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Reisebericht: Rundreise Frankreich - Burgund vom Feinsten

27.09. – 03.10.2020, 7 Tage Rundreise im klassischen Burgund nach Dijon - Clos Vougeot - Beaune - Citeaux - Cluny - Cormatin - Paray le Monial - Autun - Fontenay - Vezelay

Burgund ist etwas für Genießer. Wir genossen auf dieser Studienreise gute Speisen, edle Weine, sagenhafte Kulturschätze, sehr viel Geschichte und eine beeindruckende, sehr landwirtschaftlich geprägte, liebliche Landschaft.

1.Tag, So. 27. 09. 2020: Anreise nach Dijon


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Zeitig brechen wir vom Flughafen Dresden aus auf, denn die Bourgogne ist heute unser Ziel. Unsere Nächte werden wir in Dijon verbringen. Mit ausreichend Pausen kommen wir der uralten Stadt näher und beziehen am späten Nachmittag unser Hotel direkt am Rand der Altstadt. Die Reise ist so gestaltet, daß wir jeden Abend in einem anderen Restaurant in der Stadt essen gehen. So sind wir mitten unter den Einheimischen und lernen auch auf den Wegen hin und zurück, die Stadt noch viel besser kennen. Und in der Regel sind die Essen in ausgesuchten Restaurants auch meist von höherer Qualität, als die großen Mengen, welche die Hotels geliefert bekommen oder selbst zubereiten. Frisch am Tisch serviert ist eben immer besser als von der Warmhalteplatte am Buffet. Nur 5 Minuten vom Hotel finden wir uns am ersten Restaurant direkt an der Porte Guillaume ein und verbringen einen ersten Abend bei echter französchischer Küche.

2. Tag, Mo. 28. 09. 2020: Dijon - Senfprobe


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Nach dem ersten Frühstück erwartet uns schon unsere Gästeführerin, die uns die Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt auf das angenehmste nahebringt und erläutert. Mächtige Kirchen, uralte Fachwerkhäuser, schöne Parks und natürlich der zentrale Platz mit dem Palast der burgundischen Herzöge werden angesteuert. Die Kathedrale St. Benigne hat leider wegen Renovierung komplett zu, aber dafür halten wir uns lange in der Stadtkirche Notre Dame auf. An einer Spezialität kommt an in Dijon nicht vorbei und das ist der Senf. Dijonsenf ist sehr scharf und hat die Stadt berühmt gemacht. Heute wird jedoch nicht mehr in der Stadt produziert, aber die Traditionshäuser Maille und Fallot sind immer noch anwesend. Vor letzterem kosten wir diese Delikatesse und natürlich kann man das Produkt hier auch erwerben. Viel erfahren wir auch über die vier großen Herzöge Burgunds, die im 14. Und 15. Jh. Die Region zu einem im Grunde selbständigen Staatengebilde zwischen Frankreich und dem hl. Röm. Reich machten. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung bevor wir uns zu einem Restaurant begeben, wo es heute mit den Tratitionsgericht Oeffs en muerette (Eiern in Rotweinsoße), Fisch, sowie einem halbgefrorenen Anisdessert wieder beste französische Küche gibt.

3. Tag, Di. 29. 09. 2020: Crosette– Paray-le-monial – Autun


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Bernard Dufoux zählt zu den drei besten Schokolatiers Frankreich. In La Clayette hat er einen kleinen Laden in dessen rückwärtigen Bereich edelste Pralinen und Konfekt hergestellt werden. Wir werden zur Fabrik in Crosette gebeten und bekommen dort Dinge über die Schokoladenherstellung berichtet, und dürfe die Leckereien natürlich ausgiebeig verkosten. Die eine oder andere Süßigkeit landet denn auch in den Taschen, bevor wir den Ort wieder verlassen. Da noch etwas Zeit ist, begeben wir uns auch nach La Clayette, denn dort gibt es ein wunderschönes Wasserschloss zu besichtigen. Die Sonne scheint, und so machen wir einen kurzen Gang um den Wassergraben, denn das Schloß ist privat bewohnt. Unser Weg führt uns nach Paray Le Monial, wo eine weitere romanische Basilika steht, die quasi Cluny im kleinen darstellt. Zudem ist sie eine wichtige Pilgerstätte für die vor allem im 19. Jh. sich ausbreitenden Herz Jesu Verehrung. Der kleine Ort lockt aber auch mit einem typischen Stadtbild einer burgundischen Siedlung in der Provinz, in die es sich ebenfalls lohnt einen Blick zu werfen. Autun ist dagegen etwas größer. Sie ist es auch mit der Kathedrale. Beeindruckend sind hier vor allem die Kapitelle , sowie das weltberühmte Weltgerichts-Tympanon. Zudem hat die Stadt, im Jahr 10 v. Chr. als Augustodumum von Augustus gegründet eine lange römische Tradition. Zwei Stadttore und Reste des Amphitheaters haben sich aus dieser Zeit erhalten. Lecker sind hier auch die Noisettes de Morvan, einer Spezialität, die aus Marzipan umhüllten Haselnüssen besteht. Im Maison Miellier, einem Gebäude aus dem 15. Jh. Essen wir heute zu Abend. Hier sind vor allem die gebratenen Schnecken an Blätterteig du das Huhn an einer braunen Senfkörnersoße so lecker, daß man weiß wie sich Leben wie Gott in Frankreich anfühlt.

4. Tag, Mi. 30. 09. 2020: Citeaux – Cluny – Cormatin


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Heute begeben wir uns zunächst nach Citeaux, dem Kloster, welchem der mächtige Orden der Zisterzienser seinen Namen verdankt. Gegründet wurde es im 1098 von Robert von Molesme, jedoch sind von der mittelalterlichen Architektur kaum noch Reste vorhanden. Die dortigen Mönche, Zisterzienser der strengen Observanz (Trappisten) stellen jedoch einen sehr schmackhaften Käse her, der von uns natürlich auch gekostet wird. Er zergeht cremig – würzig auf der Zunge. Auf unserer Weiterreise durch eine leicht hügelige Landschaft sehen wir allenthalben die weißen Charlorais-Rinder, eine Rasse die im 18. Jh. extra als Fleischlieferant und Arbeitstier gezüchtet worden ist. Zusammen mit von Hecken eingerahmten Weiden bestimmen sie die Landschaft. Was wäre jedoch Frankreich ohne seine unzähligen Schlösser. Hinter jeder Kurve muss man mit einem rechnen und sei die Ladschaft noch so einsam. So passiert es uns in dem kleinen Dorf Sercy, wo uns ein riesiges Schloss zum Halten und Phototop nötigt. Im Anschluss besichtigen wir die überwältigen Reste der Klosterkirche von Cluny. Eine fast zweistündige Führung läßt keine Fragen offen. Es war Ausgangspunkt einer gewaltigen Mönchsgemeinschaft mit mehr als 2000 Klöstern zu seinen Glanzzeiten. Im Jahre 910 gegründet, entwickelte sich hier bis zum 13. Jh. der gewaltigste Kirchenbau der Christenheit bis zur Errichtung des Petersdoms. Zwar stehen nur noch Reste eines Seitenflügels, aber allein in diesen passt die eine oder andere Kirche schon alleine hinein. Wie es einmal ausgesehen hat, können wir uns an schönen Modellen anschauen. Eines schauen wir uns heute noch an. Das Schloss Cormatin unweit von Cluny liegt idyllisch in einem großen Park. Äußerlich ist es etwas schlicht und ein Seitenflügel fehlt. Innen jedoch wartet es mit einer einzigartigen in Frankreich fast nirgendwo so gut erhaltenen Renaissancepracht auf, die ihresgleichen sucht. 1605 – 1616 erbaut, hat es größtenteils im Innern seine Ausstattung bewahren können, die in so vielen Schlössern während der Revolution zerstört worden ist. Erhalten ist es nur durch Eigeninitiative dreier neuer Besitzer, die damit ein Die umfangreiche Führung durch das Haus gewährt uns tiefe Einblicke in die Architektur und Symbolik. Zurück in Dijon gönnen wir uns heute eine Straßenbahn, denn das Restaurant La Bourgogne ist 1,5 km weit weg. Aber allein schon der leckere Zander auf Ratatouille lohnt den Weg.

5. Tag, Do. 01. 10. 2020: Käserei – Clos de Vougeot - Beaune – Cassisium


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Wieder beginnt der Tag lukullisch. Frankreich ist berühmt für seine Käsevielfalt. Offiziell gibt es über 400 Käsesorten. Deswegen unternehmen wir zunächst eine Besichtigung der Käserei Gaugry unweit von Dijon um es uns dann bei einer Verkostung so richtig gut schmecken zu lassen. Auf unserem Weg durch die Cote d´Or kommen wir an einer der berühmtesten Weinlagen des Burgunds vorbei, dem Clos de Vougeot. Hier experimentierten schon die Zisterzienser im Mittelalter mit der Veredlung der Reben. Auf einer Führung durch das Schloss inmitten von Weinreben erfahren wir viel interessantes über die Herstellung der berühmten Weine, die allesamt premier oder grand cru Lagen entstammen. Also dem besten von Besten. Ein Clos bedeutet umfriedeter/ummauerter Garten, hier also Weinberg. Der Preis für die günstigsten Flaschen geht so bei 130 Euro los. Nach oben unbegrenzt. Einen Höhepunkt des Tages stellt die kleine Stadt Beaune dar. Hier besichtigen wir das weltberühmte Hotel Dieu, ein mittelalterliches Hospital, das Anfang des 15. Jh. vom Burgundischen Kanzler Nicolas Rolin und seiner Gattin gestiftet wurde. Noch bis in die 70er Jahre diente es als Krankenhaus. Eine kunsthistorische Kostbarkeit wartet mit dem Altar des jüngsten Gerichts von Rogier van der Weyden auf. Er stand in der Kapelle des Krankensaals, hat nun aber einen Platz in einem extra abgedunkelten Raum. Noch einmal grüßen uns die bunten Ziegel auf dem Dach des Hospitals, als wir uns anschicken, die Stadt zur erkunden. Neben dem Besuch der Stadtkirche lohnt auch ein Blick in den Hof des Herzogspalasts und auf die alten Stadtmauern. Als weiteren Punkt besuchen wir das Cassisium, in dem der weltberühmte Likör aus schwarzen Johannisbeeren hergestellt wird. Aber das nicht alleine: Eine Unmenge an schmackhaften Likören werden hier hergestellt. Der Cassis ist jedoch der berühmteste. Er wird auch zur Herstellung des Kir und des Kir Royal benötigt, also entweder mit Wein oder Sekt gemischt genossen. Und genussvoll geht es am Abend bei einem sehr reichhaltigen Menü in einem Restaurant unweit unseres Hotels weiter, in dem wir den ereignisreichen Tag beschließen. Gottvoll schmeckten vor allem die Honig-Biersoße zur gerösteten Schweineschulter oder die Johannisbeer-Profiterolles.

6. Tag, Fr. 02. 10. 2020: Fontenay – Vezelay – Tharioseau - Flavigny


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Was in Citeaux nicht mehr vorhanden war, das können wir heute in der Zisterzienserabtei von Fontenay bestaunen. Sie ist auf den originalen Zustand zurückgebaut worden und birgt die älteste noch erhaltene Zisterzienserkirche. Auch die Schmiede ist außerordentlich sehenswert, wie auch das Dormitorium. Überall an den Gebäuden sieht man, dass die Zisterzienser einem Armutsideal folgten, der auch an den Bauten zum Ausdruck kommt. Als Abschluß der burgundischen Romanik winkt noch ein besonderer architektonischer Leckerbissen, die Basilika von Verzelay. Die kleine Stadt stand zur Zeit der Kreuzzüge ganz im Fokus der damals bekannten Welt. Richard Löwenherz traf sich hier mit Henry II. zum 2. Kreuzzug und Bernhard von Clairveaux rief ebenfalls hier zum ersten auf. Eine Weinverkostung gehört natürlich zu jedem Frankreichbesuch dazu. Wir genießen diese auf der Domain La Croix de Montjoie in Tharioseau. Siebesteht erst seit 2006 und nennt sich nach dem Pilgerkreuz unweit des Ortes. Von diesem aus sehen die Pilger das erste mal Vezelay und damit das erste Ziel auf ihrem Weg nach Santiago de Compostella, der hier begann. Vornehmlich Weißweine werden hier gekeltert. Das Weingut liegt direkt unterhalb der Weinberge. Unser letztes Ziel heißt Flavigny sur Ozerain. Das mittelalterliche Stadtbild gehört zu den schönsten in Frankreich und ist in die Liste der plus beaux villages de France aufgenommen. Bekanntheit hat es auch als Drehort des Films Chocolat erhalten. Zudem gibt es auch hier eine Leckerei, nämlich Anisbonbons, die in einer alten Fabrik nach traditioneller Methode hergestellt werden. Diese Fabrik trug auch zur Rettung der karolingischen Benediktinerabtei bei, indem sie die Räumlichkeiten bezog. Von der Abteikirche sind nurmehr geringe Reste und vor allem die Krypta vorhanden, die wir auch in Augenschein nehmen. Unser Abendmenü nehmen wir heute in einer typischen Ferme Auberge, also einen Landgasthof ein, der sich gleich neben der Kirche von Flavigny befindet. Es wird aufgetischt, dass es eine wahre Freude ist. Es gibt Weinterrine, Eier in Époissessoße (der berühmteste Käse Burgunds) selbstgemachten losen Quark und Käseplatte, sowie Kuchen und Pudding. Alles aus eigener ökologischer Produktion. Hinterher noch einen Kaffee, sowie Rotwein und Wasser. Ferme Auberges haben eine rustikale Atmosphäre und das Essen ist deftigste Hausmannskost. Kaum jemand von uns schafft alles. Hungrig geht heute niemand zu Bett.

7. Tag, Sa. 03. 10. 2020: Rückreise


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Wir reisen heute leider schon wieder zurück. In Deutschland ist Feiertag uns so ist die Autbahn nicht ganz so voll. Zur Kurzweil scheuen wir uns im Bus noch den Film Chocolat mit Judy Dench, Juliette Binoche, Alfred Monlina und Johnny Depp in den Hauptrollen an. Anhand der Szenen können wir noch einmal ganz in Ruhe durch Flavigny schlendern. Wir kommen zügig durch und beenden pünktlich in Dresden diese sehr interessante Reise. Wir haben die Burgundische Geschichte durchschritten, die recht kompliziert ist, weil kein Gebiet Europas wohl öfters seine Gestalt und Grenzen verändert hat. Dazu noch die Hochblüte ausgerechnet in den Wirren des 100-jährigen Krieges. Aus den Jahrhunderten resultierten prachtvollste romanische Kunstwerke, mehrere Klosterreformen, eine sprichwörtliche beste französische Küche und ein mit nur 1,6 Mio. Einwohnern stark landwirtschaftlich geprägtes und mitunter sehr dünn besiedeltes Departement. Ich bedanke mich bei der sehr netten und wißbegierigen Reisegruppe, mit welcher das Reisen durch eine ländlichsten Regionen Frankreichs zu einem besonderen Erlebnis wurde.

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