Zeit Unterkunft fand, wenn er „seine Arbeit tat“, aber jetzt ist er nur noch als (leblose) Figur präsent. In der imposanten historisch gestalteten Gaststätte mit bunt bemaltem Mobiliar und reicher Wandbemalung fand unsere Stadtbesichtigung ein süßes Ende.
Am Abend stand uns wieder unsere Tafel fürs gesellige Beisammensein zur Verfügung. Am beliebtesten wurde das Spiel Rummikub.

3. Tag: Ausflug an die Pommersche Bernsteinküste

Am 3. Tag holte uns wieder unser Sylwester nebst dem „Busakrobaten“ Ryszard ab, der schmale Straßen und enge Kurven souverän und furchtlos meisterte. Die polnische Ostsee ist so reich an reizvollen Orten und Sehenswürdigkeiten, dass man sie sich immer nur Stück für Stück erobern kann. Heute stand die Fahrt nach Kamien Pomorski auf dem Programm, die mit einem kleinen Orgelkonzert im Dom begann, das von Bach über Reger und Gigout bis hin zu jüngerer italienischer Musik reichte. Anschließend folgte ein mittägliches Kaffeetrinken in Kamien Pomorski, was uns wieder leckeren Kuchen bescherte. Weiter ging es zur wohl bekanntesten Kirchen-Ruine Polens in Hoff, von der nur ein Mauerstück noch vorhanden ist; die restliche Kirche hat das Meer „verschluckt“. Inzwischen wurde die Steilwand aber abgestützt, so dass weiterer Absturz nicht passieren kann. Aber dieses Mauerstück ist sehr berühmt, ebenso wie die Geschichte dazu: Eine schöne Meerjungfrau hatte sich in den Fischernetzen verfangen, und sie war so anmutig und gefiel den Fischern so gut, dass sie sie nicht wieder ins offene Meer entlassen wollten. Leider starb sie in den flachen Gewässern der Fischer. Ihr Vater, der Meeresgott, rächte sich und holte sich Stück für Stück des Landes ins Meer - und so versank auch die Kirche fast vollständig im Meer. Eine Bronzefigur neben dem historischen Mauerstück erinnert an die Legende und ist ein beliebtes Fotomotiv - auch wir fotografierten wir uns gegenseitig Seit‘ an Seit‘ mit der schönen Meerjungfrau.
Doch der Tag hielt noch mehr Interessantes bereit: Durch den schönen Ort Rewal ging es zu einem Miniaturenpark, wo man in einem Spaziergang durch eine kleine Parkanlage alle 15 aktiven Leuchttürme an der polnischen Ostsee im Maßstab 1 : 10 bewundern konnte, ergänzt durch originalgetreue Modelle bekannter Sehenswürdigkeiten, z. B. des Doms in Kamien Pomorski und des Rathauses von Kolberg, weiterhin historische Schiffe und ein riesiges Signalhorn, das unser Sylwester zum Klingen brachte. Dann überraschte uns noch ein Schmetterlingshaus vor Ort, in dem man vor allem von großen blauen Schmetterlingen (blauer Morpho) förmlich umschwirrt wurde, das aber eine weitaus größere Artenvielfalt bot.

4. Tag: Ausflug nach Szczecin

Der 4. Tag galt der „Schönsten Stadt zum Leben“, nämlich die Hafenstadt Szczecin. Diesen Titel erhielt sie bei einem aktuellen Ranking der Großstädte Polens wegen ihrer hohen Lebensqualität bei moderaten Kosten, ihrem vielen Grün, ihrer Sicherheit und guten Luftqualität - und sie ist gleichzeitig die Lieblingsstadt unseres Reiseleiters Sylwester. So viel Vorschuss-Lorbeeren, zu viel? Nein! Ein riesiger Hafen war der 1. Höhepunkt - und wir sahen, wie breit die Oder wird, bevor sie oberhalb von Szczecin ins Stettiner Haff mündet. Malerisch gelegen bot die Hakenterrasse oberhalb der Altstadt eine wunderschöne Aussicht, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Wir sahen den größten Yachthafen an der Oder, durchfuhren das wunderschöne französische Viertel Szczecins, das schon zu Napoleons Zeiten entstand, sahen die 2 alten Stadttore und die Filharmonia, die einen Architekturpreis erhielt. Dann brachte uns unser Bus zum Rosengarten (mit dem originellen Vogelbrunnen), der sich fortsetzt im Jan-Kasprowicz-Park, einer abwechslungsreich gestalteten weitläufigen Parkanlage mit einer 20 m langen schönen Skulptur der „Flammenden Vögel“, die wir schon von unten bewundert hatten. Am Denkmal der 3 Adler, was insbesondere für den Wiederaufbau Szczecins nach dem 2. Weltkrieg steht, holte uns unser treuer Ryszard mit seinem Bus wieder ab. Unser letzter Halt galt dem Schloss der Pommerschen Herzöge, das nach den Kriegsschäden sehr schön wieder aufgebaut wurde und den krönenden Abschluss bildete ein Besuch im Panoramacafé „Café 22“, wo wir uns mit herrlichem Ausblick auf ganz Szczecin in der 22. Etage Torte, Eis, Kaffee etc. schmecken ließen.

5. Tag: Freizeittag

Der 5. Tag war ein Erholungs- und Freizeittag, den wir zum Einkaufen, für Strandspaziergänge , für „Anwendungen“ (sprich Kurbehandlungen), zum Bummeln auf der Promenade und natürlich zum Erholen von den vielen neuen Eindrücken der letzten Tage nutzten

6. Tag: Ausflug auf die Inseln Wolin und Usedom

Am 6. Tag war eine Art Insel-Hopping angesagt: zunächst fuhren wir über die Insel Wolin, die größte Insel Polens - durch den langen neuen beeindruckenden Tunnel unter der Swine (einem Meeresarm der Ostsee) hindurch nach Swinemünde in den polnischen Teil der Insel Usedom. Swinemünde ist einer der berühmtesten Orte an der polnischen Ostsee - verteilt auf 3 Inseln. Wir besuchten den schönsten und größten - auf Usedom gelegenen -Teil, das Kurviertel, das wir samt dem hübschen kleinen Hafen und dem schönen Kurpark auf der Rundfahrt kennenlernten. Anschließend hatten wir genügend Zeit, auf der belebten Promenade von Swinemünde zu promenieren, ein Restaurant zu besuchen oder auch nur ein Fischbrötchen zu essen und durch den feinen Sand am Strand zu stapfen.
Zurück ging es wieder über die Insel Wolin. Ganz Wolin ist Nationalpark: dort fühlen sich nicht nur Seeadler wohl, sondern auch Fischreiher, und viele weiße und schwarze Schwäne und Störche. Unser letztes Ziel war der 3000-Seelen-Badeort Misdroy, der insbesondere durch sein jährliches Filmfestival und seine lange Seebrücke bekannt ist, die man durch die vorgelagerte Galerie MOLO erreicht, aus der man kaum wieder herauskommt, ohne von den vielen kunstvollen Torten zu probiert zu haben. Auch Misdroy hat natürlich einen Kurpark - nach Polens Nationalkomponist Chopin benannt, gibt es hier alljährlich klassische Sommerfestspiele. Am Nachmittag haben wir unseren Reiseleiter Sylwester verabschiedet, der uns nicht nur viel über die Highlights an der polnische Ostseeküste, sondern auch vieles Interessante über Land und Leute in Polen erzählt hat. Er erntete viel Lob und Anerkennung für sein umfassendes Wissen und seine guten deutschen Sprachkenntnisse.

7. Tag: Küstenfahrt Jamunder Region und Mielno

Den 7. und letzten Ausflugstag prägte die Küstenfahrt durch das Jamunder Gebiet mit dem 10 km langen Jamunder See. Es begrüßte uns Bartusz, ein neuer Reiseleiter und studierter Germanist, der auch mit guten Deutschkenntnissen glänzen konnte. Unsere Fahrt führte uns durch den idyllischen Badeort Ustronie Morskie nach Koszalin, wo uns wiederum eine herrliche gotische Kathedrale, die Bischofskathedrale aus dem 14. Jahrhundert, erwartete, in der uns Bartusz viel zu erzählen wusste. Doch das wichtigste Ziel des Tages war der Wallfahrtsort Gollenberg, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht und der noch heute jährlich tausende Pilger anzieht. Wir erreichten nach kleinem Aufstieg auf 137 m die Marien-Kapelle. Die Schönstätter Marienschwestern haben sich hier niedergelassen - es gibt fast täglich Messen und die Schwestern unterhalten vor Ort ein Kloster sowie ein modernes Pilger- und Besuchszentrum.
Danach folgte ein wiederum sehr leckeres mittägliches Kaffeetrinken im Restaurant Dworek Jamnejski im Küstenort Łazy. Auch die Rückfahrt bot noch Sehenswertes: so den Leuchtturm Funkenhagen, den man über 226 Stufen erklimmen konnte, und die Gäste, die dies gewagt haben, wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Als Abschluss stand ziemlich östlich noch der Badeort Mielno auf unserem Programm, das durch das jährliche internationale Eisbaden im Februar bekannt ist, das es auch mehrfach ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft hat. Das Spektakel zieht in der Regel 10.000 - 15.000 Besucher an, während meistens über 8.000 mutige Eisbader den Sprung ins (eis)kalte Wasser wagen.
Wir trafen uns nach kurzem Spaziergang wieder am bekanntesten Treffpunkt und Fotomotiv von Mielno, dem bronzenen Walross, was natürlich den Eisbadern gewidmet ist.

8. Tag: Abreisetag

Am 8. Tag ging es nach einer erlebnisreichen Woche wieder nach Hause. Da erst am Nachmittag unsere Heimfahrt geplant war, konnten wir den sonnigen Vormittag noch nutzen für Strandspaziergänge oder ein Mittagessen auf der Promenade. Mit 2 Unterwegs-Pausen erreichten wir gegen ½ 9 am Abend Dresden. Alle Gäste wurden per Transfer nach Hause gebracht.


Als Fazit kann ich nur sagen: Der Abschied fiel mir nach den vielen frohen Stunden, die wir miteinander verlebten, nicht leicht. Wir sind uns im harmonischem Zusammensein näher gekommen, und bestimmt nehmen wir alle ein wenig von dem Frohsinn, den wir auf unserer Reise getankt haben, mit in unseren Alltag - das wünsche ich mir und allen Gästen!
Ich kann mich nur bedanken bei meinen Gästen für die gute Stimmung, die entspannte Atmosphäre und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde! Wir nehmen viele Erinnerungen und Anregungen mit nach Hause - mir hat es Freude gemacht mit Ihnen und ich verbleibe mit den guten Wünschen für Gesundheit und weitere Reiselust!
Ihre Sabine Herda


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