Glacier– und Bernina–Express – die besondere Reise
Reisebericht: 27.09. – 03.10.2026
Erleben Sie die Schweiz exklusiv: Mit Glacier Express und Bernina Express durch majestätische Alpen, glitzernde Seen und charmante Dörfer – unvergessliche Panoramen inklusive!
Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein
1. Tag – Sonntag, 27.09.2026: Anreise nach Sils im Engadin (ab Dresden = 842 Bus–km)
Voller Vorfreude und bei bester Stimmung starteten wir pünktlich um 6 Uhr morgens in Dresden zu unserer Reise in die Schweizer Alpen. Schon am frühen Morgen war die gute Laune in der Gruppe deutlich zu spüren, und die Vorfreude auf die bevorstehenden Erlebnisse ließ die Müdigkeit schnell vergessen. In der Nähe von Ulm stiegen planmäßig die letzten Reisegäste zu, sodass unsere Gruppe mit nun 26 Teilnehmern komplett war. Wie es bei unseren Reisen bereits gute Tradition ist, legten wir etwa alle zwei Stunden eine Pause ein. Zeit, um sich die Beine zu vertreten, frische Luft zu schnappen und bei netten Gesprächen die Gemeinschaft zu genießen. Unsere Route führte uns zunächst vorbei an Ulm und durch das idyllische württembergische Allgäu über Memmingen in Richtung Bodensee. Schon bald durchquerten wir den 6,7 Kilometer langen Pfändertunnel und überquerten bei Mäder die Grenze von Österreich in die Schweiz. Am Nachmittag erreichten wir bei Kriessern schließlich Schweizer Boden – und damit unser ersehntes Reiseziel immer näher. Durch das beeindruckende Rheintal ging es weiter, vorbei an Chur und hinauf zum 2.284 Meter hohen Julierpass. Die Fahrt über die Passhöhe wurde zu einem ersten besonderen Erlebnis: Majestätische Berge, weite Landschaften und immer neue Ausblicke ließen die Vorfreude auf die kommenden Tage weiter wachsen. Schließlich erreichten wir Sils im Engadin auf rund 1.800 Metern Höhe, malerisch eingebettet in die zauberhafte Oberengadiner Seenlandschaft. Im traditionsreichen Hotel „Edelweiss“ wurden wir herzlich von unseren Gastgebern empfangen. Das stilvolle Haus blickt auf eine lange Geschichte gelebter Gastfreundschaft zurück – und so fühlten wir uns vom ersten Moment an willkommen und bestens aufgehoben. Den ereignisreichen Reisetag ließen wir bei einem köstlichen Dinner im eleganten Jugendstil-Saal des Hotel-Restaurants ausklingen. Das besondere Ambiente, die hervorragende Küche und die herzliche Atmosphäre machten diesen Abend zu einem gelungenen Auftakt – und zu einem ersten kleinen Höhepunkt unserer Reise durch die Schweiz.
2. Tag – Montag, 28.09.2026: St. Moritz – Val Roseg (39 Bus–Kilometer + 14 Kilometer zu Pferd)
Strahlend blauer Himmel und wärmende Sonnenstrahlen begrüßten uns an unserem ersten Ausflugstag. Entsprechend gut gelaunt machten wir uns auf den Weg und freuten uns auf die ersten gemeinsamen Entdeckungen im Engadin. Bereits am Morgen erwartete uns unsere sympathische Gästeführerin Nelly in St. Moritz. Mit viel Charme und interessanten Geschichten zeigte sie uns die schönsten Seiten des mondänen Ortes, über den wir im Vorfeld schon so einiges gehört hatten. Unser erster Besuch galt dem Paracelsus-Forum im Kurzentrum von St. Moritz Bad. Hier erfuhren wir, dass St. Moritz seine ursprüngliche Bedeutung den örtlichen Heilquellen verdankt, die bereits seit rund 3.000 Jahren bekannt sind. Am Trinkbrunnen des Forums durften wir das eisen- und kohlensäurehaltige Mineralwasser natürlich auch selbst probieren. Angeblich soll man sich danach sofort jünger fühlen – ein Versprechen, das wir mit einem Augenzwinkern gerne im Raum stehen ließen. Anschließend ging es mit dem Bus durch St. Moritz Dorf, dessen kosmopolitisches Flair sofort ins Auge fiel. Bei einem gemütlichen Rundgang durch das Ortszentrum erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte des berühmten Ferienortes. So gilt St. Moritz als Wiege des alpinen Wintertourismus, der hier bereits im späten 19. Jahrhundert seinen Anfang nahm. Unübersehbares Wahrzeichen des Ortes ist der 33 Meter hohe „Schiefe Turm“, der als Überrest einer ehemaligen Kirche bis heute an die lange Geschichte von St. Moritz erinnert. Die anschließende Freizeit nutzten unsere Gäste ganz nach ihren persönlichen Vorlieben. Einige ließen es sich nicht nehmen, eine weitere Bündner Spezialität zu probieren: die berühmte Engadiner Nusstorte. Ein köstlicher Genuss und für viele sicher eine besonders süße Erinnerung an unseren Besuch in St. Moritz. Gegen Mittag hieß es dann: auf nach Pontresina! Das nahe gelegene, traditionsreiche Engadiner Dorf ist ein idealer Ausgangspunkt für beeindruckende Naturerlebnisse. Dort warteten bereits zwei Pferdekutschen auf uns. Gemächlich machten wir uns auf den Weg ins wildromantische Val Roseg. Während die Pferde die Kutschen durch die stille Landschaft zogen, konnten wir die beeindruckende Bergwelt ganz entspannt auf uns wirken lassen. Unser Ziel war das Val Roseg mit seinem imposanten Roseggletscher – eine Landschaft wie aus einem Bilderbuch. Fernab von Verkehr, Lärm und Hektik erlebten wir hier die Natur von ihrer besonders ursprünglichen und eindrucksvollen Seite. Das herrliche Wetter machte diesen Nachmittag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Zwischen majestätischen Bergen, grünen Wiesen und dem Blick auf den Gletscher lag eine wunderbare Ruhe über dem Tal. Ein Hauch von Romantik, ganz viel Natur und viele schöne Eindrücke begleiteten uns an diesem rundum gelungenen Ausflugstag.
3. Tag – Dienstag, 29.09.2026: Fahrt mit dem Bernina–Express (74 Bus–Kilometer + ca. 60 Bahn–Kilometer)
Heute stand bereits einer der Höhepunkte unserer Reise auf dem Programm: eine Fahrt mit dem legendären Bernina-Express.
Ausgangspunkt unseres einzigartigen Erlebnisses war der Bahnhof in St. Moritz. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir in die für uns reservierten Wagen ein. Nun war es also so weit – wir befanden uns an Bord der einzigen Schweizer Bahnlinie, die seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1910 offen über die Alpen führt. Zunächst ging es vorbei am Morteratsch-Gletscher hinauf zu den imposanten Gletschern des Berninapasses. Auf 2.253 Metern über dem Meeresspiegel erreichten wir den höchsten Punkt unserer heutigen Reise. Anschließend führte die Strecke in zahlreichen Kehren und Serpentinen hinunter bis auf 429 Meter, in die italienische Kleinstadt Tirano. Der Höhenunterschied zwischen dem Ospizio Bernina und Tirano beträgt unglaubliche 1.800 Meter – und das bei einer Horizontaldistanz von gerade einmal rund 20 Kilometern! Diese gewaltige Höhendifferenz bewältigt die Bahn vollständig ohne Zahnradsystem, obwohl Steigungen von bis zu 70 ‰ zu überwinden sind. Auch die Linienführung ist eine technische Meisterleistung. Sie ermöglicht nicht nur die Überwindung der enormen Höhenunterschiede, sondern bescherte uns immer wieder atemberaubende Ausblicke auf eine grandiose Bergwelt, gewaltige Gletscher und tief eingeschnittene Täler. Nach gut zwei Stunden Fahrt erreichte unser Bernina-Express das milde Veltlin und schließlich Tirano. Nach einer kleinen Mittagspause wartete Frank bereits mit dem Bus auf uns, und gemeinsam traten wir die Rückfahrt in Richtung Norden an. Wie versprochen, legten wir unterwegs einige besonders schöne Fotostopps ein. Während unserer Bahnfahrt am Vormittag hatten wir leider keine Möglichkeit auszusteigen – umso mehr freuten wir uns nun auf die Gelegenheit, einige der spektakulärsten Motive in aller Ruhe festzuhalten. Bereits nach wenigen Minuten Fahrt erreichten wir das berühmte Kreisviadukt von Brusio. Hier erwartete uns eine wahre Besonderheit der Eisenbahntechnik: Der Bernina-Express beschreibt auf dem rund 143 Meter langen Viadukt eine vollständige Schleife. Das imposante Bauwerk gehört zu den spektakulärsten und meistfotografierten Bauwerken im Netz der Rhätischen Bahn. Die 360-Grad-Kehre ermöglicht es, auf kürzester Strecke wertvolle Höhenmeter zu gewinnen. Ein solcher Kunstgriff der Bahnbauer wird ansonsten vor allem bei Kehrtunneln eingesetzt. Geduldig warteten wir auf einen passenden Zug, damit unser Foto perfekt wurde. Für ein wirklich gelungenes Eisenbahnbild nimmt man schließlich so einiges auf sich! Mit vielen schönen Bildern im Gepäck ging es anschließend weiter hinauf zum Lago di Poschiavo und durch die malerischen Ortschaften des Val Poschiavo, eines italienischsprachigen Südtals des Kantons Graubünden. Schließlich erreichten wir die Bernina-Passstraße, die das Puschlav im Süden mit dem Engadin im Norden verbindet. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Berninapass und einem weiteren Fotostopp mit Blick auf den Morteratsch-Gletscher sollte es am Nachmittag eigentlich zurück ins Hotel gehen. Doch das herrliche Wetter lud geradezu dazu ein, noch ein weiteres Highlight in Angriff zu nehmen. Schließlich waren wir während unseres Aufenthalts stolze Besitzer der Oberengadiner Gästekarte. Dieses besondere Sommerangebot erwies sich als echter Glücksfall, denn es ermöglichte uns die kostenlose Nutzung aller geöffneten Bergbahnen. Da lag es nahe, die Gelegenheit zu nutzen und mit einer der ältesten Standseilbahnen Graubündens in wenigen Minuten zum 2.453 Meter hoch gelegenen Aussichtsberg Muottas Muragl hinaufzufahren. Oben angekommen, erwartete uns eine sagenhafte Kulisse. Das Panorama auf die zahlreichen umliegenden Gipfel und die glitzernden Oberengadiner Seen war einfach einzigartig. Bei diesem traumhaften Wetter hätten wir uns keinen schöneren Abschluss für diesen ohnehin schon eindrucksvollen Tag wünschen können. So wurde aus einer ohnehin außergewöhnlichen Fahrt mit dem Bernina-Express ein Tag voller spektakulärer Landschaften, technischer Meisterleistungen und unvergesslicher Eindrücke – gekrönt von einem grandiosen Panorama auf Muottas Muragl.
4. Tag – Mittwoch, 30.09.2026: Fahrt mit dem Glacier–Express (11 Bus–Kilometer + 291 Bahn–Kilometer)
Gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstück machten wir uns erneut auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof von St. Moritz. Nach einer kurzen Verabschiedung von unserem Buschauffeur Frank, der allein mit unserem Gepäck die Strecke nach Täsch zurücklegte, stiegen wir in unsere Panoramawagen des Glacier-Expresses ein. Die Bahnfahrt begann und wir waren voller Vorfreude auf die bevorstehenden Erlebnisse. Der Zug setzte sich in Bewegung und wir fuhren durch eine atemberaubende Landschaft, die sich ständig veränderte. Wir passierten malerische Orte wie Filisur, Tiefencastel, Thusis, Chur und Reichenau, bevor wir die beeindruckende Vorderrheinschlucht erreichten. Die Fahrt führte uns weiter über Disentis und den 2.033 Meter hohen Oberalppass, vorbei an Andermatt und Brig, bis wir schließlich Zermatt erreichten. Obwohl die Bahnfahrt mit dem langsamsten Schnellzug der Welt etwa acht Stunden dauerte, kam bei uns nie Langeweile auf. Die Aussicht war einfach zu faszinierend! Zudem wurden wir während der Fahrt mit einem köstlichen Mittagessen verwöhnt. Am frühen Abend erreichten wir entspannt den Bahnhof des autofreien Zermatt. Nach der Ankunft unternahmen wir einen ersten kleinen Spaziergang durch den Ort, um uns mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vertraut zu machen. Leider ließ das Matterhorn sich an diesem Tag nicht in seiner vollen Pracht blicken, aber wir waren optimistisch, dass wir es vielleicht in den kommenden Tagen sehen würden. Im zentral gelegenen Hotel „Sonne“, unserem Domizil für die nächsten zwei Nächte, wurden wir bereits erwartet. Zu unserer Freude war auch unser Gepäck bereits angekommen. Ein gemeinsames Abendessen im Hotel rundete diesen Tag voller unvergesslicher Eindrücke ab und ließ uns zufrieden auf die Erlebnisse des Tages zurückblicken. Wir freuten uns nun auf die kommenden Abenteuer in dieser beeindruckenden Region!
5. Tag – Donnerstag, 01.10.2026: Zermatt – Fahrt mit der Gornergratbahn
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen individueller Erlebnisse. Den gesamten Tag hatten wir in Zermatt zur freien Verfügung und konnten unsere Zeit ganz nach unseren persönlichen Wünschen gestalten. Am Vormittag entschied sich schließlich fast die gesamte Reisegruppe für einen Ausflug mit der Zahnradbahn auf den 3.089 Meter hohen Gornergrat. Schon die Fahrt mit der Zahnradbahn durch die beeindruckende alpine Landschaft war ein Erlebnis für sich. Allerdings zeigte sich das Wetter heute nur von seiner mäßigen Seite, sodass sich viele der umliegenden Viertausender leider hinter Wolken und Nebelschwaden versteckten. Trotzdem konnten wir immer wieder beeindruckende Blicke auf die hochalpine Bergwelt und sogar das gigantische Matterhorn erhaschen. Der Nachmittag stand anschließend wieder ganz im Zeichen persönlicher Entdeckungen. Viele von uns nutzten die freie Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch Zermatt. Besonders sehenswert ist der historische Ortskern mit seinen charakteristischen Walliser Holzhäusern. Die traditionellen Gebäude stehen teilweise auf sogenannten „Mäuseplatten“ – flachen Steinplatten, die früher verhindern sollten, dass Mäuse und andere Nagetiere an die wertvollen Vorräte gelangen konnten. Ein charmantes Detail aus vergangenen Zeiten, das auf eindrucksvolle Weise vom früheren Leben in den Alpen erzählt. So konnte jeder diesen freien Tag ganz nach seinen eigenen Vorstellungen verbringen – ob aktiv unterwegs, entspannt beim Bummeln, auf kulturellen Entdeckungstouren oder einfach beim Genießen der besonderen Atmosphäre Zermatts. Am Abend trafen wir uns schließlich wieder zum gemeinsamen Essen. Bei angeregten Gesprächen ließen wir die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren und tauschten unsere Eindrücke aus. Gleichzeitig wuchs die Vorfreude auf die kommenden Programmpunkte unserer Reise.
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