Azoren – Inselhüpfen im Atlantik
Reisebericht: 18.07. – 28.07.2026
Grüne Vulkanlandschaften, faszinierende Kraterseen und der Atlantik als ständiger Begleiter – gemeinsam entdecken wir die vielfältige Inselwelt der Azoren.
Ein Reisebericht von
Monika Cortese
Azoren: Anreise nach São Miguel
Für die meisten von uns begann die Reise bereits in den frühen Morgenstunden. Am Flughafen München traf ich mich mit den ersten Reisegästen, während die übrigen Teilnehmer von Frankfurt oder Berlin aus anreisten. In Lissabon kam die Gruppe schließlich am Abfluggate zusammen und setzte die Reise gemeinsam nach Ponta Delgada auf der Insel São Miguel fort. Der Flug verlief planmäßig und auch die Ankunft auf den Azoren erfolgte pünktlich. Zwei Reiseteilnehmerinnen waren bereits unabhängig von der Gruppe auf São Miguel angekommen und erwarteten uns dort.
Nach der Landung wurden wir bereits von unserem örtlichen Reiseleiter José herzlich begrüßt, der uns zum Hotel brachte. Dort bezogen wir unsere Zimmer und erledigten den Check-in. Bis zum gemeinsamen Abendessen blieb noch etwas Zeit, die jeder nach seinen eigenen Wünschen nutzen konnte. Einige entspannten am Hotelpool, andere erkundeten bereits die hübsche Altstadt von Ponta Delgada mit ihrer Fußgängerzone oder spazierten entlang der Uferpromenade und des Hafens. Wieder andere gönnten sich nach der langen Anreise zunächst eine kleine Pause.
Bei angenehm milden Temperaturen spazierten wir schließlich gemeinsam zum Restaurant Momentum und konnten den ersten Abend im Freien genießen. Als Vorspeise wurde eine für die Azoren typische Kombination aus frittierter Blutwurst mit Ananas serviert - zunächst etwas ungewohnt, geschmacklich jedoch eine echte Überraschung. Anschließend wurde ein gegrilltes Thunfischsteak serviert. Auf dem Rückweg nutzten einige noch den kurzen Weg für einen Stopp im nahegelegenen Supermarkt, bevor der erste Reisetag im Hotel ausklang.
Nach einem langen Anreisetag freuten sich alle auf eine erholsame Nacht und auf die bevorstehenden Entdeckungen in der faszinierenden Inselwelt der Azoren.
São Miguel: Furnas, Terra Nostra und die traditionelle Cozido
Unser erster gemeinsamer Tag auf den Azoren begann bei strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel, beste Voraussetzungen, um die größte Insel des Archipels kennenzulernen.
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Aussichtspunkt Miradouro do Pisão, von dem sich ein herrlicher Blick über die Küste bot. Während der Fahrt erzählte uns José Wissenswertes über die Entdeckung und Besiedlung der Azoren. Nach der Entdeckung von Santa Maria im 15. Jahrhundert begann wenig später auch die Besiedlung São Miguels. Vila Franca do Campo entwickelte sich zur ersten Hauptstadt der Insel und war über viele Jahre ihr wichtigstes Zentrum.
Anschließend spazierten wir durch Vila Franca do Campo. Vorbei an der Kirche, dem ehemaligen Franziskanerkloster, dem Rathaus und der Statue des Stadtgründers Gonçalo Vaz Botelho führte unser Weg bis zum kleinen Hafen, wo wir die entspannte Atmosphäre des Küstenortes genießen konnten.
Weiter ging es zum Lagoa das Furnas, wo bereits die berühmten Cozidos in der heißen Vulkanerde garten. Zahlreiche dampfende Erdlöcher zeigten eindrucksvoll, wie die traditionelle Spezialität über mehrere Stunden allein durch die natürliche Erdwärme zubereitet wird. Auch unser Mittagessen wartete dort bereits unter der Erde auf seinen späteren Einsatz.
Anschließend besuchten wir den wunderschönen Terra-Nostra-Park. Das berühmte Thermalbecken mit seinem warmen, eisenhaltigen Wasser sorgte zunächst für gemischte Reaktionen - die intensive braune Färbung ließ uns zögern. Nur eine badete im 38 Grad warmen Wasser und genossen das besondere Erlebnis. Die übrigen schlossen sich José zu einem Rundgang durch die weitläufige Parkanlage an, bei dem er viel Wissenswertes über die exotischen Pflanzen und die beeindruckende Botanik des Gartens erklärte. Gegen Ende unseres Aufenthalts zogen plötzlich Regenwolken auf und ein kurzer Schauer setzte ein, ein Wetterwechsel, wie er für die Azoren ganz typisch ist.
Im Restaurant Tony's erwartete uns schließlich das traditionelle Cozido das Furnas. Die verschiedenen Fleischsorten, Würste und Gemüse werden gemeinsam in einem Topf in der heißen Vulkanerde gegart und erhalten dadurch ihren ganz besonderen Geschmack. Das reichhaltige Mittagessen und der gute Wein dazu kamen bei der gesamten Gruppe hervorragend an.
Am Nachmittag besichtigten wir die heißen Quellen von Furnas, aus denen heißes Wasser und Dampf austreten und die eindrucksvoll die vulkanische Aktivität der Insel zeigen. Danach besuchten wir die einzige Teeplantage Europas. Während einer Führung erfuhren wir viel über den Anbau und die Verarbeitung des Azoren-Tees und konnten diesen anschließend selbstverständlich auch verkosten.
Zum Abschluss des Tages genossen wir am Aussichtspunkt Miradouro de Santa Iria noch einmal den herrlichen Blick auf die grüne Nordküste São Miguels, bevor wir zum Hotel zurückkehrten.
Den Abend ließen wir gemeinsam in gemütlicher Runde am Hotelpool ausklingen – bei einem typisch azoreanischen Aperitif und einem kleinen Abendimbiss.
São Miguel: Feuersee, Ribeira Grande und die Nordküste
Auch der dritte Reisetag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und bester Fernsicht - ideale Bedingungen, um die vielfältige Landschaft São Miguels weiter zu entdecken.
Unser erster Halt führte uns zur traditionsreichen Cerâmica Vieira. Während einer interessanten Führung konnten wir den Kunsthandwerkerinnen (die Töpferei befindet sich bis heute fast vollständig in Frauenhand) bei ihrer Arbeit zusehen und erfuhren, wie die typische Keramik der Azoren bis heute in sorgfältiger Handarbeit entsteht.
Anschließend fuhren wir in den kleinen Hafenort Lagoa. Dort erzählte unsere örtliche Reiseleiterin Christina viel Wissenswertes über das Leben der Menschen auf São Miguel, von den Besonderheiten des Insellebens bis hin zu den Herausforderungen eines Lebens mitten im Atlantik.
Ein landschaftlicher Höhepunkt des Tages waren die Aussichtspunkte Miradouro da Barrosa und Miradouro da Lagoa do Fogo. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich der idyllische Feuersee von seiner schönsten Seite. Die klare Sicht machte diesen Stopp für viele zu einem der schönsten Fotomotive des Tages.
Im Anschluss überraschte ich die Gruppe mit einem zusätzlichen Abstecher zur Caldeira Velha. Dieser Programmpunkt war ursprünglich nicht vorgesehen und wurde von den Gästen gerne angenommen. Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir einen kleinen Wasserfall mit seinen rötlich schimmernden Felsen, umgeben von üppig grünem Wald - eine Kulisse, die an den Film Jurassic Park erinnerte. Im Informationszentrum erklärte Christina anschließend anschaulich die geothermischen Besonderheiten dieser vulkanisch geprägten Landschaft.
Vor der Mittagspause besichtigten wir noch kurz die Pfarrkirche Igreja Matriz de Nossa Senhora da Estrela in Ribeira Grande. Anschließend blieb Zeit, durch die hübschen Gassen der zweitgrößten Stadt São Miguels zu schlendern und in einem der Cafés oder Lokale die Mittagspause zu verbringen.
Anschließend genossen wir vom Aussichtspunkt oberhalb der Stadt noch einmal den herrlichen Blick über Ribeira Grande und die grüne Nordküste, bevor wir den Praia de Santa Bárbara erreichten. Der weitläufige Sandstrand mit den kräftigen Wellen des Atlantiks zeigte eindrucksvoll, warum dieser Küstenabschnitt als eines der bekanntesten Surfgebiete der Azoren gilt. Die meisten nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang am Strand und genossen die frische Meeresluft, einige wagten sogar ein erfrischendes Bad im Atlantik.
Am Abend spazierten wir gemeinsam zu einem Restaurant am Hafen von Ponta Delgada. Dort ließen wir den sonnigen und abwechslungsreichen Ausflugstag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
São Miguel: Ananas, Sete Cidade und Ponta Delgada
Nach einem ausgiebigen Frühstück stand zunächst der Besuch einer traditionellen Ananasplantage auf unserem Programm. Während der Führung erfuhren wir viel über den außergewöhnlichen Anbau der Azoren-Ananas, die ausschließlich in Gewächshäusern gedeiht und bis zur Ernte rund zwei Jahre benötigt. Anders als in tropischen Ländern wird ihre Blüte hier gezielt angeregt, eine aufwendige Methode, die wesentlich zum besonders aromatischen Geschmack der Früchte beiträgt. Neben frischen Ananas wird auch der typische Ananaslikör hergestellt, den wir natürlich auch verkosten durften.
Anschließend führte uns die Fahrt ins Inselinnere. Nach kurzen Fotostopps am Miradouro do Pico do Carvão und am historischen Aqueduto do Carvão erreichten wir den berühmten Aussichtspunkt Vista do Rei. Seinen Namen „Blick des Königs“ erhielt er nach dem Besuch des portugiesischen Königs Dom Carlos I., der von diesem Panorama begeistert gewesen sein soll. Von hier bot sich ein herrlicher Blick auf die beiden Kraterseen Lagoa Azul und Lagoa Verde, die sich bei den guten Sichtverhältnissen eindrucksvoll präsentierten.
Nach einem weiteren Fotostopp am Seeufer erreichten wir das beschauliche Dorf Sete Cidades, wo Zeit für eine kleine Mittagspause blieb.
Danach fuhren wir zum Miradouro do Escalvado, dem westlichsten Aussichtspunkt São Miguels. Von den steilen Klippen bot sich ein weiter Blick über die zerklüftete Küste und den Atlantik.
Am Nachmittag besuchten wir in Capelas das ethnografische Museum. Die liebevoll zusammengetragene Sammlung vermittelt einen Einblick in das frühere Leben auf den Azoren, von Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk bis hin zu den Wohn- und Arbeitsbedingungen vergangener Generationen. Zwischen den zahlreichen Alltagsgegenständen, Werkzeugen und Erinnerungsstücken entdeckte man immer wieder auch Kuriositäten, die den Museumsbesuch besonders unterhaltsam machten und den ganz eigenen Charme dieser Sammlung ausmachen.
Zum Abschluss erkundeten wir bei einem gemeinsamen Rundgang die Inselhauptstadt Ponta Delgada. Anschließend blieb noch genügend Zeit für einen Einkauf regionaler Spezialitäten in der Markthalle und einen individuellen Bummel durch die Altstadt.
Den Abend verbrachten wir noch einmal am Hotelpool. Bei einem Imbiss und einem Getränk ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Anschließend hieß es Koffer packen, denn schon am nächsten Morgen geht unsere Reise auf der nächsten Azoreninsel weiter.
Faial: Ankunft auf der „Blauen Insel“ und Horta entdecken
Der Tag begann für uns bereits in den frühen Morgenstunden. Nach einem frühen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen von São Miguel weiter nach Faial, der fünftgrößten Insel der Azoren. Nach der pünktlichen Ankunft in Horta konnten wir unser Gepäck bereits im Hotel deponieren, bevor wir gemeinsam die Inselhauptstadt erkundeten.
Bei angenehmem Wetter führte uns Eva auf einem Stadtrundgang durch Horta. Unterwegs erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte der Insel und ihre Bedeutung für die internationale Schifffahrt. Besonders interessant war das ehemalige Telegrafenviertel, in dem sich einst zahlreiche internationale Kabelgesellschaften - darunter auch deutsche Unternehmen - ansiedelten. Von hier aus wurden über viele Jahrzehnte Nachrichten zwischen Europa und Amerika übermittelt. Heute befinden sich in einigen der historischen Gebäude öffentliche Einrichtungen der Azoren.
Natürlich durfte auch ein Spaziergang entlang des Hafens nicht fehlen. Horta zählt zu den bekanntesten Yachthäfen im Atlantik und ist bis heute ein wichtiger Anlaufpunkt für Segler, die den Ozean überqueren. Untrennbar mit dem Hafen verbunden ist das traditionsreiche Peter Café Sport, das seit über 100 Jahren als Treffpunkt für Segler aus aller Welt gilt. Die gemütliche Bar genießt weit über die Azoren hinaus einen legendären Ruf.
Nach dem Check-in im Hotel stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Nach dem frühen Start in den Tag nutzten viele Gäste die Zeit für eine kleine Pause, während andere den Hotelpool, den Stadtstrand oder die Uferpromenade genossen.
Am Abend kehrten wir gemeinsam im Peter Café Sport ein. In maritimer Atmosphäre ließen wir uns fangfrischen Fisch und weitere regionale Spezialitäten schmecken. Dazu passte der Aperitif (der legendäre Gin Tonic) hervorragend. Das ausgezeichnete Essen, der freundliche Service und das besondere Ambiente sorgten für einen gelungenen Abschluss unseres ersten Tages auf Faial.
Faial: Vulkane, Steilküsten und das jüngste Land der Azoren
Nach dem Frühstück starteten wir zu unserer Inselrundfahrt über Faial. Unterwegs erzählte uns Eva viel Wissenswertes über die Insel, ihre flämischen Siedler und die Herkunft ihrer Namen: „Faial“ verdankt seinen Namen der hier früher weit verbreiteten Buchenmyrte, während „Horta“ auf Portugiesisch „Gemüsegarten“ bedeutet. Außerdem erfuhren wir mehr über die vulkanische Entstehung der Insel und warum Erdbeben auf Faial bis heute zum Alltag gehören.
Unser erster Halt war der Aussichtspunkt Espalamaca. Von hier bot sich ein herrlicher Blick über Horta, den Atlantik und die Nachbarinsel Pico mit ihrem markanten Vulkankegel.
Anschließend erreichten wir die gewaltige Caldeira, den nahezu kreisrunden Einsturzkrater im Zentrum der Insel. Von ihrem Rand aus eröffnete sich ein beeindruckender Blick in das grüne Innere dieses geschützten Naturraums.
Weiter führte uns die Fahrt durch den Naturpark Faials. Über unbefestigte Straßen ging es vorbei an Wäldern und Weidelandschaften in den Norden der Insel. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke auf die abwechslungsreiche Landschaft, bevor wir am Miradouro da Ribeira das Cabras den nächsten Fotostopp einlegten.
Einer der Höhepunkte des Tages war anschließend Capelinhos. Der jüngste Teil der Azoren entstand erst durch den Vulkanausbruch von 1957/58 und veränderte das Gesicht der Insel nachhaltig. Die karge Vulkanlandschaft rund um den teilweise verschütteten Leuchtturm erinnert bis heute an die gewaltigen Naturkräfte, die Faial innerhalb weniger Monate nachhaltig verändert haben. Einige nutzten die Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang und genossen die spektakulären Ausblicke über die Vulkanlandschaft und den Atlantik.
Zur Mittagspause kehrten wir in Varadouro ein. Die geschützte Bucht mit ihrem von schwarzen Lavasteinen umgebenen Meerwasserbecken lud zum Verweilen ein. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im Atlantik, während andere ein kleines Mittagessen mit Blick aufs Meer genossen.
Zum Abschluss unserer Rundfahrt hielten wir noch an der Ponta Furada, wo Wind und Wellen im Laufe der Jahrtausende beeindruckende Felsen und Höhlen in die Lavaküste geformt haben.
Am Abend trafen wir uns erneut zum gemeinsamen Abendessen. Im Restaurant Canto da Doca wurde das Essen direkt am Tisch auf heißen Lavasteinen selbst zubereitet - eine ebenso gesellige wie besondere Art, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Das außergewöhnliche Konzept, die hervorragende Qualität der Speisen und der leckere Hauswein kamen bei der gesamten Gruppe hervorragend an. So ging ein erlebnisreicher Tag auf Faial in geselliger Runde zu Ende.
Pico: Lava, Wein und Walfang
Heute stand ein Ausflug auf die Nachbarinsel Pico auf dem Programm. Nach einer Fährüberfahrt erreichten wir die jüngste Insel der Azoren. Sie ist vollständig vulkanischen Ursprungs und beeindruckt mit ihrer schwarzen Basaltlandschaft, schroffen Küsten und einer nahezu unberührten Natur.
Unser erster Spaziergang führte uns durch Cachorro. Zwischen bizarren Basaltformationen und erkalteten Lavaströmen wurde eindrucksvoll sichtbar, wie sehr der Vulkanismus diese Insel geprägt hat. Die alten Häuser sind heute nicht mehr bewohnt und verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre.
Anschließend besuchten wir Lajido mit seiner einzigartigen Weinlandschaft, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Tausende Trockenmauern aus schwarzem Basalt gliedern hier die kleinen Weinparzellen. Sie schützen die Reben vor dem Wind und der salzhaltigen Gischt des Atlantiks und speichern gleichzeitig die Wärme der Sonne – eine Voraussetzung dafür, dass auf Pico trotz des rauen Klimas seit Jahrhunderten Wein angebaut werden kann.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Adega A Buraca mit ihrem kleinen ethnografischen Museum. Dort erfuhren wir Interessantes über das frühere Leben auf Pico und konnten bei einer Verkostung verschiedene regionale Spezialitäten genießen: Rosé- und Rotwein, Käse, Honig, traditionelles Brot sowie Blut- und Paprikawurst. Zum Abschluss durfte natürlich auch eine Kostprobe des regionalen Schnapses nicht fehlen.
Nach einem Fotostopp am Miradouro do Corre Água legten wir eine kurze Kaffeepause ein, bevor wir das Walfangmuseum besuchten. Über viele Jahrzehnte war der Walfang eine wichtige Lebensgrundlage für zahlreiche Familien auf den Azoren. Heute erinnert das Museum eindrucksvoll an diese Zeit und zeigt zugleich den Wandel, den die Inseln vollzogen hat. Inzwischen stehen die Meeressäuger unter Schutz und machen die Azoren zu einem der besten Orte Europas für Whale Watching, ein Thema, das uns am nächsten Tag noch begleiten wird.
Bevor wir die Rückfahrt antraten, führte uns ein Spaziergang durch die charakteristischen Weinfelder bis zu einer historischen Windmühle. Die schwarzen Lavasteine, das satte Grün der Reben und der Blick auf den Atlantik sowie auf Faial boten noch einmal wunderschöne Eindrücke dieser besonderen Insel.
Am Abend brachte uns die Fähre zurück nach Faial. Nach einem erlebnisreichen Tag ließen wir den Abend ganz nach Wunsch ausklingen, einige beim gemeinsamen Abendessen im Hotel, andere in einem Restaurant in Horta.
Whale Watching und Ankunft auf Terceira, der vierten Azoreninsel
Der Morgen begann für viele mit einem besonderen Höhepunkt der Reise: einer Whale-Watching-Tour vor der Küste Faials. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Wale, Delfine und anderer Meeresbewohner ging es bei nahezu spiegelglatter See hinaus auf den Atlantik. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Tatsächlich wurden mehrere Meeressäuger gesichtet und einige Gäste konnten beeindruckende Fotos mit nach Hause nehmen - ein unvergessliches Erlebnis.
Anschließend verabschiedeten wir uns von Faial und flogen weiter nach Terceira, der vierten und letzten Insel unseres Azoren-Inselhüpfens. Während des kurzen Fluges bot sich den Gästen auf der linken Flugzeugseite noch einmal ein wunderschöner Blick auf den majestätischen Pico. Mit 2.351 Metern ist er nicht nur der höchste Berg der Azoren, sondern zugleich auch die höchste Erhebung Portugals. Auch Faial mit seiner Inselhauptstadt Horta ließ sich aus der Luft noch einmal wunderbar überblicken, ein gelungener Abschied von den beiden Vulkaninseln.
Nach der Landung bezogen wir unser Hotel, das direkt am Meer liegt und mit seiner weitläufigen Anlage und dem großen Pool beste Voraussetzungen für einen entspannten Aufenthalt bietet.
Am frühen Abend stießen wir gemeinsam auf den Geburtstag einer Mitreisenden an, die die Gruppe großzügig zu einem Aperitif einlud. Mit Blick auf das Meer genossen wir diesen schönen Moment, bevor wir den Tag in einem kleinen, familiengeführten Restaurant ausklingen ließen. Dort wurden wir mit fangfrischem Fisch und weiteren regionalen Spezialitäten verwöhnt. Die herzliche Atmosphäre und die ausgezeichnete Küche machten diesen gemeinsamen Abend zu einem gelungenen Tagesabschluss.
Terceira: Angra do Heroísmo – UNESCO–Welterbe am Atlantik
Nach dem Frühstück erkundeten wir gemeinsam mit unserer örtlichen Reiseleiterin Marisa die historische Altstadt von Angra do Heroísmo. Die Stadt gehört seit 1983 zum UNESCO-Welterbe und gilt als eine der schönsten Kolonialstädte Portugals. Über viele Jahrhunderte war sie ein bedeutender Hafen für Schiffe, die zwischen Europa, Afrika, Amerika und Asien unterwegs waren.
Während unseres Rundgangs entdeckten wir zahlreiche historische Bauwerke, prachtvolle Kirchen, elegante Bürgerhäuser und liebevoll angelegte Gärten und Plätze. Marisa vermittelte uns dabei viele interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt und erklärte, welche Bedeutung Angra do Heroísmo für die Entwicklung der Azoren und Portugals hatte. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke auf den Hafen und die farbenfrohe Altstadt.
Nach dem gemeinsamen Stadtrundgang blieb ausreichend Zeit, Angra do Heroísmo auf eigene Faust zu entdecken. Viele nutzten die Gelegenheit zum Bummeln durch die Geschäfte, kehrten in einem der Cafés ein oder genossen die entspannte Atmosphäre der Hafenstadt.
Am Abend trafen wir uns wieder zu einem gemeinsamen Abendessen im Marina Grill direkt am Hafen. Zum Abschluss des Tages überraschte ich die Gruppe noch mit einem leckeren Eis aus der nahegelegenen besten Eisdiele der Stadt.
Terceira: Zwischen Tradition, Vulkanen und Wein
Unser letzter Ausflug auf den Azoren führte uns noch einmal quer über die Insel Terceira. Gleich am Morgen ging es hinauf auf den Monte Brasil, den erloschenen Vulkankegel vor den Toren Angras. Hoch über den mächtigen Festungsanlagen bot sich ein herrlicher Blick über die UNESCO-Stadt, den Hafen und den Atlantik.
Wenig später erfuhren wir mehr über eine der bekanntesten Traditionen der Insel: den Straßenstierkampf. Wir hatten diese Tradition bereits auf unserem Weg zum Hafen am Vorabend selbst miterlebt. Anders als beim spanischen Stierkampf werden die Tiere dabei nicht verletzt. Bis heute gehört dieser Brauch fest zur Inselkultur und wird in vielen Orten mit großer Begeisterung gepflegt.
Auch die kleinen Heilig-Geist-Kapellen, denen wir unterwegs immer wieder begegneten, erzählen viel über das Leben auf Terceira. Die traditionellen Heilig-Geist-Feste gehören zu den wichtigsten Feierlichkeiten der Insel und stehen ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Gastfreundschaft und dem Miteinander.
Am Aussichtspunkt Serra do Cume lag uns schließlich einer der eindrucksvollsten Ausblicke der Reise zu Füßen. Von hier blickten wir auf die rund 15 km2 große Caldeira, den größten Vulkankrater der Azoren. Die von Steinmauern eingefassten Weiden bilden ein einzigartiges Mosaik aus unzähligen kleinen Parzellen, das wegen seines Erscheinungsbildes auch als „Flickenteppich“ Terceiras bekannt ist. Bis heute wird ein Großteil dieser Flächen als Weideland für die Rinderhaltung genutzt.
Nach einer entspannten Mittagspause in Praia da Vitória wartete ein weiteres Naturwunder auf uns: der Algar do Carvão. Über Treppen stiegen wir tief in einen ehemaligen Vulkanschlot hinab, ein seltenes Erlebnis, denn weltweit gibt es keine Vulkane, deren Inneres auf diese Weise zugänglich ist. Moose, Farne und die gewaltigen Felswände mit Stalaktiten machten den Besuch besonders eindrucksvoll.
Zum Abschluss unseres Ausfluges besuchten wir Biscoitos, wo seit Jahrhunderten Wein zwischen schwarzen Lavasteinen angebaut wird. Nach einem Rundgang durch den Weingarten und das kleine Museum ließen wir uns bei einer Verkostung regionale Weine schmecken. Der süße Dessertwein mit den frischen Bananen aus dem Garten schmeckte uns allen und sorgte für einen genussvollen Abschluss.
Zurück im Hotel stießen wir am Abend gemeinsam auf den Geburtstag einer Mitreisenden an, bevor wir uns beim Abschiedsabendessen noch einmal Zeit nahmen, die vielen gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Kaum zu glauben, wie viele unvergessliche Eindrücke uns diese vier so unterschiedlichen Azoreninseln in so kurzer Zeit geschenkt haben.
Heimreise von den Azoren
Noch vor Sonnenaufgang hieß es Abschied nehmen. Nach einem kleinen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Während wir auf den Bus warteten, waren noch einmal die markanten Rufe der Gelbschnabel-Sturmtaucher zu hören, ein typischer Klang Terceiras, der uns an den vergangenen Abenden immer wieder lautstark begleitet hatte.
Am Flughafen verabschiedeten wir uns herzlich von unserer örtlichen Reiseleiterin Marisa und unserem Busfahrer, die uns während unseres Aufenthalts auf Terceira mit viel Engagement begleitet hatten.
Der Flug nach Lissabon verlief planmäßig. Dort trennten sich die Wege unserer Reisegruppe wieder. Die Berliner Gäste erreichten als Erste ihren Anschlussflug. Es blieb mir glücklicherweise noch die Gelegenheit, mich persönlich von ihnen zu verabschieden, bevor sich unsere Wege endgültig trennten. Für die Gäste mit Weiterflug nach Frankfurt und München blieb anschließend noch etwas mehr Zeit bis zum Abflug.
Damit endete unsere gemeinsame Entdeckungsreise durch die abwechslungsreiche Inselwelt der Azoren.
Zehn abwechslungsreiche Tage mit beeindruckenden Landschaften, herzlichen Begegnungen und vielen gemeinsamen Erlebnissen liegen hinter uns. Die gute Stimmung, das schöne Miteinander und der Zusammenhalt haben diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. Es war mir eine Freude, diese Tage mit euch erleben zu dürfen. Ich wünsche euch eine gute Heimkehr und hoffe, dass ihr noch lange mit Freude an unsere gemeinsame Reise auf die Azoren zurückdenkt. Vielleicht sehen wir uns ja auf einer anderen Reise wieder!
Eure Monika
Europa
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Südamerika
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Ozeanien