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Einzigartige Bahnerlebnisse mit Dampfbahnen und Historischen Zügen

Reisebericht: 15.09. – 21.09.2026

Die Reise verspricht uns Dampfbahn-Fahrten in der Zentralschweiz und im Berner Oberland: Ob die Fahrten auf das Brienzer Rothorn, die Rigi und über den Furka-Pass – jede dieser Bahnen hat ihren Reiz!

Annette Probst-Weise

Ein Reisebericht von
Annette Probst-Weise

020 Auf dem Brienzer Rothorn - Blick über den Brienzersee – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 063 Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 091 Auf der Schynige Platte - Alphornspieler – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 114 Talfahrt von der Schynigen Platte - – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 134 Furka-Dampfbahn in Realp – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 154 Fahrt Furka-Dampfbahn – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 161 Fahrt Furka-Dampfbahn - Blick nach Gletsch – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 167 Fahrt Furka-Dampfbahn - Loktausch in Gletsch – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 177 Ein Eisenbahn-Fan – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 198 Auf der Rigi - Blick in die Berner Alpen – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 213 Vitznau -Depotführung im Depot der Rigi Bahn - Lok 16 – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL) 227 Vitznau - Bahnhof der Rigibahn – © Annette Probst-Weise (Eberhardt TRAVEL)

15.09.2026 – Anreise nach Flüeli–Ranft

Am frühen Morgen beginnt unsere Reise vorbei an Nürnberg, Ulm und dem Bodensee nach Österreich. In Lustenau erreichen wir die Grenze zur Schweiz. Die Route führt uns durch das Rheintal, vorbei am Walensee und am Zürichsee in die Zentralschweiz. Am Abend fahren wir durch Sachseln hinauf nach Flüeli-Ranft. Im Hotel Flüematte erwartet uns bereits freudig das Team. Das schmackhafte Abendessen beendet den Tag.

16.09.2026 – Ausflug nach Brienz und zum Brienzer Rothorn

Heute führt uns unsere Reise leider bei Regen über den Brünigpass ins Berner Oberland. Zunächst fahren wir vorbei am Sarnersee und am Lungernsee über den Brünig-Pass nach Brienz am gleichnamigen See. Ein kurzer Bummel am See brückt die Zeit bis zur Abfahrt mit der Brienzer Rothorn Bahn. Die netten Kollegen von der Brienzer Rothorn Bahn erwarten uns schon. Für uns steht der Dampfzug mit einem historischen Wagen bereit. Die nostalgische Bahn bringt uns in gemütlicher Fahrt auf das Brienzer Rothorn in 2.350 Metern Höhe. Die Bahn wurde bereits 1892 eröffnet und sie ist eine technische Meisterleistung des Bahnbaues. Nach der atemberaubenden Fahrt mit immer wieder wechselnden Ausblicken erreichen wir den Berg. Leider verdecken uns dicke Wolken die freie Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Im Restaurant hält das Team ein feines Mittagessen bereit. Wir probieren die Älplermagronen – ein typisches Schweizer Bergbauerngericht. Die Wolken hängen immer noch in den Bergen der Berner Alpen und es ist kühl. Nach unserem Aufenthalt steht die Dampfbahn für die Talfahrt wieder bereit. In Brienz, dem berühmten Holzschnitzerort beginnt es wieder stark zu regnen. Also verzichten wir auf den Bummel durch den Ort und fahren direkt zurück. Über den Brünigpass reisen wir hinab zu Sarnersee und hinauf nach Flüeli-Ranft.

17.09.2026 – Ausflug mit dem Gotthard Panorama Express

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Luzern. Zunächst gehen wir über die Kapellbrücke, das Wahrzeichen der Stadt. Wir sehen die Bilder im Giebel der Brücke und die Spuren des Brandes vom 17.08.1993. Die schönen Bürgerhäuser und das Rathaus prägen die Stadt am Vierwaldstättersee. Unser Weg führt uns zum Fritschi-Brunnen und zum Fritschi-Haus. Fritschi mit seiner Frau spielen die Hauptrollen in der Luzerner Fasnacht. Nun begeben wir uns zur Anlegestelle des Schiffes. Der Raddampfer „Stadt Luzern“, das historische Schiff der Flotte der Vierwaldstättesee-Schifffahrts-Gesellschaft wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Mit dem Schiff reisen wir in der 1.Klasse über den See. Die Rigi, der Pilatus und die Mythen grüßen uns. Im Urnersee entdecken wir den Schillerstein und die Rütli-Wiese. Sie gilt seit 1291 als die Wiege der Schweiz, denn hier wurde der berühmte Rütlischwur vollzogen. Vorbei an der Tellsplatte und der herrlichen Landschaft rund um den See genießen wir die Fahrt nach Flüelen. Der Gotthard Panorama Express fährt gerade im Bahnhof ein, als wir das Schiff verlassen. Im Panoramawagen der 1.Klasse setzen wir auf unseren reservierten Plätzen unsere Reise in den Süden fort. Anastasia, die nette Reiseleiterin erzählt uns viele interessante Details zu der beeindruckenden Bahnstrecke. Wir staunen über die einzigartigen Meisterleistungen der Erbauer der Strecke mit ihren vielen Viadukten, Kehrtunneln und dem 15 Kilometer langen alten Gotthard-Tunnel. Die Eröffnung des Tunnels wurde 1880 nach 8jähriger Bauzeit gefeiert. Über 3.000 Arbeiter waren unter widrigen Bedingungen am Bau des für damalige Zeiten einmalige Tunnelbauwerk beteiligt. In Bellinzona, der Hauptstadt des Kantons Tessin endet unsere Fahrt mit dem Gotthard Panorama Express. Nach dem Aufenthalt am Bahnhof geht es mit dem Euro-City-Zug zurück. Dabei erleben wir die Fahrt durch den Gotthard Basistunnel, den mit 57 Kilometern längsten Tunnel der Welt. Die Eröffnung des Tunnels erfolgte 2017. Sie ist eine Meisterleistung des modernen Tunnelbaus. In nur 20 Minuten fährt der Zug mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 190 km/h durch den Tunnel. In Arth-Goldau erwartet uns Petr mit dem Bus und wir kehren zum Hotel zurück. Es waren wieder wunderschöne Erlebnisse.

18.09.2026 – Ausflug nach Interlaken und auf die Schynige Platte

Gut gestärkt vom Frühstück fahren wir wieder über den Brünig-Pass und unsere Ziele sind Interlaken und Wilderswil im Berner Oberland. Zunächst erreichen wir Interlaken. Der beliebte Ferienort liegt zwischen dem Thunersee und dem Brienzersee. Er ist Ausgangsort für Ausflüge in der Jungfrau-Region. Bei Sonnenschein spazieren wir durch den Ort oder erledigen kleine Einkäufe. Es geht anschließend nach Willderswil im Berner Oberland. Die nostalgische Zahnradbahn ist für uns bereit und bringt uns auf die Schynige Platte. Die Bahn wurde 1893 in Betrieb genommen. Sie schlängelt sich im gemütlichen Tempo von nur 10 Kilometern pro Stunde auf den Schienen in unzähligen Kurven auf den 1.970 Meter hohen Berg. Dabei zeigen sich uns immer wieder neue Aussichten über den Brienzer- und den Thunersee und Interlaken mit seinem Hausberg Harder Kulm. Auf der Schynigen Platte werden wir von zwei Alphornspielern begrüßt. Nun eröffnen sich uns verschiedene Möglichkeiten. Zunächst erkunden wir den Alpengarten mit über 700 Pflanzen aus dem Alpenraum. Wir staunen über die Vielfalt der Pflanzen, die sich im Herbstkleid zeigen. Manch seltene Pflanze ist dabei zu entdecken. Schnell vergeht die Zeit. Einige Gäste wandern auf dem Flower & Panorama Trail. Eiger, Mönch und Jungfrau verhüllen sich auch heute wieder mit Wolken. Es ist etwas kühl und windig. Im Restaurant wärmen wir uns mit einem warmen Getränk oder einem kleinen Imbiss auf. Am Nachmittag bringt uns die Zahnradbahn zurück nach Wilderswil. Anschließend reisen wir wieder über den Brünig-Pass zum Hotel zurück.

19.09.2026 Fahrt mit der Furka–Dampfbahn

Wir werden mit Sonnenschein geweckt. Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise erwartet uns. Wir fahren mit dem Bus zunächst nach Realp. Über die alte Gotthardstraße führt uns unsere Tour vorbei an Wassen mit der bekannten Kirche zunächst zur Schöllenenschlucht. Wir legen einen kurzen Stopp an der Teufelsbrücke ein und nutzen die Gelegenheit einige Fotos zu schießen. Der Legende nach haben die Urner Bürger beim Bau der Brücke den Teufel um Hilfe gebeten. Als Lohn für seine Unterstützung wollte er das erste Lebewesen, welches über die Brücke geht, haben. Natürlich hoffte der Teufel an ein schönes junges Mädchen, welches die Brücke betreten würde. Die schlauen Urner ließen aber einen Ziegenbock als erstes über die Brücke laufen. Wütend und beleidigt ging der Teufel mit dem Bock von dannen. Vorher soll er aber noch einen riesigen Felsbrocken in die Schöllenenschlucht geworfen haben. Dieser Fels ist heute in Göschenen an der Straße zu sehen. Wir erreichen Andermatt und weiter geht es durch das Hospental nach Realp. Ein einmaliges Bahnerlebnis erwartet uns nun. Die Furka Dampfbahn dampft noch heute über die imposante alte Furka-Bergstrecke. Mit der Eröffnung des Furka-Basistunnels 1981 wurde die alte Route stillgelegt und zurückgebaut. Eisenbahnfreunde aus der ganzen Welt gründeten 1983 einen Verein und 1985 die Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG. Ziel des Vereins und der DFB AG war die einmalige historische Eisenbahnstecke wieder herzustellen, instand zu setzen und sie erneut zu betreiben. Dazu gehörte die Streckensanierung, die Beschaffung des Rollmaterials, wie die Schweizer die Wagons nennen, und die Rückführung der Lokomotiven aus Vietnam. Viele engagierte Eisenbahnfreunde sorgen heute ehrenamtlich dafür, oder wie die Schweizer sagen „leisten ihren Frohndienst“, dass die Bahn zur Freude vieler Touristen und Bahnbegeisterter von Realp weiter unterhalb des Furka-Passes bis nach Oberwald auf der Originalstecke fahren kann. Wir erreichen die Station vor dem Furka-Scheiteltunnel. Bei der planmäßigen längeren Pause wird die Lok gedreht. Wir erleben, wie die Lok auf einer mit Manneskraft betriebenen Drehscheibe gedreht wird. Dabei dürfen auch zwei Kinder helfen. Nur 3 Männer und zwei Kinder schieben die Drehscheibe mit dem Stahlross. Wir sind erstaunt, wie leicht dies geht. Für die Eisenbahnfans ist dies ein tolles Erlebnis. Während der Fahrt Richtung Gletsch eröffnen sich uns wunderschöne Ausblicke auf das Bett des Rhône-Gletscher. Der Klimawandel ist hier erlebbar: in den vergangenen 20 Jahren hat sich der Gletscher sehr stark zurückgezogen und ist von der Bahnstrecke aus nicht mehr zu sehen. Nun treten die Furka-Passstraße und die Grimsel-Passstraße – wahre Meisterleistungen des Straßenbaus – in unser Blickfeld. Viel zu schnell endet die wundervolle Fahrt bei fantastischem Wetter. Petr, unser Chauffeur, wartet auf uns mit dem Bus bereits in Oberwald. Er ist mit dem Bus über den Furka-Pass gefahren. Wir klettern mit dem Bus auf den Grimselpass in 2.165 Metern Höhe. Ein kurzer Stopp liegt in der Zeit. Wir genießen den Blick über den Grimselsee und beobachten die Murmeltiere. Vorbei an Meiringen, dem kleinen Ort der mit Sherlok Holmes verbunden ist, führt uns die Tour über den Brünig-Pass zurück nach Flüeli-Ranft.

20.09.2026 – Ausflug mit dem historischen Zug auf die Rigi und Depotführung im Depot der Rigi Bahn

Am Morgen fahren wir zunächst nach Küssnacht. An der Hohlen Gasse machen wir eine kurze Pause und hören im Info-Pavillon in einer kurzen Multimedia-Show die Tells-Geschichte und die Geschichte der Hohlen Gasse. Weiter führt uns unsere Route nach Vitznau zum Bahnhof der 1871 erbauten Rigi Bahn. Ursprünglich war die Fahrt auf die Rigi mit der Dampflok geplant. Doch nach dem heißen Sommer und der damit verbundenen hohen Waldbrandgefahr dürfen die Dampfloks nicht fahren. Das Personal der Rigi Bahn stellt uns dennoch einen historischen Wagen für die Fahrt auf die 1.799 Meter hohe Rigi zur Verfügung. Wir genießen die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein und sehr guter Sicht. Das Panorama vom Säntis bis in die Berner Alpen zeigt sich uns nun auf dem Gipfel in seiner ganzen Pracht. Auf der Rigi erwartet einiges, um von uns entdeckt zu werden. In der Remise befindet sich Ausstellung zur legendären Lok 7. Sie können wir zurzeit im Original in der Ausstellung bewundern. Sie gehört zu den wenigen Loks auf der Welt, welche über einen stehenden Kessel verfügt. Für das Jubiläum der Bahn im Jahr 2022 ist die Lok aus dem Verkehrshaus der Schweiz geholt wurden. Im Depot und den Werkstätten wurde sie restauriert und wieder fahrtüchtig gemacht. In den letzten Jahren war die Lok zu Sonderfahrten unterwegs. Nach unserem Aufenthalt erfolgt die Rückfahrt nach Vitznau wiederum im historischen Wagen. In Vitznau erwarten uns Urs und Hans-Peter von der Rigi Bahn. Sie führen uns durch das Depot der Bahn. Wir dürfen die Dampfloks Nr. 17 und Nr. 16 sehen. Wir sind fasziniert von den historischen Wagons, die alle noch im Einsatz sind. Die ältesten stammen aus den Jahren 1873 und 1873. Wir hören, dass die Zahnstangen, welche als Steighilfen für die Bahn ganz wichtig sind, original aus dem Jahr 1871 sind. Sie werden immer wieder in einer aufwendigen Technologie aufgearbeitet. Wir sind begeistert und denken an die Zeit, in der diese Meisterwerke der Technik entstanden sind und immer noch funktionieren. Dank auch der großen Leidenschaft der Mitarbeiter der Rigi Bahn, die diese Schätze so liebevoll pflegen und instandhalten. Zum Schluss erleben wir die Drehscheibe, mit der die Wagen in das Depot gefahren werden, in Aktion. Sie ist ebenfalls mit einer wahrscheinlich in der Welt einzigartigen Technik ausgestattet. Diese Führung hat uns viele schöne Einblicke in die faszinierende historische Technik gegeben. Nun fahren wir mit dem Bus nach Flüeli-Ranft zurück. Wir sind uns einig: Dieser Tag war ein wunderbarer Abschluss unserer Reise.

21.09.2026 – Heimreise

Heute nehmen wir Abschied von unseren Gastgebern im Hotel Flüematte, die uns mit viel Herzenswärme und Leidenschaft einen wunderschönen Aufenthalt in der Schweiz ermöglicht haben.
Mit vielen Erinnerungen an einzigartige Dampfbahnfahrten und Bahnfahrten mit nostalgischen Zügen im Gepäck reisen wir nach Hause zurück.


Bei Ihnen, unseren lieben Gästen möchte ich mich recht herzlich bedanken für die schöne Zeit, die wir gemeinsam erleben durften. Wir werden uns sicher noch oft an die faszinierenden Bahnfahrten in der Schweiz erinnern. Vielleicht darf ich Sie irgendwann wieder auf einer meiner Reisen in die Schweiz begrüßen – ich würde mich sehr freuen! Bis dahin bleiben Sie gesund und Uf Wiederluege – Ihre Reiseleiterin Annette Probst-Weise


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