Danzig – die Perle der polnischen Ostseeküste, dazu die Masuren
Reisebericht: 23.08. – 29.08.2026
Danzig und die unvergleichlich schöne Landschaft der Masuren, dazu noch die Marienburg und der Oberlandkanal, alles bei herrlichem Sommerwetter
Ein Reisebericht von
Dr. Inge Bily
1. Tag: Sonntag: 23.08.2026 – Anreise nach Danzig [polnisch Gdańsk]
Es ging für uns an diesem Tag schon zeitig los. Startpunkt der Reise war Chemnitz. Weiter fuhren wir nach Dresden, wo wir am Flughafen den Großteil der Gäste begrüßen konnten. Nach einigen Zustiegen unterwegs, fuhren wir schließlich vorbei an Frankfurt/Oder, dann Posen [polnisch Poznań] und Bydgoszcz [deutsch Bromberg] hinauf nach Danzig [polnisch Gdańsk], unserem heutigen Tagesziel und Übernachtungsort. Vor einer solchen Strecke hat man schon ordentlich Respekt! Aber heute ist Sonntag. Da kamen wir gut durch.
Wir lernen uns kennen, beschäftigen uns schon mit Land und Leuten, sehen uns Folien und Karten an.
Natürlich machen wir unterwegs Pausen. Knut, unser versierter Busfahrer, hat ordentlich eingekauft. Auch die polnischen Raststätten haben ein gutes Angebot. Und Geld haben wir unterwegs auch schon tauschen können.
Wir kommen gut voran, sehen schließlich schon die Stadt Danzig vor uns.
Wir checken im Novotel Gdańsk Centrum ein, gehen schon bald zum Abendessen im Restaurant des wirklich ganz zentral gelegenen Hotels.
Für die Zeit nach dem Abendessen haben wir bereits einen Plan: Wir wollen unbedingt die berühmte Altstadt sehen. Also verabreden wir uns zu einem gemeinsamen Spaziergang. Sowieso liegt unser Hotel nur wenige Gehminuten von der Danziger Altstadt entfernt.
2. Tag: Montag: 24.08.2026 – Besichtigungen in Danzig [polnisch Gdańsk] – ausführliche Stadtführung mit Marienkirche und Mottlau–Kai – Orgelkonzert in Oliwa – Freizeit
Auf den heutigen Tag sind wir alle ganz besonders gespannt. Wir sind schon mit unseren Audioguides ausgestattet. Die sind wirklich praktisch, denn in der Stadt Danzig ist immer ordentlich Betrieb. Außerdem sind wir eine große Gruppe. Und mit einem Audioguide am Ohr kann man sich ruhig ein wenig von der Gruppe entfernen, nebenher Fotos machen.
Pünktlich ist unsere Stadtführerin Magdalena an der Rezeption unseres Hotels. Eine kurze Begrüßung, dann geht es mit dem Bus los. Der heutige Tag ist ganz und gar Danzig gewidmet. Der gestrige Abendspaziergang hat uns schon ein wenig eingestimmt.
Zunächst steht die Kirche von Gdańsk-Oliwa auf dem Programm, eine Kirche des Zisterzienserordens mit einer weltbekannten Orgel. Hier wartet auf uns eine Orgelpräsentation.
Auf dem Weg zur Kirche erzählt uns Magda allerhand über die wechselvolle Geschichte der Stadt und ihrer früheren und heutigen Bewohner. Wir erfahren auch etwas über die beiden Schwesterstädte Gdingen [polnisch Gdynia] und Sopot.
Nach dem beeindruckenden Orgelspiel fuhren wir zurück ins Zentrum. Auf einem Stadtrundgang zeigte uns Magda die herrlichen Stadttoren, erklärte uns die Arbeit des alten Hafenkrans an der Mottlau [polnisch Motlawa], machte immer wieder auf die im alten Stil erneut aufgebauten Häuser der Speicherstadt aufmerksam. Dazu muss man wissen, dass Danzig im Zweiten Weltkrieg zu 90% zerstört war, ebenso wie Warschau.
Wir spazierten mit Magda weiter, kamen durch schöne Gassen und Straßen bis zur berühmten und mächtigen Marienkirche. Wir sahen hier die astronomische Uhr, bestaunten die zahlreichen Kunstwerke, erfuhren eine Menge über die wechselvolle Geschichte dieser Kirche und setzten schließlich unseren Rundgang fort. Nun kamen der Lange Markt, das Rathaus, der Artushof und der Neptunbrunnen an die Reihe. Inzwischen war es Zeit für eigene Erkundungen, denn der Nachmittag war heute ganz bewusst frei von organisierten Aktivitäten. Pläne hatte wir jedenfalls genug, Anregungen auch ausreichend von Magda bekommen.
Morgen fahren wir schon weiter, in Richtung Masuren. Also nutzen wir heute die Zeit hier.
3. Tag: Dienstag: 25.08.2026 – Marienburg [polnisch Malbork] mit Besichtigung der Ordensburg – weiter nach Allenstein [polnisch Olsztyn] und dann nach Sensburg [polnisch Mrągowo] – Hotel am Czos–See
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns heute vorläufig von Danzig. Was uns tröstet: wir kommen ja nochmals hierher zurück.
Zunächst geht es zu einem weiteren Höhepunkt der Reise, nach Marienburg [polnisch Malbork]. Ein paar Informationen haben wir unterwegs schon gesammelt. Die gewaltige Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert erhebt sich stolz am Ufer der Nogat. Auf uns wartet die größte Backsteinburganlage der Welt. Wir sind überwältigt und fasziniert, allein vom Anblick!
Unser Bus wartet auf dem Parkplatz. Zusammen gehen wir zur Kasse für Gruppen, treffen dort unsere beiden Burgführerinnen. Die Audioguides haben wir dabei, gleich fangen die Erklärungen an. Wir tauchen ein in das mittelalterliche Leben dieser riesigen Anlage, sehen das Quartier des Hochmeisters, die Kirche und auch die Küche, gehen durch Mannschaftsräume, Empfangssäle und Burghöfe, bestaunen Türme, machen jede Menge Fotos. So vergeht die Zeit wie im Fluge. In der anschließenden Freizeit warten Shops mit Souvenirs, Stände mit Eis und Kaffee. Pünktlich treffen sich alle wieder am Bus. Wer möchte, kann sich aus dem Bordbistro ein wenig stärken und erfrischen.
Nun sehen wir schon dem ebenfalls interessanten Nachmittagsprogramm entgegen. Es geht nach Allenstein [polnisch Olsztyn], wo wir mit Katarzyna einen Rundgang durch den schönen alten Stadtkern haben werden. Allenstein liegt im ehemaligen Ostpreußen und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der berühmte Nikolaus Kopernikus lebte hier einige Jahre und hat neben seiner Tätigkeit als Domverwalter astronomische Forschungen betrieben, die zu seinen bekannten bahnbrechenden Entdeckungen führten.
Unser Tagesprogramm geht noch weiter, nämlich zu unserem Hotel Huszcza in Sensburg [polnisch Mrągowo], gelegen direkt am Czos-See. Nun sind wir in den Masuren [polnisch Mazury] angekommen. Hier lassen wir es uns gut gehen, machen einen Spaziergang, bevor wir dann das schmackhafte Abendessen im Restaurant genießen.
4. Tag: Mittwoch: 26.08.2026 – Rundfahrt durch den Norden der Masuren – Heilige Linde und Zondern mit Ostpreußen–Museum – Folklore und Kutschfahrt: Bauernhochzeit
Heute steht der Norden der Masuren auf unserem Programm. Unser örtlicher Reiseleiter Robert ist pünktlich zur Stelle. Wir haben gut gefrühstückt und sind schon gespannt. Für alle Gäste im Bus ist es die erste Reise in diese Region.
Erster Programmpunkt ist die Wallfahrtskirche der Masuren: Heilige Linde [polnisch Święta Lipka]. Schon auf der Fahrt macht uns Robert mit der Region und einer ganzen Reihe Besonderheiten bekannt.
Natürlich sind wir hier nicht allein. Mehrere Busse stehen schon auf dem Parkplatz vor der Kirche. Mit Robert gehen wir hinein, erfahren auch, wo man sich am besten hinstellen soll, um alles gut sehen und hören zu können.
Wir sind beeindruckt von der Pracht dieser prunkvollen Kirche im barocken Stil. Was uns aber ganz besonders fasziniert ist die Orgel, die wir auch in einem kleinen Konzert hören können. Und beim Spiel dieses herrlichen Instruments kommt Bewegung in die Figuren und Glöckchen an der Orgel.
Robert hatte uns auch schon die Legende erzählt, die sich um diese Kirche rankt: Ein zum Tode verurteilter Mann hatte eine so herrliche Figur geschnitzt, dass er dafür vom Richter freigesprochen wurde. Die Figur des Mannes erwies sich dazu als wundertätig. So zogen bald viele Pilger zu der Linde, an der die Figur ursprünglich hing. Später wurde dann an der Stelle diese wunderschöne Kirche gebaut.
Weiter fuhren wir nun nach Zondern [polnisch Sądry] zum Hof von Christel, zur Adresse des Ostpreußen-Museums. Es zeigt den Alltag im früheren Ostpreußen. Und außerdem sind wir noch zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Museum, Garten, alles ist sehenswert. Die Zeit vergeht, und wir haben noch einen weiteren Punkt in unserem heutigen Programm: den Bauernhof von Eulalia. Eine Kutschfahrt zum Hof, der eigentlich eine Stiftung für vernachlässigte Tiere ist, und traditionelles masurisches Essen mit Musik und Tanz standen auf dem Programm. Aber schließlich müssen wir an den Heimweg denken, denn morgen haben wir wieder einen gut gefüllten Tag. Bei der Ankunft am Hotel gönnen wir uns noch ein Gläschen Danziger Goldwasser, stoßen an auf unsere Reise, auf der bisher alles gut geklappt hat. Auch das Wetter meint es wirklich gut mit uns. Alles ist genau richtig. Wir sind einfach sehr zufrieden.
5. Tag: Donnerstag: 27.08.2026 – Südliche Masuren – Ausflug in die Johannisburger Heide mit Stakenboot–Fahrt und nach Nikolaiken
Heute wollen wir mit Robert den südlichen Teil Masurens kennen lernen und freuen uns schon auf weitere Informationen. Zusammen fahren wir in die Johannisburger Heide. Das ist eine ganz besonders reizvolle Landschaft mit Seen, dichten Wäldern und zahlreichen kleineren Wasserläufen. Hier erleben wir Idylle pur!
Zunächst geht es zum Örtchen Krutyn, von wo wir eine Fahrt mit einem für diese Gegend typischen Stakenboote unternehmen. Wir sind unterwegs auf der Kruttinna [poln. Krutynia]. Ein wenig erinnert uns das alles an Bootsfahrten im Spreewald. Wir gleiten sanft dahin, sehen im klaren Wasser Fische. Es ist eine Fahrt einfach zum Genießen, was wir auch ausgiebig tun. Die Mücken sind zum Glück nur vereinzelt da. In einem Landgasthof hat Robert für uns schon ein Mittagessen bestellt.
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Ferienortes Nikolaiken [polnisch Mikołajki], genannt auch das masurische Venedig. Bei einem Rundgang erfahren wir die Geschichte vom Stinthengst und dem jährlichen Fest in dieser Sommerhauptstadt der Masuren. Nun bleibt noch Zeit für einen Spaziergang an der schönen Promenade.
6. Tag: Dienstag: 28.08.2026 – Schifffahrt auf dem Oberlandkanal – zurück nach Danzig
Heute lernen wir eine einmalige technische Meisterleistung kennen. Wir planen eine Fahrt auf dem Oberlandkanal. Auf diesem einmaligen Kanal, der im 19. Jahrhundert gebaut wurde, werden die Schiffe zur Überwindung von beträchtlichen Höhenunterschieden von einer Standseilbahn über Land gezogen. Auf den sogenannten Rollbergen werden Höhenunterschiede von bis ca. 90 Metern überwunden. Für uns steht eine Schifffahrt auf einem Teilstück des Kanals auf dem Programm. Heute ist das alles längst eine touristische Attraktion, hat keine Bedeutung mehr als Transportweg wie früher einmal. Wir fuhren jedenfalls gemächlich von einem Rollberg zum anderen, tranken einen Kaffee und plauderten und hörten gespannt den Erklärungen zum Kanal zu. Auch ein Film wurde gezeigt. So wissen wir nun richtig gut Bescheid.
Nach der Kanalfahrt ging es dann zurück nach Danzig [polnisch Gdańsk], unserem heutigen und gleichzeitig auch letzten Übernachtungsort. Nach dem Abendessen wollten wir alle noch einen Spaziergang durchs schöne Danzig unternehmen.
7. Tag: Sonnabend: 29.08.2026 – Rückreise von Polen nach Deutschland
Ja, nun kommt leider der Abschied vom schönen Danzig, das wir schon beim ersten Stadtbummel am Abend des Anreisetages ins Herz geschlossen hatten. Nach dem Frühstück fuhren wir los. Der Himmel weint.
Unterwegs sind die vielen gemeinsamen Erlebnisse das beherrschende Thema. Wir sind froh, dass wir diese schöne Tour gemeinsam erlebt haben. Und es gibt noch genügend lohnende Reiseziele bei unseren polnischen Nachbarn!
Ihnen, meine Damen und Herren, möchte ich sehr herzlich danken für Ihr großes Interesse an dieser wunderbaren Tour nach Danzig und in die Masuren, die mich selbst immer wieder fasziniert.
Ich danke Ihnen für Ihren ganz individuellen Beitrag zum Gelingen der Reise.
Sie waren eine überaus interessierte, aufgeschlossene und dazu so disziplinierte Gruppe. Gern erinnere ich mich an die zahlreichen Gespräche, Anregungen und auch wichtigen Impulse während unserer gemeinsamen Tour. Was bleibt, sind wunderbare Erinnerungen, auch an Begegnungen.
Mit allen guten Wünschen für Gesundheit und Wohlergehen sowie der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen auf einer nächsten Reise, ganz gleich, ob per Bus, Flugzeug oder Schiff
verbleibe ich
Ihre Dr. Inge Bily
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