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Rundreise Schweiz – Eiger, Mönch und Jungfrau

Reisebericht: 21.06. – 27.06.2026

Bei Sonnenschein unterwegs in den Berner Alpen

Saskia Pinnow

Ein Reisebericht von
Saskia Pinnow

Lungernsee, Lungern, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Chor der reformierten Kirche Brienz, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Hotel Carlton-Europe, Interlaken, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Alphornwerkstatt, Eggiwil, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Bachmanns am Alphornbauen, Eggiwil, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Kleine Scheidegg, Grindelwald, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Konkordiaplatz und Aletschgletscher, Jungfraujoch, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Mönch (4.110 m.ü.M), Jungfraujoch, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Blick zur Grossen Scheidegg, Grindelwald, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Blick vom Käfigturm auf die Marktgasse, Bern, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Aare und Schlosskirche, Thun, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL) Dampfschiff Blümlisalp, Spiez, Schweiz – © Saskia Pinnow (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag – Sonntag, 21.06.2026: Anreise nach Interlaken

Die Transferfahrzeuge sind heute Morgen überpünktlich und so hält uns nichts auf Dresden bereits um dreiviertel sechs zu verlassen. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf die Schweiz. Entlang der A4 steigen in Nossen und Chemnitz weitere Reiseteilnehmer zu. Busfahrer Frank chauffiert uns über die die A72 bis zum Autohof Münchberg an der A9, wo wir die erste Rast machen, weitere Reiseteilnehmer sowie auch unseren Rundreise-Fahrer Marek begrüßen können. Vorbei an Bayreuth fahren wir nach Mittelfranken, wechseln bei Nürnberg auf die A6 und halten an der Raststätte Frankenhöhe. Dann biegen wir ab auf die A7 und südwärts geht’s durchs Schwabenland zur Mittagspause auf der Raststätte Illertal. Bei Memmingen nehmen wir die A96 bergab zum Bodensee. In Lindau wird getankt, Eis gegessen und einige nutzen den Aufenthalt für einen Spaziergang zum Ufer des größten Trinkwasserspeichers nördlich der Alpen. Das Baden heben wir uns für morgen auf, denn schon sind die letzten Reisegäste unserer 22-köpfigen Gruppe am Bus eingetroffen. Parkplatz gefunden und weiter geht die Fahrt durch den österreichischen Pfändertunnel. Bei Mäder überqueren wir den Rhein und erreichen die Schweiz. Wir fahren durchs St.Galler Rheintal bis Sargans, richten unseren Blick nach links aufs Fürstentum Liechtenstein und nach rechts zum Hohen Kasten und zum Säntis. Dann folgen wir den Ufern von Walen- und Zürichsee, machen einen letzten Stopp an der Raststätte Herrlisberg, überqueren den Hirzel und erreichen Luzern. Jetzt trennt uns nur noch der Brünigpass vom Berner Oberland. Marek hält in der Chälirüti-Kurve, so dass wir den wunderschönen Panoramablick über den Lungernsee festhalten können. In Interlaken erwartet uns die Belegschaft des Hotels Carlton-Europe mit erfrischendem Eistee und nach dem Zimmerbezug wird das Essen auf der Terrasse in lauer Abendluft gereicht.

2. Tag – Montag, 22.06.2026: Brienz, Aareschlucht, Meiringen und Freizeit in Interlaken

Mehr oder weniger ausgeschlafen, brechen wir um neun Uhr auf zu unserem Ausflug ins Haslital. In Brienz lässt Marek uns am Sägewerk aussteigen. Imposant erhebt sich der Grat des Augstmatthorns über den Dörfern am Seeufer und wir erahnen welchen Gefahren die Landschaft hier bei Starkregen ausgesetzt ist. Zu Fuß begeben wir uns hoch zur reformierten Kirche, genießen vom schattigen Eingang die Aussicht über den türkisblauen Brienzersee und wundern uns beim Blick ins Innere über die im Chor stehende Orgel. Vorbei an der einzigen Berufsschule für Holzbildhauerei der Schweiz erreichen wir die vom US-Magazin Architectural Digest zu einer der schönsten Straßen der Welt gekürten Brunnengasse. Wir bummeln durch die Oberdorfstraße und entlang der Seepromenade in Richtung Bahnhof. Von hier aus bringt uns der Bus zum Eingang Ost der Aareschlucht bei Innertkirchen. Herrlich erfrischend ist das Klima zwischen den bis 180 Meter hohen Kalksteinfelswänden, durch die sich das Wasser der Aare seit der letzten Eiszeit seinen Weg bahnt. Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir nach Meiringen. Hier gibt es die legendäre Meringue frisch aus der Fabrik, aber auch das Sherlock-Holmes-Museum lädt zum Besuch ein und wer trotz Wärme den Weg bis zur Michaelskirche auf sich nimmt, wird mit einem Klavierkonzert belohnt. Begleitet werden wir heute von den Flugkünsten der in Meiringen stationierten F/A18 der Schweizer Luftwaffe. Am Vierwaldstättersee weilt hoher Besuch aus den USA. Da scheint erhöhte Alarmbereitschaft angebracht zu sein. Nachmittags kehren wir zurück nach Interlaken und haben Zeit das „Bödeli“ auf eigene Faust zu erkunden. Die einen zieht es ins kalte Nass, die anderen in die Höhe auf den Harder und dritte machen eine Rundfahrt mit dem Touristenbähnchen. Auch nach dem Abendessen bleibt Zeit zum Flanieren entlang der Höhenmatte und mit Glück einen Blick auf die sich nicht immer zeigen wollende Jungfrau zu erhaschen.

3. Tag – Dienstag, 23.06.2026: Niesen und Blausee

Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Kandertal. Einen ersten Fotostopp machen wir in Leissigen. Hier stehen das einzige erhaltene, wasserbetriebene Sägewerk und eine der zwölf über tausendjährigen Gründerkirchen der Thunersee-Region. Die Türen der Kirche stehen offen und der See lädt zum Baden ein. Wir sehen die typischen Berner Oberländer Holzschindeln in Paketen bereitliegen. Bald wird mit ihnen das Dach des Kirchturms neu eingedeckt. Die Herausforderung liebend fährt Marek mit uns über die Sonnenterrassen von Krattigen und Aeschi dem Niesen entgegen und das schneller als gedacht. An der Mündung der Suld in die Kander warten wir im Schatten sitzend auf Einlass in die 1910 eingeweihte, rote Standseilbahn. Bereits viel früher eroberten die ersten Touristen den markanten, pyramidenförmig über dem Thunersee aufragenden Berg. Sie erreichten das 1856 erbaute Gasthaus „Niesen Kulm“ in Sänften, mit Maultieren oder zu Fuß. In zwei Etappen, mit Umstieg in Schwandegg, bringt uns die Bahn in 30 Minuten auf den 2.362 m hohen Gipfel. Die Aussicht ist trotz Dunst wunderbar. Wir gucken von Bern über Thun, die Seen bis ins Haslital. Hinter uns liegt das Simmental, vor uns das Kander- und Engstligental. Und die Berge, die markanten weißen Spitzen der Viertausender Schreckhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau sowie der Dreieinhalbtausender Blüemlisalp, Balmhorn und Altels. Die Schattenplätze auf der Restaurantterrasse sind heiß begehrt. Gut, dass wir zeitig oben waren. Wir schauen noch kurz wie die Gleitschirmflieger starten und dann geht es um halb zwei wieder hinunter nach Mülenen. Ausklingen lassen wir den Tag heute im Naturpark Blausee, am Ufer des seinem Namen insbesondere bei Sonnenschein alle Ehre machenden Bergsees. Weil es heute Morgen so schön war, fahren wir zurück auch wieder über den Berg, eine Entscheidung, die der uns in Aeschi entgegenkommende Postbus mit einem Smiley in der Destinationsanzeige quittiert.

4. Tag – Mittwoch, 24.05.2026: Rundfahrt durchs Emmental

Das gestrige Fondue aus Freiburger Käsemischung scheint allen bekommen zu sein und wir können entspannt zu unserer Ausfahrt ins Emmental starten. Diesmal fahren wir entlang des Thunersee-Nordufers. Anfangs waghalsig in den Fels gehauen schlängelt sich die Straße ab Beatenbucht idyllisch durch die an der „Goldküste“ des Sees gelegenen Dörfer bis nach Thun. Dort am Tor zum Berner Oberland geht die Landschaft über ins Hügelige, mal sanft, mal steil mit tiefen Schluchten, aber immer grün präsentiert sich das Emmental. Beim Abzweig zum Knubel in Eggiwil manövriert uns Marek athletisch um die eigentlich nicht für Busse ausgelegte Kurve und so erreichen wir die Alphornmacherei ohne Umwege. Familie Bachmann erwartet uns schon und führt direkt in die Werkstatt, wo Walter uns in einem kurzweiligen Vortrag die Geschichte der Alphornproduktion auf seinem Hof präsentiert. Wir lernen, dass das Alphorn aus mehreren Teilen, verschiedenen Hölzern und in unterschiedlichen Größen hergestellt wird. Wer möchte hat am Ende die Gelegenheit sich als Alphornbläser zu versuchen. Weiter geht unsere Fahrt nach Trubschachen, wo wir in der wohlklimatisierten Kambly-Erlebniswelt einkehren und lecker Schweizer Traditionsgebäck degustieren. Das ein oder andere „Güetzi-Päckli“ findet dabei auch den Weg in den Bus. Unsere letzte Station für heute ist die Schaukäserei in Affoltern. Hier erfahren wir von unserer Führerin Aika alles über die Geschichte und die Produktion des Emmentaler Käses, können Käse probieren und kaufen, nur produziert wird der Käse hier seit letztem Jahr nicht mehr, zu wenig Milch, zu hohe Personalkosten und ein fehlender Absatzmarkt sind die Gründe dafür. Emmentaler stand lange Zeit für Schweizer Käsetradition, aber der Name ist leider nicht geschützt. Gestärkt mit einem Schoggistängeli zum Zvieri fahren wir die Stockhornkette und den Niesen vor Augen zur Autobahn und zurück nach Interlaken, diesmal entlang des Thunersee-Südufers.

5. Tag – Donnerstag, 25.05.2026: Fahrt aufs Jungfraujoch

Heute steht das Highlight unserer Reise auf dem Programm: Die Fahrt auf den „Top of Europe“, die höchstgelegene Bahnstation Europas (3.454 m), Sehnsuchtsort vieler Schweizer und Besucher aus der ganzen Welt! Marek bringt uns mit dem Bus nach Lauterbrunnen. Von dort fährt die Wengernalpbahn um halb zehn auf die Kleine Scheidegg. Nach einem dreiviertelstündigen Akklimatisierungshalt setzen wir unsere Fahrt mit der Jungfraubahn fort. Durch die Eigernordwand führt die Strecke zur Station Eigergletscher und weiter zur Station Eismeer. Dort können wir während eines fünf minütigen Aufenthalts durch die Felswand auf den Grindelwald-Fieschergletscher blicken. Angekommen an der Bergstation begrüßt uns der Zürcher Industrielle und Eisenbahnpionier Adolf Guyer-Zeller. Er hat 1893 das Konzessionsgesuch für den Bau der Bahn aufs Jungfraujoch eingereicht und das ambitionierte Projekt maßgeblich vorangetrieben. In der Ankunftshalle stempeln wir den Jungfrau-Pass und begeben uns dann individuell auf den Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten im und am Berg. Keine Platzangst darf haben, wer ganz nach oben auf die Sphinx Aussichtsplattform (3.571 m) möchte. Zum Glück fährt dorthin der schnellste Fahrstuhl der Schweiz und es sind nur 25 s, in denen man sich vorkommt wie eine Sardine in der Dose, ein Gefühl, das dank des wunderschönen Panoramas oben angekommen sofort wieder verschwindet. Etwas mehr Platz gibt es am Ausgang auf den Gletscher, wo gerodelt werden kann und der Weg zur Mönchsjochhütte beginnt. Die Jacke brauchen wir auf jeden Fall im unter null Grad kalten Eispalast. Das mehrere hundert Jahre alte Eis und die beeindruckende Berglandschaft, lassen einem sich selbst ganz klein erscheinen. Um halb drei treffen wir uns wieder in der Haupthalle und begeben uns gemeinsam zum reservierten Slot am Bahnsteig. An der Station Eigergletscher steigen wir um in die neue Gondelbahn "Eiger Express" und erreichen so in Rekordzeit das Terminal in Grindelwald Grund. Während Marek den Bus vom Parkplatz holt, bummeln wir kurz durch die Souvenirgeschäfte und dann geht’s bei Regen zurück nach Interlaken. Das Gewitter bleibt in den Bergen hängen, so dass wir trotz aufkommendem Wind auch heute draußen zu Abend essen können.

6. Tag – Freitag, 26.06.2026: Bern und Schifffahrt auf dem Thunersee

Am letzten Tag unseres Aufenthalts in Interlaken fahren wir in die Hauptstadt der Schweiz. Dort empfängt uns Daniel am Bärengraben. Er fährt mit uns zum Rosengarten und zeigt uns die beste Aussicht auf die Altstadt von Bern, die seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Anschluss fahren wir über die Nydeggbrücke ins Zentrum. Marek lässt uns am Bundesplatz direkt vor der Schweizer Nationalbank aussteigen. Weiter führt Daniel uns im Schatten der Häuser durch die bunt beflaggten Gassen. Wir lernen einiges über die Farben der Straßenschilder, die Wappen der Zünfte und die Geschichte des Berner Münsters. Zum Glück gibt es in der Stadt 120 Brunnen und können wir an fast jeder Ecke eine Abkühlung erfahren. Die Stadtführung endet pünktlich um 12 Uhr zum Glockenspiel am Zytgloggeturm. Jetzt haben wir Freizeit und können die Stadt auf eigene Faust erkunden. Kühl ist es in den Kirchen und auf der Münsterplattform spenden Bäume Schatten. Im Tramdepot gibt’s kaltes Bier und an der Aare erfrischendes Wasser. Die Bären sind nicht zu sehen. Auch sie scheinen sich vor der Sonne zu verstecken. Um zwei Uhr bringt Marek uns nach Thun zur Schiffsanlegestelle. Von hier aus werden wir gleich mit der MS Bubenberg nach Interlaken West fahren. Aber noch bleibt Zeit ein Eis zu essen oder an der oberen Schleuse den Surfern beim Wellenreiten zuzuschauen. Unser Schiff ist benannt nach einem der einflussreichsten Adelsgeschlechter der Stadt Bern. Im Restaurant ist es stickig. Kalte Getränke werden gereicht. Dann geht es los, raus auf den See und der Fahrtwind lässt die Hitze erträglicher werden. Mit bis zu 27 km/h fahren wir erst am rechten Seeufer entlang, dann geht’s hinüber nach Spiez, wo wir das Dampfschiff „Blümlisalp“ begegnen, und wieder zurück in die Beatenbucht. Von der Seemitte aus haben wir eine gute Sicht auf den Niesen, das Sigriswilerrothorn, das Niederhorn, die Morgenberghornkette und den Harder mit seinen bunten, ständig kreisenden Gleitschirmen. Im Neuhaus, dem Lido von Interlaken, sind die Badestellen voller fröhlicher Menschen. Auch wir würden gerne Zeit haben zum Baden aber das Schiff biegt ab in den Kanal und das Abendessen ruft. Mit dem Linienbus, den wir dank unserer Gästekarte kostenlos nutzen können, erreichen wir pünktlich das Hotel.

7. Tag – Samstag, 27.06.2026: Heimreise nach Dresden

Kurz vor sieben steht der Bus bereit zum Kofferladen. Ein letztes Mal verpflegen wir uns am vielseitigen Frühstücksbuffet und nehmen dann etwas wehmütig Abschied vom Servicepersonal, das morgens wie abends zuverlässig für uns da war. Die Mitarbeiter der Rezeption winken mit Servietten als wir losfahren. Marek animiert beim Überqueren der zur Verkehrsberuhigung montierten Fahrbahnschwelle zu einem letzten Armeheben und dann hat uns der Heimweg, der wieder über den Brünigpass führt. In Alpnachstad sehen wir die rote Pilatusbahn, die steilste Zahnradbahn der Welt, und bei Hergiswil erhaschen wir einen Blick auf den Bürgestock und das Resort Lake Lucerne, in dem seit Kurzem öfters heikle politische Verhandlungen abgehalten werden. Zwischen Zürich- und Walensee machen wir eine erste Pause an der Raststätte Glarnerland. Dann winken wir den Churfirsten zu und biegen bei Sargans wieder ins Rheintal ab. Um halb zwölf erreichen wir Lindau und verabschieden unsere ersten Aussteigenden. Noch sind wir nicht zu Hause und die Hitze sowie die Logistik werden uns bis Dresden noch einige Nerven abverlangen, aber trotzdem wissen wir schon jetzt: Es war eine schöne Reise, in netter Gesellschaft, bei sonnigem Wetter und leckerem Essen, dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, Ihre Saskia Pinnow


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