Reisebericht: Rundreise Niederlande - Belgien - Luxemburg

18.07. – 28.07.2016, 11 Tage Bus-Rundreise BeNeLux: Amsterdam - Rotterdam - Den Haag - Delft - Brüssel - Brügge - Damme - Oostende - Ypern - Namur - Maas-Tal - Luxemburg

Was typisch holländisch ist, warum die Flamen nicht mit den Wallonen verwechselt werden wollen, wie Shrimps in Kartoffelkrokette schmecken und wie der Mindestlohn in Luxemburg ist – das alles und noch viel mehr erfuhren wir auf unserer elftägigen Reise.

1. Tag 18.07.2016 Anreise


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Über Kassel und das Ruhrgebiet erreichten wir pünktlich Arnhem und die Niederlande und genossen das neue Ambiente Amsterdams bei der Einfahrt im warmen Abendlicht.

2. Tag 19.07.2016 Amsterdam


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Alle 90 Inseln und 869 Grachten haben wir nicht besucht an diesem einem Tag, doch sahen wir die facettenreiche Stadt vom Lande und vom Wasser aus und lernten mit Cecilia den Beginenhof, das Amsterdam-Museum, die Nachtwache in 3D (als Bronze-Plastik) und das Museumsviertel kennen.
Nach unserer luftigen Grachtenfahrt, die in der Hitze gut tat (außerdem gab es auf dem Wasser keine Baustellen), besuchten wir in unserer Freizeit entweder eines der Museen oder bummelten an den zahlreichen lebhaften Grachten.
Erstaunlich, was sich aus dem Fischerort aus dem 13. Jahrhundert entwickelt hat: besonders im goldenen 17. und industriellen 19. Jahrhundert, doch auch moderne Gebäude wie das Science Center NEMO imponierten.

3. Tag 20.07.2016 Rotterdam und Brielle


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Imposante Hochhäuser und Brücken prägen die moderne Skyline der Stadt, die im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Wir hatten das Glück, das uns einer für den Wiederaufbau federführenden Architekten durch Rotterdam (Deich an der Rotte) begleitete. Der "nieuwe Waterweg" vom Hafen zur Nordsee wurde im 19. Jahrhundert angelegt und ist heute einer der größten Seehäfen der Welt - unsere Hafenrundfahrt vermittelte uns dies eindrücklich.

Im Kontrast zur großen Stadt erlebten wir nachmittags das kleine städtchen Brielle, das eher historisch von Bedeutung war, als Piraten ("Wassergeusen") für den Oranje-Prinzen den Ort besetzten und so den Spaniern entrissen (siehe ein Glasfenster in der Katharinenkirche Brielles). Seitdem fand so mancher Freibeuter sein Ehrengrab in einer bildergestürmten holländischen Kirche.

4. Tag 21.07.2016 Den Haag und Delft


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Den Haag oder Gravenshaage (Gehege der Grafen) hegt heute eher das Parlament des Landes als den Grafen. Die Königsfamilie besucht schon auch die Stadt als ihre Residenz, doch ist Den Haag neben der Regierungshauptstadt auch Sitz des internationalen Gerichtsbarkeit gegen Kriegsverbrechen.
Elegante Geschäfte und Passagen um großzügige Plätze runden das Bild. Hier genossen wir unser Mittagessen, bevor es nach Delft weiter ging.

Das benachbarte Delft ist berühmt für seine Herstellung von blau bemalter Keramik seit dem 17. Jahrhundert, angeregt vom begehrten kostbaren chinesischen Porzellan, das die Ostindische Companie VOC importierte. Wir besuchten das Werksgelände und sahen einer Malerin bei ihrer Arbeit zu. Anschließend besuchten wir das Stadtzentrum, das sich seit dem 17. Jahrhundert kaum verändert hat und sich als kleinstädtisches Idyll mit von Linden gesäumten Grachten vor schönen Patrizierhäusern darbot (hier schuf auch der berühmte Maler Vermeer van Delft sein kleines doch feines Werk). Unsere Führerin Lia zeigte uns auch den Prinsenhof, wo der oranische Wilhelm der Schweiger ermordet wurde sowie belebte Plätze um die alte und die neue Kirche.

5. Tag 22.07.2016 Baarle und Brüssel


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Heute wechselten wir nach Belgien über den Grenzort Baarle mit seinem komplizierten Grenzpuzzle und erreichten mittags das Atomium in Brüssel.
Hoch oben verschafften wir uns einen Panoramüberblick über Belgiens Hauptstadt, die wir mit Jos erkundeten. Das mittelalterliche Straßennetz um den prächtigen Markt bildet mitunter einen Kontrast zu den Betonverschandelungen der Gegenwart, doch hat sich glücklicherweise genügend gelebter Charme in den lebendigen Vierteln mit etlichen Jugendstilhäusern erhalten.

Wir folgten auch den Spuren Prominenter wie Jacques Brel, Audrey Hepburn, Karl Marx, Pieter Breughel und Victor Horta zwischen königlich-eleganter Oberstadt und lebendiger Unterstadt.
Die zahlreichen Museen streiften wir nur auf unserem Weg von Laaken über den Jubelpark zum zentral gelegenen eleganten Hotel Crown Plaza.

6. Tag 23.07.2016 Brügge


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"Alle brachten sie das reiche Füllhorn ihrer Waren hierher: Und nahmen alles mit, was die Kunst hervor gebracht hat und in solchem Überfluss, dass Brügge vor allen anderen Städten Flanderns, ja sogar der ganzen Niederlande wegen seines Handels gerühmt wurde:" Der flämische Geschichtsschreiber Antonius Sanderus schrieb dies 1641 in seiner "Flandria Illustrata" ohne zu wissen, das Brügges Glanz schon bald verblassen und man im 19. Jahrhundert von einem toten Brügge sprechen würde.

Brugge entstand um eine Burg im 9. Jahrhundert, erfuhren wir von unseren beiden charmanten Stadtführern und es entwickelte sich unter burgundischer Herrschaft zum Kultur- und Handelszentrum. Davon künden noch heute die außerordentlichen Kirchen- und Hospitalgebäude sowie Werke der altniederländischen Meister in den Museen (wie Jan van Eyck im Groeningenuseum oder Hans Memling im Sint-Janshospitaal).
Die Industrialisierung ging an Brügge nahezu vorbei – aus heutiger Sicht ein Segen.
Die malerischen Kanäle erlebten wir auch vom Boot aus – über das einst umfassendere Wassernetz wurden die wertvollen Tuche direkt von der Nordsee und der Flussmündung des Zwin in die Stadt transportiert.

7. Tag 24.07.2016 Oostende und Damme


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Das etwa in der Mitte der belgischen Küste gelegene Oostende ist heute ein anziehender Badeort und Fischerei- und Fährhafen zugleich.
Wir schlenderten mit Annie durch das Zentrum auf geschichtsträchtigen Pfaden (James Ensor Haus, Markt) und verkosteten leckere Shrimps, Schokolade und Bier.

Dann hatten wir noch etwas Zeit für eigene Wege, bevor wir zunächst entlang der Küste und dann in Richtung Damme weiter fuhren (und anschließend gemütlich zurück schipperten) durch schöne Polderlandschaft mit Kanälen, Weiden und Pappeln.
Das Stadthuis im reifen Stil Brabanter Gotik aus dem 15. Jahrhundert, das Huyse de Grote Sterre (heute Til Eulenspiegel Museum: in Damme entstand der Roman), das Hospital und die heute überdimensionale Liebfrauenkirche in früher Scheldegotik mit dem einstigen Grab vom holländischen Dante Jacob van Maerlandt bezeugen die einstige Bedeutung des Ortes mit seinem Stapelrecht für französische Weine. Als der Herzog von Burgund Karl der Kühne seine dritte Frau Margareta von York im Jahre 1468 in Damme heiratete, drohte der Ort nur noch Kulisse zu sein - die Meeresbucht des Zwin begann zu versanden und die Lebensader abzuschneiden: Dammes Tage als Hafenstadt waren gezählt.

8. Tag 25.07.2016 Ypern, Waterloo und Namur


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Ieper, Ypres, Ypern hat sich im ersten Weltkrieg namentlich eingebrannt in das kollektive Bewusstsein, auch durch das Gas „Yperit". Die Geschichte der mittelalterlichen blühenden Tuchstadt war überlagert durch die Grauen des Krieges, dessen Front hier verlief (Ypernbogen). Zur Erinnerung wurde das eindrucksvolle Museum „In Flandern Fields" im Gewandhaus eingerichtet, das wie die gesamte Stadt nach 1918 von den Bürgern komplett wieder aufgebaut wurde – welch eindrucksvolle Leistung!

Vorbei an Kortrijk und Tournai fuhren wir zum nächsten Schlachtfeld nahe Waterloo, dessen Ortsname vor dem ABBA-Song zum Synonym für Scheitern wurde.
Das neue interaktive Museum zeigt als eine der vielen Erinnerungsstätten die Schlacht in 3D, als wäre man inmitten des Geschehens. Ergänzt wurde es durch das gemalte Panorama und den Löwenhügel, an einen antiken belgischen Tumulus erinnernd.
Unsere Fahrt führte uns spätnachmittags zunächst auf die Zitadelle von Namur, bevor wir noch durch die alte Stadt des Malers Félicien Rops schlenderten.

9. Tag 26.07.2016 Durbuy und Orval


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Wir verließen die Maas entlang einiger Ardennenorte (bekannt auch durch die Ardennen-Offensive 1945) in Richtung Ourthe mit der „kleinsten Stadt der Welt" Durbuy. Wir besuchten den Parc des Topiaires mit seinen 250 aus Hecken geschnittenen Kunstwerken im malerischen Kalksteintal und fuhren nach Orval an der französischen Grenze, um die mittelalterliche neben der heute noch bestehenden Zisterzienser-Abtei zu besuchen.
Nach der Führung probierten wir zu Trappistenbier den ebenfalls würzigen Käse, um uns für die Weiterfahrt zum Hotel in Luxembourg zu stärken.

10. Tag 27.07.2016 Luxembourg und Vianden


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Die größte Stadt des Landes besichtigten wir mit Sascha, einem ausgestiegenen Banker, der uns durch das Europaviertel auf dem Kirchberg (er kannte jedes Bankhaus) und durch die elegante Altstadt führte. So wurden wir mit der besonderen Lage der einst stark befestigten Hauptstadt an den tief in das Tal eingeschnittenen Flüssen Petrusse und Alzette bekannt wie auch mit deren Lebensweise. Wer mochte, konnte den gerade zugänglichen großherzoglichen Palast besuchen, die Bockkasematten oder das Musée National d' Histoire et d'Art in der Innenstadt.

Nur ein Katzensprung war es zur Burg der Grafen von Vianden, die seit dem Mittelalter über dem kleinen Ort thront, von vielen bestaunt und Victor Hugo gezeichnet. Geführt betrachteten wir die farbige Doppelkapelle, den großen Rittersaal über dem Weinkeller, die Küche und die byzantinische Galerie.
Wer mochte, konnte das örtliche Victor-Hugo-Museum an der Our besuchen. Unser Tag neigte sich bei herrlichem Sommerlicht, das uns während unserer Reise überwiegend treu blieb.

11. Tag 28.07.2016 Heimreise


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Voller Erinnerungen und mit Souvenirs fuhren wir über Trier, Limburg und Eisenach zurück, freuten uns auf die Heimat und unser Heim und kamen pünktlich und wohlbehalten in Dresden an.

Grit Wendelberger, Ihre Studienreiseleiterin

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