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Die besondere Reise durch die Schweiz

Reisebericht: 02.08. – 08.08.2026

Siebe Tage voller Höhepunkte: Bernina-Express, Glacier-Express, St. Moritz, Zermatt und Pilatus. Begleiten Sie uns auf einer traumhaften Reise durch die Schweizer Alpen.

Steffen Mucke

Ein Reisebericht von
Steffen Mucke

St. Moritz – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) St. Moritz am Abend (Blick vom Hoteldach) – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Tirano  – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Fahrt mit dem Bernina-Express  (Halt bei Alp Grüm) – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Ein Extra zum Abschluss – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Fahrt mit dem Glacier-Express (Rheinschlucht) – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Zermatt – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Zermatt – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Am Grimselpass – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Die Pilatusbahn – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL) Der Morgenstimmung auf dem Pilatus – © Steffen Mucke (Eberhardt TRAVEL)

Den Alpen entgegen – Anreise nach Sankt Moritz

2.8.2026. Nun ist es endlich soweit! Die Koffer stehen längst gepackt im Flur, nun muss nur noch die Abholung pünktlich kommen. Ja, das geht in Ordnung. Jetzt noch den Reisebus erreichen – auch das klappt! Aber was ist der Mensch ohne Sorgen: Wie wird das Wetter?
An diesem frühen Morgen, Anfang August, zeigt sich der Himmel fast wolkenlos. Kein Wunder, hat doch der Wetterbericht eine gute Prognose abgegeben. Als wir dann auf der Autobahn unterwegs sind, können wir die schöne Landschaft von den Busfenstern aus genießen; unsere Fahrt geht entlang der schon meist abgeernteten Felder ein Stück durch das Vogtland, wenig später sehen wir die Erhebungen des Frankenlandes. In der Nähe von Ellwangen erreichen wir den letzten Zustieg – nun ist unsere kleine Reisegruppe komplett.
Eigentlich sollten wir jetzt zügig vorankommen, denn unser Ziel im Engadin ist noch weit. Aber der Verkehr wird immer dichter; wir müssen auf die Landstraße ausweichen um den Staus zu entgehen. Das kostet nun doch etwas Zeit. In der Höhe von Ulm kommen wir dann wieder besser voran und den Bergen immer näher. Bald grüßt uns von fern der Pfänder, es ist der Hausberg von Bregenz. Nun führt uns der Weg in die Schweiz und in das Rheintal hinein. Rechts fliegen die Erhebungen des Appenzeller Landes vorbei, und bald passieren wir auch Bad Ragaz, hier wohnte einst Heidi.
Bald jedoch verlassen wir die Autobahn, um nun endgültig in die Berge hinein zu fahren. Jetzt wird es wildromantisch. Unser Weg führt uns schon mal ein Stück entlang der Albulastrecke; bei Tiefencastel biegen wir jedoch ab, um schon am heutigen Tag einmal über die 2 000er Marke anzusteigen. Dekorative weiße Wölkchen vor einem blauen Himmel, darunter grüne Wiesen auf denen Kühe grasen – das sind jene alpenländischen Impressionen die uns Flachländern so gut tun! Oben am Julier-Pass noch eine Pause zum Fotografieren und Beine vertreten, dann nehmen wir an diesem Spätnachmittag die letzten Kilometer in Angriff. Die Straße senkt sich nun zum Inntal ab, die Bergkette begrenzt das Tal gegenüber, und vor uns breitet sich der Silvaplana-See aus; romantischer geht es nicht.
Nach kurzer Zeit kommen die Häuser von St. Moritz ins Blickfeld; endlich haben wir es geschafft! Der Tag war lang und dankend genießen wir das leckere Abendessen, um uns nach Einbruch der Nacht in den neuen Tag hineinzuträumen.

Der Nobelort Sankt Moritz − Pferdekutschfahrt ins Val Roseg

3.8.2026. Spätestens als die Sonne hinter den hohen Bergen aufgeht und das Inntal mit Licht und Wärme flutet, beginnt auch unser Tag. Ein leckeres Frühstück, bereitet von den fleißigen Händen des Hotels, gibt uns die erste Stärkung, und der gute Kaffee weckt die letzten Lebensgeister.
Pünktlich gegen neun werden wir von Susi begrüßt; sie wird uns in sehr kompetenter Art und Weise an diesem angenehm warmen Vormittag ihre Heimat zeigen. Es gibt viel zu entdecken! Zunächst werden wir von Maik, unserem immer freundlich-zuverlässigen Bus-Chauffeur in den Ortsteil Bad von St. Moritz gefahren. Noch lange bevor der Nobelort Bestand hatte, kurten hier einst Bedürftige zu den Quellen, die schon der berühmte Paracelsus lobte. Susi entführt uns an dieser Stelle nun in diese ganz besondere Welt. In einem Raum mit moderner Medientechnik können wir ganz tief in die Geschichte eintauchen und erfahren einiges über die gesundheitlichen Aspekte dieses besonderen Wassers. Schnell sind die Becher ausgeteilt und jeder kann sich nun selbst von dem Labsal einschenken. Labsal? Nun ja, die Geschmäcker sind verschieden − der Eisengeschmack ist doch überdeutlich…
Wenig später geht es zurück nach St. Moritz-Dorf. Über die lange Rolltreppe gelangen wir hinauf um nun bei einem kleinen Bummel zu schauen, wie die „Reichen und Schönen“ so ihren Urlaub verbringen. Gepflegte, saubere Straßen, die Gebäude etwas zu monumental für ein Gebirgsdorf mit nur noch wenig historischem Bezug, Boutiquen mit exklusiver Markenware – trotz dieser leisen Kritik hat St. Moritz doch einen ganz besonderen Charme, welcher schwer zu beschreiben ist. Wie mag es dann im Winter hier aussehen mit all der Prominenz?
Das überlassen wir jedoch unserer Phantasie und – die Gedanken sind frei!
Nach einer kleinen Mittagspause erwartet uns an diesem Nachmittag ein besonderes Erlebnis. Mit dem Bus geht es nun in Richtung Süden. Im Ort Pontresina öffnet sich gegen Westen ein Tal, es ist das Val Roseg – ihm gilt unser nachmittäglicher Besuch. Hierzu begeben wir uns auf eine Zeitreise: Mit der Pferdekutsche werden wir die nächste Stunde ganz gemütlich die unberührte Natur genießen können. Unsere junge Kutscherin nimmt die Zügel, muntert ihre Pferde mit einem kurzen Ruf auf – und schon ziehen die Tiere an. Lustig geht es nun bergauf; mit geübten Händen lenkt die junge Frau unsere Kutsche den romantischen Weg entlang. Mal Trab, dann wieder Galopp, links und rechts gibt es viel zu sehen. Der kleine Gebirgsfluss kommt uns, einige Stromschnellen bildend, rauschend entgegen und an der grünenden Natur kann sich das Auge kaum satt sehen.
Dann haben wir das Ziel erreicht; vor unseren Augen breitet sich das Tal weit aus; im Hintergrund der Talschluss mit dem Gletscher und etwas Schnee; direkt voraus eine wunderbare Alpenflora und ein Wanderweg welcher uns ein Stück dem Gletscher näher bringt. Besonders angenehm ist hier die große Ruhe; kein Autolärm, keine Musikdauerbeschallung – nur die Stimmen der Natur. Wunderbar!
Man möchte sich gar nicht davon losreißen; aber, einmal muss es sein. Die fleißigen Pferde bringen uns an diesem wunderbaren Nachmittag nach Pontresina und der Bus nach St. Moritz zurück.

Romantische Zugreise: Der Bernina–Express

4.8.2026. Der Wettergott meint es auch heute gut mit uns. Während wir in St. Moritz, gut
1 800 Meter über dem Meeresspiegel, sehr angenehme Temperaturen haben, erwartet uns an unserem Ziel im Veltlin der Hochsommer; doch der Reihe nach.
Kurz nach neun beginnt die Fahrt zunächst mit unserem Bus; heute fahren wir an Pontresina vorbei um gleich dahinter zum Bernina-Pass aufzusteigen. Bald öffnet sich auf der rechten Seite ein weiteres Seitental mit Schnee und Eis. Im Hintergrund zeigt sich bei einem Fotostopp nun der Morteratsch-Gletscher. Seine einst mächtige Eismasse ist arg zusammengeschmolzen, dennoch zeigt er sich immer noch recht mächtig und beeindruckend.
Dann geht es weiter; bald gelangen wir über die Baumgrenze hinaus in das Reich der Murmeltiere. Hier kann der Blick weit schweifen: zu den Bergen, den zwei Seen die ihre Wasser in entgegensetzte Richtungen senden und zur Bahnstrecke unter uns auf welcher wir am Nachmittag zurückfahren werden. Das sind die Impressionen am Bernina-Pass, genauso einmalig wie es die gesamte Schweizer Natur ist. Und wir sind in all den Tagen, in welchen wir uns hier aufhalten, ein Teil davon. Nur, man muss sich auch mit allen Sinnen darauf einlassen können! Aber das tun wir! Mit diesen Eindrücken geht es nun weiter und fortan zu Tal. Am Ort Poschiavo und dem gleichnamigen See vorbei, nehmen wir nun die nächste Talstufe und langen bald beim Ort Brusio an. Hier haben sich die Ingenieure des Bahnbaus etwas Besonderes einfallen lassen: ein sogenanntes Kreisviadukt. Selbstverständlich nehmen wir uns Zeit für einen Fotostopp. Wird ein Zug kommen? Ja, auch dieser Wunsch wird uns erfüllt – interessante Bilder werden geschossen.
Nun sind wir nur noch wenige Kilometer unterwegs; nach Überschreiten der Grenze zu Italien sind wir jetzt in der Lombardei angelangt. Wie schon erwartet, begrüßt uns der Ort Tirano mit hochsommerlichen Temperaturen. Hier genießen wir ein wenig Freizeit und einen Mittagsimbiss in den zahlreichen Restaurants des Ortes. Nach dem individuellen Besuch der Altstadt treffen wir uns jedoch am Bahnhof wieder um nun den eigentlichen Höhepunkt des Tages genießen zu können: Die Fahrt mit dem Bernina-Express. Pünktlich geht es ganz gemächlich wieder bergauf. Hier, und auch noch ein gutes Stück der Fahrt, sind die italienischen Impressionen überdeutlich zu sehen. Die Gebäude sind schmuckloser aber trotzdem sehenswert genug um im Vorbeifahren wunderbare Erinnerungen mitzunehmen. Nun gelangen auch wir über das Kreisviadukt und wenig später ganz nah am Poschiavo-See vorbei. Immer wieder neue Eindrücke; auch dann noch, als wir an Höhe gewinnen und einen Blick zurückwerfen können. Klein wie im Spielzeugland erscheinen nun die Häuser, welche jedoch bald unserem Blick entschwinden. Bei Alp Grüm legen wir noch einen Fotostopp ein. Tief unter uns liegt der grüne Gebirgssee und gegenüber erheben sich die mächtigen Berge.
Immer wieder staunenswert, was die unbeschreibliche Natur für uns bereithält.
Dann gelangen wir über den Pass und wenig später vorbei an den Talstationen bekannter Skigebiete. Es ist nicht zu leugnen, dass wir nun dem Abschluss des Tages mit den vielen Eindrücken entgegengehen.
Wir können sehr zufrieden sein, dass wir das alles ungestört genießen durften; auch den kleinen Abstecher außer der Reihe. Es war ein schöner Tag!

Die Originalstrecke! Mit dem Glacier– Express von Sankt Moritz nach Zermatt

5.8.2026. Nun heißt es Abschied nehmen vom Nobelort und den zurückliegenden sehr schönen Impressionen im Engadin und in Graubünden. Das Lebewohl fällt jedoch nicht allzu schwer, weil wir weiteren schönen Höhepunkten entgegenfahren. Und das wird ganz gemütlich im langsamsten Schnellzug der Welt, dem Glacier-Express, erfolgen. Ein ganzer Tag mit großen Höhepunkten und das auf der historischen Originalstrecke! Der Bus bringt uns noch hinunter zum Bahnhof, Maik wird heute eigene Wege fahren…
Auch heute sind Plätze für uns reserviert; ohne Stress nehmen wir Platz – dann geht das große Bahnabenteuer los. An diesem Tag scheint erneut die Sonne; das schöne Wetter wird uns einen ungetrübten Blick auf all die Schönheiten gewähren, die nun vor uns liegen.
Zunächst rollen wir über die UNESCO-Albulastrecke. Zahlreiche Kehrtunnel bringen uns stetig bergab. Ein erster Fahrthöhepunkt erwartet uns nach dem Ort Filisur. Auch hier haben die Schweizer Ingenieure ganze Arbeit geleistet: das Landwasserviadukt. Zunächst ein Tunnel und dann geht es direkt auf diese leicht gebogene Brücke hoch über dem Tal.
Im weiteren Verlauf senkt sich die Strecke noch weiter ab und wir gelangen ins Rheintal. Jetzt kommen wir etwas flotter voran und im Ort Chur, Graubündens Kantonshauptort, werden wir die Richtung wechseln.
Weitere Höhepunkte stehen nun an: Bei Reichenau sehen wir den Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein; nun sind es nur noch wenige Minuten und wir tauchen ein in die wildromantische Rheinschlucht. Ganz nah treten die schroffen Erhebungen an die Bahnstrecke heran; wir schlängeln uns entlang des unbändigen Wildflusses auf denen Rafter zu sehen sind.
Was sind das für wunderbare Eindrücke! Es ist nun Mittagszeit und wir bekommen, immer mit Blick hinaus aus den Panoramafenstern, von den fleißigen Mitarbeitern ein leckeres Mittagessen am Platz serviert. Ein kurzer Aufenthalt in Disentis mit Blick auf das Kloster St. Martin – dann verläuft die Fahrt, nun mit neuer Lok und Zahnradtechnik hinauf zum Oberalppass. Auch am heutigen Tag knacken wir die 2 000 Meter Marke; hier oben befindet sich eine der Rheinquellen, ein romantischer Bergsee und ein Skigebiet. Aber schnell geht es weiter, die hochalpinen Impressionen lassen wir nun wieder hinter uns um im bekannten Ort Andermatt erneut einen kurzen Stopp einzulegen.
Der Nachmittag ist nun schon etwas vorangeschritten als wir nach Unterquerung des Furka-Massivs im Wallis anlangen. Das Wetter bleibt schön, selbst wenn es hier mehr Wolken gibt. Unbeschreiblich auch im neuen Kanton die Impressionen; immer wieder neue Blickwinkel mit schönen Aussichten entlang der Rhone, die sich oft recht wild bergab wälzt.
Im Ort Brig nun ein letzter Halt bevor wir in der nächsten guten Stunde 1 000 Meter bis zu unserem Ziel aufsteigen werden: Zermatt.
Bald treten die hohen Berge eng an die Bahnstrecke heran; manch Wasserfall rauscht ins enge Tal und im Hintergrund ist bald schon der Talschluss mit dem Breithorn und anderen schneebedeckten Bergen zu sehen. Das macht Appetit auf morgen und einem ganz besonderen Ausflug den einige unserer Gäste schon gebucht haben.
Am Bahnhof angelangt werden wir im schönen Hotel diesen ereignisreichen Tag aber erst einmal beschließen. Beim leckeren Abendessen können nun all die schönen Eindrücke des heutigen Tages bei munteren Gesprächen ausgetauscht werden…

Malerisches Zermatt – umrahmt von schneebedeckten 4 000ern

6.8.2026. Die Sonne benötigt hier im Tal nach ihrem Aufgang doch etwas Zeit um ihre Strahlen nach Zermatt zu senden. Zuvor glänzen die umliegenden Berge schon im goldenen Licht; nur das Matterhorn hält sich etwas bedeckt. Als wir vom Hotel aufbrechen, sind nun doch mehr Wolken aufgezogen als gewünscht; aber sie werden bei der Auffahrt, die nun vor uns liegt, weniger werden.
Es ist schon ein besonderes Erlebnis mit der Zahnradbahn die Höhen des Gornergrats zu erklimmen. Die Auffahrt, eine knappe Stunde von Zermatt bis zum Ziel, bringt uns erneut in die Wunderwelt der Berge. Diesmal sind es die Viertausender in ewigen Schnee und Eis. Wenn sich auch das Matterhorn in seiner vollen Pracht kaum zeigen will – die anderen Berge, die bei jedem Höhenmeter deutlicher hervortreten, entschädigen hierfür. Oben am Gornergrat angelangt und von hier nur wenige Meter hinauf zum Aussichtspunkt, dort zeigt sich uns nun das phantastischste Panorama welches man sich überhaupt vorstellen kann in voller Pracht. Schneebedeckte Viertausender wohin das Auge auch blicken mag; der Kontrast zum tiefblauen Himmel und den weißen Wolken – einfach atemberaubend. Und da ist noch der Blick hinunter in den schwindelnden Abgrund mit dem Gletscher – auch hier mag sich das Auge kaum satt sehen an diesen Wundern der Alpenwelt. Bei diesen grandiosen Impressionen kommen wir uns ganz klein und ehrfürchtig vor. Alle Sorgen und Nöte haben hier Pause – es zählt der Augenblick und die Gewissheit, dass auch diese Einblicke in die Natur und Schöpfung endlich sind…
Die einen hält es länger hier oben, die anderen gelüstet es nach einer kleinen Wanderung in hochalpiner Landschaft, wieder andere möchten noch etwas mehr Zeit im Gebirgsdorf verbringen. Egal, an diesem sonnigen Sommertag ist wohl jeder auf seine Kosten gekommen.
Es ist auch immer schön über die von vielen Nationen dieser Welt frequentierte Fußgängerzone zu flanieren; ein friedliches Sinnbild wie es in der Welt gehen kann, wie unterschiedliche Meinungen, Gesellschaftsformen und Religionen nebeneinander existieren und sich an all den Wundern gemeinsam erfreuen können…
Und, Zermatt hat viel zu bieten: die schöne Mauritiuskirche, der dahinter liegende Bergsteigerfriedhof, den Murmeltierbrunnen und überall Häuser welche im Stil uralter Traditionen gestaltet wurden.
Auch dieser Tag vergeht leider viel zu schnell; die Sonne sinkt hinter die Berge und bald breitet sich Dunkelheit über dem Tal aus. Morgen müssen wir nun auch von hier scheiden. Der Abschied fällt jedoch nicht allzu schwer weil wir noch einen weiteren großen Höhepunkt dieser Reise vor uns haben…

Pilatus − die Nacht auf hohem Berg

7.8.2026. An diesem Vormittag zeigt es sich doch noch, golden glänzend, unseren Augen: das Matterhorn. Bevor die ersten Wolken aufziehen und ihren Schleier darum legen, bannen wir diesen Berg der Berge endlich in voller Schönheit in die Speicher unserer Kameras.
Als wir zum Bahnhof von Zermatt gelangen ist das Matterhorn nun schon wieder hinter Wolkengespinsten nahezu verschwunden…
Pünktlich startet der Pendelzug; schon eine gute Viertelstunde später erreichen wir Täsch und hier unseren Reisebus. Mit den 4 000ern im Rücken gelangen wir das Tal hinab; vorbei an St. Niklaus und Stalden, biegen wir kurz vor Visp in das Rhone-Tal ein. Dem Fluss, welcher hier Rotten genannt wird, folgen wir aufwärts. Auch hier offenbart sich die intakte Natur der Schweiz: Im breiten Tal gibt es zahlreiche Wiesen und an den Berghängen einen gesunden Baumbestand. Beim Ort Gletsch biegen wir auf eine spektakuläre Serpentinenstraße ein, sie wird uns auf über 2 000 Meter zum Grimselpass hinaufführen. Etwas beklommen geht der Blick hinunter, aber Maik lenkt den Bus mit sicherer Hand. Oben angelangt empfängt uns ein kühles Lüftchen; über der Straße befindet sich ein kleines Gehege mit Murmeltieren, zwei dieser putzigen Tiere nehmen hier ein Sonnenbad.
Weiter geht die Fahrt zu Tal; ein kleiner Mittagsimbiss im Grünen, danach nehmen wir Kurs zum letzten großen Höhepunkt unserer Reise. Bald gelangen wir in die Zentralschweiz und auch hier in eine gepflegte Landschaft. Türkisgrün breitet sich der Lungernsee wie ein Juwel zu unseren Füßen aus; welch schönes Farbspiel doch die Natur für uns bereithält!
Nach einem kurzem Fotostopp fassen wir nun endgültig unser Ziel ins Auge. Schon von Weitem dominiert der sagenumwobene Pilatus den Blick. Er wird häufig auch als Drachenberg bezeichnet – auf ihm wollen wir nun unsere letzte Nacht verbringen.
An der Talstation der historischen Pilatus-Bahn herrscht etwas Andrang, wir können dennoch früher als geplant hinauf starten. Nun zahlt es sich aus, dass wir nicht getrödelt haben. Kein Wölkchen trübt den Blick und als wir mit der steilsten Zahnradbahn der Welt aufsteigen, öffnet sich ein atemberaubender Blick auf Teile des Vierwaldstätter Sees und die umliegenden Berge.
Über allem ist ein blauer Himmel gespannt, welcher dem Ganzen eine wunderbare Optik gibt. Oben angelangt erledigen wir den Check-in, dann geht es gleich auf Erkundung in luftiger Höhe. Vom Drachenweg aus, welcher direkt in den Felsen gehauen wurde, schweift an den zahlreichen Öffnungen der Blick hinunter nach Luzern und weit über das schöne dahinter liegende Land. Immer wieder zeigen sich uns die zutraulichen Bergdohlen in elegantem Flug, sie bewegen sich hier oben in ihrem Element.
Auf dem Pilatus gibt es weitere Möglichkeiten für Ausblicke tief ins Land: den Esel, das Tomlishorn oder nur die Terrasse welche die beiden Hotels verbindet.
Dieser schöne Nachmittag auf hohem Berg hat nun wirklich Appetit gemacht; gegen halb sieben trifft sich unsere Reisegruppe zum leider letzten Diner dieser Reise. Und danach? Kurz vor neun ist der Sonnenuntergang angesagt und dieses Schauspiel lassen wir uns bei dieser guten Sicht doch nicht entgehen!
Dämmerung legt sich über das Plateau des Pilatus; die Bergdohlen haben sich zur Ruhe begeben – wir tun es ihnen gleich. Über allem erstrahlt der Sternehimmel und vom Tal glitzern die Lichter Luzerns herauf. In einer von keinem Geräusch gestörten Ruhe gleiten wir ins Reich der Träume. Es ist die letzte Nacht unserer Reise die eine ganz besondere war…

Letzte Schweizer Impressionen und Heimfahrt

8.8.2026. Die morgendliche Sonne bescheint die reizvollste Szenerie, welche man sich überhaupt vorstellen kann. Ein Blick von der Terrasse in Richtung Süden zeigt uns an diesem Vormittag eine mächtige Bergkette welche in Eiger, Mönch und Jungfrau ihre dominantesten Vertreter hat. Diese 4 000er tragen alle eine Kappe aus ewigem Eis und Schnee; ein schöner Kontrast zur hellgrünen Matte direkt zu unseren Füßen welche an diesem lichtdurchfluteten Vormittag von einigen Gämsen besucht wird. Das ist Natur pur!
Gegen acht ruft uns die erste Stärkung des Tages, danach heißt es leider Abschied nehmen von den Höhen des Pilatus. Dieser Berg war nun ein letztes, wunderbares Glied in der Kette schöner Erlebnisse dieser besonderen Reise.
Die moderne Seilbahn bringt uns zu Tal; auch von hier bieten sich immer wieder schöne Ausblicke. Etwas im Dunst liegen die Erhebungen welche den Vierwaldstätter See umgeben, es ist eine besondere Impression zum Schluss.
Im Ort Kriens erwartet uns nun wieder der Reisebus mit dem wir auch noch in den nächsten gut zwei Stunden einen Teil der Schweiz erkunden werden. Über den Berg bei Hirzel gelangen wir hinunter zum Zürichsee und weiter zum Walensee, welcher sich uns wie ein Fjord zeigt. Bei Sargans schwenken wir in das Rheintal ein – hier schließt sich nun der große Kreis, den wir in dieser Woche beschrieben haben.
Als wir auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, geht es nicht ganz ohne Stau – diesmal hält sich die Verzögerung jedoch in Grenzen. Zeit genug noch im Bus neue Reisepläne zu schmieden oder in Gedanken zurückzukehren nach St. Moritz, Zermatt, dem Pilatus, zu den Zugfahrten und all den schönen Stunden die wir gemeinsam verbringen durften…

Steffen Mucke


Lerne zu vergessen, was nutzlos ist und erinnere dich mit Liebe an alles Schöne.

(Kärntner Sprichwort)


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