Schottland im Frühling – das konnten 18 neugierige Alleinreisende mit Eberhardt Travel erleben
Reisebericht: 27.04. – 05.05.2026
Rosa Kirschblüten und gelb leuchtender Ginster, geheimnisvolle Abbeys, bunte Städte, leckere Verkostungen und Highlands mit schneebedeckten Gipfeln- Schottland eben.
Ein Reisebericht von
Marlies Thrum
Montag, 27.04.2026– Anreise zur Fähre Amsterdam–Ijmuiden
Wie immer geht es zeitig am Morgen los, für einige Gäste sogar schon mitten in der Nacht davor. Wir starten in Dresden und begrüßen nach und nach unsere Gäste, erst am Terminal in Ijmuiden steigt unser letzter Gast zu. Das Wetter ist uns hold heute und am blauen Himmel erscheinen Kondensstreifen von Flugzeugen die ein weißes Kreuz zeichnen ein kleiner Hinweis auf unser Ziel denn die schottische Flagge hat ja ein weißes Kreuz auf blauem Grund.
Pünktlich erreichen wir den Fährhafen in Ijmuiden, checken ein und genießen dann die Zeit, um das Schiff kennenzulernen. Zum Abendessen treffen wir uns und werden von einer üppigen Auswahl am Buffet begeistert. Da war für jeden etwas dabei. Zudem ist heute Kingsday, das Schiff fährt ja unter dänischer Flagge und so wird der Geburtstag des Königs gebührend gefeiert: alles erstrahlt in orange, selbst die Kuchen am Buffet. So lassen wir den Tag langsam ausklingen, das zeitige Aufstehen fordert Tribut und wir verabschieden uns- bis morgen.
Dienstag, 28.04.2026 Ankunft in Newcastle, Fahrt über die englisch–schottische Grenze, Melrose Abbey und Rosslyn Abbey
Die Nacht war ruhig und bescherte uns eine erholsame Überfahrt. Das Frühstücksbuffet ließ ebenso wie gestern abend nichts zu wünschen übrig und so treffen wir uns, um das Einlaufen in den Hafen zu beobachten. Problemlos geht es dann durch die Passkontrolle, auch unser Bus kommt zügig von der Fähre. England begrüßt uns mit einem wolkenverhangenen Himmel, doch es wird zunehmend heller. An Carter Bar, der englisch- schottischen Grenze, begrüßt uns Alan mit einem Ständchen- auf dem Dudelsack gespielt. Natürlich gibt es auch ein Tröpfchen vom Wasser des Lebens, dem Whisky. Herzlich willkommen in Schottland. Wir durchqueren die Borders, das Grenzland, in dem die Auseinandersetzungen zwischen England und Schottland ausgefochten wurden. Immer wieder betroffen, geplündert, niedergebrannt und wieder aufgebaut: die vier Grenzland -Abteien. Eine davon wollen wir uns heute anschauen: Melrose Abbey. In den letzten Jahren waren Sicherungsarbeiten an dieser Kirchruine vorgenommen worden aber wir können sie jetzt wieder betreten und uns beeindrucken lassen von den reichen Verzierungen und Steinmetzarbeiten. Eher ungewöhnlich für ein Zisterzienserkloster, aber es finden sich auch kuriose Sachen wie z. B das dudelsackspielende Schwein am Sims. Wer wollte konnte sich noch ein wenig in der Stadt umschauen, sie wurde immerhin einmal zur schönsten Stadt in den Borders gewählt. Wir setzen unsere Reise fort und erreichen kurz vor Edinburgh Rosslyn Chapel. Spätestens seit der Verfilmung von Dan Browns Roman "Der da Vinci Code" ist sie ein Anziehungspunkt für Besucher. Aber natürlich gibt es keinen geheimen Gang unter der Krypta, das ist reine Erfindung von Hollywood. Zwei Fluggäste sind in der Zwischenzeit zu unserer Gruppe gestoßen und gemeinsam erkunden wir diese Kirche, lauschen den Ausführungen der Mitarbeiter und bestaunen die unglaublich reiche Ausstattung. Da sind geheimnisvolle Bilder und Fresken, die wunderschöne sogenannte Lehrlingssäule, deren Geschichte ich im Bus erzähle, die feine Steinarbeit in der sogenannten Lady´s Chapel und bunte Glasfenster. Natürlich die Krypta, in der die Ritter der Familie Sinclair bestattet wurden. Schon 1456 wurde mit dem Bau begonnen, nach der Reformation jedoch verfiel das Gebäude und es war Königin Victoria, die bei einem Besuch den Wiederaufbau der Kirche anregte. Das war 1842 und 20 Jahre später wurden hier wieder Gottesdienste gehalten. Wir sind tief beeindruckt von diesem Bauwerk, wohl eine der schönsten Kirchen Schottlands. Unsere Fahrt führt uns weiter Richtung Norden und bevor wir den Firth of Forth überqueren gibt es noch einen Fotostopp mit einem Blick auf die berühmten Brücken über den Forth. Über die 2017 neu eröffnete Queensferry Crossing schließlich erreichen wir das Nordufer des Flusses, passieren den wunderschönen See Loch Leven. Am Abend erreichen wir unser Hotel in Blairgowrie. Wir checken ein und wollen uns zum Abendessen treffen, das ist heute aber später als geplant und so setzen wir uns erst einmal in die Bar mit einem Drink und lernen uns kennen. Auch unsere zwei letzten Fluggäste sind nun angekommen und gemeinsam geht es nun zum Abendessen. Ein Drei-Gänge-Menü beschließt unseren Tag und wir verabschieden uns- bis morgen.
Mittwoch, 29.04.2026 – Glasgow und Falkirk Wheel
Heute geht es nach Westen, in die größte Stadt Schottlands nach Glasgow. Bei strahlendem Sonnenschein treffen wir unseren Stadtführer Douglas. Er führt uns zunächst zur Kathedrale von Glasgow: eher unscheinbar, das Eingangsportal, aber im Inneren erhebt sich eine prächtige Kathedrale. Sie hat als eine der wenigen die Zerstörungen während der Reformation überlebt. Wir sind beeindruckt von der Größe und Ausstattung und besuchen selbstverständlich auch die sogenannte Unterkirche, die vom Heiligen Mungo hier erbaut wurde. Er ist der Schutzpatron der Stadt und auf seiner kleinen Kirche errichtete man dann schließlich die Kathedrale. Hinter der Kirche erhebt sich ein nicht weniger spannendes Phänomen: die Nekropolis, die Stadt der Toten. Deutlich zu sehen, dass man auch im Tode zeigen wollte, wie erfolgreich und mächtig man im Leben gewesen war. Wir steigen hinauf bis zur Statue von John Knox, dem schottischen Martin Luther, und genießen den grandiosen Blick über die Stadt und auf die Kathedrale. Mit dem Bus geht es dann weiter durch die Stadt: wir besuchen Glasgow Green mit seinem größten Terrakottabrunnen der Welt und dem Peoples Palace, statten dann dem Rathaus der Stadt einen Besuch ab. Schiffsbau und Handel haben die Stadt einst reich gemacht und das spiegelt sich in der prächtigen Ausstattung des Rathauses wieder- Marmor- Treppen und -Aufgänge soweit das Auge reicht, Mosaikböden mit dem Wappen der Stadt, mal in blau schwarz und auf der anderen Seite in grau weiß. Wir erfahren aber auch, dass der Reichtum der Stadt auch durch den Sklavenhandel erreicht wurde und das ist ein ziemlich dunkles Kapitel in der Geschichte der Stadt. Der George Square wird gerade gebaut also fahren wir weiter, am Fluss Clyde entlang. Werfen einen Blick auf UFO und Armadillo: zwei eigenwillige Gebäude von Sir Norman Foster, die als Veranstaltungsorte dienen. Zum Abschluss nehmen wir uns noch ein wenig Zeit für das Kelvin Grove Museum and Art Gallery. Wir kommen gerade rechtzeitig denn just in diesem Moment startet ein Orgelkonzert im Museum.
Da wären wir gern länger geblieben aber unser nächster Programmpunkt ruft und das ziemlich eilig, denn eine telefonische Information sorgte für einen knappen Zeitplan. Ein Boot des Falkirk Wheel war defekt und so wurde unsere Abfahrt vorgezogen. Das konnte unseren Busfahrer Jan aber nicht schrecken, souverän und sicher fuhr er uns auf die Minute pünktlich zur Abfahrt des Bootes. Nun konnten wir die Wirkungsweise dieses ungewöhnlichen Schiffshebewerkes selbst erleben. Es verbindet den Union Kanal mit dem Forth & Clyde Kanal und überwindet eine Höhe von 27 m. Oben angekommen schippern wir durch den Roughcastle Tunnel, drehen vor der nächsten Schleuse um, um nun das Ganze retour zu erleben. Fast unmerklich geht es wieder hinab und erst beim Zusehen bei der nächsten Fahrt sieht man die tatsächliche Wirkungsweise des Falkirk Wheels.
Beeindruckt verlassen wir diesen Ort und machen uns auf den Rückweg nach Norden. Natürlich nicht ohne einen Überraschungs-Stopp- und der führt uns in den Helix-Park. Hier stehen zwei 35 m hohe Pferde-Statuen, Kelpies genannt. Zum einen Symbol für keltische Fabelwesen zum anderen auch Denkmal für die Pferde, die hier früher am Kanal die Schiffe getreidelt haben. Über die Clackmannanshire Bridge überqueren wir heute den Forth und fahren zurück zum Hotel. Wieder beschließt ein Drei-Gänge-Menü unseren Tag, bis morgen.
Donnerstag, 30.04.2026 – Bahnfahrt Fort William–Crianlarich– Falls of Dochart– Smokehouse
Heute starten wir zeitig. Durch die Highlands geht es mit unserem Bus nach Fort William. Was für eine wunderschöne Strecke, strahlend blauer Himmel und Sonne lassen die schneebedeckten Gipfel der Berge noch eindrucksvoller erscheinen. Sie spiegeln sich in glasklaren Seen und schließlich taucht auch der höchste Berg Großbritanniens, der Ben Nevis, auf. In Fort William wechseln wir in den Zug. Mit der Scotrail, der schottischen Eisenbahn, durchqueren wir die Highlands, die hier von keiner Straße berührt wird. Lediglich Wanderrouten führen durch dieses Gebiet. Atemberaubend die Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel, die den blauen Himmel widerspiegeln, dann ändert sich das Land- wir fahren durch Moorgebiet. Hier entspringen auch die Wasser des Dochart, die werden wir später am Tag noch kennenlernen. In Crianlarich schließlich verlassen wir den Zug und spazieren gemächlich zu unserem Bus. Jan bringt uns nach Killin. Hier rauschen die Wasser des Dochart über und durch die Felsen und erschaffen eine bizarre Landschaft. Hier befindet sich aber auch ein Smokehouse, dass wir besuchen wollen. Wir werden bereits erwartet und können köstlichen Lachs verkosten: heiß und kalt geräuchert oder als Pate. Auch den hauseigenen Whisky oder Gin können wir probieren, das lassen sich viele nicht zweimal sagen. So lecker. Viel zu schnell vergeht die Zeit an diesem wunderschönen Ort mit seiner alten Mühle, in der früher Tweed- Stoffe gewebt wurden.
Zurück zum Hotel geht es immer am Tay entlang, am Fluss aber auch am gleichnamigen See. Wir genießen die vorbeiziehende Landschaft, friedlich grasende Rinder und Schafe mit ihren Lämmern, bewundern wie Jan die engen Straßen und Kurven meistert und schon sind wir wieder im Hotel. Ein leckeres Abendessen beschließt unseren Tag, nur mit dem Gemüse, da muss die Küche noch üben.
Freitag, 01.05.2026 – Edinburgh
Auch der heutige Tag beginnt mit blauen Himmel und Sonnenschein. Er führt uns nach Edinburgh, der Hauptstadt von Schottland. Am Charlotte Square steigt John, unser Stadtführer, zu. Er ist hier geboren, aufgewachsen und lebt auch heute noch in der Stadt, wir starten mit einem Fotostop an einer ungewöhnlichen Schule: gegründet von der Familie Fettes, daher heißt sie auch Fettes College. Am Botanischen Garten dann eine kleine Servicepause bevor wir in den Norden fahren. Leith war lange eigenständig, gehört jetzt aber zur Stadt Edinburgh. Im Hafen sehen wir riesige Kräne, die zum Bau der Offshore Windkraftanlagen genutzt werden. Zurück Richtung Stadtzentrum passieren wir The Conan Doyle, ein Pub, der daran erinnert, dass eben jener Conan Doyle hier in der Stadt Medizin studiert hat. Weiter geht es zum St Andrews Square, am Palace of Hollyroodhouse vorbei und am schottischen Parlamentsgebäude. Natürlich fahren wir auch ein Stück die Royal Mile hinauf, am Pub "The World's End" war früher die Stadtmauer, hier war tatsächlich für viele die Welt zu Ende. Die Gebühr für das Betreten der Stadt konnten sich die wenigsten leisten, also blieben sie in der Stadt. Wir sehen noch das Nationalmuseum, ein kurzer Abstecher zum Grassmarket und schon befanden wir uns unterhalb des Castles. Gemeinsam stiegen wir auf den Burgberg und wurden von einem Schuss begrüßt: das war die sogenannte Ein- Uhr-Kanone, ein tolles Willkommen. Wir bekamen unsere Tickets und John begleitete uns noch bis zu den Staatsgemächern, die auch die Kronjuwelen beherbergen. Hier verabschieden wir uns von ihm und jeder kann sich individuell umschauen. So vieles gibt es zu entdecken: Museen der verschiedenen Regimenter, das Gefängnis, die Staatsgemäßer, das Nationaldenkmal für die Opfer der Kriege, oder das älteste Gebäude: die Kapelle für die heilige Margarete. Wer wollte traf sich dann mit mir zu einem Spaziergang: die Victoria Street entlang (die als Vorlage für die Winkelgasse in den Harry Potter Romanen gilt), den Grassmarket entlang, der alten Hinrichtungsstätte, über die Candlemaker Row zu Greyfryers Kirkyard. Leider war die Kirche geschlossen aber wir können über den parkähnlichen Friedhof schlendern, auf denen sich auch JK Rowling Anregungen für die Namen ihrer Figuren in ihren Romanen geholt hat. Anschließend ging es zu den Meadows, einer riesigen Parkanlage mit zwei Kirschbaumalleen. Und wir haben Glück: sie blühen noch in voller Pracht. Ein zweiter Spaziergang sollte uns zu Dean Village bringen, leider machte uns der nun einsetzende Regen einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Es blieb beim kurzen Besuch im alten Mühlendorf, den Spaziergang am Leith müssen wir einen anderes Mal nachholen. Entsprechend nass kommen wir am Restaurant an, in dem wir heute unser Abendessen haben werden: das Contini Cannonball. Eines der ältesten Häuser der Royal Mile, die hölzerne Eingangstür ist noch original erhalten und hat den wohl ältesten Türklopfer der Welt. Wir lassen uns jedenfalls unser Essen schmecken und zu später Stunde machen wir uns dann auf dem Weg zurück zum Hotel. Hier erwartet uns noch eine Überraschung, denn heute ist live- Musik angesagt und etliche bleiben noch, um der Musik zu lauschen oder auch ein Tänzchen zu wagen.
Samstag, 02.05.2026 – Dundee mit V&A und RRS Discovery– St. Andrews– Kingsbarns Destillerie
Heute fährt uns Jan an die Ostküste. Dundee ist unser Ziel. Hier mündet der Tay in die Nordsee. Die alten Hafenanlagen wurden großzügig umgestaltet, Dundee bekam ein völlig neues Gesicht und ein neues Museum: das Victoria und Albert Museum. Das V&A, wie es auch genannt wird, widmet sich ausschließlich dem Design und ist wie alle Museen in Großbritannien kostenfrei zu besuchen. Gleich daneben ein besonderes Museumsschiff: die RRS Discovery. Sie wurde hier gebaut und startete 1901 mit Scott zu den Arktis Expeditionen. Individuell können wir uns umschauen bevor es an der Ostküste weiterging. St Andrews, einst spirituelles Zentrum Schottlands, ist unser nächstes Ziel. Die Stadt hat nicht nur die älteste Universität des Landes sondern ist auch Heimat des Golfsports. Am Golfmuseum steigen wir aus, eine kleine Mittagspause muss sein und dann starten wir zu einem Spaziergang an der Küste entlang. Das gesamte Gebiet wird von den Gebäuden der Universität dominiert, wundervoll fügen sie sich in das alte Stadtbild ein. Bald schon haben wir die Ruinen des Castles erreicht und kurze Zeit später die Ruinen der Kathedrale. Hier können wir uns nach Belieben umschauen und haben Zeit, die riesige Anlage mit ihrem Kloster und den Beherbergungsstätten für die Pilger zu entdecken. Hier holt uns auch Jan mit dem Bus wieder ab und nach kurzer Fahrt erreichen wir Kingsbarns. Im Kingdom of Fife, wie sich die Grafschaft selber nennt, entstand eine Distillerie, die 2015 stolz ihr erstes Fass abgefüllt hat. Whisky und Gin werden hier produziert, mit Sophie unternehmen wir einen Streifzug durch die Herstellung des Whisky. Natürlich können wir den edlen Tropfen zum Schluss auch verkosten und viele sind überrascht, welchen Einfluss die Auswahl des Fasses hat, in dem der Whisky reift. Im Shop schließlich wandert die eine oder andere Flasche in unsere Taschen und wir machen uns auf den Heimweg. Wettertechnisch haben wir alles richtig gemacht denn nun zieht sich der Himmel zu und es beginnt zu regnen. Im Hotel angekommen dann wieder eine Überraschung: heute ist große Party angesagt, eine weitere Gruppe ist angekommen und auch zwei große Geburtstagsfeiern finden heute Abend hier statt. Zudem gibt sich Elvis die Ehre. Festlich waren die Tische eingedeck,t entsprechend hoch aber auch der Lärmpegel beim Essen. Die Musik begleitete uns noch bis in die Nacht, so schlecht war das Elvis double nicht.
Sonntag, 03.05.2026 – Blair Chastle– Panoramafahrt Cairngorms Mountains
Heute fahren wir in den Cairngorms Nationalpark. Ein besonderes Schloss ist unser erstes Ziel: Blair Castle. Nach wie vor Sitz der Familie Murray und der Dukes von Atholl. Der gegenwärtige Duke lebt jedoch in Südafrika, kommt aber einmal im Jahr zur großen Parade seiner Highlander Armee, der einzigen Privatarmee Europas. Wir können uns in 30 Räumen des Schlosses umsehen, Waffensammlungen zieren viele Räume, Geweihe und Jagdtrophäen andere. Erbaut ab 1269 blickt das weiße Schloss auf mehr als 800 Jahre stolze Geschichte zurück. Dabei wurde es immer wieder umgebaut: einst eine mittelalterliche Burg präsentiert es sich heute im typisch schottischen Baronialstil. Wir haben Zeit, bewundern Gemälde, Schmucksammlungen, Porzellan, kostbare Stickereien, Uniformen, Schwerter, Schilde und Pistolen. Auch für die Gärten und eine Mittagspause ist Zeit bevor wir uns auf den Weg zu unserer Panoramafahrt rings um den Cairngorm Nationalpark machen. Durch ihn hindurch führt keine Straße, daher kann hier ungestört die einzig freilebende Rentierherde Schottlands leben. Also fahren auch wir außen herum und suchen uns dafür die kleinen Landstraßen aus. Ein erster Fotostopp dann an Schottlands höchstgelegener Distillerie: Dalwhinnie. Eingebettet in die Berge der Grampion Mountains erstrahlt sie in hellem Weiß und zeigt stolz die typischen Pagodendächer. Regenwolken fangen sich an den Berghängen, hüllen die Gipfel ein und zaubern etwas Mystik in diese Landschaft. Wo der Blick auf die Gipfel frei ist zeigt sich noch der Schnee des letzten Winters. Weiter geht es nach Norden und an den Ruthven Barracks stoppen wir wieder. Erbaut, um die Gegend nach den ersten Jakobiter-Aufständen zu kontrollieren, war sie bald in deren Händen. Hier harrten die letzten Mannschaften aus, vernahmen aber nur noch die Nachricht von der vernichtenden Niederlage auf dem Schlachtfeld von Culloden 1746. Wir können hinauf steigen, den wundervollen Rundumblick ins Tal des Spey genießen und auch auf die höchsten Gipfel der Cairngorms: allen voran der Ben Mcdhui, mit seinen 1309 Metern nur unwesentlich kleiner als der berühmte Ben Nevis. Und wir treffen auch Eric Murdoch, bekannt aus seinen Scotland-Posts auf Insta & Co. Wir bleiben auf der Landstraße, folgen dem Whisky-Trail. Hier gibt es die größte Dichte an Whisky Destillerien Schottlands und die Whiskys aus dem Speytal sind berühmt für ihren weichen, einzigartigen Charakter. Am frühen Nachmittag erreichen wir Castle Roy, eine der ältesten Burgruinen Schottlands. Natürlich stoppen wir, werden von den Anwohnern, die sich liebevoll um ihr Castle kümmern, empfangen und jeder bekommt eine Ansichtskarte als Erinnerung. Was für ein Blick vom Castle-Hügel. Wir folgen der B970 bis Grantown on Spey- dem nördlichsten Punkt unserer Panoramafahrt. Immer wieder haben wir bezaubernde Ausblicke auf die Berge der Grampion Mountains. Sie sollen Prinz Albert, den Ehemann von Königin Victoria, an seine thüringischen Wurzeln erinnert haben, daher kaufte er ihr hier Land und ließ Balmoral Castle errichten. Wir folgen nun der alten Militärstraße und nehmen Kurs nach Süden. Tomintoul ist unser nächstes Ziel, hier ist Gelegenheit für eine Servicepause und auch das Whisky-Castle. Hier kann man seltene und rare Abfüllungen erstehen- wenn man das nötige Kleingeld dafür hat... In unm ittelbarer Nachbarschaft zu Balmoral Castle liegt unser letztes Ziel für heute: Braemar. Hier finden immer im September die Highland Games- Gatherings werden sie hier genannt- statt und die königliche Familie wohnt diesem Spektakel nur zu gern in ihrer Königsloge bei. Wir haben Gelegenheit für einen kleinen Bummel über die Clunie Waters oder durch die Läden mit ihren handgefertigten Souvenirs wie dem Horn Shop. Der eine oder andere entdeckt die Ruinen des Kindrochit Castle und mit tollen Fotos kehren alle zurück zum Bus. Die letzte Etappe unserer Panoramafahrt führt uns noch einmal in die Berge, hinauf auf die Gipfel, über den Pass und wieder hinab. Zeitweise sind wir in den Wolken, dann wird der Blick wieder freigegeben auf verschneite Gipfel, tiefe Täler und sanfte Bergrücken. Am späten Nachmittag erst erreichen wir dann unser Hotel in Blairgowrie. Das gemeinsame Abendessen bringt uns noch einmal zusammen und wir lassen den Tag Revue passieren.
Fortsetzung folgt...
Montag, 04.05.2026 – Jedburgh Abbey – Fahrt zum Fährhafen Newcastle– Fährüberfahrt
Ein letztes Frühstück in unserem Hotel- schon heißt es: Abschied nehmen von Blairgowrie. Unsere Fahrt führt uns wieder nach Süden, genauer gesagt zum Flughafen in Edinburgh. Und wir nutzen das Privileg der Busse und fahren über die alte Forth Road Bridge, die ja für den "normalen" Verkehr gesperrt ist. Ein kleiner Zwischenstopp am Viewpoint der Forth-Bridges für eine Service-Pause muss sein und dann verabschieden wir uns von unseren Fluggästen. Einige von ihnen haben noch Zeit bis zum Abflug und verbringen ein paar Stunden in der Stadt, die Tram, die den Flughafen direkt mit dem Stadtzentrum verbindet, macht´s möglich. Die Busgäste fahren weiter Richtung Süden, gekonnt umfährt Jan Staus und so erreichen wir wieder die Borders, das Grenzland zwischen England und Schottland. Am Leaderfoot Viaduct stoppen wir und hier überrasche ich unsere Gäste mit einem kleinen Picknick, schottisches Shortbread ist genauso dabei wie Tunnocks Chocolate Mallows und Karamellwaffeln, Gingerkekse und Cookies. Da darf auch ein schottischer Whisky zum Schluß nicht fehlen. Nun ist es nur ein Katzensprung bis nach Jedburgh. Wir können einen Blick in die zweite der vier großen Grenzlandabteien werfen, wer wollte besuchte das Haus von Mary, Queen of Scots. Die Fähre wartet- wir müssen weiter- nicht jedoch, ohne uns an der Grenze von Alan und Schottland zu verabschieden. Ein Ständchen auf seinem neuen Dudelsack versüßt uns den Abschied und durch England geht es nach Newcastle. Wieder ist unsere Fähre die King Seaways, wie auch auf der Herfahrt. Da kennen wir uns schon bestens aus, verfolgen vom Aussichtsdeck die Ausfahrt aus dem Hafen und treffen uns erst zum Abendessen wieder. Das läßt wieder keine Wünsche offen und als dann auch noch die Sonne blutrot zum Sonnenuntergang ins Wasser taucht sind alle happy. Dann gute Nacht und bis morgen.
Dienstag, 05.05.2026 –Ankunft Ijmuiden– Fahrt nach Hause
Blauer Himmel und Sonnenschein wecken uns heute morgen. Pünktlich legt unsere Fähre in Ijmuiden an und auch Jan kommt zügig mit dem Bus von der Fähre. So geht es auch durch die Niederlande ohne Probleme, gekonnt umfährt er die langen Warteschlangen an der deutschen Grenze. Ab hier verfinstert sich auch der Himmel zusehends und schließlich werden wir mit Starkregen, Blitz und Donner empfangen. Aber auch das meistert Jan hervorragend, wie überhaupt unsere gesamte Fahrt durch Schottland. Wohlbehalten erreichen alle ihre Ausstiegsorte und werden nach Hause gebracht oder abgeholt. Am Rasthof Altenburger Land verabschieden wir uns von Jan, er wird hier abgelöst und wir fahren wieder mit Dominik bis Dresden. Ein großer Dank geht an Jan, der uns souverän und sicher gefahren hat. Mit weiteren Ausstiegen erreichen wir schließlich Dresden und kurz vor Mitternacht endlich mache auch ich mich auf den Weg nach Hause.
Vielen Dank, liebe Gäste. Ich bin sicher, dass unsere Reise noch lange nachhallen wird. So wunderbare Landschaften, lebhafte Städte, Natur pur und natürlich Whisky- Schottland bleibt im Herzen. Ich danke Euch, dass ich Euch begleiten durfte. Bleibt gesund und neugierig auf die Welt, vielleicht sehen wir uns bei einer nächsten Reise? Bis dahin
Eure Marlies Thrum
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