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Erholsame Feiertage über Weihnachten und Silvester im Spessart

Reisebericht: 22.12. – 02.01.2026

Erleben Sie eine mittelalterlich geprägte Weihnachtszeit, das Ambiente von Schlössern und Burgen, eine Schiffsfahrt am Silvesterabend vor atemberaubender Skyline und einen singenden Winzer

Dr. Liane Klein

Ein Reisebericht von
Dr. Liane Klein


Anreise über Rothenburg ob der Tauber nach Heimbuchental im Spessart

Weihnachten im Spessart – das ist schon eine Reise wert! Wir starten am Morgen von Dresden über Chemnitz aus und fahren nach einer kleinen Stärkung im Bus zunächst weiter in Richtung Franken. Unser erster Zielort ist die wunderschöne, mittelfränkische Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. Einschlägige Literatur verspricht, dass keine andere Stadt in Bayern so sehr den Begriff der historischen Weihnacht verkörpert wie sie, und so machen wir hier unseren ersten Halt. Nach einem gemütlichen Spaziergang vom Bus in die Altstadt gelangen wir auf den mittelalterlichen Reiterlesmarkt, wobei uns schon auf dem Weg dahin weihnachtliche Düfte und Klänge begleiten. Angetan haben es uns dabei vor allem die berühmten Schneeballen, die sich in allen möglichen Variationen in den Schaufenstern präsentieren, ob umhüllt mit Puderzucker oder Zimt, Nuogat oder Schokolade - die Auswahl lässt keine Wünsche offen. Der Reiterlesmarkt selbst hat seinen Namen von einem Reiterle, dem Wahrzeichen der Stadt und zieht sich vom Markt aus über den Kirchplatz bis hin zu dem Lichthof am Rathaus. Hier prangt auch über der Pforte das mittelalterliche Abbild des Reiterles, das ja angeblich götllicher Abstammung aus vorchristlicher Zeit sein soll. Wer weiß das schon zu sagen … Durchaus irdischer Abstammung soll dagegen nachweislich der Altbürgermeister Georg Nusch (1588-1668) sein, der die Stadt im Dreißigjährigen Krieg vor der Zerstörung durch den katholischen Generalissimus Tilly bewahrte. Es war ein Humpen – sprich 3 ¼ Liter - edlen Weines, den er in einem Zug zu leeren hatte. Mit diesem Meistertrunk stimmte er Tilly milde, rettete seine Stadt und begründete damit unbewusst ein historisches Festspiel, das heute zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt.
Nach dem Genuss von Glühwein und weihnachtlicher Atmosphäre ruft unsere Weiterfahrt, und so fahren wir weiter nach Heimbuchenthal im Spessart. Hier werden wir in dem traditionell geführten Familienhotel Christel herzlich von dem Inhaber, Herrn Spieler, empfangen und mit einem tollen 3-Gänge-Menü bewirtet. Den Tag beschließen wir mit einem guten Wein, Bier oder Tee - ganz so, wie ein jeder es mag.

Aschaffenburg mit Altstadt und Schloss Johannisburg

Unser heutiges Ziel ist die malerische Stadt Aschaffenburg. Hier wird leider gerade der Weihnachtsmarkt mit großen Fahrzeugen abgeräumt, so dass unser Busfahrer Frank etwas umdisponieren muss. Aber er gibt den Ehrgeiz nicht auf, uns so dicht wie möglich am Schloss aussteigen zu lassen, was wir auch sehr genießen! Als erstes besuchen wir das imposante Schloss Johannisburg, ein Bauwerk der Spätrenaissance, das als das Wahrzeichen Aschaffenburgs gilt. Hier erwartet uns eine Führung, die uns Einblicke in die fürstlichen, zumeist mit klassizistischen Möbeln ausgestatteten Wohnräume sowie in die Schlosskapelle gewährt. Überrascht sind wir über die – in der hiesigen Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – ausgestellten Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten, über die Gemälde, u. a. aus der Sammlung Lucas Cranach d. Älteren und seiner Werkstatt. In der Paramentenkammer bekommen wir einzigartige Schätze aus dem Mainzer Domschatz zu sehen. Hierbei handelt es sich um äußerst aufwendig gearbeitete Textilien, die insbesondere in der kirchlichen Liturgie Verwendung finden. Aber was wir noch nie gesehen hatten, waren im Anschluss die äußerst fein im Detail, filigran gebauten architektonischen Modelle berühmter antik-römischer Bauten, die aus Kork kreiert sind. Es soll sich hierbei um die größte Sammlung der Welt handeln!
Um die Fülle der Eindrücke etwas zur Ruhe kommen zu lassen, nehmen wir uns die Zeit für einen Stadtbummel oder einen Cafébesuch, ganz nach Belieben, bevor wir mit dem Bus wieder in unsere Drei-Sterne-Residenz zurückkehren. Etwas Ausruhzeit vor dem Abendessen und ein gemütlicher Ausklang bei Tischgesprächen runden den Tag ab.

Ausflug nach Miltenberg am Main – Festmenü und Weihnachtsfeier

Wir getrauen uns gar nicht mehr von Highlights zu sprechen, aber es ist einfach so, eins folgt auf das andere. Heute fahren wir durch den Spessart über Eschau, Mönchberg und Großheubach nach Miltenberg, und wir sind uns im Nachhinein alle einig, dass Miltenberg die schönste Stadt im Spessart ist, die wir gesehen haben! Gelegen an der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Frankfurt florierten hier Handel und Wandel. Unsere Gästeführer nehmen uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, erklären uns das Stapelrecht, verweisen auf hinterlassene Spuren der Inquisition und beeindrucken uns mit dem „Gasthaus zum Riesen“, der ältesten Fürstenherberge Deutschlands. Hier haben sich im Jahre 1314 König Ludwig der Bayer sowie im Februar 1368 König Karl IV. acht Tage lang aufgehalten. Weiter führt uns der Weg zum historischen Marktplatz mit dem Schnatterloch, das erstaunlicherweise nichts mit dem Schnattern von Enten zu tun hat. Hierbei handelt es sich eher um eine Entwässerungsrinne, die hangabwärts - früher bis an den Main - führte und die für die Häuser bei starken Regenfällen enorm wichtig war, da sie u. a. vor Überflutungen der Kellerräume schützte. Besonders beeindruckt hat uns aber das liebevoll sanierte Gesamtensemble der Fachwerkbauten, die das mittelalterliche Stadtbild von Miltenberg prägen. Wieder im Bus zurück, wird von unseren Fahrern, Ilona und Frank, liebevoll ein kleines Weihnachtsmenü mit Gebäck und Glühwein kredenzt, bevor es zurück in unser Hotel geht. Viele von uns entscheiden sich hier für den Besuch der Christmette in der St.-Johannes-Kirche von Heimbuchenthal, wo wir zunächst den Mandolinenfreunden lauschen und danach an der Christmette teilnehmen. Im Hotel erwarten uns anschließend ein festliches Weihnachtsmenü bei Weihnachtsmusik, viele guten Wünsche zum Fest und das Überreichen der Eberhardt-Weihnachtsgeschenke – alles zusammen verbreitet eine wohltuende weihnachtliche Stimmung. Auch der Wirt hat uns alle mit einer kleinen Flasche Sekt und selbstgebackenen Keksen auf den Zimmern bedacht. Und wir entdecken an diesem Weihnachtsabend verborgene Talente - unser Senior Eberhard, welcher schon viele, viele Jahre mit Eberhardt Travel reist, beglückt uns unverhofft mit neckischen Liedern und Gedichten, untermalt mit einladender Gestik und Mimik! Wir sind begeistert!

Schloss Lohr mit Spessart–Museum – Spessart Räuberland Mespelbrunn

Heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, fahren wir über Weibersbrunn nach Lohr am Main und besuchen dort das sogenannte Kurmainzer Schloss. Dieses gehörte über viele Jahrhunderte den Grafen von Rieneck, bis es im Jahre 1559 die Mainzer Kurfürsten übernahmen. Heute ist hier das Spessartmuseum untergebracht, aber wir treffen zunächst nicht – wie erwartet - auf die Räuber, nein, wir werden von einer echten Lohrerin empfangen, geboren im Schloss zu Lohr am Main, im Jahre 1725 – dem Schneewittchen. Später wird von der Museumsführerin sogar ein Porträt des echten Schneewittchens hervorgezaubert und der sich im Schloss befindliche sprechende Spiegel befragt. Alles legt Zeugnis davon ab, dass das alles wahr ist - und wer es nicht glaubt, zahlt einen Taler, wird gesagt … Die sich anschließende Besichtigung des Schlosses gewährt spannende Einblicke in die Gewerke, die den Alltag im Spessart, einem der größten geschlossenen Mischwaldgebiete in Deutschland, in der Vergangenheit prägten. Neben Bergbau und Holzverarbeitung zählten Glasmacherei und Eisenverarbeitung dazu, woher sollten auch sonst die Zwerge und der Glassarg kommen. Berufsbilder wie Steinhauer, Schmied, Töpfer, Zimmermann, Büttner, Schreiner und Glasbläser werden vorgestellt. Aber etwas fehlt doch noch … und richtig, durchquert man den Rittersaal noch einmal, findet man einen anderen Ausgang, der direkt in eine museale Spessarter Wirtsstube führt und uns die Gewissheit vermittelt, dass zumindest nach 1812 dem Treiben der Spessarter Räuber Einhalt geboten wurde. Schade, nun bekommen wir auch keinen mehr zu sehen. Aber die nachgestaltete historische Gefängniszelle lässt das Bedauern darüber dann doch merklich schnell schwinden.
Nach einer Stärkung im Bus geht es weiter nach Mönchberg, einem kleinen Ort, der ursprünglich aus einer Poststation auf dem Weg von Würzburg über Wertheim nach Aschaffenburg hervorgegangen ist. Die Kirche „Johannes der Täufer“ wirkt von außen nicht ungewöhnlich, was wir dann aber zu sehen bekommen, ist ein echtes Kleinod. Die Innenansicht beeindruckt mit dem Chorraum und dem Marienaltar zur Linken und dem Wendelinusaltar zur Rechten. Die gesamte Farbgebung und die Pracht der Wand- und Deckengestaltung sind überwältigend. Alle Figuren der Weihnachtskrippe sind mit viel Liebe geschnitzt, und so mancher Taler schwindet im Kästchen, das uns mit einem Weihnachtslied belohnt. Beim Hinausgehen entdeckt Ellen noch eine kleine rote Blüte, die sich im Windschutz der Kirchenmauer der Sonne entgegenreckt.
Bevor es aber in das Hotel zurückgeht, machen wir noch Halt an einer ehemaligen Wasserburg, die sich heute in der Gestalt eines Renaissanceschlosses zeigt. Einst war sie dem Ritter Hamann Echter, dem kurfürstlichen Forstmeister, vom Erzbischof zum Dank für seine Dienste geschenkt worden. Reisende hatten hier im Spessart Unterschlupf und Schutz vor wildernden Räubern im Spessart gesucht. Berühmtheit erlangte es dann endgültig im Jahre 1958, da es als Drehort für den Film „Das Wirtshaus im Spessart“ diente, in Anlehnung an das vielen bekannte Märchen von Wilhelm Hauff. Das Schloss Mespelbrunn befindet sich heute im Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit im Winter nicht zugänglich. Aber der Anblick von außen allein ist es schon wert, und wer noch ein bisschen in der Natur verweilen will, scheut nicht den kleinen Spaziergang zurück ins Hotel. Dort erwartet uns wieder ein köstliches Drei-Gang-Menü, und wir geben uns alle Mühe, der Erwartung des Wirtes, mit 2-3 Kilogramm mehr auf den Rippen nach Hause zurückzukehren, gerecht zu werden.

Ausflug ins Fränkische Weinland mit Schloss Zeilitzheim – musikalische Weinverkostung beim

Der heutige Tag ist dem Wein gewidmet. Unser Ziel ist zunächst das Pfarrdorf Zeilitzheim, das zum Landkreis Schweinfurth in Bayern gehört. Hier befindet sich ein 300 Jahre altes Landschloss, das seit 1979 im Besitz der Familie von Halem ist, die einem ostfriesischen briefadeligen Geschlecht entstammt, und heute auch ein Weingut betreibt. Uns empfängt die Schlossherrin selbst, in ihrer liebenswürdigen, leisen Art führt sie uns durch das Treppenhaus in die Räume und erzählt aus dem Leben des Schlosses. Imposant ist der große Festsaal, der in der Zeit des Barocks noch einmal neu in seiner Decken- und Wandbemalung gestaltet worden war. Das Haus selbst wird heute als Hotel genutzt. Da es über Weihnachten keine Belegung gibt, können wir einige Zimmer besichtigen, die alle über ihren eigenen Stil verfügen. Beeindruckend ist auch die auserlesene Bibliothek, die sich durch alle Räume des Hauses zieht. Eine kleine Ausstellungsvitrine verweist auf den Bezug der jetzigen Eigentümer zu der Familie von Richthofen. Frau von Halem erzählt uns, dass die Räume heute für Kultur- und Vereinsveranstaltungen wie auch für Hochzeitsfeiern und Familienfeste genutzt werden. Zum Abschluss gehen wir über den Innenhof zur Südseite des Schlosses, an die sich ein kleiner Park anschließt, der von der Sonne beschienen wird. Als wir sehr bewegt von der Verantwortung, die sie mit diesem Haus übernommen hat, zum Bus gehen, winkt sie uns herzlich nach. Was für eine Lebensaufgabe!
Nun fahren wir weiter durch das Fränkische Weinland nach Dürrfeld, wo uns der „Singende Winzer“, Herr Runge, bereits erwartet. Uns steht eine Weinprobe von 6 erlesenen Frankenweinen bevor, deren Wirkung mit einer deftigen Häckerbrotzeit zum Glück etwas im Zaum gehalten wird. Fröhlicher Gesang, verschmitzte Sprüche zum Genuss des Weines und vergnügliche Texte tragen zum allgemeinen Wohlgefallen bei, und so kehren wir abends erheitert in unser Hotel-Christel nach Heimbuchenthal zurück, um den einen oder anderen Wein doch noch beim Abendessen zu genießen.

Rückreise für die Weihnachtsgruppe

Nach dem Frühstück heißt es die Koffer in den Bus einladen, Frank steht bereit, und der Wirt verabschiedet uns im Bus mit den besten Wünschen! Und was kann es Schöneres geben als ein Wiedersehen? Für viele geht es jetzt erst einmal nach Hause, pünktlich und entspannt mit allen Transfers und vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen! Die anderen Gäste, die über Silvester bleiben, genießen zwei Ausruhtage im Hotel.

Stadtführung in Rothenburg ob der Tauber und Anreise der Silvestergäste in Heimbuchenthal im Spessart

Nachdem unser gemütlicher Reisebus alle Transfers pünktlich auf der Strecke von Dresden über Chemnitz passiert hat und wir uns mit Würstchen und heißem Kaffee gestärkt haben, fahren wir in die mittelalterliche Stadt Rothenburg ob der Tauber ins Mittelfränkische ein. Lange brauchen wir nicht herumzurätseln, ob „ob“ über oder oberhalb bedeutet, unsere temperamentvolle Gästeführerin, Frau Claudia Brand, lässt uns darüber nicht im Zweifel, sondern belohnt uns mit einem wahrhaft wunderschönen Ausblick vom Burggarten über das Tal der Tauber. Zuvor sind wir durch eng gepflasterte Torbögen und eine mit Fußgängern gefüllte Straße hinaufgelaufen. Es verwundert uns, dass die PKW-Fahrer es immer noch nicht aufgeben, zwischen uns hindurch zu fahren. Vom Plönlein aus, einem der ersten geschmückten Brunnen, derer noch viele folgen sollen, kommen wir zum Mittelalterlichen Kriminalmuseum. Das erste, was wir wahrnehmen, sind ein Pranger und ein Schandkorb – oh ja, es gab noch Ehrenstrafen - vor dem Museum ausgestellt, so dass jedermann, der diesen Ort streift, danach froh ist, ihm doch wieder entkommen zu dürfen. Wer möchte da nicht eher hören, dass Rothenburg ob der Tauber direkt an der sogenannten Romantischen Straße in Deutschland liegt, die von Würzburg nach Füssen führt! Und die Erklärungen zu den Stangenmaßen an der Mauerwand wirken dagegen so unschuldig, dass man gern in Kauf nimmt, dass vor einigen Jahrhunderten eine Elle nicht immer unbedingt eine Elle lang war. Wie lang sie als Maß war, entschied der jeweilige Landesherr! Weiter geht es an alten Giebelhäusern entlang, vielfach mit Fachwerk geschmückt, an schottischen Läden vorbei – wie hat es diese nur hierher verschlagen - bis hin zum Rathaus mit seinem Reiterle als Wahrzeichen! In dem sich im Winkel anschließenden Haus kamen die Ratsherren nach den anstrengenden Sitzungen noch bei einem Bier zusammen, so waren die Wege auch nicht so lang. Aber sie waren nicht die Einzigen, die sich an der Rothenburger Gastlichkeit erfreuten, eine Gedenktafel in Rothenburg ob der Tauber in der Herrngasse 15 bezeugt auch: „Hier wohnte im Febr. 1474 Kaiser Friedrich III. eine Woche lang“.
Da unsere Residenz jedoch in Heimbuchenthal im schönen Spessart, dem größten zusammenhängenden Mischwaldgebiet in Deutschland, auf uns wartet, fahren wir weiter. In dem familiengeführten 3 Sterne-Hotel Christel werden wir von dem Inhaber, Herrn Spieler, persönlich begrüßt. Mit einem ersten Drei Gang Menü sowie einem Wein, Bier oder Tee, so wie es jeder mag, lassen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Ausflug nach Lohr ins Schulmuseum

Auch an diesem Reisetag lässt uns das Mittelalter nicht los. Heute wollen wir entdecken, was es denn mit der Schule zu jener Zeit auf sich hatte. Also fahren wir, nachdem wir uns ausreichend an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt haben, unter dem Motto "Von der Schulbank ins Mittelalter" neugierig nach Lohr am Main, um etwas über frühere Schulzeiten zu erfahren! Naja, dazu muss man sich schon einmal in etwas engere Schulbänke quetschen, aber unser etwas höher hinter dem Katheder thronender Lehrer, Herr Stenger, seines Zeichens heute Jurist, schwenkt nur leicht das Rohrstöckchen in der Luft, und schon sitzen wir folgsam und lauschen äußerst erwartungsvoll seinen Ausführungen. Sein Versprechen, dass uns ein größeres Museum erwartet, als es von außen vermuten lässt, erfüllt sich prompt, der darauffolgende Rundgang lässt Bildungsgeschichte über mehrere Etagen lebendig werden. So eine Zeitreise durch die Jahrhunderte kann ganz schön hungrig machen. Aber ob man sich früher nach der Schule auch bei einer so guten Mahlzeit im fränkischen Gasthaus Schönbrunn stärken konnten? Jedenfalls werden wir danach wohl gesättigt von unserer charmanten Gästeführerin, Frau Reinhilde Becher, erwartet. Mit ihrer lebhaften und humorvollen Art führt sie uns zu den wichtigsten Baudenkmälern wie dem Alten Rathaus und der Pfarrkirche. Sie durchquert mit uns das alte Fischerviertel sowie die Altstadt mit ihren Fachwerkbauten, nicht ohne anfangs jedoch darauf hinzuweisen, dass ein Lohrer Apotheker 1986 herausgefunden haben will, dass Schneewittchen in Lohr geboren worden ist. Welch märchenhaftes Franken! Aber es hat auch einen deftigen Sinn für Realitäten entwickelt. Wer weiß, dass die prall gefüllte Blutwurst als „Mopper“ bezeichnet wird, dem der „Schnüdel“, der dünne, spärliche Wurstzipfel gegenübersteht, freut sich, dass sich das Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten über die Zeiten hinweg so gut gestaltet hat. Und weil es so schön war, sitzen wir danach noch mit Frau Becher im Café Rosenkranz zusammen und schwätzeln über vergangene Zeiten, bevor es wieder zum Drei-Gänge-Menü nach Heimbuchenthal geht. Nein, vom Schnüdeln kann hier wahrlich keine Rede sein!

Ausflug in den Odenwald mit Schloss Erbach und Michelstadt

Heute verlassen wir den Spessart und fahren in den nordwestlich gelegenen Odenwald in Südhessen ein. Der Tag führt uns nach Schloss Erbach, einem Stammsitz der Familie Erbach-Erbach, den sie bereits seit dem Hochmittelalter inne hat. Hier wandeln wir nach einem Gang durch den Lustgarten an der Orangerie vorbei durch die ehrwürdigen Mauern des Schlosses. Diese sind u. a. bestückt mit unzähligen imposanten Hirschgeweihen und wuchtigen, sehr schön ausgeformten Wand- und Deckengestaltungen aus Holz. Wir sehen gräfliche Räume in ihrer Gestaltung aus dem 18. Jahrhundert und ein asiatisches Zimmer. Das Imponierendste aber sind die Antikensammlungen des Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach (1754-1823) sowie seines Enkels Graf Eberhard XV. (1818-1884). Neben Möbeln und sakraler Kunst beeindrucken u. a. antike Statuen wie eine römische Kopie der Büste des mazedonischen Königs aus dem 4. Jhd. V. Chr., Alexander des Großen. Diese bis heute am besten erhaltene Nachbildung von ihm soll eine griechische Vorlage haben und aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammen. Auffällig ist, dass der Feldherr, der nur 33 Jahre alt wurde, hier weniger als erobernder Herrscher als vielmehr still in Göttlichkeit schwebend dargestellt wird. Weiter erfahren wir in der dem heiligen Hubertus gewidmeten Kapelle etwas über den berühmten Schöllenbacher Altar aus dem Jahre 1515, der bis heute nichts von seinem beeindruckenden Glanz und seiner Pracht verloren hat.
Unsere Fahrt geht weiter nach Michelstadt. Wir erfahren, dass dies die größte Stadt im Odenwaldkreis ist. Sie sollte mit Erbach fusionieren, aber die Erbacher entschieden sich mit einer äußerst knappen Stimmenmehrheit dagegen, sie setzten weiter auf ihre Eigenständigkeit. Michelstadt selbst bezaubert, noch sind die Nachwehen des weihnachtlichen Glanzes zu spüren! Das Historische Rathaus erscheint einmalig! Erbaut wurde es um 1484, die eingravierte Jahreszahl verrät es. Leider ist nicht bekannt, wer es erbaut hat bzw. erbauen ließ.
Der Spaziergang durch die historische Altstadt führt uns weiter zur Michelstädter Burg mit Wall und einem wasserlosen Burggraben sowie dem Diebsturm, der über 1000 Jahre alt ist und mit Beginn des 14. Jahrhunderts auch als Gefängnis genutzt wurde. Kehrt man von dort über eine kleine Wallbrücke zurück, entdeckt man einen ziemlich großen Innenhof, umrankt von mehreren Gebäuden, die teilweise ursprünglich der Kellerei zugeordnet waren. Hier wurden damals die Naturalabgaben an die Grafen eingelagert. Von der Größe des Gebäudes aus zu schließen scheint das nicht wenig gewesen zu sein. Des Eindruckes als Vorgänger unseres heutigen Finanzamtes mag es sich nicht ganz verschließen. Bevor wir nun die Heimreise ins Hotel antreten, genießt so mancher von uns noch ein Käffchen in einem der gemütlichen Cafés, aus deren Vitrinen uns schon die Glücksbringer für die Silvesternacht anlächeln. Vom Odenwald aus geht es wieder in den Spessart zurück, wo unser Wirt uns einlädt, in vergangenen Zeiten zu schwelgen. Ein Wiedersehen mit Liselotte Pulver in der bezaubernden Rolle der als Bursche verkleideten Comtesse Franziska in dem Film „Das Wirtshaus im Spessart“ entlockt so manchem von uns ein herzhaftes Lachen!

Silvester: Ausflug nach Frankfurt am Main mit Schifffahrt auf dem Main – Silvesterfeier

Man sagt, das Jahr hat noch so viele Tage wie der Mensch Nasen hat … Heute ist es soweit, der letzte Tag des Jahres ist angebrochen! Es geht nach Frankfurt am Main, von wo aus wir die Metropole mit der Primus-Linie vom Wasser aus erkunden. Der Schiffsführer erklärt, an welchen Museen wir vorübergleiten, wo die Europäische Zentralbank liegt – die wohl aber noch keinen musealen Charakter aufweist –, zeigt uns den Osthafen und die historische Gerbermühle. Da wir uns kulinarisch bereits an Bord gestärkt haben, erwartet uns bei der Rückankunft am Eisernen Steg unser charmanter Gästeführer, Hannes Pflügner, der uns während einer Stadtrundfahrt mit dem Bus ortskundig und versiert die Highlights von Frankfurt am Main zeigt, den Blick auf die Skyline mit ihren glitzernden Wolkenkratzern, das imposante Gebäude des Hauptbahnhofs aus dem 19. Jahrhundert, die Universität sowie den historischen Stadtkern mit der Paulskirche, dem Kaiserdom und dem Römer. Und ein Abstecher zu der Skulptur von Frau Rauscher aus der Klappergaß‘ mit ihrem Bembel darf natürlich auch nicht fehlen. Was wäre Frankfurt ohne seinen Appelwein!
Auf der Rückfahrt ins Hotel gibt es noch eine kleine Überraschung. Der Zeitplan lässt es zu, dass wir einen kleinen Abstecher zum Schloß Mespelbrunn machen, einem der Hauptdrehorte im Film „Das Wirtshauses im Spessart“. Erbaut ab dem 15. Jahrhundert, befindet es sich bis heute im Privatbesitz der gräflichen Familie, den Nachfahren des Ritters Hamann Echter. Von November bis März schlummert es allerdings im Winterschlaf, aber ein Blick auf das Schloss von außen versöhnt, und im Bus wartet auch schon der wärmende Glühwein! Somit geht es wohl eingestimmt zum festlichen Silvester-Menü ins Hotel, die Musik spielt auf, das Tanzbein wird geschwungen und das Neue Jahr mit Pfannkuchen und Feuerwerk begrüßt! Auf ein gesundes und glückliches Neues Jahr!

Musikalische Weinverkostung in Dürrfeld

Der Neujahrsmorgen begrüßt uns nicht nur mit einem Rollmops auf dem Frühstücksbüffet, sondern auch mit einer leicht verschneiten Landschaft, so dass ein kleiner Morgenspaziergang nach Wunsch winterliche Freude verheißt. Gegen Mittag geht es zum Weingut Runge in Dürrfeld, wo uns schon der Singende Winzer erwartet. Der gemütliche Gastraum ist mit Bembels und dem Wein wohlgesonnenen Porträts geschmückt, an den Wänden zeigen sich Blasinstrumente und Gitarren, der Deckenhimmel hängt voller Geigen – alles zeugt von einer musikfreudigen Ära des Wirts aus seiner Zeit im „Struwwelpeter-Sextett“. Heute singt er für uns, spielt sogar ein Posaunenständchen und rezitiert Vergnügliches aus seinen Dichtungen, die von Lebensfreude und Weingenuss künden! Derweilen wird nicht nur eine deftige Häckerbrotzeit gereicht, nein, es werden Weinreben und -sorten der Frankenweine erklärt, die Unterschiede, ihre Besonderheiten und der Genuss derselben machen diesen Aufenthalt besonders kurzweilig!

Rückreise

Auch unsere Reise neigt sich dem Ende zu! Nach einer herzlichen Verabschiedung durch unseren Wirt treten wir, beladen mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen die Heimreise an. Unser Busfahrer Peter erkennt den Stau auf der Autobahn und beschließt, ihn mit einer Fahrt über die Landstraße ein stückweit zu umfahren, so dass wir noch einmal in den Genuss einer herrlichen waldumhügelten Winterlandschaft mit ihren unter einer weißen Haube schlummernden Ortschaften kommen. Die Abschiede an den einzelnen Transferumstiegen sind pünktlich und herzlich. Ob man sich wohl wiedersieht?


Allen unseren 50 Gästen, unseren Busfahrern Ilona, Frank und Peter, unserem Hotelwirt, Herrn Spieler, den vielen engagierten Gästeführern an unseren Erkundungsorten nochmals ein herzlichstes Dankeschön für die schöne gemeinsame Zeit! Allen wünsche ich Gesundheit und Wohlergehen sowie eine unbändige Reiselust für das kommende Jahr!


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