Silvester im Schwarzwald
Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026
Der Schwarzwald mit seinen Bergen, Seen, Wäldern und Schluchten gilt außerdem als gastfreundliche Genussregion. Perfekt also, um bei Kirschtorte, Kirschwasser und Schinken den Jahreswechsel zu feiern!
Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller
1. Reisetag (Montag, 29. Dezember 2025): Anreise nach Alpirsbach im Schwarzwald
Insgesamt 39 Reisegäste freuen sich auf eine Kurzreise in den schönen Schwarzwald über den Jahreswechsel. Vom Flughafen Dresden aus beginnen wir unsere Anreise. In Nossen, Chemnitz, Stolberg und auf dem Rasthof Vogtland steigen weitere Gäste zu. Unser Chauffeur Heinz navigiert uns sicher durch das Schneegestöber, das uns zwischen Zwickau und Plauen ereilt. Auch sonst lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Hinter Nürnberg machen wir unsere Mittagspause — für ausreichend Würstchenproviant ist gesorgt — und hinter Heilbronn eine Kaffeepause mit Weihnachtsplätzchen. Schließlich verlassen wir die Autobahn 81 und fahren in den Schwarzwald hinein. Auf die Minute um 17 Uhr treffen wir in Alpirsbach ein und werden von der Wirtin mit Sekt empfangen. Sie heißt uns herzlich willkommen und freut sich auf ein paar schöne Tage mit uns. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, treffen wir uns um 18:30 Uhr zum ersten gemeinsamen Abendessen wieder. Dabei verlieben wir uns am Salatbuffet sogleich in den hausgemachten Kartoffelsalat, der in den nächsten Tagen nicht nur bei uns hoch in Kurs stehen wird. Auch alles andere schmeckt sehr gut, sodass ich optimistisch bin, dass wir hier im Schwarzwald gemeinsam ein paar angenehme Tage verbringen werden.
2. Reisetag (Dienstag, 30. Dezember 2025): Café und Schnapsbrennerei Gscheiter Beck – Schwarzwälder Kirschtorte – Titisee – Glottertal
Unser Programm beginnt gleich nach meinem Geschmack: Wir gehen vom Frühstück zum Kaffeetrinken über. Dazwischen liegt allerdings noch die Fahrt von Alpirsbach zum Feldberg. Dazu verlassen wir noch einmal kurz den Schwarzwald, passieren auf der Autobahn Donaueschingen und fahren dann ein Stück südlicher wieder in den Schwarzwald hinein. Wir können aus dem Bus schon einen ersten Blick auf den Titisee werfen, bevor wir am Café Gscheiter Beck in Bärental zum Stehen kommen. Hier wird uns erstmal auf witzige und männergerechte Art demonstriert, wie kinderleicht und schnell so eine echte Schwarzwälder Kirschtorte herzustellen ist. Zumindest mit viel Übung, der richtigen Ausstattung und einer Ausbildung als Konditorin. Wir verlagern uns dann doch lieber auf das, was wir gut können: ebendiese Schwarzwälder Kirschtorte aufessen, bis selbst der letzte Krümel vom Teller verschwunden ist. Als Dessert zum Dessert wartet anschließend im benachbarten Schnapsmuseum noch eine Kostprobe auf uns. Na, das geht ja gut los! Nach Aufnahme so vieler Kalorien sollten wir uns wohl besser ein bisschen die Beine vertreten. Die Gelegenheit dazu haben wir bei einem Aufenthalt am Titisee. Freundlicherweise reißt auch die Wolkendecke auf, wodurch wir in den Genuss wärmender Sonnenstrahlen kommen. Auf der Rückfahrt machen wir einen spontanen Stopp in St. Peter und besichtigen die imposante barocke Pfarrkirche neben dem ehemaligen Kloster. Der Besitzer des Glühweinstands am Busparkplatz macht außerdem das Geschäfts des Jahres. Durch das schöne Glottertal und das Enztal fahren wir schließlich zurück nach Alpirsbach und schwelgen dabei in Erinnerungen an Dr. Brinkmann und die Schwarzwaldklinik.
3. Reisetag (Mittwoch, 31. Dezember 2025): Freiburg im Breisgau mit Stadtrundgang – Hansmeyerhof im Dreisamtal – Silvesterabend in Alpirsbach
Der letzte Tag des Jahres ist geprägt von viel Sonnenschein, gepaart mit klirrender Kälte. Deshalb suchen wir am Vormittag bei unserem Stadtrundgang in Freiburg gezielt nach sonnigen Ecken oder warmen Innenräumen. In zwei Gruppen aufgeteilt, erkunden wir die schöne Altstadt an der Dreisam. Den Höhepunkt unseres Besuchs bildet natürlich das Münster mit dem angeblich schönsten Turm der Christenheit. Der Marktplatz um die Kirche mit vielen regionalen Lebensmitteln ist trotz der niedrigen Temperaturen (-9 Grad) sehr gut besucht. Nach 1,5 Stunden Stadtführung sind wir dann aber doch ein bisschen froh, uns erstmal irgendwo aufwärmen zu können. Nach etwas mehr als einer Stunde Freizeit verlassen wir Freiburg und fahren ins Dreisamtal. In Buchenbach befindet sich das Bauernhausmuseum Hansmeyerhof, wo wir schon freudig erwartet werden. Diesmal werden wir in drei kleine Gruppen geteilt und starten mit der Besichtigung auch in unterschiedlichen Räumen. Die zwei Damen („die Mägde“) und ein Herr („der Knecht“) nehmen uns mit auf eine Zeitreise durch mehr als 300 Jahre Geschichte, in der wir viel über das Leben der Schwarzwaldbauern in einem typischen Bauernhaus lernen. Als Überraschung hat uns Eberhardt nach der Führung ein gemütliches Kaffeetrinken zugebucht. Ein großer warmer Raum, heißer Kaffee und leckere Kuchen und Torten — so kann es im neuen Jahr dann gern weitergehen! Unser Rückfahrt nach Alpirsbach führt uns dann durch die Ravennaschlucht bis Hinterzarten und weiter quer durch den Schwarzwald. Wir wähnen uns schon fast im Hotel, als wir plötzlich an einer Unfallstelle zum Stehen kommen. Oh Schreck! Wir können nicht vor und nicht zurück. Mit Bier, Sekt und „Dinner for One“ überbrücken wir die Wartezeit und lernen zumindest einen netten Polizisten kennen, der ursprünglich aus Chemnitz kommt. Wie klein ist doch die Welt! Er macht sein Versprechen war und lotst uns bei der erstbesten Gelegenheit unter Blaulicht zurück zu einem Parkplatz, wo wir wenden und somit unsere Fahrt auf einer anderen Route fortsetzen können. Unser Abendessen verschieben wir eine Viertelstunde nach hinten, sodass wir trotz verspäteter Rückkehr noch fast eine Stunde Zeit haben bis zum feierlichen Silvesterdinner. Der Gruppenraum ist schön geschmückt und der Chefkoch hat ein leckeres und abwechslungsreiches 4-Gänge-Menü zusammengestellt. Beim Essen und gemütlichen Plaudern vergeht die Zeit bis Mitternacht sehr schnell. Schon werden die Sektgläser ausgeteilt und wir begrüßen gemeinsam das neue Jahr! Alles Gute! Für das Vertreiben der bösen Geister sorgen die Einwohner von Alpirsbach mit ihren Raketen, die den Himmel erhellen.
4. Reisetag (Donnerstag, 01. Januar 2026): Freudenstadt – Schwarzwald–Höhenstraße – Kurort Baden–Baden
Das neue Jahr beginnt sonnig und etwas weniger kalt. Zumindest laut Thermometer. Der kalte Wind lässt uns trotzdem frösteln, als wir uns in Freudenstadt den größten Marktplatz Deutschlands anschauen. Deshalb gehen wir auch gleich in die beheizte Stadtkirche, die als nur eine von zwei Winkelkirchen in Deutschland eine echte Rarität darstellt. Wie auch die schönen Häuser mit ihren Arkaden um den Markt wurde die Kirche gegen Ende des zweiten Weltkriegs stark beschädigt und fast originalgetreu wieder aufgebaut — das „Wunder von Freudenstadt“. Natürlich sind wir heute an Neujahr nicht so zeitig gestartet wie sonst, sodass es schon fast Mittag ist, als wir Freudenstadt in Richtung Baden-Baden verlassen. Wir nehmen die Schwarzwaldhochstraße und genießen die Aussicht über den nördlichen Schwarzwald. Am Mummelsee machen wir eine Pause und halten Ausschau nach der Nixe. Wer mag, kann den kleinen See unterhalb der Hornisgrinde auf einem Spaziergang umrunden. Es dauert höchstens zehn Minuten. Danach geht es höhentechnisch langsam bergab, bis wir schließlich vor dem Festspielhaus von Baden-Baden wieder zu stehen kommen. Hier steigen wir aus und laufen gemeinsam zum Christkindelmarkt vor dem Kurhaus. Dort können wir uns mit Glühwein aufwärmen und eine Kleinigkeit essen. Es gibt viele schöne Buden und auch einen Märchenbereich. Wer einen Abstecher in die Altstadt wagt, stößt in der Fußgängerzone auf singende Rentiere, den Weihnachtsmann in seinem Schlitten und jede Menge andere kitschige Weihnachtsdekoration. Inzwischen füllt sich der Christkindelmarkt immer mehr und auch das Casino öffnet endlich seine Pforten. Zu schade, dass wir langsam die Rückfahrt antreten müssen. Wir treffen uns alle an der Trinkhalle und laufen zurück zum Festspielhaus, wo Heinz bereits mit dem Bus auf uns wartet. Durch das schöne Murgtal fahren wir über Baiersbronn und Freudenstadt zurück nach Alpirsbach. Im Hotel Rössle werden wir am Abend ein letztes Mal gut und herzlich bewirtet. Vielleicht bleiben wir spontan noch eine Nacht länger? Kapazitäten wären laut unserer Wirtin vorhanden, kein Problem!
5. Reisetag (Freitag, 02. Januar 2026): Landräucherei Pfau – Heimreise
Über Nacht hat sich der Schwarzwald in ein Winterwunderland verwandelt. Auch während des Frühstücks und Koffereinladens fällt noch etwas Schnee. Obgleich wir das Hotel Rössle in Alpirsbach nun endgültig verlassen, hält unser Programm noch einen letzten Punkt für uns bereit: die Landräucherei Pfau in Herzogsweiler bei Freudenstadt. Denn was wäre der Schwarzwald ohne den berühmten Schinken? Der Chef des Hauses erweist sich einerseits als durchaus geschäftstüchtig, gleichzeitig aber auch als glühender Verfechter des Handwerks und Gegner der industriellen Massenproduktion. Und damit hat er uns schnell auf seiner Seite. Beim Anblick der Schinken in seiner Räucherkammer läuft uns gleich das Wasser im Mund zusammen. Im Geschäft folgt zum Glück sogleich eine Verkostung. Mit ausreichend Proviant versorgt, treten wir nun endgültig die Heimreise an. Mit dem Schwarzwald lassen wir auch den Schnee hinter aus. Zwar geraten wir — wie schon auf der Hinreise — mehrmals in Schneeregen, doch nichts davon bleibt liegen oder behindert gar unsere Fahrt. Auch die gemeldeten Staus bei Heilbronn und Nürnberg lösen sich rechtzeitig und zu unserem Wohlgefallen auf. Deshalb liegen wir auch sehr gut in der Zeit, als wir den ersten Ausstieg im Vogtland erreichen und dabei auch auf den gekoppelten Eberhardt-Bus aus der Schweiz treffen. Heinz bringt uns ab hier auch noch sicher zu den weiteren Ausstiegstellen und zum Dresdener Flughafen, wo unsere schöne Silvesterreise mit der Verabschiedung der verbliebenen Gäste nun endgültig endet.
Liebe Gäste,
an dieser Stelle sind einige dankende Worte angebracht. Der erste Dank gilt unserem Chaffeur Heinz, der uns stets mit ruhiger Hand und auch bei teils schwierigen Wetterbedingungen sicher ans Ziel gebracht hat. Ein zweiter Dank gilt der Familie Beilharz, die uns im Hotel Rössle in Alpirsbach rundum gut versorgt und bewirtet hat. Und zu guter Letzt danke ich Ihnen allen für Ihre Pünktlichkeit, Geduld und Gelassenheit sowie viele nette Gespräche unterwegs oder beim Abendessen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen nochmals ein gesundes neues Jahr, vor allem viel Gesundheit und Glück, und würde mich sehr freuen, wenn wir uns bei einer weiteren Eberhardt-Reise erneut begegnen.
Herzlichst
Ihr Andreas Wolfsteller
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