Rundreise Costa Rica in kleiner Gruppe–Pura Vida
Reisebericht: 10.03. – 25.03.2026
16 Tage Costa Rica: voller Abenteuer zwischen Regenwald und Ozean – mit viel Bewegung, Aktivitäten, Kajaktouren, Tierbeobachtungen, Schnorcheln, unvergesslichen Naturmomenten und Muße zum Genießen!
Ein Reisebericht von
Susanne Schirmann
Abflug aus Deutschland nach San José
Unsere kleine Reisegruppe trifft sich voller Vorfreude am Abfluggate in Frankfurt am Main Flughafen. Aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist, begrüßen wir uns und stimmen uns auf die kommenden Tage ein. Lufthansa fliegt uns rund zwölf Stunden über den Atlantik, bevor wir am Abend in San José landen, der lebendigen Hauptstadt Costa Ricas im zentralen Hochland. Nach dem Einreiseprocedere, was bestens funktioniert, begrüßt uns unser Reiseleiter Nico sehr herzlich und heißt uns im Land des „Pura Vida“ willkommen – einer Lebensphilosophie, die für Gelassenheit und Lebensfreude steht. Noch ein kurzer Shuttle zu unserem ersten Hotel Buena Vista und nach dem Check-in gibt Nico noch einen kurzen Ausblick auf den morgigen Tag. Er überrascht uns zur Begrüßung mit einer selbst gestalteten, isolierten Trinkflasche – ein praktischer Begleiter für unsere Reise, denn im Bus steht immer Trinkwasser für uns bereit. Bei einem kühlen Drink lassen wir den Anreisetag entspannt ausklingen. Müde, aber glücklich fallen wir schließlich ins Bett – voller Vorfreude auf die kommenden Tage im faszinierenden Costa Rica. Pura Vida!
Poas Vulkan–Mi Cafecito Kaffeefarm–La Fortuna
Unser Tag beginnt mit einem entspannten Frühstück hoch über der Hauptstadt San José in Alajuela. Die ruhige Lage des Hotels, die komfortablen Zimmer und der schöne Außenbereich mit fantastischem Blick in die Region waren ein sehr gelungener Start unserer Reise. Gestärkt machen wir uns auf den Weg in die Berge. Unser erstes Ziel ist einer der beeindruckendsten Vulkane des Landes: der Poás Volcano im Poás Volcano National Park. Der Poás gehört zu den aktivsten Vulkanen Costa Ricas und besitzt einen der größten aktiven Krater der Welt. Rund eineinhalb Kilometer misst er im Durchmesser und etwa 300 Meter in der Tiefe. In seinem Inneren liegt ein intensiv türkisfarbener, stark mineralhaltiger Kratersee – ein faszinierendes Naturphänomen. Ein kurzer Spaziergang führt uns zur Aussichtsplattform. Heute haben wir besonderes Glück: Der Krater liegt vollkommen frei vor uns. Keine Wolken, kein Nebel – stattdessen ein weiter Blick direkt in diese gewaltige Vulkanlandschaft. Ein Moment, der uns alle staunen lässt. Rund um den Vulkan zeigt sich auch, warum diese Region landwirtschaftlich so fruchtbar ist. Der vulkanische Boden liefert besonders viele Nährstoffe. Bekannt ist das Gebiet vor allem für seine Erdbeeren. Bei Fresas del Volcán kosten wir einige der regionalen Spezialitäten. Frische Erdbeeren direkt aus der Vulkanregion, dazu Palmitokäse – einfach, aber unglaublich aromatisch. Die heutige Fahrt nutzt Nico, um uns in die geographischen Besonderheiten Costa Ricas einzuführen. Dabei wird einmal mehr deutlich, wie vielfältig und zugleich klein dieses besondere Land ist. Costa Rica ist etwa so groß wie Bayern, während Deutschland ungefähr siebenmal so groß ist wie Costa Rica. Trotzdem vereint das Land auf kleinem Raum eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften, Klimazonen und Tierarten. Während wir Nico lauschen, entdecken wir unterwegs eine größere Gruppe White-nosed Coati, im Deutschen meist Nasenbären genannt. Die neugierigen Tiere durchstreifen den Straßenrand auf der Suche nach Früchten und Insekten oder was so mancher Tourist doch für sie bereithält. Mit ihren langen Nasen und den geringelten Schwänzen sind sie unverwechselbar – und für uns ein erstes schönes Tiererlebnis am Wegesrand.
Ein weiterer Programmpunkt des Tages erwartet uns auf der Mi Cafecito Coffee Farm. Hier erfahren wir aus erster Hand, wie Kaffee in Costa Rica angebaut und verarbeitet wird. Zwischen den Kaffeepflanzen erklärt man uns den Weg von der Kaffeekirsche bis zur fertigen Bohne. Wir lernen, wie viel Handarbeit und Wissen hinter jeder Tasse Kaffee steckt.
Natürlich darf auch eine Verkostung nicht fehlen. Neben frisch gebrühtem Kaffee probieren wir einen aromatischen Kaffeelikör, der hier hergestellt wird. Anschließend genießen wir ein typisches costa-ricanisches Mittagessen – ein Casado mit Reis, Bohnen, Salat und verschiedenen Zutaten. Einfach, frisch und sehr authentisch. Am Nachmittag setzen wir unsere Reise fort und erreichen schließlich unsere Unterkunft nahe La Fortuna, am Fuße des beeindruckenden Arenal Volcano. Die Arenal Oasis Eco Lodge & Wildlife Refuge liegt eingebettet in üppige Natur – kleine Bungalows, tropische Pflanzen und überall Vogelstimmen. Das Glück ist uns holt und wir entdecken ein erstes Faultier über uns in einer Baumkrone-na wenn das kein gutes Omen ist! Mit Einbruch der Dunkelheit wartet noch ein besonderes Erlebnis auf uns: eine geführte Wanderung durch den nächtlichen Regenwald. Sobald es dunkel wird, erwacht hier eine ganz eigene Welt. Frösche rufen aus dem Unterholz, Insekten zirpen und mit etwas Glück entdecken wir einige der faszinierenden Bewohner des tropischen Waldes.
So endet ein abwechslungsreicher Tag voller Eindrücke – zwischen Vulkanlandschaften, fruchtbaren Hochlandregionen, Kaffeeplantagen und der lebendigen Natur Costa Ricas.
La Fortuna Wasserfall–Sloth Tour–Thermalquellen
Der Morgen beginnt hier nicht mit einem Wecker, sondern mit der unverwechselbaren Stimme der Brüllaffen. Das tiefe Grollen der Männchen hallt durch den Regenwald und erinnert uns daran, dass wir mitten in der Natur Costa Ricas aufwachen. Nach einer Nacht voller Dschungelgeräusche und einem kräftigen Guss genießen wir ein ausgiebiges Frühstück mitten in der Natur. Besonders populär und traditionell ist dabei das typische Gericht Gallo Pinto – eine herzhafte Mischung aus Reis und Bohnen, dazu Eier, Käse und knuspriger Toast. Während wir essen, beobachten wir neugierig die Vögel um uns herum, darunter auch mehrere Tuberkelhokkos, die sich ebenfalls für das bereitgelegte Obst interessieren. Costa Rica gilt nicht umsonst als eines der vogelreichsten Länder der Welt. Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zum beeindruckenden La Fortuna Waterfall. Der Weg hinunter führt über mehr als 530 Stufen tief in die üppig grüne Schlucht. Unten angekommen bietet sich ein spektakulärer Anblick: Aus fast 60 Metern Höhe stürzt das Wasser in ein türkisfarbenes Becken, umgeben von dichtem Regenwald. Ein Anblick, der sich sehr gelohnt hat und uns auch die 530 Stufen nach oben erneut bewältigen lässt. Im Anschluss bummeln wir durch das lebendige Städtchen La Fortuna. Zwischen bunten Souvenirläden und kleinen Cafés begleitet uns immer wieder der Blick auf den perfekt geformten Arenal Vulkan, eines der bekanntesten Wahrzeichen des Landes. Auf unserer Fahrt zum Mittagsstopp entdecken wir, also Nico-hoch oben in den Baumwipfeln ein Faultier – in Costa Rica immer ein besonderer Glücksmoment. Später sorgt noch ein winziger, aber faszinierender Bewohner des Regenwaldes für Staunen: Ein leuchtend gefärbter Pfeilgiftfrosch, dessen auffällige Farben in der Natur eine klare Warnung an mögliche Fressfeinde sind. Am Abend gönnen wir uns Entspannung in den warmen Becken der Paradise Hot Springs. Zwischen tropischer Vegetation wechseln wir von Pool zu Pool und lassen uns von den unterschiedlichen Temperaturen verwöhnen. Während über uns die Zikaden ihr Konzert geben und der Regenwald in der Dämmerung lebendig wird, fühlt sich dieser Ort wie eine kleine Oase mitten im Dschungel an. Ein reichhaltiges Abendbuffet rundet den Tag genussvoll ab. Später kehren wir in unsere Lodge zurück und lauschen noch einmal den nächtlichen Geräuschen des Waldes. Der Dschungel schläft nie – und wir sind gespannt, ob uns morgen früh wieder das markante Brüllen unseres tierischen Weckers begrüßt.
Rafting Tour–Nicoya Halbinsel–Samara
Unser Tag in Costa Rica beginnt heute ganz entspannt. Beim Frühstück genießen wir noch einmal die ruhige Atmosphäre unserer Unterkunft, umgeben von üppiger Natur. Während wir unseren Kaffee trinken, beobachten wir das lebhafte Treiben rund um uns herum: farbenprächtige Vögel fliegen zwischen den Bäumen hin und her, Eichhörnchen huschen neugierig über das Gelände und sogar die imposanten Hokkos lassen sich das bereitgestellte Obst nicht entgehen. Ein wunderbarer Moment, um die Vielfalt der Tierwelt Costa Ricas noch einmal bewusst wahrzunehmen. Gut gestärkt brechen wir anschließend auf. Während unserer Fahrt erzählt uns unser Reiseleiter Nico Spannendes über die klimatischen Besonderheiten des Landes. Costa Rica wird von unterschiedlichen Windströmungen beeinflusst, die maßgeblich darüber entscheiden, ob wir uns gerade im trockeneren Pazifikklima oder im feuchteren Karibikklima befinden. Besonders interessant ist dabei die sogenannte Wettergrenze, die sich durch das Land zieht und für die sehr unterschiedlichen Vegetationszonen verantwortlich ist. Unsere Route führt uns rund um den beeindruckenden Arenalsee, den größten See des Landes. Das gewaltige Wasserreservoir entstand in den 1970er-Jahren durch einen Staudamm und liefert heute einen bedeutenden Teil der elektrischen Energie Costa Ricas aus Wasserkraft – ein schönes Beispiel dafür, wie stark das Land auf erneuerbare Energien setzt. Ein nächster Stopp führt uns zu Selva Paraíso. Von hier aus genießen wir einen herrlichen Blick über den Arenalsee und die umliegenden Berge. Bei einer Tasse aromatischen costa-ricanischen Kaffees lassen wir die Landschaft auf uns wirken. Natürlich bleibt auch Zeit, durch den kleinen Souvenirbereich zu schlendern – und so manches T-Shirt mit dem wohl beliebtesten Tier des Landes, dem Faultier, findet einen neuen Besitzer. Während wir weiterfahren, berichtet Nico über das Bildungssystem Costa Ricas. Bildung hat hier einen besonders hohen Stellenwert: Schon seit dem 19. Jahrhundert ist die Schulbildung staatlich organisiert und für Kinder kostenlos. Heute gehört Costa Rica zu den Ländern mit einer der höchsten Schulbildungen in Lateinamerika. Gegen Mittag erreichen wir schließlich unseren Ausgangspunkt für das nächste Abenteuer des Tages: eine Rafting-Tour bei Rincon Corbici. Bevor es jedoch aufs Wasser geht, stärken wir uns zunächst bei einem leckeren Mittagessen. Danach werden wir mit Helmen und Schwimmwesten ausgestattet und von unseren örtlichen Guides gründlich eingewiesen. Auf zwei Boote verteilt starten wir schließlich auf dem Fluss. Die ersten Stromschnellen sorgen gleich für etwas Adrenalin und viel Ah und Oh an Bord. Doch schon bald wird der Fluss ruhiger und wir haben Zeit, die beeindruckende Natur entlang des Ufers zu genießen. Immer wieder entdecken wir Tiere: Leguane, die sich auf Ästen oder an Land sonnen, Reiher und Fischadler am Wasser, hoch oben kreisende Geier – und natürlich lassen sich auch die berühmten Brüllaffen hören. Mit etwas Glück entdecken wir sogar neugierige Kapuzineräffchen in den Bäumen. Selbst beeindruckende Krokodile zeigen sich an Land oder durchqueren in unmittelbarer Nähe unseres Bootes den Fluss. Unsere Guides übernehmen heute das Paddeln, sodass wir uns zurücklehnen und die tropische Landschaft ganz entspannt auf uns wirken lassen können – ein wunderbarer Moment mitten in der Natur. Nach der erlebnisreichen Fahrt kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Bei einer Tasse Kaffee und einem Dessert tauschen wir unsere Eindrücke aus und lassen das Abenteuer noch einmal Revue passieren. Am Nachmittag setzen wir unsere Reise fort und fahren Richtung Pazifikküste auf die Nicoya-Halbinsel. Unser Ziel ist das charmante Küstenstädtchen Sámara, das für seinen langen Sandstrand und die entspannte Atmosphäre bekannt ist. Am späten Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft das Hotel Belvedere, welches von einer deutschen Familie geführt wird und wo wir die kommenden drei Nächte verbringen werden. Den Tag lassen wir schließlich ganz entspannt im lokalen Restaurant Esmeralda ausklingen. Bei einem köstlichen Abendessen und angenehmen Gesprächen blicken wir auf einen erlebnisreichen Tag zurück – und genießen unseren ersten Abend am Pazifik.
Kajak Tour und Freizeit in Samara
Der Tag beginnt für uns heute auf ganz besondere Weise: Statt eines Weckers sind es die lauten Rufe der Brüllaffen, die uns am frühen Morgen aus dem Schlaf holen. Ihr tiefes, weithin hörbares Brüllen hallt durch die Bäume – ein typisch tropischer Weckruf, den man so schnell nicht vergisst. Mit diesem außergewöhnlichen Start in den Tag wächst sofort die Vorfreude auf das, was uns heute erwartet.
Kurz darauf treffen wir uns beim reichhaltigen Frühstücksbuffet unserer kleinen Hotelanlage. Seit über dreißig Jahren wird das Haus von einem deutschen Ehepaar geführt, und so finden wir hier eine wunderbare Mischung aus tropischen Früchten und vertrauten Frühstücksleckereien. Frischer Kaffee, „richtiges“ Brot und viele kleine Köstlichkeiten sorgen dafür, dass wir bestens gestärkt in den Tag starten.
Schon bald brechen wir zu unserem Morgenausflug auf. Unser Guide Xavier holt uns ab und gemeinsam fahren wir zur Küste. Unser Ziel liegt in der Nähe des traumhaften Playa Carrillo, einer der schönsten Strände an der Pazifikküste von Costa Rica. Die weit geschwungene Bucht ist von unzähligen Kokospalmen gesäumt und wirkt mit ihrem hellen Sand und dem türkisfarbenen Wasser wie aus dem Bilderbuch. Noch einige Minuten abseits der Landstraße beginnt unser Kajakabenteuer. Nachdem wir uns jeweils zu zweit in die Boote verteilt haben, gleiten wir ruhig über das Wasser des Río Ora. Die Landschaft um uns herum ist beeindruckend: dichter tropischer Wald, spiegelglattes Wasser und eine wohltuende Stille. Hoch oben in den Baumwipfeln schlafen noch einige Brüllaffenfamilien, während wir lautlos vorbei paddeln. Immer wieder entdecken wir Vögel – Reiher am Ufer, Bussarde über uns in der Luft und mit etwas Glück sogar einen Adler. Schließlich erreichen wir die Flussmündung, wo der Fluss in den Pazifik übergeht. Hier legen wir eine entspannte Pause ein. Während wir kühle Getränke genießen und uns frische Ananas und saftige Wassermelone schmecken lassen, schweift unser Blick über den weiten Ozean. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit auch für einen kleinen Spaziergang am Strand, bei dem uns die warmen Wellen des Pazifiks um die Füße spielen. Der Rückweg im Kajak gestaltet sich besonders angenehm, denn Wind und Strömung unterstützen uns. Fast mühelos gleiten wir zurück zum Ausgangspunkt. Von dort bringt uns unser Bus wieder zur Unterkunft, sodass wir gegen Mittag zurück sind.
Der Nachmittag gehört ganz dem Entspannen. Einige von uns genießen ein erfrischendes Bad im Pool, andere lassen einfach die Seele baumeln. Wer Lust auf ein wenig Action hat, begleitet Nico an den Strand und wagt die ersten Versuche auf dem Surfbrett im Pazifik.
Doch der Tag hält noch eine kleine Überraschung bereit. Bevor wir zum Abendessen aufbrechen, fahren wir noch einmal gemeinsam zur Playa Carrillo. Nico und ich haben dort einen kleinen Umtrunk organisiert. Während die Sonne langsam im Meer versinkt und den Himmel in warme Farben taucht, stoßen wir gemeinsam auf unser großartiges Abenteuer in Costa Rica an – ganz im Sinne des Lebensgefühls „Pura Vida“. Anschließend genießen wir ein gemütliches Abendessen in einem schönen Restaurant und lassen den Tag entspannt ausklingen. Die Gespräche drehen sich schon um den kommenden Morgen, denn es wartet das nächste Highlight auf uns – auf zur Delfinbeobachtung! Pura Vida!
Optionale Bootstour zur Delfinbeobachtung–Werner Sauter Biological Reserve
Der Morgen beginnt heute mal in Ruhe ohne Familie Brüllaffe, erneut mit einem tollen Frühstück und mit einem optionalen Ausflug, der uns auf den Pazifik hinausführt. Wir wollen unser Glück versuchen und Delfine und vielleicht sogar Buckelwale beobachten. Gemeinsam steigen wir mit noch weiteren Besuchern ins Boot und werden schon kurz nach Abfahrt von einer Meeresschildkröte beäugt. Wenig später zeigt sich, dass sich der Ausflug gelohnt hat. Mehrere karibische Delfine tauchen neben unserem Boot auf. Besonders auffällig sind die hellen, fast weißen Flecken auf ihren Rücken, die im Wasser deutlich schimmern. Wir beobachten, wie sie geschickt und mit gewaltigem Tempo auf Fischfang gehen. Immer wieder schnellen fliegende Fische aus dem Wasser, während die Delfine hinter ihnen herjagen. Auch Thunfische gehören heute zu ihrer Beute. Es ist faszinierend, dieses lebendige Schauspiel aus nächster Nähe zu sehen. Während wir weiter über das ruhige Meer gleiten, entdecken wir zusätzlich zwei riesige Mantas, die elegant unter der Wasseroberfläche ihre Kreise ziehen. Nur der erhoffte Buckelwal, der von anderen Booten gesichtet wurde, lässt sich bei uns leider nicht blicken – er ist offenbar bereits weitergezogen. Trotzdem ist es ein wunderschöner Ausflug. Zum Abschluss haben wir sogar noch Zeit, ins Wasser zu springen, ein wenig zu schwimmen und zu schnorcheln. Die Crew kümmert sich dabei um eine Stärkung für uns, es gibt frische, süße Ananas – ein perfekter Snack mitten auf dem Meer. Zurück in unserer Lodge genießen wir zunächst etwas Freizeit, bevor es am Nachmittag weitergeht. Unser Ziel ist das nahegelegene Werner-Sauter-Biological Reserve, ein besonderes Naturreservat, das von der Familie Sauter gegründet wurde. Ihr Ziel war es, der intensiven Ausbeutung der Natur in früheren Zeiten etwas entgegenzusetzen. Über Jahrzehnte hinweg wurde hier sorgfältig aufgeforstet und geschützt – mit beeindruckendem Ergebnis. Heute hat sich ein vielfältiges Biotop entwickelt, in dem zahlreiche Vogelarten und eine üppige Pflanzenwelt heimisch ist. Dazu werden wir von unseren beiden Guides Christopher und Mauricio abgeholt und begrüßt. Auf unserer Fahrt entdecken wir eine Brüllaffengruppe, die sich in den Baumwipfeln über uns ausruht. Mit den tollen Teleskopen unserer Guides, können wir diese aus nächster Nähe beobachten und es entstehen herrliche Eindrücke, sondern auch tolle Aufnahmen. Mit viel Engagement und einem guten Auge für Details führen die beiden uns anschließend durch das Reservat. Schnell wird klar, wie viel Leben sich hier im dichten Grün verbirgt. Immer wieder bleiben wir stehen, entdecken besondere Pflanzen oder hören Vogelstimmen aus dem Blätterdach. Besonders eindrucksvoll sind einige der außergewöhnlichen Baumarten, die hier wachsen. Die Stachelzeder fällt sofort durch ihre kräftigen Dornen auf, während der sogenannte Krokodilbaum mit seiner eigenwilligen Struktur fast ein wenig urzeitlich wirkt. Während wir langsam durch den Wald wandern, erfahren wir immer wieder spannende Geschichten über die Pflanzen, Tiere und die Entwicklung dieses Schutzgebietes. Wir teilen uns in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe wagt sich auf einen etwas anspruchsvolleren Pfad, der zu einem Aussichtspunkt hinaufführt. Von dort eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Bucht von Sámara. Die andere Gruppe bleibt im flacheren Gelände und nimmt sich mehr Zeit, die kleinen Details der Flora und Fauna entlang des Weges zu entdecken. In der angenehmen Nachmittagsstimmung genießen wir die Ruhe des Waldes und die vielen neuen Eindrücke.
Am Abend wartet noch ein besonders stimmungsvoller Ausklang auf uns. Unser gemeinsames Abendessen findet direkt am Strand statt, am Playa Las Olas. Unter freiem Himmel sitzen wir im Restaurant bei schmackhafter Küche, dazu spielt Livemusik, die perfekt zur entspannten Atmosphäre passt. Mit Blick auf den Strand lassen wir diesen erlebnisreichen Tag gemütlich ausklingen.
Besuch der Plantage von Dona Hermida–Monteverde–Quäkervortrag
Ein letztes Mal genießen wir das reichhaltige Frühstück in Samara und greifen kräftig zu, bevor es weitergeht. Wir brechen auf und machen uns auf den Weg Richtung Monteverde. Unsere erste Pause führt uns nach Limonal, wo wir normalerweise eine erste Ara Begegnung in Costa Rica Aras in freier Wildbahn hätten, so nicht heute, sie bleiben verschollen. Unsere Reiseleiter Nico erklärt uns, dass es sich hier um eine Art Auffangstation handelt, die versuchte, die Aras wieder auszuwildern. Allerdings haben die Tiere es so gut hier, dass viele von ihnen einfach bleiben. Als wollten sie uns ein wenig ärgern, tauchen nach unserer Abreise plötzlich fünf rote Aras am Himmel auf. Was soll’s, kommt Zeit, kommen weitere Aras. Der Weg nach Monteverde führt uns teils auf holpriger Strecke, immer höher hinauf in die Berge, wo uns ein unglaublicher Ausblick auf die Nicoya-Halbinsel erwartet. Mittags erreichen wir das Anwesen von Dona Hermida. Hier werden wir zum einen herzlich begrüßt und mit einem traditionellen, köstlichen Mittagessen mit schmackhafter Hausmannskost verwöhnt. Auf der Veranda sitzend, genießen wir das angenehme Ambiente. Nico hat uns vorab bereits mehr über die Geschichte von Dona Hermida und ihrem beeindruckenden Naturimperium erzählt, das sie vor Jahrzehnten aufbaute. Nach dem Mittagessen lädt sie uns zu einem Rundgang durch das Anwesen ein. Wir entdecken Kaffeeplantagen, Kräutergärten, tropische Früchte wie Papaya und Jackfrucht, Bananenstauden, Pomelos und Mangobäume. Mit einem letzten Blick auf die Kaffeeplantage und frisch für uns geröstetem Kaffee, den wir hier erworben haben, machen wir uns schließlich auf den Weg nach Monteverde. Nach dem Check-in in unserem Hotel treffen wir Ricardo, einer der Gründungsmitglieder Monte Verdes und Teil der örtlichen Quäkergemeinde. Sehr anschaulich vermittelt er uns die Geschichte der Monteverde-Region, die einst von einer Gruppe Quäker, zu der auch sein Vater gehörte, gegründet wurde. Diese Pazifisten fanden in Costa Rica ein neues Zuhause, als sie in den USA mit der Politik ihres Heimatlandes nicht mehr übereinstimmen konnten. Es ist eine faszinierende Erzählung, untermalt mit Originalfotos aus Ricardos Familienalbum, die uns tiefe Einblicke in die Vergangenheit der Region geben. Der Abend klingt im Hotelrestaurant aus und wir freuen uns auf den morgigen Tag, wenn wir den Nebelwald Costa Ricas erkunden.
Hängebrückentour–Wanderung –Faultierauffangstation
Wir starten in den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück in unserer Lodge in Monteverde Nebelwaldreservat – umgeben von sattgrünem Dschungel und der frischen, klaren Luft der Berge. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zu einem der eindrucksvollsten Ökosysteme Mittelamerikas: dem berühmten Nebelwald. Anders als sein Name vermuten lässt, empfängt er uns heute mit strahlendem Sonnenschein – ein seltener Glücksfall, der uns besonders weite Ausblicke ermöglicht. Die rund 40-minütige Fahrt über holprige Straßen fordert zwar unser Durchhaltevermögen, belohnt uns aber mit spektakulären Panoramen. Unser Fahrer meistert die Strecke souverän, während wir immer tiefer in eine Landschaft eintauchen, die zu den artenreichsten Regionen der Erde zählt. Nico plant noch einen kleinen Abstecher und bietet uns ein atemberaubendes Panorama mit vor uns liegendem Vulkan El Arenal und Arenal See davor. Alles heute wolkenfrei und bietet eine spektakuläre Kulisse. Über den Nebelwald berichtet Nico, dass dieser durch konstante Feuchtigkeit aus aufsteigenden Wolken entsteht und somit ideale Bedingungen für Moose, Farne und über 2.500 Pflanzenarten bietet. Am Ausgangspunkt unserer Wanderung angekommen, erwartet uns ein weiteres Highlight: die berühmten Hängebrücken von Sky Walk Monteverde. Acht Brücken führen uns in luftiger Höhe – bis zu 30 Meter über dem Waldboden – direkt durch und über die Baumkronen. Mit Längen von bis zu 157 Metern eröffnen sie uns faszinierende Perspektiven auf das Dach des Regenwaldes, ein Lebensraum, der dem Menschen normalerweise verborgen bleibt. Während wir Schritt für Schritt vorangehen, hören wir überall Vogelstimmen – und mit etwas Glück entdecken wir auch einige der über 400 Vogelarten der Region. Der Nebel, der sich sonst wie ein Schleier über den Wald legt, macht heute Pause, doch seine Wirkung zeigt sich überall: üppiges Grün, tropfende Blätter und eine beeindruckende Vielfalt an Leben. Zurück am Ausgangspunkt setzen wir unser Abenteuer fort und besuchen eine Auffangstation für Faultiere, wie die Sloth Sanctuary Costa Rica. Hier kommen wir den faszinierenden Zweifingerfaultieren ganz nah. Entgegen ihrem Ruf erleben wir einige Tiere überraschend aktiv – ein besonderes Erlebnis! Wir erfahren, dass Faultiere bis zu 15 Stunden am Tag schlafen und sich extrem langsam bewegen, um Energie zu sparen. Unser Guide gibt uns spannende Einblicke in ihr Verhalten, ihre Ernährung und die Herausforderungen, denen sie in freier Wildbahn begegnen. Nach einem erlebnisreichen Tag im Nebelwald kehren wir erfüllt von Eindrücken zurück ins Tal. Ein Teil unserer Gruppe bleibt jedoch noch im Abenteuer-Modus und entscheidet sich spontan für eine Canopy-Tour – ein Flug per Seilrutsche durch die Baumkronen, bei dem wir den Wald aus der Perspektive der Vögel erleben. Am Abend kommen wir alle wieder zusammen und lassen den Tag entspannt ausklingen – mit vielen Geschichten, neuen Eindrücken und der Vorfreude auf das nächste Kapitel unserer Reise, welches uns wieder an die Küste zum Manuel Antonio Nationalpark führt.
Nationalpark Manuel Antonio–Fahrt nach Uvita
Wir starten den Tag früh mit einem reichhaltigen Frühstück in unserer Country Lodge – noch einmal genießen wir die angenehmen Temperaturen der Berge, bevor wir uns auf den Weg zurück Richtung Pazifikküste machen. Schon kurz nach der Abfahrt eröffnet sich uns erneut dieses beeindruckende Panorama: sattgrüne Hänge und eine Bergkulisse, die uns immer wieder staunen lässt. Mit jeder Kurve geht es tiefer ins Tal, bis wir schließlich wieder die berühmte Panamericana erreichen. Diese legendäre Straße begleitet uns ein Stück unseres Weges in Richtung Manuel-Antonio-Nationalpark – einem der bekanntesten Naturparadiese des Landes. Obwohl er der kleinste Nationalpark Costa Ricas ist, vereint er alles, was wir uns wünschen: dichten Regenwald, eine faszinierende Tierwelt und traumhafte Strände direkt am Pazifik. Noch bevor wir überhaupt ankommen, erleben wir ein echtes Highlight: Plötzlich heißt es „Faultier-Alarm!“. Direkt über uns balanciert ein Faultier mit seinem Jungtier gemächlich über ein Stromkabel und überquert die Straße. Wir halten inne, beobachten fasziniert und können unser Glück kaum fassen – ein perfekter Auftakt für diesen Tag! Gegen Mittag erreichen wir den Nationalpark und treffen dort auf unseren Naturexperten Roger, der uns auf unserer Wanderung begleitet. Schnell wird klar: Diese zusätzliche Führung ist ein echter Gewinn. Was für uns zunächst wie undurchdringlicher Dschungel wirkt, verwandelt sich durch sein geschultes Auge in eine lebendige Bühne voller Tiere. In den nächsten Stunden entdecken wir mit seiner Hilfe zahlreiche Faultiere hoch oben in den Baumkronen, beobachten verspielte Kapuzineraffen, hören exotische Vogelrufe und erspähen gut getarnte Echsen. Immer wieder bleibt Roger stehen, zeigt uns Details, die wir alleine niemals bemerkt hätten. Durch sein Teleskop kommen wir den Tieren sogar ganz nah – ein unvergessliches Erlebnis!
Zwischendurch erreichen wir einen der traumhaften Strände des Parks. Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und dichter Regenwald direkt bis zur Küste – wir gönnen uns eine Pause und lassen diese fast unwirkliche Kulisse auf uns wirken. Danach gestalten wir die verbleibende Zeit ganz nach unserem eigenen Tempo: ein erfrischendes Bad im Pazifik oder noch einmal auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen. Danach setzen wir unsere Reise fort und fahren durch üppigen Urwald zur La Cusinga Lodge. Und plötzlich stehen wir mitten im Paradies: Eingebettet in die Natur eröffnet sich uns von hier oben ein atemberaubender Blick auf die Küste und den endlosen Pazifik. Als die Sonne langsam untergeht und den Himmel in warme Farben taucht, wird es still um uns – ein Moment, der uns tief berührt und sprachlos macht. Diese besondere Atmosphäre, die stilvollen Unterkünfte und die Nähe zur Natur machen diesen Ort zu etwas ganz Einzigartigem. Den Abend lassen wir bei einem hervorragenden gemeinsamen Essen ausklingen. Umgeben von den Geräuschen des Dschungels wird uns bewusst, wie besonders dieser Ort ist – und wie glücklich wir uns schätzen können, dieses Naturparadies gemeinsam zu erleben.
Fahrt nach Sierpe–Überfahrt zur Drake Bay
Der Tag beginnt mit herrlichen Naturgeräuschen – das fröhliche Zwitschern unzähliger Vögel, das gleichmäßige Zirpen der Grillen und das sanfte Rauschen des Pazifiks begleiten uns, während die tropische Natur langsam erwacht, wir unser Frühstück in der La Cusinga Lodge genießen und die morgendliche Ruhe auf uns wirken lassen. Einige von uns starten besonders früh in den Tag, denn ein ganz besonderer Geheimtipp wartet darauf, entdeckt zu werden: ein versteckter Strand, der sich nur bei Ebbe zeigt und dadurch umso magischer wirkt – menschenleer, ursprünglich und eingebettet in die wilde Küstenlandschaft Costa Ricas, ein Moment, der sich tief einprägt. Nach diesem einmaligen Erlebnis und gut gestärkt werfen wir einen letzten Blick auf den Ozean, bevor wir unsere Weiterreise antreten, unterbrochen nur von einem kurzen Halt für letzte Besorgungen. In Sierpe erreichen wir schließlich den kleinen Hafenort, der als Tor zur abgelegenen Drake Bay gilt – einer der ursprünglichsten Regionen des Landes am Rand des berühmten Corcovado National Park, der für seine außergewöhnliche Artenvielfalt bekannt ist. Hier verabschieden wir uns vorübergehend von unserem vertrauten Team Nico und Gerrado, bevor der Kapitän des Bootes der Drake Bay Wilderness Resort das Kommando übernimmt und unser Gepäck sicher verstaut. Schon kurz darauf gleiten wir über den Río Sierpe, vorbei an dichten Mangrovenwäldern, die zu den größten Mittelamerikas zählen und zahlreichen Tierarten wie Affen, Krokodilen und exotischen Vögeln ein Zuhause bieten, bis wir schließlich das offene Meer erreichen. Der Fahrtwind, das Glitzern des Wassers und die unberührte Natur machen diese rund einstündige Bootsfahrt zu einem echten Highlight. In der Drake Bay angekommen, werden wir freundlich willkommen geheißen und stoßen mit einem erfrischenden Getränk auf die kommenden Tage an. Resortmanager Brian gibt uns viele Informationen zu über unserem Aufenthalt und auch über den morgigen Tagesablauf. Nach dem Einchecken und einem ersten Erkunden der idyllisch gelegenen Anlage, die harmonisch in den Regenwald eingebettet ist, genießen wir ein köstliches Mittagessen mit lokalen Spezialitäten. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und so zieht es uns auf eine kleine Wanderung zu den Stränden von Cocalito, vorbei an dichtem Dschungel, wo uns das satte Grün, die Geräuschkulisse der Tierwelt und die tropische Luft vollständig in ihren Bann ziehen. Am Meer angekommen, sorgt die kraftvolle Brandung für eine willkommene Erfrischung und wirbelt uns ganz schön durcheinander. Zurück im Resort zieht es einige von uns noch in den sicheren Pool bevor wir am Abend wieder zu einem gemeinsamen Dinner zusammenkommen. Ein rundum gelungener Abschluss voller Genuss, Natur und vielen neuen Eindrücken.
Fahrt zum Corcovado Nationalpark
Noch bevor der Regenwald erwacht, starten wir in den Tag: Bereits um 5 Uhr treffen wir uns zum frühen Frühstück. Die Brüllaffen lassen heute ausnahmsweise auf sich warten – wir sind schneller. Kurz darauf machen wir uns auf den Weg zu einem der beeindruckendsten Schutzgebiete des Landes, dem Corcovado Nationalpark.
Gemeinsam mit unserer Bootscrew Carlos und Felix gleiten wir im ersten Licht des Tages über das ruhige Meer. Die Temperaturen sind angenehm, die See ist glatt – perfekte Bedingungen für diese etwa einstündige Fahrt. Schon die Überfahrt fühlt sich wie ein kleines Abenteuer an und stimmt uns wunderbar auf das Kommende ein.
An der Rangerstation angekommen, genießen wir einen echten Vorteil: Wir sind die ersten Gäste des Tages. Die Formalitäten sind schnell erledigt, und schon tauchen wir ein in eine Welt voller unberührter Natur. Begleitet werden wir von zwei äußerst erfahrenen Guides, Emanuel und Steven, die uns mit viel Leidenschaft und Wissen durch „ihren“ Dschungel führen. Sie kennen jeden Pfad, jedes Geräusch – und vor allem die besten Plätze für Tierbeobachtungen.
Mit Hilfe ihrer Teleskope und der Fähigkeit die Tierstimmen exakt zu imitieren, entdecken wir Tiere, die unseren Augen sonst verborgen geblieben wären. Ein ganz besonderer Moment: Hoch oben in den Baumwipfeln erspähen wir ein Dreifinger-Faultier, das es sich gemütlich gemacht hat. Durch die Vergrößerung wirkt es zum Greifen nah – ein unvergesslicher Anblick.
Der Park zeigt sich von seiner ganzen Vielfalt: Wir beobachten Brüllaffen, flinke Klammeraffen, kleine Totenkopfäffchen, Bussarde, Nasenbären, Wildschweine und sogar einen Ameisenbären. Besonders faszinierend sind die Klammeraffen – ihre langen Gliedmaßen und fehlenden Daumen verleihen ihnen eine fast akrobatische Leichtigkeit. Und dann dieses Geräusch: Das tiefe, durchdringende Rufen der Brüllaffen hallt durch den Wald. Kaum zu glauben, dass sie nach Elefanten zu den lautesten Säugetieren der Erde gehören.
Unsere Wanderung führt uns überwiegend durch schattige Abschnitte, immer wieder begleitet von einer leichten Brise vom Meer. Es ist kein anstrengender Marsch, sondern vielmehr ein genussvolles Eintauchen in diese beeindruckende Naturkulisse. Für viele von uns entwickelt sich dieser Tag zu einem der absoluten Höhepunkte der Reise. Und es soll noch besser kommen, unsere Guides führen uns zu einem Tapir, welcher in einem Schlammloch ein Mittagsschläfchen hält. So haben wir auch dieses sehr seltene Tier, wenn auch gut versteckt im Gebüsch, erblicken dürfen.
Zur Mittagszeit erreichen wir erneut die Rangerstation und stärken uns bei einem leckeren Essen. Doch auch auf dem Rückweg hält der Park noch Überraschungen bereit: Wir entdecken erneut Totenkopfäffchen und Klammeraffen, die nun in der Mittagshitze etwas ruhiger geworden sind – einige gönnen sich sogar ein Nickerchen.
Am Nachmittag kehren wir per Boot zurück zu unserer Lodge. Die Eindrücke des Tages sind noch ganz frisch, doch wer möchte, nutzt die verbleibende Zeit für ein weiteres kleines Abenteuer: Einige von uns schnappen sich die kostenfrei zur Verfügung gestellten Kajaks der Lodge und paddeln gemütlich den Fluss hinauf. Ganz entspannt gleiten wir durch die stille Wasserwelt, die sich wie ein dichter, lebendiger Dschungel um uns legt. Dabei entdecken wir erneut faszinierende Tierwelt – Reiher stehen regungslos am Ufer, Brüllaffen melden sich aus den Baumwipfeln, und wir genießen einfach diesen besonderen Moment mitten in der Natur.
Am Abend kommen wir wieder zusammen, lassen die vielen Erlebnisse bei einem köstlichen Essen Revue passieren und tauschen unsere Eindrücke aus. Mit unzähligen neuen Erinnerungen im Gepäck fallen wir schließlich müde, aber glücklich ins Bett – bereit für das nächste Abenteuer hier in der Drake Bay-wir werden auf Canyo Island erwartet.
Ausflug Canyo Island
Heute brechen wir voller Vorfreude zur kleinen, paradiesischen Canyo Island auf, dessen Gewässer zu den artenreichsten Schnorchelrevieren des Landes zählt. Schon die Fahrt mit unserem Boot, das exklusiv für uns bereitgestellt ist, fühlt sich besonders an. Begleitet von unserer engagierten Crew genießen wir die Aussicht auf das offene Meer. Unsere Guides David und Jurdy stimmen uns bestens auf den Ausflug ein, bevor wir mit Flossen, Maske, Schnorchel und Schwimmweste ins angenehm kühle Wasser gleiten. Was uns dort erwartet, ist schlicht beeindruckend. Bunte Fischschwärme umgeben uns und lassen uns fühlen, als würden wir durch ein riesiges Aquarium schwimmen. Am Meeresboden entdecken wir Rochen, die beinahe unsichtbar im Sand liegen. Zwei Meeresschildkröten ziehen ruhig an uns vorbei und wir dürfen sie ein Stück begleiten, welch ein Erlebnis. Sogar einige Riffhaie können wir beobachten, ruhig und völlig ungefährlich. Nach diesem Erlebnis erreichen wir die Insel und gönnen uns eine Pause mit frischem Obst und kleinen Snacks. Ein kurzer Spaziergang führt uns durch dichten Wald zu einem Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf das Meer. Frisch gestärkt geht es ein zweites Mal ins Wasser. Wieder begegnen wir der faszinierenden Unterwasserwelt mit ihren leuchtenden Farben und beeindruckenden Tieren. Ein Teil von uns genießt währenddessen die Sonne an Bord. Zurück in der Lodge erwartet uns ein köstliches Mittagessen. Besonders hervorheben möchten wir die herzliche Betreuung durch das Wilderness Personal, das uns persönlich und aufmerksam umsorgt. Am Nachmittag unternehmen wir noch eine Wanderung durch den Dschungel. Der Weg führt uns vorbei an kleinen Buchten, Siedlungen und einladenden Bars. In einem schönen Lokal mit Aussicht legen wir eine Pause ein und genießen einen frisch zubereiteten Smoothie. Auf dem Rückweg entdecken wir erneut die Tierwelt. Aras mit rot-blauem Gefieder fliegen über uns hinweg. Junge Kapuzineraffen beobachten uns neugierig am Wegesrand. Auch dieser Ausflug begeistert uns sehr. Am Abend sitzen wir draußen, lauschen dem Rauschen des Pazifiks und lassen den Tag Revue passieren. Dabei wird uns bewusst, wie schwer uns der Abschied von diesem besonderen Ort fallen wird.
Bootsfahrt nach Sierpe–San Gerado de Dota
Ein letztes Frühstück erwartet uns in der traumhaften Drake Bay. Während wir noch einmal die tropische Kulisse genießen, werden wir von Kellnerin Judy mit ihrem herzlichen Lächeln begrüßt und fühlen uns sofort wieder willkommen– umso bewusster nehmen wir nun Abschied von diesem kleinen Paradies mit seinen freundlichen Menschen. Mit dem Speedboot brechen wir schließlich auf. Kapitän Carlos steuert uns entspannt durch die Gewässer und hält immer wieder Ausschau nach tierischen Begleitern. Wir gleiten durch die geheimnisvolle Welt der Mangroven, deren Wurzeln wie Skulpturen aus dem Wasser ragen. Kurz vor Ende unserer Fahrt erwartet uns noch ein echtes Highlight: Ein Ara-Pärchen sitzt in einem Baum vor seinem Nest und beäugt uns neugierig – ein farbenprächtiger Abschiedsgruß der schöner nicht sein kann. In Sierpe angekommen, ist die Freude groß: Nico und Gerardo erwarten uns bereits. Die Wiedersehensfreude ist herzlich – schließlich haben wir die beiden in den letzten Tagen vermisst. Unsere Reise führt uns weiter zu einem der faszinierendsten Geheimnisse Costa Ricas: den Steinkugeln von Costa Rica. Diese perfekt geformten Kugeln geben bis heute Rätsel auf. Man vermutet, dass sie von präkolumbianischen Kulturen geschaffen wurden – möglicherweise als Statussymbole oder mit astronomischer Bedeutung. Nico versorgt uns mit spannenden Hintergrundinformationen, und wir staunen über die Präzision, mit der diese Objekte gefertigt wurden. Ganz in der Nähe entdecken wir zudem ein Stück Industriegeschichte: eine historische Dampflok der United Fruit Company aus dem Jahr 1869. Sie erinnert an die Zeit, als große Teile des Landes vom Bananenanbau geprägt wurden und internationale Konzerne die Infrastruktur mit aufgebaut haben. Bevor wir weiter in die Berge fahren, legen wir eine genussvolle Pause ein und kehren in die Heladeria de Diquis ein. Hier probieren wir lokale Spezialitäten und stärken uns für die kommende Etappe. Ein kurzer Stopp an einem riesigen Ananasfeld liefert uns interessante Einblicke: Costa Rica zählt zu den größten Ananasexporteuren der Welt. Die süße Frucht ist wirtschaftlich enorm wichtig, bringt jedoch auch ökologische Herausforderungen mit sich – ein spannender, nachdenklich stimmender Kontrast. Dann beginnt der spektakuläre Teil unserer Fahrt: Über zahllose Serpentinen windet sich die Straße hinauf bis auf beeindruckende 3.340 Meter – dem höchsten Punkt der Panamericana in Costa Rica. Nebelschwaden ziehen über die Berglandschaft – ein magisches Schauspiel. Anschließend geht es wieder hinab, und die letzten Kilometer fordern nochmals unsere Aufmerksamkeit. Doch die Mühe lohnt sich: Kurz vor unserer Lodge entdecken wir tatsächlich eine Quetzal-Henne – ein vielversprechendes Zeichen für den morgigen Tag! Schließlich erreichen wir die idyllische Savegre Lodge. Eingebettet in ein grünes Paradies voller Vogelstimmen und blühender Gärten beziehen wir unser Zuhause für die nächsten Tage. Die Vorfreude steigt: Werden uns morgen Kolibris umschwirren? Und zeigt sich vielleicht sogar der sagenumwobene Quetzal Hahn in seiner ganzen Pracht? Wir sind gespannt auf das nächste und somit letzte Kapitel unserer Reise.
Quetzalbeobachtung–Wanderung
Am sehr frühen Morgen versammeln wir uns auf der Terrasse der Savegre Lodge zu einer ersten Tasse Kaffee, genießen die kühle, klare Bergluft und lauschen aufmerksam den vielfältigen Vogelstimmen, die die Natur um uns herum zum Leben erweckt. Nun machen wir uns auf den Weg, um einen der faszinierendsten Bewohner dieser Region zu entdecken: den sagenumwobenen Quetzal, der mit seinem schillernden Gefieder seit jeher als Symbol für Freiheit und Schönheit in Mittelamerika gilt. Mit dem Bus fahren wir zu bekannten Beobachtungsstellen, an denen sich der berühmte und doch sehr scheue Vogel gerne aufhält, und stoßen schließlich auf eine Gruppe von Ornithologen, die bereits mit Teleskopen ausgerüstet geduldig Ausschau halten – ein vielversprechendes Zeichen. Gespannt schließen wir uns an und werden tatsächlich belohnt: In einiger Entfernung entdecken wir ihn in einem Baum, gut verborgen in seiner Nisthöhle, aus der lediglich sein beeindruckend langer, smaragdgrüner Schwanz herausragt – ein besonderer Moment, auch wenn wir ihn gerne noch aus nächster Nähe und in voller Pracht gesehen hätten. Die Natur lässt sich nicht drängen, und so bleibt es bei dieser flüchtigen, aber dennoch eindrucksvollen Begegnung, während weitere Rufe des Quetzals durch den Wald hallen. Nach einem gemütlichen Spaziergang zurück zur Lodge stärken wir uns bei einem reichhaltigen Frühstück, bevor wir in den zweiten Teil unseres Tages starten. Bei einer schönen Wanderung möchten wir das beeindruckende Savegre-Tal näher erkunden, das mit seiner üppigen Vegetation und seiner Ursprünglichkeit zu den schönsten Regionen Costa Ricas zählt. Eine kleine Überraschung erwartet uns dabei ebenfalls, denn wir sind von Eberhardt TRAVEL auf eine Jeepfahrt eingeladen, die uns den anstrengenden Aufstieg erspart und uns hinauf auf etwa 2.300 Meter Höhe zu einer spektakulären Aussichtsplattform bringt. Hier eröffnet sich ein genialer Blick über das Tal – ein Moment zum Innehalten, während Nico uns die spannende Geschichte über die Besiedlung dieser Region Mitte des 20. Jahrhunderts erzählt. Anschließend geht es zu Fuß weiter, und wir tauchen tief ein in die stille, nahezu unberührte Natur, wandern über schmale Pfade durch den dichten Bergregenwald, atmen die frische Luft und genießen die Ruhe fernab der Zivilisation. Zurück in der Lodge lassen wir den Tag entspannt ausklingen, beobachten noch einmal Kolibris und andere exotische Vögel aus nächster Nähe und stoßen später bei einem erfrischenden Getränk gemeinsam mit Nico auf die vielen unvergesslichen Eindrücke unserer Reise an – ein stimmungsvoller Abschluss unseres Aufenthaltes im Savegre Tal voller besonderer Naturerlebnisse.
Fahrt nach San José und Abflug nach Deutschland
Nach einer kühlen Nacht in 2000 m Höhe und einem letzten Frühstück in Costa Rica, unternehmen wir einen letzten Spaziergang durch den liebevoll angelegten Garten. Begleitet vom leisen Surren der Kolibris, die hier scheinbar mühelos durch die Luft tanzen, das Ganze natürlich nochmals bei absolutem Bilderbuchwetter mit wolkenlosem Himmel und Sonnenschein. Auch wenn uns der Abschied schwerfällt, wissen wir: Nochmals liegt ein erlebnisreicher Tag vor uns. Da unser Rückflug erst am Abend startet, brechen wir ohne Eile auf. Unser Reiseleiter Nico steht uns bis zum Schluss mit Begeisterung zur Seite und bereichert die Fahrt mit spannenden Einblicken in Land und Leute. In San José angekommen, erwartet uns ein kulturelles Highlight: das prächtige Teatro Nacional de Costa Rica. Wir staunen über die kunstvolle Architektur und legen im eleganten Theatercafé eine genussvolle Pause ein. Der aromatische, frisch am Tisch aufgebrühte Kaffee und die köstlichen Süßspeisen laden dazu ein, diesen Moment ganz bewusst auszukosten. Anschließend schlendern wir durch die lebendige Innenstadt, vorbei an Geschäften und Straßenhändlern, bis wir die bunte Markthalle erreichen. Hier tauchen wir noch einmal in das alltägliche Leben ein, stöbern durch die vielfältigen Stände und entdecken die ein oder andere Erinnerung für die Lieben zu Hause. Langsam rückt der Abschied näher. Bevor wir jedoch zum Flughafen fahren, lassen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im La Casona del Cerdo ausklingen. In rustikal-gemütlicher Atmosphäre stoßen wir noch einmal auf unsere Reise an und genießen die letzten Stunden in geselliger Runde. Am Flughafen heißt es schließlich Abschied nehmen – von Nico, der uns mit viel Herzblut durch seine Wahlheimat begleitet hat, und von unserem Busfahrer Gerardo, der uns sicher und zuverlässig über rund 1.550 Kilometer durch das Land gefahren hat. Der Check-in verläuft reibungslos und ein letzter Bummel durch die Shops im Abflugbereich sorgen für einen angenehmen Ausklang.
Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir schließlich den leicht verspäteten Heimflug an. Ruhig und entspannt geht es zurück nach Frankfurt – und während wir über den Wolken dahinziehen, lassen wir die Vielfalt und Schönheit dieses besonderen Landes noch einmal vor unserem inneren Auge und in unseren Träumen lebendig werden.
Ankunft in Frankfurt und Rückreise nach Hause
Wieder pünktlich zurück in Frankfurt blicken wir auf sechzehn erlebnisreiche Tage zurück, die wie im Flug vergangen sind. Noch einmal kommen wir zusammen, bevor sich unsere Wege trennen – einige reisen weiter Richtung Dresden, andere steigen ins Auto oder in den Zug. Es sind diese letzten Minuten, in denen wir innehalten, lachen, vielleicht ein wenig wehmütig werden und uns schließlich herzlich voneinander verabschieden. Was bleibt, ist das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. Unsere Reise nach Costa Rica hat all das, was wir uns erhofft hatten, nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Dieses Land begeistert mit seiner unglaublichen Vielfalt: dichter Regenwald, beeindruckende Tierwelt und traumhafte Küstenlandschaften verschmelzen zu einem einzigartigen Naturparadies. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer, faszinierender Eindruck – intensiv, farbenfroh und voller Leben.
Doch es sind nicht nur die Orte, die diese Reise so besonders machen, sondern vor allem die Menschen, die sie prägen. Unser Fahrer Gerardo hat uns mit großer Umsicht und stets guter Laune sicher durch das Land begleitet und dabei 1550 Kilometer mit uns gemeistert. Und Nico – unser Reiseleiter – hat diese Reise mit seiner Begeisterung für seine Wahlheimat, seinem Wissen und seiner herzlichen Art zu etwas ganz Besonderem gemacht. Mit ihm wurde jeder Tag lebendig, jede Geschichte greifbar und jeder Moment noch ein Stück intensiver erlebt. Nicht zu vergessen: unsere wunderbare Reisegruppe.
Aus Mitreisenden ist schnell eine echte Gemeinschaft geworden – geprägt von Herzlichkeit, Humor und vielen gemeinsamen Erlebnissen. Es sind genau diese Begegnungen, die uns noch lange begleiten werden.
Pura Vida!
Und wer weiß – vielleicht kreuzen sich unsere Wege schon bald wieder, auf einer neuen, spannenden Reise mit Eberhardt TRAVEL.
Die Welt hält noch so viele unvergessliche Momente für uns bereit.
Herzliche Grüße im Namen aller Beteiligten
Susanne Schirmann, Reisebegleiterin
P.S.: Ein herzliches Dankeschön an Peggy Schkade von Eberhardt TRAVEL und Nico Bührmann von SkyHigh für die tolle Planung und Organisation unserer Reise!
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