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Reisebericht: Singlereise Georgien - zauberhaftes Swanetien im Kaukasus

27.07. – 05.08.2017, 10 Tage Rundreise Georgien für Singles und Alleinreisende: Batumi - Sugdidi - Schwarzes Meer - Kaukasus - Swanetien - Mestia - Kutaissi - Uplisziche - Gori - Hauptstadt Tbilisi

Baden im Schwarzen Meer, Wandern im Kaukasus, Shoppen im quirligen Tbilisi - so abwechslungsreich ist eine Reise nach Georgien. Weitere Zutaten: kulinarische Köstlichkeiten, uralte svanische Kultur bunte Folklore und beeindruckende Gastfreundschaft...

1. Tag: Donnerstag, 27.07.2017 Flug nach Batumi


georgien

Zu moderaten Zeiten trifft man sich in Berlin und Leipzig, um nach Istanbul zu fliegen. Beide Gruppen kommen mit einiger Verspätung in Istanbul an und schaffen es nur, dank scharfen Schrittes, den Anschlussflug zu bekommen. Die ersten Nerven liegen blank. Letztendlich finden wir uns und kommen 19.20 Uhr Ortszeit (Deutschland + 2 Stunden) in Batumi an. Natja, unsere örtliche Reiseleiterin ist bereits da und wartet auf uns. Es dauert etwas länger, da die Fluggesellschaft (mal wieder) einen Koffer verbummelt hat. Unser Fahrer heißt Mamuka und bringt uns ins Hotel. Das ist auch nicht so einfach. Mehrfach umkreisen wir das Hotel ohne einen geeigneten Ausstieg zu finden. Mamuka ist leicht genervt und muss erstmal Eine rauchen. Ein junger Mann vom Hotel steigt in unseren Bus und zeigt uns den Weg. Schnell sind alle eingecheckt, die Hände sind gewaschen und wir gehen zu Fuß zum Alphabet-Tower. Hier nehmen wir heute das erste georgische Abendessen ein. Der Fahrstuhl bringt uns, gegen Zahlung von acht Lari pro Person in 130 Meter Höhe. Für uns sind Tische reserviert und mit georgischen Köstlichkeiten eingedeckt. Bis kurz vor Mitternacht lassen wir es uns schmecken. Das Restaurant dreht sich dabei und wir haben einen fantastischen Blick auf Batumi. Es ist warm und riecht nach Urlaub. Wir spazieren die sieben Kilometer lange Strandpromenade entlang, kommen am Riesenrad und bei Nino und Ali vorbei, bis wir uns kurz nach Mitternacht zu Ruhe begeben. Gute Nacht, Ihr Lieben.

2. Tag: Freitag, 28.07.2017 Batumi - Sugdidi- Mestia


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Wir befinden uns in Adscharien, genauer gesagt, im Südwesten Adschariens, in Batumi. Batumi liegt am Schwarzen Meer und in der subtropischen Klimazone. Mit unserer Reisezeit haben wir einen der wärmsten Monate des Jahres mit hoher Luftfeuchtigkeit erwischt. Es ist nicht damit zu rechnen, dass es während unseres Aufenthalts regnen wird.Das Frühstück nehmen wir ab 7.30 Uhr auf der Terrasse ein. Es ist schon ordentlich warm. Der Blick fällt auf die Technische Universität mit ihrem goldenen Riesenrad. Davor fristen die Wohnhäuser der Einheimischen ein jämmerliches Dasein. Wir laufen zum Strand, balancieren über die dicken runden Steine und baden im Schwarzen Meer. Das tut gut! Später lernen wir bei einem Stadtspaziergang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Batumis kennen. Wir kommen am Rustaveli-Theater vorbei und am Neptunbrunnen. Auf dem Maidan-Platz befindet sich eine Medea-Statue, die ein goldenes Vlies in den Händen hält. Besonders schön und auffällig ist ein Haus an der Ecke mit einer astronomischen Uhr. Wir besuchen die Armenische Kirche und die Kirche des Heiligen Nikolaus. Die Piazza Moedani wurde nach italienischem Stil errichtet. Hier richtet sich unsere Aufmerksamkeit vor allem auf einen Brunnen, aus dem kühles Trinkwasser läuft. Um Zwölf verladen wir das Gepäck und fahren nach Sugdidi, in die Hauptstadt Mingreliens. Aus einem, nur den Mitgereisten bekannten Grund, kehren wir nach zehn Minuten noch einmal um und fahren zurück zum Hotel. Am Nachmittag erreichen wir Sugdidi. Wir kehren in ein Café ein und laben uns an Chachapuri. Darf es ein Stückchen mehr sein? Anschließend besuchen wir den Palast der Dadiani Fürsten. Zum ersten Mal wurde der Palast in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Napoleon hatte eine Schwester. Diese wiederum einen Enkel, der 1868 Salome Dadiani heiratete, welche die Tochter des letzten mingrelischen Fürsten war. Zweimal brannte der Palast ab, wurde aber wieder aufgebaut. Heute befindet sich hier eines der ältesten Museen der Kaukasusregion. Wer viel Zeit hat, könnte hier 41.000 Exponate anschauen. Wir besichtigen einige Gemälde und Zeichnungen und das Napoleon-Zimmer. In diesem wird eine der drei Totenmasken des Kaisers ausgestellt, mehrere hundert Bücher aus seinem Besitz, Briefe, Silbergeschirr und Porzellan. Im Speisezimmer des Palastes ist der Tisch fein gedeckt und an den Wänden hängen ebenfalls wertvolle Gemälde. Eines zeigt die Fürstin Dadiani in einer Position, die man von Sissi, der Kaiserin von Österreich kennt. Kein Wunder, der Maler ist derselbe, nämlich Franz Xaver Winterhalter, ein in seiner Zeit berühmter Porträtmaler.
Erst gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Weg in den Großen Kaukasus. Unser Busfahrer Mamuka, dem hier ein paar Worte gewidmet seien, ist ein derber Bergbursche aus dem Gebiet des Kasbek. Er hat einen dicken Bauch, der oft unter seinem einzigen Hemd hervorlugt und ein fröhliches Lachen. Die Straßen des Kaukasus nimmt er mit rasanter Geschwindigkeit, die uns erblassen lässt. Wir legen eine Pause ein, Fotostopp. Bis vor wenigen Minuten hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf die grandiose Bergwelt des Kaukasus. Nun sind die Straßenränder mit Bäumen und Büschen bewachsen. Hier können wir nichts fotografieren. Nun, auf der anderen Straßenseite plätschert ein kleiner Wasserfall. Hier hält sich auch Mamuka auf, fröhlich mit zwei sichtlich angetrunkenen Georgiern ein Zigarettchen schmauchend und plaudernd. Gemeinsam mit Natja versuche ich, ihm begreiflich zu machen, dass uns seine Fahrweise etwas suspekt ist. MAMUKA, WIR HABEN ANGST, MAMUKA, BITTE FAHR ETWAS LANGSAMER! Mamuka lacht über sein breites Gesicht. ICH BIN 60JAHRE ALT UND SEIT 40 JAHREN IN DEN BERGEN UNTERWEGS, IHR MÜSST KEINE ANGST HABEN! Hm. Als wir unsere Fahrt fortsetzen, ist aber doch zu merken, dass sich Mamuka unsere Worte zu Herzen genommen hat. Er fährt deutlich gemäßigter.
Fast ist es schon neun Uhr abends als wir endlich unser Hotel Banguriani in Mestia erreichen. Schnell sind die Zimmer bezogen und wir treffen uns zum Abendessen. Wir wollen heute noch gemütlich beisammensitzen, aber Vitali, unser Kellner, erklärt, dass das Restaurant um 22 Uhr schließt. Wir bekommen jedoch die Erlaubnis, uns in einem Nebenraum zu nieder zu lassen. Wir schnappen uns unsere Weingläser und eröffnen die Begrüßungsrunde. Endlich kommen wir dazu, uns miteinander bekannt zu machen.

3. Tag: Sonnabend, 29.07.2017 eine fröhliche Runde


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Wir frühstücken georgisch, es gibt süße Marmelade und süßes Brot. Aber auch Spiegeleier und guten Kaffee. Am Vormittag besuchen wir zunächst das Museum für den großen Bergsteiger Chergiani. Er wurde 1932 geboren und hätte daher in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feiern können. Leider ist er aber bereits in jungen Jahren bei einem Steinschlag abgestürzt und ums Leben gekommen. Zu seiner Zeit war er ein berühmter Bergsteiger. Die englische Königin selbst gab ihm den Namen TIGER DER BERGE. Er hatte einen individuellen Kletterstil und Mitte der 60er Jahre gewann er alle diesbezüglichen Wettbewerbe. Darüber hinaus war er als Bergretter tätig. Über all das berichtet das Museum. Bevor wir aber dazu kommen, uns dem Leben von Chergiani zu widmen, erleben wir noch eine wirkliche Überraschung. Außer uns ist heute eine georgische Frauengruppe hier, die dabei ist, Lieder über die Schönheit des Kaukasus zu singen. Gerührt bleiben wir stehen und lauschen. Wir applaudieren. Das spornt die Damen scheinbar an, denn nun sind sie gar nicht mehr zu bremsen. Mit wachsendem Enthusiasmus schmettern sie ihre Lieder und freuen sich über unsere Begeisterung. Später kommt eine weitere Gruppe auf den Museumshof. Diesmal sind es junge Mädchen, die sich bei den Liedern zu einem Tänzchen hinreißen lassen. Zauberhaft, einfach zauberhaft. Nun kann der Museumsbesuch beginnen. Wir besichtigen einen Raum, der zum Matschubi der Familie Chegiani gehörte und bekommen einen ersten Eindruck vom harten Leben der Svanen vor vielen Jahren. Das Museum besteht aus zwei Etagen. Wir dürfen einen Blick in das bescheidene Zimmer des großen Bergsteigers werfen. Im nächsten Raum wird in Glasvitrinen von seinem Leben berichtet. Es gibt eine Ausstellung der Geschenke, die Chergiani von Verehrern bekommen hat. Hier ist auch ein Porträt seines Vaters zu sehen. Wir bedanken uns beim Neffen des berühmten Bergsteigers, der dafür sorgt, dass der große Name nicht in Vergessenheit gerät. Der Weg zum Matschubi, das wir jetzt besuchen, ist steil. Eine Pause legen wir bei Natia ein, die noch immer hier ihr svanisches Kräutersalz verkauft. Mit uns macht sie ein gutes Geschäft. Im Matschubi erklärt uns unsere Natia, den Aufbau dieses mittelalterlichen Hauses. Hier ging es sehr beengt zu. An zwei Wänden stehen so etwas wie Doppelstockbetten. Oben schliefen die Bewohner, darunter war das Vieh untergebracht. So blieb es einigermaßen warm. In der Mitte des Hauses befindet sich die Feuerstelle. Auf der Bank an der Seite saßen die Männer an einem Tisch und davor steht ein Bänkchen für die Frauen. Auf einem großen Holzthron durfte nur das, natürlich männliche, Oberhaupt Platz nehmen. Auf dem Weg zurück besuchen wir einen der markanten Wehrtürme. In diesen darf man sogar hinein klettern, um zu verstehen, wie sich die Menschen, zu ihrem eigenen Schutz, dort aufhalten konnten. Gemütlich war das nicht. Wir fahren nach Hatsvali, denn wir wollen mit dem Sessellift hinauf nach Zuruldi, dort ins Restaurant einkehren und die Bergwelt genießen. Jedoch hängt eine Wolke am Berg und Besucher dürfen nur noch bergab und nicht bergauf befördert werden. Direkt unten an der Seilbahn gibt es ein Restaurant. Wir entschließen uns, dort unseren Mittagsimbiss einzunehmen, in der Hoffnung, dass die Wolke sich verzieht und wir dann auf den Berg fahren können. Dieser Wunsch erfüllt sich nicht und so müssen wir unverrichteter Dinge wieder abziehen. Jetzt heißt es entweder mit dem Bus ins Hotel oder, auf Initiative einer einzelnen Dame, zu Fuß. Es finden sich fünf Unverwüstliche, einschließlich Reiseleiterin und Reisebegleiterin. Auf abenteuerliche Weise gelangen diese getrennt irgendwie ins Hotel oder mit dem Polizeiauto nach Mestia. Wie günstig, dass hier gerade der Bär steppt. Das Festival SVANETOBA ist in vollem Gange. Es wird getanzt und gesungen. Am Abend sind wir heute bei einer Familie zu Gast. Als wir das Haus erreichen, ist der Tisch bereits gedeckt und biegt sich unter den Speisen. Wir lassen es uns schmecken und reichlich Wein gibt es auch. Irgendwann fängt jemand an zu singen, wir kommen in Fahrt und hören nicht wieder auf. Ein Lied jagt das andere, nach jedem fällt uns wieder ein neues ein. Der Abend endet mit Laurenzia und müde fallen wir kurz vor Mitternacht ins Bett.

4. Tag: Sonntag, 30.07.2017 Ushguli


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Mit drei Allrad angetriebenen Jeeps fahren wir ins höchste dauerhaft bewohnte Dorf Europas, nach Ushguli. Der erste Teil der Strecke führt über eine betonierte Straße, die aber irgendwann im Nichts endet. Zumindest gibt es keine Straße mehr, sondern nur noch Schotterpiste und viel Staub. Belohnt wird so viel Aufwand mit eindrucksvollen Ausblicken auf den Großen Kaukasus. Am Turm der Liebe, in dem eine Braut vergeblich auf ihren Liebsten gewartet hat, legen wir einen Fotostopp ein. In der kleinen Kirche Santa Barbara erwarten uns kostbare Fresken, die teilweise recht gut erhalten, aber zum großen Teil auch schwer beschädigt sind. Gegen 14 Uhr ist der Weg geschafft und wir erreichen Ushguli. Ein kleiner Spaziergang führt uns zur Lamariakirche, in der ebenfalls alte Fresken erhalten blieben. Im Café Koshka laben wir uns an Gemüsesuppe und Chachapuri, lassen uns einen Kaffee oder ein Bierchen schmecken und erwerben ganz nebenbei ein paar Postkarten. Der Rückweg ist etwas weniger anstrengend, vielleicht weil wir die Strecke jetzt kennen oder weil wir nicht so viele Pausen einlegen. Im Restaurant LANCHVALI nehmen wir heute unser Abendessen ein. Unerwarteter Weise sitzen wir auf einer Terrasse mit traumhaften Blick auf die Berge, jedoch ist es, ebenso unerwartet, sehr frisch. Unseren Gastgebern ist das Problem scheinbar bekannt, denn es gibt einen ganzen Korb voller Decken.

5. Tag: Montag, 31.07.2017 Wanderung zum Chaaladi Gletscher


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Bis zehn Uhr haben Natia und ich die Zutaten für das Picknick besorgt. Nun fahren wir mit unseren drei Jeeps Richtung Flughafen Mestia und noch ein Stückchen weiter, ca. zwanzig Minuten. Ab jetzt geht es zu Fuß weiter. Wir überqueren eine wacklige Brücke, die jeweils nur zwei Personen betreten dürfen. Sie führt über einen reißenden Fluss. Auf der anderen Seite schlagen wir zunächst einen falschen Weg ein, merken das jedoch schnell und kehren nochmal um. Jetzt sind wir richtig. Nach etwa hundert Metern am Fluss entlang, geht es steil bergauf. Über große Steine erklettern wir die ersten Hürden. Von nun an geht es immer weiter bergauf. Erst später können wir Luft holen und durch unberührten Wald spazieren. Linker Hand ist das Rauschen des Flusses zu hören. Einige Male kommt er auch in Sichtweite. Bald wird der Weg wieder schwieriger. Es ist, als würden wir durch ein ausgetrocknetes Flussbett laufen, vielleicht ist es sogar so. Nach zwei Stunden kommt der Gletscher in Sicht. Fotostopp! Aber HALT! Wo wollt ihr denn hin? Unsere Wanderer sind heute nicht zu stoppen. Die Wildesten schaffen es bis an den Gletscher heran. Hier gibt es eine Eishöhle durch die der Fluss angeschossen kommt. Ab und zu löst sich Geröll aus dem Eis und fällt mit lautem Poltern ins Wasser. Der Himmel zieht sich zu und es wird etwas kälter. Wir brechen zum Rückweg auf. Alle überstehen die Kletterei heil und so können wir es am Nachmittag wagen, noch einmal den Versuch zu starten, mit dem Sessellift nach Zuruldi zu fahren. Das Glück ist uns hold und bald sind wir auf über zweitausend Meter und haben den schönsten Ausblick auf die fantastische Bergwelt. Nur der Ushba verhüllt sich verschämt mit Wolken. Nach einer kurzen Erfrischung im Hotel, fahren wir mit den Jeeps zum OLD HOUSE, wo wir heute zu Abend essen. Serviert werden svanische Spezialitäten, wie zum Beispiel Polenta mit Käse gebacken. Die Gastgeber spendieren einen Chacha zur Verdauung, entweder mit Pfirsichgeschmack oder giftgrün mit Estragon.

6. Tag: Dienstag, 01.08.2017 Bagrati, Montserat und Gelati


Wir verlassen heute den Großen Kaukasus und fahren zurück in die Stadt. Kurz legen wir noch einen Stopp im Zentrum von Mestia ein. Königin Tamara lädt zum Fotoshooting ein und im kleinen Laden nebenan gibt es Nüsse und Honig zu kaufen. Dann heißt es: fahren, fahren, fahren. In Sugdidi legen wir eine Pause ein. Zum Mittagessen verkosten wir georgische Khinkali. Immer schön mit der Hand essen, nicht wahr? Und die Brühe auszschutscheln, man ist das scharf! Weiter geht die Fahrt mit dem Bus. Am späten Nachmittag erreichen wir Kutaisi. Nacheinander besuchen wir die Bagrati Kathedrale, das Kloster Motsameta und das Gelati Kloster. Die Bagrati Kathedrale ist über tausend Jahre alt, der Gottesmutter gewidmet, jedoch nach König Bagrat, unter dessen Herrschaft sie gebaut wurde, benannt. Im Jahr 1692 wurde die Kathedrale nach einnem Angriff der Osmanen in die Luft gesprengt und weitestgehend zerstört. Bis 1952 blieb die Ruine unberührt, erst dann begannen die ersten Restaurierungsarbeiten. Da es Unstimmigkeiten mit den Vorgaben der UNESCO zur Restaurierung gab, wurde die Kathedrale in diesem Jahr (2017) von der Liste des Welterbes gestrichen. Im Kloster Motsameta begegnen wir der Geschichte zweier Fürstensöhne namens David und Konstantin. Beide widersetzten sich mutig mit ihren Getreuen den in das Land eingefallenen Arabern. Sie verloren den Kampf, wurden zu Tode gefoltert und in den Fluss geworfen. Einige unerschrockene Bauern bargen ihre Leichen und trugen ihre sterblichen Überreste auf den Berg, wo sie in der Gruft der Maria-Verkündigungskirche beigesetzt wurden. Heute kann man die Reliquien besichtigen. Wer einen Wunsch erfüllt haben möchte, kriecht unter dem Seitenaltar hindurch, steigt ein paar Stufen zum Altar hinauf und küsst je zwei Mal die unter Glas aufbewahrten Schädel der Heiligen und das drei Mal. Wir beobachten diese Szenen nur und fahren weiter zum Kloster Gelati. In den Jahren 1106 bis 1125 wurden das Kloster und die Akademie unter König David dem Erbauer, errichtet. Viele Gelehrte waren hier tätig und sorgten für ein reges Geistesleben. In der Muttergotteskirche befindet sich die einzige bildliche Darstellung von König David der Erbauer. David starb 1125 und wurde auf eigenen Wunsch unter dem südlichen Eingang der Anlage begraben. Nach den Besichtigungen fahren wir jetzt nach Kutaisi ins Hotel. Fast euphorisch ist die Stimmung nach dem Bezug der Zimmer im BEST WESTERN Hotel. Die Einen bewundern das Licht, die anderen das Bad, die Nächsten die Betten. Zum Café White Stones sind es nur zwei Minuten. Überraschend werden wir mit Livemusik höchster Qualität verwöhnt. Neben bekannter Popmusik, wie Liedern von den Beatles und von ABBA, spielt die Band auch klassische Musik. Das Essen ist diesmal international und georgisch, zum Beispiel gibt es Kiewer Huhn und natürlich Chachapuri. Es ist wieder viel zu viel und wir brauchen einen Chacha zur Verdauung.

7. Tag: Mittwoch, 02.08.2017 Upliziche - Gori - Iagos Weingut


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Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück, bevor wir uns auf nach Tbilissi machen. Nachdem ein vergessener Sonnenhut noch seinen Weg in den Bus gefunden hat, vertrauen wir uns dem nun schon gewohnten Fahrstil Mamukas an. In rasanter Fahrt geht es Kurve um Kurve, aber trotz unsere Bedenken passiert nichts, keine Beule, keine Schramme, nichts. Gegen halb Elf halten wir an einem Töpfermarkt, wo es neben Krügen, Tellern und Tontöpfen, jede Menge stolzer Stalinfiguren gibt. An Gori geht es zunächst einmal vorbei bis nach Upliziche. Die Höhenstadt stammt aus dem 16. bis 15. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Wir klettern über die kahlen Felsen und bewundern die APOTHEKE, den SAAL DER TAMARA und andere mit fantastischen Namen bezeichnete leere Höhen. Mit viel Fantasie kann man sich vorstellen, dass hier vor langer langer Zeit ein reges Leben herrschte. Es ist heiß und wir sind froh, als wir endlich am Café ankommen und uns erfrischen können. Nun fahrn wir nach Gori. Wir besichtigen das Geburtshaus von Stalin und den Eisenbahnwagon, mit dem er, wegen seiner Flugangst, oft unterwegs war. Ins Stalinmuseum werfen wir nur einen Blick und benutzen das kostenlose WC.
Bei Iago kommen wir am späten Nachmittag an. Die Großmutter des Hauses empfängt uns am traditionellen Brotbackofen. Dieser ist mehr als die Hälfte in die Erde eingelassen, am Boden schwelt heiße Glut. Oma hat schon Teigstückchen vorbereitet. Unsere Aufgabe ist es, diese jetzt mit Schwung an die heiße Ofenwand zu werfen und zwar so, dass das kostbare Teigstückchen nicht in die Glut fällt. Sollte das doch einmal passieren, was sich nicht vermeiden lässt, denn wir sind ja ungeübte Bäcker, holt Oma die lange Eisenstange und angelt das halb gebackene Brot wieder heraus. Es dauert nicht lange und schon dürfen wir kosten. Hmmmm, wie das duftet. Nun bereiten wir Tschurtschela zu. Schnell, schnell! Der warme eingedickte Weintraubensaft darf nicht kalt werden. Jeder bekommt eine Schnur mit aufgefädelten Wallnüssen und tunkt diese in den Gelee. Dann werden die Tschurtschelas zum Trocknen aufgehängt, während wir uns im Khinkali falten, versuchen. Dreiunddreißig Falten müssen es sein, das ist gar nicht so einfach. Zur Belohnung gibt es vom Großvater 70prozentigen Chacha - selbstgebrannt natürlich. Während sich der Schnaps den Weg durch unsere Kehlen brennt, atmen wir tief durch und begeben uns zu Tisch. Die Sängergruppe, die uns durch den Abend begleitet, ist schon da. Auf den liebevoll gedeckten Tischen, stapeln sich bereits die kalten Vorspeisen. Guten Appetit! Der Tamada ergreift das Wort und lässt uns zwischen den einzelnen Gängen, auf den Frieden, die Freundschaft, die Familie und weitere bewegende Dinge, anstoßen. Manch einer bekommt Gänsehaut und Tränchen in den Augen. Auch bei den Liedern, die die Männer für uns singen, stellt sich Rührung ein. Diese super Sänger freuen sich, als wir mit HOCH AUF DEM GELBEN WAGEN, ebenfalls einen Beitrag leisten. Aber noch köstlicher amüsieren sie sich, als wir mit ihnen das BURLE BÜBELE veranstalten. Nach einem gemeinsamen Foto bedanken und verabschieden wir uns. Ein weiterer erlebnisreicher Tag geht zu Ende.

8. Tag: Donnerstag, 03.08.2017 Mzcheta


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Auf dem Weg nach Mzcheta, legen wir einen Stopp in der Tbilissi Mall ein. In dem gut klimatisierten Gebäude befinden sich Läden von internationalen Marken, wie zum Beispiel Zara. Darüber hinaus gibt es Bücher, Spielzeug und was eben heute in den großen Einkaufszentren so angeboten wird. Mindestens eine Schmetterlingsbluse und ein T-Shirt mit goldenen Kreisen sind als Beutegut festzustellen. Wir ziehen weiter nach Mzcheta, der alten Hauptstadt Georgiens. Wir besuchen die Sweti-Zochweli-Kirche. Der Legende nach ließ Königin Mirian III. als Zeichen der Annahme des Christentums eine Basilika erbauen. Hierfür mussten sieben Bäume gefällt werden. Der siebte Baum wollte jedoch nicht umfallen. Nun kam die Heilige Nino und betete. Es erschienen daraufhin Engel am Himmel und sorgten dafür, dass sich der Stamm in die gewünschte Position bringen ließ. Außerdem sonderte der Stamm eine heilende Flüssigkeit ab, daher der Name LEBENSSPENDENDE SÄULE. Eine weitere Geschichte, die eng mit der Kirche verbunden ist, handelt von Sidonia, die von ihrem Bruder das Gewand Jesus bekam und so gerührt war, dass sie vor Aufregung verstarb. Bei ihrer Beerdigung konnte das Gewand nicht von ihr gelöst werden und somit sind beide heute in der Kirche begraben. Wir widmen uns nun den irdischen Dingen des Lebens und schlendern (mit offenem Portmonee) über den sich an die Kirche anschließenden Souvenirmarkt. Am Nachmittag besuchen wir eine kleine Emaille-Werkstatt. Jeder bekommt ein Silberplättchen, auf dem sich durch aufgelötete Silberdrähte Figuren bilden. Die Zellen, die durch den Silberdraht gebildet werden, müssen mit flüssigem Emaille aufgefüllt werden. Das ist gar nicht so einfach. Nach dem Auffüllen werden die Plättchen gebrannt, damit das Emaille fest wird. Nun heißt es, noch einmal auffüllen, brennen, auffüllen, brennen. Dann wird gefeilt, bis sich eine glatte Oberfläche bildet. Nun, seid Ihr stolz auf Euer selbst hergestelltes Souvenir? Einige lassen es sich nicht nehmen und tragen ihr neues Schmuckstück als wir am Abend ins Restaurant Tsiskvili (Mühle) gehen. Wieder biegt sich der Tisch unter den georgischen Köstlichkeiten. Wieder lädt Eberhardt TRAVEL auf ein Glas Wein ein. Hervorragende Tänzer und Sänger erfreuen uns mit einem hochklassigen Folklore-Programm. Unsere Begeisterung kennt keine Grenzen.

9. Tag: Freitag, 04.08.2017 Tbilisi


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Schade, schon beginnt unser letzter Tag in Georgien. Am Vormittag spazieren wir durch Tbilisi, fassen dem Lampenanzünder unzüchtig an den Po, kommen am Gabriadze-Puppentheater vorbei und fahren mit der Seilbahn zur Narikala-Festung. Und es ist sooo heiß! Das Mittagessen nehmen wir bei einer Bootsfahrt auf dem Mtkvari-Fluss ein. Über Menge und Qualität brauche ich jetzt wohl kein Wort mehr zu verlieren. Am Nachmittag verbleibt Zeit für eigene Unternehmungen, zum Beispiel die letzten Laris auszugeben. Abends heißt es dann noch einmal: GUTEN APPETIT. Dieses Mal sind es südgeorgische Spezialitäten, die unsere Gaumen verwöhnen. Wir bedanken uns bei Mamuka und Natja und verabschieden uns. Denn mitten in der Nacht brechen die Ersten auf zum Flughafen und knapp anderthalb Stunden später die Nächsten. Nur in die Schweiz geht es erst am Nachmittag...

Meine lieben Reisefreunde, ich hoffe, Ihr seid alle gut nach Hause gekommen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen des Reiseberichts und beim Erinnern an unsere erlebnisreiche Reise. Ich freue mich auf ein Wiedersehen. Herzliche Grüße Eure Reisebegleiterin Sabine

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Meine liebe Sabine,
ich danke Dir herzlich für den ausführlichen, sehr schön geschriebenen, humorvollen Reisebericht und die Fotos.Das ließ die ganze wunderbare Reise noch einmal vor meinem geistigen Auge erscheinen. Es waren so viele schöne Erlebnisse...
Der Alltag hat uns ja schon lange wieder, aber ich habe ein schönes Kaukasus-Bild auf meinen Dienst-PC geladen und tauche immer mal für kurze Zeit ins Urlaubs-Feeling ein. Ich denke schon, dass wir uns mal wieder auf einer Reise begegnen, mir spukt ja die Reise mit der Transsib im Kopf herum.
So wünsche ich Dir alles Gute und viel Freude auf Deinen zahlreichen Reisen. Das Programm und die Fülle sind ja wirklich beeindruckend.
Alles Liebe
Deine Elke

Elke Roschmann
08.10.2017

Liebe Elke, vielen Dank für Deine Nachricht. Dies hat dazu geführt, dass ich selbst noch einmal den Bericht gelesen habe. Was hatten wir für tolle Erlebnisse. Das war wirklich eine spannende Reise. Ich würde mich freune, wenn wir eines Tages wieder zusammen unterwegs sind. Herzliche Grüße Sabine

Sabine Letzybyll 09.10.2017
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