Rundreise Griechenland – die Wiege der Kultur Europas
Reisebericht: 26.03. – 10.04.2026
Griechenland fasziniert mit reicher Geschichte, beeindruckenden Landschaften und mediterranem Flair – ein Land, in dem Kultur, Natur und Lebensfreude auf besondere Weise zusammenkommen...
Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein
1. Tag – Donnerstag, 26.03.2026: Anreise (ab Dresden = 922 Bus–km)
Voller Vorfreude traf sich der erste Teil unserer Reisegruppe am Flughafen in Dresden – der Startschuss für eine mehr als zweiwöchige Reise in den sonnigen Süden war gegeben... Nach und nach füllte sich der Reisebus, bis schließlich alle Teilnehmer eingetroffen waren und unsere gemeinsame Fahrt beginnen konnte. Die Route führte uns zunächst vorbei an Nürnberg, Ingolstadt und München in Richtung Inntal. Bereits am frühen Nachmittag überquerten wir die Innbrücke zwischen Kiefersfelden und Kufstein und passierten damit die deutsch-österreichische Grenze. Entlang des Inns ging es weiter bis nach Innsbruck, wo wir das Inntal verließen und zum Brennerpass hinauffuhren – mit gut 1.300 Metern der niedrigste Übergang über den Alpenhauptkamm und zugleich Grenzpass zwischen Österreich und Italien. Dort wurden wir überraschend von einem echten Wintereinbruch empfangen. Glücklicherweise blieb uns jedoch größerer Stau erspart, sodass wir unsere Reise ohne nennenswerte Verzögerungen fortsetzen konnten. Anschließend folgten wir dem Eisack flussabwärts bis nach Bozen, der Landeshauptstadt Südtirols, und fuhren weiter durch das malerische Etschtal in Richtung Süden. Vorbei an Trient und Rovereto erlebten wir schließlich einen deutlichen Landschaftswechsel: Bei Verona erreichten wir die weite Po-Ebene. Rund 15 Kilometer südlich der Stadt bezogen wir unsere gemütlichen Zimmer im familiengeführten Landhotel „Corte Castelletto“ in Nogarole Rocca/Pradelle. Den ereignisreichen Tag ließen wir bei einem typisch regionalen Drei-Gänge-Menü ausklingen – natürlich durfte dabei auch die klassische italienische Pasta nicht fehlen. Mit einem Glas Hauswein wurde der Abend abgerundet, und schon bald machte sich wohlige Müdigkeit breit.
2. Tag – Freitag, 27.03.2026: Weiterfahrt nach Ancona – Fährüberfahrt nach Igoumenitsa (335 Bus–km)
Nach einem gemütlichen Frühstück setzten wir unsere Reise auf der Brennerautobahn weiter in Richtung Süden fort. Zügig durchquerten wir die Region Emilia-Romagna und passierten dabei die Städte Modena und Bologna am südlichen Rand der Po-Ebene. Ab Bologna führte unsere Route weiter entlang der Adriaküste. Vorbei an der eindrucksvoll auf einem Felsrücken des Monte Titano gelegenen Republik San Marino erreichten wir schließlich Rimini. Kurz darauf überquerten wir die Grenze zur Region Marken, und gegen Mittag kamen wir in der Hafenstadt Ancona an, der Hauptstadt dieser Region. Am Hafenbüro unserer Fährgesellschaft Superfast Ferries erhielten wir rasch unsere Bordkarten. Anschließend war jedoch etwas Geduld gefragt, da sich die Sicherheitskontrolle verzögerte und wir erst nach einer Wartezeit an Bord unseres Fährschiffes „Superfast IV“ gehen konnten. Glücklicherweise blieb uns dennoch genügend Zeit, das Schiff auf eigene Faust zu erkunden. Am späten Nachmittag verließen wir mit leichter Verspätung den Hafen von Ancona. Begleitet von stürmischem Wetter und Regen begann unsere Überfahrt. Zum Abendessen trafen wir uns im Self-Service-Restaurant, bevor wir uns nach und nach in unsere Kabinen zurückzogen und den Tag entspannt ausklingen ließen.
3. Tag – Samstag, 28.03.2026: Igoumenitsa – Dodona – Ioannina – Thessaloniki (350 Bus–km)
Trotz der leicht bewegten See verlief die nächtliche Überfahrt insgesamt ruhig, sodass wir uns am Morgen gut erholt zu einem gemeinsamen Frühstück trafen. Schon bald kamen die ersten Küstenlinien in Sicht: Wir erblickten Albanien und sogar die griechische Insel Korfu am Horizont. Mit etwas mehr als 30 Minuten Verspätung erreichten wir schließlich den Hafen von Igoumenitsa, wo uns unsere örtliche Reiseleiterin Anastasia bereits herzlich und bei Sonnenschein empfing. Auf der anschließenden Fahrt durch die beeindruckende Berglandschaft der Region Epirus stellte sie sich vor und erzählte unterhaltsam, warum Deutsch für sie nicht Mutter-, sondern „Großmuttersprache“ ist. Neben persönlichen Einblicken erhielten wir auch viele interessante Informationen über das Leben in Griechenland. Nach kurzweiliger Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel, die Stadt Ioannina. Dort wurden wir jedoch zunächst durch eine Straßensperrung aufgehalten, die unserem Busfahrer Andreas einiges an Geduld im lebhaften griechischen Verkehr abverlangte. Als es dabei sogar zu einer leichten Kollision mit einem Pkw kam, mussten wir auf die Polizei warten. Kurzerhand zogen wir unsere Mittagspause vor, und nach etwa einer Stunde konnten wir unser Programm glücklicherweise fortsetzen. In Ioannina begaben wir uns fortan auf eine kleine Zeitreise in die Epoche, als Griechenland Teil des Osmanischen Reiches war. Bei einem Rundgang erkundeten wir die malerische Burgstadt mit ihrer Akropolis, der Zitadelle, dem Normannischen Turm, der Fetije-Moschee sowie den Überresten des Ali-Pascha-Mausoleums. Mittlerweile war es Nachmittag geworden, und noch rund 250 Kilometer lagen vor uns, bevor wir Thessaloniki erreichten. Dort bezogen wir unsere Zimmer im zentral gelegenen, modernen „Capsis Hotel“, das für die kommenden vier Nächte unser Ausgangspunkt sein sollte. Außerdem begrüßten wir vier weitere Reiseteilnehmer, die im Laufe des Tages aus Deutschland eingeflogen waren und unsere Gruppe komplettierten. Ein gemeinsames Abendessen vom reichhaltigen Buffet bildete schließlich einen gelungenen Abschluss dieses ereignisreichen Tages.
4. Tag – Sonntag, 29.03.2026: Philippi – Kavala – Amphipolis (347 Bus–km)
Heute führte uns unsere Reise gen Osten durch die fruchtbare Kleine Makedonische Ebene, vorbei am Kleinen und Großen See. Gedanklich begleitete uns dabei Philipp II. Unsere Reiseleiterin Anastasia verkürzte die Fahrt mit unterhaltsamen Einblicken in den griechischen Alltag und mit ersten Ausführungen zur umfangreichen Geschichte Griechenlands. Unterwegs legten wir einen ersten kurzen Stopp in einer Konditorei ein, wo wir zahlreiche süße Spezialitäten probieren konnten. Es fiel schwer, den vielen Versuchungen zu widerstehen – so wanderte schließlich die ein oder andere Leckerei in unsere Taschen. Besonders überzeugten die Kourabiedes, ein traditionelles, vor allem zur Weihnachtszeit beliebtes Mandelgebäck. Anschließend besuchten wir die Ausgrabungsstätte von Philippi. Die bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründete Stadt erhielt ihren Namen nach der Eroberung durch Philipp II. Einst ein bedeutendes Handelszentrum, zählt sie heute zu den wichtigsten römischen Ausgrabungsstätten und gilt als Ort der ersten christlichen Gemeindegründung Europas durch den Apostel Paulus von Tarsus. Auf den Spuren der frühen Christen ging es weiter zum sogenannten Taufbecken der Lydia von Thyatira, der ersten auf europäischem Boden getauften Christin. Am frühen Nachmittag erreichten wir die Hafenstadt Kavala, wo wir unsere Mittagspause verbrachten und uns in einer der zahlreichen Tavernen stärkten. Die Stadt wurde einst von Siedlern der Insel Thasos als Neapolis gegründet und in byzantinischer Zeit in Christoupolis umbenannt. Ihren heutigen Namen verdankt sie ihrer Funktion als bedeutende Poststation entlang der Via Egnatia, wo einst die Pferde gewechselt wurden (italienisch cavallo). Die bewegte Geschichte Kavalas spiegelt sich bis heute in ihrer Architektur wider – besonders beeindruckend sind das osmanische Aquädukt aus dem 16. Jahrhundert sowie die Zitadelle aus der venezianischen Zeit im 15. Jahrhundert. Auf dem Rückweg machten wir schließlich noch Halt in Amphipolis, um das berühmte Löwendenkmal zu besichtigen. Die über vier Meter hohe Statue aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. war einst Teil eines monumentalen Grabmals, dessen ursprüngliche Größe heute nur noch zu erahnen ist.
5. Tag – Montag, 30.03.2026: Thessaloniki (15 Bus–km)
An diesem sonnigen Vormittag erkundeten wir Thessaloniki bei einer abwechslungsreichen Stadtrundfahrt – der Heimat unserer Reiseleiterin Anastasia. Zunächst führte uns die Strecke entlang der weitläufigen Hafenpromenade. Am markanten Weißer Turm, einem der letzten Überreste der osmanischen Stadtbefestigung, legten wir einen Halt ein. Von dort spazierten wir weiter zum eindrucksvollen Denkmal von Alexander der Große, der bis heute eine allgegenwärtige Figur in Makedonien ist. Im Anschluss ging es quer durch die Stadt, u. a. vorbei am Galeriusbogen und der Rotunde, hinauf zur alten Zitadelle oberhalb der Altstadt. Von hier bot sich uns ein herrlicher Panoramablick über die zweitgrößte Stadt Griechenlands, die von ihren Bewohnern auch liebevoll Saloniki genannt wird. Zurück im Zentrum besichtigten wir die imposante Kirche Agios Dimitrios, eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Landes. Danach setzten wir unsere Erkundung zu Fuß fort: Nur wenige Schritte entfernt entdeckten wir das römische Forum und gelangten schließlich zum lebhaften Aristoteles-Platz, einem der schönsten Plätze der Stadt. Den Abschluss bildete ein Spaziergang über den geschäftigen Kapani-Markt mit seinem bunten Treiben. In einer traditionellen Ouzerie ließen wir die Eindrücke bei einem Glas Ouzo und köstlichen kleinen Speisen entspannt ausklingen. Am Nachmittag blieb schließlich noch Zeit, die Stadt individuell weiter zu entdecken oder in einer der zahlreichen gemütlichen Tavernen einzukehren.
6. Tag – Dienstag, 31.03.2026: Berg Athos (252 Bus–km)
Am heutigen Tag entschied sich der Großteil unserer Reisegruppe für den fakultativen Ausflug zum Berg Athos. Früh am Morgen erwartete uns bereits ein griechischer Reisebus samt unserem freundlichen Fahrer Iordanis, der uns nach Ouranoupolis bringen sollte. Unser eigentlicher Busfahrer Andreas hatte aufgrund der gesetzlich geregelten Lenk- und Ruhezeiten einen wohlverdienten freien Tag. Die Fahrt führte uns erneut in östlicher Richtung durch die von Olivenhainen geprägte Landschaft bis an die Westküste des sogenannten „dritten Fingers“ der Halbinsel Chalkidiki. Währenddessen unterhielt uns Anastasia mit spannenden und zugleich unterhaltsamen Einblicken in die griechische Kaffeekultur. Etwa auf halber Strecke legten wir eine Pause an einer Konditorei ein, die neben Espresso und Frappé auch eine Vielzahl griechischer und internationaler Leckereien bereithielt. Frisch gestärkt setzten wir unsere Fahrt über Stavros bzw. entlang der landschaftlich reizvollen Ostuferstraße Chalkidikis fort und erreichten pünktlich Ouranoupolis, den Ausgangspunkt für unseren Schiffsausflug entlang der Küste der Mönchsrepublik Athos. Besonders für Frauen ist dies bis heute die einzige Möglichkeit, einen Blick auf die jahrhundertealten Klöster und Einsiedeleien zu werfen, da ihnen der Zutritt zur autonomen Mönchsrepublik weiterhin verwehrt ist. Aus diesem Grund hielt auch unser Schiff stets einen Mindestabstand von etwa 500 Metern zur Küste ein. Entgegen aller Prognosen zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite: Ein angenehmer Mix aus Sonne und Wolken ermöglichte es uns sogar, die Außenplätze auf dem Schiff zu nutzen. Nach etwa 90 Minuten Fahrt entlang der Küste, vorbei an zahlreichen eindrucksvollen Klosteranlagen, erreichten wir schließlich den am südlichen Ende der Landzunge gelegenen Berg Athos. Der 2.033 Meter hohe Gipfel, der oft von Wolken verhüllt ist, präsentierte sich uns an diesem Tag überraschend klar und majestätisch. Nach knapp drei Stunden legten wir wieder im Hafen von Ouranoupolis an. Dort blieb uns ausreichend Zeit für ein entspanntes Mittagessen in einer der zahlreichen Tavernen sowie einen gemütlichen Spaziergang durch die engen, malerischen Gassen des Ortes. Am Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Rückweg nach Thessaloniki, wo wir diesen wundervollen Tag bei einem schmackhaften Abendessen vom umfangreichen Buffet ausklingen ließen. Unterwegs holte uns dann schließlich doch noch der von den Meteorologen angekündigte Regen ein.
7. Tag – Mittwoch, 01.04.2026: Vergina – Olymp – Kalambaka (338 Bus–km)
Heute hieß es Abschied nehmen von Thessaloniki, denn unsere Weiterreise führte uns erneut durch die weite makedonische Ebene. Vorbei an zahlreichen Reisfeldern erreichten wir schließlich Vergina, die einstige Hauptstadt Makedoniens. Dieser Ort zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Nordgriechenlands, da er über Jahrhunderte hinweg als Begräbnisstätte der makedonischen Könige diente. Insgesamt wurden hier neun Königsgräber entdeckt – darunter auch das unberaubte Grab von Philipp II. Heute können diese beeindruckenden Funde direkt an ihrem ursprünglichen Ort besichtigt werden, geschützt unter einem gewaltigen Grabhügel, der ein Museum beherbergt. In der bewusst gedämpften, nahezu mystischen Dunkelheit waren wir tief beeindruckt von den kostbaren Gold- und Silberschätzen, die dort ausgestellt sind. Gegen Mittag setzten wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort – begleitet von anhaltendem Regen, der uns den gesamten Weg über nicht mehr verließ. Vom schneebedeckten Gipfel des Olymp war an diesem Tag leider nichts zu sehen; nicht einmal schemenhaft ließ sich der mit über 2.900 Metern höchste Berg Griechenlands am Horizont erahnen. Dennoch verstand es Anastasia, uns mit ihren lebendigen und oft humorvollen Geschichten über die griechischen Götter bestens zu unterhalten und trotz des Schmuddelwetters bei einigen von uns die Vorfreude auf die geplante Wanderung zu wecken. Ausgangspunkt war das charmante Bergdorf Litochoro, von wo aus sich einige Gäste auf den Weg in die beeindruckende Enipeas-Schlucht machten. Die Wanderung erinnerte ein wenig an eine Levada-Tour und führte durch eine reizvolle, nahezu unberührte Landschaft. Unter anderen Umständen wäre dies zweifellos ein echtes Highlight gewesen – doch leider zeigte sich der Wettergott an diesem Tag wenig gnädig. Auf der Weiterfahrt durch die Thessalische Ebene – nicht umsonst als „Kornkammer“ des Landes bekannt – in Richtung Kalambaka lauschten wir weiterhin gebannt den unterhaltsamen Geschichten aus der griechischen Mythologie. Dabei schien es fast, als seien die Hauptfiguren ausnahmslos „wunderschön“, und nicht selten spielten sich ihre Abenteuer auf idyllischen grünen Wiesen voller „hübscher Blümchen“ ab. Es war ein echtes Vergnügen, Anastasias lebendigen Erzählungen zuzuhören. Am frühen Abend erreichten wir schließlich unser stilvolles Hotel „Meteora“ in Kalambaka, direkt am Fuße der imposanten Meteora-Klöster. Dort ließen wir den Tag bei einem ausgezeichneten Abendessen in angenehmer Atmosphäre ausklingen.
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