Kreuzfahrt auf dem Göta–Kanal durch Schweden
Reisebericht: 15.08. – 25.08.2026
Schweden begeistert mit unberührter Natur, idyllischen Landschaften und charmanten Städten. Eine besondere Attraktion ist der Göta-Kanal, der sich durch das Land schlängelt.
Ein Reisebericht von
Mareike Schmidt
Flug nach Stockholm
Am Morgen traf ich mich mit dem ersten Gast am Flughafen in Dresden. Von dort ging es weiter nach Frankfurt, wo nach und nach alle weiteren Reisegäste eintrafen und wir unsere Gruppe schließlich vollständig beisammenhatten.
Anschließend flogen wir gemeinsam nach Stockholm, der Hauptstadt Schwedens. Dort wurden wir bereits von unserem Bus erwartet und machten uns auf den Weg zu unserem Hotel. Nach dem Check-in blieb noch etwas Zeit, um anzukommen und sich frisch zu machen.
Nachfolgend unternahm ich mit einigen Gästen noch einen kleinen Spaziergang und wir konnten dabei erste Eindrücke von Stockholm sammeln. Am Abend trafen wir uns schließlich alle zu einem gemeinsamen Abendessen. Bei einem schmackhaften Essen und ersten angeregten Gesprächen lernten wir uns näher kennen und ließen unseren ersten gemeinsamen Reisetag gemütlich ausklingen.
Panoramafahrt und 1. Teil der kulinarischen Stadtführung
Am heutigen Tag begrüßte uns Tim, unser örtlicher Reiseleiter, der uns mit seiner humorvollen und sympathischen Art Stockholm näherbrachte. Die schwedische Hauptstadt liegt auf 14 Inseln zwischen Mälarsee und Ostsee und wird aufgrund ihrer zahlreichen Wasserwege auch gerne als „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Stockholm verbindet auf besondere Weise historische Gebäude, moderne Stadtviertel und eine beeindruckende maritime Atmosphäre.
Unser erster Programmpunkt war das Stockholmer Rathaus. Das imposante Gebäude wurde zwischen 1911 und 1923 erbaut und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Besonders berühmt ist der sogenannte Blaue Saal, in dem jedes Jahr nach der Nobelpreisverleihung das große Nobelbankett stattfindet. Auch der Goldene Saal beeindruckt mit seinen zahlreichen goldfarbenen Mosaiken, die aus Millionen kleiner Glas- und Keramiksteine bestehen.
Anschließend unternahmen wir eine Stadtrundfahrt und erhielten dabei weitere interessante Einblicke in Stockholm. Einen besonders schönen Blick über die Stadt hatten wir von Södermalm. Der Stadtteil liegt auf einer Anhöhe und bietet beeindruckende Ausblicke auf die Altstadt, das Wasser und die umliegenden Inseln. Gleichzeitig ist Södermalm für seine lebendige Atmosphäre, kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants bekannt.
Natürlich durfte auch eine typische schwedische Spezialität nicht fehlen. Wir probierten Hering von Nystekt Strömming, einem bekannten Imbissstand in Stockholm, der sich auf frisch gebratenen Hering spezialisiert hat. Der Fisch wird direkt vor Ort zubereitet und traditionell unter anderem mit Kartoffelpüree, Preiselbeeren und Knäckebrot serviert. Für viele von uns war dies eine leckere Gelegenheit, einen typischen Geschmack Schwedens kennenzulernen.
Gut gestärkt ging es anschließend zu Fuß weiter durch die historische Altstadt Gamla Stan. Mit ihren engen, verwinkelten Gassen, bunten Häuserfassaden und kleinen Plätzen gehört sie zu den schönsten und ältesten Teilen Stockholms. Besonders rund um den Stortorget, den ältesten Platz der Altstadt, konnten wir zahlreiche historische Gebäude bewundern.
Natürlich durfte bei unserem Spaziergang auch die schwedische Fika nicht fehlen. Fika ist weit mehr als nur eine Kaffeepause und gehört fest zur schwedischen Lebensart. Man nimmt sich bewusst Zeit, um gemeinsam einen Kaffee oder Tee zu trinken und dazu etwas Süßes zu genießen. Bei uns gab es passend dazu ein echtes schwedisches Highlight: Prinzessinnentorte. Die sogenannte Prinsesstårta besteht aus Biskuit, Vanillecreme und Sahne und ist mit einer charakteristischen grünen Marzipandecke überzogen. Damit war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
Anschließend blieb noch etwas Freizeit, die jeder nach seinen eigenen Interessen gestalten konnte. Einige Gäste nutzten die Zeit zum Bummeln und Stöbern in den Geschäften, während andere das Nobelpreismuseum besuchten und dort mehr über die Geschichte des Nobelpreises und seine Preisträger erfuhren.
Am Abend traf ich mich noch einmal mit einigen Gästen und wir ließen den ereignisreichen Tag bei einem leckeren Abendessen im Kaffegillet gemütlich ausklingen. Bei gutem Essen und angeregten Gesprächen blickten wir auf einen abwechslungsreichen Tag in der schwedischen Hauptstadt zurück.
2. Teil kulinarische Stadtführung in Stockholm
Am heutigen Tag trafen wir uns noch einmal mit Tim, unserem örtlichen Reiseleiter, und erkundeten Stockholm auf eine etwas andere Art. Gemeinsam fuhren wir mit der U-Bahn durch die Stadt. Die Stockholmer Tunnelbana gilt als eine der längsten Kunstgalerien der Welt, denn zahlreiche Stationen wurden von Künstlern gestaltet. Bunte Farben, Skulpturen, Mosaike und beeindruckende Wandmalereien machen die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis. An einigen Stationen fühlt man sich tatsächlich eher wie in einem Museum als in einer U-Bahn-Station.
Anschließend ging es weiter zur Markthalle, wo bereits eine kleine Foodtour auf uns wartete. Wir probierten verschiedene schwedische Spezialitäten und konnten dabei die kulinarische Vielfalt des Landes kennenlernen. Auf unserem Probierteller fanden sich unter anderem Lachs, Garnelen, schwedische Wurst und verschiedene Käsesorten. Natürlich durfte auch ein schwedisches Bier nicht fehlen. Gut gestärkt verabschiedeten wir uns anschließend von Tim und bedankten uns herzlich für die vielen interessanten Informationen und seine humorvolle Begleitung während unserer gemeinsamen Tage in Stockholm.
Danach machte ich mich mit einigen Gästen auf den Weg zum Stockholmer Schloss. Dort hatten wir die Gelegenheit, die traditionelle Wachablösung zu Pferd zu beobachten. Das Königliche Schloss ist die offizielle Residenz des schwedischen Königs in Stockholm und gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt. Die Wachablösung ist eine beliebte Attraktion und wird von der Königlichen Garde durchgeführt. Je nach Tag und Programm kann die Zeremonie von Musik und einem imposanten Aufmarsch der Soldaten begleitet werden.
Im Anschluss daran nahmen wir die Fähre zum Vasa-Museum. Schon die Fahrt über das Wasser war ein schöner Moment, denn wir konnten Stockholm noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben. Das Vasa-Museum beherbergt eines der außergewöhnlichsten Schiffe der Welt: die Vasa. Das schwedische Kriegsschiff wurde 1628 bei seiner Jungfernfahrt bereits nach wenigen Minuten zum Sinken gebracht. Über 300 Jahre später wurde das Schiff geborgen und aufwendig restauriert. Heute ist die Vasa außergewöhnlich gut erhalten und kann im Museum nahezu vollständig bestaunt werden. Für viele Besucher ist sie eines der beeindruckendsten Zeugnisse der schwedischen Geschichte.
Wer sich für Musik begeisterte, konnte stattdessen das ABBA Museum besuchen. Dort dreht sich alles um die weltberühmte schwedische Popgruppe ABBA. Neben zahlreichen Originalstücken gibt es interaktive Ausstellungen, Musik und viele Möglichkeiten, selbst Teil der ABBA-Welt zu werden.
Alle anderen konnten ihre Freizeit ganz individuell gestalten. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für weitere Besichtigungen, andere bummelten durch die Stadt oder ließen es sich bei einer gemütlichen Fika in einem Café gut gehen.
Am Abend traf ich mich schließlich mit einigen Gästen wieder zum gemeinsamen Abendessen im Gamla Stan Hof in der historischen Altstadt. Bei einem leckeren Abendessen und guten Gesprächen ließen wir unseren letzten gemeinsamen Abend in Stockholm gemütlich ausklingen.
Einschiffung auf dem Göta Kanal Schiff – Hammarby Schleuse – Mälarsee – Schloss Drottningholm – Södertälje – Ostsee – Stegeborg
Am heutigen Tag genossen wir noch einmal das reichhaltige Frühstücksbuffet in unserem Hotel, bevor wir uns auf den Weg zu unserem „fahrenden Hotel“ machten: der M/S Diana. Das historische Kanalschiff gehört zur traditionsreichen Flotte der Göta-Kanal-Reederei und wurde speziell für Fahrten auf dem Göta-Kanal gebaut. Mit ihren gemütlichen Kabinen und den überschaubaren öffentlichen Bereichen vermittelt sie eine ganz besondere, fast nostalgische Atmosphäre.
Als wir das Schiff erreichten, wurden wir herzlich von der Besatzung und dem Kapitän empfangen. Schon beim Betreten der M/S Diana lag ein herrlicher Duft in der Luft: Es gab frisch gebackene Kanelbulle. Die schwedischen Zimtschnecken gehören zu den bekanntesten süßen Spezialitäten des Landes und sind ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Fika-Kultur. Zusammen mit Kaffee und Tee wurden sie uns zur Begrüßung serviert – ein perfekter Start für unsere Reise auf dem Göta-Kanal.
Anschließend bezogen wir unsere kleinen, gemütlichen Kabinen. Viel Platz gab es zwar nicht, aber gerade das machte den besonderen Charme einer Reise mit einem historischen Kanalschiff aus. Um 10:00 Uhr legten wir pünktlich ab und unser schwimmendes Abenteuer begann.
Schon bald erreichten wir die Hammarby-Schleuse, eine wichtige Verbindung zwischen dem Mälarsee und der Ostsee. Stockholm besitzt ein weit verzweigtes Wasserwegenetz, und die Schleuse ermöglicht es Schiffen, den Höhenunterschied zwischen den verschiedenen Gewässern zu überwinden. Für uns war es spannend, den Schleusenvorgang aus nächster Nähe mitzuerleben.
Anschließend erfolgte die Sicherheitseinweisung, bei der uns die wichtigsten Verhaltensregeln und Informationen für die Reise erklärt wurden. Danach führte unsere Fahrt weiter in Richtung Schloss Drottningholm. Das prachtvolle Schloss liegt auf der Insel Lovön im Mälarsee und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist die private Residenz der schwedischen Königsfamilie und zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Schwedens.
Nach einem weiteren Teil der Sicherheitseinweisung war es schließlich Zeit für das Mittagessen. Während wir uns kulinarisch verwöhnen ließen, zog die wunderschöne schwedische Landschaft langsam an uns vorbei. Die Fahrt auf dem Göta-Kanal ist dabei etwas ganz Besonderes, denn das Schiff bewegt sich gemächlich durch eine Landschaft aus Wäldern, Wiesen, Seen und kleinen Ortschaften.
Unser nächstes Ziel war Birka. Die historische Insel im Mälarsee gilt als eine der bedeutendsten Wikingerstätten Schwedens und war bereits im 8. Jahrhundert ein wichtiger Handelsplatz. Händler aus verschiedenen Teilen Europas und sogar aus dem Orient kamen hier zusammen. Heute erinnert ein Freilichtmuseum an die Wikingerzeit und vermittelt einen Eindruck vom Leben der Menschen, die hier vor mehr als 1.000 Jahren lebten.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Södertälje-Schleuse. Auch hier musste unser Schiff einen Höhenunterschied überwinden, bevor wir unsere Reise fortsetzen konnten. Schließlich öffnete sich die Landschaft wieder und wir erreichten die Gewässer in Richtung Ostsee.
Am Abend genossen wir ein vorzügliches Abendessen an Bord. Währenddessen wurde unsere Fahrt von einem wunderschönen Sonnenuntergang begleitet. Die ruhige Stimmung auf dem Wasser, das warme Licht und die vorbeiziehende Landschaft machten diesen Moment zu einem besonderen Erlebnis.
Unsere Route führte uns durch die beeindruckenden Schärenlandschaften von Sörmland und St. Anna. Die schwedischen Schären bestehen aus unzähligen kleinen Inseln, Felsen und Buchten und gehören zu den schönsten Landschaften des Landes. Zwischen den bewaldeten Inseln und kleinen felsigen Schären hindurchzufahren, vermittelte uns einen wunderbaren Eindruck von der einzigartigen Küstenlandschaft Schwedens.
Nach diesem langen und abwechslungsreichen Tag kuschelten wir uns schließlich in unsere Betten. Während wir schliefen, setzte die M/S Diana ihre Fahrt fort. In der Nacht erreichten wir Stegeborg, wo unser Schiff für die Nacht anlegte.
Stegeborg – Söderköping – Schleusentreppe Berg
Nach einem ausgiebigen Frühstück an Bord starteten wir entspannt in unseren nächsten Tag auf dem Göta-Kanal. Unser erster Programmpunkt war die historische Schlossruine von Stegeborg. Die Ruine liegt malerisch auf einer kleinen Insel am Slätbaken und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Mittelalter befand sich hier eine wichtige Befestigungsanlage, die den Zugang zur Bucht kontrollierte. Besonders beeindruckend sind heute noch die erhaltenen Mauern und der markante Wehrturm. Von hier aus konnten wir noch einmal einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft und das Wasser genießen.
Anschließend trafen wir uns wieder zu einer kleinen Inforunde an Bord und erhielten weitere interessante Informationen über den heutigen Tag und den Kanal. Der Kanal wurde im 19. Jahrhundert erbaut und verbindet den Vänernsee mit der Ostsee. Zusammen mit dem Trollhättan-Kanal und verschiedenen Seen bildet er die rund 190 Kilometer lange Wasserstraße durch Schweden. Insgesamt besitzt der Kanal 58 Schleusen. Unsere komplette Fahrt mit der M/S Diana von Stockholm bis Göteborg umfasst rund 500 Kilometer und führt über insgesamt 66 Schleusen. Damit gehört eine Reise auf dem Göta-Kanal zu den wohl schönsten Möglichkeiten, Schweden ganz gemächlich und aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen.
Im Laufe des Vormittags erreichten wir Mem, wo der Göta-Kanal offiziell in die Ostsee mündet beziehungsweise beginnt. Die kleine Ortschaft markiert damit einen wichtigen Punkt unserer Reise. Von hier aus führte unser Weg weiter ins Landesinnere in Richtung Söderköping.
Söderköping ist eine der ältesten Städte Schwedens und liegt direkt am Göta-Kanal. Der historische Stadtkern mit seinen kleinen Gassen und alten Häusern vermittelt noch heute einen sehr charmanten Eindruck. Gemeinsam mit einigen Gästen unternahm ich einen Spaziergang durch den Ort. Wir gingen unter anderem zur Kirche und zur historischen Windmühle und konnten dabei die gemütliche Atmosphäre von Söderköping genießen. Natürlich durfte bei einem Spaziergang durch Schweden auch eine süße Pause nicht fehlen. Wir belohnten uns mit einem leckeren Eis bei Smultronstället, einer weit über die Region hinaus bekannten Eisdiele direkt am Göta-Kanal. Die Eisdiele ist für ihre riesigen und kreativ angerichteten Eisbecher bekannt und gehört zu den beliebtesten Anlaufpunkten in Söderköping.
Anschließend hatten wir noch Zeit, einen ausgedehnten Spaziergang entlang des Göta-Kanals zu unternehmen. Immer wieder konnten wir beobachten, wie Boote langsam durch die Landschaft fuhren und die Schleusen passierten. Zwei Gäste nutzten sogar die Gelegenheit, sich Fahrräder auszuleihen und die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden.
Am Abend setzte unser Schiff seine Fahrt fort und erreichte den Asplången, einen der zahlreichen Seen entlang des Göta-Kanals. Nach dem Abendessen ging es weiter zur Norsholmschleuse und anschließend auf den Roxensee.
Unser Nachtquartier erreichten wir schließlich an der berühmten Schleusentreppe von Berg.
Nach einem erlebnisreichen Tag voller Geschichte, schöner Landschaften und kleiner kulinarischer Genüsse hieß es schließlich wieder: gute Nacht an Bord unserer M/S Diana.
Schleusentreppe in Berg – Kloster Vreta – Borensberg – Motala am Vätternsee
Nach einem leckeren Frühstück an Bord begann unser heutiger Tag mit einem besonderen Erlebnis: Wir machten uns auf den Weg zur berühmten Schleusentreppe von Berg. Hier überwinden die Schiffe auf mehreren aufeinanderfolgenden Schleusen einen Höhenunterschied von insgesamt rund 18 Metern. Die sieben Schleusen gehören zu den bekanntesten Bauwerken des Göta-Kanals und sind ein beeindruckendes Beispiel für die Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts. Wir schauten uns zunächst die erste Schleuse genauer an, bevor es für uns zu Fuß weiterging.
Unser nächstes Ziel war das Kloster Vreta. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet und gilt als eines der ältesten Klöster Schwedens. Die Klosterkirche ist bis heute erhalten und vermittelt einen schönen Eindruck von der langen Geschichte dieser Region. Besonders interessant sind die alten Klostergebäude und die Überreste der ursprünglichen Anlage.
Anschließend stiegen wir in Heda wieder zu unserer M/S Diana und setzten unsere Fahrt auf dem Göta-Kanal fort. Gegen Mittag passierten wir das Aquädukt bei Ljungsbro. Ein Aquädukt ist eine besondere technische Konstruktion, bei der der Kanal über ein anderes Gewässer oder eine Straße hinweggeführt wird. Auch hier konnten wir beobachten, wie unser Schiff durch diese außergewöhnliche Konstruktion hindurchfuhr.
Am Nachmittag trafen wir uns wieder zu unserer Inforunde und erhielten weitere interessante Informationen über den Göta-Kanal und die Landschaft, durch die wir unterwegs waren. Kurz darauf erwartete uns mit dem Aquädukt von Kungs Norrby ein weiteres beeindruckendes Bauwerk. Immer wieder wurde uns dabei bewusst, welch enorme technische Leistung der Bau des Kanals im 19. Jahrhundert darstellte.
Anschließend erreichten wir Borensberg. Hier befindet sich eine der wenigen handbetriebenen Schleusen des Göta-Kanals. Anders als bei den meisten Schleusen wird sie noch immer per Hand geöffnet und geschlossen. Dadurch konnten wir den Schleusenvorgang besonders unmittelbar miterleben.
Danach ging es weiter auf den Boren-See, einen der größeren Seen entlang unserer Route. Die Fahrt über den See bot uns wieder wunderschöne Ausblicke auf die schwedische Landschaft und ließ uns die Ruhe und Weite dieser Reise genießen.
Unser nächstes Highlight war die Schleusentreppe von Borenshult. Hier befinden sich fünf Schleusen hintereinander, mit denen das Schiff einen Höhenunterschied von rund 15 Metern überwindet. Während der Schleusenvorgänge blieb auch noch etwas Zeit für einen kurzen Spaziergang und wir konnten uns die Anlage einmal aus nächster Nähe anschauen.
Am Abend erreichten wir schließlich Motala, eine Stadt am Ostufer des Vätternsees. Motala gilt als wichtiger Ort in der Geschichte des Göta-Kanals und wird aufgrund seiner Lage am Kanal und am Vättern auch als „Hauptstadt des Göta-Kanals“ bezeichnet. Nach einem ereignisreichen Tag ließen wir uns an Bord unser Abendessen schmecken.
Wer noch Energie hatte, konnte sich außerdem auf das Motormuseum Motala freuen. Das Museum beherbergt eine umfangreiche Sammlung historischer Fahrzeuge, Motorräder, Radios und anderer technischer Exponate und ist damit ein interessantes Ziel für Technik- und Nostalgiefans.
So ging wieder ein abwechslungsreicher Tag an Bord unserer M/S Diana zu Ende – mit historischen Klöstern, beeindruckenden Schleusen, technischen Meisterleistungen und wunderschönen Landschaften entlang des Göta-Kanals.
Fahrt über den Vättern See – Vadstena – Festung Karlsborg – Viken See – Hajstorp
Nach der Abfahrt aus Motala erwartete uns heute wieder ein abwechslungsreicher Tag mit viel Geschichte, schönen Landschaften und besonderen Begegnungen.
Unser erster Halt war Vadstena, wo wir an einer geführten Besichtigung teilnahmen. Die kleine Stadt am Vätternsee ist vor allem für ihr imposantes Schloss und das ehemalige Kloster bekannt. Das Schloss Vadstena wurde im 16. Jahrhundert unter König Gustav Wasa errichtet und gehört zu den am besten erhaltenen Renaissance-Schlössern Schwedens. Das Kloster geht auf die heilige Birgitta von Schweden zurück, die im 14. Jahrhundert den Birgittenorden gründete. Die Klosterkirche mit ihren hohen Gewölben und der schlichten, aber beeindruckenden Architektur erinnert noch heute an die lange religiöse Geschichte des Ortes. Nach der Führung blieb uns noch etwas Freizeit, bevor wir wieder an Bord gingen.
Anschließend erwartete uns eine besonders schöne Etappe unserer Reise: die Fahrt über den Vätternsee. Der zweitgrößte See Schwedens beeindruckt mit seinem klaren Wasser und seiner Weite.
Am Nachmittag erreichten wir Forsvik. Hier erwartete uns ein ganz besonderer Moment. Die Familie Kindbom begrüßte uns mit Gesang und Gebeten und erzählte uns von der langen Tradition dieser besonderen Zeremonie. Seit rund 100 Jahren wird diese Tradition in Forsvik gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben. Für unsere Gäste war diese Begegnung sehr berührend und wir konnten einen ganz persönlichen Einblick in die schwedische Kultur und das Leben entlang des Göta-Kanals gewinnen.
Danach setzte die M/S Diana ihre Fahrt über den Vikensee fort. Dieser kleine See liegt am höchsten Punkt des Göta-Kanals, rund 91,8 Meter über dem Meeresspiegel. Der Göta-Kanal führt hier durch eine besonders reizvolle Landschaft und verbindet auf seinem Weg zahlreiche Seen miteinander.
In Tåtorp erwartete uns anschließend eine weitere handbetriebene Schleuse. Hier durften sogar einige unserer Gäste mithelfen und selbst Hand anlegen. So konnten wir hautnah erleben, wie die Schleusen des historischen Kanals früher und teilweise noch heute bedient werden.
Weiter ging es zum Bergkanal und zum dortigen Obelisken. Der Obelisk erinnert an den Bau des Göta-Kanals und die gewaltige Leistung der Menschen, die diese Wasserstraße unter schwierigen Bedingungen errichteten. Insgesamt dauerte der Bau des Göta-Kanals rund 22 Jahre und tausende Arbeiter waren daran beteiligt.
Nach einem ereignisreichen Tag ließen wir uns am Abend ein leckeres Abendessen schmecken. Anschließend konnten wir den Tag bei einem köstlichen Cocktail gemütlich ausklingen lassen.
Unsere Fahrt führte uns noch weiter nach Töreboda. Hier befindet sich eine ganz besondere Attraktion: die kleinste Fähre Schwedens. Die sogenannte Lina-Fähre überquert den Göta-Kanal und wird von den Fahrgästen selbst mit Muskelkraft über das Wasser gezogen. Sie ist nur wenige Meter lang und gehört zu den charmanten Besonderheiten entlang des Kanals.
Schließlich erreichten wir Hajstorp, unseren heutigen Übernachtungsplatz. Der kleine Ort ist eng mit der Geschichte des Göta-Kanals verbunden und bietet eine besonders idyllische Atmosphäre. Zwischen alten Kanalhäusern, Schleusen und der ruhigen schwedischen Landschaft konnten wir den Abend entspannt ausklingen lassen.
Hajstorp – Sjötorp – Vänern See – Schloss Läckö – Vänersborg
Früh am Morgen verabschiedeten wir uns von Hajstorp und setzten unsere Fahrt auf dem Göta-Kanal fort. Nach dem Ablegen genossen wir zunächst wieder ein leckeres Frühstück an Bord und konnten dabei die vorbeiziehende schwedische Landschaft beobachten.
Anschließend erreichten wir Sjötorp, einen kleinen, idyllischen Ort am östlichen Ufer des Vänernsees. Hier endet beziehungsweise beginnt der Göta-Kanal, der auf seiner rund 190 Kilometer langen Strecke Schweden von der Ostsee bis zum Vänernsee durchquert. In Sjötorp erinnern mehrere historische Gebäude, Schleusen und Kanalinstallationen an die große Bedeutung des Kanals für die schwedische Geschichte. Wir hatten Gelegenheit, einen Spaziergang durch den Ort zu unternehmen und das Kanalmuseum zu besuchen. Dort erfuhren wir mehr über den Bau und die Geschichte des Göta-Kanals sowie über die Menschen, die früher auf und am Kanal arbeiteten. Zahlreiche historische Gegenstände und Ausstellungsstücke vermitteln einen schönen Eindruck davon, wie das Leben rund um die Wasserstraße einst aussah.
Nach unserem Besuch ging es zurück an Bord und wir genossen unser Mittagessen, während die M/S Diana den Vänernsee erreichte. Der Vänern ist mit einer Fläche von rund 5.650 Quadratkilometern der größte See Schwedens und zugleich der größte See der Europäischen Union. Seine enorme Weite lässt ihn beinahe wie ein Meer erscheinen. Zahlreiche Inseln und Schären prägen die Landschaft und machen die Fahrt über den See zu einem besonderen Erlebnis.
Natürlich durfte auch heute unsere schwedische Fika nicht fehlen. Bei Kaffee oder Tee und einer süßen Kleinigkeit konnten wir es uns an Bord gemütlich machen und die Eindrücke der bisherigen Reise Revue passieren lassen. Die Fika gehört fest zur schwedischen Lebensart und bedeutet vor allem, sich bewusst Zeit für eine Pause und nette Gespräche zu nehmen.
Anschließend erreichten wir Schloss Läckö, das malerisch auf einer Halbinsel am Vänernsee liegt. Die imposante Anlage geht auf das Mittelalter zurück und wurde vor allem im 17. Jahrhundert zu einem prachtvollen Barockschloss ausgebaut. Besonders beeindruckend sind die reich verzierte Fassade und die prachtvollen Innenräume. Bei einer Führung erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte des Schlosses und das Leben seiner früheren Bewohner. Auch die Lage direkt am Vänernsee machte den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Am Abend wurde es schließlich noch einmal festlich. Unser Kapitän empfing uns mit einem Glas Sekt und wir konnten ein letztes Mal ein köstliches Abendessen an Bord genießen. Dabei ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und erinnerten uns an die vielen schönen Erlebnisse unserer Reise.
Natürlich durfte auch ein herzliches Dankeschön an unsere Crew nicht fehlen. Wir ließen die gesamte Mannschaft hochleben und bedankten uns für die hervorragende Betreuung, die herzliche Gastfreundschaft und die tolle Umsorgung während unserer Reise. Mit viel Engagement und einem Lächeln hatte die Crew dazu beigetragen, dass unsere Fahrt auf dem Göta-Kanal zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde.
Am späten Abend erreichten wir schließlich Vänersborg am südlichen Ende des Vänernsees. Die Stadt liegt an der Stelle, an der der Göta älv den Vänern verlässt, und bildet damit einen wichtigen Ausgangspunkt für die Weiterreise Richtung Westen. Ein wunderschöner letzter Abend an Bord unserer M/S Diana ging damit langsam zu Ende.
Vänersborg – Trollhättan – Göteborg: Ausschiffung
Am frühen Morgen legten wir in Vänersborg ab und setzten unsere letzte Etappe an Bord der M/S Diana fort. Schon bald erreichten wir die Schleuse in Brinkebergskulle. Hier wird der Höhenunterschied zwischen dem Vänernsee und dem Göta älv überwunden. Die Schleuse ist ein wichtiger Bestandteil der Verbindung zwischen dem Vänern und dem weiteren Verlauf des Göta-Kanals in Richtung Westen.
Nach unserem letzten schmackhaften Frühstück an Bord erreichten wir Trollhättan. Die Stadt ist vor allem für ihre beeindruckenden Wasserfälle und ihre lange Geschichte rund um den Göta älv und den Kanal bekannt. In Trollhättan besuchten wir das Kanalmuseum und erhielten interessante Einblicke in die Geschichte des Trollhätte-Kanals und die Entwicklung der Schifffahrt in dieser Region. Anschließend schauten wir uns die alten Schleusenanlagen an. Besonders beeindruckend waren die historischen Schleusen aus dem 19. Jahrhundert, die heute nicht mehr für die reguläre Schifffahrt genutzt werden, aber eindrucksvoll zeigen, mit welchem technischen Aufwand die Wasserstraße einst gebaut wurde.
Danach ging es für uns mit der M/S Diana durch die Schleusen von Trollhättan weiter. Wir fuhren dabei eine ganze Schleusentreppe hinunter und konnten hautnah miterleben, wie unser Schiff Schritt für Schritt auf ein niedrigeres Wasserniveau abgesenkt wurde. Es war ein wirklich beeindruckendes Erlebnis und gleichzeitig ein schöner Abschluss unserer Fahrt durch die zahlreichen Schleusen des Göta-Kanals.
Zum Mittagessen gab es ein letztes Mal eine leckere Mahlzeit an Bord. Dabei durften wir natürlich auch eine schwedische Spezialität genießen: Köttbullar. Die kleinen Hackfleischbällchen gehören zu den bekanntesten Gerichten der schwedischen Küche und werden traditionell häufig mit Kartoffelbrei, Rahmsauce und Preiselbeeren serviert.
Während des Mittagessens erreichten wir die Lilla-Edet-Schleuse. Sie befindet sich am Göta älv und ist eine der letzten größeren Schleusen auf unserem Weg Richtung Göteborg. Dort mussten wir allerdings auf ein großes Schiff warten, das die Schleuse ebenfalls passieren wollte. Dadurch entstand eine Verspätung von etwa einer Stunde. Was zunächst etwas ärgerlich war, hatte aber auch eine positive Seite: Wir konnten dadurch noch eine zusätzliche Stunde an Bord verbringen und die letzten Stunden auf unserem „fahrenden Hotel“ genießen.
Langsam wurde es jedoch Zeit, unsere Koffer zu packen und uns auf die Ausschiffung vorzubereiten. Bevor wir unsere M/S Diana endgültig verlassen mussten, erwartete uns noch ein letztes Mal eine schwedische Fika. Dazu gab es frisch gebackene Kardemummabullar, saftige schwedische Hefeschnecken mit Kardamom. Der aromatische Kardamomduft und die gemütliche Atmosphäre an Bord waren ein wunderschöner Abschluss unserer gemeinsamen Zeit auf dem Schiff.
Auf dem Weg nach Göteborg kamen wir außerdem an der imposanten Bohus Festung bei Kungälv vorbei. Die mittelalterliche Festung wurde Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und thront eindrucksvoll auf einem Felsen über dem Göta älv. Über Jahrhunderte spielte sie eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Region und erinnert heute an die wechselvolle Geschichte zwischen Schweden und Norwegen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir schließlich Göteborg, das Ziel unserer Reise. Nach den vielen gemeinsamen Tagen auf dem Göta-Kanal fühlte es sich fast ein wenig ungewohnt an, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir checkten in unserem Hotel ein und ließen den Abend entspannt ausklingen. Einige von uns machten sich noch gemeinsam auf den Weg zum Abendessen, während wir die vielen schönen Eindrücke unserer Reise Revue passieren ließen.
Stadtbesichtigung Göteborg – Ausflug zur Insel Marstrand mit Mittagessen
Heute machten wir uns auf den Weg, Göteborg zu erkunden. Die zweitgrößte Stadt Schwedens liegt an der Westküste des Landes an der Mündung des Göta älv und ist besonders für ihren Hafen, ihre maritime Geschichte und ihre entspannte Atmosphäre bekannt. Unser örtlicher Reiseleiter Jan begrüßte uns herzlich und nahm uns mit auf einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Dabei erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte und das Leben in Göteborg.
Anschließend setzten wir unsere Erkundung mit dem Bus fort und besichtigten die Masthuggskyrkan. Die markante Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im nationalromantischen Stil erbaut und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Göteborgs. Besonders schön ist ihre Lage auf dem Masthuggsberg, von dem aus sich ein weiter Blick über die Stadt und den Hafen bietet.
Unsere Fahrt führte uns anschließend weiter zur Insel Marstrand, die etwa 30 Kilometer nordwestlich von Göteborg liegt. Mit einer kleinen Fähre setzten wir auf die autofreie Insel über. Marstrand ist vor allem für seine malerischen Holzhäuser, den Segelsport und die imposante Festung Carlstens bekannt, die hoch über dem Ort thront.
Im Grand Hotel erwartete uns bereits unser Mittagessen. Wir konnten eine typisch schwedische Spezialität genießen: Brot mit Krabben und Mayonnaise, das wunderbar zu unserer Reise entlang der schwedischen Westküste passte. Danach blieb noch etwas Zeit, um Marstrand auf eigene Faust zu erkunden. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang durch die kleinen Gassen oder entlang der Küste.
Anschließend fuhren wir wieder zurück nach Göteborg und besuchten den charmanten Stadtteil Haga. Das historische Viertel ist bekannt für seine gut erhaltenen Holzhäuser, kleinen Geschäfte, Cafés und gemütlichen Kopfsteinpflasterstraßen. Besonders die großen schwedischen Zimtschnecken, die hier als „Hagabullar“ bekannt sind, sind eine beliebte Spezialität. Natürlich blieb auch noch etwas Zeit, um letzte Souvenirs zu erstehen oder einfach das besondere Flair von Haga zu genießen.
Am Abend trafen wir uns schließlich alle zu unserem gemeinsamen Abschlussabendessen im Källarkrogen. Bei einem leckeren Essen ließen wir die vielen schönen Eindrücke unserer gemeinsamen Reise noch einmal Revue passieren und genossen unseren letzten Abend in Schweden.
Rückflug von Göteborg
Am nächsten Morgen hieß es dann leider Abschied nehmen von Schweden. Nach einem letzten Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Flughafen Göteborg. Mit vielen schönen Erinnerungen an unsere gemeinsame Reise traten wir den Rückflug nach Frankfurt an. Dort angekommen, verabschiedeten wir uns voneinander und es kullerten sogar ein paar Tränen. Jeder machte sich dann auf den weiteren Heimweg. Eine wunderschöne Reise durch Schweden ging damit zu Ende, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Eine wunderschöne Reise durch Schweden liegt hinter uns. Gemeinsam haben wir Stockholm und Göteborg erkundet, sind mit der M/S Diana durch den faszinierenden Göta-Kanal gefahren, haben unzählige Schleusen passiert, historische Orte entdeckt und die schwedische Lebensart mit Fika und vielen kulinarischen Köstlichkeiten kennengelernt. Besonders die gemeinsamen Momente an Bord, die beeindruckenden Landschaften und die vielen herzlichen Begegnungen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Bleibt alle schön gesund und wer weiß, vielleicht trifft man sich mal wieder!
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