Conwy und Caernarfon – die größten Burgen des englischen Mittelalters

Der englische König Eduard I. trug seine Größe im Namen: Zwar bezog sich sein Beiname „Longshanks“ (Langbein) auf seine körperlichen Abmaße, doch er war auch der größte mittelalterliche Monarch Englands. Nachdem er Wales unterworfen hatte, legte er in den walisischen Gebieten zur Sicherung seiner Herrschaft das größte und ehrgeizigste Burgenbauprogramm des Mittelalters auf. Die Burgen Conwy und Caernarfon gehörten dazu. Sie erzählen auch Jahrhunderte später von den Abenteuern und Legenden des englischen Mittelalters.

Von Michael Krause / 31.05.2018
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König Eduard I. ließ er seine Burgen innerhalb weniger Jahre mit einem für damalige Zeit untypischem Aufwand fertigstellen. Die UNESCO verlieh mehreren von ihnen bereits im Jahr 1986 den Weltkulturerbe-Status. Die schönsten und geschichtsträchtigsten stehen in Conwy und Caernarfon. In Conwy ließ Eduard I. seine erste Burg errichten, und eine ganze Garnisonsstadt gleich dazu. Bis heute dominiert Conwy Castle, gelegen an der Mündung des gleichnamigen Flusses, den Ortseingang des walisischen Städtchens. Zwei Burgteile bilden einen inneren und einen äußeren Hof, die von vier bzw. sechs mächtigen Rundtürmen geschützt werden. Die Anlage ist heute eine der eindrucksvollsten Burgruinen in ganz Europa. Sie sollte den Hafen und die Stadt schützen und gleichzeitig als unüberwindbare Sicherungsanlage den etwaigen Übergriffen der walisischen Fürsten gegen Englands Krone standhalten. James of St. George, der Burgbaumeister von Conwy, meisterte diese Aufgabe genial − nicht umsonst ist er als berühmtester Wehrarchitekt seiner Zeit in die Geschichte eingegangen. Fast alle bedeutenden Burgen Eduards I. stammen aus seiner Planung − auch die Burg Caernarfon, die viele Ähnlichkeiten zu Conwy aufweist. Auch hier gründete der englische König eine Garnisonsstadt vor der Burg und bezog sie in die Stadtbefestigung mit ein. Wie Conwy liegt die Burg Caernarfon an einem Hafen. Auch die Grundrisse der Burgen ähneln sich: Wehrtürme und starke Toranlagen teilen die Burg in zwei Bereiche, bewacht von gewaltigen Festungstürmen. Allerdings sind die Grundformen in Caernarfon ein Fünf- und ein Sechseck statt der rechteckigen Formen in Conwy. Auch die Turmanlage steht auf einem sechseckigen Grundriss. Eduard I. hatte Caernarfon als Residenz der englischen Fürsten von Wales angelegt. Auch wenn die niemals einzogen, gilt die Burg als teuerster Wehrbau des englischen Mittelalters und ist bis heute der Ort, an dem die Thronfolger-Würde verliehen wird. Als bisher letzter britischer Thronfolger bekam Prince Charles am 26. Juli 1958 im Caernarfon Castle diese Würde von Königin Elisabeth II. – Thema einer Ausstellung in der Burg.



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