Silvester in der Lüneburger Heide
Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026
Gemeinsam sind wir zwischen stiller Heide, hanseatischem Flair und festlicher Silvesterstimmung ins neue Jahr 2026 gestartet – mit vielen Eindrücken, Begegnungen und besonderen Momenten.
Ein Reisebericht von
Christin Kuschka
1. Tag, 29.12.2025: Ankommen zwischen Fachwerk, Regen und Herzlichkeit
Der Tag beginnt grau und regnerisch, doch unsere Stimmung ist erwartungsvoll, als wir am Morgen in Dresden aufbrechen. Unser Weg führt uns über Leipzig, entlang des Harzes, vorbei an Braunschweig und Hannover Richtung Lüneburger Heide. Unterwegs steigen immer wieder weitere Gäste zu – nach und nach wächst unsere Gruppe zusammen. Am Ende sind wir 27 Reisende, die gemeinsam dem Jahreswechsel entgegenfahren.
Unser erstes Ziel ist Celle. Hier angekommen, starten wir unseren Stadtrundgang am Schloss. Das Schloss selbst begleitet uns heute nur von außen, beeindruckt aber dennoch durch seine Größe und Geschichte. Von hier aus geht es zusammen mit unseren beiden Stadtführerinnen Christa und Marlene auf einen kurzweiligen Spaziergang durch die ehemalige Residenzstadt. Mit viel Charme und lebendigen Geschichten zeigen sie uns Celle von seiner schönsten Seite. Mehr als 500 liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser prägen das Bild der Altstadt, die wir nach und nach entdecken. Weihnachtliches Flair ist nur noch vereinzelt zu spüren, doch gerade das verleiht der Stadt eine ruhige, authentische Atmosphäre.
Im Anschluss bleibt noch etwas Zeit für eigene Entdeckungen. Einige von uns kehren in eines der gemütlichen Cafés ein, andere schlendern durch die kleinen Geschäfte oder genießen einfach das besondere Stadtbild in eigenem Tempo.
Am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt fort. Parallel zu unserer Strecke verläuft die Aller, die sich durch das Aller-Leine-Tal zieht und der Region ihren Charakter gibt. Leider ist es bereits dunkel, sodass wir den Fluss heute nur erahnen können – ein leiser Begleiter auf dem Weg zu unserem Ziel.
Am späten Nachmittag erreichen wir das familiengeführte Hotel Allerhof, idyllisch direkt an der Allerschleife gelegen. Frau Rodewald-Köhler empfängt uns herzlich, gibt uns erste Informationen zum Haus und kurz darauf sind auch schon die Zimmerschlüssel verteilt. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben treffen wir uns im Restaurant wieder und lassen den Tag kulinarisch ausklingen: von der abwechslungsreichen Salatbar über eine wärmende Kartoffelsuppe bis hin zu Geschnetzeltem vom Eilter Wasserbüffel oder gegrillter Hähnchenbrust. Den süßen Abschluss bildet eine Lebkuchen-Panna-Cotta mit warmen Kirschen.
In gemütlicher Atmosphäre, bei guten Gesprächen und wohliger Wärme, klingt dieser erste Tag aus – angekommen in der Lüneburger Heide und als Gruppe nun vollständig vereint für den gemeinsamen Start ins neue Jahr.
2. Tag, 30.12.2025: Ideenreichtum trifft Backsteingotik
Der Tag begrüßt uns mit klarer, kalter Luft, strahlendem Sonnenschein und einem Himmel in winterlichem Blau – fast wie gemalt. Nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir gut gelaunt auf. Unser erstes Ziel liegt ganz in der Nähe: das Heidekastell Iserhatsche in Bispingen.
Schon beim Betreten dieses außergewöhnlichen Ortes merken wir, dass uns hier nichts Gewöhnliches erwartet. Bei einer ausführlichen Führung tauchen wir zunächst in die historische Jagdvilla ein, erfahren von Ideen, Visionen und der ganz eigenen Handschrift dieses Anwesens. Anschließend geht es hinaus in den weitläufigen Garten mit seinen überraschenden Blickachsen, kunstvollen Details und skurrilen Momenten. Den Abschluss bildet der „Berg der Sammelleidenschaft“ – ein Ort, der Staunen, Schmunzeln und Nachdenken gleichermaßen auslöst. Jeder von uns nimmt andere Eindrücke mit, doch eines verbindet uns: die Faszination für diesen einzigartigen Kosmos.
Zurück am Bus wärmen wir uns mit heißem Glühwein auf, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Nun geht es nach Lüneburg, in die Salz- und Hansestadt, die der gesamten Region ihren Namen gegeben hat. Dort erwarten uns bereits unsere Stadtführer Leif und Silke, die uns zu Fuß durch die Altstadt begleiten.
Bei unserem Rundgang entdecken wir die typische Backsteinarchitektur, das imposante Rathaus, den Platz Am Sande mit seinen prächtigen Giebelhäusern, die Kirche St. Johannis und den alten Hafen. Wir schlendern durch enge Gassen, hören von Salz, Hanse und Wohlstand und spüren, wie lebendig Geschichte hier bis heute geblieben ist. Immer wieder eröffnen sich neue Blickwinkel auf diese wunderbar erhaltene Stadt.
Im Anschluss bleibt Zeit für eigene Entdeckungen – für einen Kaffee, einen kleinen Bummel oder einfach zum Verweilen in der winterlichen Sonne. Am Nachmittag treten wir schließlich die Rückfahrt zum Hotel an.
Dort lassen wir den Tag beim gemeinsamen Abendessen entspannt ausklingen: von der Salatbar über Hokkaidokürbissuppe bis zur Oldenburger Freilandente, Bandnudeln mit Kürbispesto oder Seelachsfilet. Den süßen Abschluss bildet ein Bratapfel mit Vanillesauce.
Ein Tag voller Kontraste und Eindrücke – kreativ-verspielt am Vormittag, hanseatisch-elegant am Nachmittag. Und wieder einmal zeigt sich, wie vielfältig die Lüneburger Heide sein kann.
3. Tag, 31.12.2025: Ein stimmungsvoller Jahresausklang
Der letzte Tag des Jahres beginnt regnerisch und grau, doch das kann unsere Vorfreude nicht trüben. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Bremen, in die Stadt der Bremer Stadtmusikanten. Die Fahrt verläuft angenehm ruhig, wir kommen gut voran und erreichen unser Ziel pünktlich – passend dazu wartet unsere Stadtführerin Helga bereits auf uns.
Zunächst entdecken wir Bremen ganz entspannt vom Bus aus. Während wir durch die Stadt fahren, zeigt sich ihre Vielseitigkeit: historische Bauwerke wechseln sich mit großzügigen Grünanlagen ab, immer wieder begleitet uns die Weser mit ihrer geschäftigen Uferpromenade. Helga erzählt von Bremens großer Hansezeit, vom Reichtum des Handels und vom Selbstbewusstsein der freien Stadt – Geschichten, die der Stadt auch bei Regen Leben einhauchen.
Anschließend geht es zu Fuß weiter ins Herz Bremens. Wir spazieren durch die berühmte Böttcherstraße, die mit ihrer expressiven Backsteinarchitektur fast wie ein Gesamtkunstwerk wirkt. Auf dem Marktplatz stehen wir schließlich vor den Wahrzeichen der Stadt: dem steinernen Roland als Symbol für Freiheit und Recht, dem prächtigen Rathaus und dem mächtigen St.-Petri-Dom, der mit seiner langen Geschichte beeindruckt. Natürlich dürfen auch die Bremer Stadtmusikanten nicht fehlen – viele von uns nutzen die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto. Unser Rundgang endet im Schnoorviertel, wo enge Gassen, kleine Häuser und liebevoll gestaltete Läden eine ganz eigene, fast intime Atmosphäre schaffen.
Danach bleibt ausreichend Zeit für eine individuelle Mittagspause. Ob im Zentrum oder im Schnoorviertel – wir wärmen uns in Cafés auf, genießen eine Kleinigkeit zu essen oder bummeln noch ein wenig durch die Stadt.
Am Nachmittag kehren wir zurück zum Hotel. Dort bleibt Zeit zum Ausruhen, Umziehen und Ankommen, bevor wir uns auf den Silvesterabend einstimmen. Am Abend erwartet uns ein festliches Buffet, das keine Wünsche offenlässt. Schnell wird es gesellig: Alleinunterhalter Jan Ahlers sorgt mit seinem Akkordeon für beste Stimmung, wir singen mit, lachen viel – besonders das „Drei-Ziegen-Lied“ bringt den Saal zum Schmunzeln.
Pünktlich um Mitternacht stoßen wir gemeinsam auf das neue Jahr 2026 an. Draußen erhellt ein buntes Feuerwerk den Himmel, drinnen genießen wir noch eine Runde Pfannkuchen. Zufrieden, beschwingt und voller Zuversicht lassen wir diesen besonderen Tag ausklingen – ein würdiger Abschluss des alten und ein herzlicher Auftakt für das neue Jahr.
4. Tag, 01.01.2026: Stille Wege ins neue Jahr
Das neue Jahr begrüßt uns grau, windig und kalt. Dennoch lassen wir uns die Stimmung nicht verderben, schlafen etwas länger und genießen ein gemütliches Frühstück. Mit warmem Kaffee und guter Gesellschaft starten wir entspannt in diesen ersten Tag des Jahres, bevor wir uns am späten Vormittag auf den Weg machen.
Unsere Fahrt führt uns zunächst nach Walsrode, einem Ort, der eng mit der Lüneburger Heide verbunden ist. Hier begegnen wir Hermann Löns, dem Heidedichter, dessen Texte die Landschaft und ihre Menschen bis heute prägen. An seiner Statue halten wir inne, hören von seiner Liebe zur Heide und spüren, wie sehr Worte Landschaften lebendig machen können – gerade an einem stillen Wintertag wie diesem.
Weiter geht es über kleine Ortschaften nach Schneverdingen, mitten hinein in das Herz der Heide. Unser erster Halt ist der Heidegarten, ein besonderer Ort, an dem die Vielfalt dieser einzigartigen Pflanze zu jeder Jahreszeit sichtbar wird. Zwischen dunklem Wacholder und Birken entdecken wir sogar blühende Heide: die Sorte „Winterfreude“ setzt zarte Farbakzente in die sonst ruhige Winterlandschaft und sorgt für ein überraschendes Leuchten.
Am Bus wärmen wir uns mit heißem Glühwein auf, bevor das nächste Highlight auf uns wartet. Bei einer Kutschfahrt erleben wir die Lüneburger Heide ganz entschleunigt. Eingehüllt in Decken gleiten wir durch die weite, stille Landschaft – ohne Schnee, aber mit dieser besonderen Ruhe, die der Winter mit sich bringt. Der Wind ist zu spüren, doch gerade das macht diesen Moment so klar und intensiv.
Nach der Fahrt kehren wir gemütlich zurück zum Hotel. Dort erwartet uns ein letztes reichhaltiges Abendessen, und beim Zusammensitzen lassen wir den Tag – und diese Reise – ruhig ausklingen. Es sind die Gespräche, das gemeinsame Zurückblicken und das Gefühl, gut ins neue Jahr gestartet zu sein, die diesen Abend besonders machen. Morgen heißt es Abschied nehmen, doch die Bilder der Heide begleiten uns weiter – als leiser, wohltuender Auftakt ins neue Jahr.
5. Tag, 02.01.2026: Abschied in ruhigen Tönen
Auch heute startet der Tag mit einem grauen Himmel, dazu weht ein frischer, teils kräftiger Wind durch das Aller-Leine-Tal. Dennoch liegt eine besondere Ruhe in der Luft. Beim letzten gemeinsamen Frühstück lassen wir uns noch einmal Zeit, tauschen Erinnerungen aus und blicken auf die vergangenen Tage zurück, die uns gemeinsam durch den Jahreswechsel getragen haben.
Dann heißt es Koffer laden. Ein letzter Blick hinaus zur Aller, ein paar herzliche Abschiedsworte, und schon setzen sich die Räder in Bewegung. Wir verlassen unser gemütliches Hotel auf Zeit – und mit ihm die Lüneburger Heide, die uns mit ihrer stillen Landschaft und vielen kleinen Momenten begleitet hat.
Schon nach knapp einer Stunde verabschieden sich die ersten Gäste. Mit jedem Halt wird unsere Gruppe ein wenig kleiner, es wird ruhiger im Bus, die Gespräche werden leiser, nachdenklicher. Draußen zieht die Landschaft vorbei, drinnen begleiten uns die Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, an winterliche Ausflüge, festliche Abende und viele Begegnungen.
So fahren wir, getragen von diesen Eindrücken, Schritt für Schritt zurück in den Alltag. Mit vielen schönen Momenten im Gepäck geht es Richtung Heimat – und mit dem Gefühl, das neue Jahr gut begonnen zu haben.
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