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Reisebericht: Rundreise Georgien: Zauberhaftes Swanetien im Großen Kaukasus

25.05. – 03.06.2017, 10 Tage Rundreise Georgien: Schwarzes Meer - Kaukasus - Hauptstadt Tbilisi

Frisch ist die Meeresluft in Batumi am Schwarzen Meer. Abenteuerlich der Aufenthalt im geheimnisvollen Svanetien. Imposant der Kontrast zwischen dem modernen und traditionellen Tbilissi. Köstlich der georgische Wein, vielfältig die landestypische Küche.

1. Tag: Donnerstag, 25.05.2017 – Himmelfahrt – Flug nach Batumi


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Die Flugzeiten sind freundlich. Am späten Vormittag fliegen wir von Berlin, Leipzig und Stuttgart nach Istanbul (Flugzeit: 2 Stunden 50 Minuten). Dort treffen wir uns am Abfluggate nach Batumi. Nochmal knapp zwei Stunden Flug und wir landen bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel in Georgien. Schade, dass mein Koffer nicht ankommt. Nachdem alles protokolliert ist, steigen wir mit Natia, unserer örtlichen Reiseleiterin, in unseren Bus und fahren ins Hotel Colosseum Marina. Die Rezeptionisten sind ein wenig durcheinander, was daran liegt, dass Paare nicht immer den gleichen Familiennamen haben und sie deshalb irgendwie die Zimmer nicht richtig zu sortieren können. Aber auch das ist irgendwann geklärt. Zweimal fällt währenddessen der Strom aus, so dass wir zum Restaurant in der zweiten Etage lieber die Treppe nehmen. Leider erwischen wir das falsche Treppenhaus, hier ist die Tür zum Restaurant zu. Also, hoch in die dritte Etage, den ganzen Flur entlang und wieder eine Etage tiefer. Im Restaurant erwartet uns ein leckeres Buffet. Es gibt verschiedene Salate, saure Gurken und eingelegtes Gemüse, mehrere warme Speisen, zum Beispiel den ersten Chachapuri, Fisch, Reis und zum Nachtisch Obst oder Kuchen. Nach dem Abendessen beschließen wir, einen Spaziergang zu unternehmen. Eine halbe Stunde flanieren wir die Strandpromenade entlang und erhalten einen ersten Eindruck von Batumi. Die Promenade ist gut in Schuss. Es gibt einen Weg für Fußgänger und einen für Radfahrer. Wir kommen am bunt illuminierten Justizpalast vorbei und erfreuen uns an den tanzenden Fontänen im Ardagan-See. Gegenüber von Meer, Steinstrand und Strandpromenade wachsen riesige Häusertürme in den Himmel. Die Luft ist lau und riecht nach Meer. Ein gelungener Auftakt für eine spannende Reise.

2. Tag: Freitag, 26. Mai 2017 – Batumi – Zugdidi – Mestia – Nationalfeiertag


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Der Tag beginnt mit einem Blick aufs Schwarze Meer. Die Sonne scheint. Nach dem Frühstück fahren wir ins Zentrum von Batumi. Heute ist der Nationalfeiertag der Georgier, an dem sie ihre Unabhängigkeit feiern. Dafür haben sie ihre Panzer und Militärfahrzeuge aufgebaut. Wir betrachten dies skeptisch. Interessant für uns sind die Figuren von Ali und Nino, die sich, als wir kommen, den Rücken zudrehen. Was ist geschehen? Gab es einen Streit? Aber nur Minuten später, sind sie, dank einer ausgefeilten Mechanik, einander wiederzugewandt, küssen sich und verschmelzen ineinander. Ali und Nino sind die Hautpersonen einer Liebesgeschichte zwischen einer georgischen Christin und einem aserbaidschanischen Moslem. Wir spazieren durch die Altstadt Batumis. Staunend betrachten wir den Gegensatz zwischen den riesigen hoch gebauten Hotels und teilweise nicht mal genutzten anderen Hochhäusern, wie die Universität, und dem, was vom alten Batumi noch übrig ist. Das sind zum Teil recht verfallene Wohnblöcke oder Hinterhöfe, auf denen es noch zugeht wie annodunnemals. Dennoch ist die Stadt bezaubernd. Du gehst an einer uralten Häuserzeile entlang und plötzlich: BÄM! Ein großes gläsernes Schaufenster mit supermoderner Reklame für Mode oder Frisur oder ähnliches. Völlig unpassend, aber eben doch gegenwärtig. Wir besuchen die Kirche des Heiligen Nikolaus und anschließend den Maidan-Platz. Hier befindet sich die Statue der Medea, die in ihren Händen das Goldenen Vlies hält. Bewundernswert ist auch das Eckgebäude am Platz mit einer großen astronomischen Uhr. Wir schlendern über die Piazza Moedani, bevor wir wieder zum Bus kommen und Richtung Zugdidi aufbrechen. Gegen 14 Uhr kommen wir dort an. Natia sucht uns eine kleine Imbiss-Stube, wo wir Chachapuri und Getränke verköstigen. Anschließend besuchen wir den Dadiani- Fürstenpalast. Wir weißen zwar nicht warum, aber alles ist aus Frankreich und schön verschmuckt :-), wisst Ihr noch? Ab hier sind es noch 136 Kilometer bis Mestia, aber nur eine halbe Stunde bis zum Enguri-Staudamm, wo wir zu einem Fotostopp halten. Die Staumauer ist 750 Meter breit und 271,5 Meter hoch. Sie ist die höchste Bogenstaumauer der Welt und das gewaltigste Bauwerk Georgiens. Weiter geht es durch den großen Kaukasus. Nach jeder Kurve tut sich ein neues prachtvolles Bild auf. Der Schnee glitzert auf den Bergen, die von der Sonne angestrahlt werden. Es ist einfach großartig. An einer Stelle fließen der Enguri und der Chuberi zusammen und bilden den schnellsten Fluss des Kaukasus. Gegen 20 Uhr kommen wir im Zentrum von Mestia an. Schon von Weitem ist Musik zu hören. Wollt Ihr aussteigen? fragt Natia. Na und ob! Auf dem Marktplatz von Mestia ist die Dorfjugend versammelt und feiert ein Rockkonzert. Ein bisschen zu laut für uns, aber naja – so ist das eben. Wenigstens kann ich mir für ein paar lumpige Euro ein (Figur schmeichelndes :-)) T-Shirt, das ich dann doch nicht tragen werde, und andere dringend notwendige Sachen kaufen. Dann verlassen wir schnell diesen, heute überaus lauten, Ort und fahren in unser lauschiges Hotel Banguriani. Da wir zu spät kommen, ist das Essen kalt, trotzdem muss keiner hungern. Und der trockene rote Hauswein, auf den wir eingeladen sind, schmeckt ausgezeichnet :-), da hat sich Eberhardt mal wieder nicht lumpen lassen. Kurz vor dem Schlafen gehen, bekomme ich noch einen Kamm geschenkt und es trifft eine Kleiderspende ein. Danke, Ihr Lieben! Was mit meinem Koffer ist, weiß ich immer noch nicht. Aber, dass den einer nach Svanetien bringt, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Schauen wir mal, morgen ist auch noch ein Tag. Gute Nacht!

3. Tag, Sonnabend, 27.05.2017 Ein Tag in Svanetien


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Nach dem Frühstück fahren wir zum Queen-Tamar Flughafen. Das futuristische Flughafengebäude passt so gar nicht zu den mittelalterlichen Türmen, die die Region prägen. Oder doch? Das Projekt stammt von einem Berliner Architekten namens Jürgen Mayer und wurde 2010 gebaut. Anschließend fahren wir zum Museum, das an das Leben, den Ruhm und den Tod des Bergsteigers Chergiani erinnert. Außer uns ist hier eine Gruppe einheimischer Jugendlicher unterwegs, die auf den Spuren ihrer georgischen Geschichte wandeln. Nach ihnen dürfen wir hinein. Im ersten Raum befinden sich einige Glasvitrinen, die das Leben des berühmten, 1968 verunglückten, Bergsteigers Chergiani schildern. Geführt werden wir erst von Natja und dann von einem Georgier. Moment mal, den kenne ich doch. Das ist doch der Neffe vom Chergiani. Dieses Mal traue ich mich, zu fragen, ob er sich mit mir fotografieren lässt. Wow :-), das gefällt mir. Nun fahren wir zum Matschubi-Museum. Ich erinnere mich, dass es auf dem Weg eine kleine Bude gibt, wo wir svanetisches Kräutersalz kaufen können. Dem ist auch so. Ein steiler Weg führt hierher und bis zum Museum. Ein Matschubi ist ein (ur-) altes svanisches Wohnhaus. In der Mitte befindet sich eine Feuerstelle. An dieser gibt es eine Art Thron, ein Holzsessel, auf dem nur der Familienälteste Platz nehmen durfte. Ringsherum sind Holzgestelle, in deren unteren Teil das Vieh untergebracht war und im oberen Teil die Menschen schliefen. Im gleichen Raum wurde auch gekocht und gegessen und sonst noch was. Mehrere Monate im Winter verbrachten die Familien hier. Wir gehen auch noch in den Keller, wo Vorräte sowie Wein und Honig gelagert wurden. Hier ist es dunkel und kalt. Nachdem wir das Matschubi verlassen haben, wartet ein weiteres Abenteuer auf uns. Wir besteigen einen Wehrturm. Drinnen ist es stockduster und man muss mehrere Barrieren überwinden, ehe man von einer Etage auf die andere kommt. So konnten sich die Svanen vor Angreifern schützen. Für uns ist es eine abenteuerliche Kletterpartie. Nun ist der Vormittag vorbei und wir wollen mit dem Sessellift auf den Zuruldi-Berg fahren, um dort die schöne Aussicht zu genießen und etwas zum Mittag zu essen. Es beginnt zu regnen. Noch sind wir optimistisch und fest entschlossen, unseren Plan umzusetzen. Wir fahren acht Kilometer nach Hatsvali. Inzwischen regnet es schon mehr. Natia und ich erkunden die Lage. Keine Chance. Es ist nicht erlaubt und wäre auch unvernünftig, jetzt mit dem Sessellift zu fahren. Also kehren wir um. Wir fahren ins Zentrum von Mestia und kehren im Café Laila ein. Wir probieren verschiedene georgische Gerichte, wie Suppen und fleischgefüllte Teigtaschen. Es ist gemütlich hier. Es regnet immer noch. Der Tag ist noch jung und wir fahren nun ins Historische Museum von Mestia. Hier sind neben alten Münzen und Speerspitzen, wertvolle Ikonen und Bücher zu bewundern. Es ist 15 Uhr. Immer noch zu früh, ins Hotel zu fahren. Natia macht eine Kirche ausfindig, in der es wertvolle Fresken zu sehen gibt. Es ist die Prophet Jonah Kirche in einem Ort vor Mestia (Lapatli). Vor dem Kirchlein haben sich ein paar tief schwarz gekleidete Frauen getroffen und bereiten ein Mahl vor. Diesen traurigen Grund möchten wir lieber nicht wissen. Das Kirchlein ist ziemlich mitgenommen, von den wertvollen Wandmalereien ist kaum etwas zu sehen. Außerdem sieht sie irgendwie verräuchert aus. Auf Nachfrage erfahren wir, dass hier Fleisch zubereitet wurde. Nun ja, auch alle Gläubigen müssen irgendwann etwas essen. Endlich hat es aufgehört zu regnen. Wir fahren zurück nach Mestia und verbringen dort eine Stunde Freizeit. Hätten wir gewusst, dass es erst 20 Uhr Abendessen gibt, hätten wir auch noch länger bleiben können.

4. Tag: Sonntag, 28.05.2017 Ushguli


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Mit einem gemütlichen Frühstück und viel Sonne starten wir in den Tag. Halb Zehn kommen drei Allrad-Jeeps angefahren und holen uns ab. Wir fahren heute in das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Europas – nach Ushguli. Zunächst einmal geht es eine ganze Zeit lang über eine asphaltierte Straße. Und was soll hier dran nun abenteuerlich sein? Na wartet mal, gleich geht es los. Denn plötzlich ist die Straße zu Ende und es beginnt ein Ruckel und Gezuckel durch Schlamm und aufgewühlte Erde. Wir werden ordentlich durchgerüttelt. Mehrmals müssen wir Wasserläufe überqueren, die als rauschende Bäche von oben herabgestürzt kommen, sich über die Straße ergießen, um sich dann weiter den Weg durch die Berge zu suchen. Das ist nichts für schwache Nerven. Fast zwei Stunden dauert es, bis wir unseren ersten Fotostopp am Turm der Liebe einlegen. Warum wird der Turm so genannt? Weil zwei junge Menschen in einander verliebt waren, jedoch verfeindeten Familien angehörten. Sie verabredeten sich an dem Turm, um gemeinsam zu fliehen. Die Familie des (reichen) Mädchens aber bekam Wind davon. Sie ermordeten den Jüngling, der einer ärmeren Familie angehörte, um zu verhindern, dass sich die Beiden heimlich vermählen. Und so kam der junge Mann niemals zum Turm. Das Mädchen aber wartete und wartete. Bis zu ihrem Tod. :-( Heute gehört der Turm einem einheimischen Bauer, der einen Lari Eintritt pro Person haben will. Auch einen seiner wunderschönen Bergkristalle kann er noch verkaufen. Wir fahren weiter Richtung Ushguli bis wir von einer Reifenpanne aufgehalten werden. Wir staunen nicht schlecht, ruck zuck ist der Reifen gewechselt. Auf dem Weg nach Ushguli besuchen wir die Santa Barbara Kirche. Diese ist auch eher ein Kirchlein, jedoch sind die wertvollen Fresken hier besser erhalten als in der Kirche, die wir gestern besuchten. Nadja zündet eine Kerze an, bevor wir unseren Weg fortsetzen. Inzwischen regnet es und der sowieso schon unbefestigte Weg verwandelt sich in eine riesige Eierpampe. Gegen 14 Uhr kommen wir in Ushguli an. Zuerst besuchen wir die Lamaria Kirche. Auch diese muss für uns extra aufgeschlossen werden. Die meisten Kirchen in Svanetien sind verschlossen, weil sie wertvolle Ikonen aus dem 5. und 6. Jahrhundert und andere Kostbarkeiten bewahren. Nur unter strenger Aufsicht darf man hinein. Eigentlich dürfen Frauen in Hosen die Kirchen nicht betreten. Jedoch hat man sich hier den Touristen angepasst und akzeptiert ein um die Hüfte gebundenes Tuch. Ebenfalls ist es erwünscht, dass Damen sich den Kopf bedecken. Meistens haben wir unsere eigenen Tücher dabei. Und wenn nicht, gibt es vor den Kirche Körbe, aus denen man sich ein Tuch leihweise entnehmen kann. Nach der Besichtigung regnet es immer noch und wir fahren ins Café Koshka. Hier ist es, wie immer, rappelvoll. Doch wir haben Glück, denn eine Gruppe ist gerade fertig und wir können deren Tisch übernehmen. Es gibt Kaffee, Tee, Chachapuri und Gemüsesuppe, je nach Wahl. Als wir uns gestärkt haben, scheint endlich die Sonne und wir können ein Stück zu Fuß gehen. Auf dem Rückweg legen wir nochmals einen Fotostopp an den faszinierenden mittelalterlichen Türmen ein. Auf der Rückfahrt regnet es abermals und der Weg führt wieder durch Matsch und Pampe. Aber wir sitzen trocken im Auto und uns macht das nichts. Den letzten Stopp legen wir kurz vor Mestia ein. Hier gibt es eine natürliche Quelle mit saurem Mineralwasser. Nur ein Tapferer von uns getraut sich, das Wasser zu probieren. Halb sechs sind wir zurück am Hotel. Heute essen wir am Abend bei einer Familie. Da sich das Heim unserer Gastgeber in der Nähe befindet, gehen wir zu Fuß. Drei fröhliche Kinder toben im Hof. Auf einem Feuerchen brutzeln Schaschliks. Der Tisch ist gedeckt. Wir fühlen uns willkommen. Zunächst probieren wir die köstlichen Vorspeisen. Neben Tomaten und Gurken, gibt es georgischen Salat, mit Walnusspaste gefüllte Auberginen und ein Töpfchen Bohnen für jeden. Dazu georgischen Hauswein, Erdbeersaft und Wasser. Es folgen unglaublich leckere Hähnchen, Chachapuri und die Schaschlikspieße. Zum Nachtisch gibt es Kuchen. Vielen Dank an unsere georgischen Gastgeber.

5. Tag: Montag, 29.05.2017 Sonne satt – Wanderung zum Gletscher – Sessellift mit Aussicht


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Nach dem Frühstück werden wir wieder von drei Jeeps abgeholt. Wir fahren Richtung Flughafen und dann noch ca. zehn Kilometer über die holprige Piste. An einer abenteuerlich wirkenden Brücke steigen wir aus. Ab hier geht es zu Fuß weiter. Über die Brücke dürfen immer nur zwei Personen gehen. Es wackelt ein bisschen – nur nicht die Nerven verlieren. Danach geht es anderthalb Kilometer steil bergauf. Der Himmel ist blau, die Sonne lacht und die Bergspitzen sind mit Schnee bedeckt. Es geht weiter steil bergauf. Manchmal auch ein wenig bergab. Neben uns rauscht ein mächtiger Fluss. Wir klettern über Steine – große und kleine. Immer weiter. Manchmal kommen uns Wanderer entgegen, ein schwarzer Hund überholt uns. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Irgendwann, nach einer weiteren Klettertour ist es geschafft. Wir erblicken, nachdem wir 420 Höhenmeter überwunden haben, den Chalaadi-Gletscher. Jetzt heißt es erst einmal durchatmen. Bald danach machen wir uns auf den Rückweg. Unterwegs gönnen wir uns eine Pause und ein leckeres Picknick. An der frischen Luft schmecken Brot, Käse, Wurst und Tomaten doch nochmal so gut. Zum Nachtisch gibt es, außer Äpfeln und Keksen, Tschurtschela – eine georgische Süßigkeit aus Walnüssen und eingedicktem Weintraubensaft. Nun bleibt uns nichts weiter übrig, als den anstrengenden Weg zurück einzuschlagen. Müde, erschöpft aber glücklich, kommen wir an der Brücke an. Wieder Step by Step, immer schön in Zweiergruppen, kehren wir zu unseren Jeeps zurück. Auf dem Weg zum Hotel Banguriani kommen wir am Flughafen vorbei. Schau an – da steht ein Flugzeug :-). Vanilla Sky heißt die Fluggesellschaft, die Mestia anfliegt. Eine halbe Stunde Pause ist uns im Hotel vergönnt. Schnell die verschwitzten Sachen wechseln, einen Kaffee trinken oder ein zehn Minuten Schläfchen, dann geht das Programm schon weiter. Wir fahren noch einmal nach Hatsvali. Von hier aus bringt uns der Sessellift auf 2300 Meter Höhe. Das Restaurant Zuruldi liegt sogar noch vierzig Meter höher. Es ist das höchstgelegene Restaurant Georgiens. Dort erwartet uns eine gewaltige Aussicht. 360 Grad rund um nur Berge, Berge, Berge. Und dazu strahlend blauer Himmel und Sonne satt. Schöner geht's nicht. Der Große Kaukasus verabschiedet sich würdig von uns. Diese Erinnerung bleibt für immer.

6. Tag: Dienstag, 30.05.2017 Geburtstage – Zugdidi – Kutaisi


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Der Tag sollte mit einem Lied beginnen. Und so bekommen unsere Geburtstagskinder ihr Ständchen. Heute verlassen wir Mestia, den Kaukasus und Svanetien. Fünf lange Fahrstunden liegen vor uns. Die fantastischen Aussichten lassen die Zeit jedoch (fast) wie im Flug vergehen. Zum Mittagessen kehren wir im Restaurant Host ein, wo uns unsere Geburtstagskinder auf ein Glas Rotwein und eine Khinkali-Verkostung einladen. Gar nicht so einfach, die Dinger auszuzutscheln, was? Aber es schmeckt! Dankeschön :-)! Noch knapp hundert Kilometer bis Zugdidi. Die Stadt ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Wir fahren nach Motsmeta, der Märtyrerstätte. Hier liegen die sterblichen Überreste zweier Fürstensöhne, die im 11. Jahrhundert gegen die Araber gekämpft und verloren haben. Sie wurden gefoltert, getötet und ihre Leichen in den Fluss geworfen. Dorfbewohner holten die Körper der Geschundenen aus dem Fluss und versteckten diese. Später wurde die Kirche gebaut, in der ein gläserner Sarg steht, in dem sich die Gebeine befinden. Heute tragen sie dazu bei, Wünsche zu erfüllen. Nicht nur Kinder glauben daran. Auch Erwachsene kriechen unter dem gläsernen Sarg hindurch, um ihre Wünsche wahr werden zu lassen. Unser nächstes Ziel ist das Gelati-Kloster. Hier sind David der Erbauer und andere Könige sowie Königinnen Georgiens begraben. Gelati war bekannt für Gold- und Silberschmiedekunst. Außerdem gab es hier eine Akademie, an der berühmte Professoren lehrten. Alles ist lange her. Heute treten sich hier die Touristen gegenseitig auf die Füße und rastlose Restauratoren versuchen, die Anlage instand zu halten. Unser letztes Ziel heute ist die Bagrati-Kathedrale. Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut, wurde sie fünfhundert Jahre später von osmanischen Feinden in die Luft gesprengt. Erst 1952 begannen die ersten Wiederaufbauarbeiten. Seit 2012 sind diese weitestgehend fertig gestellt. Uns zieht es jetzt ins Hotel. Endlich ein bisschen frisch machen. Dann fahren wir zum Restaurant Palata. Heute werden sich die Tische unter den Speisen biegen. Was für ein Mahl. Wir haben gemeinsam protokolliert, was es alles zu essen gab: Gurken- Tomatensalat, Geflügel in Walnuss-Soße mit Safran, Spinatbällchen (mit Koriander), Salat mit gebratenem Hähnchen, Weißbrot; Chachapuri, Schaschlik, Pommes Frites, Bohnensalat, Peperonisalat, Mirabellensoße, eingelegte Pilze; Kaffee und Tee, große Obstteller. Dick und rund gefuttert, spazieren wir zum Hotel zurück. Ein weiterer schöner Tag in Georgien geht zu Ende. Gute Nacht, Ihr Lieben.

7. Tag: Mittwoch, 31.05.2017 Stalin – Höhlenstadt Upliziche – Brot backen bei Iago


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Mit gepackten Koffern treten wir unseren Weg nach Tbilissi an. Heute haben wir viel vor. Zunächst einmal stoppen wir am Georgischen Parlamentsgebäude, dass von außen wie eine Schildkröte aussieht. Man kann nur hoffen, dass die Parlamentarier nicht den Übereifer einer Schildkröte an den Tag legen. Unser nächstes Ziel ist Gori. Hier fahren wir jedoch erst einmal vorbei und besuchen Uplisziche, eine alte Höhlenstadt. Im 15. Und 16. Jahrhundert tobte hier das Leben. Es gibt einen roten Saal, einen einfachen Saal, eine Apotheke und andere geschichtsträchtige Höhlenzimmer. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich das Leben damals hier vorstellen. Es ist sehr windig und wir (Frauen) wünschten, wir hätten unser Drei-Wetter-Taft dabei :-). Nach vielen Klettertouren erreichen wir den Ausgang, der über eine steile Treppe nach unten führt. Im Restaurant gönnen wir uns Kaffee und Kuchen – so viel Zeit muss sein. Nun geht es doch noch nach Gori, wo wir das Geburtshaus von Stalin besuchen. Auch in das Stalinmuseum werfen wir einen Blick. Will wirklich jemand Tassen, Flaschen oder andere, mit Stalins Konterfei verzierten Dinge, kaufen? Wir sind irritiert. Schnell weg hier. Wir fahren zu Iago und tauchen wir tief in den georgischen Alltag ein. Geschickt stellen wir uns beim Brot backen an. Auch das Falten der Khinkalitaschen klappt. Und aufgefädelte Walnüsse in eingedickten Traubensaft tauchen? Geschenkt! Das Abendessen haben wir uns verdient. Wie schön, dass uns georgische Sänger durch den Abend begleiten. Dato ist unser Tamar. Seine Trinksprüche sind ziemlich ernst. Wir trinken auf den Frieden und auf die Freundschaft. Auch wir tragen unser Lied zur Abendgestaltung bei. Wenn alle Brünnlein fließen, klingt doch gar nicht so schlecht, was? :-).

8. Tag: Donnerstag, 01.06.2017 Mzcheta und Emaille-Workshop


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Am Vormittag fahren wir in die alte Hauptstadt Georgiens – Mzcheta. Wir besichtigen die kleine Kreuzkuppelkirche – Djvari Kirche – die auf einem Vorsprung des Sagurani-Bergrückens thront. Von hier aus haben wir einen atemberaubenden Blick auf Mzcheta. Anschließend besuchen wir die Lebensspendende-Säule-Kathedrale Sweti-Zchoweli im Zentrum der Stadt. Nach so viel Kultur und Geschichte tut der Bummel über den Souvenirmarkt gut. Zurück in Tbilissi kehren wir beim Bäcker, der auf traditionelle Weise Brot bäckt, ein und verspeisen im Anschluss unsere erworbenen Köstlichkeiten im Park. Am Nachmittag erwartet uns ein spannender Workshop. Nach uralter Handwerkstradition werden in Tbilissi wunderschöne Schmuckstücke aus Emaille hergestellt. Das probieren wir heute aus. Mit mehr oder weniger großer Mühe, stellt jeder sein eigenes Schmuckstück her. Das ist ein Souvenir, das man in keinem Laden kaufen kann. Großartig! Den Abend verbringen wir im Restaurant Mühle. Es ist eines der bekanntesten und beliebtesten Restaurants Tbilissis. Nicht nur, dass sich die Tische unter den Speisen biegen, begleitet wird der Abend von einer exzellenten Folkloregruppe. Es wird getanzt und gesungen – vom Feinsten. Auch dieser Abend wird unvergesslich bleiben.

9. Tag: Freitag, 02.06.2017 Tbilissi


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Am Vormittag spazieren wir durch die schöne Hauptstadt Georgiens – Tbilissi. Wir sehen erhaltene Teile der Stadtmauer, fassen dem Lampenanzünder an den Po :-) und bewundern das Gabriadze Marionettentheater. Nach dem Spaziergang durch die Altstadt, überqueren wir die Friedensbrücke und kommen zur Bodenstation der Seilbahn. Der Betrieb beginnt erst um Elf und wir spazieren weiter zur Metechi-Kirche, die einst, zusammen mit dem Metechi-Schloss, auf Geheiß von König Wachtang, errichtet wurde. Nun fahren wir mit der Seilbahn zur Narikala Festung. Im 4. Jahrhundert wurde die Festung erbaut und in den folgenden Jahren immer wieder erweitert. Eines Tages jedoch flog das im Keller gelagerte Schießpulver in die Luft und zerstörte die ganze Festung. Was heute noch erhalten ist, stammt aus dem 16. Und 17. Jahrhundert. Wir spazieren zur Mutter Georgiens, einer zwanzig Meter hohen Skulptur aus Aluminium. Die Meinungen über die Schönheut der Skulptur gehen weit auseinander. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf Tbilissi. Treppab geht es zunächst zu einem Wasserfall und anschließend hinab bis ins Bäderviertel. Wir spazieren durch einen kleinen Park und gelangen an eine Bootsanlegestelle. Hier werden wir, während einer Fahrt auf dem Mtkvari-Fluss, wieder einmal kulinarisch verwöhnt. Der Nachmittag steht für eigene Unternehmungen zur Verfügung. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel fahren wir zu unserem letzten Abendessen. Das Restaurant Poliphonia ist so versteckt, dass es Natia und Koba kaum finden. Von außen ist dem Haus jedenfalls nicht anzusehen, dass sich hier im Keller so eine außergewöhnliche Lokalität versteckt. Unter steinernen Bögen kosten wir heute südgeorgische Küche, deren Gerichte sich von denen, die wir bisher kennenlernten, unterscheiden. Es gibt, neben dem üblichen Gurken-Tomatensalat, zum Auftakt eine Käseplatte, köstlich gewürzte grüne Bohnen, dann Graupensalat (?), gebratenes Hühnchen, Nudeln in Sahnesoße und was noch? Ich weiß es nicht mehr, aber es waren wieder eine Fülle von Speisen mit einer ganz neuen Geschmacksnote. Nun heißt es aber: schnell ins Bett, denn die Nacht wird kurz.

10. Tag: Sonnabend, 03.06.2017 Heimreise


Der erste Transfer zum Flughafen geht um Zwei. Der nächste halb Drei. So kommt es, dass wir alle gegen Mittag wieder zu Hause sind. Im Gepäck einen riesigen Rucksack voller Eindrücke und Erinnerungen.

Liebe Reisefreunde, ich hoffe, dass Sie alle gut zu Hause angekommen sind. Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken, dass Sie mit mir auf diese ungewöhnliche Reise gegangen sind. Ich hoffe, Sie haben viel Freude an Ihren einzigartigen Schmuckstücken aus Emaille. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei den Erinnerungen an unsere Erlebnisse und freue mich auf ein Wiedersehen.
Herzliche Grüße Ihre Reisebegleiterin und Georgien-Produktmanagerin Sabine Letzybyll

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