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Portugal von Nord nach Süd

Reisebericht: 12.10. – 23.10.2026

Vom grünen Tal des Douro über die Hauptstadt Lissabon, durch das trockene Alentejo bis zur wilden Küste der Algarve.

Heike Heinen

Ein Reisebericht von
Heike Heinen

leckere Pasteis de Nata – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Rozes- Weinkeller  – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Weinberg – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Coimbra, Augustinerkirche: Taufbecken und Azulejos – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Fátima: Teil der Berliner Mauer hinter Glas – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Lissabon: Reste eines römischen Theaters – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Cabo da Roca – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Reusen in Cascais – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Luxushotel Ponte da Piedade – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Festung Sagres – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Hauptplatz Lagos – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL)

Montag, 12.10.26 : Flug nach Porto

Pünktlich hob der Flieger vom Rhein- Main- Flughafen Frankfurt ab. Im ausgebuchten Flieger befanden sich auch 20 Eberhardt-Gäste, welche sich auf die bevorstehende Rundreise durch Portugal sehr freuten.
Für Viele war es ein erstes Kennenlernen des rund 92000 qkm großen Landes, die Flächen der Azoren und Madeira eingeschlossen.
Nach 1850 Flugkilometern (laut Aussage des Kapitäns) begrüßte uns der Flughafen "Francisco Sa Carneiro" , nach einem ehemaligen Ministerpräsidenten benannt.
Bom dia e bem-vindo a Portugal!
Nach Entgegennahme aller Koffer hieß uns am Ausgang Isabel, die in den kommenden 9 Tagen unser örtlicher Guide sein sollte, willkommen.
Mit ihr und dem Buschauffeur Alexandre ging es in rund 30 Minuten zu unserem Hotel "Oca Oriental", von welchem wir in den kommenden 3 Tagen unsere Ausflüge starteten.
Bei einem ersten gemeinsamen Abendessen und gemütlichem Beisammensein, lernten wir uns etwas näher kennen und freuten uns auf die Stadt Porto am nächsten Tag.

69 Buskilometer

Dienstag, 13.10.2026: Porto

Nur 5 km vom Atlantik entfernt und am Douro, dem zweitlängsten Fluss des Landes, liegt Porto.
Nur ein kurzes Stück fuhren wir mit unserem Bus. In der Nähe des Nationaltheaters verließen wir ihn, und fortan ging es zu Fuß, wenig rauf und viel runter. Isabel gab uns während des Stadtrundganges viele Informationen und immer wieder gab es ein tolles Fotomotiv. 10 Minuten individuelle Pause in der Markthalle waren sehr willkommen. Und weiter ging es Richtung Rathaus und Bahnhof Sao Bento. Er versteht sich als Kopfbahnhof und ist in der Wartehalle an allen Wänden reich mit den berühmten Azulejos, den Kacheln, geschmückt. Sie zeigen Szenen der Landes-Geschichte, aber auch den alltäglichen Lebens.

Die Kathedrale konnte man schon vom Bahnhof gut sehen, und sie war unser nächstes Ziel. An der Fassade konnte man die Bauzeit lesen: 12. Jahrhundert. Befand man sich aber im Inneren, gab es deutlich sichtbare gotische und barocke Elemente und Altäre.
Von besonderem Wert sind der Hauptaltar mit der Maria Himmelfahrt und im linken Seitenschiff die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments mit dem vierstufigen Silberaltar zu erwähnen.

Danach ging es steil und mit besonderer Vorsicht hinunter zum Börsenpalast, der 1834 gegründet wurde. Die schlichte neoklassizistische Fassade steht nicht im Einklang mit den vielen Sälen im Inneren. Meist sind es Versammlungs- und Präsentationssäle, wie z.B. Porträt-, Handelstribunal-, oder der außergewöhnliche Maurische Saal mit seinen Edelhölzern, Mosaiken und Blattgold.

Es war mittlerweile früher Nachmittag, wir waren am Douro im Stadtviertel Ribeira angekommen, und konnten Freizeit genießen. Jeder auf seine Art, trinken, essen, spazieren, einkaufen, etc.

14.00 Uhr startete unsere Douro-Bootsfahrt. Erst ging es einige Minuten flussaufwärts, dann flussabwärts Richtung Mündung.
6 Brücken überspannen den Fluss, eine 7. befindet sich seit vielen Jahren im Bau. Die interessantesten Brücken sind zweifelsfrei die 2 Bogenbrücken, Luis I.-Brücke und Maria Pia-Brücke, die Gustave Eiffel geplant hatte und welche heute außer Betrieb ist.

In der Porto gegenüber liegenden Stadt Vila Nova de Gaia sind alle Portweinkellereien beheimatet. Ein letzter Besuch galt nach einer kurzen Busfahrt "Rozes". Laut eigener Information "gründete Ostende Rozes, damals Händler von hochwertigen Weinen in Bordeaux, das Haus im Jahr 1855. Anfänglich wurden seine Portweine nur in dieser Region importiert und vertrieben, aber der gute Ruf der Portweine des Hauses verbreitete sich dank der Qualität sehr schnell." Von dieser konnten wir uns überzeugen: der weiße Port und ein roter "Ruby Reserve" schmeckten uns sehr gut. Etwas Geld wurde noch für die ein oder andere Portweinflasche oder auch Marmelade mit Portwein ausgegeben. Auch waren einige von der letzten (!) "Dom Rozes"- Flasche , welche hinter Glas geschützt wurde, sehr angetan. Man kann sie für € 350 erwerben. Nicht mit dieser im Gepäck, verließen wir Vila Nova de Gaia, fuhren über die Infante-Brücke und waren schließlich wieder in Porto.
Bei einer Außentemperatur von 24 Grad erreichten wir nach diesem ersten interessanten Ausflug unser Hotel.
Etwas Zeit blieb für eine Erfrischung, und schon 19.00 Uhr fuhren wir wieder Richtung Ribeira, um im Restaurant "Chez-Lapin" zu dinieren. Mit leckeren Vorspeisen wie Thunfisch-Pastete, Oliven, Brot und Salat wurden wir verwöhnt. Auch der Hauptgang mit Truthahn war köstlich und reichlich.

Zurück im Hotel gab es noch für einige einen Absacker, und wir verabschiedeten uns in die Nachtruhe.

59 Buskilometer

Mittwoch, 14.10.2026: Guimaraes & Braga

Unser Ausflug führte uns von Porto Richtung Nordost in die Region Minho. Die Sonne strahlte, Maximaltemperaturen von 28 Grad wurden vorhergesagt.
Nach 1 Stunde erreichten wir Guimaraes. Diese Stadt gilt als Gründungsstätte Portugals. So führte uns der 1. Weg auf den Burgberg, um dort zu Mumadona Dias, welche die Grafschaft Portucalense regiert hatte und zu Dom Afonso Henriques, (Alfons I.) dem ersten König Portugals, Informationen zu erhalten. Auf dem Burgberg findet man heute die Reste der Festung von Mumadona aus dem 10. Jahrhundert und daneben das "neue" Schloss, welches Sitz der Familie Bragança war, welche ab dem 17. Jahrhundert die Herrschaft in Portugal bis zur Ausrufung der Republik im Jahre 1910 inne hatten.
Am frühen Nachmittag ging es weiter in das nur wenige Kilometer entfernte Braga.
Hauptattraktionen sind dort z. B. die Kathedrale, der Bischofspalast und die hoch über der Stadt gelegene Kirche Bom Jesus do Monte.
Wie wir bereits in Guimaraes mit der Jakobsmuschel an Gebäuden oder auf den Wegen sehen konnten, so liegt auch Braga und diese Kirche am Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
Aufgrund von Reparaturen war es uns nicht möglich, die vorgesehene Wasserbalastbahn zu nutzen, woraufhin uns Alexandre auf den Kirchberg fuhr. Ansonsten hätte man auch fast 600 Stufen hinauf zurücklegen können. Bom Jesus do Monte ist zu übersetzen mit "Guter Jesus vom Berg" und eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen in ganz Portugal. Durch ihre Höhenlage auf etwa 300 Metern, bietet sich selbstverständlich ein toller Blick auf die Stadt Braga und das umgebende grüne Hügelland. Auf dem höchsten Punkt des Monte Espinho soll es schon zu frühester Zeit ein Kreuz gegeben haben, das stark verehrt wurde. Daraufhin wurden Kapellen und später die jetzige Kirche erbaut. Die Weihe erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Von Papst Franziskus erhielt sie den Titel einer "Basilika minor" und seit 2019 ist Bom Jesus do Monte Weltkulturerbe der UNESCO.

188 Buskilometer

Donnerstag, 15.10.2026: Douro

Wir starteten heute etwas früher, da eine lange Fahrt in das Douro Alto nach Pinhão bevorstand.

Einen ersten Zwischenstopp gab es in Amarante. Wie in jeder bisher besuchten Stadt war auch die Kathedrale in Amarante eine besondere Attraktion.
Sie geht zurück auf einen Eremiten namens Gonçalo,der sich am Fluss Tâmega, einem Nebenfluss des Douro, niederliess und eine Kapelle erbaute.
Unsere Fahrt setzten wir fort, es begleiteten uns große Wälder von Esskastanien und Eukalyptus. Eukalyptus Wälder werden ständig aufgeforstet, bringen sie doch dem jeweiligen Besitzer viel Geld, indem er die jungen Bäume zur Papierherstellung verkauft und den Rest als Biomasse zur Energieerzeugung anbietet.
Nach Überqueren des Marão-
Höhenzuges, änderte sich auch die Vegetation. Die Pinie behauptete nunmehr ihren Platz, Mandel- und Olivenbäume sah man, auch Erdbeerbäume, von denen wir an der Algarve in Verbindung mit dem daraus produzierten Schnaps noch etwas hören sollten, und natürlich Wein.
Die Sonne umhüllte Mitte Oktober die Weinberge in eine wunderschöne Farbenpracht zwischen grün, rot und gelb.
Die "Quinta da Avessada", gegründet 1870 und im Moment in der 6. Generation von Luis Barros geführt, begrüßte uns um die Mittagszeit und lud uns zu Weinproben mit einem kleinen Imbiss ein. Der für dieses Gebiet typische Moscatel- Wein, weil seine Trauben über einer Höhe von 600 m reifen, wird er nicht als Portwein verkauft, wurde uns neben einem Weiss- und Rotwein und einem Portwein (Ruby) serviert. Ein Besuch im eigenen Weinmuseum, in dem man auch etwas zum Weinstampfen mit den Füßen erfuhr, rundete den schönen Aufenthalt in der Weinkellerei ab.

Von Regua nach Pinhão, oder ganz genau gesagt von Porto nach Pocinho, führt seit Ende des 19. Jahrhunderts die Linha do Douro, die Eisenbahn durch das Douro Tal. Wir waren auf dem für viele schönsten Streckenabschnitt zu Gast und fuhren 30 Minuten durch das liebliche, von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärten Douro-Tal.

Eine längere Busfahrt von Pinhão zu unserem Hotel "Marina Douro Spa" nach Caldes de Aregos mit herrlichen Blicken in das tief eingeschnittene Tal des Douro beendete den Tagesausflug, bei dem die Temperaturen auf 32 Grad hinauf kletterten.

295 Buskilometer

Freitag, 16.10.2026: Viseu , Buçaco & Coimbra

Unsere Koffer mussten wieder in den Bus. Wir waren nur 1 Nacht zu Gast im "Douro Marina Spa"- Hotel im abgelegenen Thermalkurort Caldes de Aregos.
Für einen Spa- Besuch hatten wir leider keine Zeit und es fehlten uns die Badekappen.
Weiter ging es gen Süden.
Nach über einer Stunde Fahrt über das Gralheira-Gebirge und fast 1100 m Höhe hatten wir die Autobahn und kurz darauf Viseu erreicht.
Einen kurzen Stadtgang gab es in dem einst komplett ummauerten Altstadtviertel, danach noch ein Eis oder Kaffee, und schon saßen wir wieder im Bus auf dem Weg in ein Waldgebiet. Das besondere am Buçaco-Wald ist, dass er recht klein und komplett von einem Mauerring umgeben ist. Ursprünglich wurde das Gebiet von den Karmelitern ab 1628 bewohnt, die in diesem Wald sehr spartanisch und isoliert lebten. In den Klostermauern ist heute ein kleines Museum untergebracht.
Nach dem Verkauf von Buçaco durch die Karmeliter, wurde es zunächst Jagdgebiet und sollte Sommerresidenz für den König werden. Jedoch wurde 1910 Portugal eine Republik, ein König ist nie eingezogen. In dieser geplanten Sommerresidenz ist heute ein Hotel untergebracht.
Im Park/Wald finden wir Treppen, Kaskaden, Putten und kleine Seen, auch jahrhundertealte Bäume, um sie herum kleine Spazierwege, die zum Innehalten und Verweilen einladen. Es ist ein traumhafter Ort der Stille und Erholung.

Die einstige portugiesische Hauptstadt und jetzige Universitätsstadt Coimbra am Mondego Fluss lud uns am frühen Nachmittag ein. Die Studenten prägen das Stadtleben. Man kann auch sagen, dass die ganze Stadt der Campus für die etwa 27000 Studenten ist. Man sah sie in ihren schwarzen Uniformen. Jede Fakultät hat ihre eigene Farbe, so steht z.B. das Blau für die Naturwissenschaften, gelb für Medizin, usw.
Ein besonderes Highlight war der Besuch der alten Universitätsbibliothek, der Joanina Bibliothek, die unter König Joao V. 1717 gegründet wurde. Über 2 Stockwerke dehnt sie sich aus. Das Obere ist im wahrsten Sinne das "Goldstück", ganz im Barock angelegt.
Nach wie vor kann man sich Bücher in derselben ausleihen.
Ein Rundgang durch das weitreichende Areal der Alten Universität mit Besichtigungen des Waffensaals, des Zeremoniensaals und der Kirche San Miguel rundete den Aufenthalt ab.
Mit vielen Eindrücken und etwas müde bezogen wir das moderne Hotel "Coimbra Aeminium" .

183 Buskilometer

Samstag, 17.10.2026: Fatima, Batalha & Obidos

Das erste Mal auf unserer bisherigen Reise präsentierte sich der frühe Morgen grau, die Sonne schaffte es nicht, ihre wärmenden Strahlen durch die Wolkendecke zu bringen.

Ein erster Stopp galt einem der wichtigsten Pilgerorte, Fátima.
Alljährlich um den 12./13.05. kommen hunderttausende Pilger, um die Erscheinung der Jungfrau Maria zu ehren.
Das religiöse Zentrum besteht aus der Erscheinungskapelle, nahe der den 3 Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco jeweils an einem 13. zwischen den Monaten Mai und Oktober 1917,
die Jungfrau erschienen sein soll, ferner der Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Fátima, nahe der die Kinder Schutz vor einem Sturm suchten und in der sich heute die Gräber der Geschwister Jacinta und Francisco Morto
befinden, sowie dem großen Platz gegenüber liegend, die moderne Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahre 2000.
Die Erscheinung der Jungfrau war jeweils an einem 13.
Papst Johannes Paul II. war ein besonders starker Verehrer der Jungfrau von Fátima. Drei Reisen führte er in seinem Pontifikat nach Fátima durch. Sein Denkmal finden wir auf dem großen Platz.
Es war auch an einem 13.5. (1981), als das Attentat auf ihn während der Audienz auf dem Petersplatz verübt wurde.

Ein prachtvolles Kloster erwartete uns etwa eine halbe Stunde nach Fátima.
João I. gelobte nach seiner siegreichen Rückkehr aus der Schlacht von Aljubarrota, ein Kloster zu erbauen und nannte es "Kloster zu Ehren der Heiligen Mutter Gottes des Sieges"
Eine prächtige und reich verzierte Hauptfassade schmückt das Kloster. Im Inneren, in einer Seitenkapelle, ruhen der Stifterkönig João I. und seine Gattin Philippa von Lancaster, sowie ihre 4 Söhne, von denen uns Heinrich der Seefahrer der bekannteste ist. Im riesigen Klosterkomplex besuchten wir z.B. den außergewöhnlichen Kreuzgang, den Kapitelsaal, in dem heute 2 Soldaten das Grab eines unbekannten Soldaten und die "Flamme der Nationen" bewachen und den unvollendeten Teil des Klosters.

Eine Mittagspause wurde in Nazaré am Atlantik eingelegt, dem Ort, der für seine Riesenwellen und die alljährlich stattfindenden internationalen Surfwettbewerbe bekannt ist.

Bevor wir die portugiesische Hauptstadt erreichen sollten, gab es noch einen Stopp im herrlich gelegenen und komplett von einer Stadtmauer umgebenen Städtchen Óbidos. Alle Parkplätze waren belegt. Nach einer Stunde Aufenthalt wussten wir warum. Das Städtchen gefiel nicht nur uns.
Als Hochzeitsgeschenk übergab jeweils der Thronfolger Óbidos seiner zukünftigen Gemahlin.
2 Hauptwege und viele kleine, enge Nebengassen schlängeln sich durch den Ort. Die Einwohner in ihren farbenfrohen Häuschen bieten ihren selbst hergestellten Kirschlikör an, den auch wir probierten. Zudem ist der kleine Ort reich an Baudenkmälern, wie dem Schloss, dem Mauerring und seinen 4 Toren und drei Kirchen.

Wieder ging ein erlebnisreicher Ausflugstag zu Ende. Wir erreichten Lissabon am Abend.
3 Nächte verbrachten wir im Hotel "Turim Iberia "

274 Buskilometer

Sonntag, 18.10.2026: Hauptstadt Lissabon

Auf Sonntagsausflug in Lissabon-großartig! Auf dem Weg zum Tejo kamen wir am 26 km langen Aquädukt von Alcântara vorbei und nutzten kurz die 1. in Portugal erbaute Autobahn zwischen Lissabon und Cascais.
Großartig kann man durchaus das Hieronymuskloster bezeichnen, welches sich am Ufer der Flusses Tejo im Stadtteil Belém befindet, bezeichnen. Da wir die erste Gruppe mit Reservierung waren, gehörte uns der Kreuzgang des Klosters anfangs ganz allein. Wie immer erzählte uns Isabel viel zu Geschichte und Kunst.

Das sogenannte Seefahrerdenkmal, die korrekte Bezeichnung ist "Denkmal der Entdeckungen" , steht überwiegend für die portugiesischen Seefahrtsgeschichte.
Heinrich der Seefahrer gilt offiziel als Begründer der Entdeckungsfahrten. Sein Grab sahen wir im Klosterkomplex von Batalha.
Am Seefahrerdenkmal steht er ganz vorn auf einer Karavelle, blickt in die Ferne und man meint, alle Personen, die hinter ihm stehen, würde er in der weiten Welt navigieren. Er wollte den Seeweg nach Indien finden, was ihm zu Lebzeiten nicht gelang. Er selbst soll allerdings nie zur See gefahren sein. Nach seinem Tod hatte Portugal noch weitere berühmte Seefahrer und Entdecker.
Vasco da Gama, dessen Grab wir in der Kirche des Hieronymusklosters finden, aber wegen der sonntäglichen Gottesdienste nicht sehen konnten, gelang die Entdeckung, von der Heinrich geträumt hatte. Er fand über Südafrika fahrend, den Seeweg nach Indien. Vom König Manuel I. wurde da Gama nach seiner Rückkehr in Belém mit allen Ehren empfangen.
Auch Bartolomeo Dias segelte zum Kap der Guten Hoffnung.
Fernando de Magellan, der in dem uns bekannten Vila Nova de Gaia geboren wurde, umsegelte die Welt 1519-1522.
So bedeutungsvoll dies war, man bedenke auch, dass damit die Kolonisierung und der Sklavenhandel begann.

Noch eine interessante Attraktion gibt es am Flussufer, bzw. an der schon beginnenden Flussmündung des Tejo in Belém: den Belém Turm/ Festung São Vicente. Der Heilige Vincent ist der Schutzpatron Lissabons. Ursprünglich als Kontrollturm für alle in die Stadt fahrenden Schiffe, aber auch für alle abgehenden Entdeckungs- und Handelsreisen gedacht, dann später Gefängnis, ist er heute ein Museum. Mit seiner außergewöhnlichen Architektur fällt er besonders auf, ist ein beliebtes Fotomotiv und Weltkulturerbe.

Bevor wir Belém verließen, gab es eine Kostprobe der bekannten "Pasteis de Belém". Man sagt, aus der dortigen Bäckerei, die seit 1837 existiert, gibt es die "Besten".
Geschmäcker sind ja bekannterweise verschieden, aber ein "hm" und "super lecker" war zu hören.
Zumindest sind es die originalen Pasteis.

Zurück in der Innenstadt, gab es nach so viel Kultur und Geschichte eine Pause. Danach ging es in die hochgelegene Altstadt, die Alfama, zu deutsch "Brunnen". Man genießt von der Burg San Jorge einen herrlichen Blick über die Stadt, den Fluss bis auf die andere Tejo-Seite zur Christus- Statue.
Durch enge Altstadtgassen, z.T. auch parallel zur historischen Straßenbahnlinie ging es vorbei an einem weiteren herrlichen Aussichtspunkt und der Kathedrale wieder zum vereinbarten Treffpunkt am Restauratoren-Platz, auf dem sich eine Skulpturengruppe, bestehend aus 2 Handwerkern, befindet.
Alle waren froh, wieder im Bus zu sitzen, auch wenn die Fahrt zum Hotel nicht so lang war.
Am Abend traf man sich wieder zu einem hervorragenden Abendessen, welches im Restaurant "Taberna da "Esquina" eingenommen wurde.

49 Buskilometer

Montag, 19.10.2026: Queluz, Cascais, Estoril, Fado

Mit einem freundlichen Bon dia wurden wir wie jeden Tag von Isabel begrüßt, und schon begann unser Ausflug an die Küste westlich von Lissabon.
Unser erstes Ziel war die Sommerresidenz der Könige in Queluz. Alternativ wurde dieser Besuch für den Palast von Sintra aufgenommen. Queluz und seine Paläste werden heute noch von dem Präsidenten genutzt.
Einen Spaziergang gab es zuerst durch die königlichen Räume, wo wir z.B. den Saal der Vasen, in dem große Vasen chinesischen Porzellans zu sehen waren, ferner den Speisesaal oder den Tanzsaal.
Zum Abschluss gab es einen entspannten Spaziergang durch die Gärten, in denen wir u.a. auch einen 115 m langen mit Azulejos geschmückten Kanal sahen, der das Wasser vom nahegelegenen Fluss Jamor erhielt und die umliegenden Gärten mit wertvollem Nass speiste.

Bei strahlendem Sonnenschein besuchten wir das Cabo da Roca. An der westlichsten Spitze des europäischen Festlandes bot sich ein kurzer Spaziergang an oder man versuchte, einen geeigneten Zeitpunkt zu erwischen, wo man das Kreuz mal ohne Personen fotografieren konnte.
Entlang einer herrlichen Dünenlandschaft, immer mit Blick auf den Atlantik, fuhren wir nach Cascais. Dieser Ort verbindet Mondänes und Altes. So findet man an den Sandstränden Luxushotels und wenige Meter entfernt alte Reusen der Fischer, mit denen sie die Meerestiere fangen.
2 von uns wagten sich in das doch recht kalte Atlantikwasser, andere dagegen genossen ein guten Mittagsmal mit frischem Fisch.
Über Estoril ging es zurück, immer entlang der Küste, nach Lissabon.
Einige von uns nutzten die Möglichkeit, eine Fado Veranstaltung zu besuchen.
Schon in Coimbra wurden wir von Isabel auf den dort typischen Fado aufmerksam gemacht, der von den Studenten gesungen wird.
Aber ursprünglich stammt er aus den Armenvierteln von Lissabon, wo er in den frühen 20er Jahren des 19. Jahrhunderts aufkam.
Liebe, Leidenschaft, Trauer, Melancholie kommen in dieser Musik zum Ausdruck. Begleitet werden die Musiker meistens von einem Gitarren- und Lautenspieler, exakt werden eine portugiesische und eine klassische Gitarre gespielt. In einer Stunde konnten wir portugiesischen Fado mit einem Gläschen Portwein oder Orangensaft genießen.


123 Buskilometer

Dienstag, 20.10.2026: Kork & Évora

Es war der letzte Tag, an dem uns Isabel begleitete. Sie hat uns mit sehr vielen Informationen auf der gesamten Reise zwischen Porto und Portimão versorgt.
Unser herzlichster Dank galt ihr!
Der Busfahrer Alexandre sollte uns noch einen Tag länger die Treue halten.

Früh starteten wir wieder vom Hotel in Lissabon. Die "Golden Gate Lissabons" , die Hängebrücke mit dem Namen 25.4., erinnernd an das Ende der Nelkenrevolution 1974, überquerten wir und nahmen somit Abschied in Fahrtrichtung rechts von Belém und der Tejomündung und links von der Stadt und dem Kreuzfahrtterminal, an dem 2 Kreuzfahrtschiffe lagen.
Auf der anderen Flussseite begrüßte uns die Christusstatue, eine über 100 m hohe Statue, die an Rio de Janeiro erinnert.
Wir waren im Alentejo, "jenseits des Tejo".
Das Landschaftsbild änderte sich, von flach bis leicht hügelig, präsentierten sich Olivenbäume, Pinien, Eukalyptus und Korkeichen. Eine intensive Viehhaltung mit großen Rinderherden konnte man direkt von der Autobahn aus sehen. Auch spielt die Schaf- und Schweinezucht eine wichtige Rolle.
Um die Korkeichen ging es auch im kleinen Ort Azaruja. Korkeichen wachsen zwar in ganz Portugal, aber im Alentejo haben sie die besondere und damit notwendige Hitze. Sie sollten ein Alter von 30 Jahren erreicht haben, dann schält man sie zum ersten Mal. Dabei macht man waagerecht einen etwa 5 cm dicken Längsschnitt von etwa 1,50 m Höhe Richtung Boden und schält die Rinde ab. Nach durchschnittlich 9 Jahren wird dieser Prozess wiederholt.
Die Ernte erfolgt Ende Mai / Anfang Juni.
Nach dem Schälen und Vorsortieren werden die vielen Stücke übereinander gestapelt. Somit verlieren sie ihre runde Baumform.
Kork ist ein natürliches Produkt und wird allgemein hin bekannt, für verschiedene Dinge genutzt.
Einige nutzten die Einkaufsmöglichkeiten aus erster Hand und können sich über diese Reise hinaus über Taschen, Gürtel, Hüte, etc. freuen.
Mittags waren wir in dem UNESCO Welterbe Évora zu Gast.
Ein Rundgang mit Besichtigung der Sé, wie die Kathedralen in Portugal genannt werden, gehörte wieder zum Programm. Dabei konnten wir glücklicherweise einem englischen Schülerchor bei einer Probe lauschen und erfuhren, dass eine Britin, die Évora und die Kathedrale besonders mag, sich alljährlich für Kirchenkonzerte mit verschiedenen Chören aus ihrem Land einsetzt. Zudem ist in der Kathedrale eine Dommusikschule beheimatet.
Vielleicht noch eine typische Spezialität von Évora, wie z.B. "Sopa de Cação", einer Art Fischeintopf mit Stückchen vom Hammerhai oder "Secretos de Porco Preto", saftiges Fleisch, das von der Schulter des iberischen Schwarzschweins gewonnen wird, oder aber auch nur ein Kaffee- Jeder genoss seine Freizeit ganz individuell.
Zurück im Bus wurde Isabel mit netten Worten bereits verabschiedet.
Wir sagten der Kulturhauptstadt Europas 2027, denn dafür wurde schon Werbung gemacht, und wir werden definitiv im kommenden Jahr darüber etwas aus den Medien erfahren.
Kilometerlange Felder mit Steinobst- und Olivenbäumen begleiteten uns auf dem Weg zur Autobahn.
Von da an waren es noch etwa 100 km bis zu unserem Tagesziel Portimão.

Es sollte unser längster Tagesausflug werden, wir bezogen wieder für 3 Nächte das "Turim Presidente" Hotel und konnten ein sehr gutes Abendbuffet genießen.

Nochmals verabschiedeten wir uns herzlich von Isabel.

409 Buskilometer

Mittwoch, 21.10.2026: Algarve

Elisabeth, eine gebürtige Kärntnerin begrüßte uns heute zum Ausflug "Algarve".
Einige von uns verbrachten schon einen freien Tag am Strand bzw. in der näheren Umgebung des Hotels.
Die Algarve war früher ein kahles, baumarmes Land. König Diniz ordnete die Aufforstung an. Mit dem Holz baute man dann die für Portugal typischen Karavellen, die wir auf vielen Kreisverkehren sehen konnten.
Die ist ca. 200 km lang und besteht aus der sogenannten Felsalgarve und der Sandalgarve.
Einen ersten Stopp gab es am "Kap der Barmherzigkeit"/ Ponta da Piedade, so benannt weil nach einem schweren Unwetter von 3 Fischerbooten eines nicht zurückkam. Nach bangenden und quälenden 2 Tagen kamen die Fischer des 3. Bootes doch gesund zurück. Man schrieb dies der Barmherzigkeit der Jungfrau Maria zu.

Über Sagres, der Hauptstadt der Surfer, ging es zunächst zu einem kurzen Fotostopp zur Festung von Sagres, von der es einen herrlichen Blick auf einen Surferstrand unterhalb des kleinen Städtchens gab.

Die südwestlichste Spitze Portugals und Europas bildet das Kap des Heiligen Vincent, Cabo de São Vicente. Nicht der letzte Bratwurststand vor Amerika sollte im Vordergrund stehen, sondern die aussergewöhnliche Schönheit der Landschaft. Die Sonne färbte das Gestein in ein kräftiges Ocker und Rotbraun, welches durch Zistrosen, Mittagsblumen und Ginster einige dunkle Farbtupfer erhielt.
Davor querten wir 1x den sogenannten Fischerweg, ein Fernwanderweg, der im nördlichen Alentejo beginnt und in Sagres endet.

Medronho, den typischen Algarve-Erdbeerbaumschnaps und Olivenöl wollten einige noch kaufen, so dass es einen kurzen Stopp an einem Markt gab, bevor wir Lagos erreichten.
Lagos, Lieblingsstädtchen der deutschsprachigen Auswanderer, bildete des Abschluss unserer Rundfahrt mit einem 1stündigen Aufenthalt.

Von unserem Buschauffeur Alexandre mussten wir uns leider verabschieden. Er bekam kurzfristig einen Folgeauftrag und konnte uns somit nicht, wie zunächst geplant, zum Flughafen fahren. Ein großes OBRIGADO für 1797 Kilometer durch Portugal von Nord nach Süd!

148 Buskilometer

Donnerstag, 22.10.2026: Erholung

Wir freuten uns alle auf einen freien Tag. Kein Wecker läutete zwischen 6 und 7 Uhr.
Nach einem entspannten Frühstück gestaltete jeder den Tag individuell.
Petrus meinte es wieder sehr gut mit uns, so dass z.B. einem Sprung in den Atlantik nichts im Wege stand.
Vor dem Abendessen wurde das gemeinsame Online-Check In angeboten, zudem gab es eine kurze Zusammenfassung der Reise und ein kleines Geschenk wurde überreicht.
Danach genossen wir letztmalig das gute Buffet und tauschten die Eindrücke des Tages aus.

72 Buskilometer

Freitag, 23.10.2026: Heimreise

Ein gemütlicher Vormittag stand bevor, denn es konnte ein späteres Check Out mit dem Hotelmanager vereinbart werden.
Pünktlich 12.30 Uhr starteten wir Richtung Flughafen, und wir sollten langsam Abschied von der Algarve nehmen.
Es standen zwar noch etwa 70 km bevor, aber man war in Gedanken schon "fast zu Hause".
Der Flieger nach Frankfurt startete mit 25 Minuten Verspätung.
ADEUS PORTUGAL !

Ein letztes "macht es gut" und "kommt gut heim" und schon trennten sich die Wege. Einige hatten nämlich ab Frankfurt schon ihre Heimreise. Andere flogen nach Leipzig, Dresden und Berlin.


Wir haben Portugal von Nord nach Süd intensiv kennengelernt.
Die vielen Eindrücke werden wir wohl erst in Ruhe zu Hause verarbeiten.
"Eberhardt" sagt herzlich "DANKE", dass Sie/Ihr unsere Gäste wart.
Alles Gute und Gesundheit !
Vielleicht auf bald.
Herzlichst
Heike


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