Reisebericht: Rundreise Frankreich - Gärten und Schlösser der Normandie

22.08. – 01.09.2020, 11 Tage Busreise durch die Normandie mit Reims - Giverny - Rouen - Atlantikküste - Etretat - Le Havre - Honfleur - Caen - Mont Saint Michel - Chartres - Schloss Fontainebleau

Unsere 11tägige Busreise führte uns in die wunderschöne Landschaft der Normandie. Wir sahen idyllische Gärten, traumhafte Küsten, malerische Städte und beeindruckende Kathedralen.

1. Tag 22.08.2020 Samstag: Anreise nach Reims


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Früh am Morgen trafen die ersten Gäste am Dresdner Flughafen ein, um unsere Reise in die Normandie zu starten – eine Reise, die uns am Ende geographisch weiter bringen sollte als wir am Anfang dachten. Trotz der frühen Stunde waren alle voller Vorfreude auf die kommenden Reiseerlebnisse und so übten wir bei bester Laune gleich die aktuellen Corona-Regeln für unsere Busreise ein, die dann jedem neu zusteigenden Reisegast mit auf den Weg gegeben wurde. So ging es mit Zustiegen bei Glauchau, Teufelstal, Gotha und später bei Grünstadt zielgerichtet auf den Autobahnen A 4, A5, A3, A67, und A 6 nach Westen. Wechselvolle Landschaften zogen an uns vorbei. Wir ließen den Thüringer Wald hinter uns, überquerten die Werra, blickten im Vorüberfahren auf das mittelalterliche Bad Hersfeld mit seiner berühmten Klosterruine und später auf die moderne Skyline von Frankfurt am Main bevor wir gegen Mittag bei Mannheim den Rhein überquerten. Am Nachmittag passierten wir die deutsch-französische Grenze und fuhren anschließend auf der Autobahn A4 bei wenig Verkehr durch die waldreiche Lorraine (Lothringen), die seit 2016 mit der Champagne und dem Elsass zur Region Grand Est gehört. Nach ca. 900 km erreichten wir am frühen Abend unser Hotel das Novotel in Reims Tinqueux, wo uns ein leckeres und sehr reichliches Abendessen erwartete.

2. Tag 23.08.2020 Sonntag: Reims – Gärten von Viels Maison – Chantilly


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Nach einem sehr guten Frühstück luden wir unsere Koffer in den Bus um nun zur berühmten Kathedrale von Reims fahren. Dort angekommen, unternahmen wir vor der Öffnung der Kathedrale eine kleine Stadtbesichtigung, die uns zunächst zu der Bibliotheque Carnegie führte. Sie wurde als einer der ersten Bauten in der während des 1. Weltkriegs durch das deutsche Militär zertrümmerten Altstadt von Reims von dem amerikanischen Milliardär und Philanthropen Andrew Carnegie in den 20ger Jahren errichtet und 1928 eröffnet. Nach den Plänen des Architekten Max Sainsaulieu erbaut, ist sie ein Meisterwerk des Art deco. Dann gingen wir am Palais du Tau, dem ehemaligen Bischofspalast vorbei, genossen den Blick auf die mächtige Westfassade der Kathedrale und betrachteten das Relief mit der Taufe Chlodwigs, des ersten Königs der Franken, an ihrem Nordportal. Anschließend sahen wir den Place Royale mit dem Denkmal König Ludwig XV. in römischer Tracht, umrahmt von prächtigen Palais des 18. Jahrhunderts sowie den Place du Forum, benannt nach dem römischen Forum, das sich in antiker Zeit hier befand. Leider war der römische Kryptoportikus noch geschlossen, so dass wir seine beeindruckenden römischen Gewölbe nicht sehen konnten. Schließlich betraten wir die Kathedrale, in der von 1027 bis 1825 insgesamt 25 Könige von Frankreich gekrönt wurden. Die spektakulärste unter ihnen war sicher die Krönung die Karls VII. im Beisein von Jeanne d'Arc, die ihn nach Reims begleitet hatte. Die Kathedrale wurde zwischen 1211 und 1294 genau an der Stelle erbaut, an der im Jahr 496 der Frankenkönig Chlodwig von Bischof Remigius seine Taufe und seine Salbung empfing. Zuerst betrachteten wir fasziniert die Glasfenster des Westportal. Sie verdanken ihre Existenz der genialen Erfindung des Maßwerks durch Jean d'Obrais hier in Reims und dem Anspruch der königlichen Krönungszeremonien in der Kathedrale. Trotzdem es bis zum Beginn der Messe noch ca. ein halbe Stunde Zeit gab, ließen uns die Kathedralwächter jedoch nicht mehr in den Chor. In ihm befinden sich neben den berühmten Glasfenstern von Marc Chagall auch die Fenster von Imi Knoebel, die in Erinnerung an die Zerstörungen deutscher Armeen in Frankreich während der beiden Weltkriege im Jahr 2015 durch unseren damaligen Außenminister Frank Walter Steinmeier an seinen französischen Amtskollegen Laurent Fabius übergebenen wurden. Nur eins dieser Fenster konnten wir von Weitem erkennen.
Anschließend besichtigten wir unseren ersten Garten, den Jardin de Viels-Maison. Die Besitzerin des Grundstücks Bertrande de Ladoucette, deren Vorfahre Jean Charles de Ladoucette als Präfekt von Gap das Anwesen im Jahr 1803 erworben hatte, führte uns persönlich durch ihren Garten. Das ehemalige Schloss der adligen Familie Châtillon und ihrer Nachfahren Vidame Jacquier wurde während der Revolution zerstört und Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen. Jean Charles de Ladoucette baute statt dessen den Portalbau des Areals zum Herrenhaus um und formte aus dem überkommenen Barockgarten einen englischen Landschaftspark. Diesen gestaltete die heutige Besitzer mit Hilfe der Landschaftsarchitektin Sonja Gauron zu dem heutigen, bezaubernden Gartenensemble um.
Dann, nach einer Mittagspause auf einer Autobahnraststätte ging es von der Champagne in die alte Region der Picardie, die seit 2016 zur Region Haute-de-France (Nordfrankreich) gehört, nach Chantilly. Nach dem Privatgarten der Madame de Ladoucette galt es hier ein Gartenkunstwerks des Stars unter den Gartenkünstlern Ludwig XIV. André Le Nôtre kennen zu lernen. Zunächst besichtigten wir jedoch das Schloss mit seiner erlesenen Kunstsammlung, die zu den Besten Frankreichs gehört. Das Schloss wurde 1484 als mittelalterliche Burganlage von dem Adelshaus der Montmorency erworben und durch den berühmten General Anne de Montmorency König Franz I. zwischen 1528 und 1551 zu einem Renaissance-Schloss umgebaut. Gut ein Jahrhundert später wurde dieses Schloss, das von 1643 bis 1830 Residenz der mächtigen Herzöge von Condé war, im barocken Stil umgestaltet. In diesem Zusammenhang wurde André Le Nôtre mit der Anlage des imposanten Schlossparks beauftragt. Die erlesene Kunstsammlung des Schlosses stammt von dem letzten Besitzer des Schlosses, Henri von Orléans, Herzog von Aumale, der das Anwesen von seinem Onkel, dem letzten Prinzen der Herzöge von Condé geschenkt bekam. Er errichtet das während der Revolution zerstörte Schloss von Neuem und ließ 1834 eine Pferderennbahn anlegen, die nach vielen Umbauten und Veränderungen dem Ort Chantilly heute als Topadresse des internationalen Pferdesports Weltberühmtheit verschafft.
Nach diesen Eindrücken ließen wir die Picardie hinter uns und erreichten am späten Nachmittag die Normandie, die wir in den kommenden Tagen genauer kennen lernen sollten. Unser Hotel „Le Bertelière" befand sich in der Hügellandschaft des Plateaus der Seine, die Rouen, die alte Hauptstadt der Normandie, umgibt. Hier, inmitten von Gartengrundstücken konnten wir nun unsere Koffer für zwei Nächte abstellen und etwas ausspannen. Zum Abendessen gab es im Restaurant des Hotels ein leckeres Menü.

3. Tag 24.08.2020 Montag: Gärten von Giverny – Boscherville – Rouen


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Nach einem  - durch die Corona-Pandemie-Regeln bedingt - servierten Frühstück im Hotel ging es am Morgen zunächst zu dem berühmten Garten von Claude Monet nach Giverny. 1883 hatte Claude Monet das Grundstück mit dem Haus und dem Garten zunächst gemietet. Erst 1890 war er dann in der Lage, das Grundstück zu erwerben. 1893 kaufte er das Grundstück, in dem später sein berühmter Wassergarten mit dem großen Seerosenteich entstehen sollte, hinzu. Zu diesem Zeitpunkt war er 53 Jahre alt und galt erst seit etwa zehn Jahren als erfolgreicher Maler. In den Jahrzehnten zuvor jedoch hat er mühsam und oft der Verzweiflung nahe für die Anerkennung seiner Malerei kämpften müssen, die ihm von Seiten des offiziellen „Salons" lange verwehrt wurde. Seit 1885 stand er mit den beiden berühmten Pariser Kunsthändlern Paul Durand-Ruel und George Petit unter Vertrag und seit seinem Erfolg auf der großen Impressionistenausstellung in New York im April 1886 wandten sich neben den amerikanischen auch die französischen Kunstsammler seinem Werk zu. Inzwischen suchte er für sich und seine Familie außerhalb von Paris ein Domizil, dass er schließlich in Giverny fand. Hier im Hausgarten und später im Wassergarten entstanden seine großartigen späten Werkzyklen, von denen die Seerosenbilder heute im Museum der Orangerie am Tuileriengarten in Paris ausgestellt werden. Nach diesen kostbaren Eindrücken, die wir aus den Gärten Claude Monets sowie seinem Wohnhaus mitnahmen, blieben wir zu Mittagspause in Giverny, wobei jedoch durch die Corona-Pandemie nur wenige der sonst sehr zahlreichen Restaurants und Bars geöffnet hatten.
Anschließend fuhren wir nach Saint-Martin-du-Boscherville, wo wir die Klosteranlage von Saint-Georges-de-Boscherville und ihren Abteigarten sehe sollten. Die am rechten Ufer der Seine gelegene Abtei wurde im 11. Jahrhundert von Raoul de Tancarville, dem Kämmerer Wilhelms des Eroberers, als Augustiner-Chorherrenstift angelegt. Sein Sohn gründete 1113 die Benediktinerabtei Saint-Georges, für die bis zur Vollendung im Jahr 1140 die Abteikirche, der Kapitelsaal, der Kreuzgang und die Klostergebäude errichtet wurden. Ihre Blütezeit hatte die Abtei im 13. und 14. Jahrhundert. 1659 übernahmen die Mauriner Mönche die Abtei, die einige der durch die Kriege im 15. und 16. Jahrhundert zerstörten Klostergebäude neu errichteten. Von den Baulichkeiten des 12. Jahrhunderts sind die Abteikirche und der Kapitelsaal vollständig erhalten geblieben. Sie vermittelten uns einen ersten hervorragenden Eindruck von der meisterhaften Qualität der romanischen Architektur und Bauplastik in der Normandie, von dem wir in den folgenden Tagen noch andere beeindruckende Beispiele sehen sollten. Auch seit 1992 rekonstruierte Klostergarten mit seinen regelmäßig angeordneten Obst-, Gemüse, Kräuter- und Blumenbeeten, dem Labyrinth und der Sonnenuhr, der auf den Garten zurückgeht, den die Maurinermönche 1680 angelegt hatten, beeindruckte uns.
Dann ging es in die alte Hauptstadt der Normandie, nach Rouen, die heutige Universitätsstadt und Stadt mit dem größten europäischen Getreidehafen Europas und ca. 2000 erhaltenen Fachwerkbauten, die 80 km von der Seinemündung entfernt liegt. Die alte keltische Siedlung wurde um 100 nach Christus unter dem Namen „Rotomagus" ein Hauptort in der römischen Provinz, in dem Ende des 4. Jahrhunderts der heilige „Saint-Victrice" als erster Bischof Erwähnung fand. Nachdem Rouen im 9. und 10. Jahrhundert mehrfach von den Wikingern aus dem hohen Norden überfallen, geplündert und zerstört worden war, richteten die ersten Herzöge der Normandie Rollo und Wilhelm Langschwert nach dem Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte 911 hier ihre Residenz ein. 1204, nach dem Sieg von König Philipp-August über die Normannen, die inzwischen Könige von England geworden waren, wurde Rouen französisch. Im Hundertjährigen Krieg, als Rouen für ca. zwei Generationen englisch war, kam es hier zur Verurteilung und zum Feuertod der Jeanne d'Arc auf dem Marktplatz im Jahr 1431. Während unserer Stadtführung mit Christelle Thibon besuchten wir all die berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Kathedrale, die Place Saint-Barthélmy mit der Kirche St-Maclou, den heutigen Justizpalast aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert, in dem einst der oberste Gerichtshof der Normandie tagte, den berühmten Bogen mit der großen Uhr in der Rue du Gros-Horologe, den Alten Markt, auf dem ein Kreuz an die Verbrennung von Jeanne d'Arc erinnert und schließlich die daneben 1979 erbaute Kirche Ste-Jeanne-d'Arc mit ihren wunderschönen Glasfenstern.
Dann blieb noch ein wenig Freizeit bevor wir Rouen am Abend verließen um wieder zu unserm Hotel „Le Bertelière" zu fahren, wo wir zum zweiten Mal übernachteten. Auch heute speisten wir lecker zu Abend in dem Restaurant des Hotels „Le Bertelière".

4. Tag 25.08.2020 Dienstag: Fécamp – Etretat – Le Havre


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Heute sollte es zum ersten Mal direkt zur normannischen Küste gehen. Unser erstes Ziel war die Hafenstadt Fécamp, der einstige Haupthafen der Neufundlandfischer. Aus der Zeit von König Franz I. ist bekannt, dass der Hering aus Fécamp eine Delikatesse bei Hofe war. Am Anfang der Geschichte von Fécamp steht jedoch eine christliche Legende die von der Ankunft eines wundersamen Feigenbaumstammes an der Küste von Fécamp berichtet. In ihm befand sich, so die Legende, ein Gefäß, dass einige Blutstropfen von Jesus Christus enthielt, welche Joseph von Arimathäa aufgefangen habe. In der Zeit der Christenverfolgung sei dieses Gefäß in eine Feigenstamm versteckt und ins Meer geworfen worden. Um 660 wurde das Kloster, um das sich diese Lege rankt, von Waningus, einem engen Berater von König Chlothar III. gegründet. Im 9. Jahrhundert von den Wikingern zerstört, wurde es im 10. Jahrhundert von den Normannen wieder aufgebaut. Die Klosterkirche wurde Grablege der Normannenherzöge Richard I. und Richard II., von dessen einstiger Residenz einige Ruinen neben der Kirche künden. In der Benediktinerabtei pflegte man seit dem 15. Jahrhundert die Kunst des Brauens von Kräuterlikören, die im Laufe der Jahrhunderte bis zur Französischen Revolution immer mehr verfeinert wurde. Im 19. Jahrhundert war es dann der findige Spirituosenhändler Alexandre Le Grand, der auf der Basis der Rezeptur der Mönche den Kräuterlikör „Bénédictine" herstellte, der bis heute hier produziert wird. Le Grand erbaute nicht nur eine Fabrik zur Likörherstellung sondern zugleich ein Museum zur Ausstellung seiner Kunstsammlung. Diese Sammlung, zu der sehr kostbare Stücke gehören, betrachteten wir ausgiebig, bevor wir durch eine Angestellte der Firma durch die Fabrikationsräume und Keller geführt wurden.
Dann ging es zur Côte d'Albâtre (Alabasterküste) nach Étretat. Zunächst genossen wir den Meerblick von der Promenade, die sich in Étretat von dem Falaise d'Aval mit der Porte d'Aval, einem großen Felsentor, vor dem die mächtige L'Aiguille (Felsnadel) steht, zur Falaise d'Amont erstreckt. Ein faszinierender Anblick, der schon Maler wie Eugène Delacroix, Camille Corot, Gustav Courbet, Eugène Boudin und Claude Monet begeisterte. Später gingen wir hinauf zu den Gärten von Etretat, die oberhalb der Falaise d'Amont liegen. Sie wurden von der seinerzeit berühmten Schauspielerin Madame Thébault angelegt, die sich vom Garten Claude Monets inspirieren ließ. Seine heutige Gestalt mit einzelnen in die Natur einbezogenen Kunstarrangement wie Köpfen, Figuren, Skulpturen und Objekten geht zurück auf den Landschaftsarchitekten Alexander Grivko und sein Team von IL NATURE. Sie geben der Anlage zusammen mit den fantastischen Ausblicken über die Küstenlandschaft eine einzigartige Poesie.
Einen zweiten Garten sahen wir an diesem Tag in Le Havre. Er wurde ab 2008 in der ehemaligen Festung von Sainte-Adresse angelegt, die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Schutz des Hafen von Le Havre vor den Briten gebaut worden war. Zunächst besichtigten wir die Gewächshäuser mit ihren Orchideen- und Begoniensammlungen, ihren tropischen Pflanzen und ihren Blumenbeeten. Dann gingen einige von uns hinauf zur Festungsmauer, um von dort einen Blick über die Stadt Le Havre zu werfen.
Gegen Abend erreichten wir unser Hotel in Le Have, in dem wir diesmal nur eine Nach blieben. Unser Abendmenü nahmen wir später auch hier wieder im Hotelrestaurant ein.

5. Tag: 26.08.2020 Mittwoch: Honfleur – Deauville – Caen


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Nach einem entsprechend der Corona-Pandemie-Regeln eingerichteten Frühstücksbuffet im Hotel brachen wir auf, um die Seine zu überqueren. Zuerst legten wir einen Fotostopp bei der berühmten Pont de Normandie ein. Sie wurde 1988 bis 1984 nach Plänen von Michel Virlogeux erbaut und war seinerzeit die Brücke mit der größten Spannweite in Europa. Sie besteht aus einer Vorland- und einer Hauptbrücke und hat eine Gesamtlänge von 2141,25 Metern. Vom Gerüst über der Mautstelle hatten wir einen weiten Blick über die ca. 5 km breite Seinemündung und auf die elegant geformte Brücke. Dann fuhren wir über das Brückenbauwerk und gelangten von der Oberen in die Untere Normandie, die südlich der Seine beginnt.
Hier besuchten wir das direkt an der Mündung der Seine gelegene alte Hafenstädtchen Honfleur. Schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt, war der Hafen 1503 Ausgangspunkt für eine Schiffsexpedition nach Brasilien. 1608 stieß hier Samuel de Champlain in See, um in Kanada die Stadt Quebec zu gründen. Im 17. Jahrhundert wurde das Hafenbecken erneuert, das bis heute unverändert erhalten blieb und als Jachthafen dient. Bei einem gemeinsamen Rundgang sahen wir die Gebäude des Gouverneurs und des Leutnants, die Bebauung des Hafenbeckens und die komplett aus Holz errichtete Kirche Ste-Catherine. Dann hatten wir noch etwas Freizeit, um diesen malerischen Ort auf eigene Faust zu erkunden.
Gegen Mittag fuhren wir an der Côte Fleurie (Blumenküste) entlang nach Deauville. Drei Jahrzehnte nach dem benachbarten Strandbad Trouville, das seit 1830 florierte, begann sich das bisher kleine Küstendorf Deauville Dank der finanziellen Unterstützung des Herzogs von Morny und der Raffinesse des ehemaligen Journalisten Eugéne Cornuche zu einem der elegantesten Seebäder zu entwickeln. In den 1860ger Jahren als sich Kaiser Napoleon III. hin und wieder in Deauville aufhielt, wurden die Hafenbecken und 1864 die Pferderennbahn errichtet. In den folgenden Jahrzehnten entstand die großen Luxushotels wie das Hotel „Normandy" und 1912 wurde das Casino eröffnet. Ein Jahr später ließ sich Coco Chanel in Deauville nieder, wo sie mit Hilfe ihres Geliebten, dem englischen Geschäftsmann Arthur Edward Capel ihre erste Boutique eröffnete. Mit mit jährlichen Großveranstaltungen wie dem „große(n) Hindernislaufen von Deauville", dem „große(n) Springreiten" und dem „große(n) Preis von Clairefontaine" ist Deauville zu einer festen Adresse des internationalen Pferdesports geworden. Alljährlich findet hier ebenfalls das berühmte Festival des „Amerikanischen Films" statt. Am Strand erinnern die Namen auf den Geländern vor den Umkleidekabinen an die Größen die Films, die hier gefeiert wurden.
Nach einem kleinen Rundgang in Deauville oder einem entspannenden Aufenthalt am Strand fuhren wir in das Hinterland der Côte Fleury in das Pays d'Auge. Hier besuchten wir die Calvadosbrennerei in dem idyllisch gelegenen Château de Breuil, wo wir eine interessante Führung geboten bekamen und anschließen den Calvados sowie den Pommeau verkosteten.
Dann blieben wir noch ein wenig in dieser schönen Landschaft, um den Garten „Jardins du Pays d'Auge" zu besuchen. Armelle und Jacques Noppe erwarben 1994 neben ihrem Bauernhaus eine 3 Hektar große Wiese auf der in den folgenden Jahren nach Plänen des Gartenarchitekten Chantal Lejard-Gasson ein Park entstand. Man plante von Anfang an, in die Gestaltung der einzelnen Gärten typische Gebäude des normannischen Landlebens, die man sonst abgerissen hätte, einzubeziehen. So entstand ein wunderschönes Ensemble von einmaligen Gartenräumen und traditionell ländlichen Bauten, das uns in dem milden Sonnenlicht des späten Nachmittags bezauberte.
Am Abend erreichten wir unser Hotel, das Best Western Moderne in Caen, der Hauptstadt der unteren Normandie, wo wir ebenfalls zwei Tage blieben. Da unser Hotel mitten in der Altstadt stand, gingen wir zum Abendessen in das Restaurant „La Casinière", in dem wir vorzüglich speisten.

6. Tag: 27.08.2020 Donnerstag: Caen


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Heute wurde unser Frühstück entsprechend der Corona-Pandemie-Regeln wieder serviert, wobei es jedoch zu einigen Verzögerungen kam. Dann begannen wir zu Fuß unsere Stadtbesichtigung. Das Stadtzentrum von Caen wurde im II. Weltkrieg stark zerstört, da sich die Kämpfe um die Einnahme der Stadt durch die Alliierten sechs Wochen hinzogen. Dennoch sind einige historische Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben und restauriert worden. So sahen wir das Hôtel d'Escoville, das Anfang des 15. Jahrhunderts für den Kaufmann Nicolas Le Valois d'Escoville erbaut wurde. Dann gingen wir zur Kirche St-Pierre. Sie wurde im 13. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 16. Jahrhundert vollendet. Besonders prachtvoll ist das Chorhaupt mit feinstem Renaissance-Dekor ausgestattet. Manche Architekturmotive erinnern an die Loireschlösser, die zu dieser Zeit erbaut wurden. Nach der Besichtigung dieser Kirche gingen wir hinauf zur Burg, die einst Wilhelm der Eroberer um 1060 erbauen ließ und die seine Hauptresidenz wurde. Ihre mächtigen Außenmauern und Barbakane flößen auch heute noch Respekt ein. Im Inneren der Burganlage befindet sich ein bedeutendes Kunstmuseum, das stadt- und regionalgeschichtliche Museum der Normandie sowie als Bauten aus dem Mittelalter wie die Kapelle St-Georges und der Salle de l'Echiquier, in dem sich die obersten Richter des Herzogtums trafen. Ergraben wurde inzwischen auch der alte Donjon. Er stand als einstmals höchster Turm inmitten der Burganlage, wurde jedoch während der Französischen Revolution 1793 geschleift.
Anschließen spazierten wir durch einige historische Straßen wie die Rue Froide und die Rue Saint-Saveur zur Abteikirche St-Etienne. Als Herzog Wilhelm der Eroberer seine Cousine Mathilde, die Tochter des mächtigen Grafen von Flandern, heiraten wollte, willigte der Papst diesem Ehebund erst zu, nachdem der Normannenherzog versprochen hatte in Caen eine Abtei für Frauen, die Abtei St-Trinité und eine Abtei für Männer, St-Etienne, zu bauen. In der Abteikirche St-Etienne wurde Wilhelm der Eroberer bestattet. Sowohl die reich gegliederte Westfassade wie auch ihre normannisch-romanische Innengestaltung der 1066-1077 errichteten Abteikirche faszinierte uns. Die Klostergebäude wurden Anfang des 18. Jahrhunderts durch Neubauten ersetzt, in denen sich heute das Rathaus von Caen befindet.
Dann stiegen wir wieder in unseren Bus ein, um den Parc Floral de la Colline aux Oiseaux zu besuchen. Dieser seit 1994 auf einem ehemaligen Trümmerberg angelegte 17 Hektar große Park bietet neben einem Rosarium ein Kaleidoskop normannischer Landschaften, dass beim Durchwandern immer wieder neu überrascht.
Anschließend besuchten wir das gegenüberliegende Museum „Memorial", das an die Landung der Alliierten an der Normandieküste und die Befreiung Caens erinnert. Hier sahen wir auch einen ca. 20 Minütigen Film über die Landung, der uns sehr bewegte.
Nach unserem Museumsbesuch fuhren wir ins Hotel in Caen zurück und genossen den späten Nachmittag noch zu individuellen Erkundungen. Am Abend speisten wir besonders vorzüglich im Restaurant „L'Aromate" in der Altstadt von Caen.

7. Tag 28.08.2020: Freitag, Bayeux-Colleville-Cherbourg


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Unser Frühstück war heute morgen etwas reichhaltiger als am Vortag. Dann luden wir wieder unsere Koffer in den Bus und verließen Caen. Nach kurzer Fahrt erreichten wir schon die alte Bischofsstadt Bayeux, die einstige Hauptstadt des Bessin. Hier sahen wir den berühmten „Teppich von Bayeux" der in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts vermutlich von Odo von Bayeux in Auftrag gegeben in der englischen Grafschaft Kent hergestellt wurde. Mit farbigen Wollfäden auf eine Leinwand gestickt zeigt uns der 70 m lange Teppich eine Bildgeschichte, die ergreifend realistisch die Rivalität zwischen Harold und Wilhelm, von der Landung Harolds an der normannischen Küste bis zum Sieg Wilhelms über Harold in der Schlacht bei Hastings in 58 Szenen zeigt. Seit 1982 wird der Teppich in dem Museum „Centre Guillaume le Conquérant" gezeigt, das bis dahin ein Priesterseminar war. Er gehört seit 2007 zum UNESCO-Programm „Memory of the World" (Weltdokumentenerbe).
Anschließend besichtigten wir die Kathedrale von Bayeux, die zweifellos zu den schönsten romanisch-normannischen Kirchenbauten gehört. Die Dekorationen des Innenraums sind hier besonders reichhaltig und erstrecken sich auch über die Wände des Hauptschiffs. Diese werde außerdem mit Reliefs geschmückt unter denen sich die berühmte Schwurszene Harolds genau so dargestellt befindet, wie wir sie zuvor auf dem Teppich sahen.
Nach dem Kathedralbesuch unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch die Altstadt zur Touristeninformation, wo jeder von uns einen Stadtplan bekam. Dann hatten wir Zeit für eigene Erkundungen und eine Mittagspause.
Nach dieser Pause trafen wir uns wieder am Bus, um zur Côte de Nacre (Perlmuttküste) zu fahren. Auf dem Weg zum Amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer legten wir einen Fotostopp in Arromanches ein. Dieser Ort gehörte im Rahmen der Landungsoperation „Neptun" am 6. Juni 1944 zum Landeabschnitt Gold Beach, der von den Amerikanischen Truppen eingenommen wurde. Nach der Landung wurde hier der erste Hafen für die Alliierten gebaut, über den Truppen und Nachschub an Land gebracht wurden und blieb bis zur Einnahme von Cherbourg in Betrieb.
Wenig später erreichten wir den „Normandy American Cemetery" (Amerikanischen Friedhof in der Normandie) von Colleville-sur-Mer, der in dem ebenfalls von Amerkanischen Truppen eroberten Landungsabschnitt Omaha Beach lag. Hier befinden sich 9.386 Gräber und ein Mahnmal für 1.557 Vermisste. Unser Weg führt zwischen dem Strand mit seinem im Sonnenlicht blendend hellen Sand und den weißen Grabkreuzen der Gefallenen bzw. weißen Sternen für die jüdischen Soldaten entlang zu einer kreisförmigen Kapelle sowie zu einer halbkreisförmigen Anlage, an deren Wänden die Pläne der Landungsoperation der Alliierten dargestellt sind. In dieser beeindruckenden Anlage beginnt der Film „Der Soldat James Ryan" von Steven Spielberg aus dem Jahr 1998.
Anschließend fuhren wir auf die Halbinsel Cotentin, deren Name sich von dem der Stadt Coutances ableitet, die wir am nächsten Tag besuchen sollten. Das Cotentin war ursprünglich nur durch einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden und ist erst durch die Anspülung von Sedimenten im Laufe der Zeit zu einer Halbinsel geworden. Geologisch gehört die Halbinsel größtenteils zum armorikanischen Massiv und verfügt am Kap von Jobourg in La Hague über das älteste Gestein Frankreichs.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Hafenstadt Cherbourg. Im 4. Jahrhundert unter spätrömischer Herrschaft als Festung unter dem Namen Coriovallo bekannt, wurde auch sie im 9. Jahrhundert Ziel der Beutezüge der Wikinger. In der Zeit der Normannenherzöge war Cherbourg eine wichtige Stadt. Im Hundertjährigen Krieg musste sie sechsmal die Seiten wechseln bis sie 1450 wieder endgültig französisch wurde. 1783 ließ Ludwig XVI. einen Kriegshafen errichten, der im 19. Jahrhundert durch die Errichtung eines 3700m langen Damms zur größten Reede der Welt ausgebaut wurde. In der Zeit der Belle Epoque liefen die Transatlanikdampfer regelmäßig den Hafen von Cherbourg an. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört. Nach unserer Ankunft unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch die Gassen der Altstadt sowie zum Hafen. Dann fuhren wir in unser Hotel „Ibis Cherbourg La Glacerie", in dem wir auch zum Abendessen blieben.

8. Tag: 29.08.2020 Sonnabend: Vauville – Coutances – Mont-St-Michel


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Heute stand gleich am Morgen die Besichtigung eines Gartens auf unserem Programm. Nach dem etwas kargen Frühstück im Hotel fuhren wir zur Südküste der Halbinsel Cotentin, wo wir den Jardin Botanique de Vauville besuchten. Diese heute 35.000 m² umfassende Anlage besteht aus einem Schloss aus der Renaissance-Zeit, das im zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde sowie einer Reihe von subtrobisch anmutenden Gärten. Nach der Restaurierung des Schlosses legte Eric Pellerin 1948 auf dem angrenzenden 8 Hektar großen Land seinen ersten Garten an. In den folgenden Jahrzehnten wuchs der Garten bis 1980 auf 20.000 m² . Begünstigt durch den Golfstrom, der die Temperaturen moderat hält, gedeihen hier hinter den als Windschutz dienenden Bamushainen asiatische und tropische Gewächse, darunter Palmen, Yuccas, Feigen, Zedern, Neuseeländischer Flachs, Australischer Taschenfarn, Sternjasmin, Riesennatternkopf, Kalifornischer Straumon, Mammutblatt - um nur einige der über 600 Pflanzen der südlichen Hemisphäre zu nennen. An warmen Sommertagen fühlt man sich hier wie auf den Kanarischen Inseln, was uns allerdings an diesem sehr kalten Morgen nicht recht gelingen wollte. Der scharfe Wind vom Meer bewirkte jedoch eine derart klare Sicht, dass wir von Vauville aus einige der Kanalinseln sehr gut sehen konnten.
Anschließend fuhren wir in die Stadt Coutances, deren Name der Ursprung für den Namen der Halbinsel ist. Sie liegt auf einer Anhöhe liegt, wobei die Kathedrale den höchsten Punkt einnimmt. Diese Kathedrale steht für die Hochgotik in der Normandie, die inzwischen unter französischer Herrschaft stand. Wir besichtigten den imposanten Kirchenbau sowie den Jardin de Plantes de Coutances, der als öffentlicher Park mustergültig gepflegt ist. In jedem Jahr stehen seine Anpflanzungen unter einem besonderen Motto. In diesem Jahr dürfte es sich um das Thema „Spiele" gehandelt haben.
Nach einer Mittagspause im Restaurant oder bei einem schmackhaften Baguette im Park wartete ein weiterer botanischer Garten auf uns, der jedoch zugleich ein Tierpark war. Der Parc Paysager et Zoologique de Champrépus bietet seinen Tieren weite Gehege, die in eine geradezu idyllische Landschaft eingebettet sind. Er ging aus einer Voliere hervor, die der Großvater der jetzigen Eigentümer Yves und Jacques Lebreton in den 50ger Jahren am Straßenrand aufstellte. Ab 1957 entwickelte sich daraus ein Tiergarten, der inzwischen 8 Hektar umfasst, in dem über 60 Tierarten leben. Er gliedert sich ein eine kleine Farm mit einheimischen Tieren aus der Normandie und Bretagne, eine Tropische Zone mit Tieren aus Südamerika, einen Bereich mit Tieren aus Malagaska und eine afrikanische Zone.
Dann fuhren wir weiter zum Mont-St-Michel, wo wir diesmal im Schatten des Klosterbergs im Hotel Maritim übernachteten. Wenn das Abendessen im Hotelrestaurant mit dem Omelette Montoise für viele aus unserer Gruppe auch eine Enttäuschung war, so entschädigte einige vielleicht der Abendspaziergang bei untergehender Sonne zum Abteiberg.

9. Tag: 30.08.2020 Sonntag: Mont-St-Michel – Jardin Françoise – Chartres


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Nach dem Frühstück im Hotel luden wir die Koffer in unseren Bus und gingen zur Stadtion des Shuttles, das uns über die neu erbaute Stelzenbrücke zum Mont-St-Michel fahren sollte. Von der Porte du Roi (Eingangsportal des Königs) aus begannen wir unseren Aufstieg zur Abtei, der über immer steiler ansteigende Straßen schließlich zu einer Reihe von Treppen führen sollte. Während wir dann an der langen Treppe vor dem Abteieingang warten mussten, bekamen wir Flyer, in denen wir die Geschichte des Mont-St-Michel nachlesen und uns über den Besuch der Abtei informieren konnten, durch die wir gleich ausgerüstet mit Audioguides wandern würden. Der Mont-St-Michel ist der größte erhaltene Baukomplex des Europäischen Mittelalters. Schon im Jahr 708 wurde eine erste Kirche auf dem Inselberg erbaut. Mitte des 10. Jahrhunderts ließen sich hier Benediktinermönche nieder, die im Jahr 1017 mit dem Bau der Klosteranlage begannen. Die französischen Könige und mächtige Herzöge finanzierten den Bau der Abtei, die erst 1520 fertiggestellt war. Schon im 12. Jahrhundert war der Mont-St-Michel Ziel vieler Pilgerströme, darunter vor allem im späten Mittelalter auch Kinderwallfahrten. Während der französischen Revolution verließen die Benediktiner das Kloster, das ab 1790 als Gefängnis genutzt wurde. Als mit dem von Victor Hugo ausgehenden neuen Interesse an der Kultur des Mittelalters auch der Mont-St-Michel wieder neu gesehen wurde, erfolgte 1863 die Schließung des Gefängnisses und die Restaurierung der Abtei. 1966, ein Jahrtausend nachdem sich die ersten Mönche auf dem Inselberg nieder gelassen hatten, bezogen erneut Ordensleute die Abtei. Es ist heute die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder von Jerusalem. Der Mont-St-Michel ist UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der bekanntesten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt.
Nach dem Besuch der Abtei ließen wir die weite Bucht vom Mont-St-Michel und die normannische Küste hinter uns und fuhren in den östlichsten Winkel der Normandie, ins Perche. Diese Region befindet sich im Departement Orne und ist für seine mit Hecken umgebenen Weidelandschaften bekannt. Das Perche ist die Heimat der Kaltblut-Pferderasse Percheron, das ursprünglich bei schweren Arbeiten eingesetzt wurde. Heute schätzt man vor allem die hervorragenden Reiteigenschaften des Percheron und bildet es für die „Hohe Schule" aus. Um ein ehemaliges Gestüt der Percherons handelt es sich auch bei dem Jardin François den wir in der Nähe der Gemeinde Préaux-du-Perche besuchten. Dieser Garten wurde 1995 angelegt und hat eine Fläche von 2 Hektar. Kundig geführt durch die Landschaftsarchitektin des Gartens spazierten wir durch Gartenräume wie den Rosengarten, den blauen Garten, den Garten den Baches und probierten abschließend heimischen Apfelsaft und Cidre zu leckeren Keksen.
Dann fuhren wir nach Chartres, wo wir heute übernachten sollten. Unser Hotel, das „Campanile Chartres Cathédrale Centre Gare", befand sich im Stadtzentrum und so zogen wir nach dem Check-Inn wieder los zum Abendessen diesmal in einer Crêperie. Unterwegs kamen wir an der berühmten Kathedrale von Chartres vorbei und vergewisserten uns, wann sie am nächsten Morgen öffnen würde. Dann ließen wir es uns im Restaurant „La Picoterie" gut schmecken. Einige Gäste von aus unserer Reisegruppe sahen noch der nächtlichen Lichtinstallation der Kathedrale, die ja nur ein Katzensprung von unserem Hotel entfernt war.

10. Tag: Montag 01.09.2020: Orleans – Troyes


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Am frühen Morgen besichtigten wir nach unserem Frühstücksbuffet im Hotel die Kathedrale von Chartres, die als Akropolis unter den Kathedralen Frankreichs gilt. Ihr romanischer Vorgängerbau war durch einen Stadtbrand im Juni 1194 niedergebrannt. Seine Hauptreliquie, den Schleier Mariens, der von Kaiser Karl dem Kahlen der Kathedrale geschenkt worden war, konnte jedoch rechtzeitig geborgen werden und blieb unversehrt. Innerhalb von 36 Jahren, und damit in der kürzesten Bauzeit aller Kathedralen Frankreichs gelang es dann, die Kathedrale neu zu errichten. Als Bauwerk stellt sie die Summe all dessen dar, was bis zu diesem Zeitpunkt in der Kathedralbaukunst erreicht worden war. Und zugleich präsentiert sie spektakuläre Neuerungen wie das erste Figurenportal der Spätromanik, die erste Rosette und das erste Mal den Grundriss des Lateinischen Kreuzes, der für alle späteren Kirchenbauten verpflichtend werden sollte. Die Kathedrale besitzt darüber hinaus den größten Schatz aller französischen Kathedralen an mittelalterlichen Glasmalereien, die teilweise zu den ältesten Frankreichs gehören. Nach unserer gemeinsamen Besichtigung hatten wir noch etwas Freizeit.
Dann fuhren wir mit unserem Bus nach Orleans. Schon vier Tage zuvor war uns bekannt geworden, dass aufgrund der gestiegenen Corona-Fälle für die Region Paris und Ils des France von unserem Außenministerium eine Reisewarnung erlassen wurde. Wir erhielten daraufhin die Information, dass das Programm für den vorletzten Tag unserer Reise mit dem Besuch des Schlosses Fontainebleau und des Tour Montparnasse in Paris entfallen wird und wir dafür Orleans und den Parc botanique de la Source besichtigen und in der Stadt Troyes übernachten sollten.
Aufgrund der Corona-Pandemie führte unsere Reise daher von der Seine zur Loire, wo wir die Universitäts- und Bischofsstadt Orleans erkundeten. Wie Chartres hat auch sie eine weit zurückreichende Geschichte, die mit der Ansiedlung der keltischen Karnuten begann. Im Jahre 52 vor Christus von den Römern eingenommen wurde sie nach Kaiser Marc Aurel „Aurelianum" - Ursprung des späteren Stadtnamens - genannt. Im Hundertjährigen Krieg war die Stadt die letzte Bastion Frankreichs, die erbittert von den englischen Truppen belagert wurde. Durch die von Jeanne d'Arc angeführten Truppen gelang jedoch die überraschende Befreiung der Stadt von den Engländern, die eine der wichtigsten Voraussetzungen war, um den Dauphin nach Reims zur Krönung zu gleiten. Während des II.Weltkriegs gab es auch hier große Kriegszerstörungen, die jedoch inzwischen behoben wurden. Wir stiegen an der Loire, dem längsten Fluss Frankreichs aus, und begannen von hier aus unsere gemeinsame Stadtbesichtigung. Über den Place du Châtelet und durch mehrere malerische Gassen gelangten wir zur Kathedrale, die nach der Zerstörung ihres Vorgängerbaus durch die Hugenotten am 24. März 1568 ab 1601 neu errichtet und 1829 geweiht wurde. Hier beeindruckten uns insbesondere die Glasfenster, die die Befreiung Orleans durch Jeanne d'Arc darstellten. Dann sahen wir das prächtige im Renaissancestil erbaute Rathaus der Stadt und spazierten anschließend zur Place du Martroi mit dem Reiterstandbild der Jeanne d'Arc. Später sahen wir das Maison de Jeanne d'Arc, in dem sie nach der Befreiung der Stadt wohnte. Es ist nach seiner Zerstörung 1940 im Jahr 1961 wieder aufgebaut worden.
Nach einer Mittagspause in der Altstadt von Orleans trafen wir uns wieder an der Loire, um mit dem Bus zu dem Parc Floral de la Source zu fahren. 1963 an der Karstquelle des Flusses Loiret, einem Nebenfluss der Loire, angelegt umfasst er 35 Hektar. Die ausgedehnte Anlage enthält ein Gewächshaus mit exotischen Pflanzen und ein Schmetterlingshaus, das uns besonders faszinierte. An der Loiret begegneten uns Flamingos sowie gegenüber des Schlosses La Source wunderschöne Blumenarrangements.
Dann ging es mit auf der Autobahn direkt nach Troyes, wo wir heute in einem elegant ausgestatteten Hotel Mercure übernachteten. Unser Weg zu dem Restaurant, in dem uns heute unser Abendmenü erwartete, führte uns in die Altstadt von Troyes, die uns mit ihrem Fachwerk und ihren malerischen Winkeln faszinierte. Dieser Aufenthalt in Troyes war mit dem Abendessen im Restaurant „Chez Felix" ein kulinarisch, kulturell und in Hinblick auf den Komfort des Hotels überzeugender Abschluss unserer Reise.

11. Tag Dienstag, 02.09.2020 Heimreise


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Vielleicht hätten einige aus unserer Reisegruppe gern noch etwas mehr von Troyes gesehen. Aber dazu blieb am frühen Morgen keine Zeit mehr. Statt dessen genossen wir noch einmal das französische Hotelfrühstück, luden dann unsere Koffer in den Bus und traten unsere Heimreise an. Schon am frühen Nachmittag verließen uns unsere ersten Gäste auf dem Autohof bei Grünstadt. Dann fuhren wir noch einige Stunden gemeinsam bis nach Gotha, wo uns neben einem Reisegast auch unser Fahrer Jan Tuzar verließ. Mit seinem Kollegen Steffen Arnold fuhren wir dann weiter bis nach Dresden, wo wir nach weiteren Verabschiedungen an der Raststätte Teufelstal und bei Glauchau schon gegen 21.20 ankamen. Mit den hier aussteigenden beiden Reisegästen mussten wir dann jedoch gut 45 Minuten auf das Transfertaxi warten.Trotz vieler Änderungen ist diese Reise auch Dank unseres freundlichen und stets gut vorbereiteten Busfahrers Jan Tuzar gelungen. Allen Reisegästen wünsche ich viel Vergnügen beim Anschauen der Fotos und lesen diese Berichts.

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