Reisebericht: Rundreise Afrika - Namibia, Botswana und Simbabwe

08.10. – 21.10.2018, 14 Tage Naturreise: Windhoek - Mount Etjo-Wildreservat - Etosha Nationalpark - Sambesi-Region - Mahango- und Chobe-Nationalpark - Victoria Wasserfälle

Elefanten, Elefanten, Elefanten...

8./9.10.2018: Willkommen in Namibia


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nach einem langen Flug via Johannesburg über Nacht landen wir am Mittag in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Unsere Reiseleiterin Konny und unser Fahrer James warten schon am Flughafen auf uns. Nach einer herzlichen Begrüßung wechseln wir noch Geld am Flughafen und starten im Safaritruck zur Erkundungstour durch Windhoek mit Fotostopps an der Christuskirche, an der "Kaffeemühle", an der Alten Feste und dem Tintenpalast. Die Staue des Südwester-Reiters ist leider nicht mehr zu sehen. Durch das Zentrum von Windhoek gelangen wir zum alten Bahnhof. Hier auf einen Zug zu warten, ist ein echtes Abenteuer: kommt er oder kommt er nicht. Danach fahren wir zu unserem Hotel Thule, welches auf einem Hügel in Stadtteil Klein-Windhoek liegt. Hier wurden wir mit einem Glas Wild Orangen Sekt begrüßt. Nach einer Erfrischung unter der Dusche genießen wir den herrlichen Ausblick von der Terrasse mit einem kühlen Getränk. Abends geht es zum Essen ins Kult-Restaurant Joe`s Beerhouse. Im rustikalen Garten gibt es viel zu entdecken. Umrahmt von Jägermeister fühlen wir uns etwas heimisch, doch die leckere Speisekarte zeigt uns, dass wir in Namibia sind. In gemütlicher Runde schlemmen wir Bushman Fire, Oryx oder Kudu, welches frisch auf dem Grill zubereitet wird. Beim kühlen Fassbier und Kaktusfeigenschnaps lernen wir uns schnell kennen und sind bereits jetzt eine super Reisefamilie. Zurück im Hotel gehen wir schnell ins Bett, den am nächsten Tag startet unsere Tour durch Namibia, Botswana und Simbabwe.

10.10.2018: Safari am Mount Etjo


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Nach einem ausgezeichneten Frühstück geht es zunächst zu einer modernen Shopping Mall, wo wir noch mals Geld tauschen und uns im SuperSpar mit Peaceful Sleep, Adaptern und anderem eindecken. Hier begrüßen wir auch 3 weitere Gäste, die erst heute in Windhoek gelandet sind.
Gemeinsam fahren wir nach Okahandja. Die Stadt ist eng mit der Geschichte der Hereros verbunden. So ist hier Mahahro-Chief beerdigt. Auf dem kleinen Holzschitzermarkt besuchen wir Mama Viktor. Der Markt wird ausschließlich von Frauen betrieben. Unsere Reiseleiterin Konny hat dieses Frauenprojekt mit Spenden ins Leben gerufen - Hilfe zur Selbsthilfe. Wir finden solche Projekte einfach Klasse und unterstützen sie gern. Kurze Zeit später werden wir in der Mount Etjo Lodge im privaten Okonjati Wildreservat empfangen. Dieses  riesige Wildreservat wurde vom bekannten Wildschützer Jan Oelofse gegründet. Etjo bedeutet Ort der Zuflucht. Die herrliche Anlage im maurischen Stil gefällt uns, zumal wir gleich von 2 Elefanten begrüßt wurden, die am aufgestauen Okonjati-Fluss badeten. Nach Kaffee und selbstgebackenem Kuchen pirschten wir im Lodge eigenen Monstertruck durch die atemberaubende Landschaft und bekamen so allerlei vor die Linse: Giraffen, Wasserböcke, Kudu, Kuh-Antilopen und natürlich einige Breitmaulnashörner. Unsere erste Pirschfahrt war ein gelungener Start. In der Boma der Lodge wurden wir mit einem Cherry zum romantischen Abendessen bei Kerzenschein begrüßt. In gemütlicher Runde schlemmten wir wieder lecker gegrilltes Game. Der Koch strahlteüber das ganze Gesicht als wir ihn für seine Kochkünste lobten. Mit einem Gin & Tonic beendeten wir den Tag.

11.10.2018: Auf zum Etosha


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Nach dem Frühstück fuhren wir via Kalkrand in Richtung Norden weiter. In Outjo, dem Tor zum Etosha pausierten wir. Während James tankte, bummelten wir durch den kleinen, hübschen Ort und naschten Schweinsohren in der alten Outjo-Bäckerei, die heute in einem modernen Gebäude an alter Stelle zum Verweilen einlädt. Bereits am frühen Nachmittag checkten wir im staatlichen Okaukuejo Rest Camp direkt im Park ein. Doch bevor wir ins Camp einfahren konnten, verhinderte eine natürliche Straßensperre den Weg. Eine riesige Elefantenherde kreuzte die Straße. Bereits am ersten Wasserloch Ombika, kurz hinter dem Anderson-Gate, hatten wir schon Glück, Giraffen und Zebras. Aber diesen elefantistischen Empfang hat man selten. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort! So vergaßen wir schnell die extreme Hitze, 40 ° C unter strahlender Sonne Afrikas. Nach einer kühlen Dusche war das Motto: Heia Safari! Die erste, kurze Pirschfahrt durch den Etosha stand auf dem Programm. Und wir hatten wieder riesiges Glück. Am Nebrowni- Wasserloch schwitzen wir um die Wette. Einerseits wegen der Hitze und andererseits vor Spannung. Eine Löwin saß untern dem einzigen, verdorrten Busch und beäugte das Wasserloch. Wo Zebras angespannt in die Richtung der Löwin schauten, aber sich Springböcke dennoch ans Wasserloch trauten, um ihren Durst zu stellen. Wir mußten auch erst einmal einen Schluck aus der Wasserflasche zu uns nehmen. Durst ist eben schlimmer als Heimweh. Just in diesem Moment setzte die Löwin zum Sprung an. Ihre Beute ein kleines Springböckchen, was im Schlamm des Wasserloches stecken blieb und nicht flüchten konnte. Wir hielten den Atem an, auch wegen des aufgewirbelten weißen Sand durch den Angriff der Löwin. Zebras und Springböcke suchten das Weite. WOW, ich war schon öfters hier, aber das hatte ich so noch nicht erlebt. Nach einer kurzen Atempause sahen wir in der Ferne 3 Elefantenbullen auf das Wasserloch zu kommen. Also Geduld bei extremer Hitze. Die Löwin wurde nervös, denn Löwen haben Angst vor Elefanten. Als sich die Elefanten freudig dem Wasserloch näherten, ließ die löwin ihre Beute links liegen und suchte Deckung. Die Elefanten nahmen das winzige Wasserloch in Beschlag und tobten sich dort aus. Die Zeit verging schnell, fast 1 h verharrte wir an diesem Wasserloch. Auf der Rückfahrt zum Camp hielten wir noch in Gemsbokvlakte, auch einem künstlichen Wasserloch. Und wir hatten wieder ein riesiges Glück. Zunächst war am Wasserloch nichts zu sehen. Doch plötzlich sahen wir eine Gruppe von 5 Junglöwen, die offensichtlich auch großen Durst hatten und in Richtung Wasserloch marschierten. Doch nun schnell zurück zum Camp. Bei Sonnenuntergang schließen die Tore und wenn man zu spät kommt, muß man empfindliche Strafen zahlen. Nach dem Abenndessen vom Buffet tauschten wir noch schnell ein Zimmer, in welchem die Klimaanlage wegen eines Stromausfalles, der aber behoben wurde, nicht mehr funktionierte. Danach gingen wir zum beleuchteten Wasserloch im Camp, wo sich zu nächtlicher Stunde Elefanten, Giraffen, Schakale, Sitz- und Breitmaulnashorn abwechselnd zum StellDichEin am Wasserlochstammtisch trafen. Es war einfach tierisch. 

12.10.2018: Durch den Etosha nach Tsumeb


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Die Nacht war kurz. Nach dem zeitigen Frühstück starteten wir zur Pirschfahrt von West nach Ost durch den Etosha-Nationalpark. Über 300 km auf Sandpad. Ein langer Weg, aber gespickt mit vielen Tierbeobachtungen. Planen kann man diese nie, also kurz nach Sonnenaufgang ging es los. Unser erster Abstecher führte uns noch einmal an das scheinbar verwaiste Wasserloch Nebrowni. Doch dort lag entspannt der König der Tiere, ein stattlicher Löwe, der sich das noch erfrischende Morgenwindchen um die Nase wehen ließ. Unterwegs sahen wir Springbockherden, Zebras und Kuhantilopen, die durch die Weiten des Etoshas marschierten. Am Wasserloch Rietfontein war Streifen als Kleiderordnung angesagt. Unmengen von Zebras versammelten sich dort. Entlang der Pfanne blickten wir auf eine unendich scheinende, weiße Ebene. Einfach faszinierend, als wir in der Einsamkeit im Nichts am Lookout ausstiegen. Langsam wurde es heiß und heißer. Im Camp Halali in der Mitte das Parks machten wir deswegen Pause. Unser Ziel war das östliche Anderson-Gate, wo wir den Park wieder verließen. Auf dem Weg dort hin passierten Giraffen und Strauße die Pad. Riesentrappen stolzierten über die trockenen Gasflächen. Weißrückengeier beäugten gierig ein totes Springböcken, bevor sie sich daran labten. Im Fort Namutoni, unweit des Ausgang, machten wir noch einmal eine kurze Pause, bevor wir auf der Teerstraße nach Tsumeb, der Kupfer-Minenstadt weiter fuhren. Unser Ziel war das Kupferquelle Resort in Tsumeb. Schnell bezogen wir unsere modernen und äußerst komfortablen Chalets. Zum Abendessen hatten wir im alten Minenhotel einen Tisch reserviert. Das Essen ist dort einfach Baie lekker, im Gegensatz zum Resort-Fastfood-Restaurant. Im Garten des Minenhotels nahmen wir Platz und wurden sofort von den freundlichen Mitarbeitern umsorgt. Doch auch dieser schöne Tag und Abend mußte irgendwann mal ein Ende haben. Glücklich, satt und müde gingen wir zu Bett.

13.10.2018: Von der Minenstadt Tsumeb nach Rundu


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Wir fuhren in Richtung Norden. In Grootfontein besuchten wir die neugebaute Shopping-Mall, um uns mit diversen Vorräten einzudecken. Vorbei am Berg Aukas fuhren wir durch das Mais-Dreieck Namibia. Im kleinen Örtchen Mururani picknickten wir auf einem schön gestalteten Ratsplatz, wo sogar ein kleines Pool zur Erfrischung vorhanden war. Entlang des Kavango-Flusses ist die Region saftig grün. Große Bäume säumen die Teerstraße. Rechts und links die Dörfer der Kavangos mit ihren Rundhütten. Am Straßenrand präsentieren sie ihre Holzschnitzereien, denn die Kavango sind geschickte Kunsthandwerker. Auch heute sahen wir wieder viele Elefanten, wenn auch nur als Holz. Am Nachmittag checkten wir in die Kaisosi River Lodge, direkt am Fluss gelegen. Das Abendessen wurde uns auf der Terrasse serviert.

14.10.2018: Auf in die Zambezi-Region (Caprivizipfel)


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Bevor es losgehen konnte, mußten wir noch einen Reifen wechseln. Doch unser Fahrer James hatte die Reparatur fest im Griff. James ist selbst Kavango und in Rundu zu Hause. Mit seiner Frau und den 2 kleinen Kindern lebt er modern in einem kleinen Häuschen in der Stadt. Seine große Familie lebt in der Nähe von Rundu in einem traditionellem Clan-Dorf, betreibt Landwirtschaft und etwas Viehwirtschaft. In den vergangenen Tagen haben Konny, James und ich einen Plan geschmiedet, um einen Überraschungsbesuch bei James Familie zu organisieren. Schon erwartungsvoll wurden wir von der großen Familie freudig begrüßt. Alle hatten sich schick gemacht. Auch James strahlte über beide Uhren, Papa und Mama, die eigentlich sein Onkel und seine Tante sind, wiederzusehen. Seine leiblichen Eltern sind schon verstorben. Das Familiendorf war von einem blickdichten Strohzaun umgeben. Im Inneren ein Labyrinth. Am Versammlungsplatz wurden wir dann offiziell als Gäste begrüßt. Auf einem kleinen Rundgang zeigten sie uns stolz ihr Zuhause. Die Freilauftküche, die separaten Wohnbereiche und die Vorratskammer, wo die Saat für die Bestellung der Felder lagerte. So erhielten wir einen ganz persönlichen und authentischen Einblick in das normale Dorfleben. Auch James große Tochter mit ihren kleinen Sohn lebt hier. James ist also schon Opa, hihi. Wir erfuhren, dass einige junge Männer in der Stadt arbeiten, als Polizist oder in der Verwaltung. Es war total herzlich und spannend. Mit Gesang wurden wir von der Familie verabschiedet. Wr bedankten uns ganz herzlich und übergaben unsere Gastgeschenke wie Zwiebeln, Nudeln, Maismehl, Öl und andere diverse Sachen, die dankbar und mit strahlenden Gesichtern angenommen. Natürlich wollte Papa noch ein Foto zusammen mit James vor dem Truck. Er war sichtlich stolz auf James. Unsere Reise führte uns nach Divundu zur Mahangu Lodge am Ufer des Kavangos, gegenüber des gleichnamigen Nationalparks. Die Lage der Lodge ist einmalig und einfach traumhaft schön. Der wahre Luxus ist hier die persönliche Note, die Natur und die Lage. Auf der wunderschönen Terrasse wurde uns ein kleines Lunch serviert und wir beobachteten die Elefantenherde am anderen Ufer, die uns begrüßte. Am Nachmittag erfrischten wir uns im Kavango. Ja, richtig gelesen! Nicht im Pool, sondern im Fluss. Am privaten Bootssteg der Lodge befindet sich ein abgegrenztes Naturpool mitten im Fluß. Es war einfach herrlich und erfrischend. Krododile und Flußpferde hatten aber keinen Zutritt. Anschließend stand eine Bootsfahrt auf dem Programm. Relaxt schipperten den Fluß entlang, winkten den Bewohnern zu, die sich und ihre Wäsche im Fluß wuschen. Beobachteten Hippos, die genüsslich badeten; einen Schlangenhalsvogel, der nach Fischen suchte; Elefanten, die zum Trinken an das Flußufer kamen. Es war eine magische Bootstour. Mit einem Gin & Tonic in der Hand genoßen wir phantastischen Sonnenuntergang, bevor wir zur Lodge zurück fuhren. Dort erwartete uns ein romantisches Abendessen auf der Terrasse. Die Tische waren stilvoll gedeckt und die urige Bar gut gefüllt. Zu später Stunde, beeindruckt von den vielen Erlebnissen des Tages gingen wir in unsere sauberen, einfach eingerichteten Steinhäuschen und entschwanden ins afrikanische Traumland.

15.10.2018: Durch den Caprivizipfel


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Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten unsere Nasen beim Frühstück. Auf der Terrasse schlürften wir unseren Kaffee und bedienten uns am liebevoll angerichteten Buffet mit selbtsgemachter Marmelade, hausgemachter Leberwurst und Schmalz. Hier hätten wir gern länger verweilt, aber unsere Reise ging weiter. Als erstes unternahmen wir einen Abstecher in den gegenüberliegenden Nationalpark. Zebras, Antilopen und einen jungen Raubadler mit Beute erspähten wir. Danach ging es auf TeerPad via Kongola. Bevor wir in der Namushasha Lodge im Kwando Delta eincheckten, besuchten wir noch das Culture Village der Mashi. Hier erhielten wir einen Einblick in deren Kultur und Traditionen. Das Culture Viallge und das richtige Dorf der Mashi befindet sich auf einem Gelände, wo über 100 Jahre alte Baobabs wachsen. Dem Urbaum wird viel Energie und magische Kraft zugeschrieben. Auch wir umarmten die riesigen Bäume, um diese Kraft und Energie zu spüren. Auf Namushasha bezogen wir unsere Chalets und erfrischten uns, bevor wir bei Kerzenschein auf der Terrasse zu Abend aßen. Ich freute mich, Sharon wieder zu sehen, die nun die bar bediente. Ich habe sie bei meinem ersten Aufenthalt 2009 hier kennengelernt.

16.10.2018: Entdeckungen am Kwando


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Heute konnten wir ausschlafen und die freie Zeit am Vormittag genießen. Einige machten Sie mit mir auf eine kleine Wanderung entlang des Uferweges im Delta entlang. Es war spannend, überall grünes Dickicht, bunte Vögel und die Geräusche des Busches. Aus der Ferne hörten wir das Knacken der Bäume, Elefanten! Also begaben wir uns auf den geordneten Rückzug zur Lodge. Das Pool war für viele eine willkommende Abwechslung in der Mittagshitze und der Rock Shanty oder ein frisch gezapftes Bier eine wohltuende Erfrischung. Andere entspannten auf kleinen Terrassen ihrer Chalets und beobachten die kleinen Äffchen (Velvet Monkeys), die in den Bäumen rumtobten. Am Nachmittag unternahmen wir eine Bootsfahrt durch das Delta. Eine herrliche Landschaft aus Schilf, Papyrus und blühenden Wasserlilien säumte die Wasserwege. Ab und zu sah man die Trampelpfade der Hippos (Hippo Highway), Reiher und andere Wasservögel. Hier ist auch der Lebensraum der Sumpfantilope, die wir auf den Inseln im Delta sahen. Doch dann für das Boot langsamer. Vor uns eine Herde Hippos im Wasser, die Wächter beäugten uns schon. Wir waren ganz still, nur unsere Fotoapparate klickten leise. Die Herde hatte ich in der engen Biegung des Flußlaufes versammelt, fühlte sich dort sichtlich wohl - eine unüberbrückbare Wassersperre für unser Boot. Sicherheit geht vor, also Rückzug. Weit verzweigt ist das Delta und bekanntlich führen viele Wege nach Rom. An anderer Stelle sahen wir eine riesige Büffelherde grasend an uns vorüber ziehen, einen Wasserwaran am Ufer und Bienenfresser im Schilf. Die Hippo-Herde hatte an der Biegung etwas Platz gemacht und so konnten wir schnell vorbei schippern. Dabei begrüßten uns einige mit weit aufgerissenen Mäulern.  Langsam neigte sich die Sonne zum Horizont, ein einmaliges Farbenspiel. Unser Boot machten wir am Ufer des Horse Shoe, einem beliebten Treffpunkt von Elefanten fest und hüpften auf`s Festland. Auf einen entfernten Baum saßen einige Geier wie auf einem Aussichtspunkt und beäugten den darunter liegenden, gerissenen Büffel. Nachdem Sundowner Bar geöffnet war, feierten wir Hochzeit. Annett als Braut wurde mit der traditionellen Wasserlilienkette fein gemacht, James war der Bräutigam. Ich bin sicher seine 2. oder 3. Frau. Mit passenden Getränken verabschiedeten wir die Sonne und fuhren zur Lodge zurück. 

17.10.2018: Auf den Spuren von Livingstone nach Botswana


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Unsere Fahrt ging via Katima Mulilo. Unterwegs sahen wir Bergzebras und Giraffen unweit der Straße. Unsere Reiseleiterin Konny hatte sich für diesen Tag noch etwas Besonderes ausgedacht. Seit vielen Jahren gilt ihre große Liebe dem Afrikaforscher David Livingstone. Auf dessen Spuren ist sie immer wieder unterwegs und schreibt Bücher. Auf der Fahrt haben wir bereits schon viele interessante Geschichten von ihr gehört. Also wollten wir mit ihr einen für sie ganz besonderen Ort besuchen. Wir verließen die Teerstraße und fuhren in den Busch. Unser Ziel: Sangwali am Linyanti. Dieser unscheinbare Ort war Schauplatz historischer Begegnungen. Livingstone traf hier Sebitwane, den großen Häuptling des Makololo-Stammes, der hierher, in die tiefen Sümpfe am Linyanti gezogen war. Hier leben heute die Mayeyi, die von den Makololos versklavt wurden. Die Erzählungen der Mayeyi aus der Zeit vor 150 Jahren werden von Generation zu Generation weitergeben, sind Geschichte pur. Das war die Zeit von Livingstone und der Missionierung. Wir besuchten das kleine Livingstone-Museum, welches mit Hilfe von Spenden aufgebaut wurde. Das ist ein ganz persönliches Projekt von Konny, welches jetzt die Mayeyi verwalten. Zum Dank haben sie Konny hier ein Stück Land geschenkt, wo sie gemeinsam mit den Bewohnern einen Garten und Gewächshäuser angelegt hat und so die Bewohner in Sangwali unterstützt. Den über 3.000 Jahre alten, historischen Livingstone-Baobab konnten wir leider nicht sehen, da dieser weit im Busch steht. Die Familie von Linus freute sich über unseren Besuch. Die Kinder staunten mit großen Augen, noch nie hatten sie eine Bus oder Truck gesehen. Davon werden sie sicher noch ihren Urenkeln erzählen. Später sagten wir noch bei Ferdinand Guten Tag, er bsitzt das Land, wo sich dieser Baobab befindet und beschützt ihn. Später picknickten wir am Wegesrand mit selbstgemachten German Potato Salad und heißen Würstchen. Ein bisschen Heimat im tiefsten Afrika. Über die Ngoma Bridge überquerten wir den Chobe Fluss. An der Grenze zu Botswana mußten wir ein wenig warten, um die Einreise für alle Gäste zu ermöglichen. Während der Wartezeit bestaunten wir die zahlreichen Baobabs und die Elefanten im Grenzgebiet. Via Transitstraße ging es dann zügig durch den Chobe Nationalpark zu unserer Lodge in Kasane. Die komfortbale Chobe Safari Lodge befindet sich am Ufer des gleichnamigen Flusses. Zum Abendessen bedienten wir uns am großzügigen Buffet und trafen uns später an der Bar für einen Schlummertrunk. Ein kleiner Fehltritt erweiterte das Tagesprogramm noch. Die medizinische Versorgung im Krankenhaus von Kasane hat den Test sehr gut bestanden.

18.10.2018: Faszination Chobe-Nationalpark


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Heute hieß es früh aufstehen, denn eine Morgen-Pirschfahrt im Chobe-Nationalpark stand auf dem Programm. Im Morgengrauen ging es los. Im Chobe gibt es keine Wegmarkierungen wie im Kruger oder Etosha, deshalb sollte man auf Selbstfahrertouren verzichten. Mit 2 Jeeps pirschten wir durch den Park. In den Büschen raschelte es, der Busch erwachte: Vögel, Impalas, Reiher, Schreiseeadler und vieles anderes. Spannend wurde es am Ufer des Chobe. Unsere Fahrer waren einfach Klasse und hatten den richtigen Riecher. In den ersten Sonnenstrahlen entdeckten sie einen Leopard, der sich durch den Busch zum Wasser schlich, ganz nah an unseren Jeeps. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, welch ein Glück. Wir hatten den Leo gaz für uns allein. Als wir uns satt gesehen und zig Fotos geschossen, kam eine Blechlawine von Jeeps auf uns zu, auch sie wollten wissen, was es da zu sehen gibt oder besser gab, denn der Leopard war schon wieder verschwunden. Später sahen wir noch Geier und Marabus. Das ließ nichts Gutes ahnen, denn dort lag auch ein toter Elefant, der wahrscheinlich an Milzbrand gestorben war. Das machte us ein wenig traurig, aber das ist die Natur und gehört auch zum Leben. Nun hatten wir uns einen heißen Kaffee oder Tee verdient, denn morgens ist es noch ganz schön frisch im Busch. Danach pirschten wir zurück, wir sahen die bunte Gabelracke, den Nationalvogel Botswanas, kleine Mangusten und zum Schluß noch Giraffen. Danach frühtsückten wir ausgiebig in der Lodge. Konny hatte derweil das Polizeipräsidium in Kasane besucht und diverse Ausreiseformalitäten geklärt. Bis zum Nachmittag hatten wir freie Zeit zum Relaxen und einfach nur zum Träumen. Von den Aussichtsterrassen, besonders hinten am Campingplatz war der beruhigende Blick auf die faszinierende Flußlandschaft besonders reizvoll. Am Nachmittag trafen wir uns am Bootssteg der Lodge. Ich war schon viele Male hier, aber die Bootsfahrt auf dem Chobe-Fluß ist immer ein ganz besonderes Highlight. Diesmal hatte die Eberhardt-Gruppe ein Boot exklusiv für sich allein. Getränke waren an Bord und schon ging es entlang des Ufers auf dem Chobe. Di Vogelwelt ist hier einzigartig; weißer Ibis, Schlangenhalsvogel, Komorane, Graufischer, Stelzenvogel, Silberreiher und Schreiseeadler... Doch was gab es da zu sehen? Hautnah riesige Krokodile, zum Teil im Wasser und auch an Land, aber auch ein toter Elefant, der ebenfalls an Milzbrand gestorben war. Der Gestank war sehr unangenehm, also fuhren wir weiter. Wir entdeckten eine Gruppe Hippos, die sich im Wasser aalten und sich mit Nimmersatt und Madenfresser harmonisch auf`s Foto bringen ließen. Gleich nebenan ein Wasserwaran, der nach Beute suchte und lustig aussehende Vögel mit offiziellen Namen Braunmantel-Scherenschnabel. Auch die nur in dieser Region Zambezi und Chobe lebenden Sumpfantilopen sahen wir noch einmal. Und natürlich Elefanten, Elefanten, Elefanten, dafür ist der Chobe bekannt. Wir konnten uns gar nicht satt sehen, an diesem sanften Riesen, die in Herden mit Kind und Kegel vor uns auftauchten. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art, einfach schööön. Es war einfach Freude pur, die Elefantenfamilien zu beobachten: Die sorgsamen Elefantenkühe, die unbeholfen Rüssel umherbaumelnden Kleinen, die aufmüpfigen Teenies. Einige schwammen auch im Wasser, denn das können Elefanten. Für sie ist es kein Problem bei viel Wasser auf die Insel im Chobe zu gelangen , um dort zu grasen. Anders ist es bei den Büffeln. Eine große Herde sahen wir auf der Insel. Sie sitzen hier ein paar Monate fest, bevor die Trockenzeit beginnt und sie weiterziehen können. Aber auf der Insel gibt es genügend Futter. Auch sahen wir ein Hippo an Land und wieder eine Herde Letschwe Antilopen. Bald ging die Sonne unter und wir genoßen still und zelebrierten unseren Sundowner in dieser einzigartigen Landschaft. Beim Abendessen und an der Bar ließen wir noch einmal die wunderbaren Erlebnisse des Tages Revue passieren.

19.10.2018: Victoria Wasserfälle in Simbabwe


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Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von einem lieben Reisegast, der heute via Johannesburg nach Windhoek zurückflog. Wir fuhren weiter zur Grenze, die Zufahrt war etwas holprig, da die vielbefahrene Hauptstrasse ausgebaut wird. Da wir rechtzeitig abgefahen waren, waren wir mit die ersten Touristen am Grenzübegang und die Einreiseformalitäten gingen relativ schnell. Nach uns füllte sich der kleine Genzübergang mit Bussen und Touristen, die eine lange Schange bildeten. Gut, dass wir früh abgefahren waren. Auf den Weg nach Vic Falls kreuzte eine Elefantenherde die Straße. Elefanten schienen uns auf dieser Reise zu verfolgen. Insgesamt haben wir sicher an die 1.000 Elis während der Reise gesehen. Ich selbst war immer wieder am Staunen, denn so viele auf einer Reise hatte auch ich nocht nicht! An den Victoria Wasserfällen angekommen, stöberten wir erst einmal über den Holzschnitzermarkt, bevor wir dann einen geführten Rundgang im Nationalpark Victoria Wasserfälle unternahmen. Es war beeindruckend, diese gigantischen Wasserfälle zu sehen, obwohl in dieser Zeit nicht allzu viel Wasser in die Schlucht fließt. Aber die Seite von Simbabwe führt immer noch genügend Wasser und man wird beim Fotografieren nicht naß. Nach einer Mittagspause in einem kleinen Cafe fuhren wir zur A Zambezi River Lodge am Ufer des Sambesis. Doch zuvor zeigte uns Konny noch einen riesigen Baobab, unter dem auch David Livingstone gesessen hat. In der Lodge entspannten wir und erfrischten uns im Pool, denn auch dieser Tag war sehr heiß. Als Abschluß unserer unternahmen wir am späten Nachmittag eine Bootsfahrt auf dem gewaltigen Sambesi. Wir beobachteten die Hippoherde im Fluß und genoßen einfach nur bei einem Glas Wein und kleinen Snacks. Die Eindrücke auf unserer Reise waren so gewaltig und unvergesslich, ein bisschen Traurigkeit lag in der Luft, weil die Reise morgen zu Ende ging. Unsere besinnliche Gemütlichkeit wurde durch andere mitfahrende, laute Gäste etwas gestört, die die schöne Bootsfahrt mehr als All inclusive Bar betrachteten. Dem freundlichen Kapitän gefiel das auch weniger und er bat die Gäste höflich, sich angemessen zu benehmen. Von seinem Hausrecht (Personen über Bord) mußte er jedoch nicht Gebrauch machen, grins. Eigentlich wollte ich den fantastischen Sonnenuntergang erleben und wunderte mich, warum eine Gruppe Gnus am Ufer interressanter waren. Als ich mich auf´s Oberdeck verziehen wollte, wurde es lauter und alle wuselten aufgeregt herum. Brian, unser Kellner entriß mir meine Kamera (ich sah sie schon in den Fluten des Sambesis schwimmen) und ich verstand die Welt nicht mehr. Endlich sah ich, was da eigentlich los war. Ein Löwe, der sich hinter einem Busch versteckte, sprang auf die Gnus zu und riß einen zu Boden. Seine Jagd war erfolgreich, triumphierend lag seine Beute unter seinen Tatzen. WOW! Den Sonnenuntergang konnten wir dann doch noch in aller Ruhe genießen. Beim letzten Abendessen wurden wir mit traditionellen Tänzen und Musik unterhalten. Und zum Abschied bekamen wir noch einmal Besuch. Natürlich von Elefanten, die sich direkt vor unseren Augen am saftigen Grün der Bäume vor der Terrasse des Restaurants labten - Dinner mit Elefanten!

20./21.10.2018: Auf Wiedersehen


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Heute konnten wir auschlafen und ein spätes Frühstück genießen. Einige Gäste gönnten sich zum Abschuß noch einen Flug über die Wasserfälle. Begeistert kamen sie zurück. Am späten Vormittag fuhren wir zum Flughafen Vic Falls, wo wir uns herzlich von Konny und James verabschiedeten. Ebenso von 2 Reisegästen, die ihre Reise nach Windhoek fortsetzten. Via Johannesburg flogen wir nach Deutschland zurück, wo wir am nächsten Morgen landeten

Fazit


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Es war eine faszinierende Reise durch Namibia, Botswana und zu den Victoria Wasserfällen in einer wunderbaren, harmonischen Genießer-Reisegemeinschaft. Die Begegnungen mit den freundlichen Menschen, die einzigartigen Landschaften vom trockenen Etosha durch den saftig grünen Caprivizipfel, die atemberaubenden Sonnenuntergänge, die maxi, maxi maximalen Pirscherfolge (die ich selbst in dieser Konzentration und Masse auf einer Reise noch nie erlebt habe) und natürlich auch die kulinarischen Genüsse werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Ich persönlich freue mich besonders, wenn ich in den Gesichtern meiner Reisegäste ein Strahlen sehe. Dann weiß ich, dass ich mit meiner Begeisterung und Liebe für Afrika nicht allein bin und mich verstehen, warum mich ein magisches Band immer und immer wieder dorthin zurückzieht.
Es war mir ein besonderes Vergnügen mit Euch zu reisen. Bleibt gesund und reiselustig. Und wenn Euch die Reiselust packt, dann wisst Ihr ja wo ich zu finden bin.




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