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Schottland aktiv erleben – Großbritannien

Reisebericht: 21.06. – 03.07.2026

Diese ereignisreiche Schottland-Wanderreise hat Eberhardt für meine 11 Gäste mit ganz vielen Höhepunkten versehen: Edinburgh, Loch Lomond, Loch Ness, die Orkneys ... Auch Whisky darf nicht fehlen!

Dr. Andreas Wolfsteller

Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller

4. Tag: Rundfahrt durch die westlichen Highlands – Aussicht vom Commandos Memorial – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 4. Tag: Rundfahrt durch die westlichen Highlands – Fahrt mit dem Jacobite Steam Train – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 5. Tag: Fort William bis Inverness – Ehem. Abtei in Fort Augustus – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 5. Tag: Fort William bis Inverness – Ehem. Abtei in Fort Augustus – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 5. Tag: Fort William bis Inverness – Wanderung auf dem Great Glen Way von Fort Augustus nach Invermoriston – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 6. Tag: Inverness bis Kirkwall – Wanderung zu den Stacks of Duncansby – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 7. Tag: Geheimnisse der Orkney-Inseln – Stones of Stenness – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 7. Tag: Geheimnisse der Orkney-Inseln – Spaziergang zu den Cliffs of Yesnaby – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 7. Tag: Geheimnisse der Orkney-Inseln – St.-Magnus-Kathedrale in Kirkwall – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 8. Tag: Von Stromness nach Inverness – Klippen von Hoy – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 9. Tag: Abendspaziergang durch Edinburgh – Blick über die Princes Street Gardens zur Altstadt – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL) 10. Tag: Edinburgh – Stadtrundfahrt am Vormittag – Maria Stuarts Badehaus am Holyrood Palace – © Andreas Wolfsteller (Eberhardt TRAVEL)

1. Reisetag (Sonntag, 21. Juni 2026): Flug nach Schottland – Stadtrundfahrt in Glasgow

Über Frankfurt bzw. Amsterdam fliegen wir heute nach Edinburgh, um gemeinsam in den nächsten 12 Tagen Schottland zu erwandern und zu erkunden. Und was erleben wir nicht alles schon am ersten Tag! Dank KLM wird es schon am Morgen richtig spannend! Schaffen meine Gäste in Amsterdam den Anschluss? Kommen die Koffer mit? Doch wie durch ein Wunder geht alles gut und alle schaffen es samt Gepäck ins Vereinigte Königreich. Wir lernen Josh kennen, der uns bis einschließlich Donnerstag fahren wird. Wir spielen Koffer-Tetris im Bus. Wir fahren nach Glasgow, um die Kathedrale zu besichtigen, werden dort aber zunächst von einem Umzug verschiedener Marschkapellen feierlich in Schottland begrüßt. (Was die Schotten nicht alles auffahren! Wäre doch nicht nötig gewesen …) Wir besichtigen dann doch noch die altehrwürdige Kathedrale, die dem Heiligen Mungo geweiht ist, und beziehen anschließend unsere Zimmer im nahegelegenen neuen moxy-Hotel. Und dann setzen wir die Stadtbesichtigung mit einem Besuch der Kelvingrove Art Gallery im Glasgower Westend fort. Da meine Gäste ja eine Aktivreise gebucht haben, schließen wir ein Spaziergang über den Universitätscampus an. Dabei würde es uns nicht wundern, wenn jetzt Hexen und Zauberer mit Besen um die Ecke kämen, denn der Campus sieht wie aus einem Fantasyfilm aus. Die Fahrt mit der U-Bahn in die Innenstadt ist schon für sich genommen ein Erlebnis. Und dann laufen wir ja auch noch durch die Fußgängerzone und um den George Square herum zum Hotel zurück und bewundern dabei die alten Kauf- und Handelshäuser aus der goldenen Glasgower Zeit als Merchant City. Beim Abendessen in einem Restaurant lernen wir uns schon mal besser kennen und können die vielen Erlebnisse des ersten Tages sortieren.

2. Reisetag (Montag, 22. Juni 2026): Ausflug zum Loch Lomond — Wanderung auf dem West Highland Way

Ein erster Ausflug in die Highlands führt uns zum Loch Lomond. Dort wartet auch die erste Wanderung unserer Reise auf uns (vielleicht sogar die anspruchsvollste). Ein Ausflugsboot, das nur für uns gechartert wurde, bringt uns von Tarbet über den flächenmäßig größten schottischen See zur Jugendherberge in Rowardennan, dem Ausgangspunkt für unsere Wanderung auf dem West Highland Way auf den Spuren berühmter Highlander wie dem Viehdieb Rob Roy. Bei angenehmen Temperaturen von etwa 18 Grad und vereinzelten Regentropfen legen wir Kilometer um Kilometer zurück, immer vorwärtsgetrieben durch die Midges, die nur darauf lauern, dass ein müder Wanderer eine längere Pause einlegt. Doch schon in gemächlichem Wandertempo hängen wir sie problemlos ab. Sollen sie sich ruhig andere Opfer suchen! Die erste Hälfte unserer Wanderung wird durch eine „Umleitung“ bestimmt, die uns auf die obere Route zwingt. Es geht zwar stärker bergauf, dennoch kommen wir zügiger voran. Die zweite Hälfte verläuft dann näher am Ufer des Loch Lomond entlang. Theoretisch könnten wir an einigen Stellen auch baden … Nach vier Stunden erreichen wir unser Ziel: das Inversnaid Hotel. Genauer: den Tresen mit den Zapfhähnen dahinter. Das erfrischende Bier haben wir uns nach 12 Kilometern redlich verdient. Nachdem wir uns ausgeruht und uns dabei auch gleich als Gruppe näher kennengelernt haben, werden wir von einem anderen Boot abgeholt und zurück nach Tarbet gebracht. Die Kapitänin spricht zu unserer Erheiterung ein paar Worte Deutsch mit starkem Akzent („Wasser-kraft-werk“), da sie sich gerade auf ihren Urlaub in Deutschland vorbereitet. Josh hat pflichtbewusst auf uns gewartet und bringt uns nach Glasgow zurück. Freundlicherweise lässt er sich zu einem Fotostopp am Riverside Museum überreden. Der River Clyde fließt an diesem Abend ganz, ganz ruhig und träge dahin, sodass sich Museum und Segelschiff auf der stillen Wasseroberfläche spiegeln. Inzwischen ist es auch wieder warm und sonnig geworden. Im Hotel wartet nun die belebende Dusche, nach der wir uns erholt genug für das Abendessen in einem Pub hinterm Rathaus fühlen. Wir bekommen ein schmackhaftes Dinner serviert, das mit Cranachan auch eine typisch schottische Dessert-Spezialität umfasst.

3. Reisetag (Dienstag, 23. Juni 2026): Stirling – Glencoe – Fort William – Wanderung im Glen Nevis

Am dritten Tag unserer Schottlandreise verlassen wir Glasgow und dringen tiefer in die Highlands vor. Gleichzeitig widmen wir uns den schottischen Legenden und Unabhängigkeitskämpfen, angeführt von William Wallace und Robert the Bruce. Viele Schlachten fanden um Stirling herum statt, wie zum Beispiel die Schlacht von Bannockburn. Die Gedenkstätte erreichen wir nach ca. 45 Minuten Fahrt und wir genießen bei unserem Spaziergang zum Reiterdenkmal für Robert the Bruce die herrlichen Sonnenstrahlen, mit denen uns der schottische Wettergott heute verwöhnt. Wenn Engel reisen? Zumindest an diesem Tag könnte man diesen Eindruck bekommen. (Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt.) Nachdem wir Stirling Castle jetzt schon aus der Ferne gesehen haben, fährt uns Josh direkt vor das Burgtor. Wir fotografieren das Wallace Monument und laufen dann gemeinsam durch die Altstadt den Burgberg hinab bis in die Fußgängerzone. Ein Abstecher zum alten Gefängnis darf dabei natürlich nicht fehlen. Nach weiteren etwa 1,5 Stunden Freizeit in Stirling setzen wir unsere Fahrt in die Highlands durch den östlichen Teil des Nationalparks fort. Wir fahren durch malerische Täler und genießen die tolle Landschaft. Am Loch Tulla machen wir einen spontanen Fotostopp, gefolgt von zwei weiteren Stopps in Glencoe. Hab ich hier an den Drei Schwestern schon einmal besseres Wetter gehabt? Vermutlich nicht. Da muss ich gleich noch eine Schicht Sonnencreme auftragen. Mit 25 Grad und Sonnenschein hatte ich nach dem Blick auf die Wettervorhersage vor Beginn unserer Reise ehrlich gesagt nicht gerechnet. Später unternehmen wir noch eine kleine Wanderung im Glen Nevis und versuchen, einen Blick auf den höchsten Berg der Britischen Inseln zu erhaschen. Leider ziehen jetzt doch Wolken auf und verhüllen den Gipfel des Ben Nevis (wie an über 300 Tagen im Jahr). Er ist halt sehr, sehr scheu. Dafür donnern zwei Eurofighter im Tiefflug ganz dicht über unsere Köpfe hinweg — das erlebt man ja auch nicht alle Tage. Erst Marschkapellen, dann Kampfjets: Wir fühlen uns fast wie hoher Staatsbesuch. Ein paar Highland Cows habe ich auch „organisiert“, die uns unter ihren langen Mähnen neugierig beäugen. Nach etwa 75 Minuten haben wir wieder das Besucherzentrum erreicht, wo Josh und Max geduldig auf uns gewartet haben. Jetzt geht es nur noch zurück zu unserem Hotel am Meer, das für die nächsten beiden Nächte unsere Basis sein wird. Natürlich hoffen wir auch für den nächsten Tag auf tolles Wetter, denn schließlich stehen mit dem Eilean Donan Castle und dem Jacobite Steam Train zwei weitere Höhepunkte unseres Reiseprogramms an.

4. Reisetag (Mittwoch, 24. Juni 2026): Eilean Donan Castle — Fähre von Armadale nach Mallaig — Jacobite Steam Train

Die Fahrt am Vormittag durch die Hügellandschaft der Highlands schließt landschaftlich nahtlos an den gestrigen Nachmittag an. Am Denkmal für die britischen Kommandotrupps des Zweiten Weltkriegs machen wir einen ersten Fotostopp, fahren dann schon ein Stück durch das Great Glen und drehen schließlich bei Invergarry nach Norden ab. Nach etwa 2,5 Stunden Fahrt (mit Pausen) haben wir unser Ziel erreicht: Am Zusammenfluss dreier Lochs thront das berühmte Eilean Donan Castle auf einer Gezeiteninsel. Wer jetzt spontan an Highlander oder James Bond denken muss, dessen Gehirn funktioniert genau richtig! Der Besuch der rekonstruierten Burg ist sehr interessant und entführt uns in die Zeit der Wikingerangriffe und Jakobitenaufstände. Vom Castle aus fahren wir am Nachmittag über die Brücke auf die Isle of Skye, machen zuvor jedoch noch einen Fotostopp am Loch Alsh. An der Torbhaig Distillery fahren wir zum Glück nur vorbei, denn die richtig torfigen Whiskys sind nichts für mich. Pünktlich zum Einchecken erreichen wir den Hafen von Armadale. Hier wollen wir die Fähre nach Mallaig nehmen, die auch schließlich mit etwas Verspätung eintrifft. Bei der 30-minütigen Überfahrt lassen wir uns an Deck den Wind ins Gesicht wehen oder nutzen die Zeit für eine Kaffeepause an Bord. Für alle Harry-Potter- und Eisenbahn-Fans ist die Fahrt mit dem Jacobite Steam Train natürlich ein ganz besonderer Höhepunkt, der Herzen höher schlagen lässt! Max will diesmal auch unbedingt mitkommen. Seit unserer Harry-Potter-Tour durch England im April ist er ebenfalls großer Fan und möchte unbedingt Hogwarts sehen. Am Glenfinnan Viaduct bremst der Zug auch extra ab, damit wir die Chance auf ein Foto haben. Immer wieder eröffnet sich uns ein schöner Blick auf die Küste, Berge oder einen schottischen Loch. Wettertechnisch wird es auch immer besser, sodass uns ein wunderbar sonniger Abend geschenkt wird. Gegen Ende der Fahrt sehen wir sogar den Ben Nevis ganz ohne Wolken. Da haben wir schon wirklich großes Glück! Josh erwartet uns am Bahnhof von Fort William und bringt uns zu unserem Hotel zurück. Gern würden wir am Abend noch das schottische Team bei ihrem letzten Gruppenspiel anfeuern, doch ein Anpfiff um 23 Uhr ist dann doch etwas spät — zumal morgen die zweite lange Wanderung unserer Reise auf uns wartet.

5. Reisetag (Donnerstag, 25. Juni 2026): Fort Augustus — Wanderung auf dem Great Glen Way – Urquhart Castle am Loch Ness – Inverness

All die Sorgen um das Wetter, das Bangen um die Wanderung am Loch Ness hätte ich mir bei meinen Wetterengeln sparen können! Natürlich bleibt es am heutigen Tag größtenteils trocken, natürlich haben wir Glück und sehen beim Fotostopp an der Schleusentreppe „Neptune’s Staircase“ nicht nur das Durchschleusen zweier Segelboote, sondern auch den Gipfel des Ben Nevis in seiner ganzen unverhüllten Pracht. Bei dieser Gruppe hätte ich mich ehrlich gesagt auch nicht gewundert, wenn wir heute Nessie gesehen hätten. Dann kann das Ungeheuer vom Loch Ness eigentlich nur ein Mythos sein! Oder? Schließlich haben wir sowohl beim Aufenthalt im beschaulichen Fort Augustus unser Glück versucht als auch bei der Wanderung auf dem Great Glen Way; sind sogar extra den oberen Weg gelaufen, um aus erhöhter Position den See überblicken zu können. Doch Nessie haben wir auch mit dem Fernglas nicht gesehen, nur hübsche kleine Schlösschen und tolle Landschaft, an der wir uns kaum sattsehen konnten, weshalb wir die Wanderung trotz Nicht-Sichtung von Nessie als Erfolg verbuchen (woran auch vereinzelte ultrakurze Regenschauer nichts ändern). Josh nimmt uns in Invermoriston wieder auf und fährt uns nun zu den Ruinen des Urquhart Castle. Auch hier: tolles, ja sogar noch besseres Wetter. Außerdem haben wir das Kino ganz für uns, sodass ich den einführenden kleinen Film zum ersten Mal auch mit deutschem Ton erlebe. In Inverness müssen wir uns dann leider von unserem Chauffeur Josh verabschieden, der hier von Scott abgelöst wird. Wir haben ihn sehr liebgewonnen und hätten auch gern die Orkney-Inseln mit ihm erkundet! Der Regen, der uns nun doch noch einholt, passt deshalb zu unserer Stimmung und auch zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft, das wir freundlicherweise in einem benachbarten Pub verfolgen dürfen.

6. Reisetag (Freitag, 26. Juni 2026): Glenmorangie Distillery – Wanderung zu den Stacks of Duncansby – Fährüberfahrt auf die Orkney–Inseln

Das enttäuschende Spiel der Nationalmannschaft gegen Ecuador am gestrigen Abend müssen wir uns immer noch schöntrinken, weshalb wir die weltberühmte Glenmorangie Distillery bei Tain ansteuern. Als wir in Inverness losfahren, regnet es noch und auch die Sicht von der großen Brücke ist quasi gleich null. Das bessert sich in der ersten Stunde nach Abfahrt deutlich, sodass uns wenigstens das Wetter nicht zu einem höheren Alkoholkonsum animiert. Liam führt uns durch die Produktions- und Lagerhallen der Whiskybrennerei und erklärt uns ziemlich detailliert die Herstellung des Lebenswässerchens. Zwei gute edle Tropfen Single Malt dürfen wir danach verkosten — leider nicht den Schokoladenwhisky. Während uns unser neuer Fahrer Scott via Wick entlang der schottischen Ostküste bis nach John o’Groats fährt, schlafen wir dann unseren Rausch aus. Nach Ankunft im nördlichsten Ort Großbritanniens machen wir erstmal eine Mittagspause und verspeisen die Sandwiches und Snacks, die wir unterwegs in Wick gekauft haben. Dann brechen wir zur heutigen Wanderung zum Leuchtturm am Duncansby Head und zu den Stacks of Duncansby auf, während derer wir jede Menge Schafe aus nächster Nähe kennenlernen. Einen einsamen müden süßen kleinen Papageientaucher entdecken wir noch an den Klippen inmitten unzähliger Möwen und Tölpel, die jede Menge Lärm verursachen. Dank meiner Wetterengel hält sich das Wetter erstaunlich gut und auf dem Rückweg nach John o’Groats kommt dann sogar noch die Sonne raus. Das stimmt mich optimistisch für die Überfahrt mit der Fähre. Nach dieser weiteren schönen, ungemein beruhigenden Wanderung am Meer brechen wir schließlich zum Hafen von Scrapster auf und warten dort auf die Ankunft der MV Hamnavoe. Das obligatorische 3-Gänge-Abendessen findet heute an Bord des Schiffes statt. Die meisten meiner Gäste greifen zu leckeren Fish & Chips. Nach einer Stunde passiert die Hamnavoe die Klippen von Hoy. Alle stürzen hinaus aufs Aussichtsdeck, um den Old Man zu fotografieren, der stoisch über die Inseln wacht, seinen Blick aufmerksam nach Westen gerichtet. Etwas später legen wir in Stromness an und können zu Fuß hinüber zum Hotel laufen, wobei wir gleich den nächstgelegenen Pub (ganz wichtig!) passieren.

7. Reisetag (Samstag, 27. Juni 2026): Geheimnisse der Orkney–Inseln

Unter strenger Aufsicht hungriger Möwen, die von draußen durch die großen Fenster hineinschauen, essen wir unser Frühstück im Hotelrestaurant. Dichter Nebel stört die Sicht auf den Hafen und lässt uns etwas bangen. Andererseits wirkt Stromness gleich viel geheimnisvoller, was ja zum Motto des Tages passt: Wir wollen schließlich die Geheimnisse der Orkney-Inseln erkunden. Und davon gibt es jede Menge, verteilt auf verschiedene Epochen der Geschichte. Den Vormittag verbringen wir vorwiegend in der Jungsteinzeit und besuchen die Standing Stones of Stenness, den Ring of Brodgar sowie das Steinzeitdorf Skara Brae fast direkt am Atlantik. Während wir dem Rauschen des Meeres lauschen und immer mehr Sonnenstrahlen bis zu uns durchdringen und uns sowohl äußerlich als auch unsere Seele erwärmen, versuchen wir uns das Leben vor 5.000 Jahren vorzustellen. Inzwischen setze ich auf die magischen Kräfte meiner Reisegäste und habe den anschließenden Spaziergang zu den Klippen von Yesnaby fest eingeplant. Wir genießen die Meeresluft und erfreuen uns an den interessanten Felsformationen. Die Mittagszeit verbringen wir in Kirkwall und können die eindrucksvolle St.-Magnus-Kathedrale und die Fußgängerzone der „Hauptstadt der Orkneys“ individuell erkunden. Beim ersten Versuch hat die Kathedrale zwar aufgrund eines Konzerts geschlossen, doch später öffnen sich die mächtigen Holztüren und wir dürfen hinein. Strategisch günstig positioniert finden wir neben der Kathedrale rein zufällig eine Eisdiele, die bei diesem herrlich sonnigen Wetter (aber nicht so heiß wie gerade in Deutschland!) auf großen Anklang stößt. Später am Nachmittag unternehmen wir noch eine kleine Panoramafahrt zu den Churchill Barriers südlich von Kirkwall und gelangen dabei auch auf zwei benachbarte Inseln. Jedoch — ich gebe es hiermit zu — ist mein eigentliches Ziel ein höhergelegener Aussichtspunkt mit Blick auf die Bucht von Scapa Flow. Hier wird die Flasche Highland Park gezückt und auf unser Bergfest angestoßen! Viel zu schnell ist die erste Hälfte unserer Schottlandreise vergangen … Über die Panoramastrecke entlang der Bucht von Scapa Flow bringt uns Scott schließlich nach Stromness zurück. Da der Abend sehr mild und sonnig ist, können wir vor dem Abendessen noch ein bisschen durch die stillen Straßen von Stromness bummeln, die durchaus einen gewissen Charme versprühen.

8. Reisetag (Sonntag, 28. Juni 2026): Fähre nach Scrapster – Dunrobin Castle – Culloden Moor – Abendspaziergang in Inverness

Viel zu schnell geht unser Besuch auf den Orkney-Inseln schon wieder zu Ende. Die MV Hamnavoe erwartet uns am Morgen nach dem Frühstück und bringt uns von Stromness zurück nach Scrapster. Die Rückfahrt erfolgt unter strenger Aufsicht des Old Man ähnlich ruhig wie die Hinfahrt am Freitag. Für unseren Geschmack viel zu rasch ziehen die Klippen von Hoy an uns vorbei und wir erreichen das offene Meer. Zurück auf dem schottischen „Festland“ geht es querfeldein zum Dunrobin Castle. Uns erwartet ein Märchenschloss mit 189 Zimmern, wie es sich Walt Disney nicht besser hätte ausdenken können, sowie ein prächtiger Garten im französischen Stil. Im Drawing Room wird sogar gerade für die Besucher Klavier gespielt. Das Thema Jakobitenaufstände hat uns ja schon seit dem dritten Reisetag begleitet. Mit einem Besuch des Schlachtfelds von Culloden findet dieses Kapitel nun seinen Höhepunkt und Abschluss. Der stürmische Wind treibt uns zunächst ins gut gestaltete Museum, wo wir uns von unseren Audioguides durch die Geschichte treiben lassen. Wer mutig genug ist, kann anschließend hinaustreten auf die offene Moorlandschaft und die Gedenksteine der einzelnen Clans ablaufen. (Clan Fraser aus Outlander ist natürlich auch vertreten.) Nach wenigen Minuten Fahrt sind wir anschließend zurück im Royal Highland Hotel in Inverness. Da das Wetter recht gut aussieht und wir vor dem Abendessen auch noch genügend Zeit haben, ziehen wir den Spaziergang am River Ness vor und bewundern das schöne Rathaus und das frisch restaurierte Inverness Castle sowie die hübschen Häuser am Fluss. Mit einem Gläschen Drambuie stoßen wir nach dem Dinner abschließend auf Bonnie Prince Charlie und die schottischen Highland-Clans an.

9. Reisetag (Montag, 29. Juni 2026): Wanderungen um den Loch Morlich und zu den Birks of Aberfeldy – Dunkeld – Edinburgh

Am Ende des Tages wartet der große Höhepunkt der Reise auf uns: die Hauptstadt Edinburgh. Wir nähern uns ihr in mehreren Etappen, die auch zwei kleinere Wanderungen umfassen. Zunächst fahren wir in den Cairngorms-Nationalpark und wandern dort um den Loch Morlich. Bevor wir zur Wanderung aufbrechen, beobachten wir einen mutigen Einheimischen, der sich tatsächlich nur in Badehose mit dem Paddle Board entgegen der Windrichtung auf das kalte Wasser traut. Und der Wind bläst heute ordentlich über den See. Die Schotten sind halt hart im Nehmen. Wir verlassen lieber den schönen Strand und ziehen uns in den Wald zurück, wo wir vor Wind und Wetter halbwegs geschützt sind. Als wir nach 1,5 Stunden wieder den Ausgangspunkt erreichen, haben wir nicht nur den See umrundet, die Skigebiete an den Berghängen aus der Ferne erblickt und viele Entenfamilien getroffen, sondern stellen erfreut fest, dass unser mutiger Schotte seinen Ausflug auf den See ohne Blessuren und Erfrierungen überlebt hat. Hut ab! In Aviemore kaufen wir uns dann Verpflegung für die anschließende Mittagspause im Bus. Den Nachtisch gibt es dann bei einem Besuch beim Highland Chocolatier – zum Beispiel eine kleine Praline oder eine reichhaltige Hot Chocolate. Das können wir uns ohne schlechtes Gewissen gönnen, denn wir schnüren ja heute kurz darauf zum zweiten Mal die Wanderschuhe! Die Wanderung zu den Birks of Aberfeldy ist dann im Vergleich etwas anstrengender, führt dafür aber durch ein wunderschönes grünes Tal mit vielen kleinen Wasserfällen und einem größeren Wasserfall am Ende, das schon Robert Burns inspirierte. Hernach folgt ein Abstecher nach Dunkeld, wo wir eine kleine Runde drehen und u. a. die Dunkeld Cathedral besichtigen. Es folgt die letzte Fahrt-Etappe von Dunkeld bis nach Edinburgh. Die imposante rote Forth Bridge – immerhin Weltkulturerbe – hat einen eigenen Fotostopp verdient. Doch auch die beiden neueren Straßenbrücken sind in ihrer Größe beeindruckende Konstruktionen. Am Hotel verabschieden wir uns vorübergehend von Scott, der ohne uns noch bis nach Glasgow fahren muss und dort morgen seinen freien Tag verbringen wird. Von unseren Hotelzimmern sind wir sehr angetan und auch das Buffet überzeugt. Leider sind der Kapazität unserer Mägen Grenzen gesetzt, sonst würde noch viel mehr Tiramisu reingehen. Spontan unternehmen wir dann auch heute noch einen „kleinen“ Abendspaziergang, um uns mit der näheren Umgebung vertraut zu machen. Das schöne Wetter ausnutzend entführe ich meine Gäste über die Princes Street bis zur Royal Mile und auf der anderen Seite über die Victoria Street und den Grassmarket zurück zum Hotel, wo wir nur knapp den Anstoß des Fußballspiels verpassen.

10. Reisetag (Dienstag, 30. Juni 2026): Stadtrundfahrt in Edinburgh – Edinburgh Castle – Freizeit

Unser dynamisches Duo für die Stadtrundfahrt besteht heute aus unserer Stadtführerin Victoria und unserem Chauffeur Paul. Mit ihnen verbringen wir den Vormittag in der schottischen Hauptstadt. Victoria zeigt uns zunächst die Neustadt mit dem Sitz des First Ministers und die noble Privatschule Fettes College, deren Regeln und Traditionen als Vorlage für Harry Potter (und James Bond) dienten. Dann fahren wir zum Holyrood Palace, durch die Altstadt zum Nationalmuseum (wo wir uns schon wieder von Paul verabschieden) und spazieren schließlich von der Bobby-Statue über die Victoria Street bis zum oberen Ende der Royal Mile. Und hier geht dann auch schon wieder unsere Zeit mit Victoria zu Ende, der wir gern noch für viele weitere Stunden gelauscht hätten. So, liebe Gäste, natürlich habe ich den großen Höhepunkt der Stadtrundfahrt keinesfalls vergessen, ganz im Gegenteil. Vielmehr möchte ich ihn an dieser Stelle ganz besonders in Szene setzen! Wir werden nämlich während unseres Spaziergangs vom Bus zum Holyrood Palace Zeuge, wie das Königspaar Charles und Camilla mit dem Hubschrauber am Palast eintrifft. Als der Hubschrauber zur Landung ansetzt, wird die königliche Flagge gehisst! Auch kommt wenig später eine schwarze Limousine mit Polizeieskorte um die Ecke, wobei wir glauben, dass zumindest Charles nicht im Auto saß (Camilla vielleicht schon), sondern hinten im Palastgarten geblieben ist, um dort der feierlichen Übergabe des Stadtschlüssels beizuwohnen. Am Nachmittag soll dort auch die königliche Gartenparty steigen. Wir sind jedenfalls mal wieder zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, was das Reiseglück meiner Gäste noch einmal verdeutlicht. Und natürlich sind wir auch pünktlich zum Abschießen der Kanone im Edinburgh Castle. Obwohl ich genau weiß, was kommt, erschrecke ich mich beim großen Knall um 13 Uhr trotzdem und verwackle das Video. Ab jetzt haben meine Gäste dann Freizeit in Edinburgh, die sie zum weiteren Erkunden der Burg (inklusive Kronjuwelen) und der Alt- und Neustadt nutzen können. Leider fallen doch ein paar Regentropfen, aber so dramatisch, wie es das Regenradar vermuten lässt, wird es am Ende zum Glück nicht. Am Abend treffen wir uns alle in einem typisch schottischen Pub und kommen dort in den Genuss eines leckeren Menüs mit musikalischer Begleitung durch ein weiteres dynamisches Duo.

11. Reisetag (Mittwoch, 01. Juli 2026): Scottish Borders – Melrose Abbey – Wanderung am Hadrianswall

Wie gern würde ich jetzt beginnen mit: „Nach der gestrigen Gartenparty von King Charles im Garten des Holyrood Palace …“ Allein: Wir haben ja leider keine Einladung erhalten! Fraglich ob wir das passende Outfit (Hut!) überhaupt im Koffer gehabt hätten. Aber im Pub war es ja gestern Abend auch schön und es gab sogar Livemusik. Wir verlassen also Edinburgh am heutigen Morgen nach zwei Nächten und fahren in Richtung England. Welch ein Frevel, könnte man fast unterstellen! Aber wir bleiben ja nur kurz im ehemals feindlichen Ausland, um ein Stück entlang der ehemaligen Grenze zu wandern … Zuvor machen wir jedoch auf den Spuren von Walter Scott und Theodor Fontane in Melrose Station und besichtigen die Ruinen der Melrose Abbey, der ehemals größten und prächtigsten der drei Grenzabteien in den Scottish Borders. An der Grenze halten wir kurz an, um sehnsüchtig einen Blick zurück nach Schottland zu werfen. Anschließend fahren wir auf dem Weg zum Hadrianswall „Achterbahn“ auf den Landstraßen von Northumberland. Dann haben wir den Hadrianswall erreicht und bereiten uns auf unseren Patrouillengang entlang der Mauer vor. Beim Aufstieg zum Housesteads Roman Fort (Vercovicium) merken wir schnell, warum die Römer ausgerechnet an dieser Stelle ihren Wall errichtet haben. Die erhöhte Position an der Abbruchkante der Schichtstufenlandschaft erlaubt eine weite Sicht ins Land beiderseits der Grenze hinein. Diese Aussicht können wir während unserer Wanderung am Hadrianswall auf den nächsten fünf Kilometern genießen und uns zudem an den auf der Mauer blühenden Wildblumen erfreuen. Feinde aus dem Norden erspähen wir nicht; nur ein paar andere freundliche Wanderer kommen uns entgegen. Ein kurzer Aufenthalt an der Schmiede in Gretna Green, dem romantisch verklärten Zufluchtsort aller unsterblich verliebten jungen Paare, rundet unser Tagesprogramm ab. Doch in gewisser Weise haben ja auch wir uns jetzt wieder hinter die Grenze geflüchtet. Und auch wir sind hoffentlich ein bisschen verliebt — in Schottland und seine Bewohner. Unser schönes Hotel in Dumfries liegt im Grünen inmitten des Uni-Campus. Leider können wir den Abend nicht draußen auf den Bänken ausklingen lassen, da es jetzt doch ziemlich stark regnet. Was allerdings nur unterstreicht, welch großes Wetterglück wir unterwegs auf unseren Wanderungen hatten!

12. Reisetag (Donnerstag, 02. Juli 2026): Culzean Castle – Robert Burns Museum – Rückfahrt nach Glasgow – Abschiedsessen

Am Morgen ist der Regen abgeklungen und wir beginnen im Trockenen die Rückfahrt nach Glasgow, mit der sich der große Kreis durch Schottland schließen wird. Unterwegs begleiten uns aber gedanklich drei berühmte schottische Roberts und bestimmen das heutige Tagesprogramm: Robert Adam, Robert Burns und Robert the Bruce. Ersterer hat als Architekt das Culzean Castle gestaltet, welches wir nach 2,5 Stunden Fahrt durch die Lowlands mit einer abenteuerlichen Umleitung und einer kurzen Pause in Alloway erreichen. 2,5 Stunden sind auch für unseren Aufenthalt im Schlosspark eingeplant, sodass wir uns noch ein letztes Mal ordentlich die Füße vertreten und Schritte sammeln können. Und natürlich können wir auch das schöne Schloss selbst besichtigen. Danach kehren wir nach Alloway zum Robert Burns Birthplace Museum zurück, welches wir nun auch besichtigen. Zum Museum gehört einerseits das Geburtshaus, ein einfaches strohgedecktes Cottage, in dem Robert Burns in bescheidene Verhältnisse geboren wurde, andererseits ein modernes Museum, das sein Leben, Wirken und seine Zeit beleuchtet. Die Schotten lieben jedenfalls ihren Rabbie, und nach diesem Besuch verstehen wir hoffentlich ein bisschen besser warum. Robert the Bruce (der dritte Robert des Tages) hatte einst in Ayr das erste Parlament zusammengerufen. Heute ist Ayr ein Badeort mit Sandstrand – und einer Eisdiele. Richtiges Badewetter ist heute leider nicht; der heftige Westwind sorgt für kühle Temperaturen und einen Mix aus Sonne und Wolken. Wir machen trotzdem einen kurzen Fotostopp, bevor wir nach Glasgow weiterfahren. Hier schließt sich der Kreis, hier nehmen wir nun endgültig Abschied von Scott, der uns auch heute wieder sicher ans Ziel gebracht hat. Wir sind zwar in einem anderen Hotel, aber wieder mitten im Zentrum untergebracht. Der ehrwürdige Corinthian Club, in dem unser Abschiedsabendessen stattfindet, liegt gleich um die Ecke. Unter der Glaskuppel des großen Saals fühlen wir uns wie VIPs, wenngleich unsere Outfits vielleicht nicht mit den schicken Kleidern der jungen Damen mithalten können, die parallel zu uns ihren Uni-Abschluss feiern.

13. Reisetag (Freitag, 03. Juli 2026): Abschied von Schottland – Rückflug nach Deutschland

Mit demselben Bus, aber neuem Fahrer — angeblich Billy, aber Santa Claus würde auch passen — werden wir nach dem Frühstück vom Hotel abgeholt und in etwa 40 Minuten nach Edinburgh transferiert. Auf dem Flughafen der schottischen Hauptstadt schließt sich der Kreis und wir müssen uns tatsächlich auch schon vorsichtshalber voneinander verabschieden, denn wir fliegen ja ab hier entweder mit Lufthansa nach Frankfurt oder mit KLM nach Amsterdam zurück. Dank des kräftigen Rückenwinds kann unser sehr auskunftsfreudiger Lufthansa-Pilot die Verspätung beim Start wieder rausholen, sodass wir pünktlich in Frankfurt aufsetzen. Ab hier muss ich mich nur noch mit Max als Begleitung nach Leipzig durchschlagen und auf den guten Willen der Deutschen Bahn vertrauen. Doch in Gedanken bleiben meine lieben Gäste und auch mein geliebtes Schottland noch lange bei mir.


Liebe Gäste meiner Schottland-Reisegruppe im Juni/Juli 2026,

es war mir eine große Freude, euch alle kennenzulernen und euch Schottland zu zeigen! Ich danke euch für die tollen gemeinsamen Erlebnisse und vielen netten Gespräche auf den Wanderungen, Spaziergängen und abends im Pub beim Fußballgucken. Als Wetterengel habt ihr stets für angenehmes Wetter gesorgt: nicht zu warm und nicht zu nass. Allein schon deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn ich euch bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-(Wander-)Reise begrüßen darf.

Herzlichst

Euer Andreas Wolfsteller


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