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Skandinaviens meistbesuchtes Museum: Vasamuseum Stockholm

Von Dr. Michael Krause, 06.01.2025
Vasa-Museum in Stockholm – © Eberhardt TRAVEl - Konrad Füssel

Sie war eines der größten, schönsten und bestbewaffneten Kriegsschiffe ihrer Zeit: die schwedische Galeone „Vasa“. Dennoch nahm sie nie an irgendeiner Kampfhandlung teil, ja – sie legte insgesamt seit ihrem Stapellauf 1628 nicht einmal zwei Kilometer zurück …

Namensgebung, Bau und Untergang der Vasa

Benannt war das Kriegsschiff nach dem herrschenden schwedischen Königsgeschlecht, das einst 1523 Gustav I. Vasa mit seiner Machtübernahme als König und Trennung von Dänemark begründet hatte. Es sollte zunächst Prestigeobjekt und Machtdemonstration im gerade tobenden dreißigjährigen Krieg sein. Außerdem sollte es als Flaggschiff die Vormachtstellung der schwedischen Flotte in der Ostsee sichern und die Ansprüche gegenüber Polen betonen. Vermutlich hatte sich der Schwedenkönig Gustav II. Adolf in die Bauausführung des Schiffes eingemischt und mit zu hohen Bordwänden und zu hoch angebrachten schweren Kanonen die Stabilität des Schiffes untergraben. So kam es, dass bim Auslaufen des Schiffes und Setzen der ersten Segel die erste große Windböe den Stolz der schwedischen Marine zum Kentern brachte. Unweit des Hafens versank die „Vasa“ nach nur 1300 zurückgelegten Metern in der Ostsee und riss etwa 50 Menschen mit in den Tod.

Vasa-Museum in Stockholm – © Eberhardt TRAVEL
Vasa-Museum in Stockholm – © Eberhardt TRAVEL

Hebung, Restaurierung und Konservierung der Vasa

Damit aber ist nur der erste Teil der Geschichte erzählt. Denn 1956, nach systematischer Suche, entdeckte der Meeresarchäologe Anders Franzén das Wrack in erstaunlich gutem Zustand. Fünf Jahre später gelang dann die spektakuläre Hebung der „Vasa“. Der Schiffskörper, in dessen Umgebung man über 10.000 Kleinteile und Gegenstände fand, wurde in ein Trockendock gebracht.
Mit modernsten Mitteln wurde danach das geborgene Material restauriert und als komplettes Schiff wieder hergestellt. Zur Behandlung gehörte unter anderem, es 17 Jahre lang mit Polyethylenglycol zu imprägnieren, was das Holz und die Einzelteile fast originalgetreu konservierte. Das im Museum ausgestellte vollständige Auch Einzelteile des Schmucks und der Bewaffnung wurden wieder angebracht, so dass ein überwältigender Eindruck entsteht: der 61 m lange Segler besteht nach offiziellen Angaben zu 98% aus Originalteilen.

Vasa-Museum in Stockholm – © Yirui Aries/imagebank.sweden.se
Vasa-Museum in Stockholm – © Yirui Aries/imagebank.sweden.se

Das Vasa-Museum

Das besondere Museumsgebäude wurde nach der Restaurierung um das Schiff herum gebaut. Die schwedische Regierung hatte einen Wettbewerb für den attraktivsten Museumsbau ins Leben gerufen. Unter 384 Vorschlägen setzte sich die heutige 34 m hohe Museumshalle durch, die das Schiff in seiner ganzen Pracht präsentiert. Der Effekt beim Betreten des Museums ist verblüffend: in der dunklen Ausstellungshalle scheint das gut ins „rechte Licht“ gesetzte Schiff golden zu leuchten. Die Restauratoren haben ganze Arbeit geleistet – man kann jedes Detail des Schiffes eingehend betrachten, man kann es sogar riechen und fast berühren. Der Besuch im Vasa-Museum ist eine unglaubliche Reise um vierhundert Jahre zurück in die Zeit der Seekämpfe des 30jährigen Krieges. Die Stückpforten, wie die Kanonenluken von Kriegsschiffen genannt werden, sind geöffnet und scheinen jeden Augenblick bereit, ein Kanonenrohr für eine tödliche Breitseite hervorzulassen. Tauwerk und Strickleitern sind (wieder) an den Andeutungen der Masten befestigt und man erwartet, wie im Piratenfilm jeden Moment flinke Seeleute zum Segelsetzen aufentern zu sehen. Die alten Verzierungen und selbst der aufwendig-prächtige Heckspiegel künden von Handwerkskunst, aber auch von Imponiergehabe des frühen 17. Jh. Seit der Museumseröffnung 1990 haben fast 30 Millionen Menschen diese „Zeitreise“ gemacht und sind zur und mit der „Vasa“ in eine Epoche der früheren Seefahrt aufgebrochen.

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