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You don't like the weather in Scotland? Wait a minute!

Reisebericht: 06.06. – 15.06.2026

Dieses Motto zog sich wie ein roter Faden durch unsere Reise und es war die perfekte unperfekte Reise, bei der mit Neugier, Genuss und Humor den Wetterkapriolen getrotzt wurde. Herzlichen Dank!

Janett Adam

Ein Reisebericht von
Janett Adam

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Kennenlernen zwischen Kathedrale und Großstadtflair

Mit Gästen aus allen Himmelsrichtungen begann unser Schottland-Abenteuer am Flughafen Frankfurt – und tatsächlich waren alle pünktlich. Nach dem Boarding hieß es: Off we go! Richtung Edinburgh.
Noch waren wir eine Gruppe aus vielen einzelnen Gesichtern. Niemand ahnte, wie schnell wir in den kommenden Tagen zusammenwachsen würden. Von Edinburgh ging es direkt weiter nach Glasgow, wo uns Stadtführer Gordon mit viel Charme die beeindruckende St. Mungo's Cathedral und anschließend die größte Stadt Schottlands näherbrachte. Glasgow überraschte viele von uns mit seiner spannenden Mischung aus Geschichte, moderner Architektur und neuem Selbstbewusstsein.
Nach einem langen Tag, einer sehr frühen Anreise und unzähligen ersten Eindrücken waren sich am Abend alle einig: Ein gemütliches Bett konnte jetzt locker mit jeder Sehenswürdigkeit mithalten.

Unterwegs zu Castles, Lochs und Highlands

Der erste gemeinsame Reisetag führte uns zunächst zum beeindruckenden Dumbarton Castle. Mit unserem Fahrer Tony war sofort klar: Das passt! Mit seiner ruhigen und herzlichen Art war er der Gruppe auf Anhieb sympathisch.
Auf dem Weg zum sagenumwobenen Loch Lomond stimmte uns eine Melodie ein, die im Bus wirklich jeder kannte: "on the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond". Im malerischen Örtchen Luss hatten wir eigentlich einen gemütlichen Spaziergang am See vorgesehen. Doch das schottische Wetter hatte andere Pläne. So fanden die meisten kurzerhand in eines der gemütlichen Cafés und genossen die Kulinarik.
Im Glen Coe, dem sagenumwobenen „Tal der Tränen“, schien selbst der Himmel die Geschichte des Tals mitzuerzählen. Nur ein einziges Mal gelang es uns auszusteigen, ohne pitschnass zu werden. Dennoch empfanden alle die Landschaft faszinierend- eben anders schön.
Der kleine Vorteil: Wir erreichten Fort William früher als geplant. So blieb Zeit für einen gemütlichen Bummel durch das charmante Highlandstädtchen oder eine kleine Verschnaufpause, bevor wir den Tag bei einem guten Abendessen ausklingen ließen. Eines war schon jetzt spürbar: Die Stimmung in der Gruppe stimmte.

Dem Himmel ein Stück näher – den Wolken auch!

Nach einem kräftigen schottischen Frühstück brachte uns die Gondel der Nevis Moutain Range hinauf in die Bergwelt am Ben Nevis. Schon während der Auffahrt lieferten sich Sonne und dunkle Wolken ein munteres Wechselspiel. Davon ließ sich jedoch niemand abhalten. Mit bester Laune machten sich alle auf den Weg zum Aussichtspunkt – und kehrten gut eine Stunde später zwar reichlich durchnässt, aber glücklich, voller neuer Eindrücke und mit tollen Fotos - inklusive faszinierender Regenbögen - zurück. Der Lohn wartete ganz oben: Genau im richtigen Moment riss der Himmel auf und gab den Blick auf ein atemberaubendes Highland-Panorama frei.
Nach einem kurzen „Trocknungsstopp“im Hotel führte uns der Nachmittag über die spektakuläre Road to the Isles zum Glenfinnan Monument und dem berühmten Glenfinnan-Viadukt. Mal tauchte die Sonne die Landschaft in warmes Licht, mal sorgten dunkle Wolken für eine mystische Stimmung – schöner hätte die Kulisse für die Geschichten um Bonnie Prince Charlie und den Hogwarts Express kaum sein können.
Spätestens an diesem Tag zeigte sich der wahre Entdeckergeist unserer Gäste. Mit viel Humor, Neugier und guter Laune wurde jeder Moment genossen – ganz gleich, was der schottische Himmel gerade vorhatte.

Loch Ness – viel mehr als nur ein Monster

Kaum ein Ort weckt so viele Geschichten und Legenden wie Loch Ness. Bevor wir dem berühmtesten See Schottlands einen Besuch abstatteten, blieb dank perfekter Planung und unseres stets gut gelaunten Fahrers Tony sogar noch Zeit für einen Fotostopp mit herrlicher Aussicht in Spean Bridge. In Fort Augustus legten wir anschließend eine gemütliche Pause ein – ob Kaffee, ein zweites Frühstück oder ein Sandwich auf die Hand, jeder nutzte die Zeit ganz nach seinem Geschmack.
Am Urquhart Castle erwartete uns einer der schönsten Ausblicke auf Loch Ness. Nach einem kurzen Einführungsfilm erkundete jeder die Burgruine in seinem eigenen Tempo, bevor wir den See bei einer Bootsfahrt aus einer ganz neuen Perspektive erleben konnten. Gerade diese Momente jenseits des Busfensters machen eine Reise besonders abwechslungsreich.
Weiter ging es nach Inverness. In einer kleinen Brauerei wurde lokales Bier verkostet und wir erfuhren, wo sich die Herstellung von Bier und Whisky ähneln und ab wann sie getrennte Wege gehen. Sagen wir es einmal so: Der deutsche Gaumen ist beim Bier vielleicht ein klein wenig verwöhnt. Probiert wurde natürlich trotzdem alles – schließlich gehört zu einer Genießerreise auch die Freude, Neues zu entdecken.
Zum Abschluss grüßte hoch über dem River Ness noch Flora MacDonald, bevor wir den Tag in unserem Hotel in Aviemore ausklingen ließen.

Bewegende Geschichte, Schlossgarten–Romantik und schottischer Charme

Manche Orte erzählen Geschichte so eindrucksvoll, dass man sie nicht nur hört, sondern spürt. Genau so begann unser Tag auf dem Schlachtfeld von Culloden. Das Museum und das weitläufige Battlefield ließen die Ereignisse von 1746 auf eindrucksvolle Weise lebendig werden.
Umso größer war anschließend der Kontrast: Cawdor Castle empfing uns mit romantischem Flair, prachtvollen Gärten und blühenden Rabatten. Dazu strahlte die Sonne mit den Gästen um die Wette – beste Voraussetzungen für eine entspannte Mittagspause, viele schöne Urlaubsfotos und den einen oder anderen Moment zum Genießen.
In Elgin warte noch ein tolles Highlight auf uns: die imposante Ruinen der einst größten Kathedrale Schottlands. Nach einer ebenso informativen wie humorvollen Einführung durch eine Mitarbeiterin – bei der auch die Übersetzung für den einen oder anderen Lacher sorgte – erkundeten wir das Gelände auf eigene Faust.
Und wieder zeigte sich, was Schottland so besonders macht: beeindruckende Geschichte, wunderschöne Landschaften und Menschen, die mit ihrer herzlichen, pragmatischen Art und ihrem feinen Humor sofort Sympathien gewinnen. Letzter Stopp des Tages war die alte „packhorse bridge“ im kleinen Ort Carrbridge, die immer ein schönes Fotomotiv für Reisende ist.

No rain, no water. No water, no Whisky – Schottische Lebensweisheiten

Diesen Satz unseres Fahrers Tony werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Mit seinem Humor und einem passenden Spruch zur richtigen Zeit machte er so manches leichter – und irgendwie brachte er Schottland damit auf den Punkt.
Im Tal des River Spey, dem Herzen einer der bekanntesten Whiskyregionen des Landes, dreht sich fast alles um das Wasser des Lebens. Ein kurzer Stopp an der Speyside Cooperage zeigte, dass guter Whisky nicht nur in der Brennerei entsteht, sondern im Fass.
Worauf sich viele schon seit Tagen gefreut hatten, folgte wenig später: eine Führung durch die Glen Moray Distillery – natürlich mit anschließender Verkostung. Und wir alle schwörten: Es war definitiv nach 11 Uhr!
Gut gelaunt ging es anschließend weiter nach Aberdeen. Unsere Stadtführerin Isabel führte uns mit viel Charme durch die Granitstadt, vorbei an historischen Gebäuden bis hinaus an die Nordsee. Selbst die Pfützen konnten der guten Stimmung nichts anhaben – denn auch ein Strandspaziergang im schottischen Regen hat seinen ganz eigenen Reiz.
Am Abend wurde gemeinsam gegessen, viel gelacht und noch lange zusammengesessen. Inzwischen war aus einer Reisegruppe eine Gemeinschaft geworden. Die Gespräche wurden länger, das Lachen herzlicher – und der eine oder andere Whisky schmeckte in dieser Runde gleich noch ein bischen besser.

Schottland zum Verlieben

Wer bis hierhin Schottland noch nicht ins Herz geschlossen hatte, tat es spätestens heute.
Manche Begegnungen bleiben einfach im Herzen. Eine davon war der Besuch bei Grace auf ihrer Highland Cattle Farm. Mit spürbarer Leidenschaft erzählte sie von ihrer Arbeit und ihren Tieren – und spätestens als wir erfuhren, dass preisgekrönte Highland Cattle-Damen vor Ausstellungen geschniegelt werden und für den perfekten Auftritt auch Conditioner ins fluffige Fell bekommen und dezent nachgetönt werden, war der Spaß sehr groß.
Natürlich durfte gestreichelt, gebürstet und ausgiebig fotografiert werden. Zum Abschied warteten Tee, Kaffee, leckeres Shortbread und eine Kostprobe der hofeigenen Spezialitäten. Schön zu sehen war, dass hier Regionalität gelebt wird: Die Produkte der Farm werden auf den Wochenmärkten der Region angeboten – und wir durften vom Erzeuger probieren was auch König Charles schmeckt!
Auf dem Weg zum Scone Palace haben wir die „scenic route“ gewählt und sind durch die Grampian Mountains vorbei am Braemar Castle mit Zwischenstopp im gleichnamigen Ort gefahren. Hier konnten wir sehen, wo alljährlich die berühmten Highland Games stattfinden, die auch von der Königsfamilie besucht werden.
Am Nachmittag tauchten wir im Scone Palace tief in die schottische Geschichte ein. Hier wurden über Jahrhunderte die schottischen Könige auf dem Stone of Scone gekrönt. Und weil Geschichte bekanntlich hungrig macht, durfte ein klassischer Cream Tea mit frisch gebackenen Scones, Clotted Cream und Himbeermarmelade natürlich nicht fehlen.
Über den Firth of Forth mit kurzem Stopp an den beeindruckenden Brücken erreichten wir schließlich Edinburgh. Den perfekten Ausklang fand dieser erlebnisreiche Tag in einem urigen Pub – inklusive Erinnerungsfotos mit einem bestens gelaunten Dudelsackspieler. Schottischer hätte dieser Tag kaum enden können.

Edinburgh – mehr als nur ein Postkartenmotiv

Edinburgh hat unendlich viele Geschichten zu erzählen. Gordon kannte nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch die kleinen Gassen und versteckten Hinterhöfe, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen. Er zeigte uns seine Heimatstadt und nahm uns mit auf eine Entdeckungstour, die am Edinburgh Castle endete.
Natürlich durften die Höhepunkte der schottischen Hauptstadt nicht fehlen: die elegante New Town, die geschichtsträchtige Royal Mile, der Palace of Holyroodhouse und das majestätisch über der Stadt thronende Edinburgh Castle. Passend zu diesem besonderen Tag - Trooping the Colour in London - hallten sogar Salutschüsse über die Stadt. Gleichzeitig war überall zu sehen, dass sich Edinburgh bereits auf seinen nächsten Höhepunkt vorbereitete: Rund um das Castle entstanden die Tribünen für das berühmte Military Tattoo im August.
Der Nachmittag gehörte ganz unseren Gästen. Ob durch die Altstadt bummeln, in kleinen Geschäften stöbern oder einfach in einem Café das bunte Treiben beobachten – jeder genoss Edinburgh auf seine Weise.
Am Abend trafen wir uns wieder, um in einem Restaurant gemeinsam zu essen und den Tag Revue passieren zu lassen.

Die Borders – Kloster, Mythen und geheimnisvolle Mauern

Die Scottish Borders zeigten sich von ihrer schönsten Seite: sanfte Hügel, grüne Weiden und unzählige Schafe – ein reizvoller Kontrast zu den rauen Highlands.
Unser erster Halt war die beeindruckende Abtei von Melrose. Hier begaben wir uns auf die Spuren von Robert the Bruce und machten uns auf die Suche nach seinem Herz sowie dem berühmten Dudelsack spielenden Schwein. Als Überraschung erwartete uns direkt neben der Abtei eine kleine Buchmesse, die viele zum Stöbern einlud.
Nach einer gemütlichen Pause führte uns die Route zum Leaderfoot Viaduct. Dort wurde es für mich ganz unerwartet emotional: Meine Reisgäste bedankten sich mit so herzlichen Worten für meine Reiseleitung, dass ich für einen Moment selbst sprachlos war.
Anschließend besuchten wir die berühmte Rosslyn Chapel, die spätestens seit dem Roman The Da Vinci Code und dessen Verfilmung weit über Schottlands Grenzen hinaus bekannt ist und dennoch ihren ganz eigenen Zauber besitzt.
Zurück in Edinburgh wartete ein besonderer Abschluss auf uns: Das Restaurant der National Gallery öffnete für unsere Gruppe seine Türen und verwöhnte uns mit einem köstlichen Abendessen. Danach spazierten wir bei herrlichem Sonnenschein gemeinsam zurück zum Hotel und ließen den letzten gemeinsamen Abend in aller Ruhe ausklingen.

Time to say goodbye

Nach und nach hieß es Abschied nehmen. Die ersten Gäste wurden bereits am Vormittag zum Flughafen gebracht, die übrigen nutzten die letzten Stunden noch für einen Bummel durch Edinburgh, bevor auch sie die Heimreise antraten.
Wie so oft vergingen zehn Tage viel zu schnell. Zurück bleiben unzählige schöne Erinnerungen, viele gemeinsame Erlebnisse und eine Reise, die uns sicher noch lange begleiten wird.


Und eines werden wir wohl alle nicht vergessen: unser inoffizielles Reisemotto.
"You don't like the Scottish weather? Wait a minute."
Genau so haben wir Schottland erlebt – mit Sonne, Wind, Regen, großartiger Landschaft, Herzlichkeit und einer wunderbaren Reisegemeinschaft. Besser hätte man dieses Land kaum kennenlernen können.
An alle meine zauberhaften, interessierten, humorvollen Reisegäste: IT WAS AN ABSOLUTE PLEASURE! Thank you and I hope to See you agaiń


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