Der Götakanal – eine Traumreise, vorher noch Stockholm, danach Göteborg
Reisebericht: 25.06. – 05.07.2026
Mit der MS Diana unterwegs auf dem Göta-Kanal, dazu Stockholm und Göteborg – eine ganz besondere Reise
Ein Reisebericht von
Dr. Inge Bily
1. Tag: Donnerstag: 25.06.2026 – Mit dem Flieger nach Stockholm
Wir haben zusammen etwas ganz Besonderes vor: Eine Fahrt mit einem historischen Schiff auf dem berühmten Göta-Kanal. Und damit nicht genug. Wir besuchen vorher noch die schwedische Hauptstadt Stockholm, als Abschluss der Reise dann die bedeutende Hafenstadt Göteborg.
Das Programm ist einmalig! So sind wir voller Vorfreude auf die kommenden Tage. Die Jahreszeit passt auch. Wir haben gerade die längsten Tage und entsprechend kurze Nächte hier in Schweden, d.h. es wird gerade nur kurz dunkel, dann gleich wieder hell. Das ist alles genau richtig für uns. Es herrscht in Schweden zu dieser Zeit eine ganz besondere Stimmung, denn alle freuen sich auf die Sommerferien, auf den Urlaub. Und wir sind auch noch der großen Hitze zu Hause entflohen. Hier sind angenehmere Temperaturen. Es ist warm, aber nicht so extrem heiss.
Aus unterschiedlichen Richtungen starten wir per Flugzeug, treffen uns zum überwiegenden Teil schon beim Anschlussflug in Frankfurt, dann auf dem Flughafen in Stockholm, spätestens jedoch im feinen Hotel dem 4-Sterne-Clarion-Hotel Amaranten in Stockholm. Hier wartet dann auch das Abendessen.
Wir machen uns in der Zwischenzeit bekannt, besprechen das Programm der nächsten Tage und planen Aktivitäten für den freien Tag in Stockholm. Einige wollen nach dem Abendessen schon die Stadt ein wenig erkunden.
2. Tag: Freitag: 26.06.2026 – Panoramafahrt und kulinarische Stadtführung in Stockholm
Frisch und munter, gestärkt nach einem sehr guten Frühstück starten wir mit unserem örtlichen Reiseleiter Tim zur heutigen Stockholm-Besichtigung. Der Bus ist da, los gehts!
Geschichte und Kultur, Vergangenheit und Gegenwart, Altes und Neues, das sind die Themen. Tim bringt uns diese wundervolle Stadt Schritt für Schritt näher, macht uns auf Besonderheiten aufmerksam. Und hier gibt es wirklich viel zu sehen, zu erklären, zu bewundern. Das alles absolvieren wir bei Bilderbuchwetter, aber ohne die sengende Hitze, die wir zu Hause hatten.
Eine Besichtigung des Stockholmer Rathauses (schwedisch Stadshuset), wo jedes Jahr das Bankett zu Ehren der frisch gekürten Nobelpreisträger stattfindet, war der Höhepunkt der Rundfahrt. Schlichte Schönheit und Eleganz konnten wir sehen, prächtige Festsäle durchstreifen. All das verband Tim geschickt mit der Geschichte des Landes, mit den Ansichten und der Mentalität der Schweden heute. Auch Vergleiche zu den skandinavischen Nachbarn und natürlich zu uns Deutschen fehlen nicht. Tim kennt sich da aus.
Unsere Rundfahrt durch diese herrliche Stadt führte uns vorbei an Museen, am Königlichen Schloss und auch am Königlichen Theater, an dem z.B. Ingmar Bergmann Intendant war. Wir sahen Schiffe und ihre Liegeplätze. Ein eigenes Boot haben viele Stockholmer, oft auch ein kleines Sommerhaus auf einer der zahlreichen Inseln. Man kann solche Häuser auch mieten.
Um die Mittagszeit wechselten wir die Perspektive. Nachdem wir vorbei an schönen Parkanlagen, an Villen und Botschaften gefahren waren, stand nun der kulinarische Teil im Mittelpunkt. In der noblen Markthalle im Stadtteil Östermalm waren für uns allerlei Köstlichkeiten bestellt. Die wollten wir nun kennenlernen und verkosten. Und wir griffen ordentlich zu: Fisch, Käse, Wurst, Schinken, Bier. Es war einfach köstlich! Da lässt man sich nicht lange bitten.
Anschließend setzten wir unsere Erkundungstour fort. Mit der U-Bahn fuhren wir mit Tim zur Altstadt. Hier steuerten wir ein weiteres kulinarisches Ziel an: nämlich einen bekannten Stockholmer Fisch-Imbiss. Gebratenen Hering gab es hier. An dieser eher unscheinbar wirkenden Stelle hätten wir eine solche Delikatesse nicht unbedingt vermutet. Aber Tim kennt sich eben aus, kennt auch gefühlt alle wichtigen Leute in Stockholm. Es schmeckte vorzüglich, noch dazu im Freien bei herrlichem Wetter.
Und damit immer noch nicht genug: Anschließend spazierten wir mit Tim weiter, sahen auch Stockholms engste Gasse, gingen durch sie hindurch, kamen nach mehreren Zwischenstopps und Ausführungen zu Geschichte, Kunst und Architektur schließlich zum Café Grillska Huset am Altmarkt, gleich gegenüber vom Nobel-Preis-Museum. Das Café ist eine Institution infür Stockholmer und auch Gäste. Hier gab es Kaffee oder Tee und die feine Prinzesstorte, umhüllt mit einer grünen Marzipanschicht. Das war der krönende Abschluss der Tour und des ganzen Tages. Ein Abendessen braucht heute keiner von uns.
Wir verabschiedeten uns schließlich von Tim, bedankten uns herzlich, bekamen von ihm zuvor noch jede Menge Tipps für Unternehmungen am morgigen freien Tag, den wir nun schon fest im Blick hatten und gleich noch besprechen wollten.
3. Tag: Sonnabend: 27.06.2026 – Freizeit in Stockholm und unterschiedliche Aktivitäten
Der heutige Tag war laut Programm frei von vorgeplanten Aktivitäten, d.h. zur individuellen Gestaltung bestimmt. Ein Teil unserer Gruppe hat schon konkrete Unternehmungen vor.
Andere wünschten sich am Vormittag zunächst einen Besuch im berühmten Vasamuseum, da sie es noch nicht kennen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg dorthin.
Auf der Insel Djurgarden sind übrigens noch eine ganze Reihe weiterer Museen zu Hause, so z.B. das ABBA-Museum und das berühmte Freilichtmuseum Skansen. Auch das Historische Museum, das uns Tim wärmsten empfohlen hatte, ist nicht weit entfernt.
Im Vasamuseum war um diese frühe Zeit kaum Andrang. So kamen wir gleich hinein, orientierten uns, sahen den Film zum Vasa-Schiff und gingen dann auf eine individuelle Besichtigungstour rund um das große Schiff. Dazu gibt es zahlreiche kleinere Einzelausstellungen in den Seitenbereichen des großen Gebäudes, das extra für das Vasa-Schiff gebaut wurde. Natürlich gibt es hier jede Menge Führungen in verschiedenen Sprachen.
Was hat es mit dem Vasa-Schiff eigentlich auf sich? In Auftrag gegeben wurde es von König Gustav II. Adolf, der im 30-jährigen Krieg in der Schlacht bei Lützen (in der Nähe von Leipzig) fiel, und für den es dort auch eine sehenswerte Gedenkstätte gibt. Allerdings ist das Schiff am 10. August 1628 auf seiner Jungfernfahrt schon im Stockholmer Hafen gesunken. Grund war der zu weit oben liegende Schwerpunkt des Schiffes. Erst 333 Jahre später konnte es geborgen werden. Der Film im Vasa-Museum erklärt und zeigt alles ganz genau, den Bau, den dramatischen Untergang des Schiffes, auch seine sehr aufwändige Restaurierung, eine Daueraufgabe, denn das ausgestellte Schiff besteht zu 98%! aus Originalteilen. Die bedürfen einer ganz besonderen Pflege.
Am Nachmittag trafen wir uns am Nybronplan, gingen zum Bootsanleger, wo wir uns eine Rundfahrt durch die Schärenlandschaft ausgesucht hatten. Es gab noch freie Plätze. Was wollten wir mehr!? Glück muss man haben! Unterwegs gab es auf dem Schiff reichlich Erklärungen. Das Wetter war großartig. So hatten wir gleichzeitig einen kleinen Vorgeschmack auf unsere morgen beginnende Tour auf dem Göta-Kanal.
Es war für uns wieder ein herrlicher Tag mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Nun richten sich aber unsere Gedanken voll auf den Göta-Kanal, denn morgen brechen wir dorthin auf, zu einer ganz besonderen Schiffsreise.
4. Tag: Sonntag: 28.06.2026 – Stockholm – Einschiffung auf dem Göta–Kanal–Schiff: Hammarby Schleuse – Mälarsee – Schloss Drottningholm – Södertälje – Ostsee – Stegeborg
Heute verabschieden wir uns vom schönen Stockholm, das wir gleich ins Herz geschlossen hatten. Unsere Fahrt auf dem Göta-Kanal beginnt. Der Transferbus steht pünktlich vorm Hotel: Koffer verladen, einsteigen, und nach kurzer Fahrt sind wir am Anleger am Fuße der Stockholmer Altstadt. Unsere MS Diana ist bereit, wir werden von der Mannschaft herzlich begrüßt und gehen an Bord. Nun waren wir natürlich neugierig: auf unsere Kabinen, und auf das Schiff überhaupt, einfach auf alles.
Gleich gibt es an Deck einen Willkommens-Kaffee mit Kuchen und Obst. Und nach kurzer Zeit lädt uns Anna, unsere prima Bordreiseleiterin, in den Salon ein, wo sich der Kapitän und die Crew-Mitglieder vorstellen, auch mit ihren Aufgaben an Bord.
Von Anna gibt es noch wichtige Informationen über das Leben an Bord, auch zur Sicherheit.
Die erste Schleuse liegt da sogar schon hinter uns. Die Hammarby Schleuse lässt uns vom Saltsjön hinaus auf den Mälarsee fahren.
Auch am Schloss Drottningholm kommen wir vorbei. Hier ist der Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Drottningholm ist eins von Schwedens besterhaltenen königlichen Schlössern aus dem 17. Jahrhundert. Die nicht privat genutzten Räume kann man besichtigen, ganz individuell.
Nach dem schmackhaften Mittagessen an Bord erreichen wir Birka, wo wir einen schönen Spaziergang, einen Rundgang durch die ehemalige Wikingersiedlung machen und das dazugehörige Museum besuchen. Anna begleitet uns, ist sogar wie eine richtige Wikingerfrau gekleidet. Allerdings kommt der angekündigte Regen nun ziemlich unpassend dazwischen. So gehen nicht alle mit auf den Spaziergang. Anna macht auch nicht die ganz große Runde, denn auf den nassen Steinen ist es mitunter glitschig. Aber auch auf dem Schiff ist es herrlich. Mit einer Tasse Kaffee genießt man da die Pause nach dem Essen ganz entspannt, auf dem Sonnendeck oder eben im Salon.
Nach dem Wikinger-Spaziergang gibt es eine typisch schwedische Fikapause, d.h. Nachmittagskaffee. Es stehen Kaffee, Tee und Zimtschnecken bereit, auch Obst. Hunger haben wir ja eigentlich nach dem köstlichen Mittagessen nicht schon wieder, aber natürlich wollen wir alles probieren und kennenlernen. Also machen wir uns ans Verkosten.
Unser Schiff fährt weiter. Wir genießen den Blick auf die unverwechselbare Schärenlandschaft. Es ist einfach herrlich hier an Bord!
Nun passieren wir die größte Schleuse Skandinaviens in Södertälje und gelangen so in die offene Ostsee. Das spüren wir auch an etwas Wellengang und Wind. Wir sind an Deck, sitzen in bequemen Korbsesseln und genießen die unvergesslichen Bilder. Polster und warme Decken liegen bereit. Da ist es richtig gemütlich.
In der Nacht kommen wir in Stegeborg an, unserem Liegeplatz für heute. Da haben uns die Wellen längst schon sanft in den Schlaf gewiegt. Übrigens, das Schiff fährt nur tagsüber, hat nachts immer einen Liegeplatz. So verpassen wir nichts von der großartigen Landschaft.
5. Tag: Montag: 29.06.2026 – Stegeborg – Söderköping – Schleusentreppe Berg
Nach dem Frühstück besuchen wir die Schlossruine Stegeborg, gleich am Schiffsanleger. Anna begleitet uns und erklärt uns die Geschichte. Unser Schiff gleitet pünktlich weiter und passiert bei Mem die erste der 58 Göta-Kanal-Schleusen. Nun beginnt die eigentliche Fahrt auf dem Göta-Kanal! Es gibt immer viel zu sehen. Unsere Fotoapparate und Handys haben gut zu tun!
Aber was gibt es eigentlich zur Entstehungsgeschichte des Göta-Kanals zu sagen? Von 1810 bis 1832 dauerte der Bau des schiffbaren Weges vom Kattegat zur Ostsee. Der eigentliche Grund für den Kanalbau war, dass die schwedischen Schiffe den Sundzoll an Dänemark umgehen wollten. Im Jahre 1832 wurde in Mem und in Gegenwart von König Karl XIV der Kanal feierlich eingeweiht.
Unser nächstes Ziel ist Söderköping, zu Zeiten der Hanse ein ziemlich bedeutender Ort. Hier ist für uns wieder Zeit für einen kleinen Stadt-Spaziergang. Wir schlendern durch den schmucken Ort, und natürlich ist auch Zeit für das berühmte Eiscafé Smultronstället. Die Eisbecher hier sind legendär, aber wir sind ja gerade vom Mittagessen aufgestanden. Die Mahlzeiten auf dem Schiff sind sehr, sehr gut, fürstlich geradezu!!! So schaffen wir vom berühmten Eis höchstens eine Kugel. Aber wir können wenigstens mitreden!
Weiter fährt unser Schiff in Richtung der Seen Asplangen und Roxen und passiert dabei 9 Schleusen bis es schließlich an der berühmten Schleusentreppe von Berg vor Anker geht, am Abend und über Nacht. Wir sind gespannt auf diese Schleusentreppe, eine echte Attraktion!
An das gute Leben an Bord haben wir uns übrigens schnell gewöhnt, genießen die wunderbaren Mahlzeiten, die interessanten Führungen, die Ausführungen unserer Schiffsreiseleiterin Anna. Vor allem aber die einzigartige Natur um uns herum ist unübertroffen. Die Linden stehen gerade in voller Blüte, die Wiesen duften aromatisch. Und der Wettergott meint es bis jetzt sehr gut mit uns. Das soll natürlich gern so bleiben, wünschen wir uns. Verdient haben wir es ja sowieso!
6. Tag: Dienstag: 30.06.2026: – Schleusentreppe in Berg – Kloster Vreta – Motala am Vätternsee
Gleich am Morgen passieren wir die berühmte Schleusentreppe von Berg. Diese ist mit ihren 7 miteinander verbundenen Schleusen die längste Schleusentreppe des Göta-Kanals. Unser Schiff wird hier gleich um 18,8 Meter gehoben. Wir beobachten alles und sind fasziniert von der Arbeit der Mannschaft! Hier hat jeder seine Aufgaben, alles ist ein einziges Zusammenspiel, das klappen muss. Und ordentlich Kraft braucht man auch.
Während der Schleusungen in Berg kann man an Bord bleiben oder aber das spannende Geschehen vom Ufer aus beobachten. Man kann sich aber auch einer kleinen Wanderung (etwa 3 km) zum Vreta Kloster anschließen. Es gehört zu den bedeutendsten Klöstern Schwedens. Es wurde schon im 12. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. Das alles erfahren wir von Anna, die mit uns diese Tour macht, uns unterwegs und auch im Kloster alles erklärt und zeigt.
Nach dem Mittagessen kommen im Salon wieder Ausführungen von Anna. Sie stimmt uns auf die nächsten Sehenswürdigkeiten ein: Nun kommen nacheinander gleich zwei Aquädukte: der Ljungsbro Aquädukt und der Kungs Norrby Aquädukt. Der Göta-Kanal überquert hier Straßen. Diese Bauwerke sind wirklich imponierend. Und dabei geht alles in einer herrlichen Gelassenheit vonstatten. Wir fahren über den Boren-See, und dann kommt schon die Schleusentreppe von Borenshult. Mit 5 zusammenhängenden Schleusen ist sie die zweitgrößte Treppe des Kanals. Wieder ist ein kleiner Spaziergang neben den Schleusen möglich. Da kann man alles noch viel besser sehen und auch fotografieren. Und man vertritt sich auch mal die Beine. Schließlich kommt die nächste feine Mahlzeit ganz bestimmt.
Am Abend erreichen wir die Stadt Motala. Sie gilt als die Hauptstadt des Göta-Kanals, haben wir am Nachmittag schon von Anna gelernt.
Hier können wir das Motala Motorenmuseum mit seiner reichen, übrigens privaten, Sammlung von Motorrädern, Autos, Radios, Küchengeräten und einer ganzen Reihe anderer Dinge aus früheren Zeiten besichtigen. Das weckt viele Erinnerungen. Unterwegs sehen wir das Grab von Baltzar von Platen, dem Initiator und Erbauer des Göta-Kanals, der in Schweden ganz große Hochachtung genießt. Und hier in Motala ist auch unser Ankerplatz für diese Nacht.
Nach einem kleinen Spaziergang am Hafen kehren wir schließlich zurück zum Schiff und lassen den Tag zufrieden ausklingen. Wir genießen jeden Moment der herrlichen Fahrt durch die liebliche Landschaft Schwedens. Heute ist in den Restaurants von Motala noch Fußballübertragung im Fensehen angesagt.
Und was ich unbedingt noch sagen muss: Der Göta-Kanal ist nicht einfach nur eine gerade, oft sehr schmale Wasserstraße, sondern er hat auch ganz ordentliche Biegungen und Kurven. Da ist besonders das Können des Kapitäns und des Steuermanns gefragt, wenn dieses relativ große Schiff in eine enge Kurve einbiegen muss. Immer wieder staunen wir und stellen fest: hier sind wir wirklich gut aufgehoben, in den Händen von absoluten Experten!
7. Tag: Mittwoch: 01.07.2026 – Vättern–See – Vadstena – See Viken – Hajstorp
Am Morgen verlassen wir Motala, weiter geht es auf dem Vättern-See, dem zweitgrößten See Schwedens. Unser Vormittagsprogramm bringt uns nach Vadstena, wo wir das Kloster, die Kirche und das Vadstena Schloss aus dem 16. Jahrhundert besuchen. Um das alles überhaupt zeitlich zu schaffen, fahren mit einer kleine Bimmelbahn. Wir haben eine sehr gute Führung, sehen alles und bekommen alles erklärt. Nach dem Programm ist noch etwas Zeit für Fotos im hübschen Ort. Bald sind wir jedoch wieder auf unserem Schiff, genießen das Mittagessen, tauschen uns über das Erlebte und Gesehene aus. Jetzt biegen wir wieder in den Göta-Kanal ein, und zwar in Richtung Forsvik. Hier lernen wir die älteste Schleuse des Kanals kennen. Sie wurde 1813 gebaut.
Am Ufer wartet eine Überraschung: uns begrüßt ein Chor mit christlichen Gesängen und Blumensträußen. Dafür bekommen sie von der Crew Kaffee und Kuchen geschenkt, ein schöner Brauch!
Aber nun, Achtung! Gleich kommen die beiden engsten Stellen des Göta-Kanals: Billströmmen und Spetsnäskanal. Anna kommentiert alles. Wir hören gespannt zu.
Auf unseren Kapitän und überhaupt die gesamte Crew sind wir richtig stolz, loben sie auch immer wieder. Sie alle sind sehr tüchtig, haben ganz viel Erfahrung und großes Geschick! Und wir schauen ihnen immer wieder bei der Arbeit zu, stehen dabei auch manchmal im Weg, ungewollt natürlich. Alles geht Hand in Hand, in aller Ruhe.
Nun geht es über den Viken-See nach Tatorp, wo sich eine der beiden noch erhaltenen handbetriebenen Schleusen des Göta-Kanals befindet, eine dieser Schleusen haben wir ja bereits passiert. Nun erreichen wir auch den höchsten Punkt des gegrabenen Kanals: ganze 91,5 m über NN. Ein Obelisk markiert die entsprechende Stelle auf einer kleinen Landzunge. Man muss es wissen oder eben durch Anna aufmerksam gemacht werden, denn der Obelisk ist nicht so gut zu erkennen, unterscheidet sich auch farblich kaum von den umstehenden Bäumen.
Über Töreboda geht es dann weiter. Der Kapitän informiert uns, dass die Wettervorhersage eine kleine Änderung erfordert, denn für den Vänern-See ist starker Wind angesagt. Also fährt der Kapitän noch ein ganzes Stück weiter, bis ca. 1.30 Uhr in der Nacht. Wir schlafen schön in unseren Kojen, hören nur ab und zu eine Schleusung. Früh um 6.00 Uhr geht die Fahrt dann weiter.
8. Tag: Donnerstag: 02.07.2026 – Hajstorp – Sjötorp – Vänern–See – Schloss Läckö – Vänersborg
Von Hajstorp geht es jetzt nach Sjötorp, auch als Tor zum Vänern-See bezeichnet. Nach dem Frühstück ist etwas Freizeit, Anna hat allerhand Informationen für uns, dann erreichen wir die Halbinsel Kallandsö und legen direkt vor dem Schloss Läckö an. Hier erwarten uns schon zwei örtliche Reiseleiter zu einer Schlossführung. Vor allem die Säle mit den schönen Ornamenten an den Decken haben es uns angetan. Und auch der Garten beim Schloss ist originell angelegt.
Pünktlich legt unser Schiff beim Schloss Läckö ab. Am Nachmittag kommt ordentlich Regen herunter, auch mit Wind. Wir machen es uns im Salon gemütlich, denn draußen ist es unwirtlich. Auch die Fika-Pause, eine wunderbare Sache, an die wir uns längst gewöhnt haben, gibt es heute im Restaurant und Salon.
Nebenbei gibt es auch noch einige praktische Informationen zum morgigen Tag von Anna. Überhaupt ist sie die gute Seele, die uns regelmäßig informiert, uns auch durch Ausstellungen führt, begleitet. Alles kann man sie fragen.
Am Abend werden wir zum Kapitänsdinner geladen. Unsere Schiffs-Reiseleiterin Anna und der Kapitän, auch die Crew nutzen diesen Abend, um sich von uns zu verabschieden. Und wir verabschieden uns auch, danken der Crew für das wunderbare Miteinander.
Der Kapitän zusammen mit Anna überreicht jedem von uns persönlich die Kanalurkunde. Trotz etwas Wehmut, genießen wir einfach den letzten Abend an Bord, denken nicht so sehr an den Abschied. Unser Ankerplatz für diese Nacht ist in Vänersborg.
9. Tag: Freitag: 03.07.2026 – Vänersborg – Trollhättan – Göteborg: Ausschiffung
Heute ist leider unser letzter Tag an Bord der MS Diana, aber noch nicht im schönen Schweden. Das Wetter ist eher trübe. Es nieselt.
Zeitig starten wir in Vänersborg, passieren die Schleuse von Brinkebergskulle und kommen schließlich in Trollhättan an, einer Stadt mit bedeutender Industriegeschichte. Hier waren ursprünglich die Werke von Saab und Volvo zu Hause. Die sind auch bei uns bekannt. Und erwähnen müssen wir noch den 33 Meter hohen Trollhättan-Wasserfall, der von einem Kraftwerk des Konzerns Vattenfall gesteuert wird.
Ein Kanalmuseum gibt es hier außerdem. Es erzählt die aufregende Geschichte des Trollhättan-Kanals, auf dem wir bis nach Göteborg nun mit unserem Schiff unterwegs sein werden und der bis heute seine Bedeutung für die Handelsschifffahrt nach Göteborg behalten hat. Auf dem Weg zum Museum kommen wir an den alten Schleusen vorbei. Anna begleitet uns, erklärt uns auch alles. Es nieselt wieder, aber das Schiff hat richtig große Schirme. So kommen wir trocken durch den Ort. Im Kanalmuseum gibt es einen Film über die Geschichte des Kanals, auch in deutscher Sprache. Nun wissen wir gut Bescheid. Bei Lilla Edet passieren wir dann die letzte Schleuse unserer Tour.
An Bord haben wir noch Gelegenheit, den Maschinenraum und auch die Küche zu besichtigen. Und der Kapitän lädt sowieso immer zum Besuch ein, um diese Perspektive zu haben, wie er versichert.
Für uns geht eine unvergessliche Zeit auf der MS Diana zu Ende. Der Kapitän und die Crew stehen Spalier, um uns vor dem Schiff mit Handschlag zu verabschieden, unser Transferbus bringt uns zum Hotel Elite Plaza in Göteborg. Aber unsere Gedanken sind noch auf dem Schiff geblieben. Das wird wohl auch noch ein ganzes Weilchen so bleiben, obwohl wir schon auf Göteborg gespannt sind.
Nach dem check in im Hotel machen wir individuell oder in Grüppchen einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt von Göteborg. Dort gibt es auch genügend Möglichkeiten für einen abendlichen Imbiss. Der Rückweg zum Hotel ist nicht schwer. Sowieso haben wir alle Stadtpläne bekommen.
10. Tag: Sonnabend: 04.07.2026 – Stadtbesichtigung Göteborg – Ausflug zur Insel Marstrand mit Mittagsimbiss
Nach dem Frühstück starten wir zu unserer Stadtrundfahrt durch Göteborg. Wir sind mit unserer örtlichen Reiseführerin Franziska in der zweitgrößten Stadt Schwedens unterwegs, sehen das Theater aus dem 19. Jahrhundert mit dem Poseidon-Brunnen davor, kommen vorbei am großen Stadion und fahren über die Brücke Stora Nygatan zum Stadtteil Haga.
Hoch oben vom Masthugget und der Masthugget-Kirche haben wir einen wunderbaren Panoramablick auf die Stadt, den Hafen, die Göta-Älv-Brücken und auch auf die wunderschöne Schärenlandschaft, die wir gleich noch genauer sehen werden, denn wir machen einen Ausflug mit der Fähre auf die kleine, autofreie Insel Marstrand. Dort befindet sich eine der besterhaltenen Festungen Nordeuropas, die Carlsten Festung. Wir werden sie besichtigen.
Heute haben wir mit dem Wetter so richtig Glück. Sonne satt! So spazieren wir durch die gemütlichen Gassen, erfreuen uns an den alten bunten Holzhäusern, machen eine schöne Runde mit Franziska. Im Grand Hotel ist für uns als Mittagsimbiss ein leckeres Krabbenbrot vorbestellt. Die anschließende freie Zeit nutzen wir für einen Spaziergang zur Festung. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen. Dann flanieren wir ein wenig an der Hafenpromenade, inspizieren die Geschäfte. Unser Bus holt uns nach der kurzen Überfahrt mit der Fähre ab, und wir fahren zurück Göteborg. Es ist eine wirklich schöne Tour bei herrlichem Wetter.
Am Abend gehen wir alle zusammen zum historischen Restaurant Källarkrogen zum gemeinsamen Abschiedsessen. Da haben wir viel Gesprächsstoff, auch etwas Wehmut schwingt mit. Aber wir blicken nach vorn, haben schon neue Pläne, reisefreudig, wie wir nun mal sind.
11. Tag: Sonntag: 05.07.2026 – Rückflug von Göteborg
Heute kommt nun die Heimreise, der Rückflug. Zwei Transfers haben wir, denn unsere Heimflüge sind zu unterschiedlichen Zeiten. Es geht zum Airport Göteborg-Landvetter, einem eher kleinen Flughafen. Wir erledigen die Formalitäten und müssen uns nun verabschieden, zunächst von Schweden, denn bis nach Frankfurt fliegen wir fast alle zusammen.
Auf alle Fälle werden wir diese herrliche Tour ganz bestimmt nicht vergessen, denn sie war einmalig, und das in vielerlei Hinsicht! Sie war gespickt mit unendlich vielen Eindrücken, mit großartigen Erlebnissen und Begegnungen, sie war einfach ganz besonders! Beschreiben kann man es kaum, man muss es erleben, es einfach mal machen!
An Bord herrschte eine wunderbar familiäre Atmosphäre. Jeder fand schnell seinen Lieblingsplatz, ganz gleich ob auf dem Sonnendeck oder im Salon. Immer wieder erfreuten wir uns an den malerischen farbigen Häusern, den grünen Wiesen und dunklen Wäldern, die die Strecke säumen. Unterwegs winkten uns Menschen freundlich zu, die gerade zu Fuß oder per Rad oder auch mit dem Boot unterwegs waren. All das werden wir in Erinnerung behalten. Unsere vielen Fotos und unsere Reisenotizen helfen uns dabei.
Jeden Tag waren wir aufs Neue fasziniert: Erst zog uns die wunderschöne schwedische Hauptstadt in ihren Bann, dann erlebten wir eine unvergessliche Schiffsreise auf dem Göta-Kanal durch die malerischen Landschaften Schwedens. Wir genossen das herrlich entspannte Leben an Bord des historischen Schiffes, die immer wieder spannenden Schleusungen, die Sehenswürdigkeiten während der Besichtigungen und nicht zu vergessen: die erlesene Küche an Bord! Und damit nicht genug, denn als Abschluss der Tour lernten wir noch das lebhafte Göteborg kennen.
Ihnen, meine Damen und Herren, möchte ich sehr herzlich danken: für Ihr großes Interesse an dieser herrlichen gemeinsamen Tour.
Sie waren eine überaus liebenswerte, aufgeschlossene und interessierte, mit einem Wort: eine ganz prima Gruppe, mit der das Reisen richtig Spaß macht. Gern erinnere ich mich an die zahlreichen Gespräche während unserer Zeit in Stockholm und Göteborg und ganz besonders natürlich auf der MS Diana auf dem Göta-Kanal.
Es bleiben wunderbare Erinnerungen an Land und Leute, an Sehenswürdigkeiten und Natur, an einzigartige Begegnungen.
Mit allen guten Wünschen sowie der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen auf einer nächsten Reise, ganz gleich, ob per Schiff, Flugzeug oder auch Bus
verbleibe ich
Ihre Dr. Inge Bily
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien