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Venedig trifft Dresden – Karnevalszauber, der zum Reisen verführt

Von Anette Rietz, 10.02.2026
Venezianischer Karneval in Dresden – © Luana / Kavalenkava - stock.adobe.com

Es gibt Feste, die sind mehr als ein Datum im Kalender. Sie sind ein Gefühl. Ein Flirren in der Luft. Ein Versprechen von Verwandlung. Der Karneval gehört genau dazu – und nirgendwo ist er geheimnisvoller als in Venedig. In Dresden lässt sich im Februar ganz nah der Elbvenezianische Carneval erleben.

Venedig ist kein Ort für einen Moment, sondern für alle Jahreszeiten. Abseits des Karnevals entfaltet die Lagunenstadt ihre stille Schönheit: leere Gassen im Morgengrauen, das Licht auf dem Wasser, Kunst und Geschichte an jeder Ecke. Wer bleibt, entdeckt ein Venedig jenseits der Masken – zeitlos, sinnlich und überraschend ruhig.

Venedig Karnevalsmasken und Markusplatz – © Eberhardt TRAVEL
Venedig Karnevalsmasken und Markusplatz – © Eberhardt TRAVEL

Wenn Masken Geschichten erzählen: Karneval in Venedig & Venezianischer Karneval in Dresden 2026

Wenn sich 2026 die Lagunenstadt wieder in Samt, Seide und Gold hüllt, wird Venedig zur Bühne eines zeitlosen Schauspiels. Maskierte Gestalten gleiten durch enge Gassen, auf Brücken und über stille Kanäle. Hinter jeder Maske könnte sich ein Adeliger verbergen – oder ein ganz normaler Mensch, der für einen Moment jemand anderes sein darf. Der Karneval von Venedig lebt von dieser Magie des Ungewissen: elegant, verspielt, ein wenig melancholisch und vollkommen entrückt vom Alltag. Doch Venedig versprüht das ganze Jahr ein bezauberndes Flair.

So kam es einst zur Fastnacht am Dresdner Hof

Im Jahr 1553 ließ Kurfürst Moritz am Dresdner Hof erstmals eine kurfürstliche Fastnacht ausrichten – ein prächtiges Spektakel mit Ritterspielen und einer aufwändig inszenierten „Türkenschlacht“. Was als höfisches Fest begann, wurde rasch zur festen Tradition: Seine Nachfolger feierten die Fastnacht nahezu jährlich, sofern nicht Krieg oder ein Trauerfall die höfische Lustbarkeit unterbrach.

Einen entscheidenden Impuls erhielt diese Festkultur im Jahr 1601, als Johann Georg I. als erster sächsischer Kurprinz nach Venedig reiste. Diese Reise sollte folgenreich sein. Fast alle nachfolgenden Kurfürsten traten in seine Fußstapfen und brachten von der Lagunenstadt weit mehr mit an die Elbe als nur Erinnerungen: Musiker, Maler, Bildhauer und kostbare Kunstwerke fanden ebenso ihren Weg nach Dresden wie die italienische Fest- und Theaterkultur. Er beauftragte die Brüder Tola, sein neues Residenzschloss ganz im Stil der italienischen Renaissance zu gestalten. Sie schufen eine prachtvolle Sgraffito-Fassade, die dem Schloss ein unverwechselbares südliches Gepräge verlieh.

Die Commedia dell’arte wurde in Dresden heimisch, venezianische Maskeraden hielten Einzug und auch die venezianische Oper prägte fortan das kulturelle Leben am Hof. Spätestens ab 1667, als die Fastnacht zunehmend als „Carneval“ bezeichnet wurde, lebte in Dresden Jahr für Jahr ein Stück Venedig neu auf. Der aufwändig restaurierte Große Schlosshof zählt heute wieder zu den besonderen Attraktionen der Stadt – und bildet eine eindrucksvolle Kulisse für das Wiederaufleben venezianischer Festkultur in Dresden.

Ein Besuch in Dresden kommt an August dem Starken kaum vorbei. Sein Erbe prägt die Stadt bis heute – als Goldener Reiter am Neustädter Markt, in den weltberühmten Sammlungen der Museen und als visionärer Bauherr des Zwingers sowie der Schlösser von Pillnitz und Moritzburg.
Der von ihm ausgerichtete Carneval des Jahres 1722 gilt als Höhepunkt höfischer Festkultur. Ein spektakuläres Pferdeballett bildete den Mittelpunkt der Feierlichkeiten, zu denen sich das „Who is Who“ des sächsischen Adels versammelte – kostümiert in venezianischer Pracht und Eleganz.

Elbvenezianischer Carneval in Dresden – © Elbvenezianischer Carneval / Verlag: BoD
Elbvenezianischer Carneval in Dresden – © Elbvenezianischer Carneval / Verlag: BoD

Italien und Sachsen - eine starke Verbindung

Dresden gilt nicht nur als "Florenz an der Elbe", sondern mitten in Sachsen schlägt auch das venezianische Herz ein zweites Mal: Der Venezianische Karneval in Dresden bringt 2026 erneut internationales Flair in die barocke Altstadt. Vor der Kulisse von Zwinger, Semperoper und Frauenkirche begegnen sich prachtvolle Kostüme, aufwändig gestaltete Masken und leise Musik – ganz ohne laute Umzüge, dafür mit umso mehr Stil. Dresden wird zur nordischen Schwester Venedigs: historisch, elegant und überraschend sinnlich.

Programm 13.-15.2.2026: 5. Elbvenezianischer Carneval in Dresden

Auftakt ist die Vorstellung des neuen Buchs „Dresdner Lustbarkeiten“ am Freitag 13. Februar. Darin lässt der Autor Christoph Münch in zwölf Episoden den Carneval am Sächsischen Hof wieder lebendig werden – der mit der Bombardierung Dresdens 13. Februar 1945, einem Fastnachtsdienstag, ein jähes Ende fand. Im Gedenken daran, wird dieser Abend ohne Masken verbracht. Der 13. Februar steht übrigens für weitere Verbindung zwischen Venedig und Dresden. Denn an diesem Tag 1886 starb in der Ca’Vendramin - heute das Casino der Stadt Venedig - Richard Wagner, dessen Weltkarriere als Dresdner Hofkapellmeister begonnen hatte. Wenn am Samstag, 14. Februar 2026 ab 11 Uhr barock gekleidete Damen und Herren sowie fantasievoll-bunte Masken vom Neumarkt aus durch die Dresdner Altstadt flanieren, entsteht wieder venezianisches Flair an der Elbe. Dann begeht der Elbvenezianische Carneval der Neuzeit bereits seine fünfte Auflage. Am Sonntag, 15. Februar, wird der Elbvenezianische Carneval Dresden mit einem Konzert in der Frauenkirche abgeschlossen, zu dem alle Teilnehmer in ihren barocken Masken und Roben erscheinen können.

Was beide Karnevale verbindet, ist nicht nur die Ästhetik, sondern die Idee dahinter: In einer Welt, die immer schneller und lauter wird, laden sie zum Innehalten ein. Zum Staunen. Zum bewussten Erleben. Ob in den nebligen Morgenstunden an der Lagune oder bei einem Spaziergang durch Dresdens Altstadt – der Karneval erinnert uns daran, dass Fantasie, Kunst und Spiel zeitlos sind.

2026 ist die perfekte Gelegenheit, sich neu verzaubern zu lassen. Vielleicht zuerst in Dresden, ganz nah, und dann in Venedig, wo das besondere Flair der Stadt ihre Gäste das ganze Jahr über in den Bann zieht.

Eberhardt-Buchtipp:
Christoph Münch: Dresdner Lustbarkeiten - Geschichten zum Carneval
Paperback, 194 Seiten, 104 Abb.
ISBN-13: 9783819224133
Verlag: BoD - Books on Demand, 18,00 EUR

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