Provence – Côte d’Azur
Reisebericht: 21.06. – 02.07.2025
„Wer Paris gesehen hat und Cassis nicht, hat nichts gesehen“.
Frédéric Mistral, französischer Dichter 1830–1914
Ein Reisebericht von
G. Adamietz
🇩🇪🇦🇹🇮🇹 Anreise
21. Juni – heute beginnt der Sommer – und wie! Schon früh am Morgen scheint in ganz Deutschland die Sonne, der wir heute noch ein bisschen näher entgegenreisen werden.
Wir, das sind ganze 45 Reisende, die sich auf den Weg nach Süden machen; die Hälfte etwa packt noch und wird am nächsten Morgen nach Nizza fliegen, die andere Hälfte, darunter sinnigerweise auch unser fantastischer Busfahrer und der Verfasser dieses Berichts, erlebt heute eine herrliche Fahrt über die Alpen und kommt auf dem italienischen Teil unserer Reise in den Genuss einer angenehmen Portion Dolce Vita und darf sich am Ende der Reise rühmen, ganze fünf Länder bereist zu haben.
Ganz in der Nähe von Dresden im schönen Kesselsdorf beginnt der Tag von René mit einer sehr wichtigen Aufgabe; für Sicherheit und Technik unseres Busses hat er schon gesorgt. Jetzt wird die Kaffeemaschine in Betrieb genommen, und bald schon fährt er los; für unseren Tourenfahrer übernimmt er den ersten Teil der heutigen langen Fahrstrecke, wir fühlen uns wohl, die meisten dösen noch, und im Laufe des Tages werden alle wach und munter.
Bald stößt auch unser bereits erwähnter fantastischer Busfahrer zu uns: Andreas! Seiner Professionalität und Gelassenheit vertrauen wir uns gerne an und reisen nun vollkommen entspannt den Alpen entgegen. Bei einigen Halten wächst unsere Gruppe an, in Franken sind dann zwanzig Reisende an Bord, die italienische Reise ist schon einmal komplett!
Am frühen Nachmittag haben wir bereits die österreichische Grenze erreicht, wir sind im zweiten Land unserer Reise! Als wir den Brenner überqueren, sind wir dann schon in Italien, allerdings immer noch in Tirol. Dazu gibt es viel Interessantes zur Geschichte der Region zu hören, die wesentlich größer und vielfältiger ist als viele vermuten.
Bei unserer ersten Rast auf italienischem Boden nehmen wir dann begeistert wahr, wie hier auf der Südseite alles subtil anders ist, die Vegetation, die Luft: alles riecht nach Ferien, und man spürt eine angenehme Gelassenheit.
Schließlich erreichen wir die Region Venetien, östlich des Gardasees geht es Richtung Verona. Nun sehen auch viele Pflanzen am Straßenrand ganz anders aus. Es gibt Zypressen, Olivenbäume und natürlich die ersten Palmen unserer Reise zu sehen!
Pünktlich und gut ausgeruht erreichen wir unser Hotel; hier werden wir freundlich willkommen geheißen und bald kulinarisch verwöhnt. In großen und ruhigen Zimmern schalten wir dann bald ab und fest und träumen von schönen Dingen.
Videolink: Markus Lanz ruft seine Mama an
🇮🇹🇫🇷 Fahrt an die Côte d’Azur
Der Tag beginnt mit besonders gutem Kaffee zum wunderbaren Frühstück, auf die Felder scheint die Sonne. In der Nacht gab es ein kühlendes Gewitter, nun ist der Himmel strahlend blau, besser können wir es uns nicht wünschen!
Auch der Verkehr ist uns gewogen, Sonntag ist es auch. Über staufreie Autobahnen fahren wir dem Mittelmeer entgegen. Wir machen gelegentlich Rast an einigen der legendären Autogrills; mit Espresso und Spremuta, also frisch gepresstem Orangensaft, kommt italienische Sommerfreude auf.
Gegen Mittag erreichen wir Sanremo, die Perle der italienischen Riviera, wie die Stadt auch genannt wird. Über steile Straßen, an den Gewächshäusern der Blumenriviera vorbei, geht es fast direkt an den Strand. Hier gibt es schon die erste Bademöglichkeit auf unserer Reise, es werden noch viele sehr schöne dazukommen.
Ein gemeinsamer Spaziergang führt uns in die Altstadt von Sanremo, vorbei am alten Bahnhof und dem berühmten Casino, das lange der Austragungsort des legendären Musikfestivals war, durch die Fußgängerzone zur Kathedrale San Siro aus dem 12. Jahrhundert. Anschließend ist genug Zeit für etwas Sonntags‑Shopping, zum Eisessen, einem Bummel am Hafen und tatsächlich auch zu einem ersten Bad im Mittelmeer für die besonders Unternehmungslustigen.
Über spektakuläre Küstenstraßen bringt uns Andreas sicher voran, die Grenze zu Frankreich ist nicht weit, wir haben unser Zielland erreicht. Die andere Hälfte unserer Reisegruppe ist währenddessen bereits erfolgreich auf dem Luftweg an die Côte d’Azur angekommen, die ersten Ankunftsmeldungen gehen ein, sehr erfreulich.
Am frühen Abend treffen wir dann alle zusammen. Ein erstes gemeinsames Abendessen im Hotel wird ohne Hektik serviert, es schmeckt alles so, wie man sich das wünscht! Unser Hotel in Antibes liegt nur wenige Schritte vom Strand entfernt, ein abendlicher Spaziergang rundet den Tag für viele ab, bevor sich angenehme Müdigkeit in erholsamen Schlaf wandelt.
Videolink: Sanremo aus der Luft
🇫🇷 Grasse – Cannes – Esterel
Bei dem angenehmsten Sonnenschein, den man sich nur wünschen kann, machen wir uns, nunmehr komplett, auf, um die azurblaue Küste zu erobern. Wir beginnen mit einer Fahrt ins nahe Cannes, dem eleganten Badeort der Schönen und Reichen, der Stars und Sternchen. Eine Fahrt entlang der Uferstraße la Croisette gibt uns einen ersten Überblick.
Der schönste Teil des Ortes ist auch der älteste, hier setzen wir unseren Besuch fort. Auf einem Hügel über dem Hafen kann man das einstige Dorf noch gut erahnen. Dort, wo damals die Fischer ihre Boote hatten, sehen wir nun allerdings Yachten in verschiedenen Größen.
Wir wandern gemeinsam durch die Altstadt Le Suquet und besichtigen die Kirche Notre‑Dame‑d’Espérance, anschließend ist genügend Zeit, um den Rest der Stadt zu erobern, um in einem der vielen Cafés zu sitzen oder um die Autogramme der Filmstars am Boden zu sehen, die hier wörtlich Eindruck hinterlassen haben. An der berühmten roten Treppe der Filmfestspiele wird gearbeitet, das Festival de Cannes war erst vor kurzem im Vormonat.
Es folgt eine Fahrt im Bus über eine der schönsten Strecken Frankreichs, wir fahren entlang der Küste durch das Esterel‑Gebirge, das hier mit seinen spektakulären Porphyr‑Felsen ins Meer abfällt. An einigen besonders schönen Stellen halten wir und atmen eine ganz besondere Luft, eine Mischung aus frischer Meeresbrise und würzigem Duft der hier wachsenden Pflanzen. Eine gute Einstimmung auf den abschließenden Höhepunkt des Tages.
Nach einer Fahrt durch die Hügel des Esterel erreichen wir nach einer Weile das berühmte kleine Städtchen Grasse, spätestens seit dem Roman *Das Parfum* von Patrick Süskind ist es allgemein bekannt. Kenner wussten schon immer, dass hier die Welt‑Hauptstadt des Parfums liegt. Das bedeutet nicht gewaltige Fabriken, sondern dem kostbaren Produkt entsprechend beschäftigen sich hier in Cannes genau drei traditionsreiche Häuser mit Familientradition mit der Produktion und verarbeiten hier die kostbaren Rohstoffe aus aller Welt – oder, wie Lavendel, aus der Region.
Bei einer Führung lernen wir die wichtigsten Grundlagen der hochkomplexen Arbeit kennen und dürfen auch unsere Nasen dann an den edlen Düften versuchen, und wir geben es zu, wir lassen uns auch gern versuchen: Die Möglichkeit, sich oder zu Hause Gebliebene mit einem kleinen Geschenk zu erfreuen, ist hervorragend. Ein mitgebrachter Duft ist immer eine ganz besondere Erinnerung, die an eine schöne Reise oder einen netten Gedanken erinnert.
Videolink: ESTEREL 4k - DJI Air 3 Cinematic Travel Video
🇫🇷 Route Napoléon – Grand Canyon du Verdon
Heute vertiefen wir unsere Erkundung der Schönheit der Berglandschaften der Küstenregion auf ganz besondere Weise. Was ja oft vergessen wird: Wir sind nicht nur am Meer, wir sind tatsächlich auch in den Alpen. Nicht umsonst ist der Name des Départements, in dem wir wohnen, Alpes‑Maritimes.
Andreas fährt uns heute mit größtem Geschick über spektakuläre, oft schmale Straßen ins Gebirge; diesmal weiter landeinwärts geht es in die wilde, ursprüngliche Landschaft. Vorbei und durch kleine Bergdörfer, über Straßen, die teilweise auf Napoleon Bonaparte zurückgehen, erreichen wir die Verdonschlucht. Unglaubliche 700 Meter ist sie an einigen Stellen tief, unter uns glitzert das Wasser in einem schwer zu beschreibenden leuchtenden Türkis.
Immer wieder halten wir an Aussichtspunkten mit überwältigenden Ausblicken. Im Gebirge kehren wir in ein traditionelles kleines Gasthaus ein, und als es wieder langsam bergab geht, erreichen wir den See Lac de Sainte‑Croix. Hier mündet der Verdonfluss in einen Stausee, an dem wir auch Rast machen. Wir erleben das leuchtende Wasser aus nächster Nähe, man muss es gesehen haben!
Wir setzen unsere Fahrt der Schlucht entlang fort, nun in entgegengesetzter Richtung, und steuern den Ort Moustiers‑Sainte‑Marie an. Nicht einmal 700 Menschen leben dauerhaft in diesem kleinen Städtchen, das hoch oben an den Felsen errichtet eine weite Landschaft überblickt. Handwerker und Künstler haben hier seit Jahrhunderten eine Heimat gefunden, ihre Traditionen leben heute noch fort. Eine davon ist die Pflege eines goldenen Sterns aus Metall, der über dem Ort in großer Höhe hängt; wir sehen ihn aufgehängt zwischen zwei Felsspitzen.
Es ist nun schon sehr hochsommerlich geworden, und wir beginnen die engen, schattigen Gassen aus früherer Zeit immer mehr zu schätzen – und natürlich unseren bequemen klimatisierten Bus, mit dem wir schließlich weiterfahren; es geht auch noch durch die Schlucht, dem Fluss Verdon entlang, weiter in den Ort Castellane. Hier machen wir noch eine kurze Nachmittagspause, bevor es dann wieder zurückgeht, der Route Napoléon entlang und an Grasse vorbei zurück in unser Hotel in Antibes, wo wir wieder gut zu Abend essen.
Videolink:Moustiers-Sainte-Marie en 4K
🇫🇷🇲🇨 Nizza – Monaco
Heute vertiefen wir unsere Erkundung der Schönheit der Berglandschaften der Küstenregion auf ganz besondere Weise. Was ja oft vergessen wird: Wir sind nicht nur am Meer, wir sind tatsächlich auch in den Alpen. Nicht umsonst ist der Name des Départements, in dem wir wohnen, Alpes‑Maritimes.
Andreas fährt uns heute mit größtem Geschick über spektakuläre, oft schmale Straßen ins Gebirge; diesmal weiter landeinwärts geht es in die wilde, ursprüngliche Landschaft. Vorbei und durch kleine Bergdörfer, über Straßen, die teilweise auf Napoleon Bonaparte zurückgehen, erreichen wir die Verdonschlucht. Unglaubliche 700 Meter ist sie an einigen Stellen tief, unter uns glitzert das Wasser in einem schwer zu beschreibenden leuchtenden Türkis.
Immer wieder halten wir an Aussichtspunkten mit überwältigenden Ausblicken. Im Gebirge kehren wir in ein traditionelles kleines Gasthaus ein, und als es wieder langsam bergab geht, erreichen wir den See Lac de Sainte‑Croix. Hier mündet der Verdonfluss in einen Stausee, an dem wir auch Rast machen. Wir erleben das leuchtende Wasser aus nächster Nähe, man muss es gesehen haben!
Wir setzen unsere Fahrt der Schlucht entlang fort, nun in entgegengesetzter Richtung, und steuern den Ort Moustiers‑Sainte‑Marie an. Nicht einmal 700 Menschen leben dauerhaft in diesem kleinen Städtchen, das hoch oben an den Felsen errichtet eine weite Landschaft überblickt. Handwerker und Künstler haben hier seit Jahrhunderten eine Heimat gefunden, ihre Traditionen leben heute noch fort. Eine davon ist die Pflege eines goldenen Sterns aus Metall, der über dem Ort in großer Höhe hängt; wir sehen ihn aufgehängt zwischen zwei Felsspitzen.
Es ist nun schon sehr hochsommerlich geworden, und wir beginnen die engen, schattigen Gassen aus früherer Zeit immer mehr zu schätzen – und natürlich unseren bequemen klimatisierten Bus, mit dem wir schließlich weiterfahren; es geht auch noch durch die Schlucht, dem Fluss Verdon entlang, weiter in den Ort Castellane. Hier machen wir noch eine kurze Nachmittagspause, bevor es dann wieder zurückgeht, der Route Napoléon entlang und an Grasse vorbei zurück in unser Hotel in Antibes, wo wir wieder gut zu Abend essen.
Nach so viel Natur wird es heute ganz besonders urban – zwei Metropolen in zwei Ländern stehen heute auf dem Programm. Die Fahrt Richtung Nizza kommt einigen schon von der Anreise bekannt vor, wir fahren vorbei am Flughafen der Stadt, auf dem sie gelandet sind.
Unsere lokale Expertin Hannelore wohnt schon lange hier und zeigt uns Nizza, auf Französisch Nice (gesprochen: Nies). Vom Bus aus sehen wir die gewaltigen Paläste der Hotels aus dem 19. Jahrhundert am Strand und in den Hügeln, bevor wir einen Spaziergang durch die historische Altstadt unternehmen. Die Geschichte der Stadt ist geprägt von der Nähe zu Italien und Monaco, die alte gemeinsame Sprache der Region ist immer noch sehr präsent; Straßenschilder sind hier meist zweisprachig und erinnern daran.
Am lebhaften Obst‑ und Blumenmarkt gibt es eine Pause mit Freizeit, bevor wir (fast) alle zusammen zum Bus zurückkehren, um die Stadt über eine der als Corniche bezeichneten Küstenstraßen zu verlassen. Am Belvédère de Villefranche‑sur‑Mer, einem besonders schönen Aussichtspunkt, halten wir mit Blick aufs Meer. Es gibt einen Geburtstag zu feiern, und wo könnte man besser darauf anstoßen als hier!
Wir fahren weiter und erreichen eine unauffällige, aber bedeutende Staatsgrenze. An einem luxuriösen, in den Felsen gebauten Busterminal gibt es einen kurzen Stopp, dann sind wir schon mittendrin in der kleinsten Großstadt Europas. Das Fürstentum Monaco ist eine ganz andere Welt, das steht ohnehin fest. Hannelore gibt uns einen hervorragenden Überblick, und Andreas lenkt währenddessen unseren Bus geschickt über die weltbekannte Formel‑1‑Strecke des Grand Prix von Monte Carlo, bevor unser Bus wieder in einer gewaltigen, unterirdischen Garage verschwindet; der Platz hier ist begrenzt und wird sehr sorgfältig ausgenutzt.
Über eine öffentliche Rolltreppe geht es nach oben, und wir werden durch die Altstadt geführt; wir besichtigen die Kathedrale Notre‑Dame‑Immaculée, in der alle großen erfreulichen und auch traurigen Feiern der Familie Grimaldi begangen wurden, und erreichen dann den Palast des Fürsten. Nach einer Stunde Freizeit, zum Beispiel zum Besuch des Ozeanografischen Museums, treffen wir uns alle (!) hier wieder und sehen den Wechsel der fürstlichen Wache.
Mit dem Bus fahren wir dann einmal quer durchs Land – was ausgesprochen schnell geht –, um den Stadtteil Monte Carlo näher kennenzulernen. Hier sehen wir das berühmte Casino von innen – und sehen ganz verantwortungsvoll davon ab, hier unsere Millionen zu verspielen. Von hier aus kann man jedoch sehr gut das Leben der Schönen und Reichen – und der, die sich dafür halten – beobachten, was durchaus unterhaltsam ist.
Zurück geht es über die Autobahn, hier sind wir schon wieder in Frankreich, über Nizza und nach Antibes. Hier werden wir wieder gut verköstigt und freuen uns über einen Tag mit wirklich sehr vielfältigen Eindrücken.
Bald schon schlafen die meisten wieder; den Glücklichen entgeht ein Wasserausfall im Hotel, das Ergebnis einer misslungenen Reparatur. Für alle, die noch Zähne putzen müssen, steht Andreas noch einmal auf, um Trinkwasser aus unserem Bus zu holen – so handeln Helden. Etwas später schlafen dann alle und träumen friedlich dem nächsten Tag entgegen.
Videolink: Heimlich gefilmt: So sieht es im Casino von Monte Carlo aus
🇫🇷 Saint–Tropez
Pack die Badehose ein, das wäre ein gutes Motto für den heutigen Tag! Nachdem wir nun schon in den Bergen waren und die großen Städte der Côte d’Azur kennengelernt haben, widmen wir uns heute dem Strand und dem wohl legendärsten Badeort Frankreichs, Saint‑Tropez.
Zuerst führt uns unser Weg allerdings nach Saint‑Maxime, dem ursprünglicheren Ort gegenüber. Hier können wir eine schöne kleine Altstadt erleben, einen Markt, auf dem Kräuter und Gewürze der Provence angeboten werden, und vieles mehr. Einen großen Strand gibt es hier auch; wer Lust hat, verbringt die Zeit mit einem Bad und sonnt sich. Unterbrochen wird alles von einem Mini‑Regenschauer, der nach wenigen Minuten so schnell und so spurlos verschwunden ist, wie er gekommen war.
Nun machen wir uns auf den Weg nach Saint‑Tropez, auf die eleganteste Weise: auf dem Seeweg. Ein kleines, fast privates Boot bringt uns über den Golf von Saint‑Tropez. Nicht wie ein Linienboot auf direktem Weg, sondern entlang der schönstmöglichen Streck الماضي erscheint neu. So können wir auch Les Canebiers bestaunen, den Teil von Saint‑Tropez mit den besonders großen und schönen Anwesen. Alles, was sehr viel Rang und Namen hatte, vor allem aus der Welt der Kunst und des Films, ließ sich hier nieder – und viele trafen sich dann auch später auf dem malerischen Seemannsfriedhof von Saint‑Tropez zur letzten Ruhe.
Im alten Hafen, an der Altstadt, gehen wir an Land; hier sind einige legendäre Cafés zu finden. Dahinter überragt der bunte Turm der Pfarrkirche das Szenario. Es ist wunderschön hier – und durchaus heiß inzwischen. Wir haben hier viel Zeit, manche essen mehr als ein Eis, bevor es weitergeht. Wir spazieren noch durch den Rest des Ortes, vorbei am Gebäude der Gendarmerie, das viele aus den Louis‑de‑Funès‑Filmen kennen, und fahren dann mit unserem Bus landeinwärts nach Norden.
Nun geht es eine ganze Weile auf der Autobahn Richtung Avignon, der alten Papststadt ganz im Westen der Provence. Hier kehren wir, direkt an der Stadtmauer, in unser Hotel für den Rest unserer Reise ein. Kaum zu glauben, wie man hier ein so großes, modernes Hotel in die Altstadt bekommen hat, und noch schwerer, wie es Andreas schafft, so gelassen unseren Bus durch ein winziges Nadelöhr in der Stadtmauer zu rangieren!
Unser erstes Abendessen in Avignon ist sehr erfreulich und vielversprechend. Hier werden wir die nächsten Tage mit authentischer regionaler Küche von hoher Qualität verwöhnt – so muss es sein :-).
Videolink: Der Gendarm von Saint-Tropez (1964) // Beginn des Films
🇫🇷 Arles
Das gute Frühstück heute Morgen tritt in die Fußstapfen des gestrigen Abendessens.
In diesem Land lässt es sich leben, fast schon wie Gott in Frankreich. Das dachten sich vielleicht auch schon die Römer vor zweitausend Jahren? Heute machen wir uns auf, um ihre alte Residenzstadt Arles zu erkunden.
Dem Rhône‑Fluss entlang fahren wir nach Süden, am rechten Ufer entlang einer besonders malerischen Strecke, und erreichen Arles bei wiederum schönstem Sommerwetter. Die Überreste der alten Eisenbahn‑Löwenbrücke erinnern an den Zweiten Weltkrieg; wir halten hier kurz inne und widmen uns nun aber ganz den Römern.
Ihre Stadt hier hieß Arelate und galt als das kleine Rom. Die Bedeutung der einstigen Stadt können wir heute noch erahnen, die sehr gut erhaltenen, gewaltigen Überreste aus der Zeit geben Zeugnis davon. Vor allem das Amphitheater mit seinen vollständig erhaltenen Bogengängen beeindruckt uns ungemein, als wir es bei einer kleinen Privatführung erkunden.
Auch ein antikes Theater gibt es in unmittelbarer Nähe zu sehen; wir dürfen uns auch dieses von innen ansehen und genießen anschließend die freie Zeit in der Stadt, manche auf den Spuren großer Künstler, die hier wirkten, wie Vincent van Gogh oder Pablo Picasso zum Beispiel. Immer beliebt auf dieser Reise ist auch ein schönes, kühles Eis, zum Mitnehmen oder ein kühles Getränk; der entspannte Lebensstil hier ist auf angenehme Weise ansteckend.
Am Nachmittag verlassen wir nun wieder Arles, es geht via Tarascon, wo wir das Schloss des guten Königs René sehen, zurück nach Avignon. Hier widmen wir uns der viel besungenen Brücke, die wir ausgiebig besichtigen, ebenso wie natürlich den monumentalen Papstpalast. Eine epische Ausstellung des Künstlers Jean‑Michel Othoniel verbindet die beiden historischen Stätten, und seine Pracht aus buntem Glas verleiht besonders der finsteren Burg der Päpste wieder etwas von der bunten Farbenpracht, die in früheren Zeiten strahlte.
Der Rest des Tages klingt langsam aus, jeder kann so lange Kunst bestaunen, wie es beliebt, bis wir uns zu einem vortrefflichen Abendessen wieder zusammenfinden und anschließend den lauen Sommerabend gemütlich ausklingen lassen.
Videolink: Mireille Mathieu - In einem kühlen Grunde & Sur le pont d'Avignon 1977
🇫🇷 Cassis – Marseille
Unser erstes Ziel heute ist Cassis, ein kleines Fischerdorf, das immer noch etwas abseits der großen Touristenströme liegt; zumindest wird hier tapfer versucht, diese zu regulieren. Eine kleine Straßenbahn bringt uns von außerhalb ins Zentrum, der große Verkehr bleibt ausgesperrt, was sehr angenehm ist. Tatsächlich wird gerade frisch angelandeter Fisch am Hafen verkauft, ein wunderbarer und nicht überlaufener Sandstrand lädt zum Baden ein. Ein guter Teil unserer Gruppe nimmt diese Einladung auch gerne an; inzwischen ist es inzwischen hochsommerlich warm.
Auch zum Bummeln ist hier Zeit, alles ist nur wenige Schritte voneinander entfernt. Viel zu bestaunen gibt es auch, die Boote werden gerade für das jährliche Fest des Meeres geschmückt. Wir besteigen dagegen ein kleines Ausflugsboot; es bringt uns zu den Calanques, das sind teils tief eingeschnittene Buchten in der für die Gegend typischen Küste aus weißem Kalkstein, der einst auch als sehr beliebtes Baumaterial abgebaut wurde. Im hellen Sonnenschein kommt die Farbe in diesem Zusammenhang in voller Pracht zur Geltung, „die azurblaue Küste“ ist ein wahrlich passender Name!
Nach so viel Idyll steht uns nun ein interessanter Kulturschock bevor. Der Küste entlang fahren wir im Bus Richtung Marseille. Frankreichs zweitgrößte Stadt erwartet uns mit all ihrem Charme, mit ihrer Wucht und mit einer guten Portion ihres Chaos.
Das Chaos wirkt sich heute vor allem auf den Straßenverkehr aus, wir haben aber Glück: Es ist Samstag, und so ist es sogar recht ruhig für hiesige Verhältnisse, wie uns Katrin erzählt. Sie führt uns durch Marseille. Wir beginnen zum Auftakt mit einem Besuch des Palais Longchamp, von dem wir einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt haben. Dann geht es weiter mit einer Pause an den Resten des antiken Hafens mit der Möglichkeit zum Besuch des Museums dort. Danach fahren wir weiter durch die Stadt, das heißt genauer gesagt: Wir werden von Andreas gefahren, ein sehr angenehmer Luxus.
Einen besonderen Stadtteil kann aber auch der beste Busfahrer nicht durchfahren: Le Panier. Der größte Teil dieses beliebten Viertels ist nur zu Fuß durch enge Gassen erreichbar. Hier, im ältesten Teil der Stadt, lebten einst die Griechen, dann wurde es der Kern der römischen Stadt, und viele Jahrhunderte später haben es sich nun vor allem Künstler zueigen gemacht.
Zum Abschluss unserer Führung wandern wir dann zur ungewöhnlichen Cathédrale de la Major. Wir sind nun auch fast am alten Hafen; dort besteigen wir wieder unseren Bus und machen uns auf den Weg zurück nach Avignon, wo wir, wie an den Tagen zuvor, freundlich und hervorragend zu Abend bewirtet werden.
Videolink: Clara Luciani - Le reste (Clip Officiel)
🇫🇷 Camargue – Ages Mortes
Die Camargue, ein klingender Name, unser heutiges Ziel. Es ist schon eindrucksvoll, wie abwechslungsreich die Provence ist, mit ihrer subtilen Vielfalt aus Natur und Kultur. Wir fahren heute wieder der Rhône entlang, zu ihrer Mündung, die gar keine ist. Hier liegt die Camargue, ein einzigartiges, wildes Naturparadies, das weltbekannt ist für seine unberührte Landschaft aus Sümpfen, Lagunen, Salzgärten und Reisfeldern. Hier leben ganz besondere weiße Pferde, schwarze Stiere und rosa Flamingos, und, das sei schon verraten, wir werden alle drei Symboltiere der Region heute sehen!
Ein bisschen Kultur lassen wir uns gleich zu Beginn auch nicht entgehen, wir steuern Saintes‑Maries‑de‑la‑Mer an, ein Ort, der zwei heiligen Marien am Meer gewidmet ist. Hier steht eine trutzige Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert, noch findet hier eine sehr lange Sonntagsmesse statt, später können wir den Bau auch von innen besichtigen. Im Ort gibt es genug zu erleben, kulinarisch natürlich auch, eine Stierkampfarena kann man hier sehen – und natürlich auch ganz vorzüglich am Strand baden!
Jetzt geht es in die Natur, in das Schwemmland des Rhône‑Deltas. Hier leben in flachen Brackwasser‑Lagunen die grazilen Flamingos, die wir mit etwas Abstand beobachten können. Ganz aus der Nähe dürfen wir dann die Camargue‑Pferde kennenlernen, beim Besuch einer typischen Ranch. Es fehlen noch die Stiere! Die sehen wir auf der Weide, aus sicherer Entfernung, allerdings.
Nun gilt es, den Petit‑Rhône‑Fluss zu überqueren, keine so leichte Aufgabe, wenn die einzige Brücke weit und breit gesperrt ist. Natürlich finden wir einen Weg und erreichen am Westrand der sogenannten kleinen Camargue einen Ort mit dem seltsamen Namen Aigues‑Mortes. Inzwischen ist es sommerlich heiß geworden, wie gut, dass unser Bus sehr gute Kühlschränke hat, in denen sich ganz überraschend kalte Melonen für alle finden!
Hier wird seit langer Zeit Salz in riesigen Salinen gewonnen, das führte zur Bezeichnung „Tote Wasser“. Der Ort selbst ist allerdings unglaublich lebendig, angenehm und spannend, denn es gibt nur wenige Städte, deren mittelalterliche Befestigung so vollständig und gut erhalten ist – im Gegensatz zu Avignon hat sich hier vor allem die Stadt auch kaum verändert, seit sie im 13. Jahrhundert von König Ludwig IX., dem Heiligen, aus einem Guss geplant und errichtet wurde.
Zurück in Avignon freuen wir uns wieder auf ein gutes Essen, und so mancher nutzt den langen Tag danach für einen Bummel durch die Stadt in den kühleren Abendstunden.
Videolink: Camargue Pferde, schwarze Stiere & rosa Flamingos
🇫🇷 Luberon–Gebirge
Wir wenden uns heute ein weiteres Mal den Bergen zu, es geht in den Südosten von Avignon, hier liegt das Lubéron‑Gebirge, eine eindrucksvolle Naturlandschaft. Auch hier hatten sich schon die Römer niedergelassen, im Mittelalter entstanden burgartige Städte auf steilen Felsen, und darum herum erleben wir den natürlichen Charme der Landschaft.
Les Baux‑de‑Provence heißt unser erstes Ziel für heute. Umgeben vom Naturpark Alpilles liegt hier, auf einem die Umgebung weit überragenden Felsen, ein wunderschöner Ort. Einst wurde die Familie Grimaldi mit der Festung belehnt; noch heute trägt die monegassische Fürstenfamilie den Titel Marquis de Baux.
Der Name darf nicht als „die Schönen“ falsch verstanden werden, das wären „Les Beaux“. Ein altes Wort für Felsen gab dem Ort seinen Namen – und der wiederum einem Gestein: Vor 200 Jahren wurde hier Bauxit entdeckt. Im Ort wird viel Kunst produziert und angeboten, auch eine Ausstellung über Krippenkunst findet fachmännische Anerkennung, und die Eisverkäufer im Ort freuen sich auch über unseren Besuch.
Wir genießen die weite Aussicht vom Burgberg, weit unten liegen die wassergetriebenen Mühlen von Barbegal aus der Römerzeit, deren Überreste wir als Nächstes einen Besuch abstatten. Hier wurde schon in der Antike eine hocheffiziente Lebensmittelfabrik realisiert, wir können aus nächster Nähe zweitausend Jahre alten Beton bewundern, der all die Zeit deutlich besser hielt als so manch deutsches Bauwerk der letzten Jahrzehnte.
Eine ganz andere Mühle, die Windmühle von Daudet, ist unser nächstes Ziel; wie gemalt steht sie vollständig erhalten auf einem Hügel und machte einst ihren Besitzer reich. Heute inspiriert sie Künstler, Maler und sogar Komponisten, wie den Berliner Klaus Schulze, der ihr ein ganzes Album widmete.
Es geht nun vorbei an Saint‑Rémy‑de‑Provence, ebenfalls eine ehemalige römische Stadt und für Vincent van Gogh ein Ort der Inspiration, nach Gordes. Dieser kleine Ort liegt wieder steil auf einem Felsen; die letzte Steigung wird heute zu einem sportlichen Ereignis, denn inzwischen ist es wirklich sehr heiß geworden. Die schattigen, engen Gassen wusste man hier schon vor Jahrhunderten ebenso zu schätzen wie die früher notwendige militärische Sicherheit auf dem Felsen.
Eine ähnlich befestigte Stadt ist unser nächstes Ziel: Roussillon. Schon von weitem sichtbar unterscheidet sich der Ort durch seine Farbe von den bisher besuchten. Leuchtend orange strahlt er schon aus der Ferne. Die Farbe kommt vom lange Zeit hier abgebauten Ocker; hier gab es Farbfabriken, deren kostbare Produkte von Künstlern hoch geschätzt wurden. Wir schätzen heute ganz besonders kalte Getränke; inzwischen haben die Temperaturen die 40‑Grad‑Marke geknackt, zurück im klimatisierten Bus können wir uns erholen.
Wir fahren nun mit einem schönen Blick auf Gordes weiter, als wir am frühen Abend das Tal der Sénancole erreichen, ist es dort schon für heutige Verhältnisse angenehm kühler. Hier liegt die Zisterzienserabtei Sénanque, inmitten von Lavendelfeldern, die sich nun wie ein weiter Teppich vor uns in zarter Blüte ausbreiten. Hier am Rande der Felder ist ein guter Ort, um auf unsere Reise anzustoßen; es gibt eiskalten Kir, die Farben passen perfekt zum Lavendel!
Zurück führt uns unser Weg dann durch den Naturpark Lubéron über eine besonders malerische Strecke zurück nach Avignon, wo wir uns mittlerweile wirklich sehr zuhause fühlen.
Videolink:Frankreich: Gordes - Die Abtei von Sénanque
🇫🇷 Pont–du–Gard
Ein letztes großes Frühstück in unserem liebgewonnenen Hotel, unter anderem mit provenzalischem Gebäck, dann wird es uns bewusst, dass unsere schöne Reise sich dem Ende zuneigt. Das Gepäck wird sortiert und verladen, ein Teil fliegt ja nach Hause, ein Teil reist bequem im Bus nach Hause. Dann geht es wieder auf zu neuen Abenteuern!
Ein wahrlich majestätischer Abschluss unseres Programms erwartet uns heute: der Pont‑du‑Gard. Um die Wasserversorgung der nahegelegenen Stadt Nîmes vor 2000 Jahren zu sichern, entschlossen sich die Römer zum Bau einer 50 Kilometer langen Wasserleitung, so konnten sie frische Quellen in die Stadt leiten. Dabei gelang ihnen das Meisterwerk, ein durchschnittliches Gefälle von 24 cm/km zu realisieren; über die ganze Strecke lag der Höhenunterschied nur bei 17 Metern!
Immer wieder war der Bau von Tunneln und Leitungsbrücken, Aquädukt genannt, notwendig. Die bedeutendste Überquerung wurde hier am Fluss Gardon realisiert: 275 Meter lang, 49 Meter hoch und heute noch stabil. Wer mehr wissen will: Ein Museum, ein Kino und eine Buchhandlung erlauben je nach Interesse auch die Vertiefung in die Materie. Man kann nur staunen – oder einfach die Schönheit des Ortes am Fluss genießen.
Im Laufe des Nachmittags setzen wir unseren Weg in den Norden fort. Bei Lyon heißt es dann Abschied nehmen vom fliegenden Teil der Gruppe; für den Rest geht es noch ein Stück weiter, bis es dann für alle heißt, ein letztes Mal in Frankreich zu schlafen, heute mit der Vorfreude auf die Heimkehr am nächsten Tag.
Videolink: Pont du Gard – Antikes Aquädukt & UNESCO-Weltkulturerbe
🇫🇷🇩🇪 Die Heimreise
Heute läuft alles wie am Schnürchen, gut geplant ist es ohnehin immer. Die Flugtruppe wird pünktlich zu ihren Flügen ab Lyon transferiert und kommt sicher und wohlbehalten zu Hause an.
Andreas am Steuer, der Verfasser dieses Berichts und eine fröhliche Busgruppe verlassen Frankreich bei schönstem Wetter und einer angenehmen Fahrt auf der „Autoroute“ („Outoroute“, wie man auf Französisch sagt). Wegen Bauarbeiten in der Nähe von Straßburg verlassen wir diese und fahren über Landstraße eine malerische, großräumige Umleitung und kommen so in den Genuss einer kleinen Rundfahrt durch pittoreske elsässische Dörfer. Eine Gegend, die auf jeden Fall auch immer eine eigene Reise wert ist!
Schließlich erreichen wir die Grenze: Adieu, Frankreich! Nun geht es weiter auf die deutsche Autobahn, sicher und ruhig geht es mit einigen Ausstiegen nach Hause. Wie schön es war, und eine wunderbare Reise geht erfolgreich zu Ende!
Videolink: Elsässisch - Meine Muttersprache
Nach einer solchen Reise bleibt viel mehr als jede Menge herrlicher Fotos und spannende Erzählungen:
Die vielfältigen Eindrücke der unvergesslichen Naturkulisse, vom Meer und kleinen Gebirgen, die Geschichte, historische Bauten, Kunst und Lebensfreude – all das wächst noch weiter in uns und kann uns nie mehr genommen werden.
Und da wir es selbst erlebt haben, wissen wir es jetzt genau:
Leben wie Gott in Frankreich ist ein naheliegendes Vergnügen!
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