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Karpaten, Siebenbürgen & Donaudelta

Reisebericht: 18.09. – 27.09.2026

Rumänien - ein vielfältiges Land - geprägt von den Karpaten, dem Schwarzen Meer und der Donau

Annette Profft

Ein Reisebericht von
Annette Profft

Die Architektur geht neue Wege  – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Eingang des Präsidenten  – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Florentinisches Zimmer  – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Dorfbebauung – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Ev. Stadtkirche – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Inneres der Kirche – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Vlad Tepes der Pfähler oder Graf Dracula? – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Blick auf die Oberstadt – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) Kloster Moldovita – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) 23. September – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL) FOLKLORE – © Annette Profft (Eberhardt TRAVEL)

Flug Anreise nach Bukarest – Stadtrundfahrt/Gang in Bukarest – Folklore Abend

Der Anreisetag beginnt zeitig in der Früh am Flughafen Dresden, die anderen Reisegäste aus München kommend, nehmen wir in Bukarest in Empfang. Die Gäste aus Berlin kommen ungeplant etwas später. Am Flughafen lernen wir unseren Reiseleiterin Roxana kennen. Bei einer Stadtrundfahrt gibt es eine Einführung in die Hauptstadt Bukarest, auch oft als „Paris des Ostens“ betitelt. Zum Freitag gibt es, wie bei uns zu Hause auch, viel Stau. Überall ist eine rege Bautätigkeit zu erkennen. Der Kontrast zwischen Prunk und Verfall macht den Charme der Stadt aus. Wir fahren vorbei am geschichtsträchtigen Revolutionsplatz von 1989, dieser lässt uns an den Sturz des Ceausescu-Regimes erinnern.Die grüne Lunge in der Stadt ist der Cismigiu Park, ein Rückzugsort zum Entspannen.
Der Triumphbogen symbolisiert die Unabhängigkeit Rumäniens und erinnert an Paris. Im Hotel Minerva angekommen, beziehen wir unsere Zimmer. Nachmittags bummeln wir gemeinsam durch die pulsierende Hauptstraße. Unser Weg führt uns vorbei an dem gigantischen Parlamentspalast, eines der größten Gebäude der Welt. Dort findet man markante Gebäude wie das Athenäum, das Nationalmuseum für Kunst. Wir sehen viele Gebäude der kommunistischen Architektur und tauchen ein in eine lebendige Altstadt mit Kopfsteinpflaster-Gassen und den vielen Cafes.
Wir freuen uns schon auf das gemeinsame Abendessen, welches wir heute in einer ehemaligen Karawanserei „Hanul lui Manuc“einnehmen, eine kleine Einführung in rumänischer Folklore wird uns begleitend geboten. Ein langer Tag geht zu Ende.

Bukarest Parlament – Schloss Peles – Predeal – Siebenbürgen

Am Morgen steht die Besichtigung des Parlaments auf dem Programm, zuerst umfahren wir das riesige Areal rund um den Parlamentspalast. Wie überall, müssen wir uns an der Sicherheitsschleuse anstellen. Schon beim Eintreten in den Vorraum erschlägt uns der Prunk mit Marmor, Eichenholz und Kristall. Dafür musste in vergangenen Zeiten das Volk leiden, obwohl das Land reich war. Das eigene Volk wurde niedrig gehalten.
Wir besuchen kleinere Sitzungssäale, der große Plenarsaal des Senats ist dann noch prachtvoller. Die Strecke nach Sinaia wird durch den Stau zum Nadelöhr. Heute Nachmittag erwartet uns ein Highlight, das Schloss Peles – ein traumhaftes Märchenschloss mitten in den Karpaten gelegen. Bei einer Führung erfahren wir viel Wissenswertes über die Geschichte des Schlosses im Neorenaissance Stil. Besonders interessant, die Sommerresidenz der Könige von Rumänien hatte bereits im 19. Jahrhundert Elektrizität, Zentralheizung und fließendes Wasser. Mit dem Ende des kommunistischen Regimes wurde das Schloss an den Ex-König Michael zurückübertragen. Das Schloss diente oft als Filmkulisse.
Weiter geht es mit unserer Fahrt durch die waldreichen Karpaten über viele Serpentinen, von da genießen wir Blicke über ein weitreichendes Gebiet für Winter- und Bergsport. Angekommen im Kurort Predeal, beziehen wir unsere Zimmer im Hotel Piemonte. Das Abendessen nehmen wir gemeinsam als Buffet im Hotel ein.

Sibiu– Hermannstadt

Nach einem stärkenden Frühstück fahren wir in die frühere Europäische Kulturhauptstadt, nach Sibiu/Hermannstadt. Wir machen einen kurzen Stopp in Fagaras, nehmen einen Blick auf die Wehranlage und die orthodoxe Kirche. In Sibiu kann man das Erbe der sächsischen Siedler noch an den Resten der mittelalterlichen Mauern erkennen. Hier war später der Sitz der Siebenbürger Sachsen.
Wir erkunden die Altstadt mit dem großen Ring/Piata Mare. Das Herzstück sind die engen Gassen mit den Bogengängen, anschließend steigen wir hinab in die Unterstadt. Bekannt machen wir uns auch mit der sogenannten Lügenbrücke, ursprünglich hieß sie Liegebrücke aufgrund der Konstruktion. Die Legende sagt, die Brücke erzittert oder bricht zusammen, wer beim Überqueren lügt.
Wir besichtigen bei einer hervorragenden Führung die Evangelische Stadtkirche, einige Gäste erklimmen die Treppen zum Turm.
Auch die orthodoxe Kirche ist interessant, sie erinnert an die Hagia Sophia in Istanbul.
Im Hotel angekommen geht es direkt zum Buffet.

Harman(Honigberg) – Brasov(Kronstadt) – Bran(Törzburg)

Heute erwartet uns wieder ein volles Ausflugsprogramm. Zuerst geht es nach Harman/Honigberg, wir besuchen die schöne Kirchenburg. Wir bekommen vom engagierten Verwalter Dan einen beeindruckenden Vortrag über die Geschichte dieser Kirchenburg und der Siebenbürgen. Mit dem dreifachen Mauergürtel ist sie eine der größten Kirchenburgen Siebenbürgens. Die nächste bekannte Stadt Siebenbürgens steht mit Brasov/Kronstadt auf dem Programm. Wir lassen uns vom Regen nicht abhalten. Umgeben von den malerischen Karpaten bietet Brasov einen guten Mix aus Tradition und Moderne. Die Schwarze Kirche befindet sich auf dem Rathausplatz im Herzen der Stadt. Gebaut im 14/15.Jahrhundert, wurde die Kirche bei einem verheerenden Brand beschädigt und die Wände geschwärzt. Jedes Jahr finden sich bekannte und weniger bekannte Organisten ein und laden zu Orgelkonzerten. Jeder Gast hat noch genügend Zeit die Stadt nun bei Sonnenschein zu erkunden. Am Nachmittag steigt die Vorfreude auf das Schloss Bran/Törzburg - das sogenannte Dracula Schloss. Wir besichtigen das Schloss, welches wir mit vielen anderen Touristen teilen müssen. Die Legende vom Graf Dracula ist allgegenwertig, wenn auch nicht klar ist, dass dieser jemals auf der Burg verweilte. Als Vorlage diente Fürst Vlad der Dritte Draculea, welcher im 15 Jahrhundert lebte. Am Abend genießen wir die rumänische Gastfreundschaft mit einem leckeren Abendessen und ein begleitendes Folkloreprogramm im Restaurant Rozmarin.

Sighisoara(Schäßburg) – Targu Mures(Neumarkt) – Bistrita(Bistritz)

Nachdem zeitigen Frühstück verlassen wir das Hotel Piemonte in Predael. Uns erwartet die Stadt Sighisoara/Schäßburg, diese Stadt gehört auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Etwas Besonderes sind die farbenfrohen Häuser, enge Gassen und die beeindruckende, vollständig erhaltene Stadtmauer mit Wehrtürmen. Die Bevölkerung besteht aus Rumänen, Ungarn und einer deutschen Minderheit. Die Ortsschilder werden in 3 Sprachen präsentiert. Charakteristisch für Schäßburg ist die überdachte Schülertreppe, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde, um Schülern den Weg zur Schule auf dem Berg zu erleichtern, sowie die Bergkirche, die hoch über der Stadt thront. Diese Kirche schauen wir uns genauer an. Wir bekommen viel wissenswertes z.B. über den Flügelaltar, die Lindenholz-Apostel und die Fresken an die Hand. Auch in dieser Stadt finden wir Spuren von Dracula, das Geburtshaus. Hier wurde Vlad III. um 1431 geboren wurde, da sich seine Familie vorübergehend in Schäßburg aufhielt. Die berühmte Figur Dracula wurde erst viel später von Bram Stoker erfunden und nur von Vlad inspiriert.
Wir besteigen Stundturm, bestaunen medizinisches Besteck und sehen die Engel des Tages. Der Tag ist aber noch nicht zu Ende, es geht weiter in die Stadt Targu Mures, die im Zentrum von Siebenbürgen liegt. Dort legen wir einen Fotostopp ein. Ein architektonisches Highlight der Stadt ist der prächtige Kulturpalast, ein beeindruckendes Jugendstilgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert. Er beherbergt unter anderem eine Philharmonie, ein Kunstmuseum und eine berühmte Sammlung von Glasfenstern. Unsere Abendessen nehmen wir in Bistrita ein, wo wir auch übernachten.

Bistrita(Bistritz) – Kloster Moldovita – Ei–Museum in Vama – Gura Humora

Unser erster Stopp gibt uns einen kleinen Eindruck von Bistrita/Bistritz, wir sehen die Evangelische Kirche des Heiligen Nikolaus und die Bogengänge. Wir fahren durch wunderschöne Hügel - und Berglandschaften. Unser Highlight des Tages führt uns zum Kloster Moldovita in der Region Bukowina, im Norden von Rumänien. Das Kloster ist vor allem für seine außergewöhnlichen Außenfresken bekannt. Diese religiösen Wandmalereien bedecken die Außenwände der Kirche vollständig und sind erstaunlich gut erhalten. Besonders auffällig ist die Darstellung der „Belagerung von Konstantinopel“, eine seltene und detailreiche Szene. Heute ist das Kloster ein aktives Nonnenkloster und ein spiritueller Ort.
Die Nonne Tatjana stellt uns in mitreißender Art, geschichtlich fundiert, fast alle Außenfresken vor. Auf unserer Weiterfahrt besuchen wir das Ei-Museum in Vama. In der Bukowina ist das Eierbemalen ein wichtiger Teil der Ostertraditionen. Die kunstvollen Eier stehen für Leben, Erneuerung und Glauben. Die Sammlung umfasst Tausende von kunstvoll verzierten Eiern aus verschiedenen Regionen des Landes und Europas.
Das Museum zeigt auch Exponate aus afrikanischen und asiatischen Ländern. Unser Hotel erwartet uns heute in Gura Humora.

Kloster Voronet & Kloster Agapia

Heute steht unser Tag im Zeichen des Besuches einiger Klöster in der Bukowina, wir beginnen mit dem UNESCO Kulturerbe Kloster Voronet. Dieses Kloster gehört zu den beeindruckenden religiösen Bauwerken in Osteuropa. Die „Sixtinische Kapelle des Ostens“ lässt uns staunen über die außergewöhnlichen Außenfresken mit der Darstellung des Jüngsten Gerichtes. Besonders das intensive „Voronet-Blau“ sticht hervor. Das nächste Kloster erwartet uns schon.
Das Kloster Agapia ist eines der größten Nonnenklöster in Europa. Die Nonnen beschäftigen sich neben der Landwirtschaft mit allerlei Kunsthandwerk, die Teppiche sind sehr begehrt. Die Klosteranlage liegt idyllisch in einer bewaldeten Hügellandschaft und wir schauen uns neben den Gebäuden auch die gepflegten Gärten an. Eine Reiseteilnehmerin war 1988 bereits einmal hier und hat noch ein Foto mit einer Nonne. Diese Nonne wurde heute zu Grabe getragen, mit 93 Jahren. Überwältigt von den heutigen Eindrücken erreichen wir unser Hotel in Bacau.

Tulcea – Bootsfahrt ins obere Delta nach La Scaunele

Einige Gäste sagten mir im Vorfeld der Reise, dass das Donaudelta, welches heute auf dem Programm steht, neben Schloß Bran, der Grund für diese Reise ist. Die lange Fahrt belohnt uns mit Ausblicken auf die Landschaft, aber wir sehen auch viel Armut in einer von der Landwirtschaft geprägten Region. Außerdem fahren wir mit dem Reisebus über die neue Donau-Brücke. Tulcea lebt vom Schiffbau, Fischverarbeitung, Tourismus und Aluminiumwirtschaft. In Tulcea, das Eingangstor zum Donaudelta, starten wir unsere mehrstündige Speedbootfahrt. Das Donaudelta ist ein riesiges Labyrinth aus Kanälen, Schilfinseln und unberührte Natur. Ein Paradies für viele Vogelarten, wir sehen verschieden Reiherarten, Kormorane und Eisvögel. Das Ufer ist ein beliebtes Angelrevier, vor allem bei Männergruppen. Das Gesprächsthema beim heutigen Abendessen ist die beruhigende Wirkung der Natur auf uns Menschen.

Donaudelta–Museum – Schifffahrt im Donaudelta

Unser heutiges Programm führt uns in das Donaudelta-Museum, hier können wir das gestern Gesehene noch vertiefen. Auch hier dreht sich alles um die Natur und das Leben im Delta. Der Besuch im Aquarium erklärt uns unter anderem die verschiedenen Fischarten.
Heute ist Herbstmarkt in der Innenstadt, Händler verkaufen ihre frischen Produkte, z.B frische Weintrauben, Honig, Obst und traditionelle Waren. Ausserdem kann man junge Leute beim Folkloreprogramm erleben. Am Nachmittag haben wir dann erneut Gelegenheit die Schönheit des Deltas bei einer Schifffahrt mit der "Delta Princess" zu entdecken. Das Abendessen nehmen wir heute auf dem Schiff ein, ein würdiger Abschluss dieser Reise.

Rückreise

Heute heißt es Abschiednehmen, wir verlassen unser Hotel sehr früh ohne Frühstück. Das Frühstück haben wir als "Doggy bag" dabei. Der Transferbus bringt uns nach einer langen Fahrt zum Flughafen nach Bukarest. Unsere liebgewonnene Reiseleiterin Roxana und der immer sicher fahrende Busfahrer Mihail verabschieden sich von uns. Zuerst verlassen uns die Gäste welche nach München fliegen.


Nach dieser schönen und spannenden Reise geht es für uns zurück in den Alltag.
Danke, dass wir diese intensive Reise.gemeinsam erleben durften.
Eure Annette


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