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Genussvolles Reisen in historischen Eisenbahnen der Schweiz

Reisebericht: 08.08. – 16.08.2026

In der Schweiz zu Reisen, das bedeutet massive Berge, dazwischen malerische Seen, Gletscher und saftige Hochweiden. Vielfältige Kultur und harmonisches Stadtleben in vier Sprachregionen.

Jürgen Müller

Ein Reisebericht von
Jürgen Müller

Mühleggbahn – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Blick Bodensee – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Traditionshotel Olympisches Museum – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Yachthafen Lausanne – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Gornergletscher – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) erste Wolken .... – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Höhenprofil der Glacier Exp. Strecke – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Postkarten im Gotthard Exp – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Abkühlung in der Limmat – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) leuchtende Hirsche am Uetliberg – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL) Blick vom Turm – © Jürgen Müller (Eberhardt TRAVEL)

Bahnfahrt und Stadtführung nach St.Gallen

Der Treffpunkt für unsere Reisegruppe war der Flughafen in Zürich. Früh am Morgen kamen die Gäste aus Berlin mit einem Direktflug, und die Gäste aus Dresden mussten in Frankfurt umsteigen und kamen deswegen eine Stunde später in Zürich an. Zürich ist ein sehr angenehmer Flughafen mit einem großen Food Bereich, hier kann man sehr angenehm warten, bis die komplette Gruppe zusammen ist. Erholt und frisch gestärkt haben wir unsere Koffer in die Hände des SBB gegeben die den Transport für uns nach St. Gallen organisiert. Ohne Gepäck, somit leicht beschwingt schlendern wir zum Bahnsteig und beginnen unsere Fahrt nach Sankt Gallen. Zug fahren nur mit einem kleinen Handgepäck ist schon sehr angenehm, unbeschwert lässt es sich die Landschaft beim vorbei Fliegen betrachten und im nu vergeht die Zeit und wir kommen in Sankt Gallen an.
Nach der Ankunft in St.Gallen stellen wir kurz unser Handgepäck in das Depot des Hotels und machen uns sogleich auf eine erste Erkundungsrunde in die Altstadt, oder suchen einen schönen Ort für einen Kaffee und genießen diese Atmosphäre des heutigen Samstags in der ansprechenden Stadt. Am Nachmittag sind wir wieder verabredet im Hotel und treffen unsere Stadtführerin, sie gibt uns Einblick in die Geschichte der Stadt, den Reichtum der entstanden ist über die Textilindustrie und Bekanntheit der St.Gallener Spitzen. Dass St.Gallen ursprünglich eine Knappheit mit Trinkwasser hatte kann man sich heute kaum noch vorstellen, denn es gibt annähernt 50 Trinkwasserbrunnen im Ort verteilt, an dem man seine Flasche füllen, und sich damit abkühlen kann. Am heutigen heißen Tag ist das besonders angenehm. Erst als St.Gallen am nahegelegenen Bodensee seine Wasserversorgung anschließen konnte, erst dann war genug Frischwasser für alle in der Stadt vorhanden und diesen Zustand feierte man mit dem Bau des Broderbrunnens 1896.
Die Kathedrale ist der zentrale Ort der Altstadt, eine überwältigend geschmückte Kirche aus dem 18 Jh. die den Reichtum der damaligen Zeit aufzeigt. Das nahegelegene Kloster brachte nicht nur diese wunderschöne Kathedrale zustande, sondern errichtete auch eine Bibliothek, auf die man heute mit Recht sehr stolz ist. Hier kann man Bücher zurück vom 11. Jahrhundert betrachten und ist somit in der Lage z.B. die Handwerkskunst lückenlos bis in diese Frühzeit zu recherchieren. Sehr eindrucksvoll ist der Globus der in der Bibliothek steht, eine Replik des Originals der zum Leidwesen der St.Gallener nun leider in Zürich ausgestellt wird. Die üppig dekorierte Bibliothek mit prunkvollen Schnitzereien und Bücherregalen, hatte schon damals ein eindrucksvolles Ordnungssystem mit dem der Platz der Bücher und die Dokumentation der ausgeliehenen Werke nachvollzogen werden kann.
An diesem Samstag herrschte ein lebendiges Treiben in der Stadt und wir hatten Lust nach dem Abendessen noch etwas in der Stadt zu bummeln, deswegen fuhren wir mit der Mühleggbahn auf die nahegelegene Anhöhe, von wo aus wir einen schönen Spaziergang zu den 3 Badeweihern machen konnten und den Blick zum Bodensee hatten. Selbst am Abend waren die natürlichen Badeanlagen am See gut besucht und man saß am Panoramaweg und auf den Liegewiesen und feierte den schönen Samstagabend. Wir konnten gut nachvollziehen, wie schön es ist nahe bei der Stadt solche Badeseen zu haben.

Von Sankt Gallen nach Luzern

Bei einem kurzen Morgenbriefing besprachen wir den Ablauf des Tages, brachten unsere Koffer wieder auf die separate Reise zu unserem Zielort und machten uns erneut mit leichtem Gepäck auf den Weg nach Luzern.
Mit dem Regionalzug fuhren wir durch das Appenzeller Land vorbei an Berg Säntis. Dann am linken Ufer des Obersees entlang direkt gefolgt vom Zugersee, überquerten wir den Zürcher See über ein Viadukt und kamen nach einige Zeit am Ufer des Vierwaldstättersees an. Umrundeten die Stadt Luzern, bevor wir in den Bahnhof der Stadt einfuhren.
Auf dem Bahnhofplatz erwartete uns schon die Sophie Meier unsere Stadtführerin und sie führte uns charmant mit sehr viel Witz durch die Altstadt Luzerns, zeigte uns die Stadt am Fluss von beiden Seiten die Franziskanerkirche, Lorenzo Kirche und das Wahrzeichen dieser Stadt die Kapellbrücke mit dem imposanten Wasserturm. Unsere interessante Stadtführung begann am Bahnhof und führte uns direkt zu dem nahegelegenen Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), das direkt am Ufer des Vierwaldstätter Sees liegt und bei dem der Künstler und Erbauer den See mittels Kanäle in das Gebäude holte. Die schönsten Fotomotive bot die Kapellbrücke mit den geschmückten Blumen. Die Holzbrücke ist über 200 Meter lang und überquert den Reuss und bietet dabei einen überdachten Fußweg von der Jesuitenkirche des linken Ufers zur Peterskapelle des rechten Ufers.
Am Nachmittag bezogen wir erst mal das Hotel und setzten dann unsere Erkundigung der Stadt fort, indem wir auf dem Vierwaldstättersee eine Bootstour unternahmen zum nahegelegenen Bürkenstock. Der Aussichtsberg direkt am Ufer wird gerne von Besuchern erklommen wir aber kehrten direkt mit dem Schiff zurück zum Hafen und trafen uns zum Abendessen außerhalb des Hotels.

Fahrt nach Interlaken und Lausanne

Heute Morgen verlassen wir Luzern und setzen die Reise fort in die französische Schweiz. Aber zuvor verabschieden wir uns noch von der Uferpromenade des Vierwaldstättersees, schauen uns noch mal das Kultur Zentrum direkt neben dem Bahnhof an, bevor wir uns pünktlich im Bahnhof an unserem Bahnsteig treffen.
Wir haben reservierte Plätze und können mit dem Zug pünktlich losfahren und circa zweieinhalb Stunden bis Interlaken durch eine schöne Gegend mit steilen Anstiegen, die einen Zahnstangeantrieb an der Lokomotive erfordert. Zu Beginn haben wir eine schöne Strecke entlang des Vierwaldstättersees mit großartigen Ausblicken auf den See und die umliegenden Berge. Wir steigen bis über 1000 Meter in die Höhe von hier haben wir ein hervorragendes Panorama über die Berner Alpen. Den Brienzersee befahren wir mit der Bahnlinie auf der nördlichen Seite und kommen an der Stadt Brienz vorbei und schließlich an unser erstes Ziel nach Interlaken.
In Interlaken haben wir Aufenthalt, und wollen die Zeit dafür nutzen das Bergpanorama des Eigers, Mönch, und der Jungfrau zu betrachten. Zu diesem Zweck fahren wir mit der Standseilbahn hoch zum Harder Kulm, gehen etwas den Panoramaweg entlang bis der Blick frei ist auf die mächtigen Bergriesen. Die Berge sind wolkenfrei und wir können schöne Fotos von diesem Bergmassiv machen. Auch von der Aussichtsplattform haben wir großartige Blicke auf die beiden Seen Thunersee und Brienzersee. Nach diesem Aufenthalt auf der Harder Kulm kehren wir zurück und haben noch etwas Zeit für kleine Snacks bevor wir mit der Weiterfahrt nach Lausanne beginnen.
Wir besteigen den Panoramazug Golden Pass und fahren mit ihm bis nach Montreux. Während dieser dreistündigen Fahrt mit abwechselnden Landschaften, die mit Strukturen, weiten Tälern und schroff abfallenden Felswänden. Die Fotos laufen heiß und wir sammeln jeden neuen Blick auf unseren Kameras ein. Die Reise in diesem Golden Pass Zug ist sehr komfortabel, denn die Panoramafenster gehen bis hoch an die Decke und darüber hinaus, geben uns einen herrlichen Blick in die vorbeiziehende Landschaft.
Die Abfahrt von den Bergen hinunter zum Genfer See zu der Stadt Montreux, ist spektakulär und hat nochmal besondere Reize und Ausblicke. Wir kommen pünktlich in Montreux an und wechseln sofort auf den Zug der uns die letzten Kilometer nach Lausanne bringen wird. Mittlerweile ist es schon 18:00 Uhr und wir spazieren direkt vom Bahnhof in Lausanne hoch zu unserem Hotel, checken ein, nehmen unsere Koffer in Empfang und machen uns auf den Zimmern bereit für ein schönes Abendessen.
Den Abend verbringt jeder nach eigener Lust, entweder mit einem kleiner Spaziergang durch die Stadt oder einen Rundgang im Hotel und die schöne Anlage genießen, selbst ein schöner Fitnessraum steht hier zur Verfügung.

Stadt Lausanne kennenlernen und weiter nach Zermatt

Nach einem schönen Frühstück in toller Atmosphäre, trafen wir Sylvia unsere Stadtführerin für Lausanne. Die Stadt Lausanne ist sehr weitläufig und liegt am Hang des Genfer Sees. Das heißt zu Fuß ist es sehr beschwerlich in die Altstadt hochzugelangen. Aus diesem Grund nehmen wir die Metro, die uns bis in die Altstadt hochfährt. Dort spazieren wir zu Kathedrale das eindrucksvolle Gebäude das ursprünglich aus Kloster und einer Kapelle bestand und dann über die Jahrhunderte zusammenwuchs zu einer eindrucksvollen Kathedrale, aber dann auch wiederum während der Reformation all ihren Schmuck, die Bilder und die Innenausstattung verlor. Die Reformation hat hier sehr viel Glanz und kunstvolle Gegenstände vernichtet. Wir hatten von hier oben eine wunderbare Aussicht auf das Umland und den Genfer See. Wir besuchten noch das Palais de Romine, schauten von weitem in den Park Monrepos und nahmen dann erneut die Metro um hinunter zu fahren an die Ufer Promenade. Von hier aus spazierten wir zum Olympischen Museum, dass die Olympischen Spiele mit vielen Symbolen sehr eindrucksvoll symbolisiert. Statuen von Leichtathleten Radrennfahrern, das symbolisierte olympische Feuer, die 5 Ringe und weitere Sportarten werden bildlich dargestellt. Lausanne ist sehr eindrucksvoll aber auch sehr weitläufig und die Stadt ist nicht einfach zu erkunden. Sylvia hat sich sehr viel Mühe gegeben uns ein Bild von Lausanne zu vermitteln und hat eine gute Arbeit gemacht.
Am Mittag setzen wir unsere Reise fort, besteigen den Zug und fahren durch das Rhonetal bis nach Visp, dort wechseln wir den Zug und nehmen die Steigung hinauf in die Bergregion, bis in die Stadt Zermatt auf 1600 Metern. Während des Aufstiegs verdichteten sich die Wolken zunehmend und als wir ankamen, hatten wir etwas Regen und mindestens 10 Grad weniger Lufttemperatur als noch in Lausanne. Direkt machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel circa 800 Meter quer durch die Stadt und in einer Seidenstraße fanden wir unser komfortables Hotel für 2 Nächte.

Zermatt und Gornergrat

Trotz der gestrigen, eher schlechteren Wettervorhersage haben wir uns heute auf den Besuch des Gornergrats vorbereitet. Wir wurden überrascht mit einem sonnigen Morgen und einem wolkenfreien Himmel. Nach dem Frühstück nahmen wir den nächsten Zug hoch auf den Gornergrat, das Wetter hat wohl noch andere Besucher beschleunigt früh aufzubrechen, deswegen hatten wir einen großen Andrang beim Einstieg in den Zug.
Wir hatten eine herrliche Auffahrt, das Matterhorn war frei von Wolken und wir konnten Bilder machen von mehreren Perspektiven. Nach circa einer halben Stunde kamen wir oben am Grat an, verabredeten unsere nächsten Aktionen und die Möglichkeiten, die man an diesem tollen Berggipfel hat. Die Höhe von über 3000 Metern konnte man beim schnellen Gehen spüren, es war einfach schwerer bei Atem zu bleiben. Das Genießen dieser Ausblicke rund um den Gornergrat, auf den Gletscher und auf das Matterhorn muss jeder in eigenem Tempo genießen. Deshalb suchte sich jeder seinen eigenen Weg und Aussichtspunkt und die nächstgelegene Einkehrmöglichkeit auf der langen Strecke des Gornergrats um nach seinem Geschmack dieses tolle Ereignis am besten zu verdauen.
Es blieb den ganzen Morgen wolkenfrei, wir konnten lange Zeit das Matterhorn in seiner vollen Pracht betrachten, dann am Mittag zogen die ersten Wolken auf und die typische Wolkenkrone bildete sich an der Spitze des Berges. Auch das sind reizvolle Bilder. Am Nachmittag früher oder später, begab sich jeder auf die Rückfahrt nach Zermatt, mit Stopps und kleinen Spaziergängen auf halber Höhe kehrten wir schließlich zurück zum Ort und trafen uns alle beim Abendessen im Hotel wieder.

Fahrt von Zermatt nach St.Moritz

Der Aufenthalt in Zermatt war wunderschön und wir haben das alle sehr genossen und sehr viel erlebt. Die Stimmung in Zermatt am Abend ist unheimlich gemütlich und inspirierend. Am Tag oben in den Bergen bei über 3000 Metern die tollen Ausblicke auf Felswände und Gletscher genießen und dabei immer wieder einen Blick auf das Matterhorn richten, denn es ändert ständig sein Aussehen je nach Perspektive, Licht und Wolken, es ist einer ständigen Beobachtung wert.
Auch an diesem Morgen haben wir vor dem Rathaus noch mal einen Blick durch die Häuser auf das Matterhorn geworfen er stand komplett frei von Wolken in der Morgensonne und auch dieses Mal war sein Antlitz ein anderes als am Nachmittag zuvor. Wir sind dann weiter durch die Bahnhofstraße geschlendert und es kam uns eine Ziegenherde entgegen, die auf dem Weg zur Weide war. Mit Glöckchen um den Hals und den Ziegenhirten bei der Seite drängten sie sich tapfer durch die vielen Menschen auf der Straße, die alle begeistert Fotos von ihnen machen wollten. Es schien fast, als ob sie ihre Modellerscheinung schon sehr gewöhnt sind. Scheinbar machen Sie jeden Morgen im Sommer diesen Weg auf die Weide und am Abend wieder zurück. Es ist auf jeden Fall für alle Touristen im Ort ein tägliches Highlight.
Wir kommen unten am Bahnhof an, genieße nochmal den Trubel, den erneuten Ansturm auf die Gornergratbahn, der Ablauf von gestern scheint sich zu wiederholen.
Wir steigen in den Glacier Express beziehen Position hinter den großen Panoramascheiben und sind gespannt was der Tag uns bringen wird
Wir hatten 8 Stunden Bahnfahrt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, doch leider haben wir erfahren, dass in der Nacht ein Stück der Bahnstrecke durch Erdrutsch, ausgelöst durch ein starkes Gewitter, verschüttet wurde und somit nicht die geplante Strecke gefahren werden konnte, weswegen wir nicht alle Highlights der Strecke zu Gesicht bekamen.
Wir kommen dennoch pünktlich in St. Moritz an sind etwas müde von der langen Bahnfahrt und nehmen direkt den nächsten Bus, der uns durch St. Moritz fährt zu unserem Hotel und verbringen dort einen ruhigen Abend.

Mit Bernina Express nach Italien

Die Nacht in St. Moritz war ausnahmsweise schön kühl und angenehm. Auf 1800 Höhenmetern werden die Nächte auch bei heißen Tagen sehr kühl. Deshalb ist Sankt Moritz auch bekannt dafür, dass an über 200 Tagen im Jahr die Frostgrenze unterschritten wird und es selbst im Juli regelmüßige Frosttage gibt.
Wir machten uns mit dem lokalen Bus auf den Weg zum Bahnhof in St. Moritz und konnten schon bald unsere reservierten Plätze im Bernina Express einnehmen. Auch bei diesem Zug waren alle Plätze ausgebucht genauso wie im Glacier Express, das liegt wohl an der Bekanntheit der beiden Züge. Wir hatten abwechslungsreiche zweieinhalb Stunden vor uns, wo eine spektakuläre Landschaftsformation nach der anderen kam und die engen Kurven uns schöne Bilder von der eigenen Lokomotive machen lassen.
Nach circa einer Stunde Fahrt machten wir einen Fotostopp auf der Hochebene der Alpe Grüm, auf über 2000 hm gibt es hier einen spektakulären Ausblick hinein in das Alpenhochtal und die Wasserfälle.
Ein weiteres der vielen markanten Aussichtspunkte war das Kreisviadukt von Brusio. Hier schraubt sich der Zug in einer Winde über 360 Grad nach oben und überwindet dadurch den natürlichen Berganstieg mit einer Steigung, die der Zug gerade noch leisten kann.
Wir kommen dann immer tiefer und in Tirano beenden wir die Fahrt mit dem Bernina Express, steigen aus dem Zug aus und bei satten 33 Grad Lufttemperatur sind wir nun wieder im Tiefland des heißen Sommers angekommen. Zum Glück bietet Tirano mit seiner Hauptstraße genügend Schatten und angenehme Lokale, um eine schöne Mittagspause dort zu verbringen.
Danach geht es weiter, dieses Mal mit dem BERNINA Bus von Tirano innerhalb von 3 Stunden bis nach Lugano. Der spektakulärste Teil dieser Busfahrt kommt im zweiten Teil. Wir fahren lange Zeit an der Küstenstraße des Comer Sees entlang bevor wir an die Küste des Luganer Sees wechseln und an dessen Küste weitere Kilometer zurücklegen. Der Anblick dieser beiden Seen, das rege Badetreiben an den Stränden und der Anblick der angrenzenden Bergketten lässt uns eine kurzweilige Fahrt erleben. Schnell sind wir in Lugano am Bahnhof angekommen suchen dann etwas nach der Haltestelle des lokalen Busses und lassen uns die letzte Etappe quer durch Lugano fahren.
Auch hier ist es sehr heiß und der Abend bringt auch keine Abkühlung, die meisten von uns sind neugierig und gehen nach dem Essen noch mal runter zum See an die Promenade und schauen hinüber zu den bewohnten Hängen und dem Lichtermeer der Häuser.

Gotthard Panorama Express

Frühstücken frühmorgens in Lugano auf der Terrasse hat ein besonderes Flair. Es ist wie Urlaub am Mittelmeer.
Wir setzen unsere Reise fort, fahren zum Zentralbahnhof und von dort aus mit dem Gotthard Panorama Express, die ehemalige Verbindung in den Norden, überqueren die Alpen durch den alten Gotthardtunnel. Der Tunnel ist schön visualisiert mit projektierten Bildern und akustischen Geräuschen, dass man meint man wäre gerade im Bau des Tunnels mittendrin. Die Wendetunnel bei Wesel sind besonders spektakulär. Um hohe Steigungen zu überwinden, muss sich die Bahn in Serpentinen hocharbeiten, wobei die Kehrpunkte der Serpentinen in Tunneln liegen, mitten im Berg. Immer wenn man den Berg verlässt und wieder das Tageslicht erblickt, ist man ein Stück höher und immer wieder hat man den Blick auf die Wessel Kirche, jedoch einmal auf der linken Seite und einmal auf der rechten Seite. Und als Referenzpunkt, damit man die Orientierung nicht komplett verliert, haben sich 3 Fahnenschwinger auf eine kleine Wiese gestellt und zeigen uns damit immer einen Fixpunkt.
Die zweieinhalbstündige Fahrt mit dem Gotthard Express ist nochmal ganz was anderes wie die Züge zuvor. Er ist sehr an die Geschichte der Entstehung der Gotthard Verbindung angelehnt, und ist wohl bei den internationalen Touristen nicht ganz so bekannt wie die anderen Züge und somit auch nicht so voll. Wir werden sehr zuvorkommend informiert von der Zugbegleiterin und für die Fotobegeisterten steht extra ein Fotowaggon bereit bei dem man die Fenster aufmachen kann und somit die Spiegelung der Scheiben vermeidet.
In Flüelen am Vierwaldstättersee wechseln wir das Transportmittel, vom Zug auf das Schiff. Während einer dreieinhalbstündigen Fahrt über den Vierwaldstättersee kommen wir schlussendlich in Luzern an. Bei der Überfahrt des Sees kamen wir an der Rütliwiese, der Schwurwiese der 3 Gründungskantone vorbei und hatten während der Fahrt ein schönes Panorama der umliegenden Berge. In Luzern kannten wir uns schon aus, verbrachten den Aufenthalt in der Gegend des Bahnhofs direkt gegenüber dem Vierwaldstättersee und fahren nach gut einer Stunde weiter zum Ende unsere Reise nach Zürich. Zürich ist noch viel heißer als der Rest, den wir bisher erlebt haben. Über 38 Grad herrscht in der Stadt, kein Wunder, dass sich viele Menschen an diesem Nachmittag den Fluss hinuntertreiben lassen und beim sogenannten Limmatbaden teilnehmen. Es ist beneidenswert die Leute beim Schwimmen in dem kühlen Nass zu beobachten, einige von uns würden gerne mitmachen. Aber erst mal wartet das Check-in im Hotel auf uns und dann gehen wir abends gemeinsam essen in das Niederdorf, um das Ende unserer Reise zu feiern.
Wir hatten eine wunderschöne Rundreise durch die Schweiz, mit sehr viel Sonne und fast keinem Regen und herrlichen Ausblicken auf die Berge und die Seen, nur die hohen Temperaturen, die waren wir nicht gewöhnt und die machten uns etwas zu schaffen. Aber wir hatten sehr viel interessante Eindrücke der Schweiz bekommen. Eindrücke in die Natur, Eindrücke in die Vielsprachigkeit der Schweiz und das kulturelle miteinander das hier sehr gut funktioniert.

Letzter Tag in Zürich und Heimreise

Die meisten von uns sind mit dem Flugzeug nach Zürich gereist, die andern mit dem Zug oder mit dem Auto. Die Flüge gingen erst am Abend, deswegen haben wir noch kleine Ausflüge in Zürich unternommen und die Stadt noch etwas von einer anderen Seite kennengelernt.
Einige besuchten das Kunsthaus und waren von den Ausstellungen sehr beeindruckt. Eine etwas größere Gruppe machte sich auf den Weg auf den Uetliberg, dem Hausberg von Zürich. Hier hinauf fährt die Uertli Bahn, normalerweise direkt vom Hauptbahnhof, aber wegen Baustellen mussten wir erst mit der Tram diese umfahren und das letzte Stück mit der Bergbahn zurücklegen.
Ein kleines Stück gingen wir zu Fuß, bis wir oben am Berg den Aussichtspunkt erreichten. Am Sonntag war das ein beliebter Ausflugsort, ein kleines christliches Kindertheater wurde hier aufgeführt mit Orchestermusik. Noch höher konnten wir hinauf, wenn wir den Aussichtsturm besteigen. Von hier oben hat man einen kompletten Überblick über den Zürcher See und die angrenzende Stadt. Man sieht den Fluss Limmat sich durch die Stadt schlängeln und das bergige Umland liegt hinter der Stadt. Ein sehr schönes Ausflugsziel, dass wir jedem empfehlen können.
Wir kehrten zurück zum Hotel, trafen den Rest unserer Gruppe und gingen gemeinsam zum Bahnhof und nahmen den nächsten Zug zum Flughafen. Hier lösten wir die Gepäckbänder am Self Check-in, brachten die Koffer auf den Weg und meine Reisegäste machten sich dann selbst auf den Weg zur Abflugs Halle. Ich kehrte zurück zum Hauptbahnhof und trat meine Heimreise mit dem Zug an.


Wir waren eine gemischte Gruppe mit unterschiedlichen Interessen. Aber allen gemein war die Freude an den traditionellen Zugfahrten, an spektakulären Landschaften und das Interesse etwas mehr Einblick in die Gesellschaft der Schweiz zu bekommen. Wir haben alle zu harmonischen Gruppen zusammengefunden und konnten die Reise bei sonnigem Wetter in teilweise leeren aber auf jeden Fall in „vollen Zügen“ genießen.


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