Bernina–und Glacierexpress, ein besonderes Bahnerlebnis in der Schweiz
Reisebericht: 19.08. – 27.08.2026
9 Tage ging es kreuz und quer durch die Schweiz, mit dem Bus ,und mit den berühmtesten Zügen in diesem Land. Herrliche Landschaften und große Berge lagen uns zu Füßen.
Ein Reisebericht von
Andreas Kunzmann
Mittwoch, 19. August 2026 Fahrt nach Davos
Pünktlich um 6 Uhr morgens fuhren zunächst 19 Personen in voller Erwartung am Dresdner Flughafen in Richtung Schweiz. In Nossen und Chemnitz sowie in Lindau stiegen noch 9 Personen zu, und damit war unsere Reisegruppe mit 28 Personen komplett. Wie bei unseren Reisen üblich, legten wir im Abstand von jeweils etwa zwei Stunden eine Pause ein. So konnte jeder etwas frische Luft schnappen beziehungsweise sich die Beine vertreten. Die Fahrt führte uns an Nürnberg vorbei Richtung Heilbronn, und am Feuchtwanger Kreuz weiter Richtung Bodensee. Nach wenigen Kilometern durch Österreich befuhren wir dann die Schweizer Autobahn. Gegen 17.00 Uhr kamen wir schließlich in Davos, unserem Übernachtungsort für die nächsten vier Nächte an. Im modernen und gemütlichen 4-Sterne-Hotel "Kongress-Hotel Davos" wurden wir vom Empfangspersonal begrüßt. Manch einer nutzte die Zeit nach dem ersten gemeinsamen Abendessen sogar noch für einen kleinen orientierenden Spaziergang.
Donnerstag, 20. August 2026 Fahrt mit dem Bernina–Express
Ein erster Höhepunkt dieser Reise war die Fahrt mit dem Bernina-Express! Mit unserem Bus fuhren wir zunächst über den 2.383 Meter hoch gelegenen Flüela-Pass über Pontresina dem Bernina-Pass, vorbei am Kreisviadukt von Brusio bis ins italienische Tirano. Unterwegs legten wir selbstverständlich ein paar Foto-Stopps ein. So bestaunten wir unter anderem den immer schneller schmelzenden, imposanten Morteratsch-Gletscher, der seinen Ursprung im gigantischen Bernina-Massiv hat, bevor wir schließlich einen Aufenthalt auf der Passhöhe des Bernina-Passes machten. Bis hierher hatten wir bereits die Streckenführung des Bernina-Expresses zu sehen bekommen, denn die Straße führte uns ab Pontresina nahezu parallel zur Bahnstrecke. Später gelangten wir zum berühmten Kreisviadukt von Brusio, konnten aber wegen zu starken Regens nicht anhalten. Am Mittag war es dann endlich soweit und wir stiegen in Tirano bei wiederum strömendem Regen in den Bernina-Express ein. Die Bernina-Linie ist übrigens die einzige Schweizerbahn, die offen über die Alpen führt und bereits 1910 fertig gestellt wurde. Sie brachte uns nun von Tirano im mediterranen Veltlin wieder durch den Kreisverkehr von Brusio, hinauf zum Lago di Poschiavo und durch die Ortschaften des Val di Poschiavo, einem italienisch-sprachigen Südtal des Kantons Graubünden und schließlich hinauf zu den Gletschern des Bernina-Passes. Die Überwindung der immensen Höhenunterschiede eröffnete uns leider keine atemberaubenden Ausblicke auf eine imposante Bergwelt, denn es regnete nach wie vor und der Nebel wurde immer dichter. Die etwa 2-stündige Fahrt mit dem Bernina-Express verging trotzdem wie im Fluge und in Pontresina wartete unser Buschauffeur Evgenij bereits mit dem Bus auf uns und sogleich ging es über den Flüela-Pass nach Davos zurück. Ein langer und erlebnisreicher Tag endete mit einem schmackhaften Abendessen.
Freitag, 21. August 2026, Fakultativer Tag, Engadinrundfahrt
Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir mit 26 Personen unseren fakultativen Engadin-Ausflug. Die heutige Fahrt führte uns erneut über den Flüela-Pass vorerst ins Unterengadin. Das Engadin ist übrigens das Bündner Inntal. Im Engadin spricht man nur noch selten Rätoromanisch und dort sagt man En, wenn man vom Inn spricht. Zuerst fuhren wir nach Zuoz, um diesen kleinen typischen Engadinort zu besuchen. Idyllisch am Hang gelegen laden die kleinen Gassen und Straßen zu einem Spaziergang ein. Die typischen Engadinhäuser mit ihren dicken Wänden und nach innen gesetzten Fenstern sind imposant anzuschauen und lassen uns staunen. Die Glocken der Kirche laden eigentlich zum längeren Verweilen ein, aber wir müssen den Gegensatz dieses wunderschönen Dorfes kennenlernen, nämlich St. Moritz. Die meisten Touristen besuchen St. Moritz nämlich im Winter. Das hatte natürlich auch einen Vorteil für uns, denn so konnten wir ganz in Ruhe flanieren. Wir gingen gemeinsam bis zum sogenannten "Schiefen Turm", dem Rest einer alten Kirche aus dem Mittelalter. Dieser Turm ist noch heute eines der Wahrzeichen von St. Moritz. Für die meisten von uns ging es eigentlich ganz einfach darum, St. Moritz zumindest mal gesehen zu haben, um mitreden zu können. Fast alle waren der Meinung, dass hier leider sehr viel von der Ursprünglichkeit eines schweizer Ortes verloren gegangen ist. Vorbei an den Oberengadiner Seen ging es nunmehr zum Julierpass hinauf, und der Regen war auch heute wieder unser ständiger Begleiter. Dieser Pass bildet den Übergang vom Engadin nach Tiefencastel bzw. ins Rheintal. Durch das Oberhalbstein-Gebiet und dem Marmorera-Stausee gelangten wir nach Tiefencastel. Die Weiterfahrt nach Davos führte uns abschließend durch das Landwassertal. Den restlichen Nachmittag nutzten alle Gäste zur individuellen Gestaltung. Der Tag endete wieder mit einem leckeren Abendessen.
Samstag, 22. August 2026, Freier Tag in Davos
Der heutige Tag war allen Gästen vorbehalten, ihren speziellen Neigungen nachzugehen. Die meisten Gästen besuchten die Schatzalp mit ihrem historischen Sanatorium. Hier verbrachte die Frau von Thomas Mann mehrere Monate zur Genesung, und Thomas Mann schrieb hier oben den Roman „Der Zauberberg“. Andere wiederum fuhren auf das Jakobshorn oder auf den Parsenn. Einige Gäste verweilten aber auch in einem der vielen kleinen Cafes. Am Abend beim Abendessen wurden die eingefangenen Impulse dann ausgiebig ausgewertet.
Sonntag, 23. August 2026, Stadtrundgang in Chur, Fahrt mit dem Glacier–Express
Das nächste große Erlebnis unserer Reise stand am 5. Tag an - die Fahrt mit dem "Glacier-Express"! Am Morgen fuhr uns Evgenij mit seinem Bus nach Chur. Dort erwarteten uns 2 nette Stadtführerinnen, die uns in 120 min. ihre historisch interessante Stadt, die Hauptstadt des Kanton Graubünden, erläuterten. Ein Blick von der Oberstadt war ein besonderes Erlebnis. Evgenij fuhr inzwischen mit dem Bus und unserem Gepäck nach Täsch, von dort wurde es zum Hotel Ambiance gebracht. Unsere Gruppe fuhr nach dem Stadtrundgang gemeinsam von Chur mit dem Glacier-Express im Panoramawagen der 2. Klasse gemütlich nach Zermatt. Die Fahrt führte über Reichenau, der Vorderrheinschlucht, Disentis, über den 2.033 Meter hohen Oberalppass, Andermatt, das Goms, Brig und Visp nach Zermatt. Die Bahnfahrt mit dem langsamsten Schnellzug der Welt dauerte für uns reichlich fünf Stunden, aber keine Angst - niemandem von uns wurde langweilig. Das Landschaftsbild veränderte sich ständig und es gab verdammt viel zu sehen. Zudem wurden wir zum Nachmittag mit einer Lunchbox verwöhnt. Am Abend erreichten wir schließlich pünktlich unser Ziel Zermatt und einen ersten Blick auf das Matterhorn und die anderen umliegenden Berge konnten wir in uns aufnehmen. Gemütlich spazierten wir nunmehr zum Restaurant Swiss Chalet, wo wir ein schmackhaftes Abendessen serviert bekamen. Anschließend gingen wir zu unserem Hotel Ambiance, dem Hotel für die nächsten drei Nächte.
Montag, 24. August 2026, Fahrt mit der Gornergratbahn, Folkloreabend
Heute hatten wir unseren freien Tag in Zermatt und das Wetter meinte es wieder einmal gut mit uns, keine Wolke am Himmel, die Sonne schien. Ein Großteil unserer Reisegruppe fuhr bereits am Vormittag mit der höchsten, frei im Gelände angelegten Zahnradbahn Europas auf den 3.089 Meter hohen Gornergrat - das Panorama und der Blick auf einige Viertausender war ganz einfach atemberaubend und unbeschreiblich! Am frühen Abend trafen wir uns bestens gelaunt im Hotel wieder. Unser Abendessen war heute übrigens nicht im Hotel geplant, sondern als Folklore- bzw. Spezialitätenabend im Bergrestaurant der knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Station "Furi", einem Weiler oberhalb von Zermatt. Das Wetter meinte es wieder gut mit uns und so verbrachten wir den Abend zunächst auf der Terrasse. Nun erlebten wir ein typisch schweizerisches Essen, Raclette - eine Käsespezialität mit Pellkartoffeln, grünen Gurken und Glaszwiebeln. Jeder konnte so viel essen, wie er wollte. Um Raclette anzurichten, wird übrigens ein großer halbierter Käse an der Schnittfläche erhitzt und die geschmolzene Oberfläche jeweils abgeschabt. Für die meisten von uns war es das erste Raclette-Essen des Lebens. Die Schweizer lieben Käse und das merkt man natürlich auch, wenn es um hiesige kulinarische Spezialitäten geht. Für die passende musikalische Unterhaltung sorgte zunächst ein Alphornbläser und anschließend 3 urige schweizer Musikanten mit ihren bekannten Weisen. So erlebten wir einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Abend in einem rustikalen Bergrestaurant. Nachdem wir alle satt und zufrieden waren, ging es mit der Bahn wieder zurück nach Zermatt.
Dienstag, 25. August 2026, Fahrt auf das Kleine Matterhorn, Besuch des Bergsteigermuseums
Nach dem Frühstück unternahm ein Großteil unserer Gruppe einen Spaziergang zur Talstation der Matterhornbahn. Wir fuhren in Kabinenbahnen zunächst zum Schwarzsee, dann weitere zum Trockenen Steg und letztendlich zum Kleinen Matterhorn. Auf den jeweiligen Stationen haben wir eine Pause zur Akklimatisierung eingelegt. Auf dem Kleinen Matterhorn konnte dann jeder unserer Gruppe den Aufenthalt selbst gestalten. Die Plattform mit der einmaligen Sicht zu den verschneiten Bergen, der Besuch der Gletschergrotte und eine kleine Pause im Restaurant, alles konnte individuell besucht werden. Am Nachmittag wollten einige Gäste das Matterhornmuseum besichtigen und waren beeindruckt von der Historie dieses Berges. Zum Abendessen im Restaurant Swiss Chalet gab es wieder ein schmackhaftes 3-Gang Menü.
Mittwoch, 26. August 2026, Fahrt zum Säntis
Am nächsten Morgen mussten wir dann leider auch schon wieder Abschied nehmen von dieser wunderschönen Region. Mit dem Pendelzug fuhren wir nach Täsch. Dort stand unser Bus. Nachdem alle Gepäckstücke verladen waren führte uns unsere Fahrt über Visp, Brig und das obere Rhonetal. Weiter ging es durch das Gomstal, vorbei an der Furka-Dampfbahn an eine riesige Steinwand. Rechts zum Furka-Pass, links zum Grimselpass. Wir entschieden uns für links, und so erklommen wir den 2.165 Meter hohen Grimselpass. Auf der Passhöhe schauten sich die meisten von uns im Murmeltierpark um. Danach fuhren wir nach Flüeli-Ranft und brachten 9 Gäste, die noch einige Tage in dieser wunderschönen Gegend bleiben wollten in Hotel Flüeli-Matt zu Marcello. Unsere Fahrt ging weiter nach Luzern mit der berühmten Kapellbrücke. Bei unserem kleinen Rundgang war die Kapellbrücke der Mittelpunkt, aber auch Rathaus, Fritschibrunnen und Peterskirche wurden besucht. Am frühen Abend kamen wir an unserem letzten Übernachtungsort an - der etwa 1.300 Meter hoch gelegenen Schwägalp im Appenzeller Land. Zur Zeit wird die neue Kabinenbahn auf den Säntis gebaut, sodass das Frühstück am nächsten Morgen auf dem Säntis nicht möglich war. Ein letztes gemeinsames Abendessen rundete diesen Tag aber trotzdem ab.
Donnerstag, 27. August 2026 Heimfahrt
Nach unserem gemeinsamen Frühstück wurden die Koffer verladen und es hieß Abschied nehmen von der Schwägalp. Pünktlich erreichten wir unsere Zielorte und so konnten alle Reiseteilnehmer entspannt nach Hause fahren.
Ich möchte mich auch im Namen von Evgenij ganz herzlich bei allen Reiseteilnehmern für die angenehme Atmosphäre, die freundliche Unterstützung während der Fahrt bedanken. Bleiben Sie gesund, immer reiselustig und vielleicht sehen wir uns wieder auf einer Fahrt mit Eberhardt-Reisen.
Ihr Andreas Kunzmann
Reiseleiter
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