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Rundreise Normandie & Bretagne

Reisebericht: 03.05. – 12.05.2026

Auf unserer Rundreise sahen wir traumhafte Küstenlandschaften, malerische Städte, legendäre UNESCO Weltkulturerbestätten aber auch Schauplätze des 1. und 2. Weltkrieges in Frankreich.

Beate Schroedter

Ein Reisebericht von
Beate Schroedter

Rouen – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Landungsstrände: Gold Beach, Arromanches – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Mont-Saint-Michel, Kreuzgang – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Mont-Saint-Michel – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Cap Fréhel – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Ploumanach – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Ploumanach – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Ploumanach – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Pointe du Vanne – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Vannes, Hafen  – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Vannes – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL) Vannes – © Beate Schroedter (Eberhardt TRAVEL)

1. Tag Sonntag, 03.05.2026 Anreise nach Metz

Früh am Morgen verließen wir den Flughafen in Dresden mit den ersten Gästen. Später stiegen weitere Gästen bei Chemnitz, Weimar, Eisennach, Rimberg, Frankfurt Flughafen und bei Grünstadt ein. Am Nachmittag erreichten wir die Grenze nach Frankreich und kamen um 16.00 nach Metz, die Hauptstadt der historischen Region Lorraine (Lothringen) in der heutigen Region Grand Est. Dort stiegen wir an der Place de la Comédie, dem Theaterplatz, direkt an der Mosel aus, um die berühmte Kathedrale St.-Étienne von Metz zu besuchen. Hier waren wir tief beeindruckt von den mächtigen Dimensionen der Kathedrale, deren Bau im Jahr 1220 begonnen worden war sowie von den einzigartigen Fenstern von Marc Chagall. Neben diesen wunderschönen Fenstern verfügt die Kathedrale von Metz über einen der reichsten Bestände an Glasmalerei vom 13. bis zum 21. Jahrhundert unter den französischen Kathedralen. Nach diesen ersten Eindrücken unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch die Altstadt von Metz . Er führte uns unter anderem zum alten Marktplatz - heute Place de Saint Luis. Anschließend ging es in unser Hotel Kyriad, wo wir für unsere erste Nacht in Frankreich einkehren sollten. Hier begrüßten wir noch zwei weitere Gäste, die mit ihrem Auto angereist waren. Mit ihnen war unsere 40 Reisegäste umfassende Gruppe für unsere Rundreise durch die Normandie und Bretagne nun vollzählig.

2. Tag Montag, 04.05.2026 Schlachtfelder von Verdun, Rouen

Gestärkt durch unser erstes französisches Frühstück fuhren nach dem Einladen der Koffer am Morgen durch die waldreiche lothringischen Landschaft und erreichten nach einer guten Stunde die Stadt Verdun am Ufer der Maas. Vor dem Office du Tourisme am prächtigen, mittelalterlichen Stadttor erwartete uns schon unsere örtliche Reiseleiterin Ursula Mériot, die uns zunächst in ein paar Worten mit der Geschichte der alten Stadt Verdun vertraut machte. Während wir anschließend zum Fort Douaumont fuhren, wandte sie sich dem Kriegsjahr 1916 zu. In diesem Jahr wurde auf französischer und auf deutscher Seite erbittert um die Einnahme dieses Forts gekämpft. Mdm. Mériot führt uns durch das Fort Douaumont, seine tristen langen Gänge und Unterkunftsräume. Sie dokumentieren bis heute die Grausamkeit der hier stattgefundenen Kämpfe während es I. Weltkriegs und die qualvollen Lebensumstände der hier eingeschlossenen Soldaten.
Dann ging es an Relikten von während der Kämpfe 1916 verschwundenen Dörfern, an später errichteten Denkmälern sowie teilweise noch sichtbaren Laufgräben und Bobentrichtern vorbei zum Beinhaus. Es wurde 1932 errichtet und beherbergt die sterblichen Überrechte von über 130.000 französischen und deutschen Soldaten, die nicht identifiziert werden konnten.
Tief beeindruckt fuhren wir nach Verdun zurück und verabschiedeten uns dort von unserer örtlichen Fremdenführerin Ursula Mériot. Dann setzten wir unsere Reise fort.
Bald erreichten wir die Autobahn, wo wir bei der Mühle von Valmy unsere Mittagspause einlegten. Dieser Ort ist in die Geschichte eingegangen, weil hier am 20. September 1792 die französische Revolutionstruppen zum ersten Mal die antifranzösische Koalitionsarmee besiegt hatten. Daran erinnert bis heute die wieder aufgebaute Mühle, ein Denkmal und ein Ehrenhain.
Dann ging es weiter durch die Region Grand Est, wo wir an Reims, der einstigen Krönungsstadt der Französischen Könige und heutigen Champagner-Metropole vorbei kamen. Später gelangten wir über die Region Haute du Nord endlich in die Normandie. Gegen Abend erreichten wir unser Hotel bei Rouen, wo wir nach dem Check-In unsere Zimmer bezogen und im Hotelrestaurant gemeinsam speisten.

3. Tag Dienstag, 05. 05. 2026 Rouen, Étretat, Honfleur, Caen

Nach zwei Tagen Anfahrt sollten wir heute unsere ersten Eindrücke in der Normandie sammeln. Wir begannen mit einer Stadtführung in Rouen, die uns mit den schönsten Gassen, Plätzen und Denkmalen der einstigen Hauptstadt der Normandie bekannt machen sollte. Geführt von unserem örtliche Guide Michael Papst besichtigten wir die Kathedrale von Rouen, standen vor den Grabdenkmalen der ersten Herzöge der Normandie, bewunderten den Reichtum und die Vielfalt der Fachwerkbauten in der Altstadt und besuchten den alten Pestfriedhof. Später gingen wir am ehemaligen Parlament der Normandie, dem heutigen Justizpalast, entlang. Wir staunten über seine kunstvolle Fassade und nicht weniger wie über die astronomische Uhr am Uhrenturm. Zum Abschluss unserer Stadtführung lauschten wir der Erzählung unseres Stadtführers über das Leben und den Feuertod von Jeanne d'Arc und waren überrascht von der Schönheit der ihr gewidmeten Kirche, die wir im Anschluss besuchten.
Dann spazierte wir zu unserem Reisebus, den unsere Reiseleiterin in die Nähe des alten Markts bestellt hatte, und fuhren an die Cote d'Abattre. Unsere Befürchtung, dass es dort regnen würde, zerschlugen sich zum Glück. Der Himmel war zwar bedeckt, aber es blieb zum Glück trocken. Dafür erlebten wir an der ersten Küstenlandschaft unserer Reise ein stark bewegtes Meer, was für uns im Rahmen der kommenden Tage ein großartiger Beginn war. Einige von uns kletterten hoch hinauf zu den Klippen, um von dort die weite Sicht über das Meer und die Küste zu genießen. Erfrischt von diesen wunderbaren Landschaftseindrücken fuhren wir parallel zur Küste durch die Obere Normandie zur Seine, wo wir einen Fotostopp an der 1994 eingeweihten „Pont du Normandie“ einlegten. Mit 2,241 Metern Länge und einer Hauptspannweite von 854 Metern war sie seinerzeit die größte Schrägseilbrücke der Welt. Von der Besucherbrücke über der Mautstelle überblickten wir das weite Seinetal und genossen dies Aussicht auf die 10 km lange Mündung der Seine trotz eingeschränkter Sichtverhältnisse aufgrund des bedeckten Himmels.
Anschließend fuhren wir in das Hafenstädtchen Honfleur, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einen Dornröschenschlaf gefallen war. So hat sich hier viel erhalten, was die Atmosphäre einer alten normannischen Hafenstadt ausmacht. Dazu gehört vor allem der Alte Hafen, wo einst Handelsschiffe anlegten, die Wahren von den Küsten Kanadas und Brasiliens mitgebracht hatten. Von hier startete auch der Entdecker Samuel de Champlain mit seinen Schiffen. Er steuerte den Sankt-Lorenz-Strom an, um dort im Jahr 1608 eine Siedlung zu gründen, aus der später die heutige Kanadische Metropole Québec entstehen sollte. Dann besichtigten wir die auf dem Hügel von Honfleur im 15. Jahrhundert errichtete Kirche Ste. Catherine. Sie wurde seinerzeit vollkommen aus Holz von Schiffsbaumeisten erbaut und beherbergt am Altar einige historische Schiffsmodelle. Nach diesen Eindrücken hatten wir noch etwas Zeit, um die malerische Stimmung des Städtchens ganz individuell zu genießen.
Dann fuhren wir durch die Untere Normandie nach Caen, wo wir heute übernachten sollten.
Während unseres Abendessens speisten gleichzeitig mehrere Jungendgruppen im Hotelrestaurant, wodurch der Lärmpegel sehr hoch war. Dadurch wurde es für uns schwer, noch einmal in aller Ruhe unsere ersten Normandie-Eindrücke Revue passieren lassen konnten. So waren wir nach dem Abendessen froh, uns zur Nachtruhe zurückziehen zu können.

4. Tag Mittwoch, 06.05.2026 Landungsstrände

Nachdem wir gestern die Küste der Oberen Normandie, die Cote d'Abattre, besucht hatten, sollte es heute zur Küste der Unteren Normandie gehen. An der Cote de Nacre landeten am 6. Juni 1944 die Alliierten im Rahmen der Operation „Overlord“ an einer 98 km langen Küste, die von der Mündung der Orne bei Ouistreham im Osten bis zum Ort Sainte-Mére-Eglise auf der Halbinsel Cotentin im Westen reichte. Mit diesem Datum begann hier unter enorm hohen Opfern die Befreiung Frankreichs und Westeuropas von Deutschen Faschismus.
In Erinnerung an dieses schicksalhafte Ereignis besuchten wir die Küstenabschnitte, die im Zuge der Landungsoperation die Namen SWORD BEACH, JUNO BEACH, GOLD BEACH, OMAHA BEACH und UTAH BEACH trugen.
Zuerst legten wir einen längeren Fotostopp an der Pegasus-Brücke bei Bénouville an der SWORD BEACH ein. Der Name dieser Brücke geht zurück auf das Wappen der britischen 5. Fallschirmjägerbrigade, die in der Nacht zum D-Day hier landete. Die heutige, 1994 erbaute Brücke ist jedoch nur ein vergrößerter Nachbau der damaligen Brücke, die inzwischen ins Museum gewandert ist.
Nach einem Stopp an dem Denkmal des Dudelsackspielers der schottischen Streitkräfte Bill Millin erreichten wir Arromanches-le-Bain an der GOLD BEACH. Der frühere normannische Badeort geriet während des D-Days ins Fadenkreuz der alliierten Angriffe und wurde nach seiner Befreiung zum Mulberry Hafen ausgebaut. Über diesen ersten Hafen gingen die ersten lebensnotwendigen Transporte für die Alliierten Armeen. Wir verschafften uns vom Aussichtspunkt aus einen ersten Überblick über diesen Küstenabschnitt, in dem noch einige Pontonelemente dieses ca. 6 Wochen aktiven künstlichen Hafens im Meer liegen. Dann hatten wir noch etwas Zeit, um uns individuell umzusehen.
Anschließend ging es nach Bayeux, der ersten befreiten Stadt in Frankreich, wo wir unsere Mittagspause einlegten. Mit unserer Reiseleiterin besuchten wir zuerst die reich verzierte Kathedrale der Stadt, die zu den schönsten Kathedralen in der Normandie gehört.
Gestärkt durch unseren Mittagsimbiss fuhren wir dann noch einmal an die Landungsküste. Diesmal sollte die Steilküste von Point du Hoc an der OMAHA BEACH unser Ziel sein. Hier gelang es einem Rangerbataillon von 225 Soldaten die Steilküste zu erklimmen, da von hier aus die Alliierten Landungsoperationen an der OMAHA und an der UTAH BEACH von deutschen Batterien aus beschossen wurden. Leider war die Anlage jedoch im Umbau, so dass wir das Informantionszentrum nicht besichtigen konnten und nur auf einem einzigen eingezäunten Weg zur Küste gelangten.
Dann fuhren wir durch die wunderschöne Hügellandschaft der Unteren Normandie, die mit ihren Hecken einer großen Parklandschaft ähnelt, in die Bretagne.
Unser Hotel Domaine du Limonay, in dem wir diesmal zwei Nächte verbringen sollten, lag in einem Dorf in der Umgebung von Saint-Malo. Nach dem sehr einfachen Hotel in Caen, das eher einer Jugendherberge glich, waren wir hoch erfreut über die wunderschönen Zimmer und das schöne Ambiente dieses Hotels und genossen unser Abendessen in der angenehmen Atmosphäre des Hotelrestaurants.

5.Tag Donnerstag, 07.05.2026 Mont–Saint–Michel, Cancale, St. Malo

Heute stand die Besichtigung des Mont-Saint-Michel, dem „Wunder des Abendlandes“ und nach dem Eifelturm in Paris am häufigsten besuchten Ziels in Frankreich auf unserem Programm. Dafür ging es von der Nordbretagne noch einmal in die Untere Normandie, wo sich die alte, ehrwürdige Abtei auf einem Inselberg über dem Wasser stolz erhebt. Am frühen Morgen fuhren wir vom Parkplatz mit einem Shuttlebus über die neu erbaute Stelzenbrücke, die vor wenigen Jahren anstelle des ehemaligen Damms errichtet wurde. Dann ging es die immer steiler werdenden Straßen und Treppen hinauf zur Abtei. Dort angekommen erhielten wir Tablets mit denen wir durch die imposanten Räumlichkeiten der Abtei geführt wurden. Staunend erfuhren wir, dass die erste Abtei im 11.Jahrhundert über den Mauern von drei Krypten, die vorher um die Spitze eines Berges herum erbaut worden waren, errichtet wurde. Wir hörten fasziniert von königlichen Empfängen, herzoglichen Hochzeiten und zahllosen Pilgerbesuchen aus ganz Europa, die sich in dieser Abtei abspielten. Im 100jährigen Krieg, der für die Geschichte Frankreichs einen tiefen Einschnitt bedeutet, gelang es den Engländern nie, den Mont-Saint-Michel zu erobern.
Am Nachmittag fuhren wir dann auf der Nationalstraße an der weiten Bucht es Mont-Saint-Michel entlang nach Cancale in der Nordbretagne. Die „Austernhauptstadt“ verfügt seit dem 19. Jahrhundert, als man vom Sammeln zur Zucht von Austern überging, über einen große Austernpark. Eine hervorragende Gelegenheit also, frische Austern zu probieren. Als wir ankamen war der Austernpark zwar noch vom Meer verdeckt. Aber allmählich wich das Wasser zurück und wir konnten die ersten Austerntische erkennen, wo die Austern in Säcken liegen und im Wechsel der Gezeiten hervorragend gedeihen. Dann wählte unsere Reiseleiterin bei den Austernverkäufern einige Austern für unsere Kostprobe aus, die am Vormittag erst in den Verkauf gelangt waren. Darunter waren sowohl Huitre creuse (Pazifische Felsenauster) wie auch Huitre plat (Europäische Auster). Zur ersteren Austernart konnte man eine Zitrone essen, die sich für den Geschmack der letzteren jedoch nicht empfiehlt. Dazu gab es frisches Baguette. In unserer Reisegruppe gab es natürlich schon einige Kenner, für die diese frischen Austern ein wahrer Genuss war. Doch auch unter denen, für die das Aussternessen neu war, gab es einige Mitreisende, die spontan Gefallen fanden an dem Geschmack von Austern und somit eine neue kulinarische Erfahrung machen durften.
Anschließend fuhren wir in die einstige Korsarenhochburg Saint-Malo. Dort führte uns unsere Reiseleiterin auf der Stadtmauer entlang und erzählte uns von den legendären Persönlichkeiten dieser einzigartigen Hafenstadt, von dem Schriftsteller François-René Chateaubriand, dem Korsar Robert Surkof, dem Entdecker Jaques Cartier und anderen Kapitänen und Admiralen Saint Malos.
Dann kehrten wir im Restaurant des Hotels Chateaubriand ein. Dort genossen wir in einem sehr schönen Saal unser gemeinsames Abendessen. Später nahmen wir Abschied von Saint-Malo und fuhren wieder zurück in unser schönes Hotel Domaine du Limonay, wo wir zum zweiten Mal übernachten.

6. Tag Freitag, 08.05.2026 Cap Fréhel, Plomanac'h, Guimiliau

Am Morgen luden wir nach unserem Frühstück wieder unsere Koffer in unseren Reisebus und nahmen Abschied von unserem schönen Hotel Domaine du Limonay.
Dann fuhren wir über Brücke über dem Gezeitenkraftwerk, die über der Mündung der Fluß Rance führte. Dieses erste große Gezeitenkraftwerk der Welt hat 24 Generatoren, die den Tidenhup von ca. 10 m nutzt, um soviel Energie produziert, wie Rennes, die Hauptstadt von Bretagne, mit 223.000 Einwohnern benötigten.
Dann fuhren wir an der renommierten Seebadstadt Dinand vorbei und steuerten die Côte d'Emmeraude, die Smaragdküste, an. Sie ist gekennzeichnet durch tief ins Küstenland hineingreifende Buchten, die bei Ebbe voller Schlick sind und steilen Felsklippen, die ausgedehnte Sandstrände rahmen. An einer dieser Felsklippen, dem Cap Fréhel hielten wir für 1 ½ Stunden, um diese wunderbare Naturparadies bei einem Spaziergang zwischen Klippen und Leuchturm zu genießen. Zwischen einer dichten Maccia aus Erika und gelben Ginster führte uns eine Weg zum Küstenpfad, auf dem wir zur Spitze des Caps wanderten. Wie schön war es, dem Flug der Möwen zuzusehen, den Blick hinaus über die bewegte Wasserfläche des Ärmelkanals schweifen zu lassen und zum etwas düster und geheimnisvoll erscheinenden Fort de la Latte zu schauen.
Nach diesem intensiven Naturerlebnissen fuhren wir eine gute Stunde durch das Hinterland der bretonischen Küste, wobei wir vom Departement Ils-et-Vilain zum Departement Côte d'Amor gelangten. Dann erreichten wir wieder unsere zweite spektakuläre Küstenlandschaft der Bretagne an diesem Tag. Es war die berühmte Côte de Granit Rose, die rosafarbene Granitküste. Zunächst machten wir einen Fotostopp bei Perros Guirec, wo wir eine im hellen Sonnenlicht fast magisch wirkende Küste mit zahllosen Klippen und Riffen überblickten. Das war ein wunderbarer Einstieg in die Eindrücke, die jetzt auf uns warteten. Weiter ging es nun nach Ploumanach', wo wir auf dem ehemaligen Zöllnerpfad die bizarrsten Granitfelsen sahen, die man sich vorstellen kann. Sie sahen mal aus wie ein schlafender Hase, mal wie ein schlangenhaftes Untier, mal wie eine menschliche Franze – ein Spaziergang, der unsere Fantasie anregte, in den mächtigen Granitfelsen die unglaublichsten Kreaturen zu entdecken.
Anschließend fuhren wir in die Region der Kalvarienberge, die sich im Hinterland der Bretonischen Küste befindet. Hier, im Departement Finistère, besuchten wir einen der berühmtesten Kalvarienberge im Dorf Guimiliau. Er steht neben der Dorfkirche auf dem Kirchhof, das durch ein mächtiges Triumphtor von der Dorfstraße abgegrenzt war. Unter dem hoch aufragende Kreuz in der Mitte waren Passionsszenen in Granitreliefs dargestellt, die uns stark beeindruckten. Was muss der Meister dieser Darstellungen für eine Mühe gehabt haben, diese Figuren mit ihrer zeitgenössischen Kleidung aus dem harten Granitgestein zu meißeln ! Datiert ist dieser Kalvarienberg in die Zeit zwischen 1581 und 1588. Zur selben Zeit etwa wurde die Dorfkirche erbaut, deren Weiträumigkeit und prunkvolle Ausstattung uns beeindruckten. Besonders fiel uns hier der wunderschöne Taufpavillon, eine erstklassige Holzschnitzerei des 17. Jahrhunderts, ins Auge.
Ganz erfüllt von all diesen Erlebnissen fuhren wir nun nach Quimper, der Hauptstadt des Finistère, wo wir im Hotel Escale Océania schon erwartet wurden. Hier richteten wir uns in unseren Hotelzimmern ebenfalls für zwei Tage ein. Im Restaurant des Hotels genossen wir in diesem beiden Tagen ein sehr gutes Abendessen.

7. Tag, Samstag, 09.05.2026 Fakultativer Ausflug Locronan und Pointe du Raz

Nach unserem Frühstück im Hotel brachen wir mit den Reisegästen, die diesen fakultativen Ausflug gebucht hatten, auf um die historische Landschaft der Cornouaille mit dem Dorf Locronan zu erkunden. Der Name des Ortes geht zurück auf dem Heiligen Ronan, der im 7. Jahrhundert aus Irland hierher kam, um das Christentum in der Bretagne zu verbreiten. Nach einer Legende wurde er hier bestattet. Über seinem Grab ist wohl zuerst eine kleine Kapelle und sehr viel später, im 16. Jahrhundert, die heutige Dorfkirche errichtet worden.
Mit der Dorfkirche blieben auch alle anderen Häuser des Dorfes so erhalten, wie sie im 15./16. Jahrhundert entstanden sind. Zu dieser Zeit blühte das Handwerk der Segeltuchherstellung in Locoronan. Das hier gewebte Segeltuch wurde von der damaligen Ostindienkompanie, eine französische Handelsgesellschaft, die an den Küsten des Indischen Ozeans ihre Handelsstützpunkte hatte, angekauft, die unzählige Schiffen damit ausstattete. Mit dem Ende der Segeltuchherstellung durch den Beginn der Dampfschifffahrt fiel Locornan in einen Dornröschenschlaf und wurde erst in den 80ger Jahren durch den Film entdeckt. Hier wurden Filme gedreht wie „Chouans ! - Revolution und Leidenschaft von Philippe de Broca. Die Hauptrollen spielten in diesem Film die berühmten Schauspielstars Sophie Marceau und Philippe Noiret. Noch bekannter als dieser Film wurde „Tess“ von Roman Polanski - in der Hauptrolle Nastassja Kinski - der hier ebenfalls gedreht wurde.
Anschließend ging es zum Cap Sizun, dass wir im Rahmen einer Rundfahrt kennen lernten. Die Landzunge reicht 30 km in den Atlantischen Ozean hinein und teilt die nördlich gelegene Irische See vom Golf von Biskaya im Süden. Am Cap du Vanne legten wir einen Fotostopp ein, wo wir eine traumhafte Aussicht hatten und fuhren dann zur Pointe du Raz. Während unseres längeren Aufenthaltes hier wanderten wir zur Spitze des Caps. Welch eine faszinierende Szenerie ! Links lag die Ils de Sein, grade zu der alte Leuchtturm von 1890 und rechts der alte Leuchtturm Tevenec von ca. 1870.
Nach diesen Eindrucken von der legendären Küste der Poite du Raz, wo sich in der Vergangenheit zahlreiche Schiffbrüche ereignet haben, fuhren wir durch das Bigoudenland zurück nach Quimper. Bekannt ist dieser Landstrich durch die sehr hohen Hauben der Damen, die auf das 17. Jahrhundert zurück gehen. Damals hatten königliche Truppen die Revolte der Bewohner des Bigoudenlandes gegen die neuen Stempelpapiersteuern niedergeschlagen und obendrein die Zerstörung sämtlicher Kirchtürme angeordnet. Die hohen Hauben der Damen sollte damals eine Antwort auf diese Zerstörung sein, aber noch heute werden sie bei besonderen kirchlichen Festen getragen.
Zurück in Quimper blieb vor dem Abendessen noch etwas Zeit, um die wunderschöne Altstadt zu erkunden mit ihren malerischen Gassen und der prächtigen Kathedrale Saint Corentin.

8. Tag, Sonntag, 10.05.2025 Concarneau, Carnac, Vannes

Schon beim Einladen der Koffer hatten wir an diesem Morgen Regen. Und dieser sollte bis zum Mittag anhalten.
In Concarneau, unserem erstem Ziel heute, suchten wir in der Hoffnung, dass der Regen bald aufhören werde zuerst die Markthalle auf. Wir spazierten an den Ständen entlang und entdeckten mach leckere Speise. Einige von uns fanden beim Becker ein schön belegtes Baguett für das 2. Frühstück oder die Mittagspause. Trotzdem der Regen nicht weniger wurde, beschlossen wir zur Festungsstadt zu laufen, der komplett von einer Festungsmauer umgebenen Altstadt von Concarneau. Doch dort stand inzwischen das Regenwasser in den Straßen. Also kehrten wir um, und ließen uns im Restaurant „L'Amiral“ nieder, das durch den Kommissar Dupin aus den Krimis von Jean-Luc Bannalec inzwischen über die Landesgrenzen berühmt geworden ist. Mit einem angenehm duftenden Double Expresso, einem Caffé Creme oder einem Cappuccino wurde einem dann schon etwas behaglicher zu Mute.
Anschließend fuhren wir mit unserem Reisebus an Pont-Aven vorbei, wo durch den Maler Paul Gauguin und seinem Freund Émil Bernard um 1890 eine völlig neue Art der modernen Malerei geschaffen wurde, die man später die „Schule von Pont-Aven“ nannte.
Später erreichten wir das Departemen Morbihan mit Carnac. Doch dort regnete es allerdings auch in Strömen. An einen Fotostopp neben einem frei zugänglichen Feld von einer Reihe von Menhiren war angesichts der großen Pfützen neben der Straße nicht zu denken. So fuhren wir in den Ortsteil Le Menec, wo sich das größte Feld dieser Menhire befindet. Hier gibt es eine ca. 4 km lange in elf Reihen angeordnete Folge von über 1000 bis zu 3 m hohen Menhiren. Außerdem befindet sich hier das Informationszentrum zu den Megalithanlagen von Carnac, das Maison des Megalithes, wo es einen Film über diese großartigen Werke der Jungsteinzeit gibt, den wir dank eines Audiosystems in deutscher Sprache sehen konnten. Aber auch der brachte uns keine schlüssige Erklärung zu dieser ca. 6000 Jahr alten Anlage. Wie sollte er auch ! Sicher ist jedoch, dass es sich um die älteste bekannte Kultstätte der Menschheit handelt.
Nach dem Film spazierten wir durch die dortige Fotoausstellung und sahen uns im Bookshop um. Allmählich wurde der Regen weniger, so dass wir uns doch nach Draußen trauten, um von der eindrucksvollen Anlage ein paar Fotos zu machen.
Anschließen fuhren wir nach Vannes in der Hoffnung, dass der Regen allmählich abziehen würde. Und tatsächlich, als wir ankamen war es so gut wie trocken. So konnten wir unsere Stadtbesichtigung mit der örtlichen Stadtführerin Alexandra tatsächlich genießen. Was für eine malerische Altstadt und was für eine großartige Geschichte verbindet sich mit ihr ! Schon im 9. Jahrhundert durch Herzog Nominoë als Residenzstadt seines Königreiches gegründet war sie es in den folgenden Jahrhunderten die Residenz eines selbständigen Herzogtums. Aber schließlich kam das Schicksalsjahr 1532 als hier in Vannes eine Vertrag geschlossen wurde, der die Souveränität der Bretagne für immer beendete und sie zu einer Provinz im Französischen Königreich degradierte.
Nach unserer Stadtführung, bei der wir zusammen mit Alexandra wunderschöne und historisch bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten entdeckten, erreichten wir zu Fuß unser Hotel. Unser Busfahrer hatte inzwischen schon all unsere Koffer dort ausgeladen und im Hotelrestaurant untergestellt, so dass wir dort nur noch unsere Zimmer beziehen mussten. Dann hatte jeder Zeit zum Ausruhen oder zu eigenen Entdeckungen in der schönen Altstadt von Vannes.
Unser gemeinsames Abendessen nahmen wir im Restaurant unseres Hotel ein, dass uns mit einem überraschend leckeren Buffet erwartete.

9. Tag, Montag, 11.05.2026 Angers, Chartres, Pariser Raum

Am heutigen Morgen verließen wir die Bretagne bei La Roche-Bernardt am Fluss Vilaine. Dann fuhren wir bei Nantes vorbei. Diese Stadt ist heute Hauptstadt von der Region „Pays des la Loir“ war aber früher Residenz der Herzöge von Bretagne.
Parallel zur Loire, den größten und durch seine berühmten Schlösser bedeutendsten Fluss Frankreichs fuhren wir nach Angers an der Maine, die wenige Kilometer südlich in die Loire mündet. Die einstige Hauptstadt des Anjou besitzt bis heute eine beeindruckende Burg, deren mächtige Türme heute noch Respekt fordern. In ihren Mauern befindet sich das zum Teil noch erhaltene Schloss der Herzöge von Anjou sowie das Museumsgebäude, dass den berühmten Bildteppich zur Apokalypse des Johannes aufbewahrt. Er wurde in den Jahren von 1373 bis 1380 nach einem Entwurf des königlichen Hofmaler Jean de Brugges im Atelier von Nicola Bataille in Paris gewebt und ist der bedeutendste Teppichzyklus dieser Zeit in Europa. Einige Gäste aus unserer Gruppe besichtigten dieses großartig Meisterwerk der Teppichweberei während andere die Stadt besichtigten. Hier bot die Kathedrale von Angers einige Überraschungen. Sie hat im vergangenen Jahr vor dem Westportal einen neuen Vorbau bekommen, der zum einen das Westportal mit seinem reichen Skulpturenschmuck schützt zum anderen die Betrachtung diese Portals nur noch aus der unmittelbaren Nähe erlaubt. Außerdem sind nun in der Kathedrale mehrere Wandteppiche aus dem Kirchenschatz aufgehängt, die biblische Darstellungen zum Thema haben.
Neben diesen Sehenswürdigkeit kam die Mittagspause zum Glück nicht zu kurz, da es in Angers viel kleine Bars, Bäckereinen und Creperien gibt.
Anschließend stiegen wir wieder in unseren Reisebus und erreichten am Nachmittag Chartres mit seiner berühmten Kathedrale. Hier erklärte uns unsere Reiseleiterin die Einzigartigkeit seiner Architektur und seiner Innenausstattung, insbesondere seiner Glasmalerei, die zu den ältesten und umfangreichsten aller französischen Kathedralen gehört. Wir hörten, dass diese Kathedrale nach dem Brand des Vorgängerbaus in nur 26 Jahren erbaut wurde und sie bis auf die im 16. Jahrhundert geschaffene Turmhaube des Nordturms komplett erhalten geblieben ist. Ihre Rolle als architektonischer Vorreiter unter den Kathedralen Europas und die älteste Bauplastik am Westportal wurde international gewürdigt, in dem sie 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde.
Anschließend schauten wir noch kurz in die Altstadt bevor es weiter ging in Richtung Paris, wo wir unser letztes Hotel, das Hotel Paxton Residence, erreichten. Leider erwarteten uns dort erhebliche Schwierigkeiten. So war zum einen von der zuständigen Agentur nicht gemeldet worden, dass wir ein früheres Frühstück bekommen sollten, auf das wir für unseren letzten Reisetag angewiesen waren. Zum anderen wurde von derselben Agentur versäumt, für unsere 40 Reisegäste umfassende Gruppe im Hotelrestaurant ein Abendessen anzumelden. Dass wir trotzdem ein früheres Frühstück und am Abend alle ein vollständiges Menü bekommen haben ist nur dem energischen Einsatz unserer Reiseleiterin zu verdanken. Sonst hätten wir wohl ohne Abendessen zu Bett gehen müssen.

10. Tag Dienstag, 12.05.2026 Heimreise vom Pariser Großraum nach Dresden

In aller Frühe brachen wir nach dem Frühstück am unserem letzten Reisetag zu unserer Heimreise auf. Zum Glück war die Autobahn frei, so dass wir zwei Gästen schon um 11.15 an dem Hotel Kyrad in Metz verabschieden konnten. Gegen Mittag erreichten wir die französisch-deutsche Grenze und pünktlich kamen wir zum Maxi Autohof bei Grünstadt, wo wir weitere Gäste verabschiedet haben. Später hatten wir mehre Staus auf unseren deutschen Autobahnen, so dass wir erst um 16.00 am Busparkplatz des Flughafen Frankfurt a. M. ankamen. Auch danach gab es wieder mehre Staus. So erreichten unsere Gäste die Ausstiegsorte bei Rimberg, Eisenachen, Weimar, Gera, Nossen und schließlich den Flughafen Dresden mit erheblicher Verspätung.
Dennoch waren wir nach dieser schönen zehntägigen Reise durch Lothringen, die Normandie und die Bretagne froh, ganz erfüllt mit wunderbaren Reiseerlebnissen wieder nach Hause zu kommen.


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