Singlereise Menorca – Wandern, Entspannung & Kultur am Mittelmeer 03.10. – 10.10.2026 • GO–WAMEN
Reisebericht: 03.10. – 10.10.2026
Menorca verzaubert – auf geht´s zu unseren Wanderungen auf den schönsten Etappen des wilden Camí de Cavalls, durch Biospärenreservat und der Erkundung historischer und mediterraner „Küstenperlen“.
Ein Reisebericht von
Susanne Hofen
1. Tag: Flug auf die Insel Menorca und Fahrt zum Hotel an der Westküste
Individuelle Anreise nach Menorca.
Die meisten unserer Reisegruppe fliegen ab oder via Frankfurt. Dort treffen wir uns für den gemeinsamen Weiterflug nach Mahon.
Nach einem angenehmen Flug und gekonnter Landung treffen wir „Frankfurter“ uns alle am Gepäckband und begeben wir uns gemeinsam in den Ankunftsbereich. Hier finden wir sehr schnell unseren Busfahrer. Bei sommerlichen Temperaturen, die uns fast während unseres gesamten Aufenthalts begleiten werden, folgen wir ihm zu unserem Bus.
BIENVENIDO A MENORCA!
Aus dem Katalanischen übersetzt bedeutet Menorca „die Kleine“. Innerhalb der balearischen Inselwelt ist sie mit einer Länge von etwa 50 Kilometern und einer Breite von 16 Kilometern tatsächlich die kleine Schwester Mallorcas und Ibizas.
Nachdem das Gepäck verladen ist und wir unsere Plätze eingenommen haben, fahren wir in nordwestliche Richtung mitten durch die Insel zu unserem Hotel.
Obwohl unser Urlaubshotel Spa Sagitario Playa in Cala Blanca genau am anderen Ende der Insel gelegen ist, erreichen wir unser Ziel bereits nach fünfzig Minuten – ein perfekter Standort für unsere Wanderungen und Exkursionen.
Nach einem freundlichen Empfang beziehen wir schnell unsere Zimmer. Einmal kurz frisch machen, durchatmen – und schon kommen wir alle wieder zusammen, um bei einem Orientierungsrundgang unsere nähere Umgebung zu erkunden und die Beine zu vertreten. Zunächst schauen wir uns die Strandzone an, sondieren Einkaufsmöglichkeiten für Wegzehrung und Souvenirs. Über die „Hauptgeschäftsstraße“, gesäumt von einigen Lokalen, gelangen wir auch zum „Mirador del Sol Santos“. Im Anschluss bleibt Zeit zur freien Verfügung, bevor wir uns am Abend erneut auf den Weg zum „Mirador“ aufmachen, um von dort den Sonnenuntergang zu erleben.
Dieser Weg und Programmpunkt wird in den folgenden Tagen zu unserem allabendlichen Ritual. Selbst wenn der Sonnenuntergang einmal etwas weniger spektakulär ist, so ist die Stimmung ganz besonders.
Anschließend geht es zum Abendessen im Hotelrestaurant.
Unsere „Verstärkung“ mit Flügen aus/via München trifft nun auch im Hotel ein, kurz danach auch Isabel, unsere lokale Reiseleitung. Damit ist unsere Gruppe vollständig.
Wir alle lassen uns nun das umfangreiche Buffet schmecken. Seine Vielfalt an landestypischen aber auch internationalen Speisen lädt dazu ein, vieles zu probieren.
Einige Gäste hatten eine kurze Nacht und verabschieden sich schon bald nach dem Abendessen, doch mit den Münchner Gästen geht es noch auf eine nächtliche Orientierungstour durch Cala Blanca.
Übernachtung im Hotel Spa Sagitario Playa, Cala Blanca.
2. Tag: Wanderung von Es Migjorn Gran vorbei an den Höhlen Cova des Colóms nach Sant Tomás
Ein vielfältiges Frühstück und eine für die meisten erholsame Nacht liegen hinter uns, als wir heute – etwas später als an den Folgetagen – aufbrechen. Nach einem kurzen Abstecher zum Supermarkt für die Marschverpflegung stehen auch schon Isabel und unser Bus bereit.
Bei angenehm warmen Temperaturen und leicht diesigem Himmel nehmen wir Kurs zum im Süden gelegenen, malerischen Ort Es Migjorn Gran – allerdings heute mit einer Wanderin weniger an Bord, die sich einfach einen Ruhetag gönnt.
Hier angekommen, bleibt noch Zeit für einen Rundgang durch die anheimelnden, weiß getünchten Gassen. Dekorative Abbildungen der traditionellen menorquinischen Avarca-Fußbekleidung schmücken einige Hauswände.
Mittendrin steht die Kirche San Cristóbal von 1768. Weil gerade die Sonntagsmesse abgehalten wird, schauen wir nur ganz vorsichtig hinein. Das Gotteshaus gab dem Dorf nicht nur über zwei Jahrhunderte lang seinen Namen (bis zur Umbenennung 1989), sondern begründete auch dessen Entstehung.
Die inspirierende Ruhe des Ortes hat etliche Künstler und Musiker angezogen, die sich hier niedergelassen haben. Dass das Leben hier im Süden aber nicht nur kreativ, sondern auch extrem gesund sein soll, zeigt eine ganz besondere Berühmtheit des Dorfes: Joan Riudavets Moll. Mit stolzen 114 Jahren, die er ausschließlich in seinem Dorf verbrachte, galt er als ältester Mann der Welt. Zu seinen Ehren gibt es im Ort sogar einen kleinen Outdoor-Trimmparcours.
Seine letzte Ruhestätte (2004) werden wir dann wenig später besuchen.
Aber zunächst passieren wir am Ortsausgang von Es Migjorn Gran eine der großen prähistorischen Siedlungen Menorcas (1000 – 700 v.Chr.), die Talaiots von Binicodrell de Darrera mit ihren turmartigen Megalithbauten. Leider befindet sich diese Stätte in keinem guten Zustand.
Allein auf Menorca gibt es eine beeindruckende Fülle von rund 1.500 prähistorischen Steinbauten der Megalith-Kultur: geheimnisvolle Grabdolmen sowie die typischen Wohn- und Grabnavetas, mächtige, rundliche Talaiot-Türme; monumentale, T-förmige Taulas, die mit einer Höhe von bis zu fünf Metern emporragen.
Wir wandern entlang kunstvoller Trockenmauern, die die Felder begrenzen und den Boden vor Erosion schützen – aufgeschichtet ganz ohne Mörtel.
(Menorca ist reich an Steinen und Steine spielten hier dementsprechend immer eine große Rolle.
Schon in der Antike waren die balearischen Steinschleuderer gefürchtet, weshalb sich der Name der Inselgruppe vom griechischen ballein („werfen“) ableitet. Bis heute ist das Schleudern hier ein Traditionssport.)
Nur ein Stück weiter passieren wir den lokalen Friedhof mit seinen übereinandergestapelten Grabnischen und wir stehen direkt vor dem Grab von Joan Riudavets Moll. Der Friedhof liegt typisch für menorquinische Dörfer etwas außerhalb des Ortskerns und spiegelt mit seinen weißen Mauern genau die Ruhe wider, die Joan Riudavets zeit seines Lebens so geschätzt hat.
Über Pfade gelangen wir bald zur monumentalen Cova des Coloms. Wegen ihrer gewaltigen Dimensionen wird die Taubenhöhle inmitten der Binigaus-Schlucht auch „Die Kathedrale“ genannt. Mit einer Länge von rund 110 Metern und 24 Metern Höhe ist sie die größte zugängliche Höhle Menorcas. In prähistorischer Zeit soll sie den Ureinwohnern höchstwahrscheinlich als heilige (Begräbnis-)Stätte gedient haben. – Eine perfekte Kulisse für dystopische Fotoaufnahmen. Den Begriff „dystopisch“ habe ich hier übrigens zum ersten Mal gehört – wieder etwas Interessantes dazugelernt!
Wie an den Folgetagen passieren wir in der freien Landschaft immer wieder jene typischen Holztore, die vermutlich den privaten Landbesitz begrenzen. Nach dem Durchqueren verschließen wir die Tore natürlich ordnungsgemäß.
Unsere Route führt weiter bergab zur Küste, bis wir pünktlich zur Mittagspause an der wunderschönen, naturbelassenen Playa de Binigaus ankommen. An einem überdachten Rastplatz packen wir die Jause aus – dem türkisfarbenen Nass widerstehen alle. Danach setzen wir die Tour gemeinsam in westliche Richtung fort. Der Pfad verläuft nun oberhalb der Küste durch bewaldetes, felsiges Terrain, das etwas mehr Konzentration fordert. Entschädigt werden wir mit fantastischen Ausblicken auf malerische Buchten und – dank der klaren Sicht – bis nach Mallorca.
Dieser Abschnitt ist Teil des Camí de Cavalls (Weg der Pferde), einem 185 Kilometer langen historischen Küstenpfad. Im 14. Jahrhundert diente er berittenen menorquinischen Truppen zur Verteidigung der Insel vor Seeräubern. Die Nutzung wurde auch unter britischer und französischer Herrschaft fortgeführt, ehe der Weg 2010 umfassend restauriert und für Wanderer, Radfahrer und Reiter freigegeben wurde.
Vorbei an unserem Pausenstrand wandern wir schließlich zurück nach Santo Tomás. Am Ziel angekommen, genießt jeder die Freizeit nach eigenem Geschmack: beim Baden im Meer oder bei einem wohlverdienten Drink in einer Strandbar an der Promenade, wo auch gleich eine erste Wanderblase begutachtet und gepflegt wird.
Nach der Rückkehr zum Hotel und nach einer kurzen Erfrischungspause starten wir mit unserer Vorstellungsrunde in die gemeinsamen Tage. Dazu gibt es ein leckeres Glas Sangria – mit oder ohne Alkohol.
Im Anschluss wartet bereits der Sonnenuntergang am Mirador del Sol auf uns. Zurück im Hotel geht es auch gleich zum Abendessen. Jetzt heißt es: Schlemmen und genießen …
Wer mag, nimmt im Anschluss noch einen Absacker auf der Bar-Terrasse. Ein tolles Duo sorgt dort für Live-Musik und motiviert zum Tänzchen!
3. Tag: Wanderung von Cala Tirant bis Binimel–lá bzw. Ciutadella
Am Frühstücksbuffet stärken wir uns für den heutigen Ausflug, zu dem wir auch heute mit leicht reduzierter Gruppenstärke starten.
Nach den gestrigen Eindrücken aus dem Süden zieht es uns heute in den Norden Menorcas – und damit in eine völlig neue Kulisse. Auf der Fahrt in Richtung Cala Tirant versorgt uns Isabel mit spannenden historischen Fakten und Ausblicken auf unseren Tag. Das Wetter meint es noch gut mit uns: Der Himmel ist zwar leicht bedeckt, aber die Temperaturen sind ideal zum Wandern. Da die Strecke kaum Schatten bietet, danken wir dem Wettergott sogar für den natürlichen Sonnenschutz durch die Wolken!
Eingebettet zwischen den Landzungen Punta Llarga und Punta Negra liegt die weitläufige Bucht von Tirant mit ihrem flach abfallenden Strand.
Das angrenzende Hinterland aus Dünen und Feuchtgebieten ist eine Naturlandschaft von großer Artenvielfalt, in der man neben Tamarisken auch zahlreiche Tierarten entdeckt. Die EU hat dieses wertvolle Gebiet daher gleich doppelt geschützt: als schützenswerte Zone von gemeinschaftlicher Bedeutung (LIC) und als besonderes Vogelschutzgebiet (ZEPA). Dank der verschiedenen Lebensräume ist Menorca mit rund 200 heimischen Vogelarten ein absolutes Highlight für Vogelbeobachter – besonders im Frühling und Herbst, wenn die Insel als wichtiger Zwischenstopp auf den Routen der Zugvögel dient.
Weiter geht es Richtung Westen über ein gut erhaltenes Teilstück des berühmten Camí de Cavalls. Der Weg ist angenehm zu gehen, es gibt nur leichte Höhenunterschiede zu überwinden und bietet immer wieder herrliche Ausblicke über das Meer und in traumhafte Buchten. Es geht vorbei an einer ehemaligen römischen Siedlung und in der Ferne erkennen wir den Leuchtturm „Faro de Cavallería“, der sich auf einer etwa 90 Meter hohen Klippe am nördlichsten Punkt von Menorca erhebt und dessen Signale man aus bis zu 36 Seemeilen Entfernung sehen kann.
Gegen Mittag machen wir oberhalb des markanten, rötlichen Sandstrands der Cala de Cavallería Mittagspause. Während wir den Ausblick bewundern und uns stärken, zieht am Horizont ein Gewitter auf. Erst blitzt und donnert es nur in der Ferne, doch nach einer kurzen Phase der Hoffnung verstärkt sich der Regen – das Gewitter nähert sich. Isabel reagiert goldrichtig und bricht die Tour aus Sicherheitsgründen ab, da der nächste Streckenabschnitt komplett im Funkloch liegt. Wir machen kehrt zu einem Kiosk, wo wir bequem auf unseren Bus warten können – eingemummelt in Regenschutzkleidung und bewaffnet mit Regenschirm.
Plan B für den Nachmittag: Ein wunderschöner Rundgang durch die Altstadt von Ciutadella.
Sie ist die zweitgrößte Stadt Menorcas und war bis zum Jahr 1722 auch die Inselhauptstadt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass sie völlig zu Recht als eine der hübschesten und historisch bedeutsamsten Städte der Insel bezeichnet wird. Ihre wechselvolle Geschichte reicht weit zurück: Gegründet von den Phöniziern, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte nacheinander von Karthagern, Römern, Vandalen und Arabern geprägt, bevor sie später unter die Herrschaft von Osmanen, Franzosen und Engländern geriet. Diese reiche Vergangenheit verleiht der Stadt bis heute ihren ganz besonderen, einzigartigen Charme.
Dort angekommen, zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite: Der Regen hat aufgehört und es empfängt uns eine recht freundliche, einladende Atmosphäre. Unser Rundgang beginnt auf der Plaza des Pins und führt weiter zur geschichtsträchtigen Plaza des Born, einstiger Waffenplatz der Festungsstadt, der auch als „Tor zur Altstadt“ bezeichnet wird. Hier zieht der markante 22 Meter hohe Obelisk die Blicke auf sich. Er erinnert an die geschichtsträchtige Verteidigung der Stadt beim Angriff osmanischer Truppen im Jahr 1558.
Sofort ins Auge fällt auch das Rathaus, das im ehemaligen Alcázar – dem einstigen arabischen Palast des Statthalters – untergebracht ist. Von der Terrasse hinter dem Rathaus, direkt am Ende der Plaça des Born, bietet sich uns ein fantastischer Ausblick hinab auf den hübschen Naturhafen mit zahlreichen Booten und Yachten sowie Lokalen entlang des Wassers.
Vorbei an prachtvollen Fassaden und Adelspalästen geht es weiter zur beeindruckenden Kathedrale und durch die typischen, schmalen Gassen, entlang der historischen Arkadengänge zu einem gemütlichen Abschluss unseres Stadtbummels in eine Café Bar.
Am späten Nachmittag fahren wir per Linienbus zurück zu unserem Hotel.
Wer mag, trifft sich – wie gewohnt – am Abend, um dem Sonnenuntergang beizuwohnen.
Dann geht es gleich zum Abendessen – mit einer Auswahl für jeden Geschmack.
4. Tag: Wanderung an der Südküste von Cala en Porter nach Son Bou
Nach einem üppigen Frühstück bestens gerüstet starten wir bei sehr angenehmen Temperaturen mit dem Bus in Richtung unseres Ausgangspunkts Cala en Porter. Die Fahrt wird durch interessante Informationen verkürzt: Wir erfahren Wissenswertes über den Trockenfeldbau und die zugehörigen Bewässerungssysteme, den lokalen Wein- und Olivenölanbau und über den menorquinischen Käse.
Der Semicurado-Käse, der in unserem Hotel verkauft wird, hat dieses Jahr sogar eine Medaille gewonnen.
Die Bus-Klimaanlage bläst trotz ausgeschalteter Kühlung insbesondere auf den hinteren Plätzen frischen Wind aus allen Schlitzen. Was lernen wir daraus: Bevor wir den Rucksack unerreichbar im Kofferraum verstauen, eine Jacke oder Tuch für alle Fälle bei sich haben.
In Cala en Porter angekommen, zeigt sich der Himmel leicht bewölkt – also wieder das ideale Wanderwetter für Strecken, die teils komplett unter freiem Himmel verlaufen. Von hier aus machen wir uns auf, um das etwa acht Kilometer lange Teilstück des historischen Camí de Cavalls in westlicher Richtung zu „erobern“.
Direkt bei Cala en Porter fasziniert uns ein Feuchtgebiet mit Anbaufeldern für Obst und Gemüse, die von den typischen Trockensteinmauern gesäumt sind. Atemberaubend sind auch die bizarren Schluchten mit ihren steil aufragenden Wänden, die seltenen Pflanzen eine Heimat bieten und Vögeln als Schutzraum dienen.
Auf unserem Weg nach Son Bou durchqueren wir eine sich stetig wandelnde Naturlandschaft, die uns die enorme Artenvielfalt dieses geschützten Ökosystems vor Augen führt. Der Pfad führt uns leicht auf- und abwärts, auch vorbei an idyllischen Gärten mit Mispelbäumen, Mirabellenplantagen, Granatapfelbäumen und Wildbirnen. Gesäumt von wilden Kapernsträuchern und Kakteen, gibt der Weg immer wieder herrliche Weitblicke auf die unberührte Landschaft frei, auch ein alter, historischer Dreschplatz für Getreide liegt am Wegesrand.
Für unsere wohlverdiente Mittagspause haben wir uns die hübsche, naturbelassene Cala de Llucalari ausgesucht. Diese kleine, von Kiesstrand geprägte Bucht liegt fast schon verborgen inmitten der gleichnamigen Schlucht. Aus der Ferne lassen sich Höhleneingänge in den seitlichen Felswänden erkennen – eine davon noch heute bewohnt. Obwohl die Bucht unweit vom Urlaubsort Son Bou entfernt liegt, ist sie kaum besucht.
Auf den großen Felsen am Strand genießen wir – unter bewölktem Himmel, aber mit herrlichem Blick aufs Meer – unsere Pause und die wunderbar friedliche Atmosphäre.
Frisch gestärkt setzen wir den Weg fort, vorbei an teils jahrtausendealten Höhlenwohnungen und den Überresten einer frühchristlichen Basilika, bis wir schließlich Son Bou erreichen. Der Ort beeindruckt sofort mit seinem weitläufigen, breiten und feinkörnigen Sandstrand, der mit rund drei Kilometern der längste ganz Menorcas ist. Während sich einige wenige von uns vom türkisblauen Wasser zu einem erfrischenden Bad verführen lassen, genießen andere die Aussicht ganz entspannt bei einem Getränk im Strandcafé.
Schließlich bringt uns der Bus zurück zum Hotel, wo jeder den verbleibenden Nachmittag ganz nach den eigenen Wünschen individuell verbringen kann.
Zum Sonnenuntergang sind wir wieder vollzählig und lassen den Tag im Anschluss beim gemeinsamen Abendessen am reichhaltigen Hotelbuffet ausklingen.
Da heute eine Live-Sängerin auftritt, zieht es einige von uns noch zu einem Schlummertrunk und Tänzchen auf die Terrasse.
5. Tag: Wanderung im Naturpark S‘Albufera von Favaritx nach Es Grau
Der Tag beginnt wie gewohnt mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Die heutige Tour führt uns in das ökologische Herzstück des Biosphärenreservats im Nordosten Menorcas: den Naturpark S’Albufera des Grau.
Das Wetter meint es wieder gut und schont uns mit angenehmer Wärme unter bedecktem Himmel.
Vor der Abfahrt verteilen wir noch den Proviant auf die Rucksäcke, den Isabel für unser geplantes Picknick unterwegs eingekauft hat.
Dann bringt uns der Bus ganz in die Nähe unseres Ausgangspunktes, dem eindrucksvollen Cap de Fávaritx. Diese einsam gelegene Landspitze fasziniert sofort durch ihr schwarzes, schroffes Schiefergestein. Markantes Highlight ist der gleichnamige Leuchtturm, der sich knapp 50 Meter über dem Meeresspiegel an der wilden Küste erhebt. Er ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern diente auch schon als Kulisse für den Film „El Faro“ von Miguel Balaguer und gilt als der modernste Leuchtturm Menorcas. Die karg-wilde Küstenlandschaft ist geprägt vom raueren Klima des Nordens und den teils heftigen Tramontana-Stürmen. Das vom aufgepeitschten Meer über Land geschwemmte Salzwasser hinterlässt hier nach der Verdunstung eine feine, weiße Schicht aus Meersalz auf den dunklen Felsen.
Vom Cap aus folgen wir einem weiteren Streckenabschnitt des Camí de Cavalls in südlicher Richtung und wandern teils durch eine karge Vegetation und auch üppigere, grünere Umgebung. Wir passieren die abgelegene Cala Tortuga, einen perfekten Rückzugsort für Ruhesuchende. Kurz darauf folgen die einsamen Buchten der Cala Morella Nou und der Cala de sa Torreta mit ihrem beinahe unberührten Strand. Letztere verdankt ihren Namen einem alten britischen Wehrturm. Von unterwegs bietet sich immer wieder ein herrlicher Ausblick auf die vorgelagerte Insel Illa d’en Colom, die ebenfalls zum Schutzgebiet des Naturparks gehört. Auf unserem Weg stoßen wir auch hier regelmäßig auf die bereits erwähnten, typischen Holztore, die wir nach dem Durchqueren natürlich ordnungsgemäß wieder verschließen. Aus immer neuen Perspektiven erblicken wir den Leuchtturm von Fávaritx in der Ferne und bannen ihn inmitten wechselnder Kulissen auf unsere Fotos.
Gegen Mittag erreichen wir ein angenehmes, von Bäumen beschattetes Plätzchen nahe einer hübschen Bucht kurz vor Es Grau. Hier bereiten Isabel und ich das Picknick vor und decken den „Tisch“ mit verschiedenen menorquinischen Köstlichkeiten. Nach der Stärkung setzen wir unseren Weg fort – wobei uns unterwegs kurzzeitig ein paar kleine Regentropfen begleiten – bis wir schließlich den ersten Blick auf das Fischerdorf Es Grau erhaschen. Hier teilt sich die Gruppe auf: Einige nehmen das Angebot an, die Tour in das Sumpfgebiet des Naturparks zu verlängern, während die anderen direkt in einem Lokal einkehren. Später kommen wir dort wieder alle zusammen
Am späten Nachmittag erfolgt die Rückfahrt zum Hotel, wo zunächst Zeit zur freien Verfügung bleibt.
Wer mag, trifft sich pünktlich zum Abend für einen gemeinsamen Spaziergang zum Sonnenuntergang wieder in der Lobby, bevor wir uns am reichhaltigen Buffet im Hotel stärken.
6. Tag: Freizeit oder fakultativer Ausflug
Nach einem leckeren Frühstück steht uns dieser Tag eigentlich zur freien Verfügung für individuelle Unternehmungen.
Doch die Neugier ist bei uns allen groß, gemeinsam das „verborgene Menorca“ zu entdecken. Heute legen wir zwar weniger Kilometer zu Fuß zurück, dafür erwarten uns aber sehr interessante Besichtigungen und ein herrlich warmer Tag.
Unser erstes Ziel ist der Monte Toro (Stierberg) im Zentrum der Insel. Mit seinen 357 Metern ist er die höchste Erhebung und weithin als das „Dach Menorcas“ bekannt. Schon aus der Ferne werden wir von einer großen Christus-Statue begrüßt, die unwillkürlich an ihr berühmtes Gegenstück auf dem Corcovado in Rio de Janeiro erinnert, während daneben einige Sendemasten in den Himmel ragen.
Auf dem Gipfel befand sich ursprünglich ein gotisches Kloster, an dessen Stelle heute eine sehr schöne Wallfahrtskirche im Stil der Renaissance steht. Bis zum Jahr 2018 wurde dieses Heiligtum noch von Nonnen des Franziskanerordens der Barmherzigkeit betrieben.
Die Kirche selbst ist der menorquinischen Schutzpatronin Virgen del Toro gewidmet. Im stimmungsvollen Innenraum bewundern wir die aus Holz geschnitzte Madonnenfigur, um die sich eine Legende rankt: Ein Stier soll Mönchen einst den Weg zu einer versteckten Höhle gewiesen haben, in der sich genau diese Figur befand.
Am Gipfel angekommen, bietet sich uns ein grandioser Panoramablick in sämtliche Himmelsrichtungen der Insel. Aus dieser Vogelperspektive können wir sogar einen Teil unserer Wanderrouten erahnen. Dann bleibt ausgiebig Zeit, diesen friedvollen Ort zu erkunden und vielleicht einen Blick in den Souvenir-Shop zu werfen.
Vom Monte Toro führt uns der Weg weiter nach Mahón (Maó), das im Jahr 1722 von den Briten zur neuen Inselmetropole erhoben wurde. Diese Verlegung des Regierungssitzes weg von Ciutadella hatte vermutlich vor allem strategische Gründe, denn Mahón verfügt über einen spektakulären Naturhafen: Mit fast sechs Kilometern Länge, etwa 1,2 Kilometern Breite und einer Tiefe von bis zu 30 Metern gilt er als der größte Naturhafen des Mittelmeers und als der zweitgrößte der Welt.
Oberhalb des Hafenbeckens thront die Altstadt von Mahon. Mit Isabel starten wir zu unserem Rundgang, über imposante Plätze, durch malerische Gassen mit Geschäften, Cafés und lebhaftem Treiben. Isabel macht uns darauf aufmerksam, dass die Architektur der Gebäude, beispielsweise Erker, Fenster und Haustüren, von den Briten beeinflusst wurde. Es geht unter anderem vorbei am Theater, einem Stück der alten Stadtmauer und einem ehemaligen Eingangstor zur Stadt – erbaut um 1500 – schönen Aussichtspunkten, dem Museum von Menorca, der Kirche Sant Francesc d'Assis, der Militärakademie, dem Rathaus von Mahon und den Markthallen.
Dann gibt es Freizeit: Einige sind auf der Suche nach Mitbringseln für die Daheimgebliebenen, andere bummeln über den Fisch- und den gastronomischen Markt, stärken sich bei lokalen Tapas – kleinen Häppchen – in den Markthallen und genießen das Flair in den Mauern des ehemaligen Karmeliterklosters.
Im Anschluss spazieren wir gemeinsam ein kleines Stück des Hafenbeckens entlang. In der Nähe der Estació Marítima – hier liegt gerade ein riesiges Kreuzfahrtenschiff – befindet sich unser nächstes Ziel, die traditionsreiche Gin-Brennerei Destilerías Xoriguer.
Auf den Tischen stehen die unterschiedlichsten Sorten von Gin und fruchtigen Ginlikören für uns bereit, die wir in geselliger Runde verkosten dürfen – ein hochprozentiger Ausklang für unseren Besuch in der Inselhauptstadt.
Aber unser Ausflugstag ist noch nicht zu Ende.
Unser nächstes Highlight ist Binibeca (Binibèquer Vell), ein malerisches, ganz im traditionellen spanischen Stil erbautes weißes Dorf. Während unseres gemeinsamen Rundgangs durch die verschlungenen, engen Gassen des pittoresken Ortes direkt am Meer hält Isabel eine Überraschung für uns bereit: ein Gläschen der beliebten lokalen Pomada – dem menorquinischen Nationalgetränk aus Gin und spritziger Zitronenlimonade. Dazu gibt es feine Vanillekekse.
Das spektakuläre Finale unseres Ausflugstages ist nun die berühmte Cova d’en Xoroi in Cala en Porter. Diese einzigartige Naturhöhle liegt recht dramatisch in einer steilen Felswand hoch über dem Meer. Schon der Zugang über einen in den Fels gehauenen Pfad und die grandiosen Ausblicke über das weite, glitzernde Mittelmeer sind äußerst lohnenswert.
Der Legende nach verdankt die Höhle ihren Namen dem arabischen Piraten „Xoroi“, der sich einst nach einem Schiffbruch hierher rettete, unentdeckt blieb und jahrelang im Verborgenen lebte. Heute dient die geschichtsträchtige Höhle als stimmungsvolle Höhlenbar und spektakuläre Klippen-Diskothek – eine absolut außergewöhnliche Location mit tollem Ambiente. Unser Eintritt beinhaltet einen Verzehrcoupon für ein Getränk nach Wahl.
Nach dem Besuch der Höhle heißt es Abschied zu nehmen von Isabel. Wir bedanken uns herzlich bei ihr für die wunderschönen und lehrreichen gemeinsamen Tage und Erlebnisse – wir alle werden sie vermissen.
Muchas Gracias, Isabel!
Anschließend geht es zurück zum Hotel und dem üblichen Abendritual – und programm.
7. Tag: Tag zur freien Verfügung
Frühstück im Hotel und Freizeit für individuelle Aktivitäten und Erkundungen.
Wir alle beschließen, diesen freien Tag für einen erneuten Besuch von Ciutadella zu nutzen. Zumindest den Weg dorthin wollen wir dabei per pedes zurücklegen, was bedeutet, ein weiteres Teilstück des historischen Camí de Cavalls zu erproben.
Bei schönem Wetter mit heute etwas kühleren Temperaturen genießen wir unsere gemütliche Wanderung von etwas sechs Kilometern, die uns erneut entlang hübscher Buchten und der Küste, teils über Klippen führt. Unterwegs begegnen uns auch eindrucksvolle Villen, der trutzige Wehrturm Castellar, Blicke zum Castillo de San Nicolas, der moderne Fährhafen von Ciutadella.
In Ciutadella angekommen – was übersetzt passenderweise „Zitadelle“ heißt –, ist die sehenswerte Altstadt unser wiederholtes Ziel. Ein breiter Boulevard, der genau an der Stelle des Festungswalls der ursprünglichen Zitadelle und der alten Stadtmauer verläuft, trennt das historische Zentrum von den moderneren Ortsteilen.
Da wir uns hier schon ein wenig auskennen, begeben wir uns in kleineren Grüppchen individuell auf Erkundungstour und auch auf den Weg zurück zum Hotel; die meisten wählen dafür den Linienbus.
Am Abend treffen wir uns für unseren letzten gemeinsamen Spaziergang zum Sonnenuntergang, der heute von einem weiteren Schlückchen Pomada begleitet wird.
Ein letztes Mal genießen wir das Abendbuffet. Mit einem Glas fruchtiger Sangria – wahlweise mit oder ohne Alkohol – stoßen wir später an der Bar auf die gemeinsam verbrachten Tage an und lassen die Reise bei Live-Musik und dem einen oder anderen Tänzchen heiter ausklingen.
8. Tag: Adios Menorca – Rückflug von Mahon
Heute nehmen wir uns Zeit für ein ausgiebiges letztes Frühstück auf der Urlaubsinsel.
Dabei gibt es diesmal ein „Geburtstagskind“ in unserer Runde, das wir zum Auftakt in den Tag mit einem „Happy Birthday-Ständchen“ feiern. Dazu gibt es einen Geburtskuchen, geschmückt mit dem Namen unseres Jubilars.
Dann wird es zumindest für die nach/via Frankfurt Reisenden Zeit, die letzten Dinge im Koffer zu verstauen.
Der Flughafentransfer erfolgt am späten Vormittag. Alle sind zur Verabschiedung in der Hotellobby.
Den Gästen mit Rückflug nach/via München bleibt noch Zeit bis zum Nachmittag, während sich ein Gast sogar über ein paar anschließende Verlängerungstage freuen darf... Vielleicht aber wird er unsere gesellige Gruppe auch ein wenig vermissen?
Dann heißt es so langsam Abschied nehmen von Menorca, der „Kleinen“, die wir in den letzten Tagen ins Herz geschlossen haben.
Mit etwas Wehmut treten wir die Rückreise an. Wir werden uns bestimmt sehr gerne an die gemeinsamen Erlebnisse, den netten Austausch und Zusammenhalt in der Gruppe erinnern und wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja auf einer anderen Reise von Eberhardt-Travel wieder.
Ein herzliches Dankeschön an ALLE für diese unvergessliche Zeit!
Adiós y hasta pronto – gute Rückreise und gerne auf ein Wiedersehen!
*** Ende erlebnisreicher Tage ***
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