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Reisebericht: Rundreise Costa Rica - vom Pazifik zum Atlantik

01.03. – 17.03.2014, 16 Tage Rundreise Mittelamerika: San José - Tortuguero-Nationalpark - Sarapiqui - Vulkan Arenal - Naturreservat Monteverde - Manuel Antonio-Nationalpark - Marina Ballena Nationalpark

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn in Deutschland begannen wir unsere Reise in eine Region, dessen beherrschende Jahreszeiten Frühling und Sommer sind.Wir waren auf dem Weg in eines der zehn grünsten Länder der Erde, mit einer außergewöhnlichen Flora und Fauna und einer großen Dichte an aktiven Vulkanen. Die Rede ist von Costa Rica, der reichen Küste, eingebettet zwischen zwei Ozeanen, als Bindeglied zwischen Nord- und Südamerika, flankiert im Norden von Nicaragua und im Süden von Panama. Ein subtropisches Paradies per excellence. Zumindest, wenn man den einschlägigen Reiseführern glaubt, was wir zu überprüfen gedachten...

Samstag 01. März: Hinflug nach San Josè über Newark/New Jersey


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Zeitig am Morgen ging es mit dem Eberhardt-Haustürtransfer zum Flughafen nach Berlin-Tegel. Von hier aus flogen wir mit einer großen US-amerikanischen Fluggesellschaft über Newark/New Jersey nach San José/Costa Rica. Beide Flüge verliefen inklusive eines zusätzlichen Tankstopps in Goose Bay/Kanada problemlos und entspannt. Auch waren die Einreise- und Zollkontrollen sowohl in den USA als auch in Costa Rica relativ kurz und gingen wider erwarten flüssig vonstatten. Nach reichlich 14 Stunden Flug landeten wir alle wohlbehalten, aber aufgrund des Zeitunterschiedes zu Deutschland rechtschaffen müde in der costa-ricanischen Hauptstadt. Unser örtlicher Guide José erwartete uns bereits am Flughafen und geleitete uns zu unserem Hotel am Rande von San José, wo wir todmüde ins Bett fielen.

Sonntag 02. März: Vulkan Poas und La Paz Wasserfälle


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Nach erholsamem Schlaf stärkten wir uns gut gelaunt und voller Vorfreude auf die Erlebnisse der nächsten beiden Wochen am schmackhaften Frühstücksbuffet. Hier konnten wir auch zum ersten Mal das traditionelle Gericht Gallo Pinto kosten, das bei keinem costa-ricanischem Frühstück fehlen darf. Im Wesentlichen besteht es aus Reis und schwarzen Bohnen, welche in Öl angebraten und mit verschiedenen Beilagen warm serviert werden. Erstes Ziel unserer Rundreise war der Vulcan Poas im gleichnamigen Nationalpark etwas außerhalb San Josés gelegen. Mit unserem Bus machten wir uns auf den Weg zum 2708 Meter hohen Vulkan, welcher ein beliebtes Ausflugsziel ist, aber häufig an der Kraterspitze mit Nebel zu kämpfen hat. Doch wir hatten Glück. Nachdem wir uns auf dem Weg zum Nationalpark noch eine der zahlreichen Kaffeeplantagen angeschaut hatten, die überall entlang an den Flanken des Vulkans zu finden waren, erreichten wir den Krater des Poas bei schönstem Sonnenschein. Wir hatten einen fantastischen Blick auf den graublauen, dreihundert Meter tiefen Kratersee, der von weitem ein durchaus friedliches Bild vermittelte, der aber zu den sauersten und damit giftigsten Kraterseen der Welt zählt. Die Rauchschleier, die immer mal wieder über den See wehten, ließen dazu noch unsichtbare Aktivitäten erahnen. Ein kleiner Abstecher führte uns zum daneben liegenden, inaktiven Kratersee Laguna Botos. Die von dichter Vegetation bewachsenen Kraterwände und die "blaue" Lagune vermittelten das Bild eines Naherholungsgebietes, wäre da nicht die Gewissheit gewesen, auf einem aktiven Vulkan zu stehen. Wenn auch die Gefahr eines Ausbruchs nur noch latent vorhanden ist, weil nach Meinungen der Fachleute der Berg nicht mehr genug Druck aufbauen kann, um zerstörerisch zu wirken. Aber man weiß ja nie...
Wir setzten unsere Tour an diesem Tag mit einem Besuch der "La Paz Waterfall Gardens" fort. Diese 28 Hektar große Anlage beherbergt nicht nur einige sehenswerte Wasserfälle, darüber hinaus kann man hier viele einheimische Tier- und Pflanzenarten finden. Entlang eines gut ausgebauten Rundweges kann man u.a. Orchideen bewundern, Tukane, Schmetterlinge, Kolibris und Raubkatzen betrachten oder sich einigen der giftigsten Amphibien Costa Ricas gegenübersehen. Über diverse Treppen und Aussichtsplattformen gelangte man von Wasserfall zu Wasserfall und ist dabei von dichtem Dschungel umgeben. Für uns ein guter Einstand, um uns auf unsere Begegnung mit der "wilden" Tier- und Pflanzenwelt Costa Ricas vorzubereiten.

Montag 03. März: Braulio Carrillo National Park


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Heute nahmen wir zum ersten Mal Abschied von unserem Hotel in San José, denn wir verließen die Hauptstadt Costa Ricas und kehrten erst in vierzehn Tagen hierher zurück. Durch das Zentrum der einhunderttausend Einwohner zählenden Metropole, vorbei am Nationaltheater und am Museo de Oro, dem Goldmuseum, ging es in Richtung Nationalpark Braulio Carrillo auf der gleichnamigen Schnellstraße. Leider kam unsere Fahrt etwa 30 Minuten außerhalb San Josés zum Erliegen, denn die Ausfallstraße war aufgrund eines Unfalls komplett gesperrt. Nach etwa zwanzigminütigem Warten beschlossen wir, von unserer Wanderung im NP am heutigen Tag abzusehen und einen anderen Weg in Richtung Karibikküste einzuschlagen. Wir umfuhren die Hauptstadt in südlicher Richtung und gelangten über Tres Rios nach Cartago, der gleichnamigen Provinzhauptstadt am Fuße des Vulcans Irazu, wo wir einen ersten Stopp einlegten. Hier besuchten wir den Zentralmarkt, wo es viele für uns unbekannte Früchte, Gemüse und Lebensmittel zu sehen und zu kaufen gab. Im Anschluss besichtigten wir die 1926 erbaute Basilika de Los Angeles, heute wichtigste Pilgerstätte des Landes, bevor wir über die alte Carretera 10 von Paraiso und Turrialba nach Siquirres fuhren, wo wir eine kleine Mittagspause einlegten. Dieser Weg vom Zentraltal in die karibische Küstenebene war landschaftlich außerordentlich reizvoll. Vom vulkanisch geprägten Hochland ging es in die hauptsächlich von Bananenplantagen gesäumte Küstenregion. An einer dieser Plantagen schauten wir den Arbeitern beim reinigen, sortieren und verpacken des goldgelben Exportschlagers zu. Was da bei schwülheißen dreißig Grad an körperlicher Anstrengung erbracht wurde, nötigte uns allen Respekt ab und ließ uns die Bedeutung und die Preise im heimischen Supermarkt in einem ganz anderen Licht erscheinen. Weiter ging unsere Fahrt über Limon, der wichtigsten Hafenstadt des Landes, nach Süden, jetzt immer entlang der Küste des karibischen Meeres bis zum Städtchen Puerto Viejo, wo wir an der Playa Cocles unsere Lodge bezogen. Die weitläufige Anlage bot das malerische Bild einer tropischen Urwaldlodge, allerdings mit den heute so beliebten Annehmlichkeiten wie Pool- und Spa-Bereich, WiFi-Internet und ausgezeichnetem Restaurant. Zum Strand waren es nur wenige hundert Meter und dieser war vor allem ein Paradies für Surfer und Wellenreiter.

Dienstag 4. März: Cahuita National Park


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Nach einem reichhaltigen und sehr schmackhaften Frühstück fuhren wir die Küste ein Stück nordwärts, nach Cahuita zum Nationalpark gleichen Namens. Unsere Erwartungen waren schon sehr groß, hofften wir doch, heute jede Menge Tiere zu Gesicht zu bekommen. Und tatsächlich, unsere Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Ein dreieinhalb Kilometer langer Urwaldtrail zog sich parallel zur Küste hin, welchen wir mit dem entsprechenden Entdeckergeist freudig beschritten. Tolles Wetter und eine grandiose Vegetation taten ihr übriges. Spechte, Faultiere, Brüll- und Kapuzineraffen, eine Jesus-Christus-Eidechse, Uferläufer, Waschbären, eine Schwarz-Weiß-Eule sowie eine gelbe und eine orange Wimpernviperschlange waren die sehenswerte Ausbeute des Vormittags. Als wir nach dreieinhalb Stunden zum Strand von Puerto Vargas zurückkehrten, hatte die Sonne ihren höchsten Stand erreicht und wir uns ein erfrischendes Bad in den karibischen Fluten verdient. Geschätzte 25 Grad Wassertemperatur und ein feinsandiger Meeresboden machten das Baden zum ausgesprochenen Vergnügen. Nach zwei, drei Stunden schwimmen und relaxen hieß es dann den Rückmarsch zu unserer Lodge am Strand von Puerto Viejo anzutreten. Ein weiteres leckeres Abendessen rundete diesen Tag auf kulinarische Weise ab und ließ uns voll Vorfreude auf die künftigen Entdeckungen zu Bett gehen.

Mittwoch 5. März: Ausflug nach Tortuguero


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Heute verließen wir die Grenzregion zu Panama und begaben uns auf den Weg nach Norden, in den Nationalpark Tortuguero, wenige Kilometer von der Grenze zu Nicaragua gelegen. Da wir einen großen Teil der Strecke mit dem Boot bewältigen mussten, galt es zeitig los zu fahren. Noch vor dem eigentlichen Frühstück brachen wir von der Playa Cocles aus auf und fuhren Richtung Limon, um dort nach Siquirres abzubiegen. Eine Strecke, die wir vor zwei Tagen bereits in entgegengesetzter Richtung absolviert hatten. Unterwegs machten wir einen kurzen Frühstücksstopp, bevor wir hinter Siquirres nach Norden zum Hafen von La Pavona abbogen. Endlose Bananenplantagen lagen links und rechts des Weges, welcher etwa 30 Kilometer vor Pavona in eine Schotterpiste überging, die nur noch ein relativ langsames und staubiges Vorwärtskommen zuließ. Zwischendurch hatten wir Gelegenheit, die monströsen und beeindruckenden Elefantenkäfer aus nächster Nähe zu bewundern. Diese Exemplare werden etwa handtellergroß und leben auf Bäumen. Eine wahrlich urzeitliche Anmutung. Um die Mittagszeit erreichten wir den Hafen von Pavona, von wo aus die kleinen Boote zu den verschiedenen Lodges im Tortuguero Nationalpark aus starteten. Wir bestiegen unser Boot und steuerten durch das (teilweise nachträglich erbaute) Kanalsystem nach Tortuguero. Geschaffen wurde der Nationalpark als Schutzgebiet und Eiablageplatz verschiedener Schildkrötenarten, so z.B. der grünen Meeresschildkröte. Er ist damit einer der wichtigsten Brutplätze dieser Art in der ganzen Karibik. Darüber hinaus gilt das Ökosystem von Tortuguero als biologisch so artenreich und vielfältig, dass es weltweit nur noch wenige ähnliche Lebensräume gibt. Unsere Lodge befand sich auf einer dreihundert Meter breiten Landzunge zwischen einem Kanal und dem offenen Meer. Natur pur, man fühlte sich an das Ende der Welt versetzt. Nach einem stärkenden Mittagessen und einem Gläschen Rum auf das Wohl unseres heutigen Geburtstagskindes  fuhren wir mit dem Boot nach Tortuguero Stadt und ließen uns von unserem Reiseleiter José die Entstehung, Bedeutung und Erhaltung des Nationalparks erklären. Nachdem wir von Tortuguero Stadt am Strand entlang zu unserer Lodge zurückgelaufen waren, nahmen wir unser Abendessen im tropischen Garten der Anlage ein. Und leckeren Geburtstagskuchen gab es natürlich auch.

Donnerstag 6. März: Tortuguero National Park


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Noch vor dem Frühstück hieß es den Tieren des Nationalparks Guten Morgen sagen. Das Wetter hätte nicht besser sein können, es war trocken, warm und die Sonne versteckte sich noch etwas hinter den Wolken. Um 06.00 Uhr in der Früh saßen wir bereits im Boot und glitten die Kanäle entlang, uns dabei immer dicht am Ufer haltend, in der Hoffnung, die eine oder andere Entdeckung zu machen. Dank unseres  Bootsführers und unseres Reiseleiters "spürten" wir Tiere auf, die wir ungeübten Mitteleuropäer wahrscheinlich niemals wahrgenommen hätten. Wir sahen unter anderem verschiedene Reiher-Arten, einen kleinen Kaiman, Leguane, Brüll- und Kapuzineraffen sowie diverse hier lebende Vogelarten. Eine beinahe andächtige Ruhe umgab uns auf unserer Fotosafari, nur kurzzeitig immer wieder von den unvermeidlichen Außenbordern der vielen Beobachtungsboote gestört. Trotzdem spürte man die unglaubliche Kraft der Natur, welcher wir hier auf dem Wasser in stiller Beobachtungsposition so unmittelbar und ungefiltert gegenüber traten. Nach der Rückkehr zur Lodge gönnten wir uns erst einmal ein stärkendes Frühstück, bevor wir die hier wachsenden tropischen Pflanzen und Gehölze bestimmten. Dabei half uns eine Self-Guided-Tour, welche uns zu den wichtigsten Gewächsen führte, inklusive deren Erklärung und Bestimmung. Zum Abschluss statteten wir dem kleinen Frosch- und dem benachbarten Schmetterlingshaus noch einen Besuch ab, um auch diese Tiere aus nächster Nähe betrachten zu können. Gerade den farbenprächtigen, aber gleichzeitig hochgiftigen Pfeilgiftfröschen galt unsere besondere Aufmerksamkeit. Man musste schon lange suchen und ein gutes Auge beweisen, wollte man diese scheuen Exemplare vor die Linse unserer Fotoapparate bekommen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen und einer kurzen Siesta fuhren wir erneut mit dem Boot auf den Kanal von Tortuguero hinaus. Dieses Mal lag unser Ziel allerdings nicht auf oder am Wasser, stattdessen wollten wir die Uferzone verlassen und tiefer in den Urwald eindringen. Dieses Unterfangen gelang uns auf einer benachbarten Insel, wo wir auf einem befestigten Pfad tief in die urzeitlich anmutende Vegetation eintauchen konnten. Gigantische Bäume, riesige Farne, undurchdringliches Unterholz und wenig Licht säumten dabei unseren Weg. Es war wie in einer Szene aus Jurassic Park. Man meinte jeden Moment einen Tyrannosaurus durch das Unterholz brechen zu sehen. Leider sahen wir auf unserer Wanderung durch den Urwald fast keine Tiere, was aber auch an unserer Anwesenheit gelegen haben könnte. Zurück zu unserer Lodge ging es wieder mit dem Boot. Wir genossen die verbleibende Zeit in dem Naturparadies, denn morgen verließen wir diese einzigartige Gegend in Richtung Landesinneres. Wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge...

Freitag 7. März: Arenal Vulkan Gebiet


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Heute nahmen wir Abschied von der Karibikküste und setzten unsere Rundreise durch dieses wunderschöne Land in Richtung Westen fort. Wieder bestiegen wir eines dieser schlanken, kleinen Holzboote und ließen uns über die Kanäle von Tortuguero zurück zur Anlegestelle nach Pavona bringen. Das Wetter meinte es einen weiteren Tag sehr gut mit uns und schickte schon am Morgen warme Sonnenstrahlen zu unser aller Erbauung. Wir genossen ein letztes Mal die Landschaft links und rechts an unserer Seite und flogen dabei mit der Kraft doppelter Außenbordmotoren unserem Ziel entgegen. In Pavona erwartete uns schon unser Bus mit unserem sehr guten Chauffeur José, welcher sich sofort um die Verladung unserer Koffer kümmerte, während wir uns moralisch auf die nächsten dreißig staubigen und holprigen Kilometer vorbereiteten. Wie schon bei der Herfahrt vor zwei Tagen schlichen wir über die Holperstrecke nach Siquirres, wo wir nach gut anderthalb Stunden wieder vernünftigen Straßenbelag unter die Räder unseres Busses bekamen, so das die Fahrt von hier aus wesentlich komfortabler fortgesetzt werden konnte. Gegen 12.30 Uhr erreichten wir unser Restaurant für die Mittagspause in der Nähe von Guapiles. Im Rio Danta, wie das Lokal hieß, stärkten wir uns am Buffet, bevor wir zum Nationalpark Braulio Carillo aufbrachen, um unsere ausgefallene Wanderung vom Montag nachzuholen. Der 1978 gegründete und etwa 45.000 Hektar große Nationalpark liegt nur knapp dreißig Kilometer außerhalb von San José und wurde nach einem Staatsoberhaupt Costa Ricas benannt. Wir wanderten entlang des Las Palmas Wanderweges und haben einige Bromelien- und Orchideenarten sowie die allgegenwärtigen Riesenfarne gesehen. Fast zum Schluss hatten wir noch eine harmlose Begegnung mit einer hochgiftigen Korallenschlange, welche sich fotogen auf einem umgestürzten Baum entlang schlängelte. Nach unserer kleinen anderthalbstündigen Wanderung setzten wir unsere Fahrt fort, denn wir hatten noch ein gutes Stück Weg vor uns. Ziel des heutigen Tages war das Örtchen La Fortuna am Fuße des Vulkans Arenal, etwa achtzig Kilometer vor der nicaraguanischen Grenze gelegen. Wir erreichten unsere sehr schöne Hotelanlage leider erst bei Dunkelheit, so dass wir die Erkundung der Anlage und der Umgebung auf den nächsten Tag verschieben mussten. Zum Ausklang des Tages konnte man die heißen Quellen in der hoteleigenen Poollandschaft nutzen oder einfach ein schönes Abendessen im Restaurant genießen.

Samstag 8. März: La Fortuna Wasserfall


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Bei Sonnenaufgang bot sich uns ein Anblick, den wir aufgrund der späten Ankunft am letzten Tag nicht genießen konnten. Von den Terrassen unserer komfortablen Bungalows aus hatten wir einen fantastischen Blick auf den 1670 Meter hohen Vulkan Arenal, einen der aktivsten Vulkane der Erde. Aufgrund des Frühnebels war seine Spitze noch in den Wolken versteckt, doch hofften wir bei unserer nachmittäglichen Wanderung an seinem Fuß auf eine "Komplettansicht". Doch soweit war es noch nicht. Erst einmal stärkten wir uns an dem ausgezeichneten Frühstücksbuffet, bevor wir derart gut gerüstet unser Ausflugsprogramm starteten. Wir erledigten zuerst ein paar Besorgungen in dem kleinen Städtchen Fortuna (Post, Blumenladen - denn heute war Frauentag, und da sollte es für unsere Damen in der Gruppe doch ein Blümchen geben), bevor wir zum Danaus Eco Center fuhren. In diesem drei Hektar großen Bioreservat kann man viele Arten der heimischen Fauna und Flora zu Gesicht bekommen, es gibt z.B. einen Heilpflanzen- und eine Orchideengarten, man kann Kaimane, Schmetterlinge und beinahe 150 Vogelarten beobachten. Ein Rundgang durch diese schöne und lehrreiche Gartenanlage ist unbedingt empfehlenswert. Im Anschluss daran fuhren wir mit dem Bus weiter zum La Fortuna Wasserfall, welcher etwa fünf Kilometer außerhalb des gleichnamigen Städtchens gelegen ist. Überwindet man die gut 450 Treppenstufen, die bergab zum Wasserfall führen, hat man einen grandiosen Blick auf die sich siebzig Meter in die Tiefe stürzenden Wassermassen. Nach dem anstrengenden Bergaufstieg hatten wir uns eine kleine Erfrischung redlich verdient, welche in Form von köstlichem Kokosnusswasser daherkam. Es ist immer wieder ein Schauspiel, das trinkfertige Vorbereiten der Kokosnuss mit der Machete zu beobachten. Da uns noch etwas Zeit bis zum Mittagessen blieb, bummelten wir anschließend durch La Fortuna, bevor wir im Restaurant La Choza de Laurel das costa-ricanische Nationalgericht Casado zu uns nahmen, welches aus Reis, schwarzen Bohnen, gebackenen Bananen, Salat, Tortilla und wahlweise Rindfleisch, Hühnchen oder Fisch bestand. Nach einer erholsamen Mittagspause fuhren wir am späten Nachmittag in den Nationalpark Arenal, um eine Wanderung über das erkaltete Lavafeld am Fuße des Vulkans zu unternehmen. Der knapp drei Kilometer lange Rundweg war von interessanten Aussichten auf den Vulkan und die uns umgebende Vegetation geprägt; die scharfkantigen Lavabrocken erschwerten das Laufen aber schon sehr. Dabei ist man sich die ganze Zeit über bewusst, dass wir uns wieder in unmittelbarer Nähe zu einem aktiven Vulkan bewegten, obwohl es im Augenblick auch hier keine sichtbaren Aktivitäten festzuhalten gab. Aber noch vor weniger als vier Jahren, im Mai 2010, spuckte der Berg soviel Lava, dass der gesamte Nationalpark gesperrt werden musste. Wir waren also gewarnt... Und wie am Morgen gehofft, sahen wir zumindest einen Großteil der Vulkanspitze, wenngleich diese immer noch ein kleines Wolkenhütchen trug. Nach dieser schönen Wanderung ging es zurück in unser Hotel, um den Abend in den Thermalquellen oder bei einem schönen Abendessen zu beschließen.Sonntag

09. März: Überquerung des Arenalsees und Fahrt nach Monteverde


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Ein weiterer schöner und sonniger Tag begrüßte uns, als wir unsere Koffer zeitig am Morgen vor die Bungalowtür stellten, damit diese vorerst ohne uns die Reise nach Monteverde antreten konnten. Bevor wir unsere Koffer hoch in den Bergen wiedertrafen, hieß es für uns wieder einmal an Bord zu gehen. Mit zwei Kleinbussen fuhren wir von unserem Hotel zur Anlegestelle am Arenalsee, dem mit 80 Quadratkilometern größten Binnensee des Landes. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts künstlich aufgestaut, deckt er heute mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Landes. Mit einem kleinen Boot tuckerten wir gemütlich über den See und genossenen die Aussicht auf den angrenzenden Vulkan und die umliegenden Höhenzüge. Nach gut einstündiger Überfahrt gingen wir in der Nähe der Ortschaft Rio Chiquito an Land, um von hier aus unsere Tour nach Monteverde mit dem Bus fortzusetzen. Auch jetzt saßen wir noch nicht in "unserem" Bus, denn diesem ist die teilweise sehr steile und gefährliche Bergeinfahrt nicht zuzumuten. Wir nahmen deshalb einen altgedienten Busveteranen, der diese Berg- und Talfahrt schon unzählige Male bei allen nur denkbaren Straßen- und Wetterverhältnissen mit Bravour gemeistert hatte. Dieser oft geknechtete Bus klapperte und quietschte, dass einem beinahe Mitgefühl überkam. Aber er hatte uns alle sicher und zuverlässig zu unserem Rendezvous-Punkt hoch in den Bergen gebracht. Hier begrüßten wir unseren Chauffeur José, welcher mit unserem Gepäck schon vorausgefahren war und hier auf uns wartete. Nach einer kurzen Pause setzten wir also die Fahrt in unserem gewohnten Gefährt fort und erreichten zur Mittagszeit das kleine Örtchen Santa Elena, Ausgangspunkt der meisten Aktivitäten in der Nebelwaldregion Monteverde. Nachdem wir uns im Supermarkt mit ein paar Kleinigkeiten versorgt hatten, fuhren wir zu unserer sechs Kilometer außerhalb des Ortes gelegenen Lodge weiter. Nach dem Check in bot sich am Nachmittag die Gelegenheit, an einer regionalen "Kaffee- und Schokoladentour" teilzunehmen. Dazu fuhren wir mit einem Großteil der Gruppe zur Don Juan Kaffeeplantage. Hier wurden uns bei einer zweistündigen interaktiven und sehr unterhaltsamen Tour die Grundlagen des Kaffeeanbaus, der Verarbeitung und der speziellen Qualität des costa-ricanischen Arabica-Kaffees vermittelt. Dabei wurden wir in verschiedene Arbeitsschritte einbezogen, was den Schauwert und das Verständnis für die Produktion noch vertiefte. Zum Abschluss der Tour konnten wir noch selbst Kakaobohnen rösten, zerkleinern und mit weiteren Zutaten zu einer Schokoladenpaste verarbeiten, welche wir im Anschluss selbstverständlich verkosten durften. Lecker. Der in 1300 Metern Höhe angebaute Hochlandkaffee, der in zwei verschiedenen Röststufen genossen werden konnte, rundete das Erlebnis "Kaffee und Schokolade" ab. Unser Dinner nahmen wir an diesem Abend in einem italienischen Lokal unweit unseres Hotels ein. Man konnte aus verschiedenen Vor- und Hauptspeisen wählen und sowohl das Ambiente des Lokals als auch der Geschmack der Gerichte sorgten für einen angenehmen Tagesausklang.

Montag 10. März: Santa Elena Reservat & Sky Walk


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Heute war insofern ein besonderer Tag, weil wir einerseits zwei schöne Wanderungen auf dem Programm stehen hatten, andererseits uns wettermäßig etwas Regen ins Haus stand und das erstmals, seitdem wir in Costa Rica "an Land gingen". Nun ja, auf beide Gegebenheiten waren wir natürlich vorbereitet. Zumal wir uns in der Nebelwaldregion Monteverde befanden, der Klima- und Wetterscheide zwischen dem etwas feuchteren karibischen Klima und der trockeneren pazifischen Region. So fuhren wir nach dem Frühstück zuerst zur Sky Walk Talstation, um von hier aus unsere erste Wanderung durch den Nebelwald zu beginnen. Auf dem 1,6 Kilometer langen Rundweg überquerten wir fünf der sechs unterschiedlich langen und hohen Hängebrücken, welche eine fantastische Aussicht auf die Baumkronen und die Nebelwaldvegetation von oben gewährten. Leider haben wir bis auf ein Faultier und ein paar Vögel keine Tiere gesehen, so dass wir unsere Aufmerksamkeit ganz der Flora widmen mussten. Unser Reiseleiter José hat wie immer mit Hingabe und großem Wissen die subtropischen Pflanzen, Bäume und Sträucher erklärt und für vielerlei Aha-Effekte gesorgt. Nach anderthalb Stunden war unser Sky-Walk, unser Himmelslauf, beendet und wir kehrten zum Eingang des Adventure-Parks zurück. Wer Mut und Lust hatte, konnte hier auch an einer Canopy-Tour teilnehmen, was mit dem Begriff "Urwaldseilbahn" der Sache wohl am nächsten kam. Wie in einem Hochseilklettergarten wurde man mit diversen Gurten gesichert und rutschte dann an einem Seil hängend über die Baumwipfel hinweg. Nur fliegen ist noch schöner, der Nervenkitzel aber vergleichbar. Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter zum Santa Elena Naturschutzgebiet, wo wir uns um 10.30 Uhr auf einen 3,4 Kilometer langen Weg quer durch die üppige Regenwald-Vegetation machten. Wie bei ähnlichen Regenwaldwanderungen vorher gelang es uns auch dieses Mal nicht, nennenswerte Tierbeobachtungen vorzunehmen. Dafür war das Unterholz meistens zu dicht bzw. die Tageszeit zu ungünstig, da viele Tiere nachtaktiv sind und man sie tagsüber nur selten zu Gesicht bekommt. Der immer mal wieder einsetzende Regen tat ein Übriges, um sowohl uns als auch die Tiere in oder unter einer Regendeckung zu halten. Trotz alledem war es wieder sehr interessant, die unglaublich üppige und vielseitige Vegetation des Regenwaldes aus unmittelbarer Nähe betrachten zu können. Nach zwei kurzweiligen Wanderstunden gelangten wir zum Eingang des Nationalparks zurück, um hier unser mitgebrachtes Lunchpaket zu verzehren. Dabei konnten wir dann doch noch ein "furchterregendes" Tier ablichten, eine faustgroße Vogelspinne, die mit flottem Kriechgang die Straße zu überqueren versuchte. Da wir ein solches Exemplar bisher noch nicht gesehen hatten, empfanden wir es als willkommene "Entschädigung" für den fast tierlosen Vormittag. Am frühen Nachmittag kehrten wir mit einem Zwischenstopp im Örtchen Santa Elena zu unserem Hotel in der Abgeschiedenheit von Monteverde zurück. Wer wollte, konnte in dem gemütlichen Restaurant unseres Hotels noch ein schmackhaftes Abendessen zu sich nehmen, bevor es wieder ans Koffer packen ging.

Dienstag 11. März: Rincon de la Vieja Vulkan Gebiet


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Auch wenn manchmal unsere Reisen aufgrund des umfangreichen Programms für außenstehende Leser nicht nach Urlaub anmuten, gibt es doch auch bei unserer Tagesplanung noch nachsichtige Momente, wo wir den frühen Morgen nicht den Entdeckungen widmen, sondern ausschließlich dem Schlaf. So ein Tag war heute. Wir "gewährten" unserer tapfer durchhaltenden Gruppe einen "Ausschlafmorgen" und verließen unser Bergdomizil in der Cordillera de Tillaran erst um 09.00 Uhr. Auf einer der bekannten und berüchtigten Schotterpisten ging es zwanzig Kilometer hinab in Richtung Guacimal, wo wir wenig später endlich wieder Asphalt unter den Rädern spürten. Das Fahrgefühl verbesserte sich noch, als wir gegen 10.15 Uhr hinter Cebadilla auf die Autobahn Nr. 1, die berühmte Panamericana, einbogen. Bis Liberia waren es von hier aus noch 105 Kilometer, doch vorher erreichten wir das Städtchen Canas, wo wir gegen Mittag eine Tieraufzuchtstation Namens Las Pumas besuchten. Hier werden Tiere beherbergt, die aus vielerlei Gründen nicht in ihrer natürlichen Umgebung überleben und aufwachsen konnten. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei einem Großteil der hier betreuten Tiere um Raubkatzen (Pumas, Jaguare, Ozeloten) sowie um Aras, Tukane und einige wenige weitere Tiere, die wir aufgrund ihrer natürlichen Umgebung nicht zu Gesicht bekamen. Das ganze Projekt ist privatwirtschaftlich organisiert und wird größtenteils von Eintritts- und Spendengeldern finanziert. Nach einer Mittagspause in einem kleinen Restaurant am Rio Corobici fuhren wir die Panamericana weiter bis Liberia, wo wir kurz unsere Getränkevorräte im Supermarkt auffüllten, bevor wir das letzte Stück zu unserer Hazienda in der Provinz Guanacaste (gleichzeitig der Nationalbaum Costa Ricas, welcher aufgrund der Form seiner Früchte "Ohrbaum" heißt) absolvierten. Am zeitigen Nachmittag erreichten wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, welche am Fuße des Vulkans Rincon de la Vieja gelegen war und im Ranchhausstil erbaut wurde. Wir wurden mit Musik und Begrüßungsdrink willkommen geheißen und bezogen anschließend unsere Zimmer. Die Hazienda erstreckte sich über ein riesiges Gebiet und bot dem interessierten Besucher vielfältige Aktivitäten, z.B. Canopy, Reiten, Rafting oder ein Besuch der heißen Quellen; man konnte auch diverse Wanderungen unternehmen, unter anderem zu verschiedenen Wasserfällen in der Umgebung oder man nutzte den Hotelpool, um sich von der Hitze des Tages ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Am Abend trafen wir uns alle zu einem leckeren Abendessen im offenen Restaurant des Hotels, bevor ein weiterer interessanter Tag zu Ende ging.

Mittwoch 12. März: Rincon de la Vieja National Park


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Als wir an diesem Morgen vom Frühstück kamen, spürten wir schon die unerbittlichen Strahlen der Sonne auf unseren Gesichtern. Wenn man morgens um 08.00 Uhr schon Temperaturen nahe 30 Grad hat, lässt das für den Tag nichts Gutes vermuten. Es sollte ein sehr heißer Tag werden.
Um 08.30 Uhr befanden wir uns deshalb schon am Eingang des Nationalparks Rincon de la Vieja, um unsere Wanderung entlang des Trails Las Pailas zu beginnen. Wichtigste Utensilien waren heute gutes und festes Schuhwerk, Sonnen- und Mückenschutz sowie ausreichend Flüssigkeit. Auf dem etwas mehr als drei Kilometer langen Wanderweg, der uns sowohl durch den tropischen Trockenwald als auch durch eine savannenähnliche Landschaft führte, haben wir gewaltige Würgefeigen, Affen, Tukane und Leguane gesehen. Höhepunkt der Wanderung waren sicherlich die sogenannte Fumarole, kleine Öffnungen am Fuße des Vulkans, welche aus Pools mit heißem Schlamm und Wasser bestanden und an vielen Stellen blubbernd und dampfend die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Um den Wanderweg in Gänze gehen zu können, mussten zwei abenteuerliche Brücken überwunden werden, eine klapprige Hängebrücke aus Holz und Drahtgeflecht sowie ein umgestürzter Baum mit Seil-Über-Kopf-Halterung, was den Fotofreunden unter uns schöne Motive bescherte. Gegen Mittag kehrten wir hungrig und durstig zur Hazienda zurück und freuten uns auf das bevorstehende Mittagessen und die anschließende kurze Siesta. Um 14.00 Uhr packten wir dann schon wieder unsere Taschen und begaben uns zu den heißen Quellen Rio Negro, die vom Hotel aus in gut zwanzigminütiger Fahrzeit zu erreichen waren. Dabei handelt es sich um natürliche, von der Hitze des nahen Vulkans gespeiste Quellen, deren Wasser in Steinbecken gesammelt wurde, welches unterschiedliche Temperaturen aufwies. Nach einigem probieren hatte jeder das Becken mit der für seine Verhältnisse angenehmsten Wassertemperatur gefunden. Nachdem wir es uns so anderthalb Stunden gut gehen ließen, kehrten wir entspannt und neu "vulkanisiert" in unser Hotel zurück, um uns ein weiteres Mal dem kulinarischen Teil des Programms zu widmen. Und da Bewegung an frischer Luft, gepaart mit entspannenden Bädern und gutem Essen müde macht, fielen wir alsbald in unsere Betten.

Donnerstag 13. März: Carara National Park, Fahrt nach Manuel Antonio


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Wir verließen die Trockenwald- und Savannenregion Guanacaste im Norden Costa Ricas und setzten unseren Weg gen Süden fort. Heute galt es gute 280 Kilometer Straßennetz sowie eine Wanderung durch den Carara Nationalpark zu bewältigen. Über hinlänglich bekannte Schotterpisten, vorbei an Gauchos hoch zu Pferde und einigen kleinen Rinderherden, verließen wir unsere Hazienda am Fuße des Vulkans Rincon de La Vieja und strebten über die Provinzhauptstadt Liberia die Panamericana entlang unserem ersten Zwischenziel zu. Dieses erreichten wir gegen halb zehn in Gestalt einer Cafeteria in Limonal, welche als Besonderheit nicht nur die Beköstigung erschöpfter Reisender vornahm, sondern sich auch noch wunderschöne Aras und Tukane hielt, die das Herz aller Fotografen höher schlagen ließen. Waren die Tukane noch hinter Gittern zu beobachten, ließen sich die Aras (rote und blaue) in freier Wildbahn bei ihren anmutigen Anflügen beobachten. Ein tolles Schauspiel. Gepaart mit einer Erfrischung der passende Rahmen für die notwendige Pause. Weiter ging es am Golf von Nicoya vorbei in Richtung Esparza, welches wir aber nicht erreichten, da wir vorher in Richtung Caldera abbiegen mussten. Gegen Mittag erreichten wir den Rio Tarcoles, den Krokodilfluss, welcher seinen Namen zu Recht trägt, wie wir bald sehen sollten. Von einer Brücke aus, die den Fluss quert, sahen wir wenigstens 20 ausgewachsene Spitzkrokodile in der Sonne liegen und dösen. Obwohl es kaum Bewegung im Wasser gab, war es für die Meisten ein ehrfurchtgebietender Anblick. Die sich in unmittelbarer Nähe aufhaltenden Geier vervollständigten das Stillleben aus urzeitlichen Echsen und tierischen Abfallverwertern. Nur Beute fehlte allen. Wenige Kilometer weiter erreichten wir den Carara Nationalpark, wo unsere heute Wanderung stattfinden sollte. Carara bedeutet in der Sprache der Huetar-Indianer Krokodil. Fünf Vegetationszonen erstrecken sich im Park auf einer Fläche von knapp 4600 Hektar. Leider sahen wir bei unserer "Schleicherei" durch den Primärwald wieder relativ wenige Tiere, was vielleicht an unserer unausgereiften Schleichtechnik gelegen haben mag. Ein gefährdeter roter Ara hoch in den Wipfeln, ein Faultier als Silhouette, ein Pfeilgiftfrosch sowie zwei gelangweilte Leguane waren die Ausbeute unserer zweistündigen Wanderung durch den Park. Um Körper und Geist wieder etwas auf Vordermann zu bringen, legten wir im Ort Jaco , dem „El Arenal Costa Ricas", eine Mittagspause ein. Etwas gegessen und getrunken und die Lebensgeister waren wieder zurück, um die restliche Strecke bis zu unserem Hotel in Manuel Antonio zurückzulegen. In Quepos machten wir einen kurzen Einkaufsstopp, bevor wir in die Einfahrt unseres vorletzten Domizils auf dieser Reise einbogen. Nach einem schnellen Check in begaben wir uns alle zum wenige hundert Meter entfernten Strand, um die im Pazifik untergehende Sonne zu beobachten und auf ein Geburtstagskind in unserer Gruppe anzustoßen. Unser heutiges Abendessen nahmen wir inmitten eines tropischen Gartens in wunderschönem Ambiente ein. Die Speisenwahl viel nicht leicht, war doch jedes einzelne Gericht schmackhaft und empfehlenswert. Bei gutem Essen, einem Gläschen Wein, Kaffeelikör, einer Geburtstagstorte und angenehmen Gesprächen ging auch dieser Abend leider irgendwann zu Ende.

Freitag 14. März: Manuel Antonio National Park


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In dieser Nacht gab es einen starken Regenschauer und als der Morgen anbrach, nahmen wir diesen noch in einer unglaublich hohen Luftfeuchtigkeit wahr. Nach einem stärkenden Frühstück bereiteten wir uns auf den vorletzten Tag in diesem gastfreundlichen Land vor. Mit unserem Reiseleiter José ging es zu Fuß zum Eingang des Manuel Antonio Nationalparks, welcher trotz dieser frühen Stunde (bzw. gerade deswegen) schon gut besucht war. Dieser Nationalpark punktet mit seiner Lage direkt am Pazifikstrand und seinen überwiegend nicht menschenscheuen Tieren. Obwohl mit nur sieben Quadratkilometern der kleinste Nationalpark in Costa Rica, ist er einer der beliebtesten. Nach dem Gang durch die üppige Vegetation konnte man hier anschließend noch an feinsandigen Stränden in der Sonne dösen, schnorcheln, baden oder einfach die Seele baumeln lassen. Kapuziner- und Totenkopfäffchen, Nasenbären, Agutis, Faultiere und Schwarzleguane konnten dabei aus nächster Nähe beobachtet werden. Leider war gerade aufgrund dieser Konstellation die Besucherdichte relativ hoch, so dass wir nach dem Mittag den Park verließen und eine der wenigen echten Relaxphasen einschoben. Wer wollte, konnte den Nachmittag am Strand verbringen, durch das kleine Örtchen bummeln oder einfach dem schönen Hotelpool einen Besuch abstatten. Nach fast zwei Wochen entdecken und erforschen stand den Meisten der Sinn nach etwas Entspannung und Erholung. Ein wiederum leckeres Abendessen stärkte uns für die letzte Etappe am morgigen Tag.

Samstag 15. März: Marino Ballena National Park – San Jose


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Nach einem entspannten gestrigen Nachmittag, den wir weitgehend zur Erholung nutzten, stand die letzte Etappe unserer costa-ricanischen Naturreise an. Wir verließen Manuel Antonio über Quepos und fuhren weiter in südliche Richtung an Dominical vorbei nach Uvita, einem kleinen Örtchen am Eingang des Marino Ballena Nationalparks. Heute stand mal keine Nationalparkwanderung auf dem Programm, sondern eine Bootsfahrt. Gegen 09.00 Uhr am Morgen gingen wir an Bord eines mittelgroßen Motorbootes, welches etwa 20 Personen Platz bot und direkt am breiten Sandstrand vor Anker lag. Das Fehlen eines Bootssteges machte das Ein- und Ausschiffen zur Kletterübung. Aber bekanntlich schadet ein wenig Abenteuer auch nicht wirklich... Als alle ihre Rettungswesten angezogen hatten, ging es los. Wir kreuzten vor der Nationalparkküste und stoppten das erste Mal an einer kleinen Insel zum Schnorcheln, um etwas von der tropischen Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen. Ausgerüstet mit Brille und Schnorchel machten sich zwei Mutige auf, die Unterwasserfauna- und Flora zu erkunden. Ein Vergleich mit den Tauch und Schnorchel Paradiesen im Roten Meer oder vor der australischen Ostküste verbot sich zwar von selbst, aber deswegen waren wir auch nicht hergekommen. Nach dem aktiven Teil dieser Bootstour kehrten wir zurück in gewohnte Gefilde, nämlich beobachten und fotografieren. Wir sahen auf den Inseln Tölpel, Fregattvögel und Braune Pelikane, begaben uns aber schließlich auf die Suche nach Walen und Delfinen. Wir mussten auch nicht lange warten, bis wir die ersten Exemplare zu Gesicht bekamen. Es handelte sich um sogenannte Flaschennasendelfine, welche wir eine Weile verfolgten, um das eine oder andere Bild von ihnen zu machen, was aber gar nicht so einfach war. Für kurze Zeit können sich diese Delfine mit bis zu 65 km/h durchs Wasser bewegen, weshalb sie immer wieder aus unserem Sichtfeld entschwanden. Nach mehrmaligem Ortswechsel drehten wir dann ab und tuckerten an der Küste entlang zu unserem Ausgangspunkt zurück, wobei wir viele Höhlen und Löcher in den Gesteinsformationen am Ufer sehen konnten. Dabei kamen wir an einer Bucht vorbei, wo öfter Karettschildkröten nach Nahrung suchen. Leider haben wir keines der erstaunlichen Meerestiere zu Gesicht bekommen, so dass wir kurz vor Mittag unsere Bootstour beendeten und wieder an Land gingen. Nach halbstündiger Busfahrt legten wir in Punta Dominical eine Pause ein, um hier in einem Bistro eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Anschließend ging es auf die letzte Etappe des heutigen Tages, ja eigentlich der gesamten Reise. San José hieß das Ziel, hier schloss sich der Kreis, auf dem wir vor mittlerweile zwei Wochen die ersten Schritte getan hatten.  Wir erreichten am Nachmittag unser Hotel in den Außenbezirken San Josés, welches wir schon bei unserer ersten Begegnung mit der Stadt bewohnten. Nach einem Abschiedsabendessen, bei welchem wir uns offiziell bei unseren beiden costa-ricanischen Begleitern bedankten und verabschiedeten, hieß es Koffer packen und möglichst schnell einzuschlafen, denn diese Nacht ging leider viel zu schnell zu Ende.

Sonntag/Montag 16./17.März: Heimreise über Newark nach Berlin Tegel


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Bereits um zwei Uhr in der Nacht wurden wir unsanft vom unnachgiebigen Piepen des Weckers aus dem Schlaf gerissen. Nach einem kleinen Snack und einer schnellen Tasse Kaffee ging es über die morgendlich leeren Straßen der Hauptstadt in Richtung Flughafen Juan Santamaria. Nachdem wir für alle die Ausreisesteuer bezahlt hatten, hieß es dann tatsächlich Abschied nehmen, Abschied von einem wunderbaren Land, Abschied von einem tollen Reiseleiter und einem immer umsichtigen Busfahrer sowie Abschied von einer inspirierenden und aufregenden Reise. Nach dem einchecken und einem ruhigen und ereignislosen Flug nach Newark/USA ging es wieder zu den üblichen und erwartungsgemäß langwierigen Einreisekontrollen, welche aber auch dieses Mal, ähnlich wie bei unserem Hinflug, erstaunlich schnell und ohne großes Aufhebens vonstatten gingen. Dadurch hatten wir noch einige Stunden Zeit, uns mit den kulinarischen Angeboten eines amerikanischen Großflughafens eingehender vertraut zu machen. Doch da alles irgendwann einmal ein Ende hat, verging auch diese Wartezeit. Am frühen Abend Ortszeit bestiegen wir endlich den Flieger Richtung Heimat, welcher uns dann in knapp acht Stunden in die Bundeshauptstadt Berlin brachte. Aufgrund des Jetlags und des langen Rückfluges ordentlich müde, dafür aber glücklich und voller Erlebnisse, Erinnerungen und Entdeckungen, welche wir aus diesem wunderbaren mittelamerikanischen Land mitbrachten, ließen wir uns vom Eberhardt-Haustürtransferservice nach Hause bringen. Wie schon viele Reisen zuvor hat auch diese Tour eine Fülle neuer Erfahrungen, korrigierter Sichtweisen und wunderbarer Begegnungen mit sich gebracht. Um es mit dem irischen Dramatiker Oscar Wilde auszudrücken: „Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf."

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