Rundreise in der Zentralschweiz & am Vierwaldstättersee
Reisebericht: 10.09. – 15.09.2026
Eine Entdeckungsreise, gespickt mit gemeinsamen Erkundungen rund um den Vierwaldstättersee, mit all den grünen Wiesen, den schroffen Bergen, vielen Serpentinen und sagenhaften Höhenmetern!
Ein Reisebericht von
Dr. Liane Klein
1. Tag Donnerstag, 10.09.2026 Anreise in die Zentralschweiz
Unsere ersten Teilnehmer der Reisegruppe trafen sich um 6.00 Uhr am Flughafen in Dresden. Durch das Erzgebirge und das Vogtland ging es dann in Richtung Nürnberg, Bodensee, mit einem huschenden Blick ins Fürstentum Liechtenstein hinein und durch das Rheintal, über den Hirzel und Luzern nach Flüeli-Ranft in der Schweiz, unserem Aufenthaltsort für die nächsten Tage. Dort wurden wir im Hotel freundlich von unserem Wirt empfangen und erhielten ein kräftiges Abendessen zur Stärkung.
2. Tag Freitag, 11.09.2026 Ausflug nach Luzern mit Stadtführung und Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee
Heute ging es mit dem Bus zunächst nach Luzern, wo uns die Stadtführerinnen Susy und Renata zu einem Rundgang erwartete. Die Stadt am Nordufer des Vierwaldstättersees besticht durch ihre wunderschöne Altstadt und die Lage am See. Wir besuchten das Wahrzeichen der Stadt, die Kapellbrücke, und spazierten durch die Gassen mit den schönen, teils bunt bemalten Fassaden der Bürgerhäuser. Anschließend bummelten wir noch individuell durch Luzern und verwöhnten uns mit einem Eis. Der Vierwaldstättersee lag wunderschön vor uns, es war ein Traum! Er ist kein gewöhnlicher Alpensee, sondern sternförmig verzweigt, mit vier Hauptarmen, die von einem zentralen "Kreuztrichter" ausgehen – daher auch der Name: Er grenzt an vier Waldstätten - die heutigen Kantone Luzern, Uri, Schwyz und Unterwalden. Bis ins 16. Jahrhundert nannten ihn die Menschen nur "Luzerner See". Zwischen Beckenried und Gersau hat er seine tiefste Stelle mit 214 Metern. Hier fahren sogar noch Dampfschiffe, die Flotte der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees zählt zu den größten und ältesten erhaltenen Binnen-Dampferflotten der Welt. Das Flaggschiff "Stadt Luzern", gebaut im Jahre 1928 ist das letzte für einen Schweizer See gebaute Paddeldampfschiff. 1980 genoss Königin Elizabeth II. hier eine Alpenfahrt an Bord – daher heißt der Salon ihr zu Ehren "Queen's Salon". Wir fuhren aber am Nachmittag mit einem moderneren Schiff der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees. Während der Rundfahrt auf dem See erfreuten wir uns an der schönen Landschaft und den Hausbergen von Luzern - dem Pilatus und der Rigi. In Luzern erwartete uns danach schon der Bus und wir fuhren voller schöner Eindrücke nach Flüeli-Ranft zurück, wo uns wieder ein reichhaltiges Abendessen erwartete. Bei Wein und Bier, mit Rommé, Skat und Pasch klang dieser Erlebnistag erfüllt aus.
3. Tag Samstag, 12.09.2026 Ausflug zur Klewenalp und Besuch der Glasi in Hergiswil
Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst nach Beckenried, von wo aus wir mit der Luftseilbahn auf die Klewenalp gelangten. Wir hatten von dort wunderschöne Ausblicke über den See und auf die umliegenden Berge. Ein Rundgang auf dem Alpenblumenweg machte uns nicht nur mit den verschiedensten einheimischen Pflanzen vertraut, sondern verschaffte uns sogar die Freude, die Murmeltiere am Abhang herumhuschen zu sehen. Danach luden die verschiedensten Gasthäuser zu einem Imbiss ein, den wir mit herrlichen Ausblicken genossen. Und dabei erfreuten wir uns wieder an den Kühen mit ihrem Glockengeläut, von denen wir erst Abschied nahmen, als wir mit der Bergbahn nach Beckenried zurückkehrten. Auf der Rückfahrt besuchten wir die Glasi in Hergiswil. In dieser Glasbläserei, der letzten ihrer Art in Europa, erfuhren wir nicht nur viel über die Geschichte der Glasi, sondern wir konnten auch den Glasbläsern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Und wer wollte, konnte sich seine eigene Glaskugel drehen und mit nach Hause nehmen, für 20 SF war man dabei.
4. Tag Sonntag, 13.09.2026 Vier–Pässe–Panoramafahrt über Gotthard–, Nufenen–, Grimsel– und Brünigpass
Eine beeindruckende Fahrt über drei der spektakulärsten Passstraßen der Schweiz lag vor uns, einige von uns hatten die Nacht davor vor Aufregung sogar nicht richtig geschlafen. Uns erwartete eine Passfahrt, bei der mehrfach ein Höhenunterschied von um die 1000 m bewältigt wurde. Cordula, unsere Busfahrerin, nahm dies dagegen ganz gelassen und begab sich mit uns versiert auf die Serpentinen, die somit für uns zu einem einzigartigen Erlebnis wurden. Wir fuhren aber erst einmal entlang des Vierwaldstättersees nach Altdorf und besuchten dort das Wilhelm-Tell-Denkmal. Dann ging es über die alte Gotthardstraße in Richtung Gotthardtunnel. Kurz vor dem Beginn des Straßentunnels führte uns die Strecke durch die Schöllenenschlucht, an der wir natürlich nicht umhin konnten, der sagenumwobenen Teufelsbrücke einen Besuch abzustatten. Über Andermatt fuhren wir weiter durch das Hospental auf den Gotthardpass, von wo aus wir die Passhöhe in 2.106 Metern Höhe erreichten. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter nach Airolo im Tessin. Spannend war, kurz nach der Passhöhe, auf die alte Passstraße – die sogenannte Tremola – mit all ihren, sehr gut zu sehenden Windungen schauen zu können. Diese Straße darf heute nur noch mit dem PKW oder dem Motorrad befahren werden. Unser nächster Pass war der Nufenenpass. Dessen enge Serpentinen erinnern bis heute an die beschaulichen Reisen vor über hundert Jahren mit den Postkutschen. Er bildet den Übergang vom Tessin in das Rhônetal im Wallis. Auf der Passhöhe in 2.478 Metern Höhe bot sich uns ein atemberaubender Blick auf das Panorama der Walliser Alpen, von dem man einfach nicht lassen konnte. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir aber weiter hinab ins Rhônetal, nach Ulrichen, wo die Passstraße auf 1.346 Metern Höhe endete. Hier fielen besonders die wunderschönen wettergegerbten Holzhäuser auf, die typisch für das Wallis sind. Unser nächster Pass war der Grimselpass, zu dem es wieder über mehrere Serpentinen ging, die uns tolle Ausblicke und neue Perspektiven dieser einzigartigen Bergwelt boten. Auf der Passhöhe in 2.164 Metern Höhe erfreuten wir uns an den dort lebenden Murmeltieren, genossen ihre Poussierlichkeit und die Aussicht in die Landschaft. Durch das Grimselgebiet, das Wasserschloss der Schweiz – hier wird in unterirdischen Kraftwerken aus Wasserkraft Energie erzeugt –, ging es weiter in Richtung Hotel, aber nicht ohne zuvor köstlichen, handgefertigten Käse bei Einheimischen zu kaufen. Durch das Haslital, über den – uns nun schon fast unspektakulär erscheinenden - Brünigpass mit seiner Höhe von 1.008 Metern gelangten wir am Lungern- und Sarnersee vorbei, wieder wohlbehalten in Flüeli-Ranft an.
5. Tag Montag, 14.09.2026 Ausflug auf den Pilatus und Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt
An diesem Tag wollten wir alle dabei sein, wenn es auf den Pilatus ging. Leider hatten wir nicht so gutes Wetter wie die Tage zuvor, aber wir starteten von Alpnachstad zur steilsten Zahnradbahn der Welt, die uns mit 48 Prozent Steigung auf das Bergmassiv brachte. Mehr Superlative gibt es fast nicht! Diese beeindruckende Fahrt, durch mehrere Tunnel und entlang der steilen Felswand, brachte uns über eine technisch einmalige Strecke auf den Berg in 2.070 Metern Höhe. Grau und voll in den Wolken hängend hatten einige von uns dennoch das Glück, gerade immer mal an der richtigen Stelle zu stehen, wenn sich die Wolkendecke doch einmal lichtete und die Sonne den Blick auf die prachtvolle Landschaft unter uns freigab. Vom Esel, dem ummauerten Gipfel in 2.132 Meter Höhe, der zum Bergmassiv des Pilatus gehört, hätten wir einen herrlichen Rundblick vom Säntis bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau in den Berner Alpen erhaschen können, aber dazu war der Himmel doch zu grau, leider. Aber einige von uns schauten von hier aus durch die Nebelwand den Steinböcken zu und freuten sich, wenn für einen Augenblick der dichte Wolkenvorhang aufriss, jedoch nur, um sich danach wieder sofort in Nebel zu hüllen. Wir verweilten dennoch auf der großen Terrasse des Pilatus‘ und hatten das Glück, zum Schluss einen Panoramablick auf den Vierwaldstättersee, auf Luzern und die Berner Alpen werfen zu können. Die moderne Kabinenbahn "Dragon Ride" und die Gondelumlaufbahn brachten uns wieder von den Höhen in die Ebene hinab nach Kriens. Unterwegs konnten wir die für den aktiven Freizeitbereich mit Sommerrodelbahn und Kletterwald touristisch top erschlossenen Stationen "Fräkmüntegg" und „Krienseregg" sehen. Der Bus wartete unten schon auf uns, und nach einem kurzen Abstecher nach Sachseln, dem Ort, in dem der berühmte „Bruder Klaus“, der einzige Heilige der Schweiz, und seine Frau Dorothea im 15. Jahrhundert beerdigt worden waren, fuhren wir nach Flüeli-Ranft zurück.
Da wir noch ausreichend Zeit bis zum Abendbrot hatten, besuchten einige von uns noch die Orte in Flüeli-Ranft, die den Lebensweg von „Bruder Klaus“, der mit bürgerlichem Namen Niklaus von Flüe hieß, prägten - sein von ihm erbautes Wohnhaus in Flüe sowie die Einsiedelei und die beiden Kapellen in Ranft. Bis heute pilgern die Menschen aus aller Welt hierher! Und auch hier trafen wir wieder auf Kühe und Ziegen mit Glocken um den Hals, mal größer, mal kleiner … nur die Schafe hatten keine, sie beschwerten sich, weil wir sie fast übersehen hätten – was für eine Welt!
6. Tag Dienstag, 15.09.2026 Rückreise
Heute ging für einen Teil unserer Gruppe die Reise zu Ende. Mit viel Gesehenem und Erlebtem im Gepäck traten wir nach dem Frühstück unsere Heimreise nach Deutschland an. Was mitschwang, war etwas Wehmut darüber, diesen schönen Ort, der so viel Ruhe und Harmonie ausströmte, mit seinen herrlichen Wiesen, die uns immer wieder grüner als grün erschienen waren, und seinen Bergen mit den majestätischen Höhen verlassen zu müssen. Nach einer entspannten Busfahrt kamen wir an unserem letzten Ausstiegsort pünktlich in Dresden zu 20 Uhr an.
Bei all unseren wunderbaren Gästen von Eberhardt-Travel und ATeams-Reisen, und bei Cordula, unserer tollen Busfahrerin, möchte ich mich ganz herzlich für alles bedanken! Es war mir eine große Freude, mit Euch unterwegs zu sein und ich wünsche, unsere gemeinsame Zeit war erholsam wie auch erlebnisreich, hat Neugier auf Neues geweckt und bleibt uns allen noch lange in Erinnerung. Dabei liegt mir besonders der Gedanke von Bruder Klaus am Herzen, den die Menschen bis heute als Friedensstifter ehren, und dem es wichtig war, in einer sehr bewegten Zeit zu vermitteln und Ausgleich zu schaffen. Dies als Lebensmaxime gibt mir die Vorfreude auf viele weitere Reisen mit Euch und mit leichtem Gepäck ... Reisen wir wohl! Eure Liane
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