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Reisebericht: Rundreise Armenien

08.05. – 18.05.2013, 8 Tage Rundreise Jerewan - Berg Ararat - Norawank - Seidenstraße - Sevansee - Dilijan - Goshavank - Lermontowo - Haghpat - Gjumri - Saghmosavank

Dreizehn Eberhardt-Reisegäste haben für Armenien als Urlaubsland entschieden. Für den größten Teil der Gruppe war es eine Neuentdeckungsreise, für zwei Ehepaare ein Wiedersehen nach vielen Jahren, wenn sie das Land in Ihrer Jugendzeit besucht haben.

1. Tag 08.05.2013:  Anreise


Wir saßen gemütlich in modernen Kleinbussen, die uns von Zuhause zum Flughafen Prag aufbrachten.
Alle hatten Vorfreude und einen gemeinsamen Wunsch - schnell ins Gastland.
Aber für 7 Gäste, die in einem Kleinbus gesessen haben, ist ihr Wunsch nicht so schnell, wie
wir es dachten, in Erfüllung gekommen. Wegen der mehreren Stau konnten sie nicht rechtzeitig zum Abflug kommen und waren gezwungen am nächsten Tag mit gleichem Flug nach Yerevan zu kommen.
Übernachtung im  3-Sterne Quality Hotel Dresden West, eine interessante Stadtrundfahrt durch Dresden und gutes Essen im Restaurant „Gänsedieb" in der Weißen Gasse wurden am nächsten Tag vom Eberhardt- Travel-Team den Gästen geboten.
Erster Teil der Gruppe aus 6 Leute mit Eberhardt-Reisebegleitung starten am Abend mit Czech Airlines zu einem Nachtflug nach Yerevan.

2. Tag 09.05.2013: Chor Virap - Etschmiadzin und Zvartnots


Der Flug verlief problemlos und wir sind mit 2 Stunden Zeitverschiebung pünktlich um 4.00 Uhr Morgen in Yerevan angekommen. Am Flughafen Zvartnots empfing uns unsere armenische Reiseleiterin Narine. Nach der kurzen Fahrt mit dem komfortablen 5-Sterne Eberhardt-Reisebus vorbei an den bekannten Kognakfabriken und der Platz der Republik erreichen wir unser 4-Sterne Hotel „Ani Plaza" im Zentrum von Yerevan.
Zimmer warteten auf uns und nach ein wenig Ruhezeit trafen wir uns in der Rezeption zur Besichtigungstour.
Nach einer Fahrt über Passstraßen, durch Bergdörfer und Weingärten erhebt sich am Fuß des Berges Ararat  das Kloster Chor Virap nahe der geschlossenen Grenze zur Türkei. Das Kloster ist stark mit der Legende des heiligen Grigor verbunden. Und an keinem anderen Ort erscheint der Ararat so zum Greifen nah wie hier.
Er wird uns bis zum Ende der Reise begleiten: der alles dominierende Ararat - Schicksalsberg der Armenien. Aber er wollte uns sein Gesicht heute  nicht zeigen und versteckte ihn unter dem Schleier aus Wolken.
Unsere Weiterfahrt liegt  beim Sonnenschein in der der Richtung der Hauptkathedrale Etchmiadzin.
Nach dem lecken Mittagessen im Cafe besuchten wir Etchmiadzin, das Zentrum der armenischen apostolischen Kirche und Sitz des Katholikos.
Anschließend besichtigen wir die alte Kirche St. Hripsime und Tempelruinen Zvartnos.
Nach dem Abendessen im Restaurant ließen wir den Tag im belebten Zentrum der Stadt am „singenden Brunnen" ausklingen und genossen das farbenprächtige Musikspektakel der Fontänen. Die Atmosphäre ist feierlich entspannt,  viele Leute bummeln bis zum Nacht.

3. Tag 10.05.2013: Hauptstadt Yerevan


Nach der Ankunft um 4.30 Uhr des restlichen Teils der Gruppe haben wir gemeinsam im Hotel das umfangreichen Frühstück genossen und zusammen mit Narine gingen zu Fuß  zum Platz der Republik. Im Historischen Museum führte uns Anna  in einem perfekten Deutsch  durch die Ausstellungsräume mit der hervorragenden Sammlung  von Zeugnissen der armenischen Geschichte.
Im Anschluss lassen wir von einem chinesischen Tourist  ein Gruppenfoto mit Narine auf dem Platz der Republik machen.
Später ging es zum Memorialkomplex der Erinnerung an den Genozid am armenischen Volk. Bei der Schwalbenfestung, wie der Ort Tsitsernakaberd übersetzt heißt, versammeln sich jährlich am 24. April Tausende von Menschen, um des Völkermordes von 1915 zu gedenken.
Zu den weiteren Besichtigungspunkten des heutigen Tages zählte die Kaskade mit einem schönen Blick auf Yerevan.
Nach der Mittagpause in kleinen Staßencafes 7 verspätet angekommene Gäste fahren mit dem Kleinbus nach Etchmiadzin und Zvartnos.  Dir restliche Teil der Gruppe fuhr zum armenischen Maler. Der Künstler bot uns einen Einblick in seiner Schaffenswelt,  wir plauderten mit ihm über seinen Malstil. Seine Frau bot uns ein Getränk mit Rosensirop und aromatischer Kaffee.
Während unserem  Abendessen im Restaurant Pandok  haben wir gänzlich in Armeniens kulinarischer Welt angekommen.  Im  Abschluss des feinen Essen haben wir Glass Wein auf die Vereinigung unserer Gruppe aufgestoßen.

4. Tag 11.05.2013: Ashtarak – Kloster Saghmosavank – Festung Amberd – Dzoraget


armenien

Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Norden, nach Aschtarak. Die Stadt liegt 13 km von der armenischen Hauptstadt Jerewan entfernt und ist die Hauptstadt der Region Aragazotn.
In Ashtarak, einer der ältesten Städte Armeniens, besuchen wir die Kirche Karmravour. Es ist eine der kleinsten der armenischen Kirchen, aber eine der wichtigsten der Christenheit, sie ist auch eine der wenigen mit sehr gut erhaltenen Fresken.
Im nahgelegenen regionalen ethnografischen Museum hat uns eine Überraschung erwartet -
Teilnahme im Volkstheater von Tonatsuyts mit der Vorführung von echten Ritualen und Traditionen des Osterfestes.  Kleine  Gruppe von Kindern  und Jugendlichen brachte uns mit Tanz- und Theaterdarbietung  die Inhalte und Bedeutungen des Frühlingsfestes Armeniens nahe.
Begeistert von Kindern und der Vorstellung,  fuhren wir weiter zum Kloster von Sagmossavank, einzigartig gelegen, mit atemberaubendem Blick in den Canyon von Ashtarak. Sagmossavank wird übersetzt als "Kloster der Psalmen". In der Tradition wurde die Kirche als Erstes gebaut und die Gläubigen im Kloster lasen 40 Tage lang Psalmen, deshalb der Beiname Kirche der Psalmen.
Nach dem wunderschönen Vormittag, der unserem Geist viel  Nahrung gegeben hat, gingen wir  zum einen  nah gelegenen Haus um ein wenig unser Körper zu verstärken.
Das Mittagessen in der Familie armenischen Künstlers Armen Kolozyan mit verschiedenen landestypischen Speisen und den selbstgebrannten Grappa war der nächsten Höhepunkt des Tages.
Nach dem Essen haben wir auf der Veranda mit dem wunderschönen Blick auf Ararat die Seele baumeln lassen – Kaffee- und Tee getrunken, der Werkstadt des Künstlers besucht.
Trotz dem Regem gut gelaunt und äußerst zufrieden fuhren wir weiter in Richtung Festung Amberd, die auf einer Höhe von 2300 m am Südhang des Berges Aragaz befindet sich.
In der Kirche Surb Astvazazin,  die neben den Resten der Festungsanlage steht, standen wir in hohem  dunkelgrauen Inneren  vom mittelalterischen  Altar und plötzlich hörten einen Gesang -  leise, klare Stimme einer Frau. Das ist unsere Narine ganz spontan, nach dem Ruf des Hrzenes hat mit viel Gefühl und Liebe ein altes armenisches Volkslied gesungen.
Überwältigt von Eindrucken und Gefühlen fahren wir weiter nach Dzoraget. Unterwegs legten wir einen Halt in der Stadt Aparan, wo wir in einer tollen Bäckerei frisch gebackenes Fladenbrot genossen haben.
Am späten Abend erreichen wir unseres grandiosen 4-Sterne Hotel „Avan Dzoraget", das im Debed-Tal liegt.  Nach dem fürstlichen Abendbrot kehren wir in unseren stilvoll gestaltete Zimmer und in kurzer Zeit schliefen fest, begleitet vom Rauschen des Bergflusses Debed.

5. Tag 12.05.2013: Kloster Sanahin – Koster Haghpat – Kloster Goschavank – Dilijan


Heute folgen wir der „Klösterstraße". Uns erwarten drei wunderschöne Klöster Sanahin, Haghpat und Goschavank.
Unter dem Regen fuhren wir ins kleinen Dorf Sanhin und besuchten die Klosteranlage mit ihrem Mittelpunkt und ein absolutes Kleinod der Baukunst: Die Bibliothek. Der Name von Kloster Sanahin bedeutet im Armenischen wörtlich "Dieses ist älter als jedes", und dokumentiert den Anspruch, das Kloster sei älter als das in Haghpat.
Das Kloster Haghpat war ein Wehrkloster, das über dem gleichnamigen Ort von weitem sichtbar thront. Eingebettet in die Berg-Landschaft scheint die Anlage als wüchse sie aus der Erde empor. Das älteste sakrale Gebäude ist die Heilig-Kreuz-Kirche, auch Kirche vom Heiligen Zeichen genannt.
Beindruckt  von der Messe in Klosterkirche,  fuhren wir weiter Richtung Dilija.
Mittagessen in einen Architektenfamilie führt uns weiter in der unbekannten für uns, aber wohlschmeckenden Welt der armenischen Küche.
Unsere weitere Fahrt liegt ins Dorf Gosh. Der Dorf hat seinen Namen vom bekannten armenischen Gelehrten und Philosophen Mechithar Gosh erhalten, der hier inmitten einer malerischen Landschaft am Kloster, als architektonisches Lebenswerk, Jahrzehnte lang arbeitete. Neben Geschichten und Fabeln hat Gosh auch das erste Gesetzbuch in armenischer Sprache verfasst. Nach seinem Tod wurde das Kloster in Goshavank umbenannt.
Nach dem wir ganzen Tag unter dem ziemlich starken Regen drei Klöster besichtigt haben, waren wir froh in unserem Hotel „Dilijan Resort" endlich trockenen Boden zu haben.

6. Tag 13.05.2013: Sevansee – Noratus – Karavanserei – Selim-Pass - Jermuk


armenien

Nach dem Frühstück fahren wir ins Zentrum von Dilijan. Die Stadt liegt in einer fantastischen Umgebung, in der so genannten  "armenischen Schweiz", die wegen der dicht bewaldeten Täler und Berge mit Almen rund um berühmt ist. Wir genossen den Sonnenschein, schlenderten durch die Gassen der Altstadt, besuchten die Tufekian-Werkstatt,  wo vor unseren Augen wunderschöne Stickereien entstanden und andere Handwerke praktiziert wurden.
Unsere heutige Fahrt führte uns durch den 2,8 km langen Tunnel zum Sevansee. „Die blaue Perle der Armenier" ist einer der höchstgelegenen Seen der Welt (Seehöhe 1900 m).
Das Wetter war wechselhaft und mit der Sorge um kommenden Regen stiegen wir in ein Motorboot, um eine große Runde um die Halbinsel mit dem Sommersitz des armenischen Präsidenten zu drehen. Unser kleines Boot flüchtete vor den Regenwolken zu einer romantischen Möweninsel, wo die Vögel ihre Eier legen und ungestört Nachwuchs aufziehen.
Bei  strahlendem Sonnenschein kehrten  wir zum Ufer zurück und stiegen die rund 200 Stufen zum malerisch auf einer Anhöhe über dem See gelegenen Kloster Sevanavank auf.
Das tolle Wetter nutzten  wir, um ein Gruppenbild vor der wunderschönen Kulisse mit dem See und mit den mit Schnee bedeckten Gipfeln der umliegenden Bergketten zu machen.
In einem Restaurant am Sevansee stärkten wir uns mit einem sehr guten Fischessen – diesmal war es Renke vom Spieß. Danach fuhren wir weiter Richtung Osten.
Am Westufer des Sevan-Sees, auf der Halbinsel Noratus, befindet sich das größte Chatschkarenfeld in Armenien. Der alte Friedhof ist mit rund 900 Chatschkaren aus den letzten acht Jahrhunderten übersät, die sich in Form und Wahl der Ornamente je nach Zeitpunkt der Schaffung unterscheiden. Chatschkaren sind kunstvoll behauener Steine mit eingravierten Kreuzen, Weintrauben, Tieren, Ranken und Schriftzeichen.
Wir verließen den Sevan-See und fuhren am heiligen Berg Armaghan (ein erloschener Vulkan mit einem Kratersee) vorbei über den 2410 m hohen Selimpass. Kurz hinter dem Pass steht eine Karawanserei aus dem 14. Jh.
Die Selim Karawanserei (auch als Suleman Karawanserei genannt) wurde am Selimpass  im Jahre 1332 gebaut, von Prinz Chesar Orbelianis. Der Zweck war die Unterbringung von müden Reisenden und ihren Tieren. Das ist die am besten erhaltene Karawanserei im ganzen Land.
Weiter ging es in den Kurort Jermuk.  Unser Sanatorium-Hotel „Olympia" erreichten wir gegen 19.30 Uhr.

7. Tag 14.05.2013: Jermuk – Karahunj – Shaki-Wasserfall – Goris


armenien

Unser Spaziergang im Thermalbadeort Jermuk  hatte  unter dem Regen angefangen.
In der Galerie konnten wir das Heilwasser aus  fünf verschiedenen Wasserquellen probieren.  Sie haben eine Temperatur von 30° - 50° und auch verschiedene Heilwirkungen.
Durch einen Park, an einer malerischen Schlucht vorbei   führte der Weg  zu der Brücke über den Fluss Arpa. Von hier konnten wir einen schönen Wasserfall bewundern.
Danach ging es zurück ins Hotel und wir waren froh, dass es mal nicht regnete.
Unser tolle 5-Sterne Reisebus erwartete uns schon für eine Fahrt in Richtung Goris.
Nach  kurzer Zeit stiegen wir um in einen Kleinbus zur Weiterfahrt zum wasserreichsten Wasserfall Armeniens,  dem Shaki-Wasserfall.
Durch einen steinigen, manchmal ausgespülten Fußweg gingen wir  ein Stück entlang des Baches. Plötzlich stand er vor uns: Der angekündigte Wasserfall.  Mehrere Dutzend Meter hoch und knapp doppelt so breit. Das heißt eigentlich standen wir vor einer Felswand und die war ziemlich trocken. Lediglich im oberen rechten Drittel rann eine kleine Wasserader in Richtung Tiefe.  Nach ca. 10 Minuten begann eine gewaltige Wassershow. Erst in der Mitte des Massivs, dann über seine ganze Breite brach das Wasser über die Kuppe in die Tiefe.
Diese beeindruckende Attraktion konnten wir genießen, da die Turbinen des lokalen Kraftwerks,  die sonst von der Naturgewalt gespeist und angetrieben werden,  speziell für uns abgestellt wurden.
In der Nähe des Wasserfalls verspeisten wir unser Picknick und deckelten dies mit einem Aprikosenschnaps.
Wieder in den großen Bus umgestiegen,  fuhren wir weiter zum Karahunj, welches als erstes astronomisches Observatorium in der Welt betrachtet wird.
Auf dem Gebiet von sieben Hektar stehen 223 große vertikale Steine wie Soldaten auf dem Berg, einige mit Durchbohrungen im oberen Bereich. Die Steine sind für irgendeinen Zweck unregelmäßig aufgestellt. Die Anzahl der Steine mit Durchbohrungen beträgt 84. Bei Benutzung dieser Anordnungen konnten Beobachtungen der Sonne, des Mondes und der Sterne ausgeführt werden.
Die armenischen Wissenschaftler schon im 6. Jahrtausend vor Chr. konnten genau die Breitengrade bestimmen, wußten, dass die Erde die Form einer Kugel hatte;  sie hatten schon einen genauen Kalender.
Beeindruckt von dem armenischen Stonehenge, fuhren wir nach Goris mit dem Fotostopp vor den Toren der Stadt. Die Stadt liegt malerisch in einem Talkessel des Flusses Vararak, umgeben von hohen Sandsteinbergen. Goris mit seiner ländlichen Architektur zählt man zu den schönsten Städten in Armenien.
Gegen 17 Uhr erreichten wir unser 3-Sterne Hotel „Mina" am Ortseingang der Stadt Goris.
Nach dem guten Abendessen im Restaurant des Hotes  lud uns Narine zu einem Vortrag über den Konflikt der Staaten Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach im Kaukasus.
Das Thema hat uns sehr interessiert und Narine, die die Bergkarabach-Geschichte in einer Hochschule in Yerevan als Dozentin unterrichtet, beantwortete unsere Fragen sehr kompetent und ausführlich.

8. Tag 15.05.2013: Höhlendorf Khndzoresk – Kloster Tatev


armenien

Heute waren wir aufgewacht beim Sonnenschein, den wir die letzten Tage oft vermisst hatten. Es passte sehr gut zu unserer kleinen Wanderung, die wir vorhatten. Nach dem  Frühstück setzten wir uns in einen Kleinbus, da unser Busfahrer heute einen gesetzlichen Ruhetag hatte und fuhren Richtung Höhlendorf Khndzoresk. Das Höhlendorf besteht aus über 400 „Höhlenwohnungen", die in den weichen Kalksteinfelsen geschlagen und bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurden.  Auch heute noch werden einige Höhlen als Ställe verwendet.
Über einen gut begehbaren Pfad bei Kaiserwetter stiegen wir in die Schlucht hinab zu einer 160 m langen Hängebrücke. Unser Hotelbesitzer wurde vor 70 Jahren in einer dieser Höhlen geboren und heute ist er durch verschiedene Geschäfte zu Geld gekommen und hat die Brücke bauen  lassen. Die mutigsten Gäste  sind über die Brücke gelaufen  und auf dem anderen Ende der Brücke mit den Gästen getroffen, die mit Narine über einen Fußweg gelaufen waren. Zusammen stiegen wir in den Kleinbus und fuhren Richtung Halidzor.
Der Weg führte in Richtung des Abbruchs eines gewaltigen Felsens unter welchem  etwa
500 Meter tiefer der Fluß Vorotan strömt. Ab hier windet sich der Weg über beeindruckende Serpentinen hinab zu der bekannten Teufels-Brücke. Wir stiegen an der Brücke aus und bewunderten ein faszinierendes Bild: aus den Quellen der Felsspalten strömendes Mineralwasser gab den Wänden des Canyons pink und gelbgrüne Farbtöne. Über Jahrhunderte formten die Sinterterrassen aus den Heilquellen, die sich von einem Ufer zum anderen ausbreiteten, einen gewaltigen Steinbogen über den Fluss.
Unser nächster Stopp war das Restaurant „Tatevatun" an der Seilbahn im Dorf Halidzor.
Wir genossen die armenische Küche und den Blick auf die Vorotan-Schlucht durch die Glaswand.
Verzaubert von der leckeren Speisen und netten Bedienung fuhren wir weiter zum Kloster Tatev , das derzeit für die Unesco-Weltkulturerbe-Liste kandidiert.
Am den Rand einer tief in die Berge eingeschnittenen Schlucht klammert sich wie ein Adlerhorst auf einer kleinen Plattform aus Basaltsäulen das von Mauern umgebene Kloster Tatev. Das Kloster ist im 9. Jahrhundert am Ort eines alten Heiligtums erbaut worden. Es war ein sehr großes intellektuelles Zentrum von Armenien.
Nach der Klosterführung fuhren wir mit der Seilbahn „Die Flügel von Tatev" (mit 5,7 Kilometern längste Luftseilbahn der Welt) zurück zum Dorf Halidzor auf der anderen Seite der Worotan-Schlucht. Von der 320 m Höhe hatten wir einen atemberaubenden Panoramablick auf die Schlucht mit den hohen Kalkfelsen  bis zu den Bergen von Karabach.
Mit unserem emsigen Kleinbus fuhren wir entlang der steilen in den Berg gehauenen Serpentinen zurück zum Hotel. Unterwegs machten wir  Stopp an einer kleinen Kapelle mit dem Blick auf beide Täler, die von der Seilbahn überspannt sind.

9. Tag 16.05.2013:  Areni – Kloster Noravank – Yerevan


armenien

Am diesem Tag schloss sich der Kreis und wir fuhren wieder in Richtung Yerevan. Die lange Fahrt unter dem Regen versüßten wir mit dem Genuss von Walnüssen im Maulbeerensirup.   Drei Stunden später erreichten wir in der engen Schlucht des Amaghu wohl eines der schönsten armenischen Klöster, Noravank, das besonders im Zeichen Johannes des Täufers steht. Die alte Täuferkirche wurde nach einem Erdbeben 1840 wieder aufgebaut. Ein wahrer Höhepunkt dieser wunderbaren Reise!                                                                                  Unser Mittagessen nahmen wir in einem Höhlencafe ein. Im Tonir (ein Tonofen, der  sich unter der Erde befand),  gegrilltes Schaschlik  mit frisch gebackenem Fladenbrot, Tomaten und Schafkäse. Das schmeckte wunderbar.
Nach dem Essen unternahmen wir einen Verdauungsspaziergang durch die Schlucht.
Unser nächster Gaumenschmaus war die Weinverkostung in einer Weinkellerei in Areni.  Die sieben Weine waren köstlich – aus Weintrauben, (Herstellung 2011 und 2008) Aprikosen, Pfirsichen und Granatäpfeln.
Unterwegs nach Yerevan machten wir einen Stopp am Kloster Chor Virap, um den Gästen, die später angekommen sind, dieses schöne Kloster auch vorstellen zu können.
Am Abend erreichen wir unser 4-Sternr Hotel „Ani Plaza" und fühlten uns hier wie zu Hause.
Im georgischen Restaurant „Mimino" mit reichhaltigem, vielgängigem, sehr guten  Essen ließen wir diesen schönen Tag ausklingen.

10. Tag 17.0.2013: Matenadaran - Tempel von Garni – Kloster Geghard


Das Programm des heutigen Tages versprach sehr intensiv und vielfältig zu sein.
Gleich nach dem Frühstück fuhren wir zur berühmten Handschriftensammlung.
Das Matenadaran (zu Deutsch Bibliothek) ist weltweit eines der ältesten und reichsten Aufbewahrungsorte für Bücher. Die Sammlung von etwa 17000 Handschriften umfasst alle Bereiche der antiken und mittelalterlichen armenischen Kultur und Wissenschaft.
Die Mehrheit der Bücher ist in kostbares Leder eingebunden mit Prägungen und Silberaufdruck. Die meisten sind voller fein gearbeiteter Miniaturen, sehr wichtige Elemente der armenischen Kunst des Mittelalters. Nach der informativen Führung fuhren wir zum Höhlenkloster Geghard.
Das Kloster wurde aus den Steinen der umliegenden Felsen erbaut und ist aus der Ferne kaum auszumachen. Die langgezogene Straße zum Kloster ist als Parkplatz gut geeignet. Wir gingen einen gepflasterten Weg an etlichen kleinen Ständen mit Lebensmitteln und Blumen vorbei zum Kloster. Drei Musiker hielten ein Ständchen und stellten sich vorsichtshalber mitten in den Weg, damit sie auch nicht übersehen werden. So kamen wir zum Eingangstor. Das Kloster ist sehr groß. Teile davon befinden sich weiter oben und sind teilweise direkt in den weichen Fels hinein geschlagen. Das Kloster gehört zu den bedeutenden Zeugnissen der armenischen Apostolischen Kirche.
Nicht weit entfernt befindet sich der Sonnentempel von Garni. Er liegt am Ufer des Flusses Azat und war die Sommerresidenz der armenischen Könige. Der Tempel aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. wurde 1679 durch ein Erdbeben zerstört, aber in den 60er und 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts originalgetreu rekonstruiert.
Hier haben wir ein Vokalkonzert mit geistlicher und weltlicher und  Musik gehört - ein unvergessliches Erlebnis.
Im gleichnamigen Dorf ließen wir uns zum Mittagessen von einer einheimischen Familie in ihrem Restaurant bewirten. Neben vielen Köstlichkeiten stand auch das einheimische Brot, "Lavash", auf dem Speiseplan. Es wird traditionell im Erdofen, der hier Tonir genannt wird, gebacken und wir konnten bei der Herstellung zuschauen.
Anschließend kehrten wir nach Yerevan zurück.
Nach einer  Stunde betraten wir die Heiligen Hallen der Ararat-Brennerei, wo uns eine junge Dame in den Produktionsprozess des armenischen Cognacs einweihte.
Der Legende nach hat die Menschheit das erste Mal Wein getrunken und dessen magische Wirkung gespürt, als Noah am Fuße des Ararat Berges ankam. Wir hatten auch die Möglichkeit den bernsteinfarbenen, stark aromatischen, sehr samtig schmeckenden Brandy mit dem lang anhaltenden Geschmack bei der Verkostung zu probieren.
Fröhlich beschwingt ging es dann zum kollektiven Briefmarkenkauf und Versenden der geschriebenen Urlaubsgrüße.
Nach dem Besuch des Obstmarktes stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung.  Wir nutzten die Zeit für Einkäufe, bevor wir uns zu unserem Abschiedsessen trafen.
Am Abend waren wir bei Frau Gayane, der Tochter einer der Stadtplaner von Yerevan eingeladen. Zum Dessert mit Wein und frischen Erdbeeren gab es ein kleines Klavierkonzert  von Frau Gayane als Höhepunkt des Abends.
Anschließend stießen wir mit Narine auf Armenien und auf eine unvergessliche Reise an.

11. Tag 18.05.2013: Heimreise


Sehr früh am Morgen klingelten die Wecktelefone und eine  halbe Stunde später fuhren wir zum Flughafen Zvartnos. Dort verabschiedeten wir uns von der tollen Reiseleiterin und dem netten  Busfahrer.
Nach der pünktlichen Landung in Prag erwarteten uns die Transfer-Busfahrer, um unter strömenden Regen Richtung Heimat zu fahren.

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Als einer, der die Welt bereist hat, kann ich mir ein Urteil erlauben. Eigentlich wollte ich längst mit der Rumtreiberei aus Altersgründen aufhören, aber als ich im Eberhardt-Katalog Armenien als Reiseziel entdeckte, gab es kein Halten mehr. Und ich habe nichts bereut. Armenien, ein Land mit einer uralten Kultur, ein Land der Architekten, Baumeister, Steinmetze und Künstler. Man müsste es noch einmal individuell bereisen mit viel Zeit, um Aufnahmen nicht nur von den Bauwerken, sondern auch von den Menschen, der Tier- und Pflanzenwelt und den Jahreszeiten zu schießen. Es freut mich, dass meine zur Verfügung gestellten Aufnahmen verwendet werden konnten. Ich hätte sie teilweise nur noch etwas beschnitten. Mein Dank gilt der Reisebegleiterin Galina Kraslavskaya und der armenischen Reiseleiterin Narine. Beide versehen ihren Job mit viel Engagement und Souveränität. Ihnen wünsche ich alles Gute, Gesundheit und immer angenehme Gäste. Volker Kahdemann, Fotograf aus Cottbus

Volker Kahdemann
19.06.2013
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