Eine neu aufgelegte Reise auf den Spuren von Clans, Küsten und Kultur
Reisebericht: 14.06. – 22.06.2026
Auf neuen Wegen zu alten Legenden: Eine neu aufgelegte Reise durch das Herz Schottlands. Auf den Spuren geschichtsträchtiger Clans, majestätischer Burgen und jahrhundertealter Traditionen.
Ein Reisebericht von
Kathrin Becker
Anreise nach Rotterdam. Wenn aus einer frühen Morgenstunde die große Vorfreude erwacht.
Um Punkt 04:00 Uhr morgens startete unser Reisebus am Flughafen Dresden. Während die Stadt noch schlief, ging es für uns direkt los. Die Koffer waren schnell verladen und nach einigen Zwischenstopps war unsere Gruppe von 30 Reiseteilnehmern komplett. Mit den letzten erwartungsvollen Gästen an Bord ging es schließlich von Eisenach aus zügig in Richtung niederländischer Küste.
Der Hafen von Rotterdam zählt bis heute zu den größten der Welt. Auf unserem Weg zum Terminal fuhren wir an gewaltigen Containeranlagen und riesigen Frachtern vorbei, bevor wir pünktlich das Fährterminal erreichten. Vor uns lag bereits die P&O-Fähre – unser schwimmendes Hotel, das uns über Nacht auf die britische Insel bringen sollte.
Der Check-In für die gesamte Gruppe war schnell erledigt. Nachdem die Kabinen bezogen waren, trafen wir uns alle beim Abendessen wieder. Das reichhaltige Buffet an Bord bot eine riesige Auswahl und kam bei den Gästen nach der langen Fahrt hervorragend an.
Einige Reiseteilnehmer nutzten die Zeit an Bord ausgiebig, um das Unterhaltungsangebot zu erkunden. Ob bei einem Drink in der Panorama-Lounge, beim Stöbern in den schiffseigenen Shops oder einfach bei frischer Seeluft an Deck. Ein rundum gelungener Auftakt für diese Rundreise. Morgen früh erreichen wir England und steuern direkt auf die schottische Grenze zu!
Über die Grenze in die pulsierende Kulturmetropole
Nach einer ruhigen Nacht auf der Nordsee starteten wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück an Bord der Fähre, bevor wir pünktlich im englischen Hafen von Hull anlegten. Vor uns lag eine Tagesetappe von rund 429 Kilometern, die uns quer durch den Norden Englands und schließlich direkt nach Schottland führen sollte. Mit unserem Reisebus überquerten wir die Penninen und fuhren an der Kulisse des North Pennines National Parks vorbei. Gegen Mittag war es dann so weit, wir überquerten die schottische Grenze.
Unser allererster Halt auf schottischem Boden war der geschichtsträchtige Ort Gretna Green, weltberühmt für seine historische Hochzeitsschmiede. Hier legten wir eine entspannte Mittagspause ein. Die Gruppe nutzte die Zeit ausgiebig, um durch die kleinen, urigen Geschäfte zu bummeln oder das angeschlossene Museum zu besichtigen.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Glasgow, die größte Stadt Schottlands und eine absolut pulsierende Kulturmetropole. Dort wurden wir bereits von unserem lokalen Stadtführer erwartet. Mit seiner unheimlich witzigen Art und einer Fülle an großartigen Geschichten hatte er die Gruppe sofort auf seiner Seite und sorgte für beste Stimmung.
Unser gemeinsames Programm startete an der imposanten St. Mungo Cathedral, dem bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerk der Stadt. Nach der Besichtigung der Kathedrale spazierten wir ein Stück über den beeindruckenden, anliegenden historischen Friedhof (Necropolis). Zurück im Bus ging es weiter auf eine informative Stadtrundfahrt. Unser Guide zeigte uns die verschiedenen Facetten Glasgows, von der stolzen industriellen Vergangenheit bis hin zur modernen, bunten Kunst- und Musikszene. Nach diesem erlebnisreichen Tag bezogen wir unser Hotel in der Nähe des Flughafens in Glasgow. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen ließen wir die vielen neuen Eindrücke noch einmal Revue passieren.
Durch wilde Highlands zu mystischen Seen und alten Burgen
Unser dritter Reisetag führte uns von Glasgow aus zunächst entlang des Flusses Clyde zum eindrucksvoll gelegenen Dumbarton Castle. Der Einlass ließ morgens ein wenig auf sich warten, der Chef der Burg war noch nicht vor Ort. Ein charmanter Beweis dafür, dass man es in Schottland eben gerne gemütlich angehen lässt! Die imposante Festung thront auf einem markanten Basaltfelsen hoch über dem Wasser. Trotz des typisch schottischen Wetters, es war ein wenig diesig, bot die Burg faszinierende Einblicke in ihre wechselvolle Geschichte und einen weiten Ausblick über das Clyde-Tal bis hin zur gewaltigen Erskine Bridge, über die wir zu Beginn unserer Etappe gefahren sind.
Danach steuerten wir den Trossachs-Nationalpark an, wo uns der Loch Lomond erwartete. Passend dazu legte unser Busfahrer Jörg das weltberühmte schottische Lied über den See auf, bei dem einige Kenner aus der Gruppe sofort einstimmten und mitsangen. Der Loch Lomond ist der flächenmäßig größte See Großbritanniens und gilt wegen seiner malerischen Inseln und der sanften Hügelketten als einer der schönsten des Landes. In dem charmanten Denkmalschutz-Dorf Luss machten wir Halt. Ein Spaziergang zum hölzernen Anlegesteg des Ortes belohnte uns mit einem fantastischen, wenn auch ein wenig wolkenverhangenen Ausblick auf das Wasser.
Entlang der kurvenreichen Uferstraße und untermalt von passender Musik an Bord ging es weiter hinein in das wunderschöne, zentrale Hochland. Schließlich durchqueren wir das geschichtsträchtige Tal von Glen Coe. Ein Ort von wilder, fast dramatischer Schönheit, geprägt von schroffen und steilen Berghängen. Das Tal ist tief verbunden mit den tragischen Ereignissen aus der bewegten Vergangenheit der schottischen Clans und dem berüchtigten Massaker von 1692.
Unterwegs bremste unser Bus abrupt ab, als wir die Musik eines Dudelsackspielers hörten. Ein traditionell gekleideter Highlander begrüßte uns mit seiner Musik am Straßenrand. Nachdem alle fleißig Fotos geschossen hatten, fuhren wir direkt zum nächsten landschaftlichen Highlight. Bei den markanten Berggipfeln der „Drei Schwestern“ (Three Sisters) riss der Himmel auf, und wir konnten bei bestem Fotowetter spektakuläre Aufnahmen machen.
Im modernen Glencoe Besucherzentrum angekommen, staunen wir vor allem über den detailgetreuen Nachbau einer historischen Unterkunft, in der die Highlander einst lebten. Dieses faszinierende Gebäude wird offiziell als „Turf and Creel House“ (Soden- und Flechthaus) bezeichnet und vermittelt mit seinen dicken Erdwänden und dem reetgedeckten Dach einen bleibenden Eindruck vom rauen Alltag im 17. Jahrhundert.
Der nächste Fotostopp führte uns zum Commando Memorial nahe Spean Bridge. Auch hier war das Wetter auf unserer Seite. Wir hatten freie Sicht auf den majestätischen Ben Nevis, den mit 1.345 Metern höchsten Berg des gesamten Vereinigten Königreichs.
Über den kleinen Ort Fort Augustus setzten wir unsere Reise fort. Dort besichtigten wir die beeindruckende, mehrstufige Schleusentreppe am Kaledonischen Kanal, die wie eine Wassertreppe die Schiffe mitten durch das Land befördert. Anschließend ging die Fahrt weiter entlang des sagenumwobenen Loch Ness, doch das weltberühmte Ungeheuer Nessie wollte sich heute leider nicht an der Oberfläche zeigen.
Unseren letzten Stopp des Tages legten wir am geschichtsträchtigen Urquhart Castle ein. Ursprünglich war hier nur ein Blick von außen geplant, doch dank unseres flexiblen Explorer Passes öffneten sich für uns die Tore, und wir konnten das weitläufige Gelände der Ruine direkt am Steilufer des Loch Ness erkunden.
Ein unglaublich ereignisreicher, wunderschöner Tag im schottischen Hochland ging schließlich in unserem Hotel in Inverness zu Ende. Wir waren alle begeistert von den vielen Facetten der Landschaft, die wir heute erleben durften.
Wilde Natur, exotische Gärten und ein viktorianisches Wunderwerk
Unser vierter Reisetag versprach Wildnis pur: Eine Rundfahrt an der unberührten, rauen schottischen Westküste, deren ungezähmte Natur sich bis zum Atlantik erstreckt. Obwohl uns der Morgen zunächst mit Regen empfing, war das Wetterglück schnell wieder auf unserer Seite. Schon während der Fahrt über die Kessock Bridge lockerte es auf.
Pünktlich zu unserem ersten Ausstieg an den Rogie Falls hörte es auf zu regnen. Auf einem idyllischen Fußweg wanderten wir durch den Wald zu den eindrucksvollen Wasserfällen. Besonders spektakulär war der Blick der schwankenden Hängebrücke, die sich direkt über der felsigen Schlucht spannt.
Weiter ging es durch die wunderschöne Landschaft der Highlands. Am berühmten Queen’s View legten wir einen kurzen Stopp ein. Belohnt wurden wir mit einer fantastischen Aussicht auf den Loch Maree, während sich direkt vor uns ein prachtvoller Regenbogen über das Wasser spannte, ein perfektes Motiv für unsere Kameras.
Der nächste Aufenthalt führte uns in das Beinn Eighe Nationalpark Center. Das Schutzgebiet beeindruckt mit seinen uralten, majestätischen schottischen Kiefernwäldern und einer reichen Tierwelt. Im informativen Center konnten wir uns über die Besonderheiten der Region informieren, bevor wir die Zeit für einen entspannten Spaziergang unter den Baumkronen nutzten. Die Tierwelt hielt sich zwar vor uns versteckt, aber die zeitlose Weite der Landschaft war auch so tief beeindruckend.
Entlang der zerklüfteten Atlantikküste ging die Fahrt weiter. Nach mehreren Fotostopps an der Panorama-Route erreichten wir das hübsche Fischerdorf Gairloch und hielten für einen Blick auf die wunderschöne Bucht.
Ein absoluter Kontrast erwartete uns anschließend im botanischen Garten von Inverewe. Dank des milden Einflusses des Golfstroms gedeihen hier exotische und subtropische Pflanzen mitten in der wilden Kulisse der Highlands. Die Pracht aus aller Welt inmitten des rauen Nordens überraschte und begeisterte die gesamte Gruppe. Nach einem ausgiebigen Bummel durch die prachtvollen Gartenanlagen legten wir hier auch unsere individuelle Mittagspause ein.
Am Nachmittag setzten wir die Küstenfahrt fort und erreichten schließlich die Corrieshalloch Gorge. Dort wurden wir von einem bestens gelaunten Ranger begrüßt. Stolz präsentierte er uns das neu erbaute Besucherzentrum, das wie er scherzhaft betonte, die absolut besten Toiletten der gesamten Highlands besitzt. Mit sichtlicher Begeisterung erzählte er uns auch die Geschichte der spektakulären Hängebrücke, die tief mit der viktorianischen Ära verbunden ist.
Die Brücke wurde bereits im Jahr 1874 von dem genialen Ingenieur Sir John Fowler erbaut. Er besaß das umliegende Anwesen und ließ in drei Jahrzehnten über 9 Millionen Bäume pflanzen. Berühmt wurde Fowler vor allem als Chefingenieur der weltbekannten Forth Railway Bridge bei Edinburgh und der ersten Londoner U-Bahn. Die schmale Fußgängerbrücke über der Corrieshalloch-Schlucht baute er damals, um den ersten viktorianischen Touristen den perfekten, atemberaubenden Blick auf das Naturschauspiel zu ermöglichen.
Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur tief eingeschnittenen Schlucht, in der sich der Fluss tosend seinen Weg durch die Felswände bahnt. Das Betreten der schmalen, historischen Hängebrücke kostete den einen oder anderen etwas Überwindung, da sie in der Luft leicht mitschwingt. Der Ausblick von der Brücke und dem freischwebenden Aussichtspunkt war jedoch absolut unbezahlbar: Der Falls of Measach-Wasserfall stürzt hier dramatisch 46 Meter in die Tiefe.
Nach diesem Tag voller Kontraste kehrten wir am Abend in unser Hotel nach Inverness zurück. Während ein Teil der Gruppe die Ruhe genoss, um die hochlandtypischen Eindrücke nachklingen zu lassen, zog es viele andere Reiseteilnehmer noch einmal hinaus in die Stadt. In den gemütlichen Pubs von Inverness ließen sie den ereignisreichen Tag bei traditioneller schottischer Livemusik und bester Stimmung ausklingen.
Über wilde Pässe zu den Festungen des Ostens
Unser fünfter Reisetag führte uns tiefer in die bewegte Geschichte der Highlands und an die dramatische Ostküste. Erster Stopp des Morgens war das idyllische Dorf Carrbridge. Hier bewunderten wir die berühmte Old Packhorse Bridge aus dem Jahr 1717. Sie ist die älteste erhaltene Packpferdebrücke der Highlands. Einst erbaut, um Särge über den reißenden Fluss Dulnain zu transportieren, fasziniert sie heute als elegantes, schmales Steinband, das sich fotogen über das Wasser spannt.
Anschließend steuerten wir die berühmte Whisky-Region Speyside an und machten Halt im höchstgelegenen Dorf des Nationalparks, in Tomintoul. Bei einem kurzen Stopp in einem urigen Whiskygeschäft nutzten viele die Gelegenheit, das flüssige Gold der Region zu bestaunen (oder sich ein Mitbringsel für zu Hause zu sichern).
Danach wurde unsere Fahrt spektakulär. Unser Bus schraubte sich über den geschichtsträchtigen Bergbau-Ort Well of Lecht den steilen Lecht-Pass hinauf. Die schmale, kurvenreiche Passstraße der historischen Old Military Road führte uns mitten durch die erhabene Bergwelt des Cairngorms-Nationalparks, wo die höchsten Gipfel des Landes thronen. Am Corgarff Viewpoint legten wir einen kurzen Halt ein, um das Panorama dieser kargen, wilden Schönheit mit Blick auf das Corgarff Castle als Fotomotiv festzuhalten.
Unten im Tal angekommen, besichtigten wir das einsam gelegene Corgarff Castle. Diese markante, weiße Festung mit ihrer sternförmigen Außenmauer blickt auf eine düstere Vergangenheit zurück. Ursprünglich war sie der Sitz des Clan Forbes, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte von feindlichen Clans niedergebrannt, diente als Zufluchtsort für Gesetzlose und Schmuggler und spielte schließlich in den blutigen Jakobiteraufständen eine strategisch wichtige Rolle als englische Armeekaserne.
Wieder im Bus, folgten wir der Old Military Road weiter nach Süden und erreichten die charmante Ballater Station. Dieser wunderschön restaurierte, viktorianische Bahnhof ist eng mit dem britischen Königshaus verbunden. Königin Victoria reiste ab 1853 regelmäßig mit dem Zug hierher, um auf ihren nahegelegenen Landsitz Balmoral Castle zu gelangen. Die königliche Wartehalle verströmt noch heute den glanzvollen Geist des 19. Jahrhunderts.
Am Nachmittag wechselte die Kulisse dramatisch, als wir die schroffe Ostküste erreichten. Vor uns lag das absolute Highlight des Tages: Dunnottar Castle. Ein Spaziergang an den Klippen offenbarte uns die ganze Pracht dieser gewaltigen Burgruine, die majestätisch auf einem 50 Meter hohen Felsen inmitten der Meeresbrandung thront. Diese spektakuläre Isolation macht die Festung zu einem der schönsten Fotomotive Schottlands.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir das nahegelegene, malerische Fischerdorf Stonehaven. Am historischen Hafen und an der Uferpromenade genossen wir etwas Freizeit bei einem Kaffee oder einem Spaziergang an der frischen Meeresluft, bevor unser Bus die letzte kurze Etappe des Tages ansteuerte. In unserem Hotel in Aberdeen ließen wir den Abend mit all unseren Eindrücken des Tages ausklingen.
Von Granit und klugen Hunden zu einer spontanen Bier–Reise
Unser sechster Reisetag begann wunderbar entspannt. Nach einem langen, gemütlichen Frühstück brachte uns der Bus ins Zentrum von Aberdeen. Durch mehrere Baustellen wurde daraus gleich eine kleine Stadtrundfahrt. Schottlands drittgrößte Stadt vereint maritimen Charme mit einer stolzen akademischen Tradition. Weil die historischen Gebäude im Sonnenlicht wie Silber funkeln, wird Aberdeen auch liebevoll „Silver City“ genannt. Erbaut wurde die Stadt aus dem berühmten, robusten schottischen Granit. Wir nutzten die freie Zeit am Vormittag ausgiebig für eigene Entdeckungen, kleine Einkäufe oder einen Kaffee.
Am frühen Nachmittag tauchten wir tief in das authentische, ländliche Schottland ein. Wir besuchten eine traditionelle Schafsfarm, auf der seit Generationen die Kunst der Schafzucht gepflegt wird. Die Farmerin Michele gab uns einen faszinierenden Einblick in ihr Leben mit ihrer Familie auf der Farm und die harte, aber traditionsreiche Arbeit eines Schäfers. Mit unglaublicher Freude und beeindruckender Präzision demonstrierte sie uns das Können ihrer Border Collies. Es war faszinierend zu sehen, wie die Hunde auf leiseste Pfiffe reagierten und die Herde perfekt im Griff hatten. Das Besondere dabei war, dass die Vorführung mit einer des ältesten und traditionellsten Schafrassen Schottlands durchgeführt wurde. Die charakteristischen Hebriden-Schafe mit ihrer tiefschwarzen Wolle und den markanten Hörnern ließen sich von den Border Collies leicht durch die Gegend lenken.
Danach ging es weiter an die Küste zum Fischerort Balmedie und dem bekannten Balmedie Country Park. Die weitläufige, herrliche Dünenlandschaft mit ihren hölzernen Promenadenwegen ist eigentlich ein Postkartenmotiv, doch das schottische Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Da es leider regnete, fiel der Strandspaziergang sehr kurz aus.
Doch Flexibilität ist die größte Stärke einer guten Reisegruppe. Nach einer kurzen Abstimmung im Bus disponierten wir spontan um und steuerten ein absolutes modernes Kult-Heiligtum Schottlands an, die Hauptbrauerei von BrewDog im nahegelegenen Ellon. Aus dem verregneten Nachmittag wurde so ein echtes Erlebnis. Wir staunten nicht schlecht über die hochmoderne, gigantische Produktionsstätte der schottischen Punk-Brauer, die von hier aus der ganzen Welt erobert haben. Im angeschlossenen, stylischen „DogTap“ machten wir es uns gemütlich. Fast alle Teilnehmer ließen sich auf ein kleines Tasting-Abenteuer ein. Serviert auf rustikalen Holzbrettern probierten wir eine Auswahl von vier verschiedenen, charakterstarken Craft-Bieren, von fruchtig-frisch bis angenehm herb. Es wurde gefachsimpelt, gelacht und die Stimmung war im Nu wieder auf dem Höchstpunkt.
Bestens gelaunt traten wir die Rückfahrt in unser Hotel nach Aberdeen an. Das gemeinsame Abendessen nahmen wir im Hotel ein, wo uns noch eine ganz besondere Überraschung erwartete. Im Saal direkt nebenan feierten schottische Schüler ihren Abschlussball zum Übergang in die nächste Schulstufe. Wir waren fast live dabei und erlebten ein buntes Programm, das vom Auftritt eines jungen Dudelsackspielers bis hin zu moderner Popmusik reichte.
Von edlen Tropfen, gigantischen Brücken und einer bunten Metropole
Der siebte Tag startete früh und führte uns direkt in die Welt des schottischen Whiskys: Wir besuchten die spektakulär an der Küste gelegene Arbikie Distillery. Das Besondere an dieser Brennerei ist das „Field-to-Bottle“-Konzept. Das bedeutet, vom Anbau des Getreides auf den eigenen Feldern über das Mälzen und Destillieren bis hin zur Abfüllung findet jeder einzelne Schritt direkt vor Ort statt. Bei einer fachkundigen Führung lernten wir den gesamten Herstellungsprozess kennen und durften im Anschluss den besonderen Highland Rye 1794 Single Grain Scotch Whisky verkosten. Nach dem anschließenden Einkauf im hauseigenen Shop nutzten viele die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto mit den schottischen Highland-Rindern, die direkt auf dem Gelände weideten.
Unsere Weiterreise führte uns zunächst nach Dundee. Am Firth of Tay legten wir einen kurzen Stopp ein, um die beeindruckenden Tay Road and Rail Bridges zu fotografieren. Nur wenig später erreichten wir das nächste architektonische Meisterwerk, den Forth Bridges Aussichtspunkt. Von hier aus hatten wir einen fantastischen Blick auf die drei monumentalen Brücken über den Firth of Forth, allen voran die weltberühmte, rote Forth Bridge aus dem Jahr 1890.
Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir schließlich die schottische Hauptstadt Edinburgh. Hier wurden wir von unserer Stadtführerin Lydia begrüßt, die uns bei einer Stadtrundfahrt begleitete. Mit ihren vielen Insidergeschichten und ihrem enormen Wissen machte sie die Tour unheimlich spannend und kurzweilig. Da an diesem Tag die bunte Regenbogenparade (Pride) durch Edinburgh zog, war die Innenstadt voller Leben und wir mussten das Stadtzentrum zunächst geschickt umfahren. Unser Hauptziel in der Stadt war das majestätische Edinburgh Castle, das auf einem erloschenen Vulkanfelsen, dem Castle Rock, thront. Bei der Besichtigung der weitläufigen Festungsanlage tauchten wir tief in die Historie ein. Zudem bot sich uns von den Festungsmauern ein grandioser Ausblick über die historische Old Town und die elegante New Town.
Mit unzähligen neuen Eindrücken im Gepäck steuerten wir am späten Nachmittag unser Hotel außerhalb von Edinburgh an. Beim gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag Revue passieren, während einige Teilnehmer den Abend später noch gemütlich an der Hotelbar ausklingen ließen.
Durch die Borders zurück zur Fähre – Abschied von Schottland
Mit der Fahrt durch die sanft geschwungenen Landschaften der Scottish Borders nahmen wir Abschied von Schottland. Noch einmal begleitete uns die stille Schönheit des südlichen Hochlands – eine Region, geformt durch uralten Vulkanismus und jahrtausendelange Erosion, in der sich Flüsse durch grüne Täler schlängeln und Hügel den Horizont zeichnen.
Unser Hauptstopp am Vormittag war die eindrucksvolle Ruine von Melrose Abbey. Die im Jahr 1136 gegründete Zisterzienserabtei gilt als eines der schönsten Beispiele mittelalterlicher Kirchenarchitektur in Großbritannien, trotz der schweren Zerstörungen während der schottischen Unabhängigkeitskriege. Neben den filigranen Steinmetzarbeiten birgt das Gelände ein besonderes historisches Geheimnis: Hier liegt das Herz des schottischen Nationalhelden Robert the Bruce begraben. Nachdem sein Wunsch, das Herz im Heiligen Land bestatten zu lassen, durch tragische Umstände scheiterte, wurde es nach Schottland zurückgebracht und auf dem Gelände der Abtei beigesetzt. Ein kleiner Gedenkstein markiert heute diese geschichtsträchtige Stelle.
Nach diesem kulturellen Highlight setzten wir unsere Fahrt fort und legten einen kurzen Zwischenstopp im charmanten Städtchen Jedburgh ein, das ebenfalls für seine monumentale Abteiruine bekannt ist.
Wenig später erreichten wir die schottisch-englische Grenze. Hier erwartete uns noch einmal ein echtes Original: Ein schottischer Dudelsackspieler, der neben seiner Musik auch ein kleines mobiles Souvenirgeschäft betrieb. Einige Gäste nutzen den Halt, um die letzten Mitbringsel für die Heimat einzukaufen und ein finales Erinnerungsfoto an der Grenze zu schießen.
Danach ging es auf direktem Weg zum Fährhafen nach Hull. Nach dem Beziehen der Kabinen trafen wir uns alle zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant The Kitchen auf Deck 8 wieder.
Pünktlich legte unsere Fähre, die Pride of Hull, ab und nahm Kurs auf Rotterdam. Während einige Gäste das abendliche Entertainmentprogramm an Bord nutzten, genossen andere den spektakulären Sonnenuntergang auf dem Außendeck bei einer ruhigen und entspannten Überfahrt. Ein würdiger Abschluss für eine unvergessliche Reise.
22.06.2026 Tag 9: Heimreise mit unvergesslichen Erinnerungen
Unser letzter Reisetag begann mit einem frühen Frühstück an Bord der Fähre, während die Küste der Niederlande langsam in Sicht kam. Nach der Ankunft im Hafen von Rotterdam rollte unser Bus schließlich auf die letzte Etappe zurück nach Deutschland.
Die Heimreise verlief absolut reibungslos. Unseren ersten Ausstiegsstopp in Erfurt erreichten wir vollkommen planmäßig, bevor gegen 21:30 Uhr am Flughafen in Dresden der letzte Halt eingelegt wurde und sich die Wege unserer Reisegruppe endgültig trennten.
Mit unzähligen fantastischen Eindrücken im Gepäck, einer Kamera voller toller Fotos und einem großartigen Gruppenspirit schauten wir alle auf neun gemeinsame Reisetage im wunderschönen Schottland zurück.
Liebe Gäste,
hinter uns liegen erlebnisreiche und unvergessliche Tage. Ich danke euch herzlich für euer großes Interesse an dieser neu aufgelegten Reise. Ihr habt die Natur und Kultur mit so viel Freude wahrgenommen, was für eine richtig gute Stimmung in der Gruppe gesorgt hat. Besonders toll fand ich euren Mut, dass fast alle von euch das Nationalgericht Haggis probiert haben.
Wir haben gemeinsam 3743km Kilometer zurückgelegt und unzählige Eindrücke gesammelt. Ein großes Dankeschön gilt unserem Busfahrer Jörg, der uns jeden Tag sourverän und sicher durch Schottland chauffiert hat.
Ich wünsche euch alles Gute, Gesundheit und wunderschöne Reiseerinnerungen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen auf einer zukünftigen Reise.
Slàinte mhath!
Eure Kathrin
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