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Reisebericht: Rundreise Armenien

04.05. – 14.05.2011, 8 Tage Rundreise Jerewan - Berg Ararat - Norawank - Seidenstraße - Sevansee - Dilijan - Goshavank - Lermontowo - Haghpat - Gjumri - Saghmosavank

11-tägige Rundreise durch das älteste christliche Land zwischen Kaukasus und Ararat-Berg. Jahrhundertealte christliche Kirchen und Klöster sowie begeisternde Gastfreundschaft unserer armenischen Gastgeber bei regionalem Essen und Folklore

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
1./2. Tag: Anreise nach Armenien in die Hauptstadt Yerevan

Am Nachmittag trafen wir uns in Dresden, um gemeinsam mit dem Bus zum Flughafen Prag zu fahren. Bei Musik von Chatschaturjan und Smetana gab es die ersten Informationen zum Gastland Armenien und zu einigen Sehenswürdigkeiten an der Fahrstrecke durch Böhmen. Am Abend starteten wir mit Czech Airlines zu einem Nachtflug nach Yerevan, um bei 3 Stunden Zeitverschiebung am Morgen in Yerevan anzukommen. Am Flughafen Zvartnots empfing uns unsere armenische Reiseleiterin  Narine. Nach kurzer Fahrt vorbei an den bekannten Konjakfabriken und dem Platz der Republik erreichten wir das Hotel Ani Plaza. Nach ein wenig Ruhezeit trafen wir uns, um im Historischen Museum die hervorragende Sammlung von Zeugnissen der armenischen Geschichte zu besichtigen. Später ging es zum Memorialkomplex der Erinnerung an den Genozid am armenischen Volk und zum oberen Ende der Kaskade. Von hier genossen wir einen Blick auf Yerevan; leider war der Ararat im Dunst. Im Restaurant Ararat erwartete uns eine Überraschung: der Inhaber des Restaurants und armenische "Fernsehkoch" bruzelte aus Kalbfleisch, Reis, Konjak. Aprikosen und anderen Zutaten das Gericht "Ararat".

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
3. Tag: Etchmiadzin und Zvartnots

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Vagharschapat und statteten zunächst der alten Kirche Hripsime einen Besuch ab. Anschließend besichtigten wir Etchmiadzin, das Zentrum der armenischen, apostolischen Kirche und Sitz des Katholikos. Die Grundmauern der Kathedrale von Etchmiadzin gehen auf das Jahr 303 zurück.

Auf der Rückfahrt nach Yerevan besichtigten wir die Ruinen des Tempels Zvartnots, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Hinter den Säulen des Tempels erhob sich nun sichtbar der Große  Ararat. Bei Sonnenschein war dieser traumhafte Anblick Anlass diesen Moment bei einem Schluck armenischen Rotwein besonders einprägen zu lassen. Am späten Nachmittag besuchten wir einen armenischen Maler am nördlichen Stadtrand von Yerevan und plauderten mit ihm über seinen Malstil, insbesondere seine Darstellung von Menschen in karnevalistischen Kostümen vor dem Hintergrund armenischer Berglandschaften.

Zum Abendessen in Zvartnots erlebten wir erstmalig armenischen Tanz und Gesang und genossen einen tollen Abendblick auf die Vulkane des Ararat. 

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
4. Tag: Kloster Khor Virap – Kloster Noravank - Bergstadt Goris

Es war Sonnabend, so dass wir die Chance für einen Bummel über einen Kunstmarkt im Zentrum Yerevans nutzen bevor wir unsere Rundreise durch Armenien begannen. Diese führte uns zunächst zum Kloster Khor Virap, dem oft fotografierten Kloster unweit der türkischen Grenze. Wer über das Kloster weiter auf dem Felsen nach oben stieg, konnte einen faszinierenden Blick auf die Araratebene und die Yerevan umgebenden Berge werfen. Weiter ging es dann mit dem Bus durch die Araratebene, nahe an der aserbaidschanischen Exklave Nachitschevan vorbei zum Mittagessen in ein Höhlencafe in der Nähe von Noravank. Im Tonir auf Spießen gebackene Hähnchen waren begleitet von frischen Kräutern, Yoghurt und Lavasch eine Delikatesse. Anschliessend ging es weiter hinauf im Tal zum Kloster Noravank, einem religiösen und kulturellen Zentrum des 12. Jahrhunderts mitten in den Bergen. Abwärts bummelten wir einige Meter durch die aufstrebenden Felswände dieses Canyons. Auf dem Weg nach Goris legten wir in Areni eine Pause ein, um bei einem heimischen Winzer den Wein der armenischen Trauben von Areni und einiger Obstweine zu verkosten.

Weiter ging die nach Goris im südöstlichen Bezirk Sjunik. Eingebettet in die Berge und in viel Grün zählt Goris mit seiner ländlichen armenischen Architektur zu der schönsten Städte in Armenien. Ein Blick zu den Wolken ließ indess für den kommenden Tag nicht viel Wetteroptimismus aufkommen...

5. Tag: Höhlendorf Khndzoresk und Kloster Tatev

Nach nächtlichem Regen starteten wir etwas später in der Hoffnung, die Wege im Höhlendorf sind besser begehbar. So kamen wir recht gut hinab in das Tal des alten Höhlendorfes Khndzoresk. Dann entdeckten wir jedoch, das der Regen ein Rinnsal zum kleinen Strom anschwellen ließ und der Gegenhang recht lehmig war. Tapfer erklommen alle den oberen Talschluss mit seiner Aussichtsplattform. Aber Schuhe und Hosen waren so nass, dass wir im Hotel in Goris eine Auffrischungspause einlegten.  Danach fuhren wir zur Klosteranlage Tatev, einem architektonischen Meisterwerk aus dem 9. Jahrhundert, welches bei schönem Wetter sicher malerisch inmitten  der Berge liegt. Auf der Fahrt legten wir einen Stopp bei einer Thermalquelle an der "Teufelsbrücke", einem natürlich geschaffenen Felsbogen, ein. Das Mittagessen in der Gaststätte des Bürgermeisters von Tatev genossen wir bei Schaschlick-Stücken vom Schwein auch ohne Ausblick auf das wolkenverhangene Kloster. Ein Stück des Heimweges traten die meisten Gäste dann mit der Seilbahn an, die uns über zwei Täler mit atemberaubenden Tiefblicken führte. Am späten Nachmittag schlenderten wir durch die Straßen von Goris und konnten zahlreiche Merkmale armenischen, ländlichen Bauens entdecken.

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
6. Tag: Karahunj - Shaki-Wasserfall – Jermuk

Nach dem Frühstück begann  die Tour nach Karahunj, das einige Wissenschaftler mit dem englischen Stonehenge vergleichen. Narine erklärte uns die zahlreichen wissenschaftlichen Erklärungen für die Entstehung dieser Fundstätte wohlangerichteter Basaltsteine mit runden Öffnungen. War es wirklich ein Observatorium ?  Nach kurzer Busfahrt auf recht welligem Fahrweg ging es zum wasserreichsten Wasserfall Armeniens, dem Shaki-Wasserfall. Per Anruf erfolgte die Freigabe einer zusätzlichen Wasserschwalles aus dem oberen Becken eines Wasserkraftwerkes. In der Nähe des Wasserfalls verspeisten wir unser Picknick und deckelten dies mit einem Aprikosenschnaps.

Weiter ging es dann mit dem Bus in den Kurort Jermuk, der wegen seiner Mineralquellen bekannt ist. Die Infrastruktur des Kurortes ist doch ein wenig zum Erliegen gekommen, indess unser Hotel hat sich fein herausgeputzt und empfängt uns mit einem Kofferträger, der manche Gäste an Nikita Chrustschow erinnert. Der Kofferträger indess poltert nicht mit seinem Schuh, sondern trägt freundlich unsere Koffer in die obere Etage.

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
7. Tag: Sevansee – Dilijan "Die kleine armenische Schweiz"

Ein langer Tag stand bevor und so hatten wir uns entschlossen, bereits am Vormittag eine kleine Kaffeepause in einem Cafe neben einem rauschenden Gebirgsfluss einzulegen. Dann ging es auf der Seidenstraße hinauf zum Selimpass. Mehrere Karawansereien liegen auf der Route; wir besichtigten die Selim-Karawanserei aus dem 14. Jahrhundert in 2300 Meter Höhe. Viele Gäste verglichen mit ihren Karawanserei-Erfahrungen und träumten von einer großen Tour über die Seidenstraße. Über den Pass ging es dann nach Norden Richtung Sevansee, den wir bald erblickten und natürlich fotografierten. In der Nähe des Sees befindet sich der alte Friedhof von Noraduz, wo wir die imposanten ”Khachkars” (Kreuzsteine) aus dem 15. Jahrhundert besichtigten. Da der Weg zum Essen am See noch weit ist, machten wir eine kleine armenische Picknickpause mit Basturma - dem luftgetrockneten Rindfleich im Kräutermantel - Rindswurst und Areni-Wein. So gestärkt, stiegen wir an der Halbinsel bei Sevan zunächst auf ein kleines Motorboot um eine große Runde um die Halbinsel mit dem Sommersitz des armenischen Präsidenten zu drehen. Nach dem Essen - diesmal Forelle vom Spieß - stiegen wir hinauf zum Kloster Sevan. Tolles Spätnachmittagslicht schuf schöne Motive der Kirche oberhalb eines der größten Hochgebirgsseen der Erde. Nun ging es nach Dilijan. Nach einer Tunneldurchfahrt erblickten wir eine andere Welt: Berghänge mit grünen Eichen. Beim Blick vom Balkon oder der Galerie des Hotels in Dilijan bestätigten alle die Berechtigung des armenischen Werbeslogans von der "kleinen armenischen Schweiz".

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
8. Tag: Goshavank – Haghpat  und Sanahin

Am Vormittag besichtigten wir Goshavank, ein Kloster-Ensemble bei Dilijan, das am Oberlauf des Flusses Agstev liegt. In dörflicher Ruhe liegt das Ensemble mit einem der bedeutendsten Kreuzsteine. Mancher bummelte zu einem kleinen Kirchlein auf dem Gegenhang, um ein noch besseres Fotomotiv zu erheischen. Im Ortszentrum von Dilijan überzeugten wir uns von den Leistungen armenischer Handwerker, bevor wir bei einer armenischen Familie zu Mittag aßen. Beeindruckend die Gastfreundschaft und die selbstgemalten Bilder des Hausherrn. Nach dem Mittagessen fuhren wir zu den Komplexen von Sanahin und Haghpat, die zu den herausragenden Werken der mittelalterlichen armenischen Architektur zählen. Architektonische Details und die Verzierungen der Denkmäler zeigen viele Gemeinsamkeiten und wurden vermutlich von den selben Handwerkern gebaut. Seit dem Jahr 2000 stehen Sanahin und Haghpat auf der UNESCO-Welterbeliste. In Sanahin machten wir noch einen Fotostopp am Denkmal eines Konstrukteurs der MIG-Jagdflugzeuge - Mikojan. Einen ersten Eindruck von den wirtschaftlichen Problemen Armenien machten wir uns beim Anblick der darniederliegenden Kupfermetallurgie Armeniens und des Zustandes der Staatsstraße ins Nachbarland Georgien. Am zeitigen Abend erreichten wir das großzügig gestaltete Hotel am Bergfluss bei Dzoraget. Für den Geburtstag eines Gastes hatten wir uns eine kleine Überraschung einfallen lassen ....

9. Tag: Saghmoshavank – Horavank -  Ashtarak –Yerevan

Durch die im Jahre 1988 erdbebenerschütterte Region Lori mit der Stadt Spitak führte uns die Fahrt wieder Richtung Yerevan. Die Festung Amberd aus dem 9. Jahrhundert, die in der Höhe von 2300 Meter auf einem felsigen Riff liegt, erwieß sich für den Reisebus als uneinnehmbar. So mussten wir es bei einem Blick bewenden lassen und fanden mit dem Kloster Horavank ein Kloster, dass ähnlich kühn oberhalb eines Flusses steht.  Weiter führte unsere Reise zu dem mittelalterlichen Kloster Saghmosavank, welches auch an der atemberaubend tiefen Schlucht des Kasakh liegt.

Beim Mittagessen bei einer lokalen Familie genossen wir gefüllte Zwiebeln und einen beruhigenden Blick im Garten des Hausherrn mit einem Windspiel mit den Herren Lenin, Stalin, Chrustschow und Breshnew. Ausgeruht ging es dann über Horavank nach Ashtarak, einer der ältesten Städte Armeniens. Hier begeisterten uns zunächst die kleine Karmravor Kirche und später die Gesänge der Armenierinnen im hiesigen Schriftstellermuseum. Eine gelungene Überraschung .... bevor es nach Yerevan zurück ging.

10. Tag: Tempel von Garni – Kloster Geghard

Pünktlich zu Öffnungsbeginn erreichten wir die Matenadaran, die wissenschaftliche Aufbewahrungs- und Forschungsstätte für altarmenisches Schriftgut. Da die griechischen und syrischen Bibelschriften verschollen sind, befindet sich hier die älteste Bibelabschrift. Wir waren beeindruckt von den reichen Verzierungen und Miniaturen in den alten Schriften auf Basis pflanzlicher und tierischer Farben und der Konservierung durch Knoblauchsaft. Über wellige Straßen und vorbei an tiefen Löchern fuhren wir dann in nordöstlicher Richtung. Zunächst besichtigten wir das Kloster Geghard in den Bergen, das insbesondere aufgrund seines Höhlenklosters bekannt ist.  Zum Mittagsessen besuchten wir wieder eine Bauernfamilie, welche uns in die Kunst des armenischen nationalen Brotbackens von  "lavash" im "Tonir-Ofen" einführte und leckere Kebabspieße grillte. Nicht weit entfernt befindet sich der Tempel Garni. Der Tempel ist ein malerisches Denkmal aus der hellenistischen Zeit und ein beeindruckendes Stück der alten armenischen Architektur. Er wurde wahrscheinlich dem heidnischen Gott Mithra, dem Gott der Sonne, gewidmet. Wir fühlten uns in die hellenistische Zeit zurückversetzt, als vier junge Frauen religiöse und weltliche Lieder in den Räumen des Tempelk sangen.Vom Ararat-Tor bot sich uns leider kein Motiv für ein Abschlussfoto mit Ararat, aber für einen Abschlussschluck war der Aussichtsplatz gut.

Am Abend stießen wir bei einem schmackhaften Abendessen in einem armenischen Restaurant mit Narine auf Armenien und auf eine unvergessliche Reise an.

Ein Bild von: Jürgen Schmeißer
11. Tag: Rückflug

Sehr früh am Morgen klingelten die Wecktelefone und wir verabschiedeten uns endgültig vom biblischen Land unter dem Ararat. Nach fast vier Stunden Flug erspäten wir unter uns die Berge der Hohen Tatra und bald erreichten wir Prag. Auf der Busheimfahrt ließen wir die erste Reise von Eberhardt Travel nach Armenien nochmals Revue passieren und m,ncher war schon in Gedanken bei neuen Reiseerlebnissen mit Eberhardt Travel - Richtig reisen in die ganze Welt.

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