Auf Schienen und Reifen durch die schönsten Gebiete der Schweiz
Reisebericht: 24.07. – 30.07.2026
Diese intensive Reise bot ein abwechslungsreiches und sehr niveauvolles Programm, das uns für eine Woche an einige der schönsten Stellen der Schweiz brachte. - Typisch für Eberhardt Travel!
Ein Reisebericht von
Günter Thomas Menzel
Tag 1: Von Sachsen in die höchstgelegene Stadt Europas
Pünktlich um 6:00 Uhr hießen wir die ersten Gäste am Flughafen Dresden in unserem bequemen Reisebus willkommen. Dank perfekt koordinierter Transfers an den Zustiegsorten begann die Reise reibungslos. Wie bei jeder langen Busfahrt auf unserer Rundreise gab es in der Mittagszeit neben mehreren Getränken auch knackige Wiener, Bockwurst, Kamenzer oder Suppen. Vorbei an Nürnberg, Ulm und Bregenz erreichten wir gegen 15:00 Uhr die Schweizer Grenze. Danach ging es vorbei am Fürstentum Lichtenstein weiter in Richtung Süden bis wir etwa um 17:30 Uhr unser Hotel Kongress in Davos erreichten und unsere Zimmer bezogen. Danach und an den nächsten 2 Abenden erwartete uns ein schmackhaftes 3-Gänge Menü.
Einige unserer Reiseteilnehmer besuchten während unseres Aufenthaltes die hauseigene Sauna.
Davos ist einer der bekanntesten Wintersport- und Kurorte der Schweiz und mit 1.560 m die höchstgelegene Stadt Europas! Berühmt wurde Davos vor allem Ende des 19. Jahrhunderts durch seine Lungenheilstätten gegen Tuberkulose.
Ein Aufenthalt dauerte damals mindestens drei Monate, mit offenem Ausgang. Deshalb verkaufte die Eisenbahn Fahrkarten mit dem Aufdruck ´Gültig bis zur Heilung´.
Auch der berühmte Roman ´Der Zauberberg´ von Thomas Mann spielte in Davos. Er beruht auf einem Aufenthalt seiner Frau Katja in einer Lungenklinik vor dem Ersten Weltkrieg. In der heutigen Tourismuswerbung wird ´Der Zauberberg´ mit dem Hotel Schatzalp definiert.
Ta 2: Begegnung mit einem Weltkulturerbe, dem Bernina Express
Mit einem ´Allegra´ begrüßten wir den dritten Tag unserer Reise. ´Allegra´ ist Rätoromanisch (sehr alter Dialekt, der zum Teil in Graubünden gesprochen wird) und heißt so viel wie Hallo oder Gruetzi. Dieser Tag stand fast vollständig im Zeichen des Bernina Express´. Seit 2008 gehört er zum Weltkulturerbe. Der Bernina Express verbindet Tirano in Italien mit Chur in der Schweiz. Wir fuhren auf dem imposantesten Teilstück von Tirano nach Pontresina. Der Zug startet in Tirano auf einer Höhe 429 m, steigt auf eine Höhe von 2.253 m und erreicht in Pontresina eine Höhe von 1.805 m.
Trotz der extremen Höhenunterschiede und Steigungen von bis 72 Promille kommt der Bernina Express ohne Zahnstangen aus. Auf dem Scheitelpunkt des Berninapasses erreicht er mit 2.253 m den höchsten Punkt einer offenen Eisenbahnstrecke – also ohne Scheiteltunnel - über die Alpen.
Der Bernina Express ist ein ingenieuertechnisches Meisterwerk. Um Höhe zu gewinnen windet sich der Zug - aber auch direkt in den Bergen - in mehreren 360 ° Kehren durch viele Tunnel und Viadukte in die Höhe. Dazu gehört auch das Kreisviadukt von Brusio, einem offenen Kreisviadukt mit einer Länge von nur 142 m, bei dem der Zug eine Höhe von 10 m überwindet.
Zunächst fuhren wir mit unserem Bus über den Flüelapass (2.383 m) in das Tal des Oberengadin und von dort aus über den 2.309 m hohen Bernina Pass nach Tirano. Die Autostraße des Bernina Pass verläuft meist parallel zur Bahnstrecke des Bernina Express. Im Westen konnten wir den majestätisch 6,5 km langen Morteratschgletscher sehen und natürlich bei einem der Fotostops fotografieren.
Auf der Passhöhe des Berninapasses legten wir bei 12 °C eine kleine Pause mit Blick auf den majestätischen Cambrena-Gletscher ein. Hier verläuft auch die Sprachgrenze zwischen den deutsch bzw. rätoromanisch sprechenden Teil Graubündens und dem italienisch sprechenden Süden.
In Tirano begrüßten uns italienisches Flair wie Palmen und Temperaturen von 25°C. Italienisches Eis, Espresso, Cappucino, Aperol Spritz und Pizza (alles preiswerter als in der Schweiz) waren für 90 Minuten die Hauptthemen. Kurz nach 13:00 Uhr bestiegen wir unseren Panoramawagen des Bernina Express. Auf dem höchsten Punkt, der Station Alp Grüm, gab es einen 30-minütigen Fotostop. Wir hatten Glück! Keine Wolke am Himmel, optimales Wetter für optimale Fotos.
Als Erinnerung an diese Fahrt erhielt jeder Reisegast eine kleine Berninabahn mit Schokoladeninhalt.
In Pontresina erwartete uns schon unser Reisebus. Wir fuhren wie am Vormittag wieder durch das Tal des Oberengadin und den Flüelapass zurück nach Davos.
Tag 3: Rundfahrt durch das Engadin (fakultativ)
Der Name Engadin leitet sich von `En´, dem rätoromanische Namen für den Fluss Inn ab, der danach durch Innsbruck fließt und in Bayern in die Donau mündet.
Das Engadin ist eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas und mehr als 80 km lang. Es bildet die obere Talstufe des Inns und wird in das Ober- und das Unterengadin unterschieden.
Wie am Vortag fuhren wir zunächst über den Flüelapass. Dieser Pass ist im Winter nicht befahrbar. Er gehört zu den Pässen, die im Fall von militärischen Konflikten durch Sperren kurzfristig unpassierbar gemacht werden können.
Eine historische Postkutsche fährt in der Sommersaison jeden Dienstag vom Bahnhof Davos Platz 6-spännig bis zum Flüela Hospiz und zurück.
Der erste Höhepunkt an diesem Tag war der Ort Zuoz. Zuoz gilt als eines der Dörfer mit dem besterhaltenen Dorfkern und zahlreichen guterhaltenen Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert und noch älter. Hier wird noch der rätoromanische Dialekt Puter gesprochen.
Sehr oft wird Zuoz als das schönste Dorf des Engadin beschrieben. Es ist kein Museumsdorf. Jedes Haus und jeder Hof ist bewohnt bzw. bewirtschaftet. Besonders eindrucksvoll waren die engadiner Steinhäuser mit den typischen wuchtigen Steinmauern, die vor Kälte schützen und den kunstvoll mit Sgraffito-Technik verzierten Fassaden.
Danach fuhren wir weiter nach St. Moritz. Mit der längsten öffentlichen Rolltreppe der Schweiz (150 m) erreichten wir schnell die Innenstadt für einen kurzen Bummel. St. Moritz ist ein mondäner Kurort und einer der bekanntesten Wintersportorte der Welt. Im Jahr 1928 und 1948 fanden hier die Olympischen Winterspiele statt.
Wir schlenderten am berühmten Palace Hotel, Schokoladenmanufakturen und dem Kaffee Hansemann vorbei oder probierten die Köstlichkeiten vor Ort aus.
Zurück nach Davos fuhren wir durch das Landwassertal. Dazu mussten wir zunächst den 2.284 m hohen Julierpass überqueren. Leider war der Anblick der Berge an diesem Tag durch Wolken nicht möglich. Aber wolkenverhangene Berge habe auch ihren Reiz.
Auf der Rückfahrt nach Davos musste unser Bus Bergdörfer passieren bei denen es besonders eng zu ging.
In Davos angekommen entschlossen sich viele Reiseteilnehmer mit der Standseilbahn auf die Schatzalp zu fahren. Im Sanatorium auf der Schatzalp weilte Katja Mann, die Frau von Thomas Mann, im Jahr 1912 mehrere Monate zur Kur. Hier holte er sich wesentliche Inspirationen für seinem berühmten Roman ´Der Zauberberg´.
Wir konnten uns überzeugen, dass der Kurkomplex auf der Schatzalp noch viel vom Charme der damaligen Zeit bewahrt hat.
Tag 4: Mit dem Glacier Express von Chur nach Zermatt
Von allen imposanten Bergbahnen der Schweiz ist der Glacier Express der wohl bekannteste. Er gilt als der langsamste Schnellzug der Welt. Auf 291 km überwindet er 291 Brücken und 91 Tunnel. Glacier ist französisch und heißt auf Deutsch Gletscher. Der Name stammt aus einer Zeit wo der Zug nur im Sommer und direkt am Rhonegletscher vorbei fuhr. Heute fährt er an dieser Stelle durch den 15,4 km langen Furkatunnel. Er ermöglicht den ganzjährigen Betrieb des Glacier Express.
Zunächst fuhren wir mit unserem Bus nach Chur. Chur wird oft als die älteste Stadt der Schweiz bezeichnet. In Chur angekommen erwarteten uns zwei charmante Stadtführer, die uns die schönsten Stellen von Chur wie die malerische autofreie Altstadt mit der Kathedrale St. Maria Himmelfahrt oder die vielen mit Sgraffiti verzierten Bürgerhäuser vorstellten. Diese Technik stammt aus Italien. Dabei werden in den noch feuchten Putz Muster geritzt.
Nach dem Mittagessen, das viele Reiseteilnehmer in einem der vielen malerischen Gasthäuser in der Altstadt einnahmen, bestiegen wir am frühen Nachmittag unseren bequemen Panoramawagen 1. Klasse in Chur.
Zunächst ging es durch das Rheintal gen Westen. Dabei durchfuhren wir die Rheinschlucht, die auch das Grand Canon der Schweiz bezeichnet wird. Hier zwischen Ilanz und Reichenau fährt der Zug durch Täler mit imposanten weißen Kalksteinfelsen. Kurze Zeit später, etwa ab dem Ort Disentis, beginnt der Aufstieg zum 2.099 m hohen Oberalppass. Auf dieser Teilstrecke musste die Bahn mehrfach auf Zahnradtechnik umschalten. Bei der Abfahrt in Richtung des Wintersportortes Andermatt konnten wir zum ersten Mal die gigantischen Berge des Kanton Wallis entdecken. Am späten Nachmittag erreichten wir das Rhonetal und etwa um 20.00 Uhr unser Ziel Zermatt. Unser gemütliches Hotel mit sehr geräumigen Zimmern war nur 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof und Zentrum von Zermatt entfernt.
Das Abendessen erhielten wir in einem urig gemütlichen Gasthaus im Zentrum von Zermatt.
Tag 5: Den Wolken ein Stück näher
Dieser Tag stand ganz im Zeichen individueller Erlebnisse. Während ein Großteil der Reisegruppe den optionalen Ausflug auf den Gornergrat wählte, genossen andere die freie Zeit zum Ausschlafen oder für einen entspannten Bummel durch Zermatt.
Schon die Fahrt mit der Gornergratbahn war ein Erlebnis. Ab der Station Riffelalp auf gut 2.211 Metern ließen wir die Baumgrenze hinter uns. Gleichzeitig schob sich das majestätische Matterhorn immer eindrucksvoller in unser Blickfeld.
Auf 3.089 Metern Höhe erreichte die Bahn schließlich ihre Endstation und gab den Blick auf das wohl überwältigendste Panorama unserer gesamten Reise frei. Die Kulisse aus mehreren Viertausendern, stahlblauem Himmel, kristallklarer Luft und gewaltigen Gletschern lässt sich kaum in Worte fassen oder auf Fotos festhalten. Man muss diese Magie einfach selbst erlebt haben!
Oben angekommen, zog es viele Gäste in das Panoramakino der Bergstation, um das Matterhorn in einer faszinierenden 3D-Vierjahreszeiten-Projektion zu bewundern. Andere genossen ein kühles Bier oder einen Aperol auf der Sonnenterrasse. Für den Rückweg entschied sich ein Teil der Gruppe für die sportliche Variante und wanderte ein Stück an den Hängen hinab zur jeweils nächsten Station.
Ein weiteres Highlight des Tages war der Raclette-Abend auf der Furi-Alp. Unsere Gruppe nutzte zunächst den elektrischen Ortsbus für die Fahrt zur Talstation des Matterhorn Express, von wo aus uns die Seilbahn hinauf zur Furi-Alp brachte. In einer typischen Schweizer Alpwirtschaft wurden wir herzlich von einem Alphornbläser empfangen. Im Anschluss sorgten zwei Musiker mit ihren Schwyzerörgeli für beste Unterhaltung und begleiteten uns bis 21:00 Uhr mit traditioneller Musik und Gesang. Kulinarischer Mittelpunkt des Abends war das Raclette. Besonders interessierte Gäste hatten sogar die Gelegenheit, dem Küchenteam bei der traditionellen Zubereitung über die Schulter zu schauen. Der erlebnisreiche Tag klang schließlich mit einem Spaziergang bei lauen sommerlichen 20 °C aus, der uns von der Talstation durch das abendliche Zermatt zurück zum Hotel führte.
Tag 6: Luzern und Schwägalp am Fuße des Säntis
Leider mussten wir Zermatt schon wieder verlassen. Da es Bussen mit Verbrennungsmotor nicht gestattet ist in Zermatt zu fahren, brachte ein Transportfirma unser Gepäck in den Nachbarort Täsch. Wir fuhren mit dem Pendelzug von Zermatt nach Täsch. Von dort aus ging es mit unserem Bus weiter in Richtung der Zentralschweiz.
Zunächst fuhren wir parallel zum Glacier Express durch das Mattertal und dem Rhonetal im Wallis. Im Gebiet der Gemeinde Goms begegneten wir vielen der dunklen sonnenverbrannten Walliser Holzhäusern aus Lärchenholz.
Besonders imposant war die Auffahrt zum Grimselpass. Wegen seiner Steilheit gab es in der Vergangenheit immer wieder Felsstürze bis vor wenigen Jahren mit der größten Schweizer Gesteinssprengung diese Gefahr für immer beseitigt wurde. Bei der Abfahrt konnten wir mehrere Stauseen zur Erzeugung von Elektrizität bewundern. In der Schweiz werden
ca. 60 % der Elektrizität durch Wasserkraft erzeugt!
Nach dem Grimselpass erreichten wir die Zentralschweiz. Hier in der Nähe des Vierwaldstätter Sees liegen die Wurzeln und Legenden der Schweiz. Alle Reisegäste erfuhren zum Beispiel Details über den Schwur auf der Rütliwiese der Urkantone Schwyz, Unterwalden und Uri, dem Kampf gegen die Habsburger, Wilhelm Tell und warum Schweizer Soldaten im Mittelalter einen sehr guten Ruf besaßen.
Bei Temperaturen von ca. 35 °C erreichten wir am Nachmittag Luzern am Ufer des Vierwaldstätter Sees mit seinen vielen historischen Dampfern.
Von vielen Experten (nicht nur aus Luzern) wird Luzern als die schönste Stadt der Schweiz bezeichnet. Auf unserem Rundgang konnten wir zum Beispiel die Kapellbrücke aus dem 14. Jahrhundert mit ihren historischen Gemälden oder den Wasserturm bewundern. Viele Reisegäste nutzten die Zeit für ein leckeres Eis. Wegen der hohen Temperaturen waren aber alle froh wieder im temperierten Bus zu sitzen.
Gegen Abend erreichten wir unser Hotel auf der Schwägalp in Höhe von 1.350 m am Fuße des imposanten Sentis (2.502 m). Einige Reiseteilnehmer nutzte die verbleibende Zeit für einen Spaziergang auf den Bergwiesen.
Tag 7: Heimreise
Nach einem gemütliche Frühstück mit reichhaltigem Buffet, das nur für uns bereits ab 6:45 Uhr öffnete, ging es ans Koffer verstauen.
Zuvor jedoch konnten wir in der Alpschaukäserei auf der Schwägalp noch viel Käse für uns selbst sowie für Freunde und Verwandte einkaufen.
Auch hier konnten wir erreichen, dass nur für uns bereits um 8:00 Uhr geöffnet wurde. Danke an das Hotel für so viel Flexibilität.
Überwiegend pünktlich erreichten wir die Ausstiegsorte, wo die bestellten PKW für den Weitertransport auf unsere Reisegäste bereits warteten.
Eine wunderschöne Reise ist zu Ende! Nun beginnt die Zeit der Aufarbeitung und der Erinnerung. Wir werden dafür einiges an Zeit benötigen.
Liebe Reisegäste!
Ich hoffe, dass Sie diese Reise noch lange in guter Erinnerung behalten werden.
Vielen Dank, dass Sie sich für Eberhardt Travel entschieden haben. Ein spezieller Dank gilt der Busfahrerin, die mit ihren umfangreichen Wissen über die Schweiz nicht unwesentlich zum Gelingen der Reise bei trug.
Vielleicht sehen wir uns auf einer anderen Reise wieder.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und natürlich weiterhin viel Reisefreude.
Ade!
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