Azoren entdecken – Kultur, Natur und besondere Inselmomente
Reisebericht: 15.08. – 25.08.2026
Unsere Azorenreise führte uns durch faszinierende Vulkanlandschaften, entlang der Atlantikküste und zu besonderen Inselmomenten – abwechslungsreich, herzlich und voller unvergesslicher Eindrücke.
Ein Reisebericht von
Celine Patzak
Anreise und Ankunft auf São Miguel
Für alle von uns begann die Reise zu den Azoren früh am Morgen. Die Teilnehmer reisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands an. Ein Teil startete gemeinsam ab Berlin, andere Gäste machten sich unter anderem aus Hamburg und Frankfurt auf den Weg. So ging es für alle auf unterschiedlichen Wegen, aber mit demselben Ziel in Richtung Portugal.
Ganz reibungslos verlief der Start allerdings nicht. Der Flug von Berlin nach Lissabon, der eigentlich bereits am frühen Morgen starten sollte, verspätete sich um einige Stunden. Nach der gemeinsamen Sicherheitskontrolle hieß es daher zunächst einmal warten. Irgendwann war es dann aber so weit und die Maschine hob schließlich in Richtung Lissabon ab.
Dort angekommen, war unsere Gruppe dann vollständig. Auch die Gäste, die aus Hamburg und Frankfurt angereist waren, hatten inzwischen den Weg nach Lissabon geschafft. Gemeinsam ging es weiter zum Anschlussflug nach Ponta Delgada.
Doch auch hier war noch etwas Geduld gefragt. Obwohl wir bereits im Flugzeug saßen, ließ der Start zunächst auf sich warten. Grund dafür waren offenbar Probleme mit der Kühlung der Kabine. Bei den sommerlichen Temperaturen draußen war eine funktionierende Klimaanlage schließlich nicht ganz unwichtig. Mit etwas Verspätung konnte es dann aber endlich losgehen und wir machten uns auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel, São Miguel.
Am späten Nachmittag landeten wir in Ponta Delgada. Nach diesem doch recht langen Reisetag war die Erleichterung groß. Alle Gäste waren gut angekommen und auch sämtliche Koffer hatten den Weg auf die Azoren mitgemacht.
Am Flughafen wartete bereits unser örtlicher Reiseleiter José auf uns und begrüßte uns herzlich. Gemeinsam ging es zum Bus, wo wir auch unseren Busfahrer für die kommenden Tage kennenlernten. Anschließend fuhren wir zu unserem Hotel in Ponta Delgada, wo wir freundlich empfangen wurden und endlich unsere Zimmer beziehen konnten.
Auf der Fahrt vom Flughafen hatte José außerdem schon auf einen Supermarkt direkt um die Ecke vom Hotel aufmerksam gemacht. Eine praktische Information für alle, die sich nach der Ankunft noch mit dem Nötigsten versorgen wollten. Nach dem Check-in verabschiedete sich José zunächst von uns und wir hatten etwas Zeit, uns im Hotel einzurichten.
Am frühen Abend traf sich die Gruppe noch einmal kurz an der Rezeption. Dabei wurden einige wichtige Hinweise für den nächsten Tag weitergegeben, bevor wir uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg zum Restaurant Momentos direkt am Hafen machten.
Dort ließen wir den ersten Reisetag bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen. Als Vorspeise gab es Melone mit Schinken und Brot, anschließend wurde Thunfisch serviert. Für alle, die lieber Fleisch essen wollten, gab es alternativ ein Rindfleischgericht. Zum Dessert wurde Kuchen serviert, der bei allen sehr gut ankam.
Auch das schöne Ambiente des Restaurants mit Blick auf den Hafen und das freundliche Personal sorgten für einen gelungenen Abend. Nach dem frühen Start in den Tag und den vielen Stunden unterwegs waren die meisten allerdings ziemlich müde und freuten sich schon auf ihr Bett.
Wer noch etwas Energie übrig hatte, bekam aber noch einen kleinen Tipp für den Abend. Im Stadtzentrum fand derzeit das Beer Festival statt und an diesem Abend spielte dort sogar eine Live-Band. Einige nutzten die Gelegenheit noch für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt, während andere den Tag lieber direkt im Hotel ausklingen ließen.
Damit war der erste, etwas turbulente Reisetag geschafft. Alle waren angekommen, die Koffer ebenfalls und die Azoren hatten uns schon bei der Anreise daran erinnert, dass hier nicht immer alles ganz nach Zeitplan läuft. Jetzt hieß es erst einmal ausschlafen, denn am nächsten Tag konnten wir São Miguel endlich richtig kennenlernen.
Furnas, Terra Nostra und die heißen Quellen
Nach dem frühen Start am Vortag begann unser zweiter Reisetag etwas entspannter mit dem Frühstück im Hotel. Beim Frühstück war es zunächst ziemlich voll und an manchen Stellen wurde es mit dem Nachfüllen etwas knapp. Zum Glück sollte sich dieser erste Eindruck in den nächsten Tagen deutlich verbessern.
Gegen 9 Uhr starteten wir gemeinsam mit José zu unserer ersten Entdeckungstour über São Miguel. Während der Fahrt erzählte er uns viel über die Insel, ihre Besonderheiten und ihre Geschichte und gab uns damit bereits einen interessanten Einblick in das heutige Tagesprogramm. Auch ein wichtiger Hinweis durfte natürlich nicht fehlen. Die Regenjacken sollten griffbereit bleiben, denn das Wetter auf den Azoren kann seine Meinung bekanntlich auch einmal kurzfristig ändern.
Unser erster Halt führte uns nach Vila Franca do Campo. Bei einem kurzen Spaziergang konnten wir die Igreja de São Miguel Arcanjo, die dem Erzengel Michael gewidmete Pfarrkirche, und den Hafen erkunden, bevor es weiter in Richtung Furnas ging. Während der Fahrt erzählte José bereits einiges über den vulkanisch geprägten Ort und seine besonderen geothermischen Aktivitäten.
In Furnas angekommen, erfuhren wir zunächst mehr über die heißen Quellen und die besondere Art, wie hier mit der natürlichen Wärme des Vulkanbodens gekocht wird. Dazu ging es an die Lagoa das Furnas, den idyllisch gelegenen Furnas-See, an dessen Ufer sich die berühmten Kochstellen befinden. Hier konnten wir sogar einen Blick auf das Erdloch werfen, in dem bereits unser Mittagessen vor sich hin garte.
Das traditionelle Cozido das Furnas wird mehrere Stunden im vulkanisch erwärmten Boden gegart. Je nach Gericht bleibt der Topf dabei etwa fünf bis sechs Stunden in der heißen Erde, bei Temperaturen von rund 80 Grad Celsius. Eine ziemlich außergewöhnliche Art, sein Mittagessen zuzubereiten. Für uns war es umso spannender, vorher mit eigenen Augen zu sehen, wo unser späteres Mittagessen gerade vor sich hin köchelte.
Anschließend blieb noch etwas Zeit, Furnas auf eigene Faust zu erkunden, bevor es weiter zum berühmten Park Terra Nostra ging.
Nur wenige Minuten zu Fuß vom Bus entfernt, wartete dort eine ganz besondere Möglichkeit auf uns. Ein Bad im warmen Thermalwasser. Das Wasser ist aufgrund seines hohen Eisengehalts auffällig orange-braun gefärbt und etwa 38 Grad warm. Für das Baden wurde daher empfohlen, nicht zu lange im Wasser zu bleiben. Wer lieber trockenen Fußes unterwegs war, konnte stattdessen den weitläufigen Park mit seiner beeindruckenden Pflanzenwelt erkunden.
José erzählte uns außerdem von der Entstehung des Parks und seiner Geschichte rund um Thomas Hickling, der als Gründer des historischen Gartens gilt. Zwischen exotischen Pflanzen, alten Bäumen und den dampfenden Thermalquellen zeigte sich hier einmal mehr, wie außergewöhnlich die Natur auf São Miguel ist.
Nach dem Aufenthalt im Park ging es zum Mittagessen und nun schloss sich auch der Kreis zu dem Erdloch an der Lagoa das Furnas, das wir zuvor gesehen hatten. Serviert wurde das traditionelle Cozido das Furnas, das mehrere Stunden im vulkanisch erwärmten Boden gegart worden war. Auf den Tisch kamen verschiedene Fleischsorten und Würste, unter anderem Huhn, Rind und Morcela, dazu Kohl, Kartoffeln und Yamswurzel.
Zum Abschluss gab es Ananas und einen Espresso. Nach diesem durchaus großzügig ausgefallenen Mittagessen waren wir jedenfalls bestens für den weiteren Tagesverlauf gestärkt.
Anschließend ging es noch einmal zu den heißen Quellen von Furnas. Hier konnten wir die vulkanische Aktivität der Insel aus nächster Nähe erleben. Es dampfte und brodelte an verschiedenen Stellen und auch das eisenhaltige Wasser konnte probiert werden. Die natürliche Wärme wird in der Region nicht nur für das Cozido genutzt, sondern beispielsweise auch zum Kochen von Mais. Eine ungewöhnliche, aber bestens zur vulkanischen Umgebung passende Tradition.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch eine Teeplantage. Bei einem Rundgang erhielten wir interessante Einblicke in den Anbau und die Verarbeitung des Tees. Anschließend blieb Zeit für eine Verkostung von Grün- und Schwarztee und natürlich auch die Möglichkeit, das eine oder andere Produkt als Erinnerung an die Azoren mit nach Hause zu nehmen.
Zurück in Ponta Delgada war der Tag noch nicht ganz vorbei. Da das Mittagessen recht großzügig ausgefallen war, stand am Abend kein weiteres Essen auf dem Programm. Stattdessen traf sich eine kleine, gemütliche Runde noch auf ein gemeinsames Getränk und ließ den Tag in der lebhaften Innenstadt und am Hafen entspannt ausklingen.
Küste, Lagoa do Fogo und Ribeira Grande
Am dritten Reisetag erwartete uns beim Frühstück eine erfreuliche Überraschung. Das Buffet präsentierte sich deutlich besser als am Vortag. Vielleicht hatte sich inzwischen alles ein wenig eingespielt. Jedenfalls konnten wir gut gestärkt in den Tag starten.
Unser erster kurzer Halt führte uns an die Küste bei der Praia das Milícias. Hier konnten wir bei einem Fotostopp nicht nur einen Blick auf den Atlantik werfen, sondern auch eine besondere Skulptur entdecken. Das Werk „Açores“ stammt vom japanischen Bildhauer Minoru Niizuma und entstand 1987 während eines internationalen Bildhauersymposiums auf São Miguel. Die aus lokalem Basalt gefertigte Skulptur bildet einen interessanten Kontrast zur Küstenlandschaft und dem Atlantik.
Anschließend ging es weiter zu einem Fischerhafen. Bei einem Spaziergang dorthin erhielten wir einen kleinen Einblick in den traditionellen Alltag der Fischer. José erklärte uns, welche Fischarten rund um São Miguel gefangen werden und wie die Arbeit im Hafen abläuft. Besonders interessant war die Vorführung eines Fischers, der zeigte, wie Angelhaken geknüpft werden. Dabei durfte auch jemand aus unserer Gruppe selbst einmal ausprobieren, wie das funktioniert.
Danach besuchten wir eine Keramikfabrik. Hier konnten wir den Weg vom ursprünglichen Ton bis zum fertigen Keramikstück verfolgen. Wir sahen die Verarbeitung des Tons, die verschiedenen Arbeitsschritte und auch die alten Öfen. Besonders interessant war es zu beobachten, wie die Keramik geformt, anschließend glasiert und von Hand bemalt wird, bevor sie trocknen und gebrannt werden kann. So wurde deutlich, wie viel Handarbeit hinter den Keramiken der Azoren steckt.
Anschließend führte uns die Fahrt weiter in Richtung Lagoa do Fogo. Ein geplanter Aussichtspunkt musste aufgrund des dichten Nebels leider ausfallen. Die Wolken hatten an diesem Tag offenbar beschlossen, die Aussicht lieber für sich zu behalten.
Am Lagoa do Fogo hatten wir dagegen etwas mehr Glück und konnten den See trotz des Nebels zumindest teilweise sehen. José erklärte uns, dass der See und seine Umgebung unter besonderem Naturschutz stehen. Die vulkanisch geprägte Landschaft und die üppige Vegetation machen den Lagoa do Fogo zu einem der bekanntesten Naturhighlights São Miguels.
Auf der Weiterfahrt legten wir noch einen kurzen Fotostopp an einem Aussichtspunkt ein, bevor wir Ribeira Grande erreichten.
In Ribeira Grande angekommen, hatten wir zunächst Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause. Jeder konnte die freie Zeit ganz nach den eigenen Vorstellungen gestalten, etwas essen, durch die Stadt schlendern oder einfach ein wenig entspannen. Anschließend trafen wir uns wieder als Gruppe und besichtigten gemeinsam die Igreja de Nossa Senhora da Estrela. Danach ging es zurück zum Bus und wir setzten unsere Fahrt fort.
Am Nachmittag stand der Besuch der Likörmanufaktur Mulher de Capote auf dem Programm. Dort erhielten wir einen Einblick in die Herstellung verschiedener regionaler Spezialitäten und konnten natürlich auch einige davon verkosten. Von Ananas- und Maracujalikör über Rum bis hin zu Anis war eine abwechslungsreiche Auswahl dabei. So gab es einiges zu probieren und vielleicht auch die eine oder andere Inspiration für ein kleines Mitbringsel von den Azoren.
Anschließend führte uns der Weg noch einmal ans Meer, genauer gesagt zum Praia do Areal de Santa Bárbara bei Ribeira Grande. Der weitläufige Strand gehört zu den bekanntesten Surfspots der Insel. Hier konnten wir die Küste genießen und den Surfern bei ihren Versuchen auf den Wellen zuschauen. Bei den Wellen hätte man durchaus Lust bekommen können, selbst einmal ins Wasser zu springen.
Für den Abend war kein gemeinsames Essen im Reiseprogramm vorgesehen. Wer den Tag dennoch nicht alleine beenden wollte, fand sich in einer kleinen Gruppe zu einem gemeinsamen Essen in einer Sportbar zusammen. In gemütlicher Atmosphäre wurde viel gelacht und sich ausgetauscht. Die Bestellung dauerte aufgrund der wenigen englischsprachigen Speisekarten zwar etwas länger, aber das freundliche Personal nahm sich Zeit und am Ende waren alle mit ihrem Essen zufrieden.
Ponta Delgada und Sete Cidades
Der vierte Reisetag begann mit einem gemeinsamen Rundgang durch Ponta Delgada. Ein kurzes Stück legten wir noch mit dem Bus zurück, bevor es zu Fuß weiterging. Begleitet wurden wir dabei von unserem Reiseleiter José, der uns unterwegs mit vielen Informationen zur Geschichte, den Sehenswürdigkeiten und dem Leben auf São Miguel versorgte.
Unser erster Stopp führte uns zur Markthalle, wo es einiges zu entdecken gab. Zwischen Obst und Gemüse, frischem Fisch und anderen regionalen Produkten fanden sich auch verschiedene handwerkliche Erzeugnisse, wie beispielsweise farbenfrohe Einkaufstaschen. So konnten wir einen schönen Eindruck davon bekommen, was auf den Märkten der Insel angeboten wird und wie vielfältig das tägliche Leben in Ponta Delgada ist.
Anschließend führte unser Rundgang vorbei am Theater und weiter zur Igreja de Santa Bárbara. Auch die Bibliothek und weitere historische Gebäude lagen auf unserem Weg, bevor wir den Botanischen Garten besuchten. José hatte zu den einzelnen Stationen natürlich immer die passenden Geschichten und Hintergrundinformationen parat, sodass der Spaziergang nicht nur schön, sondern auch informativ war.
Danach ging es weiter ins Artesanato – Oficina Museu J. M. Melo. Hier bekamen wir einen besonders anschaulichen Einblick in das Leben vergangener Zeiten auf den Azoren. Zu sehen gab es unter anderem ein altes Klassenzimmer, eine Barbierstube und eine Zahnarztpraxis, aber auch historische Musikinstrumente, Spielzeug und zahlreiche weitere Alltagsgegenstände. Die verschiedenen Räume und Ausstellungsstücke machten die Vergangenheit greifbar und zeigten auf sehr anschauliche Weise, wie unterschiedlich der Alltag früher aussah. So fühlte sich der Besuch ein wenig wie eine kleine Zeitreise an.
Danach verließen wir Ponta Delgada und machten uns auf den Weg in Richtung Sete Cidades. Zuvor legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp an der Küste bei Vila de Capelas ein. Hier blieb etwas Zeit für einen kleinen Spaziergang und einen Blick auf den Atlantik, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.
Weiter ging es anschließend in Richtung Sete Cidades. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag allerdings von seiner typisch azoreanischen Seite. Regen und Nebel begleiteten uns und sorgten dafür, dass die Landschaft immer wieder nur schemenhaft zu erkennen war.
An unserem ersten Aussichtspunkt mit Blick auf die Lagunen von Sete Cidades hofften wir auf das berühmte Panorama über die beiden Kraterseen. Doch der Nebel hatte erneut andere Pläne und ließ von der Landschaft leider kaum etwas erkennen. Auf den Azoren gehört eben manchmal auch ein wenig Geduld zum Ausflugsprogramm.
Etwas später besserte sich die Sicht zum Glück deutlich, sodass wir an einem weiteren Aussichtspunkt mit etwas mehr Erfolg einen Blick auf die Landschaft erhaschen konnten. Anschließend erreichten wir Sete Cidades, wo wir uns kurz orientierten und gemeinsam die Igreja de São Nicolau besichtigten.
Danach blieb Zeit für eine Mittagspause. Wer Hunger hatte, konnte sich vor Ort etwas zu essen besorgen, bevor wir unsere Rundfahrt durch die Landschaft rund um Sete Cidades fortsetzten.
Auf der Weiterfahrt führte uns die Strecke zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Miradouro do Pico das Camarinhas bei Ferraria. Trotz des wechselhaften Wetters bot sich hier ein schöner Blick auf die eindrucksvolle Küstenlandschaft und den Atlantik.
Auf der Rückfahrt machten wir außerdem Halt bei einer Ananasplantage. Dort erfuhren wir mehr über den Anbau der für São Miguel so typischen Früchte. Die azoreanische Ananas wird unter besonderen Bedingungen kultiviert und benötigt viel Handarbeit, bevor sie schließlich erntereif ist. Zum Abschluss durften wir sogar noch einen Ananasschnaps probieren, eine durchaus passende Möglichkeit, den Besuch der Plantage abzurunden.
Am späten Nachmittag erreichten wir wieder unser Hotel. Nach einer kurzen Verschnaufpause traf sich ein Teil der Gruppe noch zu einem gemeinsamen Abendessen und ließ den abwechslungsreichen Tag gemütlich ausklingen.
Weiterreise und erste Eindrücke der neuen Insel
Heute hieß es besonders früh aufstehen, denn unser Inselhüpfen auf den Azoren begann. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Flughafen von São Miguel. Der Check-in verlief problemlos und schon bald hieß es Abschied nehmen von der ersten Insel unserer Reise.
Der Flug nach Faial dauerte nur rund 50 Minuten. Für azoreanische Verhältnisse also fast schon ein Katzensprung. Nach der Landung wurden wir bereits von unserem Fahrer erwartet und machten uns gemeinsam auf den Weg zu unserem neuen Hotel in Horta.
Dort angekommen, waren unsere Zimmer noch nicht ganz bezugsfertig. Die Koffer konnten wir jedoch sicher im Hotel unterbringen. Bis zum nächsten Programmpunkt blieb noch etwas Zeit, sodass die Gelegenheit für einen Kaffee oder eine kleine Pause genutzt werden konnte.
Da für den Nachmittag ursprünglich ein Stadtrundgang vorgesehen war, zogen wir diesen kurzerhand etwas vor. Dabei lernten wir auch unsere neue Reiseleiterin Anja kennen, die uns in den kommenden Tagen auf Faial begleiten sollte. Gemeinsam erkundeten wir Horta und erhielten von ihr viele interessante Informationen zur Stadt, ihrer Geschichte und zum Leben auf der Insel.
Ein erster Blick fiel auf die Assembleia Legislativa da Região Autónoma dos Açores, das Regionalparlament der Azoren, bevor wir unseren Rundgang durch Horta fortsetzten.
Anschließend führte unser Weg weiter zu historischen Sehenswürdigkeiten, darunter die Igreja de Nossa Senhora das Angústias und die Igreja de São Francisco. Natürlich durfte zwischendurch auch eine kleine Kaffeepause nicht fehlen.
Bevor wir zum Mercado Municipal weitergingen, machten wir noch einen Spaziergang durch den Stadtpark von Horta. Besonders die dort lebenden schwarzen Schwäne waren ein kleiner Hingucker und sorgten für einen schönen Moment zwischendurch.
Danach besuchten wir den Mercado Municipal da Horta. Die Markthalle ist heute nicht nur ein Ort für regionale Produkte, sondern beherbergt auch gastronomische Angebote. Anschließend blieb noch Zeit, Horta auf eigene Faust zu erkunden.
Den Abschluss unseres Stadtrundgangs bildete schließlich ein Besuch am weltberühmten Seglerhafen von Horta. Der Hafen ist für seine farbenfrohen Wandbilder bekannt, die von Seglern aus aller Welt hinterlassen wurden. Die vielen bunten Malereien entlang der Hafenmauern erzählen von den zahlreichen Crews, die hier auf ihrer Atlantiküberquerung Halt gemacht haben. Ein ganz besonderer Ort und definitiv ein Höhepunkt unseres ersten Tages auf Faial.
Am Abend fanden sich diejenigen zusammen, die den ersten Tag auf Faial noch gemeinsam ausklingen lassen wollten. Im Canto da Doca erwartete uns dabei ein besonderes kulinarisches Erlebnis. Das Fleisch wurde auf einem heißen Stein direkt am Tisch selbst gebraten. In gemütlicher Atmosphäre und bei gutem Essen ließen wir den Abend entspannt ausklingen.
Aussichtspunkte, Küste und Landschaften
Nach dem Frühstück starteten wir zu unserer nächsten Inselrundfahrt über Faial. Während der Fahrt versorgte uns unsere Reiseleiterin Anja mit interessanten Informationen über die Insel, ihre Landschaft und die Besonderheiten der Azoren.
Unser erster Halt führte uns zum Miradouro de Nossa Senhora da Conceição. Von hier bot sich ein schöner Blick über die Umgebung und einen ersten Eindruck von der abwechslungsreichen Landschaft Faials.
Auf der Weiterfahrt erfuhren wir mehr über die typische Flora und Fauna der Insel. Besonders die zahlreichen Hortensien gehören zu Faial und prägen vielerorts das Landschaftsbild. Im August waren einige der Blüten bereits am Verblühen, trotzdem hatten wir noch Glück und konnten viele schöne Exemplare entdecken. Auch über die Entstehung Faials und die Besonderheiten der sogenannten „blauen Insel“ erfuhren wir mehr.
Anschließend erreichten wir die Caldeira do Faial, den großen Vulkankrater im Inselinneren. Von oben konnten wir einen schönen Blick auf die beeindruckende Landschaft rund um den Krater werfen. Rund um die Caldeira führt auch ein beliebter Wanderweg, den wir an diesem Tag zwar nicht komplett erkunden konnten. Vielleicht nimmt der eine oder andere diesen schönen Rundweg ja zum Anlass, Faial irgendwann noch einmal zu besuchen.
Ein weiterer kurzer Halt führte uns zum Miradouro da Ribeira das Cabras, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.
Besonders interessant waren die Informationen über die Entstehung von neuem Land durch vulkanische Aktivität. Gerade auf Faial lässt sich eindrucksvoll nachvollziehen, wie stark der Vulkanismus die Landschaft der Insel geprägt hat.
Schließlich erreichten wir die Landschaft des Capelinhos, wo bei einem Vulkanausbruch Mitte des 20. Jahrhunderts neues Land entstanden ist. Hier blieb ausreichend Zeit, die besondere Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Ein Höhepunkt war der Leuchtturm von Capelinhos, der über zahlreiche Stufen erreichbar ist. Festes Schuhwerk und etwas Kondition waren dabei durchaus von Vorteil.
Wer noch weiter hinauf wollte, konnte zudem einen kleinen Aussichtspunkt erreichen. Der Weg dorthin war allerdings recht steil und teilweise schottrig, sodass beim Hinuntergehen etwas Vorsicht geboten war. Alternativ konnte die Zeit auch gemütlicher genutzt werden, etwa bei einem Besuch des Museums oder im Café vor Ort.
Danach führte uns die Fahrt weiter an die Küste zum Caminho da Piscina. Hier blieb Zeit, die Umgebung zu genießen, eine kleine Pause einzulegen oder sich im Atlantik abzukühlen.
Auf dem Rückweg wartete noch ein weiterer Aussichtspunkt mit einer ungewöhnlichen, von der vulkanischen Landschaft geprägten Felsformation auf uns, bevor wir wieder Richtung Hotel fuhren.
Am Abend fanden sich diejenigen zusammen, die den Tag noch gemeinsam bei einem Essen ausklingen lassen wollten. Im Atletico konnten wir in gemütlicher Atmosphäre zusammensitzen und unter anderem frischen Fisch genießen. Ein schöner Abschluss für einen Tag, der uns die vulkanische Seite Faials besonders eindrucksvoll nähergebracht hatte.
Pico, Weinbau und Walfanggeschichte
Am siebten Reisetag hieß es wieder früh aufstehen, denn heute stand ein Ausflug auf die Nachbarinsel Pico auf dem Programm. Vom Fährhafen in Horta ging es mit dem Schiff über den Atlantik. Schon während der Überfahrt konnten wir die umliegenden Inseln und die Weite des Atlantiks genießen und nach kurzer Zeit zeichnete sich bereits Pico am Horizont ab.
Auf Pico angekommen, ging es mit dem Bus weiter über die Insel. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass Pico die jüngste der Azoreninseln ist und hier mit dem Montanha do Pico zugleich der höchste Berg Portugals liegt.
Ein besonderes Thema des Tages war der traditionelle Weinbau. Die historische Weinbaulandschaft der Insel gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Bei einem Spaziergang konnten wir uns selbst ein Bild von der außergewöhnlichen Anbauweise machen. Die Reben wachsen hier in kleinen Parzellen zwischen schwarzen Lavasteinmauern, die die Pflanzen vor dem starken Atlantikwind schützen.
Während unseres Rundgangs erzählte Anja mehr über den Weinbau auf Pico, die verschiedenen Rebsorten und die Weinlese, die traditionell im August stattfindet. Auch eine historische Mühle lag auf unserem Weg und vermittelte einen Eindruck von der früheren Nutzung und dem Leben in dieser besonderen Weinbaulandschaft.
Auf der Weiterfahrt legten wir noch einige kurze Stopps ein, unter anderem bei eindrucksvollen Drachenbäumen und an einer Kirche, bevor wir unser nächstes Ziel erreichten, das Museu dos Baleeiros in Lajes do Pico.
Im Walfangmuseum erhielten wir einen interessanten Einblick in die Geschichte des Walfangs auf den Azoren und seine große Bedeutung für das Leben auf Pico. Die Ausstellung machte deutlich, wie eng die Insel über viele Jahrzehnte mit dem Meer und der Walfangtradition verbunden war. Nach dem Museumsbesuch blieb noch etwas Freizeit für eine Mittagspause oder einen Kaffee, bevor wir unsere Rundfahrt fortsetzten.
Anschließend ging es hinauf ins Hochland der Insel. Am Lagoa do Capitão bot sich uns ein wunderschöner Blick auf die Landschaft. Besonders schön war die Umgebung des Sees mit den markanten Bäumen, die der Landschaft dort einen ganz besonderen Charakter verleihen. Ein wirklich stimmungsvoller Ort, um die Natur Picos auf sich wirken zu lassen.
Am Nachmittag wartete dann noch eine kleine Überraschung auf uns. Bei der Adega A Buraca konnten wir verschiedene regionale Spezialitäten probieren. Auf den Tisch kamen unter anderem Käse, Maisbrot, Apfelmarmelade und Wurst. Dazu wurden Rosé- und Rotwein sowie verschiedene Liköre gereicht. Zum Abschluss durfte natürlich auch ein kräftiger Schnaps nicht fehlen. Mit stolzen 48 Prozent war dieser, gerade bei den sommerlichen Temperaturen, allerdings eher etwas für die ganz Mutigen unter uns.
Bevor es zurück zur Fähre ging, legten wir noch einen letzten Halt in Cachorro ein. Die kleine Küstensiedlung ist vor allem für ihre außergewöhnlichen vulkanischen Felsformationen bekannt und bot noch einmal einen schönen Blick auf die raue Küstenlandschaft.
Anschließend hieß es Abschied nehmen von Pico und zurück nach Faial. Während der Rückfahrt wurden bereits die wichtigsten Informationen für den kommenden Tag gegeben.
Auf dem Atlantik unterwegs
Der achte Reisetag begann mit einem besonderen Erlebnis, einer Whale-Watching-Tour. Diejenigen, die an der Tour teilnahmen, checkten bereits am frühen Morgen aus dem Hotel aus und machten sich anschließend gemeinsam auf den Weg zum Hafen. Für die Gäste, die nicht an der Bootstour teilnahmen, begann der Tag etwas entspannter. Sie konnten die freie Zeit nutzen oder noch etwas länger im Zimmer bleiben.
Am Hafen angekommen, erhielten wir zunächst eine ausführliche Einweisung und wichtige Hinweise für die Fahrt auf dem Atlantik. Danach hieß es Leinen los und hinaus aufs Meer.
Der Atlantik zeigte sich an diesem Tag allerdings von seiner bewegteren Seite. Es war ziemlich wellig und an Bord wurde man, trotz aller Vorsicht, stellenweise ordentlich nass. Dafür wurden wir mit interessanten Informationen über die Tierwelt rund um die Azoren versorgt und die Crew war sehr freundlich und aufmerksam.
Auch wenn sich an diesem Tag leider keine Wale blicken ließen, dauerte es nicht lange, bis wir die ersten Tiere entdecken konnten. Wir sahen Gemeine Delfine und Atlantische Fleckendelfine, die durch die Wellen schwammen und immer wieder in der Nähe des Bootes auftauchten. Dazu konnten wir verschiedene Seevögel beobachten, darunter auch Gelbschnabelsturmtaucher.
So wurde die Tour zwar nicht zur erhofften Walbeobachtung, aber trotzdem zu einem besonderen Erlebnis. Die Kombination aus dem offenen Atlantik, den teils kräftigen Wellen und den Delfinen in freier Natur machte die Fahrt zu einer Erfahrung, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Nach der Rückkehr zum Hafen ging es zunächst zurück zum Hotel. Dort blieb noch etwas Zeit zum Umziehen und für eine kurze Pause, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten.
Anschließend hieß es wieder Inselwechsel. Unser Flug führte uns von Faial weiter nach Terceira. Der Flug dauerte nur etwa 30 Minuten und verlief pünktlich und problemlos. Am Flughafen auf Terceira wurden wir bereits von unserer neuen Reiseleiterin Paula erwartet, die uns in den kommenden Tagen auf der Insel begleiten würde.
Gemeinsam ging es anschließend mit dem Bus zu unserem neuen Hotel, dem Terceira Mar Hotel. Da die Reisepässe bereits während der Fahrt eingesammelt worden waren, verlief der Check-in erfreulich schnell und unkompliziert.
Am Abend fanden sich diejenigen zusammen, die den Tag noch gemeinsam bei einem Essen ausklingen lassen wollten. Im Restaurant Elios konnten wir in gemütlicher Runde zusammensitzen und den ereignisreichen Tag Revue passieren lassen.
Landschaft, Geschichte und letzte Eindrücke
Nach dem Frühstück starteten wir zu unserer Inselrundfahrt über Terceira. Unser erster Halt führte uns zum Monte Brasil, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Umgebung genießen konnten.
Anschließend ging es weiter zu einem Fotostopp, bei dem wir unter anderem eine Stierkampfarena und die für die Azoren typischen Stiere sehen konnten. Während der Fahrt erzählte uns Paula mehr über die besondere Tradition des Stierkampfs auf Terceira. Der klassische Stierkampf, wie man ihn beispielsweise aus Spanien kennt, wird auf den Azoren nicht in dieser Form durchgeführt. Stattdessen gibt es hier eigene traditionelle Formen, die bis heute Bestandteil der Inselkultur sind.
Danach legten wir einen kurzen Fotostopp mit Blick auf die sogenannte Ziegeninsel ein. Dabei erfuhren wir mehr über ihre vulkanische Entstehung und die Geschichte der Region. Auch das schwere Erdbeben von 1980, das auf Terceira große Schäden verursachte, war ein Thema während unserer Fahrt.
Ein weiterer kurzer Halt bot Gelegenheit für einen Kaffee oder eine kleine Pause. Gleichzeitig erfuhren wir mehr über die landwirtschaftliche Nutzung der Insel. Durch das milde Klima gedeihen hier unter anderem Bananen und Mais besonders gut.
Weiter ging es durch die abwechslungsreiche Landschaft Terceiras. Immer wieder boten sich schöne Fotomotive aus grünen Weiden, vulkanisch geprägten Landschaften und dem tiefblauen Atlantik. Besonders auffällig waren die farbenfrohen Felder, die sich wie ein großes Patchwork über die Landschaft zogen.
Anschließend erreichten wir Praia da Vitória und fuhren weiter hinunter zum Hafen. Dort blieb ausreichend Zeit für eine Mittagspause und eigene Erkundungen. Wer wollte, konnte sich etwas zu essen besorgen, einen Spaziergang am Wasser unternehmen oder einfach die freie Zeit genießen.
Leider mussten wir unser weiteres Programm für diesen Tag anschließend vorzeitig beenden, da es unserer Reiseleiterin nicht gut ging. Das war natürlich etwas ärgerlich, ließ sich aber nicht ändern. Schließlich kann so etwas auch auf einer Reise passieren. Das noch ausstehende Programm sollte dafür am nächsten Tag nachgeholt werden.
Der Nachmittag stand somit zur freien Verfügung. Bei dem schönen Wetter bot sich die Gelegenheit, den restlichen Tag ganz entspannt zu verbringen, ob am Pool, am Meer oder bei eigenen Erkundungen.
Am Abend fanden sich wieder einige aus der Gruppe zusammen, die den Tag gerne gemeinsam ausklingen lassen wollten. Bei Marinas Grill verbrachten wir einen sehr schönen und vor allem ausgesprochen geselligen Abend. Es wurde viel gelacht, gut gegessen und sich über die bisherigen Erlebnisse ausgetauscht. Ein rundum schöner Abschluss für den Tag.
Stadtrundgang, Algar do Carvão und Weinverkostung auf Terceira
Der zehnte Reisetag musste aufgrund des weiterhin wechselhaften Wetters etwas anders als ursprünglich vorgesehen gestaltet werden. Da sich Paula leider noch nicht besser fühlte, bekamen wir für den Vormittag eine andere sehr nette Reiseleiterin an die Seite gestellt, die uns durch Angra do Heroísmo führte.
Da die Führung auf Englisch stattfand, übernahm ich die Übersetzung für die Gruppe. Bei der Fülle an Informationen konnte dabei natürlich schon einmal ein Detail untergehen. Wenn jemand aus der Gruppe noch einen Hinweis oder eine Ergänzung hatte, wurde dieser kurz weitergegeben. So konnten wir gemeinsam sicherstellen, dass möglichst nichts Wichtiges verloren ging. Teamwork makes the dream work.
Unser Rundgang begann am Rathaus von Angra do Heroísmo und führte durch die historische Altstadt. Dabei kamen wir unter anderem durch den Jardim Duque da Terceira, eine der schönsten Grünanlagen der Stadt. Hier steht auch ein Denkmal für den portugiesischen Schriftsteller und Politiker Almeida Garrett. Anschließend ging es weiter zum Teatro Angrense und durch die historischen Straßen der Stadt.
Natürlich durfte auch ein Besuch der beeindruckenden Kathedrale des Heiligen Erlösers nicht fehlen. Die historische Innenstadt von Angra do Heroísmo zeigte sich dabei trotz des Wetters von ihrer besonderen Seite.
Der Regen begleitete uns allerdings auch während des Rundgangs. So kamen wir zwar nicht ganz trocken, aber mit vielen neuen Eindrücken zurück.
Gegen Mittag endete die Stadtführung und anschließend konnte jeder den weiteren Vormittag individuell gestalten.
Am frühen Nachmittag wurde dann das Programm nachgeholt, das am Vortag aufgrund des gesundheitlichen Befindens unserer Reiseleiterin leider ausfallen musste. Für diesen Teil des Tages wurden wir von einer neuen deutschsprachigen Reiseleiterin begleitet, sodass wir die weiteren Programmpunkte wieder ganz entspannt auf Deutsch erleben konnten.
Unser erster Höhepunkt am Nachmittag war der berühmte Algar do Carvão, einer der außergewöhnlichsten Vulkanschlote der Azoren. Über angelegte Treppen konnten wir tief in das Innere des ehemaligen Vulkans hinabsteigen. Rund 338 Stufen führen dabei bis zu etwa 90 Meter unter die Erdoberfläche. Ein durchaus beeindruckender Abstieg, der uns mitten hinein in die vulkanische Geschichte Terceiras führte.
Unten angekommen, eröffnete sich eine ganz besondere Landschaft. Im Inneren des Vulkanschlotes haben sich durch Wasser und die vulkanischen Gesteine faszinierende Strukturen gebildet. Besonders eindrucksvoll ist der Blick hinauf zum Kraterschlot, durch den Tageslicht und Vegetation bis tief in den Vulkankegel hineinreichen. Auch ein kleiner See befindet sich im Inneren des Algar do Carvão. Es war spannend zu erleben, wie anders die Welt nur wenige Meter unter der Erdoberfläche wirken kann.
Nach diesem besonderen Einblick in das Innere der Insel führte unsere Fahrt weiter nach Biscoitos. Dort besuchten wir das Museu do Vinho dos Biscoitos, wo eine kleine Weinverkostung auf uns wartete. Wir probierten zwei unterschiedliche Weine, einen Weißwein und einen Dessertwein, und konnten dabei einen weiteren Einblick in die regionale Weintradition der Azoren gewinnen.
Anschließend legten wir noch einen kurzen Halt an der Badestelle von Biscoitos ein. Die natürlichen Meerwasserbecken liegen zwischen den markanten schwarzen Lavagesteinen und boten noch einmal einen schönen Blick auf die Atlantikküste. Zum Baden reichte es diesmal zwar nicht, aber wir konnten uns kurz die Beine vertreten, die besondere Landschaft genießen und wer wollte, noch das eine oder andere kleine Souvenir entdecken.
Auf der Rückfahrt entdeckten wir entlang der Strecke zahlreiche kleine Heiliggeist-Kapellen, die typisch für die azoreanische Kulturlandschaft sind. Am späten Nachmittag erreichten wir wieder unser Hotel.
Damit konnten wir trotz des etwas anderen Ablaufs noch einmal einen abwechslungsreichen Tag erleben. Von der historischen Altstadt über das faszinierende Innere eines Vulkans bis hin zum regionalen Wein und der rauen Atlantikküste war auch der letzte volle Tag auf Terceira noch einmal voller besonderer Eindrücke.
Abschied von den Azoren
Am letzten Reisetag hieß es noch einmal sehr früh aufstehen. Das Frühstück fiel dabei eher in die Kategorie „klein, aber fein“. Das Hotel hatte am frühen Morgen nur eine überschaubare Auswahl vorbereitet. Ein Kaffee oder Tee, etwas Gebäck und ein paar kleine Snacks mussten für den Start in den Tag genügen. Für ein großes Frühstück war es ohnehin noch etwas früh und schließlich wartete bereits die Rückreise auf uns.
Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Flughafen. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Flughafen von Terceira und hatten dort noch etwas Zeit, bevor es schließlich Richtung Heimat ging. Die letzten Formalitäten verliefen problemlos und wenig später hieß es Abschied nehmen von Terceira und damit auch von den Azoren.
Der erste Rückflug führte uns nach Lissabon. Dort angekommen, trennte sich unsere Reisegruppe wieder. Während einige Gäste ihren Weiterflug nach Frankfurt antraten, ging es für andere weiter nach Hamburg oder Berlin. Damit machte sich jeder auf seinen individuellen Heimweg.
Hinter uns lagen elf abwechslungsreiche Tage mit beeindruckenden Vulkanlandschaften, grünen Kraterseen, der rauen Atlantikküste, Delfinen, Wein- und Teeanbau, regionalen Spezialitäten und natürlich einigen für die Azoren typischen Wetterüberraschungen. Nicht jeder Tag lief ganz nach Plan, doch gerade die kleinen Änderungen und spontanen Lösungen gehören manchmal zu einer Reise dazu.
Am Ende bleiben vor allem die vielen gemeinsamen Erlebnisse und besonderen Eindrücke von São Miguel, Faial, Pico und Terceira. Eine Reise durch eine faszinierende Inselwelt, die sicherlich bei dem einen oder anderen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Nach elf erlebnisreichen Tagen hieß es Abschied nehmen von den Azoren. Die Reise bot eine schöne Mischung aus Natur, Kultur, Genuss und gemeinsamen Momenten. Mit vielen besonderen Erinnerungen im Gepäck ging es schließlich zurück nach Hause.
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