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Azoren–Magie: Vulkanwelten, 6 Inseln und unvergessliche Momente im Atlantik

Reisebericht: 11.07. – 25.07.2026

15 Tage raue Atlantik-Vulkanlandschaft, Delfine, Wale, historische Gassen Angras, tosende Brandungspools und leuchtende Hortensien. Ein echtes Inseljuwel, das tief prägt.

Kathrin Becker

Ein Reisebericht von
Kathrin Becker

Tasting in der Adega A Buraca – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Unser Tourboot für die Delfin- und Wal Beobachtungstour – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Quinta dos Mistérios_Frühstücksraum – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Quinta dos Mistérios – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Quinta dos Mistérios – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Entspannte Kühe am Rande des Wanderwegs – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Flores Rocha dos Bordões – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Blick vom Kraterrand hinein in die Caldeira mit dem Lago Lagoa do Caldeirão – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Umrundung von Flores mit dem Zodiac-Schlauchboot – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Botanischer Garten Angra do Heroismo – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL) Bucht im Nordwesten der Insel Graciosa – © Kathrin Becker (Eberhardt TRAVEL)

Zehn Reisende, ein Ozean und der erste Zauber der Azoren

Vier Uhr morgens am Flughafen Berlin. Die Nacht war für alle kurz. Fünf Gäste stehen vor mir. Noch sind wir Fremde, doch die Vorfreude liegt bereits spürbar in der Luft.
Nächster Halt ist Lissabon. Hier stößt der Rest unserer Gruppe aus Frankfurt und München dazu. Jetzt sind wir komplett. Zehn Menschen, ein gemeinsames Ziel. Vor uns liegt allerdings eine zähe Wartezeit bis zum Weiterflug auf die Insel Pico. Die Müdigkeit hängt schwer in den Knochen der Gruppe, aber der Tag ist zu schade zum Warten. Ich schlage vor in die Stadt zu fahren. Zwei Mutige lassen sich anstecken. Wir steigen in die U-Bahn und nur drei Stationen später sind wir an der Uferpromenade des Tejos. Plötzlich riecht die Luft nach Salz und Weite. Wir schlendern am Wasser entlang, saugen die Wärme auf, trinken einen herrlich starken Espresso und schauen uns die Produkte auf einem Bauernmarkt der Einheimischen an. Der Rest der Gruppe schont währenddessen die Kräfte im Terminal.
Am Spätnachmittag heben wir endlich ab in Richtung Atlantik. Und dann, mitten im Sinkflug, durchbricht er die Wolkendecke: Der Mount Pico. Er sieht majestätisch aus. Der höchste Berg Portugals ragt wie ein schwarzer Gigant aus dem Ozean in den tiefblauen Himmel. Handys werden an die Fenster gepresst. Ein magischer Moment, der die Müdigkeit mit einem Schlag verfliegen lässt.
Am Flughafen nimmt uns Christina in Empfang. Sie wird uns die nächsten Tage begleiten. Seit dreißig Jahren ist die Inselwelt der Azoren ihr Zuhause.
Wir beziehen unsere Zimmer im Hotel Caravelas und gehen danach zu Fuß ins Restaurant Arruda. Ein kleines, tief in der Nachbarschaft verwurzeltes Lokalschmuckstück. Genau der richtige Ort für unser Willkommensabendessen. Authentische azorianische Küche trifft auf ehrliche Gastfreundschaft. Während wir die heimischen Spezialitäten genießen, fängt Christina an zu erzählen. Sie nimmt uns mit in ihre Welt, berichtet von ihrem Leben auf der Insel und wie die Azoren vor dreißig Jahren zu ihrer Heimat wurden. Wir hören alle gespannt zu, fasziniert von ihren Geschichten und ihrer Leidenschaft für dieses Stück Erde. Wir stellen uns gegenseitig vor, der erste Schritt auf einer Reise, die uns in den nächsten Tagen als Gruppe einander näher zusammenbringen wird.
Spät, müde, aber voller Bilder im Kopf fallen wir schließlich in die Betten. Der Atlantik rauscht draußen vor dem Fenster und unser Abenteuer hat gerade erst begonnen.
Voller neuer Eindrücke fallen wir müde ins Bett und freuen uns auf die kommenden Tage.

Zwischen Lava, Drachenbäumen und erzitternder Erde

Nach dem Frühstück schnüren wir die Wanderschuhe. Pico ruft und zeigt uns heute seine spektakulärste Seite.
Unser Weg führt uns mitten durch die berühmten Weingärten der Insel. Seit 2004 gehört diese einzigartige Kulturlandschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein faszinierendes Labyrinth aus schwarzem Gestein breitet sich vor uns aus. In unzähligen winzigen Parzellen wachsen die Reben am Boden, schützend eingerahmt von Lavasteinmauern. Christina erklärt uns das Geheimnis, die dunklen Steine speichern die Wärme der Sonne und schützen die zarten Pflänzchen vor den rauen Atlantikwinden und der salzigen Meeresgischt. Ein Meisterwerk menschlicher Anpassung an die Natur.
Weiter geht es nach Madalena ins Weinmuseum. Doch nicht nur der Wein fasziniert uns hier. Im Garten ragen gigantische, uralte Drachenbäume in den Himmel. Mit ihren mächtigen Kronen und den seltsam verzweigten Ästen wirken sie wie Wesen aus einer längst vergessenen Zeit. Ein fantastisches Fotomotiv.
Zum Mittagessen kehren wir im Restaurant O Luísa ein. Schon wieder verwöhnt uns die azorianische Küche. Regionale Köstlichkeiten füllen den Tisch und als Krönung wartet ein himmlischer Hauskuchen auf uns. Süß, saftig und unwiderstehlich.
Gestärkt und mit vollen Bäuchen folgen wir der Panoramastraße an die Nordküste. Der Blick schweift über den blauen Ozean hinüber zur Nachbarinsel São Jorge, die steil aus dem Wasser ragt. Wir wandern auf einem alten Küstenweg über tiefschwarzes, erstarrtes Lavagestein. Christina erzählt Geschichten von Vulkanausbrüchen und dem harten Leben der Insulaner. Das Branden der Wellen, der Wind, die karge Schönheit, die Natur zieht uns vollkommen in ihren Bann.
Zum Abschluss des Tages wartet ein echter Nervenkitzel im Vulkanmuseum auf uns. Zuerst reisen wir in einer futuristischen Rundkapsel bildlich bis zum Mittelpunkt der Erde. Dann geht es auf die Erdbeben-Plattform. Die meisten von uns trauen sich. Die Erde unter unseren Füßen beginnt zu schwanken, erst ein Beben der Stärke 5,2, dann gewaltige 7,2 auf der Richterskala. Ein Gefühl, das unter die Haut geht und uns hautnah spüren lässt, auf welch feurigem Grund diese Inseln erbaut sind.
Voller neuer Eindrücke, Staunen und Respekt vor der Kraft der Natur lassen wir diesen Tag ausklingen.
Nach diesem feurigen Erlebnis machen wir Halt im traditionellen Weingut Adega a Buraca. Hier probieren wir lokale Weine, hochprozentige Schnäpse und süße Liköre. Dazu gibt es azorianische Wurst und feinen lokalen Käse.
Anschließend spazieren wir durch Lajido do Cachorro. Die Gischt peitscht gegen das schwarze Basaltgestein. Hier hat das Meer aus der erstarrten Lava bizarre Formationen geformt. Bögen, Tunnel und Felsspalten durch die das Ozeanwasser getost kommt. Der berühmte „Hundekopf“ aus schwarzem Stein ragt stolz aus den Wellen hervor. Ein spektakuläres Naturschauspiel, das zeigt, wer auf dieser Insel das Sagen hat: die Naturgewalten.
Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück im Hotel. Der Magen ist voll und das Abendessen lassen wir heute glatt ausfallen. Stattdessen hat jeder Zeit für sich, um Madalena auf eigene Faust im warmen Abendlicht zu erkunden.

Auf den Spuren von Walen, Delfinen und Vulkanen auf Pico

Der dritte Tag unserer Reise führt uns tief in das Herz des azurblauen Atlantiks und an die wilden Küsten von Pico. Es wird ein Tag voller Kontraste, in dem die Urgewalt des Ozeans und die geologische Monumentalität der Insel Hand in Hand gehen.
Unsere Fahrt führt uns an die Küste von Lajes do Pico. Der Ort gilt weltweit als eine der absolut besten Adressen, um Meeressäuger in ihrem natürlichen Element zu erleben. Hier, wo einst die Harpunen das Leben bestimmten, regiert heute der achtsame Blick durch die Linse und das Staunen über die Freiheit der Tiere.
Wir gehen an Bord eines neuen, großen Bootes unseres Tourenveranstalters, das uns sicher hinaus auf den offenen Ozean bringt. Es dauert nicht lange, bis sich die ersten Begrüßer des Atlantiks zeigen. Zahlreiche dreifarbige Gemeine Delfine (Golfinho-comum) begleiten das Boot, umkreisen uns mit einer spielerischen Leichtigkeit und lassen die Gesichter der Gruppe strahlen.
Doch der Ozean hält noch Größeres für uns bereit. Kurz nach den Delfinen offenbaren sich die wahren Giganten der Tiefsee. Wir sichten gleich drei verschiedene Arten. Imposante Pottwale (Cachalote), Majestätische Grindwale (Baleia-pilote) und den seltenen Sowerby-Zweizahnwal (Baleia-de-bico-de-Sowerby).
Es sind die kleinen, unvergesslichen Details, die diesen Vormittag unbeschreiblich machen. Der erhabene Anblick der mächtigen Schwanzflosse eines abtauchenden Wales und das herzergreifende Bild eines Walkalbs, das ganz unbeschwert direkt neben unserem Boot schwimmt. Nach rund drei Stunden auf dem Wasser kehren wir zum Hafen zurück. Im Rücken empfängt uns der imposante Berg Pico in seiner vollen, wolkenfreien Pracht. Ein Fotomotiv, das sofort die Handykameras aus allen Perspektiven klickend in Bewegung setzt.
Die Faszination des Vormittags hallt nach, als wir uns der historischen Dimension dieses Fleckchens Erde zuwenden. Ein Besuch im Walfangmuseum in Lajes do Pico öffnet uns die Augen für die schwere Arbeit, den Mut und die tiefe kulturelle Verbindung, die die Azorianer einst mit diesen Meeresriesen verband. Geschichte wird hier greifbar, bevor wir uns bei einem gemeinsamen Mittagessen in einem lokalen Restaurant stärken und uns über das Erlebte austauschen.
Gestärkt setzen wir unseren Weg fort und legen einen Stopp an einer historischen Walbeobachtungsstation auf dem Weg nach Calheta do Nesquim ein. Hier lauschen wir den Funksprüchen und Kommandos, die früher den Verlauf der Jagd bestimmten und heute Orientierung für die Walbeobachtungsboote geben.
In Calheta do Nesquim besuchen wir ein kleines Museum, in dem ein originales, historisches Walfangboot ruht. Ein stummer Zeuge einer vergangenen Epoche. Auf der anschließenden Rückfahrt verwandeln sich die Straßen in ein Postkartenmotiv. Kilometerlange, herrlich blühende Hortensienhecken säumen den Weg, während der Pico uns auf Schritt und Tritt begleitet und die Gruppe mit zahlreichen spontanen Fotostopps belohnt.
Wir lassen den Abend in einer gemütlichen Tapas-Bar im Ort Madalena ausklingen. Bei kulinarischen Highlights wie z.B. zartem Ceviche und perfekt zubereitetem Pulpo (Oktopus) sowie lokal angebauten Pico-Wein, kommen wir uns mit unseren Gesprächen als Reisegruppe immer näher und gründen eine WhatsApp Gruppe, um die schönsten Fotomotive auszutauschen.

Inselwechsel nach São Jorge und eine Zeitreise ins historische Landgut

Der vierte Tag unserer Reise hält einen reizvollen Kontrast bereit. Wir verabschieden uns von den vulkanischen Landschaften Picos und tauchen ein in den grünen, mystischen Charme der Nachbarinsel São Jorge.
Am Vormittag heißt es Abschied nehmen vom Fuße des Vulkans. Wir wechseln die Insel und gleiten mit der Fähre in rund 80 Minuten über den Atlantik nach Velas, dem Hauptort von São Jorge. Angekommen auf der Insel, nehmen wir uns knapp zwei Stunden Zeit, um den beschaulichen, gemütlichen Ort zu erkunden. Viele von uns kehren in ein charmantes Café vor Ort ein, um sich bei traditionellen Pastel de Nata sowie weiteren süßen Leckereien und einem exzellenten Kaffee zu stärken. Während ein Teil der Gruppe das Städtchen erkundet, wagen sich zwei Gäste gemeinsam mit Christina ins lokale Museum und kehren absolut begeistert von den dortigen Einblicken zurück.
Mit dem Bus fahren wir zu unserer Unterkunft. Was uns dort erwartet, sprengt den Rahmen eines gewöhnlichen Hotels. Die Quinta dos Misterios ist ein über 400 Jahre altes Landgut, das sich seit jeher ununterbrochen im Besitz derselben Familie befindet. Bis in den letzten Winkeln ist es mit sehr persönlichen, hochwertigen Gegenständen und Bildnissen der Familie eingerichtet, die über die Jahrhunderte hinweg ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Schon bei der Führung tauchen wir ein in Räume voller Seele, in denen wir diese familiären Schätze nicht nur bestaunen, sondern von uns ganz unmittelbar bewohnt und erlebt werden dürfen. So entsteht das magische Gefühl, hier nicht in einem klassischen Hotel eingecheckt zu haben, sondern zu Gast in einer faszinierenden Zwischenwelt zu sein. Halb lebendiges Museum, halb herrschaftliches Privathaus und vor allem eine Zeitreise, die uns ins Staunen versetzt.
Auch der Außenbereich ist geschmackvoll angelegt. Er ist geprägt von einer wundervollen Blütenpracht, eindrucksvollen Lilienbäumen, lauschigen Sitzgelegenheiten und einem Pool. Viele von uns nutzen diese wunderbare Atmosphäre sofort, um im Garten des Landgutes die Seele baumeln zu lassen.
Für das Abendessen müssen wir keine weiten Wege gehen, denn direkt nebenan erwartet uns bereits das Restaurant A Quinta. Ein langer, einladender Tisch ist für unsere Gruppe gedeckt. Fast alle von uns probieren den fantastischen Polpo (Oktopus). Wer ihn aus Deutschland meist nur in Form eines einzelnen Arms auf dem Teller kennt, staunt nicht schlecht, als hier der gesamte Oktopus großzügig und meisterhaft zubereitet serviert wird.
Bei diesem besonderen Essen vertiefen sich unsere Gespräche noch einmal spürbar. Obwohl wir alle ganz unterschiedliche Persönlichkeiten mitbringen, wird aus unserer Gruppe langsam eine echte Gemeinschaft.

Ein herrschaftliches Frühstück, atemberaubende Natur an der Caldeira und fangfrischem Lirio

Der neue Tag auf der Insel São Jorge beginnt mit einem kulinarischen und atmosphärischen Höhepunkt. Wir genießen ein herrliches Frühstück in unserem historischen Landhaus, bei dem die Tische liebevoll eingedeckt sind. Nichts an diesem Ort erinnert an ein steriles Hotel, vielmehr fühlt es sich an wie in einer charmanten Puppenstube. Die Besitzerin des Hauses begrüßt uns überaus herzlich und legt spürbaren Stolz darauf, dass alles frisch und mit viel Liebe zubereitet wird. Die Eier stammen direkt von den eigenen Hühnern, das Brot und der Joghurt sind selbstgemacht und auch der unglaublich geschmackvolle Kuchen entspringt der hauseigenen Küche. Wir schmausen in vollen Zügen, bevor wir in unser heutiges Naturabenteuer starten.
Heute entdecken wir die beeindruckende, ungezähmte Natur der langen und schmalen Insel. Nachdem Frühstück fahren wir mit dem Bus zum Hochplateau der Serra do Topo. Hier teilt sich unsere Gruppe für ein unvergessliches Wandererlebnis. Drei von uns wagen die längere Route von der Serra do Topo hinab zur Caldeira de Santo Cristo, bei der es sportliche 650 Höhenmeter bergab geht. Der Rest der Gruppe entscheidet sich für die kürzere, aber nicht minder eindrucksvolle Tour von der Fajã dos Cubres zur Caldeira. Auch hier schlängelt sich der Weg stetig bergauf und bergab entlang der Küste, immer direkt am Fuße der gewaltigen, grün bewachsenen Steilwände.
Schließlich treffen wir uns alle an der Caldeira de Santo Cristo wieder. Einem magischen Naturreservat mit einem geschützten, vorgelagerten See. Wir machen Rast, packen unser Picknick aus und genießen die absolute Ruhe dieses besonderen Ortes. Gut gestärkt treten wir gemeinsam den Rückweg nach Fajã dos Cubres an. Dort legen wir eine wohlverdiente Kaffeepause ein, bevor wir der historischen Kirche Santa Barbara einen Besuch abstatten.
Eingebettet in die grüne Küstenlandschaft besticht die kleine Kirche nicht nur durch ihre charmante, traditionelle Architektur, sondern vor allem durch ihre tiefe historische Bedeutung als eines der besterhaltenen und als Nationaldenkmal klassifizierten Gotteshäuser der Region. Ihr geschichtsträchtiger, im 18. Jahrhundert vollendeter Charakter mit seiner schlichten Außenfassade, die im Inneren atemberaubende barocke Kunstschätze wie aufwendige Holzschnitzereien und Azulejos verbirgt, lässt uns in vergangene Zeiten zurückblicken. Danach bringt uns der Bus zurück zu unserem Landhaus.
Am Abend zieht es uns kulinarisch wieder dorthin, wo wir uns bereits heimisch fühlen. Wir sind wiederholt zu Gast im benachbarten Restaurant A Quinta. Fast alle von uns bestellen den fangfrischen Lirio (Gelbschwanzmakrele bzw. Wreckfish), der hier auf den Tisch kommt. Dieser exquisite azoreanische Atlantikfisch zeichnet sich durch sein wunderbar zartes, saftiges Fleisch und einen feinen, edlen Geschmack aus, der die Frische des Meeres direkt auf den Teller bringt. Wir finden das einfach nur vorzüglich!
Nach diesem erfüllten Tag gehen wir heute etwas früher ins Bett. Der wohlverdiente Schlaf ist nötig, denn morgen müssen wir sehr früh aufstehen.

Von den Jesuiten–Gebäcken über das legendäre Peter's Café Sport in die vier Jahreszeiten nach Flores

Der nächste Tag unserer Reise bricht an, noch bevor die Sonne richtig aufgeht, und hält einen wahren Reigen an Kontrasten und legendären Stationen für uns bereit.
Wir verlassen das Landgut sehr früh am Morgen, ausgestattet mit gepackten Frühstücksboxen. Es geht zum Fährhafen nach Velas und nach einer kurzen Überfahrt über Madalena erreichen wir Horta auf der Insel Faial.
Dort angekommen machen wir einen gemütlichen Zwischenstopp in einem typischen Café und probieren das berühmte lokale Gebäck der Insel. Confeitaria der Jesuiten, bekannt als Pastel de Jesuitas. Dieses traditionelle Blätterteiggebäck, gefüllt mit einer süßen Eicreme und überzogen mit einer charakteristischen, zuckersüßen Glasur, wird nach jahrhundertealten Rezepten gebacken. Es ist eine wahre Kalorienbombe, deren feine Süße und knusprige Konsistenz perfekt mit unserem Morgenkaffee harmonieren.
Im Anschluss erkunden wir die geschichtsträchtige Stadt und besuchen das Museu da Horta. Christina gibt uns hier wieder einen tiefen, verständnisvollen Einblick in die faszinierende Inselgeschichte und das harte, aber ereignisreiche Leben der Menschen vergangener Zeiten. Wir erfahren, wie Horta einst durch die Telegrafengesellschaften zu einem globalen Knotenpunkt beim ersten Verlegen der transatlantischen Überseekabel wurde. Danach gehen wir zur Uferpromenade und bestaunen die zahllosen, farbenfrohen Malereien und Graffitis, die Segler aus aller Welt im Hafen hinterlassen haben, um sich hier zu verewigen.
Bevor es uns zum Flughafen zieht, steht noch ein absolutes Muss auf dem Programm. Ein Stopp im weltberühmten Peter’s Café Sport direkt am Hafen, das längst eine internationale Legende und Institution der Insel ist. Wir stoßen gemeinsam an und probieren alle den legendären hauseigenen Gin Tonic. Er schmeckt unglaublich frisch, leicht und köstlich. Eine echte Erfrischung mitten in der maritimen Seefahreratmosphäre. Nach einem kurzen Shoppingbummel durch die Hafenstraßen machen wir uns auf den Weg zum Flughafen.
Auf dem Weg erleben wir ein echtes azoreanisches Naturschauspiel. Schlagartig ändert sich das Wetter und wir werden innerhalb kürzester Zeit Zeuge, wie schnell sich das Wetter auf den Azoren verändern kann. Im Regen verlassen wir die Insel und fliegen weiter zu unserem nächsten Ziel, der wilden, grünen Insel Flores. Im Hotel Ocean Cliff angekommen, das uns mit einer absolut herrlichen Aussicht direkt auf das offene Meer und spektakuläre Klippenformationen empfängt, ruhen wir uns nach dem ereignisreichen Tag kurz aus.
Am frühen Abend machen wir einen kurzen Spaziergang entlang der rauen Küste, der uns zum Restaurant unseres heutigen Abends führt. Dort essen wir eine azorianische Fischsuppe, die mit frischen Fängen des Tages, aromatischen Kräutern und Gewürzen zubereitet wird.

Im Reich der Wasserfälle und Kraterseen: Die große Entdeckertour über Flores

Auf unserer heutigen Tagestour durchqueren wir die beeindruckende Naturvielfalt der Insel Flores, die uns mit tiefblauen Seen, steilen Klippen und tiefgrünen Tälern in ihren Bann zieht.
Unser Weg führt uns zunächst zum Aussichtspunkt Ribeira da Cruz, von dem aus sich ein herrlicher, weitreichender Blick über die üppige, unberührte Landschaft der Insel eröffnet. Anschließend reisen wir weiter zu den malerischen Kraterseen Lomba, Funda und Rasa. Im Herzen der Insel gelegen, spiegeln sie die Weite des Himmels wider und zählen zweifellos zu den absoluten landschaftlichen Höhepunkten von Flores.
Danach steuern wir den Westen der Insel an: Fajãzinha und Ponta da Fajã Grande. Wenn wir hier an der Steilküste stehen und nach Westen blicken, überkommt uns ein fast mythisches Gefühl: Als geografisch westlichste Punkte Europas markieren sie einen Ort, an dem für Seefahrer vergangener Jahrhunderte am Rand der bekannten Welt das schier unendliche Meer begann. Auf dem Weg dorthin erleben wir hautnah, dass hier die Uhren noch ganz anders ticken. Wir treffen auf eine Bäuerin mit ihrer Kuhherde, hinter der wir mit dem Auto eine ganze Weile gemütlich hinterherfahren – ein entschleunigter Moment.
Angekommen besuchen wir das atemberaubende Naturjuwel Poço da Alagoinha, ein versteckter magischer Ort, an dem sich Dutzende von Wasserfällen spektakulär über eine riesige, moosbewachsene Felswand in einen tiefblauen See ergießen.
Der absolute Höhepunkt des Tages ist die kurze, aber eindrucksvolle Wanderung zu den berühmten Wasserfällen des Poço Ribeira do Ferreiro. Diese führt uns über einen schmalen, moosbewachsenen Pfad durch eine märchenhafte Dschungellandschaft, bis sich vor unseren staunenden Augen das gewaltige Amphitheater aus steilen Felsen öffnet, von dem Dutzende sprudelnde Wasserfälle herabzustoßen scheinen. Im Anschluss besichtigen wir eines der bekanntesten Naturdenkmäler der gesamten Azoren. Die Rocha dos Bordões ist eine imposante Felsformation aus bizarr geformten, perfekten Basaltsäulen, die wie eine riesige Orgel aus der Erde ragen.
Auf dem Rückweg nach Santa Cruz legen wir schließlich noch einen letzten Stopp am Aussichtspunkt Caveira Belvedere ein. Am späten Nachmittag belohnt uns dieser Ort noch einmal mit einem weiten Blick über die sanften, grünen Hänge und die unendliche Weite. Dieser Tag steckte voller Naturjuwele. Wir sind alle restlos begeistert von der wilden Schönheit und intensiven Magie dieser Insel.

Im Herzen des Vulkans: Abenteuer auf der Insel Corvo und Zodiac–Fahrt durch Meereshöhlen

Nachdem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum kleinen Hafen von Santa Cruz do Flores und besteigen dort ein Zodiac-Schlauchboot. Unser heutiges Ziel ist Corvo, die kleinste und zugleich westlichste Insel des gesamten Azoren-Archipels. Die Bootsfahrt über den ruhigen Atlantik ist einfach wunderbar. Das Wasser schimmert in einem tiefen, klaren Blau und wie zur Begrüßung werden wir auf der Überfahrt von verspielten Delfinen begleitet.
Auf der nur knapp 17 Quadratkilometer großen Insel angekommen, führt uns der Weg direkt hinauf zum Kraterrand. Bei bester Sicht blicken wir tief hinein in die mächtige Caldeira mit dem Lagoa do Caldeirão, dem zentralen und einzigen See der Insel. Da das Wetter hervorragend mitspielt, entschließen wir uns zum Abstieg in den Krater, um uns auf eine unvergessliche Wanderung rund um das Gewässer zu begeben.
Dieser Ort strahlt eine fast magische, urzeitliche Atmosphäre aus. An den steilen Kraterwänden blühen prachtvolle Hortensien, während friedlich weidende Kühe und Schafe das Bild prägen. Die Wanderung um den Kratersee ist rund 7 Kilometer lang und verlangt uns auf weichen, teils feuchten Pfaden einiges ab. Der Rundweg verläuft auf einem unebenen, oft sumpfigen Untergrund, der Trittsicherheit erfordert. Die Wände des erloschenen Vulkankraters ragen fast 300 Meter steil nach oben, wodurch ein ganz eigenes Mikroökosystem entsteht, in dem sich Feuchtigkeit und Wolken oft rasch sammeln und auflösen.
Genau das erleben auch wir. Zwischendurch ziehen tiefe Wolken auf, sodass feiner Sprühnebel in der Luft steht. Doch nach der halben Umrundung klart es wieder auf und wir genießen beim anschließenden Aufstieg wunderschöne Ausblicke. Der letzte steile Part zurück zum Kraterrand ist bei der tropischen Luftfeuchtigkeit zwar schweißtreibend, aber für diese außergewöhnliche Wanderung hat sich jede Anstrengung gelohnt.
Im Anschluss entspannen wir bei einem erfrischenden Getränk im einzigen Ort der Insel, Vila Nova do Corvo. Einige aus der Gruppe nutzen die Zeit sogar, um die wunderschöne lokale Badestelle aufzusuchen und sich im Atlantik abzukühlen.
Danach geht es wieder zurück an Bord unseres Zodiacs. Auf der Rückfahrt nach Flores setzt unser Bootsführer noch ein echtes Highlight. Er steuert das Boot ganz nah an die wild zerklüftete Küste heran. Wir fahren direkt in tiefe Meereshöhlen hinein, bestaunen tosende Wasserfälle, die direkt ins Meer stürzen und bewundern bizarre, vom Ozean ausgewaschene Felsformationen sowie Basaltbögen. Wir staunen fassungslos über diese rohe, maritime Schönheit und den wagemutigen Slalomkurs unseres Skippers durch die Höhlen.
Den Abend lassen wir gemeinsam in der Stadt in einem Fischrestaurant ausklingen. Der Mann der Eigentümerin ist Fischer, sodass auch heute Abend der frische Catch of the Day direkt vom Kutter auf unseren Tellern landet. Ein köstlicher Abschluss dieses ereignisreichen Tages.

Vom Flug nach Terceira, dem süßen Geheimnis von Angra und einer geschmorten Tradition auf historischem Gut

Nach unserem Frühstück werden wir zum nahegelegenen Flughafen von Flores gebracht und fliegen weiter auf die rund 350 Kilometer östlich gelegene Insel Terceira. Mit dem Bus geht es direkt vom Norden, wo der Flughafen Lajes liegt, in den geschichtsträchtigen Süden der Insel nach Angra do Heroísmo. Seit 1983 gehört diese Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird unser Aufenthalt für die kommenden Tage sein. Im Hotel angekommen, stellen wir kurz die Koffer ab und spazieren gemeinsam in die Stadt zu einem gemütlichen Café.
Dort probieren wir das traditionelle Gebäck der Insel: die berühmten Queijadas Dona Amélia. Diese kleinen, runden Törtchen sind nach Königin Amélia benannt, die Terceira im Jahr 1901 besuchte. Sie bestechen durch eine feine Mischung aus Zimt, Zitronenschale, Honig, Rosinen und einem Hauch Maismehl, was ihnen eine wunderbar mürbe Konsistenz und einen unverwechselbar würzig-süßen Geschmack verleiht.
Nach dieser kleinen Stärkung steht individuelle Freizeit auf dem Programm. Die meisten von uns nutzen die Zeit für einen gemütlichen Bummel durch die malerischen Gassen, stöbern in den kleinen Souvenirgeschäften oder besuchen den wunderschönen, terrassierten botanischen Garten (Jardim Duque da Terceira). Ein absolutes Highlight ist der Aufstieg zum Alto da Memória mit seinem markanten Obelisken. Von hier oben aus hat man einen herrlichen Panoramablick über die bunt getupften Häuserdächer von Angra und den blauen Atlantik im Hintergrund.
Am Abend erwartet uns ein kulinarisches und atmosphärisches Meisterwerk. Wir sind zu Gast auf der Quinta do Martelo, einem uralten Landgut, das wie ein lebendiges Freilichtmuseum gestaltet ist und die traditionelle Kultur Terceiras bewahrt. Hier genießen wir eine mehrfach ausgezeichnete portugiesische Küche in einem rustikalen, geschichtsträchtigen Ambiente.
Das absolute Herzstück des Abends ist das traditionelle Hauptgericht Alcatra, ein zartes Rinderfleisch, das traditionell über viele Stunden in einem speziellen, unglasierten Tontopf (alcatireira) im Ofen geschmort wird. Durch die Zugabe von rotem Wein, Speck, Knoblauch, Gewürzen und Piment entsteht eine ungemein aromatische, tiefe Bratensoße. Ganz nach Inselbrauch wird diese Soße am Ende traditionell mit Stücken von frischem, eingetunktem Brot aufgesogen. Ein bodenständiges sowie herzhaftes Essen, das perfekt zu diesem urigen Ort passt.

Stadtrundgang in Angra do Heroísmo: Perfektes Deutsch, Theater–Magie und riesiger Thunfisch

Nach dem Frühstück treffen wir uns in der Hotelobby, wo sich unsere neue Reiseleiterin Marisa bei uns vorstellt. Ihr zweiter Satz lautet: „Ich spreche nicht so gut Deutsch, bitte korrigieren Sie mich.“ Das können wir kaum glauben, denn ihr Deutsch klingt fast perfekt, und sogar den Genitiv beherrscht sie besser als so manch anderer von uns.
Wir spazieren mit ihr durch die historische Stadt, welche nach dem schweren Erdbeben von 1980 mit bewundernswerter Hingabe originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Die Straßen, Gassen und farbenfrohen Häuser strahlen heute wieder in einem fantastischen Glanz und zeugen von der Willenskraft ihrer Bewohner. Marisa führt uns unter anderem zu prächtigen Kirchen, historischen Plätzen und an die malerische Bucht von Angra. Diese Bucht bot einst den Karavellen (Segelschiffe) sicheren Unterschlupf, während die zentrale Lage der Inselgruppe der Azoren mitten im Atlantik einst von unschätzbarer, strategischer Bedeutung für den Welthandel war.
Ein Höhepunkt unseres Rundgangs ist das wunderschöne, hervorragend erhaltene Stadttheater (Teatro Angrense). Wir dürfen sogar auf die Bühne treten, wo einige von uns sofort ihre künstlerische Ader entdecken und ein paar humorvolle Posen einnehmen. Wir sind ganz verzaubert von dem nostalgischen Flair und der intimen Eleganz dieses Hauses.
Gegen 12:00 Uhr verabschiedet sich Marisa von uns und wir nutzen die anschließende Freizeit ganz unterschiedlich für eigene Erkundungen oder einen gemütlichen Kaffee.
Am Abend verabreden wir uns zum gemeinsamen Essen im beliebten Restaurant Tasca das Tias. Hier bestellen fast alle den vorzüglichen Thunfisch, der uns in einer riesigen, saftigen Portion auf dem Teller serviert wird. Glücklich und kulinarisch mehr als zufrieden endet somit ein weiterer rundum gelungener Tag.

Vulkanwunder, Patchwork–Täler und ein Traumhaus: Die große Inselrundfahrt auf Terceira

Heute lernen wir Terceira auf einer ganztägigen Rundfahrt von ihrer facettenreichsten Seite kennen. Wir starten mit dem Bus direkt nach dem Frühstück und fahren zunächst zum Monte Brasil, dem erloschenen Vulkankrater direkt vor den Toren der Stadt. Von oben genießen wir einen fantastischen Panoramablick auf die bunten Dächer von Angra und hinüber zu den höchsten Bergen der Insel Terceira. Auf der Weiterfahrt legen wir einen kurzen Stopp an einem kleinen Markt ein, wo wir vor allem den frisch gefangenen Fisch aus nächster Nähe bestaunen. Vorbei an unzähligen, sattgrünen Viehweiden bringt uns der Bus schließlich hinauf auf den Bergrücken der Serra do Cume. Von dort aus haben wir einen atemberaubenden, fast surrealen Blick hinein in die riesige Vulkancaldeira, die sich unter uns wie ein riesiger, farbenfroher Flickenteppich aus Steinmauern und Weiden ausbreitet.
Als wir an unserer Mittagslocation ankommen, ahnen wir noch nicht, was sich hinter den unscheinbaren Mauern verbirgt. Ein unglaublich geschmackvoll eingerichtetes Privathaus mit einem traumhaften Blick auf die vorgelagerten Ziegeninseln (Ilhéus das Cabras). Wir fühlen uns hier auf Anhieb so wohl, dass sich jeder von uns mühelos vorstellen könnte, hier mehrere Tage zu verbringen. Da dies jedoch kein Hotel ist, ertappt sich so manch einer dabei, von diesem Ort als eigenem Ferienhaus zu träumen. Es wirkt fast, als sei es direkt dem Hochglanzkatalog einer renommierten Wohnzeitschrift entsprungen und wir beneiden den Besitzer insgeheim ein wenig um dieses Paradies.
Gestärkt besuchen wir am Nachmittag den beeindruckenden Algar do Carvão, einen der spektakulärsten Vulkanschlote der Welt. Wir steigen tief hinab in das Innere eines erloschenen Vulkans. Zu entdecken sind riesige, gewölbte Höhlen aus kohlrabenschwarzem Lavagestein, beeindruckende Stalaktiten aus Kieselsäure, die grün von Moosen und Farnen schimmern, sowie ein geheimnisvoller, kristallklarer Grundwassersee am Boden des Schlots. Diese gigantische unterirdische Kathedrale bietet uns unvergleichliche, hautnahe Einblicke in die rohen vulkanischen Kräfte, die die Azoren geformt haben.
Direkt im Anschluss führt uns der Weg weiter zum historischen Besuch der Kirche von São Sebastião. Wir betreten dieses ehrwürdige Gotteshaus, das zu den ältesten und architektonisch faszinierenden sakralen Bauten der Insel gehört.
Danach führt uns unsere Route weiter nach Biscoitos, einem Küstenort im Norden, der im ganzen Archipel für seine spektakulären, in den schwarzen Basaltstein eingelassenen Meerwasser-Schwimmbecken bekannt ist. Die Wellen des Atlantiks brechen tosend an den Klippen, während das Wasser in den natürlichen Pools ruhig und glitzernd zum Verweilen einlädt.
Am späten Nachmittag kehren wir schließlich in unser Hotel zurück, voller neuer Eindrücke von dieser kontrastreichen Insel. Zum gemeinsamen Abendessen treffen wir uns dann im Restaurant Fumeiro de São João, wo wir den Tag ausklingen lassen.

Graciosa – Die kleine Caldeirinha, Insel–Panoramas und eine kulinarische Überraschung im authentischen O Chef's

Heute geht es nach dem Frühstück mit dem Flieger weiter auf die Insel Graciosa. Mit dabei ist Paula, unsere neue deutschsprachige Reiseführerin. Sie ist auf Terceira geboren, hat in Lissabon Germanistik studiert und einige Jahre in Deutschland gelebt. Mit ihr gemeinsam besteigen wir eine winzig kleine Propellermaschine und fliegen circa 20 Minuten hinüber zur Insel Graciosa, wo uns bei der Ankunft ein kurzer, aber kräftiger Schauer erwartet.
Graciosa ist die zweitkleinste Insel der Azoren. Auf der Insel wurden viele naturwissenschaftliche Experimente zum Artenschutz und zum Umgang mit natürlichen Ressourcen durchgeführt. Bei einer kleinen Rundfahrt lernen wir die Insel kennen. Erster Stopp bei der Rundfahrt ist die Badestelle Barro Vermelho. Hier wollen einige schon bleiben und den gemütlichen Augenblick am Atlantik genießen. Weiter geht's... Wir fahren zum Aussichtspunkt Monte da Ajuda, von wo aus wir einen wunderbaren Ausblick über die Insel und auf unser Hotel haben.
Wir fahren zum Leuchtturm Ponta da Barca und knipsen Hochglanzfotos von dieser Naturkulisse. Ein Felsen sieht sogar aus wie ein Wal! Weiter geht es an der Westküste entlang, welche wir heute erkunden. Dazu gehört auch die kleine Caldeira bzw. Caldeirinha. Mit einem Spaziergang umrunden wir die Caldeirinha und haben vom Kraterrand eine gute Sicht zur großen Caldeira. Bei einem anschließenden Rundgang erkunden wir die Stadt Santa Cruz. Am frühen Nachmittag sind wir im Hotel und verabreden uns zum Spaziergang zum Abendessen.
Vom Hotel spazieren wir circa 20 Minuten bis zum Restaurant O Chef's. Dort wurde schon gemütlich für uns eingedeckt mit Käse aus Graciosa und Jamón ibérico. Die Karte ist nur auf Portugiesisch. Dieses Abendessen wird eine Lotterie. Wir bestellen und als die Teller zum Tisch kommen, können wir die Größe und Frische der Portionen kaum glauben. Dieses Restaurant, wo wir ausschliesslich unter Portugiesen sind, fühlt sich herrlich urig und ursprünglich an. Unsere Laune ist gut, und bei einem Glas Wein bzw. Bier freuen wir uns wieder über die bisherigen Tage und den kulinarischen Abschluss des heutigen Tages.

Vulkankrater, Schwefelhöhlen und Thermalquellen: Die große Rundwanderung auf Graciosa

Heute genießen wir eine wunderbare Rundwanderung um die Caldeira auf der Insel Graciosa, die im südöstlichen Teil der Insel beginnt.
Unterwegs machen wir zunächst einen kurzen Abstecher zur Höhle Maria Encantada, in der sich mehrere faszinierende Gänge und interessante geologische Formationen befinden. Der Name „Maria Encantada“ (die verzauberte Maria) geht auf eine alte lokale Legende zurück, wonach sich in den Tiefen der Höhle einst eine edle Dame vor Verfolgern versteckt haben soll und der Ort seitdem von einem Hauch von Magie umgeben ist. Historisch und geologisch diente das System früher den Einheimischen zudem als Unterschlupf und gewährt heute spannende Einblicke in die vulkanische Entstehung der Insel.
Danach starten wir unsere etwa 9 Kilometer lange Wanderung einmal rund um die Caldeira. Zwischendurch fängt es an zu regnen, sodass wir mal wieder das sich rasch wechselnde Azorenwetter hautnah kennenlernen, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tut.
Unser nächstes großes Ziel ist eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten des gesamten Archipels: die Schwefelhöhle Furna do Enxofre. Es handelt sich hierbei um eine riesige, unterirdische Lavahöhle (eine sogenannte Vulkangrotte), die man über einen langen, von Menschenhand angelegten Wendeltreppenturm betritt. Unten angekommen, steht man in einer gewaltigen, domartigen Halle mit einem unterirdischen Kratersee. In der feuchten Luft liegt ein deutlicher Schwefelgeruch und aus den Felsspalten steigen warme Dämpfe und Gase auf, die die urzeitliche und fast unwirkliche Kraft des Vulkans spürbar machen.
Danach geht es weiter zu den Thermen von Carapacho. Direkt an der rauen Atlantikküste machen wir an den Meerwasser-Schwimmbecken und dem Thermalbad unser wohlverdientes Picknick. Einige Mutige wagen sich für eine kurze Abkühlung in das natürliche Meerwasserbecken, während andere die wohlige Wärme des Thermalbads genießen.
Bevor es zurück zum Hotel geht, legen wir noch einen Stopp am Strand von Praia ein und fotografieren auf der Fahrt geschichtsträchtige Windmühlen. Diese charakteristischen, oft rot- oder holzfarbenen Windmühlen mit ihren kegelförmigen Dächern sind das unverkennbare Wahrzeichen und Symbol von Graciosa. Einst wurden sie intensiv für das Mahlen des auf der Insel angebauten Getreides genutzt und prägen heute malerisch die grüne Kulturlandschaft.
Am Abend treffen wir uns auf einen entspannten Aperitif im Restaurant in der Nähe unseres Hotels und sind wieder einmal endlos begeistert von diesem rundum gelungenen Tag. Im Anschluss lassen wir uns dort die vorzügliche Azorenküche schmecken.

Rückkehr nach Terceira, Dachterrassen–Momente und ein Abschiedsessen

Am vorletzten Tag unserer Reise fliegen wir wieder zurück auf die Insel Terceira, die uns bereits bestens vertraut ist. Den restlichen Tag haben wir zur freien Verfügung. Die meisten von uns nutzen die Zeit für letzte Einkäufe in der Stadt, schlendern noch einmal gemütlich durch die historischen Straßen oder genießen die grüne Oase im botanischen Garten.
Um 18:30 Uhr treffen wir uns auf der fantastischen Dachterrasse unseres Hotels, die einen atemberaubenden Ausblick über die bunten Dächer der Stadt bis hin zum tiefblauen Atlantik bietet. Dort stoßen wir gemeinsam auf die unvergesslichen Tage und die tiefen Eindrücke dieser Reise an. Die unberührte, raue Natur dieser Inseln, der angenehm sanfte Tourismus, die unfassbare Herzlichkeit der Menschen sowie das exzellente, ehrliche Essen haben uns alle von der ersten Sekunde an in ihren magischen Bann gezogen und uns den Alltag vollkommen vergessen lassen.
Unser feierliches Abschiedsabendessen findet im stilvollen Restaurant VerdeMaca statt. Dieses Lokal ist bekannt für seine moderne Interpretation der azorianischen Küche, bei der regionale Traditionen und frischeste lokale Zutaten mit viel Kreativität zu einem kulinarischen Finale verschmelzen.
Nach dem Abendessen werden wir auf dem Hauptplatz direkt vor unserem Hotel noch Zeuge eines traditionellen azorianischen Festes. Gekleidet in farbenfrohe, traditionelle Trachten wird hier bei ausgelassener Live-Musik getanzt und gefeiert, sodass wir das pulsierende Leben der Insel noch einmal hautnah spüren. Leider endet unsere gemeinsame Reise hiermit schon fast und da wir morgen sehr früh aufstehen müssen, lassen wir diesen Abend früh ausklingen.

Abschied vom Inselparadies – Früher Aufbruch und Wehmut über dem Atlantik

Früh stehen wir auf. Das Ganze fühlt sich irgendwie noch gar nicht real an. Um 05:00 Uhr gibt es ein Frühstück und kurz darauf machen wir uns auf den Weg zum Flughafen für unseren Flug zurück nach Lissabon. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Wir sind wehmütig, denn wir alle hätten diese einzigartigen Inseln und dieses friedliche Paradies gerne noch viel länger genossen.
In Lissabon trennen sich schließlich unsere Wege. Wir verabschieden uns herzlich voneinander. Einige müssen sich direkt beeilen, um ihren Weiterflug zu erreichen, während andere noch ein wenig Aufenthalt an diesem Flughafen haben, der uns mittlerweile ebenfalls bestens vertraut ist. Mit vielen Erinnerungen im Gepäck treten wir die Heimreise an.

Ihr Lieben! Ihr seid mir in dieser Zeit wirklich ans Herz gewachsen. Ich schätze die gemeinsamen Stunden, unsere guten Gespräche und all die Erinnerungen, die wir zusammen geschaffen haben sehr. Von jedem Einzelnen von euch nehme ich ein Stück von dieser Reise mit nach Hause.
Zum Abschied und als kleine, hoffnungsvolle Aussicht auf ein Wiedersehen ein altes azorianisches Sprichwort an euch:
„Wer einmal den Wind der Azoren im Gesicht gespürt und ihre Stille in sich aufgenommen hat, der wird immer einen Weg zurückfinden.“


Ihr Lieben! Ihr seid mir in dieser Zeit wirklich ans Herz gewachsen. Ich schätze die gemeinsamen Stunden, unsere guten Gespräche und all die Erinnerungen, die wir zusammen geschaffen haben sehr. Von jedem Einzelnen von euch nehme ich ein Stück von dieser Reise mit nach Hause.
Zum Abschied und als kleine, hoffnungsvolle Aussicht auf ein Wiedersehen ein altes azorianisches Sprichwort an euch:
„Wer einmal den Wind der Azoren im Gesicht gespürt und ihre Stille in sich aufgenommen hat, der wird immer einen Weg zurückfinden.“

Mit diesen Worten und unzähligen unvergesslichen Erinnerungen an euch, sage ich Danke für diese wunderbare Reise. Ihr alle habt unsere Erlebnisse auf eure ganz eigene Art unvergesslich gemacht.
Eure Kathrin


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