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Vier Länder, eine legendäre Seidenstraße – Zentralasien voller Abenteuer, Geschichte und unvergesslicher Begegnungen!

Reisebericht: 10.09. – 28.09.2026

Vier faszinierende Länder, endlose Steppen, majestätische Gebirge und märchenhafte Oasenstädte: Entdecken wir gemeinsam das Herz der Seidenstraße und ihre Geheimnisse!

Andrey Kulikov

Ein Reisebericht von
Andrey Kulikov

Anreise nach Almaty mit Turkish Airlines – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Shymbulak, Endstation Talgar-Pass, 3.200 m – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Shymbulak, Endstation Talgar-Pass, 3.200 m – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Shymbulak, kasachische Frauen auf Reisen – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Medeu-Stadion, 1.690 m – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Restaurant Aul, Medeu – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Die orthodoxe Himmelsfahrt-Kathedrale, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Haus der Offiziere, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Lokale Konditorei KULIKOV, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) U-Bahn-Besichtigung, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Wurst-Verkäufer auf dem Grünen Basar, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL) Grüner Basar, Almaty – © Andrey Kulikov (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag Donnerstag, 10.09.2026 – Flug nach Almaty in Kasachstan

Der Zauber der Seidenstraße ruft! Unsere große Entdeckungsreise durch vier faszinierende Länder Zentralasiens – Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan – hat begonnen. Mit großer Vorfreude im Gepäck landeten wir in Almaty, der pulsierenden Metropole im Südosten Kasachstans. Nach einer Nacht unterwegs erwartete uns am frühen Morgen Lena, unsere örtliche Reiseleiterin, bereits mit einem herzlichen Lächeln am Flughafen :-) Gemeinsam fuhren wir zu unserem Hotel, wo wir zunächst ein wenig ankommen und neue Kräfte sammeln konnten. Ein erster Schritt auf den Spuren legendärer Karawanenwege war getan. Doch das eigentliche Abenteuer lag noch vor uns: geheimnisvolle Städte, grandiose Landschaften und unzählige Geschichten, die darauf warteten, entdeckt zu werden!

2. Tag Freitag, 11.09.2026 – Almaty und Umgebung: Medeo–Schlucht

Nach einer wohlverdienten Erholungspause im Hotel und einem stärkenden Frühstück wartete bereits das erste große Naturerlebnis auf uns: die beeindruckende Bergwelt rund um Almaty! Unser Ausflug führte uns hinauf nach Shymbulak, wo eine Seilbahn bis auf rund 3.200 Meter Höhe führt und uns fantastische Ausblicke auf die majestätischen Gipfel des Tian-Shan-Gebirges eröffnete! Dabei konnten wir einen Blick von oben auf das weltbekannte Medeo-Stadion, eingebettet in eine grandiose alpine Kulisse, (das gerade saniert wird) werfen. Ein besonderes Highlight war unser Mittagessen im Restaurant Aul, direkt gegenüber dem Stadion! Bei kasachischen Spezialitäten und einem traumhaften Panoramablick auf die schneebedeckten Berggipfel ließ es sich wunderbar genießen!

Am Nachmittag wechselten wir von der faszinierenden Bergwelt in das pulsierende Leben der Millionenmetropole Almaty. Gemeinsam mit unserer örtlichen Gästeführerin erkundeten wir die grüne Stadt, die mit ihren zahlreichen Gärten, Parks und breiten Alleen überrascht. Dabei erfuhren wir, dass Almaty, heute die zweitgrößte Stadt Kasachstans und ein bedeutendes Zentrum für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, 1854 unter dem Namen Wernoje als russische Festung gegründet wurde.

Besonders beeindruckten uns die kunstvollen Holzbauwerke des russischen Architekten Zenkow. Dazu gehören die farbenprächtige orthodoxe Himmelfahrtskathedrale und das ehemalige Versammlungshaus der zaristischen Offiziere. Auch eine Fahrt mit der Almatyer Metro durfte nicht fehlen – eine kleine unterirdische Entdeckungsreise, die uns ebenfalls begeisterte!

Zum Abschluss tauchten wir auf dem Grünen Basar in das geschäftige Treiben des orientalisch geprägten Handels ein und ließen uns anschließend von den süßen Verführungen eines Schokoladengeschäfts begeistern! Am Abend erwartete uns schließlich ein traditionelles kasachisches Abendessen. So ging ein erlebnisreicher Tag zwischen schneebedeckten Bergen, russischer Architektur, orientalischem Markttreiben und kasachischer Gastfreundschaft zu Ende. Und das war erst der Anfang unserer Reise durch Zentralasien!

3. Tag Samstag, 12.09.2026 – Abstecher zum spektakulären Charyn–Canyon – Grenzübergang nach Kirgistan (ca. 400 km)

Heute lag ein ganz besonderer Reisetag vor uns: wir verabschiedeten uns von Kasachstan und machten uns auf den Weg nach Kirgistan. Doch bevor wir die Grenze überquerten, erwartete uns noch eines der großen Naturwunder Zentralasiens – der spektakuläre Charyn-Canyon! Je näher wir dem Canyon kamen, desto beeindruckender wurde die Landschaft. Plötzlich öffnete sich vor uns eine gewaltige Schlucht, deren rotbraune Felswände tief in die Erde eingeschnitten waren! Wind und Wasser haben hier über Millionen von Jahren eine fantastische Welt aus Türmen, Säulen und bizarren Felsformationen geschaffen. Nicht umsonst wird der Charyn-Canyon gerne mit dem Grand Canyon verglichen.

Bei unserer Wanderung durch die Schlucht konnten wir diese einzigartige Landschaft hautnah erleben! Hinter jeder Biegung wartete ein neues Panorama, eine andere bizarre Felsformation oder ein Ausblick, der uns erneut staunen ließ. Manchmal sind es gerade solche Momente, in denen man einfach stehen bleibt und versucht, das Gesehene auf sich wirken zu lassen.

Danach führte uns unsere Reise über den Kegen-Pass weiter Richtung Kirgistan. Der Grenzübertritt verlief erstaunlich unkompliziert – und die freundliche und entspannte Art der Grenzsoldaten machte den Abschied von Kasachstan noch angenehmer. Ein neues Land, neue Eindrücke und ein weiterer Abschnitt unserer Reise lagen vor uns! Am Abend erreichten wir Karakol am Ostufer des gewaltigen Issyk-Kul-Sees. Doch der vielleicht schönste Teil des Tages sollte erst noch kommen. Wir waren zum Abendessen bei einer einheimischen uigurischen Familie eingeladen! Was uns dort erwartete, war weit mehr als nur ein Essen. Mit großer Herzlichkeit wurden wir empfangen, als wären wir alte Freunde! Auf dem Tisch reihten sich köstliche Spezialitäten der lokalen Küche aneinander, und schnell wurde aus einem gemeinsamen Abendessen eine wunderbare Begegnung mit Menschen und ihrer Kultur! Lachen, neugierige Blicke, Gespräche und die unglaubliche Gastfreundschaft ließen die Grenzen zwischen Reisenden und Gastgebern für ein paar Stunden verschwinden!

Vielleicht sind es genau diese Augenblicke, die eine Reise so besonders machen: nicht nur die großen Landschaften, die berühmten Sehenswürdigkeiten oder die Kilometer, die man zurücklegt, sondern die Begegnungen mit Menschen, die einem für kurze Zeit ihre Tür, ihre Küche und ein kleines Stück ihres Lebens öffnen! Mit diesen warmen Eindrücken im Herzen ging unser erster Tag in Kirgistan zu Ende. Und wir waren gespannt, was uns dieses faszinierende Land am nächsten Morgen noch zeigen würde.

4. Tag Sonntag, 13.09.2026 – Karakol – zu Besuch bei den Dunganen – Übernachtung am Issyk–Kul–See

Der Sonntag begann für uns sehr ungewöhnlich – und genau das machte ihn so besonders! Noch im Morgengrauen erwachte der Viehmarkt von Karakol zum Leben. Autos und Lastwagen rollten heran, Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde wurden ausgeladen und das geschäftige Treiben nahm seinen Lauf! Für unsere Reisegäste war dieser Besuch ein ganz besonderes Erlebnis: statt einer inszenierten Sehenswürdigkeit erlebten wir das echte kirgisische Alltagsleben hautnah. Hier wurde gehandelt, begutachtet, gefeilscht und miteinander gesprochen – ein faszinierender Einblick in eine Welt, die sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat!

Anschließend führte uns unser Weg zum Prschewalski-Museum. Wir tauchten ein in das Leben des berühmten russischen Forschungsreisenden Nikolai Prschewalski, dessen Expeditionen ihn tief in die unbekannten Regionen Zentralasiens führten. Besonders interessant war ein ausgestopftes Pferd, das einst ihm gehört haben soll. Nach Prschewalski wurden schließlich auch die berühmten Prschewalski-Pferde benannt. Sein Grab besuchten wir direkt am Ufer des Issyk-Kul – ein stiller und zugleich eindrucksvoller Ort, der zum Nachdenken über die großen Entdeckungsreisen vergangener Zeiten einlud.

Danach erkundeten wir Karakol, das 1869 als russische Offizierssiedlung gegründet wurde. Besonders beeindruckend waren die beiden hölzernen Sakralbauten der Stadt: die farbenprächtige Dunganen-Moschee von 1910, deren Architektur eher an eine chinesische Pagode als an eine klassische Moschee erinnert, und die wunderschöne russisch-orthodoxe Kirche. Beide Gebäude erzählen auf ihre ganz eigene Weise von der außergewöhnlichen kulturellen Vielfalt dieser Region.

Doch auch heute wartete wieder eine ganz besondere Begegnung auf uns. Im Dorf Irdyk wurden wir von einer dunganischen Familie zum Mittagessen empfangen! Und diesmal durften wir nicht nur zuschauen, sondern selbst Hand anlegen! Gemeinsam mit unserer Gastgeberin bereiteten wir traditionelle Manty zu – gefüllte Teigtaschen, bei deren Herstellung Fingerspitzengefühl gefragt war. Wir lernten, wie der Teig zubereitet und die kleinen Kunstwerke richtig geformt werden. Dabei kamen wir mit der Familie ins Gespräch und erhielten einen persönlichen Einblick in die Geschichte, Kultur und den Alltag der Dunganen. Gemeinsam essen, miteinander lachen, voneinander lernen – genau solche Begegnungen machen eine Reise lebendig. Und natürlich schmecken selbstgemachte Manty besonders gut, wenn man bei ihrer Herstellung selbst mitgewirkt hat!

Am Nachmittag führte unsere Route weiter entlang des Südufers des gewaltigen Issyk-Kul. Bei Jety Oguz erwarteten uns auf rund 2.100 Metern Höhe die berühmten roten Sandsteinformationen, die wie gewaltige Skulpturen aus der Landschaft ragen. Umgeben von Nadelwäldern und alpinen Wiesen bot sich uns ein Landschaftsbild, das kaum gegensätzlicher zum morgendlichen Viehmarkt hätte sein können – und doch gehört beides zum authentischen Kirgistan. Schließlich erreichten wir Tamga, wo wir im familiengeführten Gästehaus von Pavel übernachteten. Hinter uns lag ein Tag voller Begegnungen: mit Händlern und Nomaden, mit Geschichte und Religion, mit einer dunganischen Familie und mit einer grandiosen Berglandschaft! Kirgistan zeigte uns an diesem Tag einmal mehr, dass die schönsten Reiseerlebnisse oft dort entstehen, wo man nicht nur etwas besichtigt, sondern für einen Moment Teil des Lebens vor Ort wird!

5. Tag Montag, 14.09.2026 – Fahrt von Tamga nach Bischkek

Heute führte unsere Reise weiter in Richtung Bischkek – doch bevor wir die kirgisische Hauptstadt erreichten, erwarteten uns am Südufer des Issyk-Kul noch einige ganz besondere Erlebnisse! Unser erster Zwischenstopp führte uns zum Canyon Skazka, dem „Märchencanyon“. Schon der etwa einstündige Hin- und Rückweg durch die faszinierende Landschaft machte neugierig auf das, was uns erwartete! Wind und Regen haben hier über viele Jahre hinweg aus dem roten Gestein bizarre Formen geschaffen. Zwischen den Felsen glaubten wir plötzlich Schlösser, Hasen, Drachen und andere fantastische Gestalten zu erkennen. Ein Spaziergang durch diese natürliche Märchenwelt ließ viel Raum für Fantasie – und natürlich für zahlreiche Fotos!

Danach hieß es: Sachen und Schuhe aus und hinein in den Issyk-Kul! Während einige von uns die freie Zeit ganz entspannt am Ufer verbrachten, nutzten viele die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im zweitgrößten Hochgebirgssee der Welt. Bei strahlender Landschaftskulisse in diesem gewaltigen See zu schwimmen, war sicherlich einer jener Momente, die man nicht so schnell vergisst!

Doch das nächste Erlebnis wartete bereits auf uns: wir tauchten ein in die jahrhundertealte Tradition der kirgisischen Greifvogeljagd. Die Berkuttschi – die Meister der Adler – führen diese außergewöhnliche Kunst von Generation zu Generation weiter. Mit beeindruckender Ruhe und großer Verbundenheit zu ihren Tieren zeigten uns die Jäger, wie Steinadler und andere Greifvögel trainiert werden und bei der Jagd eingesetzt werden. Dabei wurde spürbar, dass es hier nicht einfach um eine Vorführung geht, sondern um ein Stück lebendige nomadische Kultur.

Im nahe gelegenen Bokonbaewo durften wir anschließend noch eine weitere Seite kirgisischer Gastfreundschaft erleben. Eine einheimische Familie empfing uns zum Tee und verwöhnte uns mit Süßigkeiten und frisch zubereiteten Samsa – köstlichen Teigtaschen, gefüllt mit Hühnchen oder Kürbis. Bei Tee, Leckereien und angeregten Gesprächen fühlten wir uns wieder einmal herzlich willkommen! Mit vielen Eindrücken im Gepäck setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten am Abend Bischkek. Ein weiterer erlebnisreicher Tag ging zu Ende – mit einer märchenhaften Schlucht, einem erfrischenden Bad, majestätischen Adlern und Begegnungen, die uns die Seele Kirgistans ein Stück nähergebracht haben!

6. Tag Dienstag, 15.09.2026 – Bischkek – Grenzübergang zurück nach Kasachstan – Weiterfahrt nach Taraz

Nach einem stärkenden Frühstück hieß es heute schon wieder Abschied nehmen von Kirgistan. Zuvor erkundeten wir noch ein wenig Bischkek, die grüne Hauptstadt des Landes. Bei unserer kleinen Stadtrundfahrt und unserem Spaziergang entdeckten wir den weitläufigen Ala-Too-Platz, den Alten Platz, den idyllischen Eichenpark und den Erkindik-Boulevard. Zwischen großzügigen Alleen und schattenspendenden Bäumen zeigte sich uns Bischkek als eine überraschend grüne und entspannte Hauptstadt.

Anschließend überquerten wir erneut die Grenze nach Kasachstan und machten uns auf den Weg nach Taraz. Unterwegs warteten nicht nur spannende Geschichten auf uns, sondern auch ein kulinarischer Höhepunkt: wir probierten echten kasachischen Schaschlyk – und stellten schnell fest, dass die beste Reiselektüre manchmal direkt auf dem Teller liegt. 😉 Doch die Region, durch die wir fuhren, hat weit mehr zu erzählen als nur kulinarische Genüsse. Am Fluss Talas tauchten wir tief in die Geschichte der Seidenstraße ein. Hier kam es im Jahr 751 zu einer bedeutenden Schlacht zwischen den Truppen des Abbasiden-Kalifats und der chinesischen Tang-Dynastie. Der Ausgang dieses Konflikts veränderte die Machtverhältnisse in Zentralasien nachhaltig und wird häufig auch mit der weiteren Ausbreitung des Islam in der Region in Verbindung gebracht. Geschichte wurde plötzlich greifbar – nicht irgendwo in einem Museum, sondern mitten in der Landschaft, durch die unsere Route führte.

Doch der vielleicht unerwartetste Höhepunkt des Tages war unser ganz persönliches Abenteuer am Stadtrand von Taraz: eine Eisenbahnbrücke erwies sich für unseren Reisebus als etwas zu niedrig – und so hieß es plötzlich: Stopp! Unser Bus steckte tatsächlich unter der Brücke fest 😂 Was zunächst für einen kleinen Schreck sorgte, entwickelte sich schnell zu einer jener Geschichten, die auf Reisen entstehen und später immer wieder für Lachen sorgen! Schließlich gehört zur Seidenstraße nicht nur das Vorankommen, sondern manchmal auch ein unfreiwilliger Zwischenstopp!

Am Abend ließen wir diesen ereignisreichen Tag bei einem köstlichen Abendessen im Chaichana Samarkand noch einmal Revue passieren. Bei gutem Essen und angeregten Gesprächen wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht – und natürlich durfte auch unser „Brückenabenteuer“ noch einmal für einige Lacher sorgen! Anschließend unternahmen wir einen gemeinsamen Spaziergang durch das abendlich beleuchtete Zentrum von Taraz. Zwischen modernen Plätzen, historischen Spuren und dem warmen Licht der Stadt ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen.

7. Tag Mittwoch, 16.09.2026 – von Taraz in die alte Karawanenstadt Turkestan (Kasachstan) 350 km

Heute führte unsere Reise in eine der faszinierendsten Städte Kasachstans: nach Turkestan – eine rund 1.500 Jahre alte Karawanenstadt, die einst ein bedeutendes Zentrum von Handel und Religion war. Die mittelalterliche Architektur und die außergewöhnliche historische Bedeutung haben Turkestan inzwischen zu einem UNESCO-Weltkulturerbe gemacht. Doch bevor wir unser Ziel erreichten, warteten unterwegs noch einige Überraschungen auf uns :-)

Unser erster Halt führte uns zu den kunstvoll gestalteten Mausoleen von Aischa-Bibi und Babadschi-Hatun aus der Karakhaniden-Zeit. Die beiden Bauwerke gehören zu den schönsten historischen Zeugnissen dieser Epoche und wirken mit ihren filigranen Ornamenten und ungewöhnlichen Formen fast wie aus einem Märchenbuch. Hier fanden einst die Tochter eines karakhanischen Statthalters, Aischa-Bibi, und die adlige Babadschi-Hatun ihre letzte Ruhestätte. Schon die Geschichten, die sich um diese Frauen ranken, verleihen den Mausoleen eine ganz besondere Atmosphäre. Doch wenig später nahm unser Reisetag eine unerwartete Wendung – und plötzlich fühlten wir uns fast wie in einem Krimifilm. Ausgerechnet am Mausoleum von Arstanbab, dem berühmten islamischen Mystiker und Lehrer von Ahmed Jassewi, verabschiedete sich unser Reisebus endgültig von uns. Nach dem bisherigen Brückenabenteuer hatte unser Bus offenbar beschlossen, seine Karriere auf der Seidenstraße nun wirklich zu beenden 😉

Improvisation war gefragt! Da die Zeit drängte und die Ruinen von Otrar kurz vor der Schließung standen, wurden kurzerhand mehrere Taxis organisiert. So konnten wir unser Programm retten und erreichten noch rechtzeitig die faszinierende Ruinenstadt! Otrar war einst ein bedeutendes Zentrum von Wissenschaft, Handel und Kultur und lag an einem wichtigen Knotenpunkt der alten Seidenstraße. Im Jahr 1220 wurde die Stadt von den Truppen Dschingis Khans zerstört. Heute erzählen die weitläufigen Ruinen von ihrer einstigen Größe und lassen erahnen, wie bedeutend dieser Ort vor vielen Jahrhunderten gewesen sein muss. Mit einer hervorragenden Führung durch unseren örtlichen Reiseleiter tauchten wir tief in die Geschichte dieser untergegangenen Stadt ein! Anschließend ging es mit unseren Taxis zurück zum Arstanbab-Mausoleum. Und siehe da: wir hatten plötzlich sogar Zeit – denn unsere Partneragentur hatte bereits mit Hochdruck einen Ersatzbus organisiert. So konnten wir in aller Ruhe auch dieses bedeutende Heiligtum besichtigen, bevor wir schließlich mit unserem neuen Bus die Weiterreise nach Turkestan antreten konnten.

Die nächste Überraschung wartete bereits beim Abendessen. Statt eines klassischen Restaurants entschieden wir uns für ein einfaches lokales Dorfrestaurant, in dem normalerweise Pilger einkehren. Für unsere Gruppe wurde kurzerhand Platz geschaffen und die Frauen in der Küche zauberten für uns traditionelle kasachische Spezialitäten. Einfach, authentisch und ausgesprochen lecker – manchmal sind gerade solche spontanen Lösungen die schönsten kulinarischen Erlebnisse einer Reise!

Doch damit war unser Tag noch lange nicht zu Ende. Nach der Ankunft in Turkestan machten sich viele aus unserer Gruppe noch einmal auf den Weg, um die Stadt bei Nacht zu erleben. Die beleuchteten Plätze und die farbenprächtigen Springbrunnen, begleitet von Musik, verwandelten das historische Zentrum in eine geradezu märchenhafte Kulisse! Der Höhepunkt des Abends war schließlich das „Fliegende Theater“ im Herzen der Altstadt! In einer beeindruckenden 8D-Media-Show unternahmen wir einen virtuellen Flug durch die Geschichte Kasachstans und schwebten dabei über atemberaubende Landschaften, historische Schauplätze und die faszinierende Welt des Landes. Nach einem Tag voller echter Abenteuer durften wir also zum Abschluss noch einmal virtuell abheben.

Und wie beendet man einen solchen Tag in Turkestan? Natürlich mit einer kleinen heimlichen „Nachbesprechung“ in der Hotellobby. Da Turkestan als heiliger Ort gilt und Alkohol dort nicht besonders gerne gesehen wird, musste der kasachische Cognac diskret genossen werden 😉 Ein kleines Glas, viele Erlebnisse und noch mehr Gesprächsstoff – und damit ging ein Tag zu Ende, der eigentlich genug Stoff für mehrere Reisetage geliefert hätte!

Manchmal sind es eben nicht die perfekt geplanten Tage, die man am längsten in Erinnerung behält. Unser Bus ist kaputtgegangen, wir haben improvisiert, sind mit Taxis durch die kasachische Steppe gefahren, haben eine untergegangene Stadt entdeckt, spontan bei Pilgern gegessen und sind am Abend durch die Geschichte Kasachstans geflogen. Genau das ist Reisen!

8. Tag Donnerstag, 17.09.2026 – Turkestan – Grenzübergang nach Taschkent (Usbekistan)

Nach dem Frühstück hieß es heute zunächst Koffer packen und Abschied nehmen von Turkestan. Unser neuer Reisebus stand bereits bereit – diesmal hoffentlich mit etwas mehr „Luft unter der Brücke“. 😉 Bevor wir Kasachstan verließen, wartete jedoch noch ein kultureller Höhepunkt auf uns. Wir besuchten das imposante Mausoleum des berühmten Sufisten und Dichters Ahmed Jassewi. Schon von Weitem beeindruckten die leuchtend blauen Kuppeln! Im Inneren entdeckten wir kunstvolle Schnitzereien und prachtvolle Majolika-Mosaike. Das monumentale Bauwerk wurde Ende des 14. Jahrhunderts im Auftrag Timurs errichtet und gehört heute zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Kasachstans. Anschließend tauchten wir noch tiefer in die Geschichte Turkestans ein und besichtigten die Juma-Moschee, die geheimnisvolle unterirdische Hilowat-Moschee sowie ein mittelalterliches Badehaus. Jeder dieser Orte erzählte auf seine eigene Weise von der religiösen und kulturellen Bedeutung der alten Karawanenstadt.

Dann hieß es endgültig: Abschied nehmen von Kasachstan. Über Schymkent führte unsere Route zur kasachisch-usbekischen Grenze. Dort wartete ein emotionaler Moment auf uns: wir mussten uns von Lena verabschieden, die uns während unserer Zeit in Kasachstan und Kirgistan begleitet hatte! Aus einer Reiseleiterin war inzwischen viel mehr geworden – durch all die gemeinsamen Erlebnisse, kleinen Abenteuer, Busgeschichten und improvisierten Momente waren wir fast zu einer kleinen Reisefamilie zusammengewachsen! Der Abschied fiel entsprechend herzlich aus.

Der Grenzübergang selbst war dann noch einmal ein kleines Abenteuer für sich. Nach einigen turbulenten Momenten war es schließlich geschafft: wir waren in Usbekistan! Auf der anderen Seite erwartete uns bereits Muchammeddier, unser junger Reisebegleiter für die kommenden Tage. Mit ihm begann nun ein neues Kapitel unserer Seidenstraßenreise. Kaum hatten wir uns begrüßt, lagen auch schon die ersten Kilometer Usbekistans hinter uns – denn Taschkent, die Hauptstadt des Landes, war nur noch eine kurze Fahrt entfernt!

Dort angekommen, ging es direkt zum Abendessen in ein lokales Restaurant. Bei usbekischen Spezialitäten konnten wir die Eindrücke des langen Tages noch einmal Revue passieren lassen und gleichzeitig erste kulinarische Bekanntschaft mit unserem neuen Reiseland schließen.
Anschließend bezogen wir unser Hotel. Nach einem Tag voller Geschichte, Abschied, Grenzabenteuer und neuer Begegnungen waren nun alle froh, sich ein wenig auszuruhen.

9. Tag Freitag, 18.09.2026 – Erkundung der Hauptstadt Usbekistans Taschkent

Heute stand die Entdeckung von Taschkent auf unserem Programm – der rund 2.000 Jahre alten Hauptstadt Usbekistans. Begleitet wurden wir von unserem örtlichen Reiseleiter Ali, einem Perser, der nicht nur hervorragend Deutsch sprach, sondern uns auch mit seinem großen Wissen über die Geschichte und Kultur Usbekistans begeisterte! Unser erster Halt war der Chasti-Imam-Platz, das religiöse Herz der Altstadt. Hier erwarteten uns die prachtvolle Barak-Khan-Medrese, die kunstvoll gestaltete Tillya-Sheikh-Moschee und das eher schlicht wirkende Kaffal-Shashi-Mausoleum aus Backstein. Nur wenige Schritte entfernt konnten wir bei etwas Freizeit auch das neu errichtete Zentrum der Islamischen Zivilisation bewundern – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie eng in Taschkent Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind.

Anschließend ging es zum berühmten Hotel Usbekistan. Hier wechselten wir nicht nur Geld, sondern fuhren auch ganz nach oben ins Hotelrestaurant. Und der Aufstieg lohnte sich: vor uns breitete sich ein beeindruckendes Panorama über die riesige Hauptstadt aus! Taschkent von oben zu sehen, eröffnete noch einmal eine ganz andere Perspektive auf diese faszinierende Metropole!

Danach wechselten wir vom höchsten Blickpunkt der Stadt in ihre Unterwelt: wir stiegen in die Taschkenter Metro. Taschkent ist die einzige Stadt Zentralasiens mit einer U-Bahn – und ihre Stationen sind kleine architektonische und künstlerische Meisterwerke. Mit viel Geschmack, Ornamenten und Liebe zum Detail gestaltet, wurde schon die kurze Fahrt zu einer kleinen Stadtrundfahrt unter Tage. Und plötzlich waren wir wieder mitten im Leben: Unsere Metrofahrt endete direkt am Chorsu-Basar. Unter seiner markanten blauen Kuppel und in den angrenzenden Gassen erwartete uns ein faszinierendes Gewirr aus Farben, Düften, Stimmen und Waren. Beim Bummel über den riesigen Markt konnten wir das usbekische Alltagsleben mit allen Sinnen erleben. Nach etwas Freizeit ging es weiter zur Kukeldash-Medrese, die auch heute noch als Koranschule genutzt wird.

Am Nachmittag wechselten wir noch einmal die Perspektive und widmeten uns einer ganz anderen Form der Kunst: Im Museum für angewandte Kunst erwarteten uns Teppiche, prachtvolle Goldstickereien, Keramik, Porzellan, Schmuck, kunstvolle Kleinmöbel und traditionelle Musikinstrumente. Schon die Räume selbst sind sehenswert, denn das Museum befindet sich in einer reich verzierten historischen Villa.

Nach so vielen Eindrücken war eine Pause mehr als verdient. Einige Gäste genossen die Ruhe am Hotelpool, andere ließen den Nachmittag bei einem Kaffee im nahe gelegenen Café ausklingen oder machten noch einen entspannten Spaziergang durch die Umgebung. Am Abend trafen wir uns wieder alle und machten uns gemeinsam auf den Weg zum Restaurant Bavaria Plaza. Bei einem gemütlichen Abendessen ließen wir unseren abwechslungsreichen Tag ausklingen.

10. Tag Samstag, 19.09.2026 – Spannende Zugfahrt von Taschkent nach Samarkand (300 km)

Heute wartete ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Reise auf uns: Samarkand! Mit dem Schnellzug Afrosiyob sausten wir in knapp zwei Stunden von Taschkent in eine der legendärsten Städte entlang der Seidenstraße. Schon der Name Samarkand weckt Vorstellungen von Karawanen, Gewürzen, Gelehrten und mächtigen Herrschern. Vor Ort erwartete uns unsere neue Reiseleiterin Marchabo, die uns durch die faszinierende Geschichte dieser außergewöhnlichen Stadt führte.

Unser erster Besuch galt dem imposanten Gur-Emir-Mausoleum, der letzten Ruhestätte von Amir Timur – jenem Herrscher, der im 14. Jahrhundert ein gewaltiges Reich schuf und Samarkand zu einem Zentrum von Macht, Wissenschaft und Kunst machte. Die prachtvolle Architektur und die berühmte türkisfarbene Kuppel beeindruckten uns schon von außen. Doch hinter dem Gur Emir verbarg sich noch ein kleines Geheimnis: etwas abseits der üblichen Besucherwege lag das frisch sanierte Aksaray-Mausoleum. Hier durften wir sogar in die Gruft hinabsteigen – ein besonderer und ungewöhnlicher Moment, der uns die Geschichte plötzlich ganz unmittelbar erleben ließ!

Für eine ganz andere Art von Reiseerinnerung sorgte anschließend eine kleine Postniederlassung, die von einer usbekischen Familie betrieben wird. Einige unserer Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre Ansichtskarten zu schreiben – und konnten sie gleich vor Ort in den Briefkasten werfen. So machten sich Grüße aus Samarkand auf den Weg in die Heimat!

Dann standen wir plötzlich vor einem der wohl berühmtesten Plätze ganz Zentralasiens: dem Registan-Platz. Drei monumentale Medresen rahmen den Platz ein und bilden ein architektonisches Ensemble, das zu den großen Schätzen der islamischen Baukunst zählt! Zwischen den gewaltigen Portalen konnten wir uns gut vorstellen, wie hier einst Händler, Gelehrte und Reisende aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt zusammenkamen. Doch Samarkand hatte nicht nur etwas für die Augen zu bieten. In einer Werkstatt durften wir einem usbekischen Musikinstrumentenbauer über die Schulter schauen. Mit viel Leidenschaft stellte er uns verschiedene traditionelle Instrumente vor – und natürlich blieb es nicht bei der Theorie: wir durften ihren ganz eigenen Klang erleben: plötzlich wurde aus Geschichte Musik!

Nach einer wohlverdienten Mittagspause ging es weiter zur beeindruckenden Bibi-Khanim-Moschee, deren türkis schimmernde Kuppeln und monumentale Formen uns erneut staunen ließen. Das Bauwerk ist eng mit Amir Timur verbunden und zählt bis heute zu den Wahrzeichen Samarkands. Zum Abschluss unserer Stadtbesichtigung tauchten wir noch einmal mitten in das heutige Leben der Stadt ein: Auf dem Siyob-Basar herrschte orientalisches Markttreiben. Zwischen Gewürzen, Früchten, Süßigkeiten und vielen anderen Waren konnten wir noch einmal die Farben und Düfte Usbekistans auf uns wirken lassen.

Nach etwas Freizeit im Hotel trafen wir uns am Abend wieder zum gemeinsamen Abendessen. In einem lokalen Restaurant ließen wir uns einheimische Spezialitäten schmecken und den ereignisreichen Tag noch einmal Revue passieren!

11. Tag: Samarkand – Shahrisabs – Samarkand

Heute verließen wir Samarkand für einen besonderen Tagesausflug nach Schachrisabs, der Geburtsstadt von Amir Timur – im Westen auch als Tamerlan bekannt. Da der kürzeste Weg über einen Bergpass führte, tauschten wir unseren großen Reisebus gegen drei Kleinbusse. Schon die Fahrt wurde damit zu einem kleinen Abenteuer! Etwa Zwei Stunden führte unsere Route durch eindrucksvolle Berglandschaften und weite Steppen. Abseits der großen Städte bekamen wir dabei einen authentischen Eindruck vom Leben der usbekischen Landbevölkerung. Immer wieder zogen kleine Dörfer, Felder, Herden und die weiten Landschaften Zentralasiens an unseren Fenstern vorbei.

In Schachrisabs angekommen, tauchten wir tief in die Geschichte der Stadt ein. Besonders beeindruckend waren die gewaltigen Überreste des Aq Saray, des „Weißen Palastes“. Von dem einst gigantischen Palast, den Timur im 14. Jahrhundert errichten ließ, sind heute vor allem die monumentalen Torruinen erhalten. Und selbst diese lassen erahnen, welch überwältigender Bau hier einst gestanden haben muss!

Doch nicht nur die historischen Monumente machten diesen Ausflug besonders. Nach unserer Stadtbesichtigung wurden wir von einer usbekischen Familie eingeladen, eine Pause bei ihnen einzulegen! Wir durften Platz nehmen und wurden mit einem typischen Mittagessen der Region verwöhnt! Am Nachmittag kehrten wir nach Samarkand zurück. Dort wartete bereits der nächste Höhepunkt auf uns: das Observatorium von Ulugbek. Der Enkel Amir Timurs war nicht nur Herrscher, sondern auch ein bedeutender Astronom und Gelehrter. In seinem Observatorium wurde bereits im 15. Jahrhundert der Sternenhimmel mit erstaunlicher Genauigkeit erforscht. Das dazugehörige Museum ließ uns noch tiefer in die Welt der Wissenschaft und Astronomie jener Zeit eintauchen.

Doch der wohl stimmungsvollste Moment des Tages sollte noch kommen. Zum Abschluss besuchten wir die Shah-i-Zinda-Nekropole, eine der heiligsten und zugleich schönsten Stätten Samarkands! Die kunstvoll mit türkisfarbenen und blauen Fliesen geschmückten Mausoleen liegen wie eine märchenhafte Gasse aufgereiht. Und dann kam die Sonne langsam tiefer. Das warme Licht des Sonnenuntergangs ließ die türkisfarbenen Kacheln und filigranen Ornamente in ganz besonderen Farben leuchten. Für einen Moment wurde es still – und wir konnten die besondere Atmosphäre dieses Ortes einfach auf uns wirken lassen. Ein Augenblick, den wohl jeder von uns auf seine ganz eigene Weise in Erinnerung behalten wird!

Am Abend ließen wir diesen außergewöhnlichen Tag im Restaurant Neuer Arbat ausklingen, mitten im russisch geprägten Stadtteil von Samarkand. Bei einem gemütlichen Abendessen blickten wir auf einen Tag zurück, der uns nicht nur zu den großen Monumenten der Geschichte geführt hatte, sondern auch zu den Menschen, die Usbekistan heute leben.

12. Tag Montag, 21.09.2026 – Fahrt von Samarkand nach Buchara (ca. 300 km)

Nach dem Frühstück hieß es heute: Koffer verstauen und Kurs auf Buchara nehmen! Unsere kleine Karawane machte sich auf den Weg durch die weiten Landschaften Usbekistans. Unterwegs legten wir einen interessanten Fotostopp an einem Baumwollfeld ein. Baumwolle gehört seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigen landwirtschaftlichen Produkten des Landes – und so bot sich uns eine gute Gelegenheit, mehr über ihren Anbau zu erfahren und natürlich einige Erinnerungsfotos zu machen.

Schon am späten Vormittag erreichten wir unser Ziel. Buchara! Eine Stadt, deren Name untrennbar mit der Geschichte der Seidenstraße verbunden ist. Unser Hotel lag direkt in der historischen Altstadt – und war selbst schon eine kleine Sehenswürdigkeit. Denn statt in einem gewöhnlichen Hotel bezogen wir Quartier in einer ehemaligen Medrese aus dem 17. Jahrhundert! Die Zimmer waren einst Studentenzimmer, in denen junge Menschen ihr Wissen vertieften und sich auf das Leben vorbereiteten. Heute sind sie gemütlich eingerichtet und verfügen selbstverständlich über Dusche und WC. So konnten wir für einige Tage selbst ein wenig in die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte eintauchen – allerdings mit deutlich mehr Komfort als die Studenten von damals!

Am frühen Abend trafen wir uns zu einem gemeinsamen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Zwischen historischen Fassaden, kleinen Läden und orientalischen Innenhöfen spürten wir bereits den besonderen Zauber Bucharas. Hier scheint die Zeit manchmal langsamer zu vergehen, und hinter jeder Ecke wartet eine neue Geschichte. Unser Spaziergang führte uns schließlich in die engen Gassen des Stadtviertels Hodja Porso zum Nationalhaus Laziz. Dort erwartete uns ein ganz besonderer kulinarischer Programmpunkt: eine kleine Meisterklasse zur Zubereitung von Plov – einem der bekanntesten Nationalgerichte Usbekistans. Reis, Gemüse, Fleisch und eine raffinierte Gewürzmischung bilden die Grundlage dieser herzhaften Spezialität. Unter fachkundiger Anleitung konnten wir erleben, wie aus einfachen Zutaten ein echtes Festessen entsteht! Denn Plov ist in Usbekistan weit mehr als nur ein Gericht: er gehört zu Familienfesten, Hochzeiten und geselligen Zusammenkünften und bringt Menschen an einem Tisch zusammen!

Nach dem gemeinsamen Abendessen und unserer kleinen Plov-Meisterklasse war der Tag allerdings noch nicht ganz zu Ende. Für alle, die noch etwas Besonderes erleben wollten, hatte ich einen Besuch in einem traditionellen Hamam in Buchara organisiert. Das historische Badehaus blickt auf eine rund 570-jährige Geschichte zurück und bot einen faszinierenden Einblick in die jahrhundertealte Badekultur des Orients! Viele Damen und Herren aus unserer Reisegruppe ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und genossen die besondere Atmosphäre des historischen Hamams :-) Zwischen warmem Dampf, alten Gewölben und orientalischem Ambiente konnten wir wunderbar entspannen und für einen Moment in eine andere Zeit eintauchen!

So endete unser erster Tag in Buchara auf ganz besondere Weise: mit kulinarischen Entdeckungen, herzlicher Gastfreundschaft und einem Hauch von orientalischem Luxus!

13. Tag Dienstag, 22.09.2026 – Erkunden von Buchara

Buchara gilt nicht ohne Grund als eine der bedeutendsten historischen Städte Zentralasiens. Schon früh entwickelte sich die „heilige Stadt“ dank ihrer Gelehrten, Theologen und Wissenschaftler zu einem wichtigen Zentrum für Bildung, Religion und Kultur. Heute wollten wir gemeinsam mit unserem neuen örtlichen Reiseleiter Samandar den vielen Geheimnissen dieser faszinierenden Stadt auf die Spur kommen.

Unsere ausführliche Stadtbesichtigung begann mit einem kleinen, aber außergewöhnlichen Bauwerk: der Chor-Minor-Medrese, deren Name übersetzt „Vier Minarette“ bedeutet. Die vier Türme mit ihren unterschiedlichen Kuppeln verleihen dem Gebäude ein beinahe märchenhaftes Aussehen. Um die Entstehung rankt sich eine schöne Legende: ein reicher Kaufmann soll die Medrese errichtet und dabei vier Minarette als Zeichen für die vier Himmelsrichtungen beziehungsweise die vier großen Weltreligionen vorgesehen haben. Ob diese Geschichte historisch belegt ist oder eher zur Fantasie gehört, bleibt offen – doch sie passt wunderbar zu Bucharas jahrhundertealter Rolle als Treffpunkt verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen!

Anschließend besuchten wir den jüdischen Friedhof der Bucharischen Juden. Zwischen den Grabsteinen begegneten wir einem stillen Stück Stadtgeschichte, das an eine jahrhundertealte jüdische Gemeinde erinnert. Die Bucharischen Juden entwickelten im Laufe der Zeit eine eigene kulturelle Tradition und prägten das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Region mit. Der kurze Besuch war ein Moment des Innehaltens und erinnerte uns daran, dass Buchara über viele Generationen hinweg Heimat unterschiedlicher Religionen und Kulturen war.

Danach ging es zum Mausoleum der Samaniden, einem architektonischen Meisterwerk aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Seine kunstvolle Backsteinornamentik zeigt eindrucksvoll, wie viel Schönheit sich bereits mit scheinbar einfachen Baumaterialien schaffen lässt! Anschließend widmeten wir uns einem Thema, das in den trockenen Landschaften Zentralasiens seit jeher überlebenswichtig ist: dem Wasser. Im Museum der Wasserversorgung erfuhren wir mehr darüber, wie die Menschen über Jahrhunderte hinweg das kostbare Nass sammelten, speicherten und gerecht verteilten. Nun wissen wir auch was eine Sardoba bedeutet :-)

Natürlich durfte auch ein Bummel über einen der traditionellen Basare Bucharas nicht fehlen. Zwischen kleinen Geschäften, Handwerksständen und orientalischen Waren konnten wir das geschäftige Treiben genießen. Danach führte uns unser Weg zur mächtigen Ark-Zitadelle, der einstigen Residenz der Herrscher von Buchara. Ihre Mauern erzählen von Macht, Glanz und bewegten Zeiten.

Zum Mittagessen wurden wir im Restaurant „Susanne Artizan“ von den freundlichen Usbeken herzlich bewirtet. Und wie es auf einer Reise manchmal passiert, ergab sich anschließend ganz spontan noch eine weitere interessante Gelegenheit: wir besuchten das sehenswerte Museum von Fayzulla Khodjaev, einem bedeutenden usbekischen Kaufmann und Politiker. In seinem ehemaligen Wohnhaus erhielten wir einen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Familie und in eine bewegte Epoche der usbekischen Geschichte!

Ein weiterer Höhepunkt war das beeindruckende Ensemble rund um die Kaljan-Moschee und das berühmte Kaljan-Minarett. Mit seinen rund 46 Metern Höhe überragt es die Altstadt und ist seit Jahrhunderten eines der Wahrzeichen Bucharas. Wer davorsteht, kann sich gut vorstellen, wie dieses imposante Bauwerk einst den Karawanen und Reisenden schon von Weitem den Weg in die Stadt wies.

Nach etwas Freizeit trafen wir uns am Abend wieder in der Hotellobby. Nun wartete ein ganz besonderes Erlebnis auf uns: in der historischen Medrese Nodir Devon Begi erlebten wir einen traditionellen Folkloreabend, der mit einer zentralasiatischen Modenschau verbunden war. Farbenprächtige Gewänder, traditionelle Musik und temperamentvolle Tänze verwandelten den historischen Innenhof in eine stimmungsvolle Bühne. Ein Fest für Augen und Ohren!

Den wunderschönen Abend ließen wir anschließend in einem Restaurant direkt am Labi-Hauz, dem malerischen Wasserbecken im Herzen der Altstadt, ausklingen. In dieser besonderen Atmosphäre, umgeben von historischen Gebäuden und dem abendlichen Leben Bucharas, konnten wir die vielen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren lassen! Buchara hatte uns heute seine ganze Vielfalt gezeigt: die Spuren großer Dynastien, die Kunst vergangener Jahrhunderte, die Bedeutung des Wassers, orientalisches Markttreiben und lebendige Traditionen! Hier ist Geschichte keine ferne Erinnerung – sie begegnet uns auf Schritt und Tritt, manchmal in einem alten Minarett, manchmal in einem Basar und manchmal im Rhythmus eines traditionellen Tanzes!

14. Tag Mittwoch, 23.09.2026 – durch die Kizilkum–Wüste – eine Fahrt von Buchara nach Chiwa (ca. 470 km)

Heute hieß es Abschied nehmen von Buchara. Nach dem Frühstück verstauten wir unsere Koffer und machten uns auf eine lange, aber landschaftlich besonders eindrucksvolle Fahrt in Richtung Westen. Unser Ziel: die kleine Oasenstadt Chiwa, eine der faszinierendsten Perlen entlang der legendären Seidenstraße! Vor uns lag ein Teil der gewaltigen Kysylkum-Wüste – ihr Name bedeutet übersetzt „Roter Sand“. Auf den Spuren einstiger Karawanen und mongolischer Steppenreiter durchquerten wir eine Landschaft, die von Weite und scheinbarer Unendlichkeit geprägt ist. Immer wieder wechselten sich trockene Halbwüsten, karge Steppen und vereinzelte Siedlungen ab. Teilweise verlief unsere Route entlang des mächtigen Amudarja, eines der bedeutendsten Flüsse Zentralasiens, der seit Jahrtausenden das Leben in dieser ansonsten trockenen Region ermöglicht.

Natürlich legten wir unterwegs mehrere kleine Harmoniepausen und Fotostopps ein, um die besondere Landschaft auf uns wirken zu lassen. Denn gerade auf solchen Etappen wird deutlich, welche Dimensionen Zentralasien besitzt: der Horizont scheint endlos, die Straßen führen durch weite, offene Landschaften, und man kann sich gut vorstellen, wie beschwerlich die Reisen für Händler und Reisende vor Jahrhunderten gewesen sein müssen.

Ein ganz besonderes Erlebnis war unsere Mittagspause an einer Raststätte, wo wir in einer traditionellen Jurte einkehren konnten. In dieser typischen Behausung der Nomaden schmeckte das Essen gleich doppelt so gut – und für einen Moment fühlten wir uns selbst ein wenig wie Reisende auf einer alten Karawanenroute.

Erst am Abend erreichten wir schließlich unser Ziel: Chiwa. Die kleine Oasenstadt empfing uns mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Unser Hotel lag direkt neben der historischen Stadtmauer, sodass wir nach dem Einchecken und dem Zimmerbezug bereits einen ersten Spaziergang durch die Umgebung unternehmen konnten. Besonders beeindruckten uns die traditionellen Lehmhäuser und die Lebensweise der Menschen, die sich in vielen Bereichen bis heute ihre ursprünglichen Strukturen bewahrt haben. Hier schien die moderne Welt plötzlich ein gutes Stück weiter entfernt zu sein. Die engen Gassen, die erdigen Farben der Gebäude und die mächtigen Stadtmauern ließen bereits erahnen, welche Schätze uns in der historischen Altstadt erwarten würden.

Den langen Reisetag ließen wir schließlich auf der Dachterrasse des Restaurants Tapas ausklingen. Unter freiem Himmel, mit einem orientalischen Abendessen und dem Blick auf die historische Umgebung, genossen wir die besondere Stimmung dieses ersten Abends in Chiwa!

15. Tag Donnerstag, 24.09.2026 – Freilichtmuseum Chiwa

Schon im 6. Jahrhundert v. Chr. zogen Karawanen aus China durch die Oasen Zentralasiens. Mit kostbaren Seidenballen beladen, machten sie Halt in den Handelszentren der Wüste. Was für uns heute wie eine Reise durch eine ferne Vergangenheit erscheint, war damals der Alltag: Diese Oasenstädte waren wahre Weltstädte, Treffpunkte von Händlern, Gelehrten und Reisenden aus den unterschiedlichsten Kulturen. Einen besonders eindrucksvollen Ort dieser alten Seidenstraßenwelt durften wir heute erleben: Chiwa. Gemeinsam mit unserer örtlichen Reiseleiterin Bibijon begaben wir uns auf eine ausführliche Entdeckungstour durch die historische Altstadt Itchan-Kala.

Schon bald standen wir vor dem berühmten Kalta Minor, dem unvollendeten, mit türkisfarbenen Fliesen geschmückten Minarett. Gleich daneben erwarteten uns die Mohammed-Amin-Khan-Medrese, die mächtige Kuhna-Ark-Zitadelle und die Muhammad-Rahim-Khan-Medrese. Schritt für Schritt tauchten wir tiefer in die Geschichte dieser außergewöhnlichen Stadt ein. Eine besondere Überraschung war anschließend der Besuch des Museums der deutschen Mennoniten. Kaum zu glauben, aber auch deutsche Auswanderer haben ihre Spuren in dieser abgelegenen Region Zentralasiens hinterlassen! Ihre Geschichte erzählt von Migration, Glauben, Neuanfang und dem erstaunlichen Weg, den Menschen im Laufe der Geschichte zurückgelegt haben.

Danach ging unser Rundgang weiter durch die historische Altstadt. Die Dschuma-Moschee mit ihren zahlreichen Holzsäulen, das beeindruckende Islam-Khodja-Minarett, zahlreiche Medresen und der prachtvolle Tosh-Hovli-Palast reihten sich wie Perlen aneinander. Hinter jeder Ecke wartete ein neues Portal, eine kunstvoll verzierte Fassade oder ein Innenhof! Chiwa selbst wurde damit für uns zu einem gigantischen Freilichtmuseum. Doch anders als in einem gewöhnlichen Museum war hier nichts hinter Glas: Wir bewegten uns mitten durch die Geschichte, durch enge Gassen und zwischen Lehmhäusern, Moscheen, Palästen und ehemaligen Koranschulen.

Zum Mittagessen kehrten wir im gemütlichen Teehaus Mirza Boshi ein. Nach der Pause setzten wir unsere Besichtigung fort und widmeten uns noch einmal ausführlich dem Harem des Tosh-Hovli-Palastes. Die reich verzierten Räume gaben uns einen Eindruck vom Leben am Hof und von der Welt der Khane von Chiwa. Am Nachmittag hieß es zunächst Abschied nehmen von unserer Reiseleiterin Bibijon. Nach einer kurzen Freizeit trafen wir uns wieder im Hotel – denn ein ganz besonderes Erlebnis wartete noch auf uns.

In der Kutlug-Murad-Inaq-Medrese besuchten wir die Zirkusfamilie Darbozschi. Akrobatik, traditionelle Kunststücke und eine gehörige Portion mittelasiatische Musik sorgten für einen unterhaltsamen Abend. Wieder einmal erlebten wir dabei eine Seite Usbekistans, die man in keinem Reiseführer vollständig beschreiben kann: lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird! Anschließend ließen wir uns in einem Restaurant noch einmal typisch usbekische Spezialitäten schmecken. Und natürlich durfte bei einem solchen Abend auch das eine oder andere Gläschen nicht fehlen. Zwei Flaschen Wodka sorgten schließlich für zusätzliche Stimmung und den passenden Rahmen für unseren Abschied!

Denn dieser Abend war zugleich ein emotionaler Moment: wir mussten uns von Muchammaddier, unserem jungen Reisebegleiter, verabschieden. Er hatte uns während unserer Zeit in Usbekistan organisatorisch begleitet, unterstützt und mit seiner freundlichen Art bereichert. Am nächsten Tag sollte er wieder nach Taschkent zurückkehren. So wurde aus unserem letzten gemeinsamen Abend in Chiwa eine Mischung aus Genuss, Unterhaltung, Lachen und Abschied. Die Seidenstraße verbindet Menschen über Grenzen und Jahrhunderte hinweg – und manchmal bleiben gerade die Menschen, denen wir unterwegs begegnen, als schönste Erinnerung an eine Reise zurück!

16. Tag Freitag, 25.09.2026 – Chiwa – Grenzübergang nach Daschogus – Fahrt nach Kunja–Urgentsch – Flug nach Aschgabat (Turkmenistan)

Nach dem Frühstück hieß es heute Abschied nehmen von Usbekistan. Unser neuer Busfahrer Marat brachte uns in Richtung Schawat, zum Grenzübergang nach Turkmenistan. Was uns dort erwartete, sollte wohl einer der spannendsten Grenzübertritte unserer gesamten Reise werden! Die Grenze zwischen Usbekistan und Turkmenistan machte ihrem Ruf alle Ehre. Kontrollen, Formalitäten und mehrere Stationen sorgten dafür, dass der Grenzübertritt zu einem kleinen Abenteuer wurde. Doch schließlich war es geschafft: kurz vor Mittag überquerten wir die Grenze und betraten unser viertes und zugleich geheimnisvollstes Reiseland – Turkmenistan!

Auf der anderen Seite wurden wir herzlich von unserem neuen örtlichen Reiseleiter Durdy begrüßt. Damit begann ein völlig neues Kapitel unserer Seidenstraßenreise! Unser erstes Ziel in Turkmenistan war Kunja-Urgentsch. Die historische Stadt liegt am Rand der Karakum-Wüste und war über mehrere Jahrhunderte eines der bedeutendsten Handelszentren Zentralasiens. Seit 2005 gehört die historische Stätte zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Beim Rundgang durch die weitläufigen Ruinen konnten wir uns selbst ein Bild von der einstigen Bedeutung dieser Stadt machen. Zwischen den historischen Bauwerken begegneten uns die Spuren längst vergangener Dynastien und Handelszeiten. Wir besichtigten unter anderem das Kutlug-Temir-Minarett, das Turabek-Khanum-Mausoleum, das Sultan-Tekesh-Mausoleum sowie das Fachr-ad-Din-Mausoleum, eine Bestattungsmoschee aus dem 12. Jahrhundert. Besonders beeindruckend war das rund 62 Meter hohe Gutluk-Timur-Minarett. Es ragt weithin sichtbar aus der Landschaft empor und vermittelt noch heute einen Eindruck davon, welche Bedeutung Kunja-Urgentsch einst als Zentrum der Region besaß.

Doch lange konnten wir nicht verweilen. Unsere Reise durch Turkmenistan ging weiter zum Flughafen von Daschogus. Von dort flogen wir nach Aschchabad, der Hauptstadt des Landes.

Schon bei der Ankunft erwartete uns die erste Überraschung: das ungewöhnlich elegante und prachtvolle Flughafengebäude beeindruckte uns mit seiner außergewöhnlichen Architektur! Wir waren kaum angekommen und bekamen bereits einen ersten Eindruck davon, dass Turkmenistan architektonisch seine ganz eigene Sprache spricht. Am Abend erwartete uns schließlich ein ganz besonderes kulinarisches Erlebnis. Im Restaurant Chaichana im Usbekistan-Park von Aschchabad wurde nicht einfach nur serviert – für uns wurde direkt am Tisch gegrillt! Fleischspieße und Gemüse brutzelten vor unseren Augen, während wir die besondere Atmosphäre des Restaurants genießen konnten! Eine freundliche Bedienung, gutes Essen und die ungewöhnliche Umgebung machten diesen Abend zu einem gelungenen Auftakt in der turkmenischen Hauptstadt!

17. Tag Samstag, 26.09.2026 – Tagesausflug nach Mary (ca. 400 km)

Nach dem Frühstück im Hotel hieß es heute wieder: Koffer packen und aufbrechen! Unser Ziel war Mary, doch eigentlich wartete auf uns eine noch viel ältere und geheimnisvollere Stadt: Merw! Die Fahrt führte uns durch die weiten Landschaften Turkmenistans. Immer wieder legten wir Fotostopps ein – und dabei begegneten uns ganz besondere Bewohner dieser Region: große Kamelherden, die scheinbar völlig unbeeindruckt durch die karge Landschaft zogen. Ein Anblick, der uns daran erinnerte, dass das Kamel seit Jahrtausenden ein unverzichtbarer Begleiter der Menschen auf den Handelswegen Zentralasiens ist.

Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich die Ruinen des antiken Merw. Was heute wie eine riesige archäologische Landschaft wirkt, war einst eine der bedeutendsten Metropolen der islamischen Welt. Neben Städten wie Bagdad, Kairo und Damaskus gehörte Merw zu den großen Zentren von Handel, Wissenschaft und Kultur. An der Kreuzung wichtiger Karawanenwege gelegen, kamen hier Menschen, Waren und Ideen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt zusammen.

Heute zeugen gewaltige Ruinen und Festungsanlagen von dieser glanzvollen Vergangenheit. Wir erkundeten unter anderem die Siedlung Erk Kala, die mächtige Festung Gyaur Kala und das beeindruckende Mausoleum von Sultan Sanjar, dessen rund 38 Meter hohe Kuppelkonstruktion noch heute weithin sichtbar ist. Auch die beiden imposanten Festungen Gyz Kala – die kleine und die große – standen auf unserem Programm. Ihre ungewöhnlichen, wellenförmigen Mauern verleihen ihnen ein geradezu futuristisches Aussehen. Kaum vorstellbar, dass diese Bauwerke bereits vor vielen Jahrhunderten errichtet wurden.

Gemeinsam mit unserem Reiseleiter Durdy tauchten wir immer tiefer in die Geschichte dieser einstigen Weltstadt ein. Überall begegneten uns weitere Überreste von Palästen, Befestigungen und religiösen Bauwerken. Die gesamte archäologische Landschaft gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe – und beim Spaziergang durch die Ruinen konnten wir erahnen, wie geschäftig und prächtig das Leben hier einst gewesen sein muss. Nach diesem Ausflug in die ferne Vergangenheit ging es weiter nach Mary. Dort besuchten wir noch die russisch-orthodoxe Kirche, die ein interessantes Zeugnis für die russische Geschichte und die kulturelle Vielfalt Turkmenistans darstellt.

Am Abend hieß es bereits wieder Abschied nehmen von Mary. Vom Flughafen flogen wir zurück nach Aschgabat. Nach der Landung ging es noch in das Stadtviertel Dserdschinskij, wo wir in einem lokalen Restaurant zu Abend aßen. Anschließend kehrten wir in unser Stadthotel zurück. Hinter uns lag ein Tag voller Gegensätze: endlose Wüstenlandschaften und lebendige Kamelherden, moderne Städte und die Ruinen einer Metropole, die einst zu den wichtigsten Zentren der islamischen Welt gehörte!

18. Tag Sonntag, 27.09.2026 – Stadtbesichtigung Aschchabad

Nach dem Frühstück machten wir uns gemeinsam mit unserem örtlichen Reiseleiter Durdy auf, um die turkmenische Hauptstadt Aschchabad noch intensiver kennenzulernen. Die Stadt liegt am Fuße des Kopet-Dag-Gebirges, eingebettet in eine fruchtbare Oase am Rande der gewaltigen Karakum-Wüste – ein faszinierender Kontrast zwischen trockener Wüstenlandschaft und grüner Stadt! Unsere Stadtrundfahrt begann am großen Memorial, das der Geschichte des turkmenischen Volkes gewidmet ist. Schon die Dimensionen der Anlage beeindruckten uns. Auf großen Mosaikflächen werden unterschiedliche Ereignisse und Epochen dargestellt, die das Land und seine Menschen geprägt haben. Besonders ungewöhnlich war eine monumentale Darstellung eines Stieres, der einen Globus auf seinem Kopf trägt – ein Motiv, das zum Nachdenken über die Geschichte und die Entwicklung der Welt einlädt.

Anschließend verließen wir die moderne Hauptstadt und fuhren hinaus nach Nisa. Hier befinden sich die Überreste der antiken Hauptstadt des Partherreiches. Zwischen den Ruinen konnten wir uns vorstellen, welche Bedeutung diese Stadt einst an den Handelswegen zwischen Orient und Okzident besaß. Heute gehört die archäologische Stätte zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den bedeutendsten historischen Orten Turkmenistans.

Danach führte uns unser Weg nach Kiptschak, wo wir die imposante Ruhy-Moschee besichtigten. Das monumentale Bauwerk gilt als eines der bedeutendsten religiösen Zentren des Landes. Direkt neben der Moschee befindet sich das Mausoleum mit den Gräbern des ersten Präsidenten Turkmenistans, Saparmurat Nijasow, und seiner Familie. Der Ort verbindet damit religiöse Architektur mit der jüngeren Geschichte des Landes und seiner politischen Führung.

Zurück in Aschgabat besuchten wir anschließend die Ertuğrul-Gazi-Moschee, eine der bekanntesten sunnitischen Moscheen der Hauptstadt. Ihre Architektur erinnert stark an osmanische Vorbilder und bildet damit einen interessanten Kontrast zu den monumentalen Bauten, die sonst das Stadtbild Aschgabats prägen.

Danach war Zeit für einen ganz anderen Teil des turkmenischen Lebens: den Russischen Basar. Hier konnten unsere Gäste in Ruhe stöbern und das eine oder andere Souvenir entdecken. Im orientalisch geprägten Bereich „Gulistan-Russkiy“ fanden sich modernes Kunsthandwerk, Silberschmuck, Teppiche und Erzeugnisse aus Kamelwolle. Zwischen Farben, Mustern und handgefertigten Waren zeigte sich wieder einmal die Vielfalt der kulturellen Traditionen Turkmenistans.

Am Nachmittag stand noch ein kultureller Höhepunkt auf unserem Programm: das Nationalmuseum Turkmenistans. Die Ausstellung ist fachlich sehr gut aufgebaut und wurde uns bei einer ausgezeichneten Führung nähergebracht. Besonders beeindruckte uns ein gewaltiger turkmenischer Teppich – ein eindrucksvolles Beispiel für die jahrhundertealte Teppichkunst des Landes. Turkmenische Teppiche sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ihre charakteristischen Muster spiegeln unter anderem die Traditionen verschiedener turkmenischer Stammesgruppen wie Tekke, Yomut, Saryk und Chodor wider. Jeder Teppich erzählt damit nicht nur von handwerklichem Können, sondern auch von Identität, Geschichte und kultureller Überlieferung!

Doch der Tag sollte noch einen ganz besonderen Höhepunkt bereithalten. Zum Abendessen fuhren wir zu einem Pferdestall, denn wer Turkmenistan verstehen möchte, kommt an einem seiner größten Nationalstolze kaum vorbei: den legendären Achal-Tekkiner-Pferden! Die edlen Tiere mit ihrem charakteristischen, oft metallisch glänzenden Fell gelten als eine der ältesten und außergewöhnlichsten Pferderassen der Welt. Die Turkmenen widmen ihrer Zucht seit Jahrtausenden große Aufmerksamkeit. Schon antike Herrscher sollen diese außergewöhnlichen Pferde begehrt haben. Während wir unser Abendessen genossen, konnten wir die Tiere aus nächster Nähe bewundern. Eleganz, Kraft und eine fast majestätische Ausstrahlung machten verständlich, warum die Achal-Tekkiner bis heute einen besonderen Stellenwert in der turkmenischen Kultur besitzen.

Am Ende dieses ereignisreichen Tages hieß es leider auch Abschied nehmen von unserem Reiseleiter Durdy. Er musste bereits zum Flughafen, um dort seine nächste Reisegruppe abzuholen. Nach den gemeinsamen Tagen voller Entdeckungen, Geschichte und Begegnungen verabschiedeten wir uns herzlich von ihm.

19. Tag Montag, 28.09.2026 – Abschied von Zentralasien – wenn eine Reise zu Erinnerung wird

Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen war, hieß es heute Abschied nehmen. Früh am Morgen verließen wir unser Hotel und machten uns auf den Weg zum Flughafen von Aschchabad. Hinter uns lagen viele Kilometer, vier Länder, unzählige Begegnungen und Erlebnisse, die uns unterwegs immer wieder zum Staunen, Lachen und Nachdenken gebracht hatten! Im Gepäck befanden sich neben Kleidung und dem einen oder anderen Souvenir vor allem etwas viel Wertvolleres: Erinnerungen. Erinnerungen an die Weite der kasachischen Steppe, die schneebedeckten Berge Kirgistans, die prachtvollen Städte der Seidenstraße, die herzliche Gastfreundschaft der Menschen und die geheimnisvolle Welt Turkmenistans!

Unser Rückflug führte uns über Istanbul. Mit jedem Kilometer, den wir uns Deutschland näherten, wurde uns vielleicht ein wenig bewusster, wie weit wir tatsächlich gereist waren – nicht nur geografisch, sondern auch durch die Geschichte und durch ganz unterschiedliche Kulturen!

Am Nachmittag landeten wir schließlich wieder in Deutschland.


Eine Reise endet eigentlich nie an einem Flughafen. Dort endet nur der gemeinsame Weg. Die Landschaften verschwinden langsam hinter uns, die Koffer werden ausgepackt, der Alltag kehrt zurück. Doch manches bleibt: ein besonderer Duft, ein Lächeln, der Klang einer fremden Sprache, das Bild einer Moschee im Abendlicht oder der Geschmack eines Gerichts, das uns plötzlich wieder an einen weit entfernten Ort zurückführt! Wir haben auf dieser Reise nicht nur vier Länder entlang der Seidenstraße kennengelernt. Wir haben ein Stück Welt miteinander geteilt – und dabei vielleicht auch ein kleines Stück von uns selbst neu entdeckt! Die Kilometer verschwinden von der Landkarte. Die Erinnerungen bleiben!


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