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Zugreise – Schweizer Dampfbahnromantik

Reisebericht: 26.08. – 01.09.2026

Schweizer Dampf in seiner schönsten Form – nostalgische Züge, majestätische Alpen und der unverwechselbare Zauber vergangener Eisenbahnzeiten...

Katrin Deutschbein

Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein

auf dem Brienzer Rothorn... – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Luzern (Jesuitenkirche an der Reuss) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Luzern (Schaufelraddampfer Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee (Weggis) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee (Vitznau) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee (Tellskapelle) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Schöllenenschlucht – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Furka-Dampflok am Bahnhof Realp – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Fahrt auf der Furka-Bergstrecke (Blick zur Furka-Passstrasse) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Aareschlucht – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Vitznau (Depot-Führung bei der Rigi-Bahn) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL) Schynige Platte (Blick auf Mönch und Jungfrau) – © Katrin Deutschbein (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag – Mittwoch, 26.08.2026: Anreise nach Flüeli–Ranft (ab Dresden = 826 Bus–km)

Pünktlich um 6 Uhr startete ein Großteil unserer Reisefamilie am Dresdner Flughafen in Richtung Schweiz. Wie bei unseren Reisen üblich, legten wir etwa alle zwei Stunden eine Pause ein. So konnte jeder zwischendurch frische Luft schnappen, sich die Beine vertreten und ein wenig von der langen Fahrt erholen. Unsere Route führte uns zunächst in Richtung Bodensee. Schon von weitem grüßte uns der Pfänder, einer der bekanntesten Aussichtsberge des Bregenzerwaldes. Durch den 6,7 Kilometer langen Pfändertunnel ging es vorbei an Dornbirn weiter zum österreichischen Grenzort Mäder. Allerdings legten wir nur wenige Kilometer auf österreichischem Boden zurück, bevor wir am späten Nachmittag bei Kriessern schließlich die Schweiz erreichten. Von dort führte die Fahrt durch das malerische St. Galler Rheintal, vorbei an Liechtenstein und Sargans sowie entlang des Walensees und Zürichsees. Über die Hirzel-Höhe ging es weiter in Richtung Luzern und schließlich vorbei am Sarner See. Gegen 18.30 Uhr erreichten wir endlich unseren Urlaubsort Flüeli-Ranft, wunderschön auf einer Anhöhe oberhalb des Sarner Sees gelegen. Hier würden wir während der gesamten Reise unser Quartier beziehen. Nach der langen Fahrt war die Freude über die Ankunft bei allen deutlich zu spüren. Mit einem leckeren Abendessen wurden wir im Hotel zum Abschluss dieses ersten Reisetages verwöhnt. Während einige den Abend gemütlich ausklingen ließen, nutzten andere die Zeit noch für einen kleinen Spaziergang und genossen die herrliche Umgebung unseres Urlaubsortes. So ging ein langer, aber abwechslungsreicher Anreisetag zu Ende.

2. Tag – Donnerstag, 27.08.2026: Fahrt zum Brienzer Rothorn (68 Bus–km / 15,2 Bahn–km)

Die Sonne strahlte vom fast wolkenlosen Himmel, als wir mit unserem Bus nach Brienz am Ufer des gleichnamigen, türkisblauen Sees fuhren. Schon von weitem grüßte das imposante Brienzer Rothorn – unser heutiges Ziel und ein ganz besonderes Erlebnis für alle Eisenbahnfreunde. In Brienz bestiegen wir die historische Dampfbahn, die uns auf einer der ältesten Zahnradbahnen der Schweiz hinauf auf das Brienzer Rothorn brachte. Unter lautem Zischen und kräftigem Stampfen kämpfte sich die Dampflok Meter für Meter den Berg hinauf. Während hinter uns der Brienzersee immer kleiner wurde, öffneten sich vor uns fantastische Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Die gemütliche Fahrt durch grüne Wiesen, vorbei an steilen Berghängen und immer weiter hinauf war Eisenbahnromantik pur! Oben angekommen, hatten wir uns zunächst eine Stärkung verdient. Im Bergrestaurant wartete eine typisch Schweizer Spezialität auf uns: Älplermagronen. Die herzhafte Kombination aus Teigwaren und Kartoffeln, verfeinert mit Käse, Rahm und Zwiebeln, ist ein echter Klassiker der Schweizer Alpenküche – deftig, würzig und nach einer Bergfahrt genau das Richtige. Gut gestärkt blieb anschließend genügend Zeit, die herrliche Bergwelt auf eigene Faust zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein luden verschiedene Spazierwege zu kleinen Wanderungen ein, und überall boten sich neue, grandiose Ausblicke. Der Blick schweifte über den tiefblauen Brienzersee, die grünen Voralpen und die imposanten Gipfel der Berner Alpen. So konnten wir den Aufenthalt ganz nach unserem Geschmack genießen: die einen bei einem gemütlichen Spaziergang, die anderen einfach beim Verweilen und Staunen über dieses traumhafte Bergpanorama. Ein rundum gelungener Ausflugstag, bei dem die Schweizer Dampfbahnromantik und die Schönheit der Alpen wunderbar miteinander verschmolzen.

3. Tag – Freitag, 28.08.2026: (92 Bus–km / 228 Bahn–km)

Unser heutiger Tag begann in Luzern, direkt am Ufer des wunderschönen Vierwaldstättersees. Schon bald hieß es „Leinen los!“, denn vor uns lag eine ganz besondere Reise über Wasser und Schiene. Mit dem historischen Dampfschiff „Stadt Luzern“ gingen wir auf große Fahrt. Das Schiff wurde bereits 1928 von der Werft Sachsenberg in Roßlau/Deutschland erbaut und versprüht bis heute den unverwechselbaren Charme vergangener Zeiten. Fast drei Stunden glitten wir über den Vierwaldstättersee und konnten dabei die faszinierende Landschaft ganz entspannt vom Wasser aus genießen. Majestätische Berge, idyllische Uferorte und immer neue Ausblicke machten die Schifffahrt zu einem Erlebnis für sich. Pünktlich am frühen Nachmittag erreichten wir Flüelen. Hier wechselten wir vom Schiff auf die Schiene – und ein weiterer Höhepunkt unserer Reise stand bevor: die Fahrt mit dem Gotthard Panorama Express. Alles war bereits bestens vorbereitet. In einem eigens für unsere Gruppe reservierten Panoramawagen der 1. Klasse machten wir es uns bequem und freuten uns auf eine der schönsten Bahnstrecken der Schweiz. Schon bald setzte sich unser Zug in Bewegung und folgte der historischen Gotthard-Bergstrecke in Richtung Tessin. Was nun vor unseren Augen vorbeizog, war Eisenbahn- und Landschaftskino vom Feinsten – tiefe Täler, steile Berghänge, eindrucksvolle Brücken und immer wieder spektakuläre Kehrtunnel, durch die sich der Zug scheinbar auf wundersame Weise nach oben und wieder hinunter schlängelte. Die historische Gotthardstrecke ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst – und aus unserem Panoramawagen konnten wir die wechselnden Landschaften besonders eindrucksvoll erleben. Doch die Fahrt bot weit mehr als nur grandiose Ausblicke. Verschiedene Erlebnisse und Inszenierungen brachten uns die Entstehungsgeschichte der Gotthardbahn näher und ließen die Pionierzeit des Bahnbaus wieder lebendig werden. Man konnte förmlich nachempfinden, welche gewaltige Herausforderung es einst gewesen sein muss, diese Bahnlinie durch das hochalpine Gelände zu führen. Für unsere Gruppe war diese Verbindung aus Geschichte, Technik und Landschaft ein absolutes Highlight! Schließlich erreichten wir Bellinzona, die Hauptstadt des Tessins. Nach einem kurzen Aufenthalt konnten wir noch ein wenig südländisches Flair genießen, bevor wir unsere Rückreise antraten. Mit dem Regionalzug ging es durch den beeindruckenden, 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel zurück nach Arth-Goldau. Dort wartete bereits Helge mit unserem Bus auf uns. Ein erlebnisreicher Tag neigte sich dem Ende entgegen – mit einer nostalgischen Dampfschifffahrt, einer spektakulären Panoramafahrt über die historische Gotthardstrecke und vielen faszinierenden Eindrücken aus der Schweizer Eisenbahngeschichte.

4. Tag – Samstag, 29.08.2026: Fahrt mit der Furka–Dampfbahn – Aareschlucht (165 Bus–km / 17,8 Bahn–km)

Wir starteten sehr früh in einen weiteren strahlend sonnigen Tag. Entlang des tiefblauen Vierwaldstättersees und der Reuss, die uns stetig bergaufwärts begleitete, führte unsere Fahrt hinein in die imposante Bergwelt Richtung Andermatt. Schon bald erreichten wir die spektakuläre Schöllenenschlucht. Zwischen steilen Felswänden und tosenden Wassermassen legten wir einen kurzen Fotostopp ein – ein Motiv, das man einfach festhalten musste! Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis nach Realp, dem Ausgangspunkt unseres heutigen Dampfbahn-Abenteuers. Schon beim Anblick der historischen Lokomotiven war die Vorfreude auf die Fahrt mit der Furka-Dampfbahn spürbar. Doch bevor wir einsteigen, lohnt ein Blick zurück in die bewegte Geschichte dieser einzigartigen Bahnstrecke. Bereits 1914 erreichten die ersten Dampfzüge von Brig kommend entlang der jungen Rhone den Bahnhof Gletsch. Zwölf Jahre später, 1926, wurde die Strecke bis Disentis verlängert und damit die Verbindung zur Rhätischen Bahn hergestellt. Weitere 16 Jahre später wurde die hochalpine Strecke durch das schwierige und oft unwirtliche Gelände elektrifiziert. Doch der Betrieb blieb eine Herausforderung: Zwischen Oberwald und Realp konnte die Bahn wegen der extremen Wetter- und Schneeverhältnisse nur während der Sommermonate verkehren. Abhilfe sollte der Bau des Furka-Basistunnels schaffen, der 1982 feierlich eröffnet wurde. Damit verlor die alte Bergstrecke ihre Bedeutung, wurde stillgelegt – und ihr Abbruch schien besiegelt. Doch dann kam es ganz anders. Bahnbegeisterte Enthusiasten wollten die historische Strecke nicht kampflos aufgeben und gründeten bereits 1983 den Verein Furka-Bergstrecke (VFB). Mit viel Idealismus, unzähligen Arbeitsstunden und zunächst äußerst bescheidenen Mitteln machten sie sich daran, Gleise, Anlagen und Fahrzeuge wieder instand zu setzen. Eine besonders abenteuerliche Geschichte gehört zu den Dampflokomotiven: Einst waren die Maschinen der Furka-Oberalp-Bahn 1947 nach Vietnam verkauft worden. Jahrzehnte später kehrten einige von ihnen in ihre alte Heimat zurück und wurden in mühevoller Arbeit restauriert. Stück für Stück eroberte sich die Furka-Bergstrecke ihr einstiges Terrain zurück. 1992 dampften die Züge wieder von Realp bis Tiefenbach. Schon ein Jahr später ging es weiter hinauf bis zur Station Furka. Im Jahr 2000 war schließlich ein weiterer großer Meilenstein erreicht: Durch den 1,8 Kilometer langen Furka-Scheiteltunnel fuhren die historischen Züge wieder hinüber ins Wallis bis nach Gletsch. Und am 14. August 2010 wurde nach weiteren zehn Jahren Arbeit auch der letzte Abschnitt hinunter nach Oberwald feierlich eröffnet. Was einst als hoffnungsloser Fall galt, war damit wieder zu einer lebendigen Bahnstrecke geworden. Und nun durften wir selbst dieses Stück Eisenbahngeschichte erleben. In Realp bestiegen wir den historischen Dampfzug. Schon bald ertönte das charakteristische Pfeifen, weißer Dampf quoll aus der Lokomotive, und mit kräftigem Stampfen setzte sich unser Zug in Bewegung. Kurve um Kurve, vorbei an steilen Berghängen und durch die beeindruckende Hochgebirgslandschaft, ging es hinauf – Eisenbahnromantik pur! In Oberwald wartete bereits unser Bus auf uns. Doch der Tag war noch lange nicht zu Ende. Über die kurvenreiche Passstraße ging es hinauf zur 2.165 Meter hohen Grimsel-Passhöhe. Hier lockte nicht nur das grandiose Bergpanorama, sondern auch der Murmeltierpark. Ein Großteil unserer Gruppe ließ es sich nicht nehmen, die putzigen Bewohner aus nächster Nähe zu beobachten. Bei so viel Niedlichkeitsfaktor wurde natürlich fleißig fotografiert! Unser letztes Ziel des Tages war die Aareschlucht. In Innertkirchen angekommen, machte sich ein Großteil unserer Gäste zu Fuß auf den Weg durch dieses beeindruckende Naturwunder. Auf rund 1,4 Kilometern bahnt sich die Aare ihren Weg zwischen gewaltigen Felswänden hindurch. Der gut begehbare Weg führte uns durch enge Felsspalten und vorbei an rauschendem Wasser bis nach Meiringen, wo unser Bus bereits auf uns wartete. Am frühen Abend kehrten wir mit vielen wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck nach Flüeli-Ranft zurück. Nach einem so abwechslungsreichen Tag mit Dampf, Bergen, Murmeltieren und einer spektakulären Schlucht freuten wir uns umso mehr auf das schmackhafte Abendessen in unserem familiengeführten Hotel „FlüeMatte“.

5. Tag – Sonntag, 30.08.2026: Fahrt auf die Rigi und Besuch des Depots der Rigi Bahnen in Vitznau (107 Bus–km / 13,2 Bahn–km)

Unser heutiger Tag begann in Vitznau, malerisch am Nordufer des Vierwaldstättersees gelegen. Eigentlich sollte uns eine historische Dampflok hinauf auf die Rigi bis nach Rigi-Kulm schnaufen. Doch die anhaltende Waldbrandgefahr machte uns leider einen Strich durch die Rechnung – der Dampfbetrieb musste aus Sicherheitsgründen ausfallen. Ganz verzichten mussten wir auf das nostalgische Bahnerlebnis aber zum Glück nicht: Eine Diesellokomotive übernahm den Dienst, und wir durften immerhin in einem wahrhaft historischen Nostalgiewagen aus dem Jahr 1889 Platz nehmen. So hieß es also: einsteigen, zurücklehnen und die Fahrt genießen! Unser Ziel war Rigi-Kulm, mit knapp 1.800 Metern über dem Meer der höchste Gipfel der Rigi und eines der beliebtesten Ausflugsziele der Zentralschweiz. Die Rigi trägt nicht ohne Grund den stolzen Beinamen „Königin der Berge“. Oben angekommen, eröffnete sich vor uns ein wahrhaft königliches Panorama: Unzählige Seen glitzerten in der Tiefe, während sich ringsum ein beeindruckendes Meer aus Berggipfeln erstreckte. Säntis, Glarner, Urner und Berner Alpen waren zu erkennen, weit im Westen lugten einige Jurahöhen hervor, im Nordwesten zeichneten sich die Vogesen ab und im Norden der Schwarzwald. Und wieder einmal meinte es der Wettergott ausgesprochen gut mit uns! Unter strahlend blauem Himmel konnten wir dieses grandiose Panorama in vollen Zügen genießen. Ein Anblick, bei dem selbst eingefleischte Bergfreunde ins Schwärmen geraten. Heute ist die Rigi ein wahres Paradies für Eisenbahnliebhaber – Zahnrad- und Seilbahnen verbinden die verschiedenen Stationen und eröffnen immer wieder neue, spektakuläre Ausblicke. Zurück in Vitznau erwartete uns noch eine ganz besondere Überraschung: ein Blick hinter die Kulissen im Lokschuppen. Hier durften wir als krönenden Abschluss unseres Bahntages zwei echte Legenden bewundern – die berühmten Dampflokomotiven Nr. 16 und 17. Und nicht nur anschauen war erlaubt – die stolzen Maschinen durften sogar kurz gestreichelt werden! Zwei überaus kompetente Mitarbeiter der Rigi-Bahnen führten uns persönlich durch das Depot und gewährten uns spannende Einblicke in die Welt hinter den Kulissen. Mit viel Fachwissen und sichtbarer Begeisterung erzählten sie von Technik, Betrieb und den vielen kleinen und großen Geschichten rund um die faszinierende Eisenbahngeschichte der Rigi. Für unsere Gruppe war dieser Besuch ein echtes Highlight – näher kann man der historischen Bahn kaum kommen. Doch auch auf der Rückfahrt mit dem Bus wartete noch ein Stück Schweizer Geschichte auf uns. Über Weggis und Küssnacht führte unser Weg zur berühmten „Hohlen Gasse“. „Durch diese hohle Gasse muss er kommen …“ – wer kennt sie nicht, die berühmten Worte aus Schillers „Wilhelm Tell“? Tatsächlich ist kaum ein anderer Ort so eng mit der Schweizer Nationalgeschichte verbunden wie dieser schmale, von Bäumen und Felsen gesäumte Hohlweg bei Küssnacht. Der Überlieferung nach lauerte hier Wilhelm Tell dem habsburgischen Landvogt Hermann Gessler auf. Berühmt ist vor allem die Geschichte vom Apfelschuss: Aus rund 80 Metern Entfernung soll Tell seinem Sohn Walter mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf geschossen haben. Weit weniger bekannt ist außerhalb der Schweiz, dass Tell später eben in der Hohlen Gasse auf Gessler traf. Die Geschichte erzählt, dass aus diesen beiden Schüssen – dem ersten zur Rettung seines Sohnes und dem zweiten gegen den Tyrannen – schließlich der Mut der Eidgenossen erwuchs. Uri, Unterwalden und Schwyz hatten sich der Überlieferung nach bereits 1291 auf der Rütliwiese geschworen, sich gegen die Herrschaft der Habsburger Landvögte aufzulehnen. Ob historische Wahrheit oder legendäre Überlieferung – die Hohle Gasse ist bis heute ein Ort, an dem Schweizer Geschichte förmlich spürbar wird. Nach diesem letzten Stopp unseres erlebnisreichen Tages ging es vorbei an Luzern zurück nach Flüeli-Ranft. Wieder einmal hatten wir einen Tag voller beeindruckender Landschaften, faszinierender Eisenbahngeschichte und spannender Geschichten erlebt – und natürlich jede Menge schöner Erinnerungen im Gepäck.

6. Tag – Montag, 31.08.2026: Interlaken – Schynige Platte (108 Bus–km / 14,6 Bahn–km)

Wolkenverhangen und mit einer ganz eigenen, mystischen Bergstimmung begann unser letzter Ausflugstag. Am Vormittag stand zunächst Interlaken auf unserem Programm – das wohl bekannteste touristische Zentrum des Berner Oberlandes. Der Name ist Programm: Der traditionsreiche Ferienort liegt auf einer Schwemmebene zwischen dem tiefblauen Thunersee und dem Brienzersee. Überragt wird die Landschaft von dem mächtigen Gipfel der Jungfrau. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts sprach sich die Schönheit dieser einzigartigen Bergwelt weit über die Grenzen der Schweiz hinaus herum. Berühmte Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe und der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy ließen sich von der grandiosen Landschaft inspirieren und bereisten die Region. Mit dem Ausbau der Berner Oberland-Bahnen im Jahr 1890 und der Eröffnung der Jungfraubahn 1912 erhielt der Tourismus in Interlaken einen weiteren kräftigen Schub. Bis heute ist der Ort ein beliebter Ausgangspunkt für Entdeckungen im Berner Oberland. Anschließend ging es mit unserem Bus ins benachbarte Wilderswil. Hier erwartete uns ein ganz besonderes Bahnerlebnis: die Fahrt mit der nostalgischen Zahnradbahn hinauf auf die Schynige Platte. Kaum hatte unser Zug den Bahnhof verlassen, fühlte man sich unweigerlich in die Zeit der Belle Époque zurückversetzt. Die historischen Wagen mit ihren hölzernen Sitzbänken und das liebevoll gepflegte Rollmaterial aus dem 19. Jahrhundert versprühen einen ganz besonderen Charme. Rund sieben Kilometer Strecke überwindet die Zahnradbahn in etwa 50 Minuten – langsam genug, um die vorbeiziehende Landschaft in aller Ruhe zu genießen. Und was für eine Landschaft das war! Während der Fahrt öffneten sich immer wieder herrliche Blicke auf die imposante Bergwelt des Berner Oberlandes. Oben auf der Schynige Platte angekommen, hatten wir zunächst die sprichwörtliche Qual der Wahl: Zahlreiche Wanderwege laden dazu ein, die einzigartige Bergwelt zu erkunden. Die meisten unserer Gäste entschieden sich für den Swiss Flower & Panorama Trail. Dabei erwartete uns nicht nur ein grandioses Alpenpanorama, sondern auch eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen. Rund 800 verschiedene Pflanzenarten sind hier zu entdecken – eine beeindruckende Blumenwelt, die die Schönheit und den Reichtum der alpinen Flora auf eindrucksvolle Weise erlebbar macht. Zwischen bunten Blüten, duftenden Kräutern und schroffen Berggipfeln wurde der Spaziergang zu einem besonderen Naturerlebnis. Doch damit nicht genug: Als zusätzliche Überraschung hatte Eberhardt TRAVEL für uns noch einen zünftigen Mittagsimbiss vorbereitet. Verschiedene Wurstspezialitäten und würziger Alpkäse sorgten für eine herzhafte Brotzeit und schmeckten nach so viel frischer Bergluft ganz besonders gut. Gemeinsam ließen wir es uns schmecken und genossen dabei die herrliche Atmosphäre. Immer wieder wanderten unsere Blicke hinüber zu Mönch und Jungfrau, die sich eindrucksvoll aus der Wolkendecke erhoben. Der Eiger hingegen blieb heute größtenteils hinter den Wolken verborgen. Doch gerade das wechselvolle Wetter verlieh dem Panorama einen ganz besonderen Reiz. Ständig veränderten sich die Wolkenformationen, gaben Gipfel frei, verhüllten sie wieder und ließen die Bergwelt immer wieder anders erscheinen. Ein faszinierendes Naturschauspiel, das uns zum Abschluss unserer Reise noch einmal zeigte, wie abwechslungsreich und überraschend die Schweizer Alpen sein können. Mit dieser stimmungsvollen Bergfahrt, einer nostalgischen Zugreise und einer gemütlichen gemeinsamen Brotzeit ging eine wunderschöne Reise langsam ihrem Ende entgegen. Viele eindrucksvolle Erlebnisse, herrliche Landschaften und unvergessliche Eisenbahnmomente würden uns noch lange begleiten.

7. Tag – Dienstag, 01.09.2026: Rückreise (bis Dresden = 826 Bus–km)

Nach einer herrlichen Woche voller faszinierender Landschaften, nostalgischer Bahnfahrten und unvergesslicher Erlebnisse hieß es nun endgültig Abschied nehmen. Gut gelaunt und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck machten wir uns auf den Heimweg. Über Ulm und Nürnberg führte unsere Fahrt zurück in Richtung Sachsen. Auch der Wettergott hatte es während unserer Reise ausgesprochen gut mit uns gemeint. Nur selten wurden wir von Wolken oder Regen überrascht – stattdessen durften wir die Schweizer Bergwelt meist bei strahlendem Sonnenschein erleben. Dieses Wetterglück trug natürlich ganz wesentlich dazu bei, dass unsere Reise zu einem rundum gelungenen Erlebnis wurde. Viel zu schnell waren die gemeinsamen Tage vergangen. Doch die Erinnerungen an dampfende Lokomotiven, historische Bahnstrecken, glitzernde Seen, majestätische Gipfel und gemütliche Stunden in geselliger Runde werden uns sicherlich noch lange begleiten. Pünktlich um 20 Uhr erreichten wir schließlich wieder den Dresdner Flughafen – unseren Ausgangspunkt vor einer Woche und nun auch der Ort, an dem unsere wunderschöne Reise zu Ende ging.


Ich möchte allen Mitreisenden an dieser Stelle noch einmal von Herzen alles Gute wünschen – vor allem beste Gesundheit, viel Glück und die Freude am Reisen, die uns auch auf dieser gemeinsamen Reise begleitet hat. Gemeinsam haben wir unvergessliche Momente erlebt, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Ich freue mich schon heute auf ein Wiedersehen und darauf, gemeinsam mit Ihnen weitere schöne Reiseziele zu entdecken und neue Abenteuer zu erleben.

Herzlichst
Ihre/Eure Reiseleiterin
Katrin Deutschbein


Meine nächsten Reisen:
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