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Reisebericht: Radreise Baltikum - Radtouren durch drei Länder

14.07. – 26.07.2019, 13 Tage Rundreise mit Radtouren durch Lettland, Litauen und Estland mit Riga - Vilnius - Tallinn (375 Radkilometer)

Eine erlebnisreiche Reise durch alle drei Nationen des Baltikums - Litauen, Lettland und Estland - die in Erinnerung bleiben wird!

14.07.19 Anreise nach Vilnius


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Wer eine Aktivreise begeht, kann auch aktiv zeitig aufstehen. Somit begeben wir uns verhältnismäßig früh mit dem Flieger zum Umschlagplatz Deutschlands, nach Frankfurt am Main, um von da aus gemeinsam in die Hauptstadt Litauens zu reisen. Direkt vor Ort werden wir herzlich von unserem örtlichen Reiseleiter Edgaras empfangen und ins zentrumsnahe Hotel begleitet. Unsere private, kleine Gruppe hat somit ein neues Mitglied. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es auf einen dreistündigen Stadtrundgang mit Janina in führender Position. Im Gegensatz zu den anderen baltischen Hauptstädten, wurde Vilnius von Heiden gegründet und zeigt die damit einhergehende Naturverbundenheit in den zahlreichen Grünanlagen der Stadt. Hier herrscht eine besondere Artenvielfalt an Vögeln. Auch zahlreich vertreten sind religiöse Bauten, wie Kirchen oder Kathedralen. Allein in der Altstadt gibt es 40 Stück an der Zahl, in denen insgesamt 7 Religionen vertreten sind. Zuerst stoppen wir am Denkmal zweier litauischer Schriftstellerinnen, welches wegen seiner Form den Namen „Eule" bekommen hat. Hier sitzen wir gemütlich im Schatten und lauschen eine ganze Weile Janinas Ausführungen zur Geschichte von Vilnius. Weiter geht es in die innere Altstadt durch das „Tor der Morgenröte", welches sich in der historischen Stadtmauer von Vilnius befindet und einen bedeutenden Wallfahrtsort für Katholiken sowie orthodoxe und unierte Christen darstellt. Dabei erhaschen wir durch ein Glasfenster einen Blick auf die Schönheit der „Schwarzen Madonna", die sich in diesem Gebäude befindet.
Vorbei am zentral gelegenen Rathaus und hindurch kleiner, mit unzähligen Restaurants und Cafés gefüllter Gassen, geht es in Richtung des Flusses Vilnia, dem Namensgeber der litauischen Hauptstadt, und somit zum Eingang des autonomen Künstlerviertels Uzupis. Nach einer Kunstaktion wurde an einem bedächtigen 1. April die unabhängige Republik Uzupis ausgerufen, die seither über eine Verfassung, eine Flagge und einen Präsidenten verfügt. Auf dem symbolträchtigen Engelsplatz prangt der „Freiheitsengel", von dem zahlreiche Sagen erzählen. Vorbei an der imposanten römisch-katholischen Kirche St. Francis und St. Bernard endet unsere Führung schließlich auf dem Platz der Kathedrale und dem im Sonnenschein erstrahlenden Glockenturm. Bei einem leckeren Abendessen im Restaurant „Queensberry" lassen wir die zahlreichen Informationen sacken und den Abend gemütlich und ausgelassen ausklingen.

 

15.07.19 Vilnius – Trakai – Kaunas >>> Wir begeben uns auf unsere erste Radetappe!


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Heute ist es endlich so weit! Bei schönstem Sonnenschein begeben wir uns auf unsere erste Radetappe...oder sollte ich besser Bergetappe sagen :). Es ist jedenfalls nicht verwunderlich, dass am Ende des Tages der bereits hochgehandelte Favorit der Gruppe das rotgepunktete Trikot trägt. Wenn es nicht strengstens untersagt gewesen wäre, hätte er sich bei Zeiten sogar an unserem Reiseleiter vorbei gedrängt und wir hätten ihn nur noch von hinten gesehen. Chapeau! Ich denke damit ist genug Respekt gezollt und alle wissen, von wem die Rede ist! Die Messlatte liegt jedenfalls hoch...Da es sich neben drei längeren Anstiegen aber nur um kleine, wiederkehrende Hügelchen handelt, bleibt genug Zeit die Schönheit der Landschaft zu genießen, die zahlreichen Störche zu beobachten und dabei gemütlich in die Pedale zu treten. Bevor es aufs Radl geht, absolvieren wir allerdings mit der Besichtigung der „Wasserburg" in Trakai ein Kulturprogramm zum Warmwerden. Die Inselburg ist mehr als imposant und zusätzlich kann man in zahlreichen Räumen eine Sammlung litauischer Schätze aus den edelsten Materialien aus vergangenen Zeiten bestaunen. Ansonsten ist Trakai ein beschauliches, kleines Örtchen, bei dem besonders die urigen Holzhäuser mit ihrem grünen Anstrich hervorstechen. Dieser hat zwar ausschließlich praktische Gründe, dafür stellen die immer zur Straße gewandten drei großen Fenster die symbolische Verehrung von Gott, der Familie und dem Großfürsten Vytautas dar. Auch als Vytautas der Große bekannt, war unter ihm das Land am mächtigsten und er wurde verehrt wie ein König. Nach einer ausgiebigen Besichtigungsrunde kehren wir ins Restaurant Kiubete ein, welches eine besondere Vielfalt an Spezialitäten der karaimischen Küche anbietet, einer jüdischen Religionsgemeinschaft der Turkvölker. Besonders zu empfehlen sind dabei die Teigtaschen „Kybyus", erhältlich mit verschiedenen Füllungen. Ausreichend gestärkt schwingen wir uns aufs Fahrrad und legen, mit einigen kleinen Stopps, die 26,3km der heutigen Etappe zurück. Für die gesamte Strecke, unter Abzug der Pausen, brauchen wir nur 1:27h und haben somit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h. So viel zu – ich bin lange nicht mehr mit dem Rad gefahren und eingerostet :)! In Pastrevys angekommen, werden die Fahrräder von unserem lieben Busfahrer Albinas wieder im Anhänger verstaut und wir begeben uns Richtung Kaunas. Auch hier lassen wir den Abend im hoteleigenen Restaurant bei einem leckeren Menü ausklingen und philosophieren über den heutigen Tag.

 

16.07.19 Kaunas – Vente – Silute – Klaipeda „Ein Wunder geschieht – oder wenn Engel reisen..."


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Die Wetterprognose für den heutigen Tag ist mit starken Regengüssen, eingebettet in Gewitter, bei maximal 16 Grad nicht gerade rosig. Somit lauschen wir auf dem Transfer nach Vente, eingelullt in unseren kleinen Transporter, den zahlreichen Geschichten von Edgaras, während draußen das Unwetter tobt. Spätestens bei einem kurzen Stopp an der Grenze zu Kaliningrad ist man sofort wieder hellwach, wenn man in das ungemütliche, kalte Wetter hinaus tritt. Somit kommt der heiße Tee bei unserem Stopp zum Mittagessen nach einer vierstündigen Fahrt genau richtig. Wir haben heute das große Glück bei Eleonora und ihrem Mann auf dem hauseigenen Grundstück essen zu können. Es gibt nur selbst zubereitete und selbst geerntete, litauische Köstlichkeiten. Und wem der Tee zum Durchwärmen nicht ausreicht, ist spätestens beim selbstgebrannten Schnaps Feuer und Flamme ;). Die Besonderheit liegt hierbei in der speziellen Form des Konsumierens, da man das Gläschen ruhig auf dem Handrücken abstellt, um es dann in einem schnellen Zug zum Mund zu führen und komplett verschwinden zu lassen. Vielleicht hätten einige den 60prozentigen Schnaps besser vorher testen sollen, bevor er sich mit geballter Kraft seinen Weg in den Magen kämpft und es kein Zurück mehr gibt. Allein dieses Schauspiel und die damit einhergehenden Grimassen mit anzuschauen, ist eine wahre Freude :)! Und dann passiert es – als wir fertig zum Aufbruch sind, unsere Räder bereits gesattelt, reißt der Himmel auf und die Sonne kommt hervor. Dieses wundervolle, sommerliche Wetter wird uns von dort an den gesamten Tag begleiten. Könnte es besser laufen?! Unser erstes Ziel stellt die Vogelberingungsstation am Windenburger Eck (litauisch Ventés ragas) dar, welche sich auf einer Landzunge des Memeldeltas befindet, die ins Kurische Haff hinein ragt. Mit dem Gründungsjahr von 1929, ist sie eine der ältesten Stationen weltweit und wird von dem Star der Szene Vytautas Jusys geführt. Wir erinnern uns – Fürst Vytautas der Große. Dieser Name birgt für Qualität. Ihm fehlen nur noch 20.000 Vögel, um sich an die Weltspitze vor zu arbeiten. Zusätzlich ist er ein gefeierter Autor von insgesamt 21 Büchern und einfach nur ein wirklich lustiger Geselle, mit einem Wortanschlag pro Minuten, wie ich es lange nicht mehr gehört habe. Hautnah bekommen wir einen bereits gechipten Schilfrohrsänger vorgeführt sowie eine kleine Rauhhautfledermaus, die nach ihrem Auftritt wieder ins sichere Stoffbeutelchen darf. Wer sich den ganzen Prozess nicht so ganz vorstellen kann, muss im Herbst wieder kommen, zur Zeit der Vogelwanderung. In dieser Zeit passieren täglich bis zu drei Millionen Vögel diese Landzunge, von denen sich bis zu 7.300 in den großen Netzen verirren und somit eingefangen werden. Unvorstellbare Zahlen! Nach dieser sehr interessanten Führung genießen wir noch etwas die Sonne vor Ort, besteigen den 1863 erbauten Leuchtturm und sind anschließend final bereit, uns auf die zweite Etappe zu begeben. Entlang idyllischer Felder und Wiesen, eingebettet in zahlreiche Seen, genießen wir die 26,5 km lange Strecke zurück nach Siluté. Dabei entdecken wir zahlreiche Storchen-Horste und sogar zwei Kraniche. Wieder am Transporter angekommen, werden schnell die Räder verstaut und schon befinden wir uns im Anflug auf Klaipéda. Unser wunderschönes Hotel befindet sich direkt am hiesigen Hafen, der zum Schlendern und Verweilen einlädt. Bevor es zum gemeinsamen Abendessen geht, bummeln wir gemütlich durch die Stadt und haben sogar noch Zeit, das „Ännchen von Tharau" des Simon-Dach-Brunnens zu bestaunen.

 

17.07.19 Klaipeda – Nida – Klaipeda >>> die Schönheit der Kurischen Nehrung


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Heute steht die bisher längste Radetappe an, mit insgesamt 53,6 km. Viele haben sich allerdings mit einem extra Glas Bier am Vorabend seelisch und moralisch darauf eingestellt ;). Wir sind also hochmotiviert als es früh 8:15 Uhr mit dem Bus nach Nida geht. Auf dem Weg machen wir einen kurzen Boxenstopp, um uns die Nistplätze einer Kolonie Kormorane anzuschauen. Von dem dafür angelegten Aussichtspunkt aus, kann man bequem die Nester der Vögel beobachten. Als Snack gibt es frische Waldhimbeeren, die am Rand wachsen. In Nida angekommen, schwingen wir uns direkt auf unsere Räder. Die Sonne lacht uns an und wir genießen die entspannte Fahrt, immer entlang der Wasserkante. Somit kann man beim Rollern seelenruhig die zahlreichen Seevögel beobachten. Als erstes stoppen wir heute an einem privaten Bernsteinmuseum. Dabei bekommen wir eine kurze Abhandlung, wie Bernstein entsteht und was es für verschiedene Arten gibt. Den krönenden Abschluss bildet ein Gläschen Bernsteinschnaps. Hierbei erfahren wir eine besondere „Team-Building-Maßnahme", da wir alle aus dem gleichen Glas trinken dürfen ?. Somit gehen wir nicht nur als Gruppe gestärkt hervor, sondern haben auch gelernt, dass man aus den Bruchstücken des Bernstein, aufgegossen mit hochprozentigem Alkohol, einen Schnaps herstellen kann, den man über Jahre mit einem neuen Aufguss auffrischen kann. Danach geht es weiter, immer entlang der Kurischen Nehrung, bis zum Thomas-Mann-Kulturzentrum. Das Haus, in dem er drei Sommer verbracht hat, liegt direkt am Meer und hat einen fantastischen Ausblick. In den verschiedenen Zimmern kann man sich ausgiebig über die Historie dieses Ortes und Manns schriftstellerischem Schaffen informieren. Genau zu dieser Zeit gibt es einen heftigen Schauer, der sich allerdings bei Zeiten wieder auflöst und uns den restlichen Tag bei schönstem Sonnenschein radeln lässt. Von da an geht es idyllisch, auf einem extra präparierten Radweg, durch den Wald. Birken, Kiefern und Fichten reihen sich dicht aneinander und verströmen ein herzhaftes Aroma. Kein Wunder, dass man sagt, dass die Luft hier besonders rein ist. Soo schön!!! Als könnte es nicht schöner werden, stoppen wir zum Mittagessen in Preila im Restaurant „Lyra" und genießen die warmen Sonnenstrahlen direkt mit Ausblick auf die friedliche Idylle des Kurischen Haffs mit seinen zahlreichen Bewohnern. Und als wäre der wunderschöne Ausblick nicht genug, ist das typisch litauische Essen mehr als schmackhaft und lässt uns anschließend mit neuer Kraft in die Pedale treten. Von hier an wird der Radweg etwas schmaler und windet sich weiterhin durch den Wald, vorbei an wild blühenden Thymianbüschen, eingebettet in eine wilde Mooslandschaft. Nach einer knappen Stunde erreichen wir die „Tote Düne", unseren nächsten Halt. Diese kann man für zwei Euro auf einem Weg aus Holzplanken besteigen. Ganz oben erwartet uns der Ausblick über die Nehrung, wobei auf der rechten Seite das Kurische Haff zu sehen ist und auf der linken Seite die Ostsee. Da das letzte Stück durch den Sand barfuß am besten zu bestreiten ist, haben wir nicht nur eine Pediküre gemacht, sondern Dank des Prospekts vom Einlass, auch noch etwas über die hiesige Pflanzenwelt gelernt. Nun kommt die größte Herausforderung des heutigen Tages. Immer entlang der Küstenlinie, haben wir uns aus dem schützenden Wald hinaus ins Freie gewagt. Somit weht ein unerbittlicher Gegenwind, den man nur bezwingen kann, wenn man sich auf die Schönheit der bunten Wildblumenwiesen konzentriert. Als es endlich geschafft ist, machen wir einen letzten Stopp in einem kleinen Lokal direkt am Meer. Baden wird heute allerdings keiner, da durch den starken Wind die rote Fahne weht. Nun heißt es die letzten Kraftreserven zu mobilisieren, um das letzte Wegstück zur Fähre zu bewältigen. Ein wunderschöner Tag neigt sich dem Ende, bei dem alle froh sind, nun gemütlich beim Abendessen im Hotel zusammen zu sitzen und verdient etwas abzuspannen.

 

18.07.19 Klaipeda – Palanga – Riga >>> Eine Reise durch einen dichtbewachsenen Märchenwald <3


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Die gestrige Tour steckt uns noch etwas in den Knochen und somit ist es umso schöner, dass wir heute nur entspannte 32 Radkilometer zurücklegen. 8:30 Uhr schwingen wir uns also wieder in den Sattel und fahren vorerst mit unserem Guide Edgar wichtige Punkte in Klaipeda ab, wobei wir seinen Ausführungen bedächtig lauschen. Direkt an der Stadtgrenze biegen wir in einen wunderschönen, dichtbewachsenen Kiefernwald ein, der uns bis Palanga begleiten wird. Die super ausgebauten Radwege in Litauen sind ein wahrgewordener Traum für Radwanderer. Auf dem Weg stoppen wir auf dem Hügel Olando kepuré – dem
Dutchmen´s Cap im Herzen des Pajuris-Regionalparks und genießen die schöne Aussicht.
Im bekanntesten und größten Seebad Litauens angekommen, beschreiten wir zunächst andächtig den Botanischen Garten Palangas, mit dem Ziel zum Schloss vorzudringen, in dem sich das staatliche Bernsteinmuseum befindet. Hier verbringen wir die nächste halbe Stunde und bestaunen die zu Teil riesigen Brocken an Bernsteinfunden. Die nächsten 1,5 Stunden stehen zur freien Verfügung. Ob man sich in den Dünen niederlassen möchte, um zu entspannen oder sich lieber in eins der belebten Lokale setzt, ist jedem selbst überlassen. Der beliebte Ferienort wird von Einheimischen wie von Touristen gern angesteuert und ist an einem schönen Tag wie diesem gut frequentiert. Nach unserer Erholungspause radeln wir zu unserem Treffpunkt mit Albinas, unserem Fahrer, der die Fahrräder schnell im Anhängerverstaut. Bei Zeiten befinden wir uns auf dem Weg nach Riga, der Hauptstadt Lettlands. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit in Litauen und nehmen die frischen Erinnerungen gern mit. Bevor wir allerdings die Grenze final überschreiten, gibt es einen letzten Stopp am „Berg der Kreuze". Hierbei handelt es sich um einen Wallfahrtsort, der hauptsächlich zu Ostern oder an Hochzeiten und Geburten besucht wird, da das Aufstellen eines Kreuzes mit einem Wunsch oder einer Bitte verbunden ist. Für Touristen ist er allerdings ganzjährlich ein beliebtes Ziel, welches kontrovers diskutiert wird. In einer der Sagen, die sich um die Entstehung des „Hügels" rankt, hatte ein Vater eine kranke Tochter. Als er eines Abends am Lagerfeuer einschläft, erscheint ihm im Traum eine weiße Frauengestalt, die ihm befiehlt, genau auf diesem Hügel, ein Kreuz aufzustellen, um Abbitte zu leisten. Als er dies am nächsten Morgen sogleich umsetzt, ist seine Tochter bereits bei seiner Rückkehr nach Hause geheilt. Ein sicherlich schöner Gedanke, der in seiner heutigen Umsetzung die verschiedensten Formen und Ausmaße an Kreuzen annimmt. Am späten Abend kommen wir in Riga an. Nun heißt es schweren Herzens ein Gruppenmitglied zu verabschieden, da uns Edgar heute leider verlässt. Ab morgen sind wir dann allerdings in neuer Besetzung, mit Ivars, wieder komplett.

19.07.19 Einen ganzen Tag in Riga...


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Heute ist unser radfreier Tag! Die Muskeln können sich also erholen und der eventuell entstandene Schlafmangel löst sich bei einer Startzeit von 9 Uhr in Wohlgefallen auf. Bei einem sind sich allerdings alle einig – das Frühstück hier ist besonders üppig und lecker. So kann man in den Tag starten! Ivars, unser neuer Reiseleiter, begrüßt uns in der Lobby herzlich und nimmt uns auf einen 3 stündigen Rundgang durch die Altstadt, der einst zweitgrößten Hansestadt, mit. Dies wird spätestens nach den zahlreichen, alten Speichern, die sich überall in der Stadt verteilen, ersichtlich. Desweiteren sehen wir von Weitem „Stalins Geburtstagstorte" empor ragen. Ein Gebäude, in dem sich heute die Akademie der Wissenschaften befindet und welches nach dem Vorbild, der in Moskau befindlichen Hochhaustürme die „Sieben Schwestern", erbaut wurde. Weiter geht es vorbei am Reuterhaus, ein imposantes Gebäude eines reichen Kaufmanns der Hanse, über die Petrikirche bis hin zum Domplatz, dem größten, aber jüngsten Platz Rigas. Heute umrahmt gleich eine Reihe historischer Gebäude diesen ehrwürdigen Platz. Neben dem Rigaer Dom gilt als das beeindruckendste unter ihnen die ehemalige Rigaer Börse, in der heute ein Kunstmuseum untergebracht ist. Zudem finden wir hier das Haus des Lettischen Rundfunks, von dessen Balkon aus schon viele geschichtsträchtige Reden gehalten wurden. Angekommen auf dem Rathausplatz, stielt das „Schwarzhäupterhaus" dem Rathaus eindeutig die Show. Im gotischen Stil errichtet und mit seiner reich mit Reliefs und Skulpturen verzierten Giebelfassade, zählt es zu einer der Hauptattraktionen der Hauptstadt. Erstmalig 1334 erwähnt, diente es den Kaufleuten vorrangig als Zusammenkunftsort. Zum Schluss bewegen wir uns etwas vom Zentrum weg, um die wunderschönen, in neuem Glanze erstrahlenden Jugendstilhäuser anzuschauen. Und davon gibt es wirklich eine Menge. Unser Rundgang endet in der Nähe des Freiheitsdenkmals, welches um 1931 zu Ehren der lettischen Unabhängigkeit errichtet wurde und ausschließlich von Spenden aus der lettischen Bevölkerung finanziert wurde. Mit dem Stadtrundgang endet auch der offizielle Teil des heutigen Tages. Danach begeben wir uns mit einer größeren Gruppe zu den Markthallen, in denen man nicht nur fantastisch einkaufen kann, sondern in denen sich auch zahlreiche, kleine Restaurants vorfinden. Von hier an, kann jeder seinen Tag nach freiem Belieben gestalten. Abends treffen wir uns allerdings alle wieder im hoteleigenen Restaurant, genießen ein fantastisches Menü und tauschen uns über den Tag aus. Somit können wir morgen frisch und erholt auf eine neue Radetappe starten.

20.07.19 Riga – Saulkrasti – Ragana – Turaida – Sigulda >>> Wir trainieren für Olympia...


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Da wir wieder entspannt 9 Uhr gemütlich in den Tag starten, hat jeder ausreichend Zeit das üppige Frühstück zu genießen. Auch, wenn heute „nur" 32 Radkilometer vor uns liegen, werden wir diese in einer Rekorddurchschnittsgeschwindigkeit von fast 20 km/h zurück legen. Wir fliegen förmlich durch die Felder und Wälder Lettlands. Wie schon einige Male werden wir dabei von einer anderen Radgruppe begleitet. Wir sind als kleinere Gruppe meist schneller auf den Rädern und fahren vor und sie werden uns Stück für Stück schlucken. Dieses Mal ist das Rennen allerdings besonders knapp und spannend ;). So starten wir in Saulkrasti und arbeiten uns nach Ragana vor. Hier essen wir im Restaurant „Hexenküche" typisch lettische Spezialitäten. Die Spezialität, die allerdings alle vereint, ist wie immer das Bier. Das schmeckt immer! Auch in Lettland begleitet uns der Storch auf allen Wegen. Die Jungen sind gerade dabei flügge zu werden und machen ihre ersten Flugversuche hoch oben im Horst. Das schöne Wetter beflügelt alle. Somit sehen wir heute besonders viele Hochzeitspaare an den bekannten Sehenswürdigkeiten auf unserer Strecke. Als wir die älteste evangelische Kirche Lettlands in Krimulda besichtigen wollen, verhindert uns dies allerdings leider den Eintritt. Zumindest konnten wir einen Blick auf die Braut erhaschen. Danach geht es weiter Richtung Turaida. Hier beenden wir unsere heutige Radetappe und begeben uns zu Fuß in den wunderschönen Park mit dazugehöriger Burg. Aber das sollte für heute noch nicht alles sein! Schließlich haben wir bestes Wetter für die bevorstehende Kanutour als krönenden Abschluss. Und tatsächlich sollten wir sprichwörtlich eine krönende Wassertaufe erleben...Aber zurück zum Anfang. Idyllisch schlängelt sich der Fluss Gauja durch das Tal rund um Turaida mit malerischen Ausblicken auf beiden Uferseiten. Da wir unsere Tour flussabwärts genießen wollen, werden wir vorerst zu unserem Einstiegsort chauffiert. Das hier alle trocken im Boot gelandet sind, ist für mich die größte Überraschung, da der Einstieg durch das Niedrigwasser des Flusses, leicht abenteuerlich ausfällt. So weit so gut – was kann jetzt noch schief gehen?!!! Wir lassen uns auf dem ruhigen Wasser dahin treiben und genießen die warmen, abendlichen Sonnenstrahlen. Als kleine Überraschung habe ich die landestyptischen Utensilien besorgt, ohne die man nicht aufs Wasser geht – reichlich Schnaps, saure Gurken, Kwas und kleine Knabbereien. Gestärkt und guter Dinge, sprich leicht beschwipst, setzen wir die Fahrt fort. Dann kommt dieser eine unglücksselige Moment, an dem das Schicksal entscheidet, dass der heutige Tag viel zu heiß und schweißtreibend war und somit dringend eine Abkühlung von Nöten ist. Ein aus dem Wasser ragender Ast...das Kajak verfängt sich...läuft voll Wasser und zwingt somit die Insassen zum Aussteigen. Während ein Paparazzi hinter mir die ganze Seenotrettungsübung in Bildern festhält, leiten wir Rettungsmaßnamen ein. Glücklicherweise ist das Wasser überall derartig flach, dass man bequem stehen kann. Das Boot wird also wieder trocken gelegt und wir beenden unsere Fahrt. Wie man sich vorstellen kann, ist dieses Vorkommnis DAS Gesprächsthema und es wird noch viel darüber gelacht – frei nach dem Motto: eine Seefahrt die ist lustig! Als wir abends im Hotel ankommen, begeben wir uns bei Zeiten zum gemeinsamen Abendessen. Heute ist es bedächtig ruhig am Abendbrottisch. Der Tag war wunderschön, aber eben auch sehr ereignisreich. Aber am besten beschreibt die allgemeine Bettschwere, unter dem vorhergehenden Einfluss von Alkohol, folgende Aktion: Gewünscht war am Kaffeeautomaten ein Cappuccino. Wir waren angehalten uns selbst zu bedienen. Am Tisch wieder Platz genommen, gab es nur den trockenen Ausspruch, dass es hier auch heiße Schokolade gäbe, falls dies jemand trinken möchte. Aber die Mission wurde nicht abgebrochen, nein, es wurde ein zweiter Anlauf genommen. Dieses Mal musste es doch klappen! Die richtige Taste wurde betätigt! Erst kommt die Milch...dann kommt der Kaffee. So wie es der große rote Kreis auf dem Display anzeigt, der sich langsam füllt und somit die Beendigung des Vorgangs anzeigt. Leider war der Kreis erst bei der Hälfte angekommen, als die Tasse entfernt wurde... „Es gibt also auch heiße Milch, falls das jemand trinken möchte." :D.

 

21.07.19 Sigulda – Ainazi – Kabli – Häädemeeste – Pärnu >>> Wir überfahren die Grenze zu Estland


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Heute ist der bisher heißteste Tag mit knappen 30 Grad. Gut, dass wir gerade heute immer an der Küste des Rigaischen Meerbusens entlang fahren. Die Wälder sind einmal wieder malerisch, überall sprießen Pilze und im Wald lächeln uns unzählige, reife Blaubeeren zu.
Zuvor genießen wir allerdings unser erstes Frühstück im Freien, auf der großen, hoteleigenen Sonnenterrasse. So lässt es sich in den Tag starten! Danach geht es mit dem Auto zu einem kurzen Fotostopp am Kaiserstuhl, mit herrlichem Blick über das Tal mit Turaidas Burg im Hintergrund. Direkt im Anschluss fahren wir zu dem geschichtsträchtigen Ort, wo einst und auch noch heute Rekorde verzeichnet werden – der Bobbahn von Sigulda. Hier haben wir das große Glück, dass wir sogar ein Stück der Strecke direkt zu Fuß in der Fahrrinne zurücklegen können. Nur fahren können wir leider nicht, da die Bahn erst 12 Uhr ihre Pforten für Abenteuerlustige öffnet. Davon hätten sich in unserer Gruppe bestimmt einige gefunden. Somit geht es weiter nach Ainazi, wo wir unsere heutige Radtour starten. Es dauert gar nicht lang, bis wir die Grenze zu Eesti überqueren. Zuvor nehmen wir allerdings ehrfürchtig mit einem kräftigen Schluck Rigas Balsam Cassis von Lettland Abschied. Wer nun denkt, dass wir die ganze Zeit nur trinken, hat völlig recht! :D Nach knappen zwei Stunden erreichen wir Kabli, einem, wie es scheint, sehr beliebten Badeort. Aber heute ist schließlich Sonntag und das Wetter ist einfach nur fantastisch. Wir halten zuerst in Ruhe unser Picknick ab, von den vorher im Supermarkt eingekauften Lebensmitteln und stürzen uns dann in die Fluten. Zumindest hätte ich dies persönlich getan, wenn ich meine Badesachen dabei hätte... ;) Erfrischt und erholt legen wir die restlichen Kilometer bis Häädemeeste wie im Flug zurück und eine Gruppe entschließt sich sogar, noch bis zum nächsten Ort weiter zu fahren. Kurz nach 16 Uhr treffen wir bereits im Hotel in Pärnu ein, der sogenannten „Sommerhauptstadt Lettlands". Das Hotel liegt direkt im Zentrum sowie in Strandnähe und bietet somit die Gelegenheit, die ausgiebige Freizeit bis zum gemeinsamen Abendessen perfekt zu gestalten. Ein wunderschöner, entspannter Tag bei schönstem Wetter!

 

22.07.19 Pärnu – Virtsu – Kuivastu – Maasi – Angla – Kaali >>> Wir trotzen einer 80 prozentigen Regenwahrscheinlichkeit!


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Heute ist der erste Tag, wo wirklich den gesamten Tag Regen und kein einziger Sonnenstrahl angesagt sind. Egal, welches Wetterportal wir auch bemühen, es sieht regelrecht düster für uns aus. Wir sind also nicht nur mental auf eine feuchte Abkühlung von oben eingestellt, sondern haben auch unsere komplette Regenmontur in den Packtaschen bereit. Und zur Not gibt es zum Glück immer noch unseren Van, in den wir jederzeit einsteigen können. Wir starten zwar in Pärnu mit nassen Straßen, aber das sollte es für eine lange Zeit auch gewesen sein. Die Überfahrt mit der Fähre von Virtsu nach Kuivastu, auf die Insel Muhu, erleben wir auch trocken, zumal es angenehm warm draußen ist. Nichtsdestotrotz befinden wir uns regelrecht in Lauerstellung. Somit fällt auch die Entscheidung anfangs nicht so leicht, ob wir den Damm, der die Insel Muhu und die Insel Saaremaa miteinander verbindet, mit dem Fahrrad oder dem Auto überqueren sollen. Uns wird schwerer Wind voraus gesagt und eben nach wie vor eventuell Regen. Im Endeffekt zeigen wir uns als nervenstarke Sportler und stürzen uns mit unseren Rädern auf den Damm. Die Stimmung ist regelrecht magisch und einfach nur herrlich. Sicherlich sieht man in der Ferne düstere Regenwolken, aber hier ist alles ganz still und es weht kein Lüftchen. Saaremaa ist übrigens nicht nur die größte Insel der Moonsund-Inseln, zu der auch Muhu gehört, sondern auch die größte Insel Estlands. Bedingt durch ein mildes, maritimes Klima, gibt es hier eine reichhaltige Flora und Fauna. Dies wird uns schnell bewusst, da die Straßenränder von einem regelrechten Wildblumenmeer gesäumt sind, welches ein wundervolles Bild abgibt. Der allerdings bekannteste Vertreter auf der Insel, der in verschiedensten Formen angepriesen wird, ist der Wachholder. So gibt es Allerlei aus seinem Holz, aber auch viele Produkte, die aus der Wachholderbeere gewonnen werden zum Verkauf. Dies können wir aus nächster Nähe direkt bei unserem ersten Stopp in Maasi begutachten, wo wir unser Picknick direkt am Wasser auf einer großen Wiese abhalten. Danach geht es weiter durch die Wälder und Felder der Insel und immer entlang an der Küste des Rigaischen Meerbusens. Nach mehreren kleinen Stopps und gesamt 46 Radkilometern, kommen wir kurz vor 16 Uhr in Angla an. Wir haben die Regenwolken zwar gesehen und die in der Luft liegende Regenstimmung auch genossen, aber wir haben keinen Tropfen abbekommen. Bei einer 80 prozentigen Regenwahrscheinlichkeit für den gesamten Tag, nenne ich das ein kleines Wunder! Somit genießen wir unsere Kaffeepause in Angla im Freien und besichtigen zusätzlich den Windmühlenpark. Danach geht es ins Auto Richtung Hotel. Wir sitzen noch keine zwei Minuten im Auto, als die ersten Tropfen auf die Windschutzscheiben trommeln. Unfassbar!!!! :) Bei leichtem Regen begutachten wir in Kaali noch den Meteoritenkrater mit einem Durchmesser von ca. 50 Metern und begeben uns dann geschafft, aber guter Dinge ins Hotel, um später unser gemeinsames Abendessen bedächtig zu genießen.

23.07.19 Leisi – Panga – Kuressaare



Wir haben die Sonne zurück und damit auch die Hitze. Man kann sich darüber streiten, was nun besser ist...Unsere heutige Radtour von insgesamt 35 Kilometern beginnen wir in Leisi. Auch hier bewegen wir uns die meiste Zeit immer entlang der Küste oder durch dichte Wälder. Die Insel ist insgesamt eher dünn besiedelt und somit hält sich der Verkehr in Grenzen. Leider gilt dies nicht, für die einzige Schotterpiste, die wir heute befahren. Gefühlt kommt ein Auto nach dem anderen an uns vorbei gerauscht und hüllt uns in eine dicke Staubwolke. Da wir aber echte Abenteurer sind, nehmen wir dies mit einer stoischen Ruhe hin, die nur ab und zu von einem leisen Fluch unterbrochen wird. Insgesamt ist die Strecke heute genau richtig, um uns nach der Gestrigen etwas zu erholen. Unser großes Picknick halten wir kurz nach 14 Uhr in Panga ab. Ein Dorf mit nur wenigen Einwohnern, welches sich somit nicht durch seine Größe, aber durch die wilde Schönheit seiner Lage an der Steilküste auszeichnet. Auf einer großen, mit wildem Thymian bewachsenen Wiese, kann man bis an den Abhang heran gehen, um das Naturschauspiel zu genießen. Bevor wir dies tun, halten wir allerdings in Ruhe unser Picknick ab – man muss schließlich Prioritäten setzen! Danach geht es weiter mit dem Auto zum Hotel. Während eine Gruppe direkt hier bleibt, macht sich die andere Gruppe ausgehfertig für eine 1,5 stündige Stadtbegehung in Kuressaare, der Hauptstadt von Saaremaa. Auch als Arensburg bekannt, bietet die Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Festungsanlagen der Arensburg mit angrenzendem Park oder das Rathaus der Stadt. Auch dieser Tag geht vorbei wie im Flug und schon sitzen wir abends wieder gemütlich zusammen und tauschen uns über die Erlebnisse des Tages aus.

 

24.07.19 Mändjala – Salme – Sääre – Mändjala >>> Der emotionale Abschied von unseren Fahrrädern...


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Heute läuten wir schweren Herzens die letzte Radetappe ein. Damit uns der Abschied nicht allzu schwer fällt, geht es heute mit gesamt 46km noch einmal richtig zur Sache. Die Sonne lacht und die Fahrtrichtung wird so gewählt, dass uns der Wind von hinten schiebt. Beste Bedingungen also! So starten wir direkt am Hotel in Mändjala. Zum Warmwerden findet zuvor ein großes Gruppenfotoshooting auf dem Fahrrad statt. Da es eine „kleine Weile" dauert, bis alle geschlossen in Reih und Glied auf mich zu geradelt kommen und somit alle ins Bild passen, dürfte bei den heutigen Temperaturen keinem mehr „kalt" sein! Auf geht die letzte wilde Fahrt. In Salme machen wir unseren gewohnten Einkaufsstopp für das spätere Picknick. Da wir gefühlt jedes einzige Mal zu viel Lebensmittel gekauft haben, werden es heute nur noch Kleinigkeiten. Danach geht es wieder durch die schöne Landschaft der Insel, geprägt durch ihre wilden Küstenabschnitte mit knorrigen Wachholderbüschen, gepaart mit weiten Getreidefeldern und Viehweiden. Perfekt zur Mittagszeit halten wir in Ohässare zum Picknick. So sitzen wir direkt am Meer auf großen Steinen und lassen uns die raue Brise um die Nase wehen. So herrlich! Weiter geht es mit dem Fahrrad bis zur Südspitze der Halbinsel Sõrve, auf der wir uns heute die gesamte Strecke befinden. Ein alter Leuchtturm markiert den wichtigsten Schifffahrtsweg von der Rigaer Bucht in die Ostsee, die sogenannte Irben-Straße.
Hier halten wir erneut für eine kleine Kaffeepause. Und was darf nach einer fast zweiwöchigen „Tour de États baltiques » nicht fehlen ?! Richtig – die Vergabe des Gelben Trikots oder in diesem Falle, die Vergabe der Sieger-Weinflasche. Auch hier ist der Gewinner schnell ermittelt. Wie üblich von unserem Busfahrer, der immer ein waches Auge auf die Gruppe hatte. Den gloreichen Sieg trägt auch hier unser Youngster, der die Flasche somit direkt wieder abgeben darf, aber zumindest den Triumph sowie den Respekt der ganzen Gruppe behält !
Da wir mittlerweile trainierte Sportler sind, schließen wir die Etappe in einer Rekordzeit von 3 Stunden ab und sind somit bereits kurz nach drei Uhr wieder am Hotel. Während ein Teil direkt zum Strand vor der Haustür eilt, der übrigens angenehm leer ist, geht ein anderer Teil zur Erholung in den hauseigenen Wellness- und Saunabereich. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zum Abend finden wir alle wieder zusammen und genießen ein letztes Dreigangmenü auf der wunderschönen Insel Saaremaa in geselliger Runde. Durch die drei zusammenhängenden Übernachtungen auf der Insel, konnte man hier besonders gut entspannen und die Ruhe der abgeschiedenen Lage des Hotels genießen. So versammeln wir uns am letzten Abend alle am Strand und genießen gemeinsam die „Sieger-Weinflasche".

25.07.19 Saaremaa – Muhu/Koguva – Tallinn >>> Großstadtfieber <<<


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Nun ist es so weit. Es heißt Abschied nehmen. Noch einmal fahren wir über den Damm, über den wir einst geradelt sind und somit auf die Insel gelangt sind. Auf der kleineren Insel Muhu stoppen wir in Koguva, um uns ein gut erhaltenes, altertümliches Dorf anzuschauen, welches heute zwar nicht mehr bewohnt ist, aber zu Teilen als Museum dient oder als Campingfläche vermietet wird. Danach geht es auf direktem Wege in die estnische Hauptstadt Tallinn. Dort angelangt, verabschieden wir feierlich unseren Reiseleiter Ivars sowie unseren Busfahrer Albinas. Schön wars und vielleicht auf ein Wiedersehen! Da bis zum Stadtrundgang noch etwas Zeit ist, stürzen wir uns ins wilde Getümmel der Großstadt. Nach dem stillen Inselleben kommt ein dies wirklich so vor...Mit einigen Anlaufschwierigkeiten kommen wir zu unserem ersehnten Mittagsmahl. Hier gibt es eine derartige Dichte an Restaurants und Cafés, dass man sich erst einmal entscheiden muss. Direkt im Anschluss machen wir uns mit Tomas auf unseren dreistündigen Stadtrundgang. So wie die Reise in Vilnius begonnen hat, so wird sie hier in Tallinn auch enden. Direkt gegenüber unseren Hotels befinden sich die „Drei Schwestern", ein spätgotischer und unter Denkmalschutz stehender Gebäudekomplex aus einstigen Handels- und Speicherhäusern. Der Legende nach wurden diese zusammenhängenden Häuser von einem reichen Kaufmann für seine drei Töchter errichtet. Die Geschichte erinnert jedenfalls sehr an die „Drei Brüder" aus Riga. Im Anschluss gehen wir weiter zur „Dicken Margarethe", einem Wehrturm der einstigen Revaler Stadtbefestigung. Von da an verfliegt die Zeit wie im Flug. Wir schlendern gemütlich durch die „Unterstadt", vorbei am Rathaus, am Theater und durch den Katharinengang mit seinen zahlreichen Kunst- und Handwerksläden. Danach geht es weiter in die „Oberstadt", angefangen mit der „Alexander-Newski-Kathadrale" und dem gegenüberliegenden Parlamentsgebäude und schlussendlich zu den zwei Aussichtsplattformen, von denen aus man einen herrlichen Blick über die Altstadt hat. Ohne Kreuzfahrer kann man diese auch in aller Ruhe genießen. Da Laufen bekanntlich besonders durstig macht, kehren wir vor unserem Abendessen in einem Brauhaus ein. Eine goldene Belohnung für unsere an den Tag gelegte Ausdauer. Danach geht es wie üblich zum gemeinsamen Abendessen, womit wir wieder einen ereignisreichen Tag ausklingen lassen.

 

26.07.19 Tallinn – Frankfurt – Leipzig/Dresden >>> Abreise


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Nun ist es so weit, der traurige Abschied naht. Dafür hatten wir eine wirklich tolle Zeit zusammen! Zum letzten Mal gehen wir gemeinsam in Tallinn Mittagessen. Obwohl es hier Restaurants wie Sand am Meer gibt, ist es nicht ganz so einfach, ein passendes für unsere Gruppe zu finden. Wir stellen uns allerdings dieser Herausforderung bravurös und werden belohnt. Am Nachmittag werden wir zum Flughafen transferiert, der nur 15 Minuten von der Altstadt entfernt liegt. Trotz einer leichten Verspätung unseres Fliegers nach Frankfurt, die wir gut mit Tischtennis überbrücken können, landen wir zeitgemäß, um unsere Anschlussflüge zu bekommen. Nun heißt es Abschied nehmen! Es bleiben viele Erinnerungen, die vielleicht irgendwann einmal in einem direkten Austausch belebt werden können!

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