Eberhardt– Radreise entlang der schönen LOIRE
Reisebericht: 02.05. – 10.05.2026
Die Loire ist mit ihren 1.006 km der längste Fluss Frankreichs. Diesen wollen wir, eine Gruppe von 15 Radenthusiasten, dem Reiseleiter Dieter und dem Reisebegleiter Gerd, per Rad erkunden.
Ein Reisebericht von
Dr. Dieter Braune
1. Tag – 02.05.2026, Samstag: Bus–Anreise nach Troyes
Auf nach Frankreich an die Loire! Ein Großteil der Räder haben Gerd und Dieter schon 2 Tage zuvor in den Eberhardt Radanhänger geladen.
Die ersten Gäste starteten ihre Reise bereits um 04:50 Uhr am Eberhardt- Betriebshof in Kesselsdorf, bei Dresden. Über Stopps in Chemnitz und Meerane fuhren wir Richtung Westen. Auf ROSIS-Autohof in Bad Herzfeld übernahm Evgeniy den Bus für die nächsten 9 Tage. Der letzte Einstieg war am Hauptbahnhof von Mannheim. Nur um dahin zu kommen musste unser super Fahrer einige Hürden, wie z.B. eine mitten auf der Kreuzung liegengebliebene Straßenbahn überwinden. Quer durch Ludwigshafen fuhren wir dann weiter Richtung A6, die hier den Pfälzer Wald quert. Kurz danach überfuhren wir die französische Grenze.
Dieter führte die Reisegäste in die Französische Geschichte, die Sprache und weitere Besonderheiten ein.
Gegen 20:00 Uhr erreichten wir Troyes, dem Zentrum der Textilindustrie, wo die Fa. Lacoste ihre Hauptproduktionsstätte hat. Beim ersten gemeinsamen Abendessen lernten wir uns das erste Mal untereinander näher kenn.
2. Tag – 03.05.2026, Sonntag: Sully–sur–Loire – Radtour nach JargeauChâteauneuf–sur–Loire – Orléans
Am nächsten Morgen fuhren wir noch rund 180 km mit dem Bus weiter. In Sully-sur-Loire erreichten wir endlich den längsten Fluss Frankreichs. Evgeniy konnte direkt am Schloss parken. Zuerst besuchten wir die Außenanlagen des Schlosses. Zur gleichen Zeit haben Gerd und unser Busfahrer das 1. Mal die Räder ausgeladen und in Reih und Glied aufgestellt.
Nach einer kleinen Stärkung in Evgeniys Brasserie stellten wir fest, dass Gieselas E-Bike nicht ganz funktionstüchtig war. Wir starteten ein Fahrrad-Ringtausch!
Unsere erste Tour führte uns gleich am Anfang über eine Loire-Radbrücke. Da die Loire für diese Jahreszeit sehr gut mit Wasser gefüllt war, hatten wir einen sehr schönen Blick Richtung Sully-sur-Loire. Weiter gings am Ufer der naturbelassenen Loire entlang, wo wir auch die erste Pause, an einem kleinen Picknick-Platz, einlegten. Kurze Zeit später erreichten wir in Sant-Benoît-sur-Loire die Abtei Fleury. Als erstes schauten wir uns das tolle, aus dem 12. Jahrhundert stammende Relief über dem Nordportal der Kirche an. Leider waren Teile von einer Rüstung verdeckt. Dann gingen wir durch den in 9 gleiche Teile geteilten Eingangsbereich des Westturmes in den Innenraum, mit dem sehenswerten Gestühl und dem aus dem 5.-6. Jahrhundert stammenden Mosaik- Fußboden. In der mit sehr massiven Pfeilern ausgestatteten Krypta bestaunten wir die Reliquien des Heiligen Benedikts.
Dann fuhren wir weiter zum Oratorium des Theodulfs, der im 7. Jahrhundert Bischof von Orleans, Abt im Kloster Fleury und zugleich Berater „Karl dem Großen“ war. Hier konnten wir das wunderschöne, aus 130 000 Glasteilen bestehende, älteste karolingische Mosaik nördlich der Alpen bewundern.
Kurz vor unserem Tagesziel in Jargeau, auf den sprichwörtlich letzten 3 Kilometern, fing es an zu regnen. Nach kurzem Unterstellen und Blick auf die Wetter-App entschieden wir uns die letzten Meter im Regen zu absolvieren.
Auf der Weiterfahrt nach Orleans machte uns Dieter mit dem kurzen Leben und dem grausamen Tod der französischen Nationalheldin „Jeanne d’Arc“, welche in der Geschichte der Stadt Orleans und Frankreichs eine herausragende Rolle spielt, vertraut.
Mit kleinen Umwegen in Orleans angekommen setzte uns Evgeniy in der Nähe der Kathedrale ab. Vorbei am Rathaus, dem Hôtel de Ville, und dem Hôtel Graslot gingen wir in die, nach 220 Jahren Bauzeit, 1829 geweihte Kathedrale. Wir bestaunten vor allem die fantastischen Glasfenster, auf denen u.a. auch das Leben und das Leid von Jeanne d’Arc sehr lebendig dargestellt ist.
Anschließend gingen wir über die Rue Jeann d’Arc und hatten von dort einen fantastischen Blick auf die Kathedrale und das ganz ohne störende Oberleitungen der Tram! Auf dem zentralen „Place du Martroi“ war die „Statue de Jeanne d’Arc“ wunderschön mit Blumen umgeben. Danach fuhren wir mit unserem Bus ins Hotel, welches etwas außerhalb des Centrums von Orleans lag.
3. Tag – 04.05.2026, Montag: Beaugency – Schloss Chambord und Blois – Weiterreise nach Tours
Am frühen Morgen erwartete uns zum Frühstück ein tolles Brotbuffet und vielen französischen Käsesorten.
Nach einer einstündigen Anfahrt ließ uns Evgeniy an der, aus dem 12.Jahrhundert stammenden mittelalterlichen Brücke von Beaugency aussteigen. Die Gruppe machte einen kleinen Spaziergang durch dieses schöne Städtchen. Vorbei am Château de Beaugency, dem 36m hohem Donjong (Wohnturm) aus dem 11. Jahrhundert und der aus dem 12. Jh. stammenden Kirche „Notre Dame“ erreichten wir das Ortszentrum, in dem jeder individuell noch weitere Gassen erkunden konnte bzw. sich in der Boulangerie verpflegen konnte.
Parallel zu unserem Stadtrundgang waren die Räder wieder entladen worden, so dass wir, bei 12grd C, gleich zu unserer heutigen Tour starten konnten. Über sehr nasse Sandwege und vorbei an einem alten Atomkraftwerk fuhren wir zum ersten Highlight dieser Frankreichtour, dem Schloss Chambord, das König Franz I. als Jagdschloss mit 440 Zimmern Anfang des 16. Jahrhundert, unter Mithilfe seines Freundes Leonard da Vinci, bauen ließ. Nach einer kurzen Stärkung an Evgeniys Brasserie führte uns Dieter durch das Schloss. Anschließend konnte jeder, individuell, das riesige Schloss noch weiter erkunden. Um 15:00 Uhr ging es wieder auf die Räder. Leider hatten wir noch im Schlosswald einen „Abriss“ in der „Fahrradkette“. Das hieß für eine Teil der Gruppe in der Nähe eines kleinen Friedhofes eine Pause machen und für Dieter noch einmal den Weg retour fahren.
Kurz vor dem tollen Loire-Blick auf die alte Königsstadt Bloise war unser Radweg gesperrt und wir mussten kurzzeitig auf einer Hauptstraße fahren.
Infolge des immer dunkler werdenden Himmels fiel die Besichtigung des alten Königsschlosses von Blois, mit den beiden Schlossflügel Ludwig des XII., mit den schönen Ornamenten (Stachelschwein etc.), und Franz I. sowie der schönen Gärten am Hang, leider etwas kurz aus. Kaum am Bus angekommen öffnete der Himmel alle Schleusen, aber nur die Räder und das Ladepersonal wurden nass.
Nach einer Stunde Busfahrt erreichten wir unser Stammhotel in Tours St. Piere. Da der vor dem Kyriad-Hotel liegende Bahnhofsvorplatz komplett umgebaut wird, war unser schon über viele Jahr genutzter Busparkplatz nicht mehr vorhanden, so dass unser Bus einige Kilometer entfernt geparkt werden musste.
Nach einer kurzen Pause gingen wir zum Abendessen. Infolge des weit entfernten Parkplatzes konnte Evgeniy immer erst nach dem Hauptgericht zu uns stoßen.
4. Tag – 05.05.2026, Dienstag: Stadtbesichtigung in Amboise, Schifffahrt auf dem Cher – Besuch des Schlosses Chenonceau
Der heutige Tag verlief, infolge Starkregen, anders als geplant. Unser Busfahrer koppelte mit Gerd den Radhänger ab und wir fuhren ohne ihn nach Amboise. Aber zuerst ging es zum Supermarkt, um einen Satz Regenschirme zu kaufen. Am Loire-Ufer von Amboise stiegen wir aus und gingen in die Innenstadt. Wir besichtigten im alten Königsschloss, neben der Kapelle, den noch existierenden Flügel Ludwig des XII. und die wunderschöne, leider im Regen liegende Gartenanlage.
Anschließend ging ein Teil der Gruppe noch ins Châteaus Clos Lucé, dem letzten Wohnsitz des toskanischen Universalgelehrten Leonardo de Vinci. In diesem Gebäude wird sehr anschaulich das Lebensumfeld und das Wirkungsfeld des Freundes von Fanz I. gezeigt. Es ist erstaunlich, wie weit Leonardo mit seinen Entwicklungen seiner Zeit voraus war.
Danach fuhren wir an das Ufer des 367 km langen Nebenflusse der Loire, dem Cher, um dort eine kleine Flussfahrt zu unternehmen. Auf Grund eines defekten Wehres und damit unreguliertem Wasserstand konnten wir leider nicht, wie üblich, unter dem Schloss Chenonceau hindurchfahren und somit beide Seiten des Wasserschlosses vom Schiff aus bewundern.
Anschließend brachte uns Evgeniy zum Highlight des heutigen Tages, zum nur 5 Minuten entfernten Château Chenonceau, das auch als das „Damenschloss“ bezeichnet wird. Wie es zu dieser Namensgebung gekommen ist, erfuhren wir unteranderem bei der Besichtigung des Schlosses, unter Nutzung von Audiguides. Hier erfuhren wir viel über die ehemaligen Bewohnerinnen des Hauses, u.a. über Diane de Poitiers, einer Mätresse Heinrich II. Anschließend ging es noch durch die, jeweils von den Rivalinnen Katharina von Medici bzw. Diana von Poitiers angelegten zwei wunderschönen Gartenanlagen. Beim Abendessen ließen wir den Tag bei gemeinsamen Gesprächen Revue passieren.
5. Tag – 06.05.2026, Mittwoch: Radtour nach Villandry und Langeais – Stadtrundgang in Tours
Am Tag 5 brachte uns unser Bus nur bis an den Stadtrand von Tours. Nach dem Ausladen der Räder fuhren wir über einen Golfplatz und erreichten in Kürze den uns schon bekannten Fluss Cher. Quer durch wunderschöne Schwarzpappelwälder fahrend, erreichten wir den Ort Savonniéres, wo einige sich mit belegten Baguettes versorgten. Am späten Vormittag erreichten wir das Schloss und die weltberühmten Gartenanlagen von Villandry. Wir gingen gemeinsam in die schöne, auf drei Hauptebenen, in 6 Gärten unterteilte Parkanlage. Allein der unten liegende Gemüsegarten umfasst rund 40.000 Pflanzen.
Nach einer kurzen Mittagspause im parallel zur Radtour mitgefahrenen Bus, fuhren wir mit unseren Rädern weiter. Wir legten eine kleine Pause an der Mündung des Chers in die Loire ein und erreichten nach ca. 1 Stunde den kleinen Ord Langeais. Hier warfen wir einen kurzen Blick in den Schlosshof des hiesigen Châteaus, in dem König Karl VIII. Anna von der Bretagne heiratet, wodurch die Bretagne vom Habsburger Reich zu Frankreich kam. Anschließend erkundeten einige noch den schönen Ort oder ließen sich vom Angebot in der tollen Pâtisserie verzaubern.
Am Bahnhof von Langeais wurden die Räder wieder verladen und wir fuhren zu einer kurzen Verschnaufpause in unser Hotel in Tours St. Piere.
Um 17:00 Uhr trafen wir uns wieder am Bus und Evgeniy brachte uns ins Stadtzentrum von Tours.
Wir besichtigten die Kathedrale und den Garten des Bischofspalastes, in dem eine über 200 Jahre alte Libanesische Zeder und den Elefanten Fritz ihren Platz haben. Weiter ging es in das Zentrum von Tours. Beeindruckend waren die beiden, von der alten, mittelalterlichen Martinskirche übrig gebliebenen Kirchtürme, zwischen die im 19. Jahrhundert die neue Basilique Saint-Martin reingebaut wurde. Dieter berichtete an dieser Stelle einiges über das Leben des Heiligen Martins und der Sage um die „Martinsgans“ am 11. November.
Kurz vor dem Place Plumereau teilte sich die Gruppe. Ein kleiner Teil ging direkt zu unserer Gaststätte. Trotz der am Vortag getroffenen Absprache war unser Bretonisches Restaurant leider noch nicht empfangsbereit. So gab es erst einmal ein kaltes Getränk im Außenbereich. Der größere Teil der Gruppe bestaunte noch das pulsierende Leben auf dem mittelalterlichen Place Plumereau und ging dann auch zum Restaurant. Die Inneneinrichtung war sehr gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen, kitschig. Dort lernten wir Galette, einen aus Buchweizen hergestellten, gefüllten Pfannkuchen, kennen. Dazu wurde reichlich Wein gereicht. Nach dem Dessert, wiederum ein aus Buchweizen hergestelltes Crȇpes, mussten wir, da die heutige Lenkerzeit unseres wartenden Busfahrers fast abgelaufen war, leider etwas abrupt aufbrechen. Auf dem Weg zum Bus tangierten wir nochmals den Place Plumereau, der sehr gut gefüllt war.
6. Tag – 07.05.2026, Donnerstag: Radtour nach Villandry und Langeais – Stadtrundgang in Tours
Heute werden die Fahrräder vor dem Dornröschenschloss von Ussé entladen. Die ersten Radkilometer fuhren wir entlang des Indre, einem 280 km langen Nebenfluss der Loire. Unsere erste, größere Pause legten wir im Zentrum des kleinen Ortes Avoine ein. Vor der Kirche Eglise Saint- Maurice, die innen eine ungewöhnliche Decke aus Mahagoniholz ziert, stellten wir die Fahrräder ab und einige von uns gingen in den Supermarkt oder die schöne Boulangerie / Pâtisserie einkaufen. Anschließend ging es wieder durch Schwarzpappelwälder zur Brücke über die Vienne. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Mündung der Vienne in die Loire und den schönen Ort Cades-Saint-Martin. In diesem Ort schauten wir uns die kleine Kirche an, die an dem Platz errichtet wurde, an dem seinerzeit der Heilige Martin verstarb. Nach kurzer Besichtigung der Kirche liefen wir zur Loire hinunter, um im Rosengarten unsere Mittagspause zu machen. Zwischen den Rosenzüchtungen „Bremer Stadtmusikanten“ und „Mozart“ ließ es sich gut verweilen.
Gut gestärkt fuhren wir anfangs auf einer untergeordneten Departementstraße und dann entlang des Flusses Vienne nach Chinon.
Hoch über der Vienne thront das Château von Chinon, das auch einmal Königssitz war. Hier traf sich seinerzeit Jeanne d’Arc mit den Generälen von Karl VII.
Nach einem individuellen Stadtrundgang oder einer Pause im Café mussten wir noch einen längeren Berg hinauffahren, was mit den „Öko-Bikes“ schon sehr anstrengend war.
Am Weingut „Pierre & Bertrand“ angekommen luden Gerd und Dieter die Räder ein, während die Gruppe schonmal Kontakt mit den Weinreben aufnehmen konnte. Bei einer deutschsprachigen Führung erfuhren wir, dass im ökologischen Weinanbau „Saubohnen“ zur Düngung zwischen den Reben gepflanzt werden, die Klimatisierung der Lagerräume nur mit der Bepflanzung des Daches mit Weinreben realisiert wird und dass Rosé- Weine nur eine Nacht in den großen Tanks Kontakt mit den Schalen der roten Trauben haben dürfen. Der Winzer erklärte uns auch, dass zur Weinabfüllung eine transportable, automatische, auf LKW-Lafette montierte Abfüllanlage auf das Weingut kommt. Am Schluss der nachfolgenden Weinverkostung, bei der wir 6 Sorten von Chinon-Weinen probieren durften, versuchte Gerd den Umsatz etwas anzukurbeln. Auf Grund des hohen Säuregehaltes der Weinsorten war sein Erfolg leider sehr überschaubar.
7. Tag – 08.05.2026, Freitag: Abtei Fontevraud – Radtour über Montsoreau und Saumur nach Cunault
Am letzten Tag unseres Aufenthalts im Loire-Tal fuhren wir mit dem Bus zur Abtei Fontevraud. Auf dem Wege vom Busparkplatz zur Abtei konnten wir vor dem Rathaus noch das Ende der Feierlichkeiten zum 8. Mai miterleben.
Punkt 10:00 Uhr empfing uns die Gästeführerin Susi. In einer sehr ansprechenden Art führte sie uns in die Geschichte und die baulichen Gegebenheiten der um 1100 durch „Robert“ gegründeten Abtei ein. Wegen verschiedener Standesunterschiede der Bewohner wurden damals gleich 4 Klöster, 3 für die Novizen/Nonnen und eines für die Mönche gegründet. Nach einer Einführung bei herrlichem Sonnenschein gingen wir in die Abteikirche, die auch viele Jahre als Gefängnis diente. Hinter der Kirche waren im Garten mehrere neu gegossene Glocken aufgestellt, die aus statischen Gründen nicht mehr im Glockenturm aufgehangen werden konnten.
Um Punkt 11:00 Uhr wurden wir durch ein Glockenspiel dieser neu aufgestellten Glocken überrascht. Dann kamen wir durch den Klostergarten in den Kreuzgang. Hier besichtigten wir den Kapitelsaal und das Refektorium, d.h. den Speisesaal. Die sehr kurzweilige Führung endete in der Klosterküche.
Nach eindreiviertel Stunden voller Geschichte und Kultur fuhren wir zuerst mit den Rädern durch Weinberge. Beim ersten „richtigen“ Anstieg mussten auch einige E-Biker vom Rad absteigen und schieben.
Nach einer Verschnaufpause und einem wunderschönen Blick auf das unter uns liegende Loire-Tal machten wir Halt am Château Montsoreau, das in einem Roman von Alexandre Dumas eine Rolle spielte.
Weiter ging es zu den Tuffsteinhöhlen von Turquant und ins Zentrum der Stadt Saumur. Saumur hatte seine Blütezeit während der Reformation im 16. und 17. Jahrhundert, denn die Stadt war die Hochburg der Hugenotten und besaß eine international bedeutende Protestantische Hochschule. Heute ist Saumur bekannt für die Champignonzucht, die Weingüter und die Reiterei.
Nach einem Stadtbummel, der für einige auch den Aufstieg zum Schloss beinhaltete, und einer kleinen Stärkung in einen der vielen Restaurants, fuhren wir zum 1811 vom Pionier des „Crémant de Loire“ gegründeten Weingut „Ackerman“ weiter. Beginnend mit einer kleinen Einführung, konnten wir dann drei Produkte des Weingutes verkosten. Anschließend wurden noch kräftig Mitbringsel in Flaschenform erworben und diesmal nicht in die Fahrradpacktaschen, sondern in Evgeniys Bus, der vor der Tür wartete, verstaut.
Unsere letzte Tour endete, nach insgesamt rund 200 Radkilometern, an der Kirche von Cunault. Hier wurden die Fahrräder wieder verladen bzw. noch schnell eine Kerze in der Kirche angezündet.
8. Tag – 09.05.2026, Samstag: Weiterreise nach Metz
Au Revoir – das ist die Losung des Tages!
Es fiel uns, trotz nicht idealen Witterungsbedingungen, schon etwas schwer, die schöne Gegend und den uns liebgewonnenen Fluss wieder verlassen zu müssen.
Um 08:30 Uhr starteten Evgeniy den Motor und wir fuhren gen Metz, der Hauptstadt des früheren Lothringens.
Damit die Busfahrt nicht zu langweilig wurde, hat Dieter die vergangenen Tage nochmal auf zwei verschieden Wegen Revue passieren lassen. Auf den ausgeteilten Fahrradkarten konnten alle die abgefahrenen Strecken, durch Kennzeichnung der dort lokalisierten Schlösser nachvollziehen. Von den 103 Châteaus hatten wir 18 gesehen bzw. besucht. Dann startete Dieter das traditionelle Reisequiz mit täglich 2 bis 3 Fragen zu den gesehenen Schlössern und deren Historie. Die Siegerin Sylke durfte sich über eine schöne Flasche „Rosé de Loire“, natürlich von Ackerman, freuen.
Am späten Nachmittag erreichten wir das Stadtzentrum von Metz, wo uns Evgeniy am Place de la Comédie, auf der îl du petit Sauly“, absetzte. Hier steht die älteste, noch bespielte Oper Frankreichs. Einen Seitenarm der Mosel überquerend erreichten wir die Alte Markthalle „Marche Couvert“ und die Kathedrale Saint-Étienne de Metz. Auf Grund ihrer 6.500m² großen, farbig gestalteten Glasfenster wird die Kathedrale auch „Laterne des lieben Gottes“ genannt. Beeindruckend sind die mit 41m enorme Höhe des Kirchenschiffes und die Glasfenster von Marc Chagall aus den 1960er Jahren. Am Place St. Jacques trennten wir uns für eine Stunde, um dann, von dort wieder gemeinsam über den mittelalterlichen, im italienischen Stiel errichteten Place Louis, mit dem für französische Städte üblichen Kinderkarussell, zum Hotel zu gehen.
Hier angekommen hörten wir von Gerd, dass unser Busparkplatz, trotz Absperrung, durch einen PKW blockiert war, die Polizei geholt werden musste, die dann das Auto abschleppen ließ. Um 19:45 Uhr trafen wir uns zum letzten Abendessen der Reise, das mit der Lothringer Spezialität „Pâté Lorrain tradition et Mesclun“ begann. Als Hauptgericht gab es Kalbsgulasch mit Reis und mit dem Dessert, einem Mirabelleneis, ließen wir die schöne Reise kulinarisch ausklingen.
9. Tag – 10.05.2026, Sonntag: Heimreise
Um 08:30 Uhr verließen wir Metz. Kurz nachdem wir die Autobahn erreichten hat Dieter noch einiges über das Gengre der französischen Chansons berichtet und dann mit Chansons von Edith Piaf, Charles Aznavour, Gilbert Bécaud und Kollegen die Reise musikalisch ausklingen lassen.
Gerd hat die Fahrt mit einem zweiten Quiz über unsere Reise moderiert.
Als erster Ausstieg stand Mannheim auf unserem Plan. In Höhe der SAP-Arena wurden unsere schwäbischen Mitreisenden mit „It’s time to say Goodbye“ musikalisch verabschiedet. Der Stopp am Mannheimer Hauptbahnhof verlief diesmal ohne Problem. Mit einem kleinen Stau bei Bad Nauheim und weiteren Ausstiegen in Meerane und Chemnitz erreichten wir gegen 20:30 Uhr den Endpunkt unserer Reise, den EHT-Betriebshof in Kesselsdorf.
Eine schöne, erlebnisreiche Reise ging leider viel zu schnell zu Ende. Wir bedanken uns bei der Gruppe für Eure Disziplin und Euren Zusammenhalt. Ihr wart eine „pflegeleichte“ und tolle Gruppe!
Mit dem Spruch von Wilhelm Busch: „Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise!“ möchten wir uns bei Euch verabschieden. Vielleicht sieht man die Eine oder den Anderen Mal auf einer der vielen Eberhardt-Reisen, am liebsten den Radreisen, wieder! Uns würde es sehr freuen!
Dieter Braune Gerd Müller
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien