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Im Zauber des Atlantics: Eine Reise zu den Azoren

Reisebericht: 04.07. – 14.07.2026

Ein exklusiver Rückzugsort jenseits des Alltags, wo unberührte Natur und azoreanische Ursprünglichkeit auf zeitlose Eleganz treffen. Begleiten Sie uns auf eine unvergessliche Entdeckungsreise

Manuel González Urrutia

Ein Reisebericht von
Manuel González Urrutia

Küstenansicht - Vila Franca do Campo - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Ananas-Likör - Ribeira Grande - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Küstenlandschaft - Ribeira Grande - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL)  Horta - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Haven -  Horta - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Felsen am Meer - Horta - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Verschwommene Aussicht - Praia da Vitória - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Algar do Carvão - Angra do Heroísmo - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Algar do Carvão - Terceira - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Blüten im Moos - Algar do Carvão - Terceira - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Tropische Landschaft - Angra do Heroísmo - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL) Palmen und Garten - Angra do Heroísmo - Azoren - Portugal.jpeg – © Manuel González Urrutia (Eberhardt TRAVEL)

Der Aufbruch in die Weite

Wie jede gute Geschichte beginnt auch diese mit einem guten Anfang. So war es auf unserer Reise: ein angenehmer Tag, an dem die Dämmerung noch nicht gewichen war, wir aber bereits versammelt und bereit für das Abenteuer waren. Ein fernes Abenteuer in einer Reihe kleiner, im Atlantik verlorener Inseln, authentischer Juwelen, die es nach und nach zu entdecken galt, zwischen Lachen und schönen Momenten.
Freilich würde die Anreise nicht kurz sein: ein Pflichtstopp in Lissabon und von dort aus direkt nach Ponta Delgada, das uns mit seinem warmen Klima und der wunderschönen Atmosphäre empfing. Den späten Nachmittag nutzten wir, um wieder zu Kräften zu kommen, gefolgt von einem exzellenten Abendessen und – warum nicht? – einem nächtlichen Spaziergang durch die Stadt Ponta Delgada! Das Abenteuer reiste mit uns. Heute schliefen wir mit Träumen von dem, was morgen sein wird, und von der großen Freude des heutigen Tages.

Im Einklang mit der Natur

Kein Zweifel: Die Harmonie der Instrumente ist die Grundlage für den Erfolg eines guten Orchesters. Und als wären die gut geschriebenen Partituren bereits dort gewesen, fand in unserer Gruppe jeder seinen eigenen Ton und schuf so eine wunderschöne Melodie. Es war der erste vollständige Tag auf den Azoren, und in diesem Moment begann ein Prozess des völligen Eintauchens in diese grüne und blaue Landschaft aus Bergen, Himmel und Meer.
Natur allenthalben, Überraschungen und gutes Essen ließen nicht lange auf sich warten. In Furnas erwartete uns eine Kessellandschaft wie aus einem Hexenmärchen, durch vulkanische Dämpfe unter der Erde erhitzt, die nach einem langen Garprozess entfesselt und für unser Mittagessen aufgetragen wurde. Später unternahmen wir einen Ausflug nicht nur durch die Natur, sondern auch durch die Zeit, auf den magischen Wegen des schönsten Botanischen Gartens, den ich seit langem besucht habe: „Terra Nostra“! Und warum nicht? Ein fast warmes Bad in den mineralischen Thermalquellen, die uns eine Rückkehr in die bereits etwas ferne Jugend versprachen!
Es warteten noch weitere Landschaften und Eindrücke und ein erneutes Zurückgehen in der Geschichte. Wir sahen geduldig bewahrte handwerkliche Prozesse für den besten Tee auf der Plantage und in der Manufaktur von Correana, wo wir bei einer angenehmen Tour schmackhaften Tee genossen. Später kehrten wir ins Hotel zurück, etwas in uns gekehrt, über das Geschehene nachdenkend und jene Tagträume genießend, die sich nur auf der richtigen Reise einstellen, auf der sich der Ort und die präzise Gesellschaft in einem Augenblick der Zeit vereinen.

Zwischen Vulkanen und Ozean

Die Noten klangen weiter und führten uns dieses Mal entlang der Küste. Dort prägt eine schöne Architektur die Häuser dieser besonderen Insel, wo selbst das Gefängnis über Zellen mit Meerblick verfügt – oder zumindest schien es so, angesichts der besonderen Lage dieser lokalen Haftanstalt. Man glaube nun freilich nicht, dass man diesen ganz besonderen Ort der Insel aus eigener
Erfahrung kannte.
So machten wir vor dem Verlassen der Küste und dem Aufstieg in die Berge Halt, um die lokale Keramikmanufaktur „Vieira“ zu besuchen, die dem guten Ruf, den Portugal seit jeher genießt, alle Ehre macht. Wenige Minuten später und ein paar Kilometer weiter sprang uns die herrliche Aussicht entgegen. Von dort aus ging es weiter, stets aufwärts in die höchsten Regionen der Berge, wo wir zwischen Nebel und Wind den perfekten Augenblick fanden, um die wunderschöne Aussicht auf die „Lagoa do Fogo“ zu bewundern – einen herrlichen See, von grünen Bergen umgeben und geschmückt mit einem geschwungenen Ufer, dessen Landzungen sich hier und da in den See erstrecken. Dies war wahrlich ein Anblick, den man gesehen haben muss, und dank unseres ständigen Glücks war es uns abermals gelungen.
Später erreichten wir die Stadt Ribeira Grande und besuchten die lokale Likörmanufaktur „Mulher de Capote“; nach ein paar Schlucken zeichneten sich das erste Lächeln auf den Gesichtern ab, mit denen wir unseren ersten Stadtspaziergang begannen. Der Park im Zentrum von Ribeira Grande ist sehr eigenwillig und bereitete sich gerade auf das traditionelle Mittelalterfestival vor, weshalb er sich in voller Betriebsamkeit zeigte. Wir setzten unseren Weg fort, durchstreiften die Straßen bis zum Meer! Welch ein Anblick! Eine blaue Unendlichkeit! Dort verläuft die hochgelegene felsige Küste in sanften Kurven in der Ferne. Das Wetter meinte es erneut gut mit uns, und seiner Einladung folgend machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel, nicht ohne einen letzten Halt für ein vergnügliches Bad im Atlantischen Ozean einzulegen!

Farbenspiel im Regen

Der Tag hatte mit einem bedeckten Himmel begonnen, der jeden Moment Regen voraussagte – sei es an der Küste oder später im Landesinneren. Denn das Grün der Felder und die Farbenpracht der Blumen verlangen, wie ein gelungenes Aquarell, nach Wasser, worin das Geheimnis ihrer Formen und Farben liegt.
Noch hatten wir uns wegen des Wetters nicht für eine Route entschieden; um dem Tag ein wenig Zeit zu geben, begannen wir mit einer Ananas-Verkostung auf der Plantage „Dos Açores“ mitten in Ponta Delgada. Dort fanden wir die Ananas in den ungewöhnlichsten Varianten, von der klassischen Marmelade über Likör und schmackhaftem Eis bis hin zum ausgefallenen Ananas-Bier! Optionen, die sich viele Mitglieder unserer Gruppe nicht entgehen ließen.
Unser Tag schritt voran, und von Wegbiegung zu Wegbiegung stiegen wir durch die Wiesen in den Bergen empor, wo in den Höhen geduldig der Nebel auf uns wartete. Wunderschöne, von riesigen, farbenfrohen Hortensien gesäumte Wege verliehen dem Wegesrand jene ganz besondere Note. Nach einigen Pausen mit den obligatorischen Erinnerungsfotos machten wir uns auf den Weg zu einer Stärkung im idyllischen Dörfchen Siete Ciudades. Man findet dort eine wunderschöne, kleine Kirche, in der die Hortensien ebenfalls nicht fehlen, und unweit davon den bekannten, wunderschönen See, der wie in der Mitte geteilt wirkt. In jenen Augenblicken begleitete uns ein sanfter Nieselregen, der unser Haar angenehm benetzte, während unseres Besuchs am See, der, auf Augenhöhe betrachtet, den Wunsch weckt, ihn aus größerer Entfernung zu betrachten – denn oft muss man ein paar Schritte zurücktreten, um ein Kunstwerk zu würdigen.
So zogen wir uns zurück, und vom Aussichtspunkt „Vista do Rey“ rissen die Wolken entgegen den Wetterprognosen ein wenig auf und taten uns den kleinen Gefallen, die Landschaft wenigstens einmal zu enthüllen. Wenige Kilometer später, zurück in Ponta Delgada, wo es kaum oder gar nicht regnete, spazierten wir durch den sehr angenehmen Botanischen Garten „Antonio Borges“, um danach durch die Altstadt zu schlendern und das Abenteuer des Tages voller Zufriedenheit zu beenden.

Unerwartete Wege nach Faial und Pico

Man weiß, dass der Tag lang wird, wenn man im Sommer aufwacht und merkt, dass man dem Sonnenaufgang zuvorgekommen ist und ihn geduldig erwarten muss, um ihn zu begrüßen. Dieser herzliche Gruß folgte kurz nach dem Frühstück, als wir bereits zur Abreise zum Flughafen bereitstanden. Dort spielte ein Flug voller unerwarteter Zwischenfälle mit unserem Schicksal. Ich erzähle noch ein wenig davon! Es war ein prächtiger Morgen, an dem sich die Wolken auf Meereshöhe der Insel Faial niedergelassen hatten und den Flughafen für jeden, der von oben blickte, völlig verbargen.
Wir flogen sanft von der Sonne umschmeichelt, jedoch ohne die Möglichkeit, den großen Vogel auf der Landebahn landen zu lassen. So bestand für uns nun die beste Option darin, unerwartet die jüngere Schwesterinsel Pico zu besuchen! Dort strahlte die Sonne in all ihrer Pracht, und die Wolken waren lediglich eine kleine Laune, ein kleiner Schal auf der Spitze des gleichnamigen Vulkans „Pico“, der seinen Namen auch seiner kapriziösen, spitz zulaufenden Kuppel verdankt.
Nun, es war nicht geplant, aber wir bezogen es problemlos mit ein: eine kurze und angenehme Fährfahrt, die uns zu unserem ursprünglichen Ziel bringen sollte, und nach einer kurzen Pause machten wir uns daran, die Stadt zu erkunden. Dies führte dazu, dass mit dem Spaziergang die Zeit verstrich und der Hunger wuchs – und was gäbe es Besseres, als ihn in der alten, bekannten Peters Sport Bar zu stillen!

Das Farbspiel von Pico

Wir nahmen den Tag so, wie er kommt – ohne Vorurteile, ohne ihn mit unpassenden Bezeichnungen zu belegen, denn es wäre ungerecht, einen Tag allein deshalb als traurig oder hässlich abzutun, weil er bewölkt ist, da dieser präzisere Moment das größte Geschenk ist, das wir haben. Und so machten wir uns mit viel Enthusiasmus und im Bewusstsein der Endlichkeit der Zeit wieder daran, die kurze Strecke von etwas mehr als 6 km zu befahren, die Faial von seiner kleineren Schwester Pico trennt, wo wir erst gestern gelandet waren.
Genau in dem Moment, als wir auf Pico an Land gingen, begann das Wetter umzuschlagen. Es ist normal, dass etwas so Dynamisches wie das Tageslicht durch den Wandel der Zeit, die atmosphärischen Bedingungen und schlichtweg die unberechenbare Natur beeinflusst wird. Und so geschah es: Ein ständiger Wechsel begann – mal Sonne, mal Wolken, heftiger Wind und wieder die warme Sonne – und unter diesem ständigen Wandel entwickelte sich unser kurzer Aufenthalt auf dieser so schönen Insel. Wir besuchten einzigartige Weinberge, die ihre Wurzeln fast im Meereswasser baden, während sie durch lange, kapriziöse Mauern aus Vulkangestein vor den Winden geschützt werden. Die Verkostung des Endprodukts (des Weins) sollte jedoch erst später in der Weinkellerei Ardega stattfinden, begleitet von anderen Spirituosen und einem schmackhaften Imbiss.
Es war ein wirklich sehr vergnüglicher Moment, in dem die Gruppenharmonie perfekt war. Die Insel hat viel zu bieten, und ihre jüngere Geschichte ist äußerst interessant, wurde hier doch vor gar nicht allzu langer Zeit noch der längst erloschene Walfang betrieben. Wir hatten die Gelegenheit, uns im Walfangmuseum „Museo do Baleeiros“ im kleinen Dorf Lajes do Pico ein wenig in dieses Thema zu vertiefen. Was für Zeiten das waren – ein wirklich hartes Leben begleitete damals die Bewohner, die bei der Jagd auf die riesigen Meeressäuger ihr Leben riskierten. Doch Lajes ist nicht das einzige charmante Dorf der Insel; ihm folgten eine Reihe schöner Ortschaften, die wir von der Straße aus sahen, alle geprägt von dem tiefschwarzen Vulkangestein, das für ihre Häuser verwendet wird und sich oft wie Steinplatten über große Flächen am Meeresufer erstreckt, im Kontrast zu den grünen Wiesen, dem Himmel und dem Meer.

Vom Glück begleitet am Ende der Welt

Um zu reisen und schöne Landschaften zu sehen, braucht man manchmal Glück – und manchmal hat man es einfach. In diesem Sinne erwachten wir auf einer Glückssträhne, ohne es anfangs zu wissen. Die Wolken schienen uns die Reise zu vermiesen, doch Punkt für Punkt schritten wir voran, und das Glück reiste im selben Bus, vermutlich auf dem Beifahrersitz.
Bei unserem ersten Halt am Aussichtspunkt „Nossa Senhora da Conceição“ genossen wir herrliche Ausblicke auf die Stadt Horta, und wenig später, vom „Miradouro da Caldeira“, bot sich der Krater eines erloschenen Vulkans völlig wolkenlos dar! Was für ein Wunder! Alles lief wie am Schnürchen. Eine landschaftlich reizvolle Straße, jede Kehre, jede Kurve, jeder Straßenabschnitt hinterließ eine schöne Erinnerung und brachte uns dem nächsten Höhepunkt des Tages näher: Capelinhos! Ein Leuchtturm am Ende der Welt, mit einer von großer Höhe steil zum Meer abfallenden Sandklippe. Ein imposanter Anblick!
Im selben Augenblick und ohne zu zögern beschlossen wir, dass ein Blick von der Basis der Klippe nicht ausreicht; man musste alles von oben sehen, und so begann unsere Wanderung auf einem steilen Pfad, der sich im Verlauf immer weiter verengte, bis er zu kaum mehr als einem schmalen Pfad wurde, auf dem die Möwen, gestört durch diese fremde Präsenz, mehr taten als nur die Eindringlinge anzukreuen, die sich so weit wagten.
Später kam uns als Ergänzung zu dieser Wanderung ein Sprung in das weite blauen Wasser dieses atlantischen Ozeans wie gerufen – frisch, fern und wunderschön, begleitet von einem Sonnenbad, das allein durch seine Anwesenheit für helle Freude sorgte. Ein paar weitere schöne Pausen und ein schmackhaftes Abendessen krönten unseren Tag, an dem der größte Stern schien: natürlich unsere eigene Sonne.

Im Reich der sanften Riesen

Wir begannen den Tag, indem wir uns mit dem Boot von der Küste entfernten. Hinter uns lag der wunderschöne Hafen von Horta auf Faial, der wie ein Gemälde, das die zweidimensionale Natur der Leinwand akzeptiert, wie eine Collage aus übereinandergestapelten Häuschen mit weißen Fassaden und Terrakottadächern wirkte, die aufgrund der steilen Hänge, die ihre Füße im Wasser der Bucht baden, den Eindruck erwecken, aufeinander zu stehen.
Wir setzten unser Tagesabenteuer fort; das Boot glitt voran, und die Bedeutung von Fluidität nahm eine andere Dimension an, als wir unter strahlender Sonne das tiefblaue Meer sahen, in dem Delfine mit scheinbar müheloser Leichtigkeit in Höchstgeschwindigkeit um unser Boot schwammen. Wasser und Delfin schienen auf so natürliche Weise ineinanderzufließen! Das Wasser wirkte flüssiger, als wir es je zuvor beobachtet hatten, und die Delfine schienen in einer Strömung mit großer Geschwindigkeit zu gleiten und dennoch, da sie sich kaum bewegten, zugleich statisch zu verharren.
Die so sehnsüchtig erwarteten Wale zeigten sich schließlich, nur um uns mit ihrer enormen Fluke im Augenblick des Abtauchens Lebewohl zuzuwinken, um für mehrere Stunden nicht mehr aufzutauchen. Dennoch war man für jeden Gruß dankbar, und jedes Mal, wenn einer abtauchte, hielten wir Ausschau nach einem weiteren, der uns ebenfalls Adieu sagen wollte. Sonne und Wind spielten in diesem Moment eine Rolle; die Freude, die diese Mischung aus Emotionen in uns auslöste, spiegelte sich in den dankbaren Gesichtern dieses wunderschönen Moments zwischen den Inseln Pico und Faial wider, in dem wir hunderte Delfine im Wasser tanzen und nicht wenige Wale mit ihren riesigen Fluken Abschied nehmen sahen.

Vulkansch Schluchten und Wein im Norden

Der Duft des Kaffees weckt unsere Sinne; der zarte Dampf, den er verströmt, scheint sich zu verflüchtigen, um Teil des Dunstes zu werden, der draußen vor der Fensterscheibe liegt, die unser Frühstück von der Dachterrasse trennt. Im Hintergrund das Meer und der Monte do Brasil. Ein leichter Nieselregen bedeckt alles, was im Freien liegt. Später, auf dem „Monte do Brasil“, sollten wir seine angenehme Liebkosung diesmal in unseren Gesichtern spüren.
Und so, während die schönen Bilder der kleinen Stadt Angra do Heroísmo von der Höhe der Festung noch frisch in unseren Pupillen brannten, machten wir uns daran, die Insel zu erkunden. Schritt für Schritt, ein Aussichtspunkt nach dem anderen, ein schönes Dorf nach dem anderen, vorbei an kleinen, eigentümlichen Kapellen des Heiligen Geistes, kamen wir pünktlich zum Mittagessen in der kleinen Stadt „Praia da Vitória“ an. Von dort aus, nach nur einer kurzen Pause an einem Aussichtspunkt, erreichten wir das wohl eindrucksvollste Ziel des Tages: „Algar do Carvão“!
Denn hier betraten wir das innere Heiligtum eines längst erloschenen Vulkans, nur um zu sehen, wie die Natur diesen genialen Vulkanschlot zurückerobert hat: Anstelle eines Herdes, in dem einst Lava und Feuer regierten, ruht heute ein eisiger, von Sonnenlicht selten berührter Bergsee. Wir konnten unseren Blick nicht von dem kleinen Himmelsfleck abwenden, der sich dort oben zwischen Farnpflanzen und kleiner Vegetation an der Spitze des Vulkanschlots abzeichnete.
Nachdem wir die Tiefen des Vulkans verlassen hatten, setzten wir unsere Tour fort und philosophierten noch über das eben Gesehene, als wir ein ganz besonderes Museum erreichten: das „Museu do Vinho dos Biscoitos“, ein Weinmuseum! Normalerweise lautet die Hauptregel im Museum: Ansehen, aber nicht anfassen. Glücklicherweise verhielt es sich hier etwas anders: ansehen und verkosten! Unser Tag ging weiter, und wir wurden nicht müde, unsere Köpfe mit neuen, positiven Erinnerungen zu füllen: fuchsiafarbene Quallen in wunderschönen natürlichen Pools, pechschwarzes Vulkangestein, das den Strand säumte – alles wurde so gewöhnlich! Denn das Ungewöhnliche war zu unserem Alltag geworden.

Sonnenstrahlen über Angra do Heroísmo

Ohne den Tag zu drängen, ihn mit Erwartungen zu überladen oder Wettergott Petrus spezielle Wünsche bezüglich des Klimas zu unterbreiten, erwachte ein Tag, der keine allzu große Sonneneinstrahlung versprach. Wir nahmen ihn, wie er kam, und frühstückten ohne viele Worte. Gegen neun Uhr morgens verließen wir zu Fuß das Hotel, und wir hatten die kleine Stadt Angra do Heroísmo noch nicht ganz durchquert, als die Sonne sich reckte und zwischen den Wolken hervorkam – oder vielmehr waren es die Wolken, die sich verzogen und uns von da an erlaubten, die gesamte Stadt in voller Farbenpracht zu fotografieren.
Denn ihre hübschen, kräftigen Fassaden im ständigen Kontrast zu den weißen Fensterrahmen und orangefarbenen Dächern sehen einfach so am besten aus. Gleichermaßen pflegen das Grün der Bäume, das Blau des Meeres und erst recht der Himmel ein so gutes Verhältnis zur Sonne, dass, wenn sie scheint, es scheint, als würden alle gleichzeitig strahlen. Schwarz-weiß gepflasterte Straßen, abwechslungsreiche Mosaike, akkurat vollendet. Ein kleines Theater im Herzen der Stadt und – warum nicht? – ein exzellentes Eis zum Abschluss dieses Rundgangs mit Meerblick.
So krönten wir unsere Reise, denn schon am nächsten Tag würden wir die Abreise antreten. Der Nachmittag, wem auch immer er gehörte, war für jeden von uns anders; in der Nacht erwartete uns ein letztes gemeinsames Abendessen, um das Leben zu feiern: Dies war schließlich eine Reise, und Reisen genießt man, und sie enden erst, wenn man die Schwelle des eigenen Zuhauses überschreitet.

Ein leises Auf Wiedersehen

Der Rückweg war stets eine beschlossene Sache, doch während dieser wunderschönen Tage war er kein Thema. Nicht, dass das ferne Zuhause nicht geliebt würde, sondern weil alles seine Zeit und seinen Ort hat. Reisen sind so beschaffen: Sie zeichnen sich durch ihren Anfang und ihr Ende aus, und genau wie unsere lange Reise, die das Leben ist, erleben wir jeden Tag, jede Minute mit intensivster Hingabe.
Der ständige Wandel ruft Gefühle hervor, und unsere Routine hatte sich bereits eingespielt: jeden Tag ein Frühstück mit herrlicher Aussicht, das Verweilen in wunderschönen Landschaften am Tag, das gemeinsame Ausgehen zum Abendessen und Genießen in den Nächten. Und da standen wir und nahmen den nächsten Flug, diesmal nicht zu einer anderen Insel, sondern zurück ins europäische Festland und von dort aus nach Hause. Alles verlief so reibungslos und ohne Zwischenfälle, wie man es sich nur wünschen kann – ein letztes Lebewohl am Kofferband oder besser ein Auf Wiedersehen, mit dem Gedanken an ein baldiges Wiedersehen auf einer kommenden Reise.


Möge dieser Ausblick Ihr Fernweh wecken. Wir freuen uns darauf, Sie bald wieder an unseren exklusiven Reisezielen willkommen zu heißen.


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