Wanderreise Irland und Nordirland – Landschaft und Kultur erleben
Reisebericht: 10.05. – 22.05.2026
Es geht auf die grüne Insel der Heiligen! Wir freuen uns auf schöne Landschaften, steile Klippen, die raue Atlantikküste, frischgezapftes Guinness und guten Whiskey.
Ein Reisebericht von
Dr. Andreas Wolfsteller
1. Reisetag (Sonntag, 10. Mai 2026): Flug nach Irland – Stadtrundfahrt in Dublin
Als ich auf dem Berliner Flughafen eintreffe, sind alle meine Gäste (die ich hier erwarte) schon überpünktlich da. Und nicht nur das — auch der Schalter von Aer Lingus ist schon besetzt, sodass wir bereits nach wenigen Minuten von unserem Aufgabegepäck befreit sind. Zu sechst gehen wir nun erstmal gemütlich frühstücken, huschen dann flink durch Sicherheitsheits- und Passkontrolle, und finden uns nach und nach wieder alle zusammen am Gate ein. Auch unser Flug geht pünktlich und verläuft erfreulich ereignislos. In Dublin angekommen, müssen wir eine Weile auf einen Parkplatz warten, bevor wir das Flugzeug verlassen dürfen, weshalb die vier Gäste aus Frankfurt uns bis zum Kofferband doch noch überholen. Aus Deutschland haben wir nicht nur unsere Koffer, sondern auch jede Menge gute Laune, Vorfreude und schönes Wetter mitgebracht, wofür uns unser Busfahrer Willie und unsere Stadtführerin Monika sehr dankbar sind. Mit Sonne im Herzen und Sonne von oben macht die Stadtrundfahrt gleich doppelt Spaß. Und wenn wir schon an der Guinness-Brauerei nur vorbeifahren, lässt uns Monika im Phoenix Park wenigstens genug Zeit für ein leckeres Softeis, das wir genüßlich verzehren können, während wir den herrlichen Küchengarten und das Ashtown Castle bewundern. Anschließend fahren wir am Wohnsitz der Präsidentin vorbei aus dem Park heraus zurück in die Innenstadt, wo Willie uns am Merrion Square absetzt, sodass wir Oscar Wilde einen Besuch abstatten können. Wie immer räkelt er sich auf seinem Stein und blickt hinüber zu seinem Elternhaus. Monika zeigt uns außerdem die Nationalgalerie, Leinster House, den Amtssitz des Premierministers sowie die typischen georgianischen Stadthäuser mit ihren bunten Portaltüren. Mit dem Bus fahren wir schließlich an weiteren Stadthäusern sowie am großen Stadtpark St Stephen‘s Green vorbei, drehen eine Runde um die St Patrick‘s Cathedral und beenden die Rundfahrt an unserem Hotel, das nur 2–3 Minuten von der Kathedrale entfernt liegt. Bis zum Abendessen können wir entweder noch einen Spaziergang dorthin unternehmen oder uns ein bisschen frisch machen und/oder ausruhen, denn es war für uns alle schon ein langer Tag. Nichtsdestotrotz ziehen einige meiner Gäste am Abend noch einmal los ins Vergnügungsviertel Temple Bar, um sich zumindest für 1–2 Stunden ins Dubliner Nachtleben zu stürzen.
2. Tag (Montag, 11. Mai 2026): Fahrt in den Norden – Monasterboice – Navan Fort – Letterkenny
Während wir uns am nächsten Morgen am wirklich guten Frühstücksbuffet des Hotels verköstigen, bekomme ich einen großen Schreck, als jede Menge Wasser gegen die Scheiben prasselt. Zum Glück ist es aber nur der Fensterputzer. Ein bisschen regnen tut es jedoch, während wir Dublin Richtung Norden verlassen. Auf meine Wetterengel ist jedoch Verlass: Sie sorgen dafür, dass vorwiegend dann Wasser vom Himmel tropft, wenn wir im Bus sitzen und zum nächsten Ausflugsziel fahren. Am heutigen Tag haben unsere drei Stopps alle eine Verbindung zum Heiligen Patrick bzw. zum frühen Christentum in Irland. So entfachte der irische Nationalheilige zum Beispiel auf dem Hill of Slane das allererste Osterfeuer auf der – damals sogar noch grüneren – Insel. Gleichwohl, Ostern ist dieses Jahr schon vorbei, weshalb wir uns mit dem Bestaunen der Landschaft und dem eifrigen Fotografieren derselben sowie der Ruinen des Franziskanerklosters auf dem Hügel begnügen. Ein paar Kilometer weiter ragen die Ruinen eines anderen, wesentlich älteren Klosters empor: Monasterboice. Hier werden meine Gäste in das Geheimnis der irischen Hochkreuze eingeweiht; das Geheimnis der Rundtürme dürfen sie jedoch als kleine Rätselaufgabe selber lüften. Zwischen uns und der Grenze zu Nordirland liegt nun noch eine zeitige Mittagspause an einer Raststätte, dann wagen wir uns zum ersten Mal auf dieser Reise in das Vereinigte Königreich. Auch in Armagh hat der Heilige Patrick seine Spuren hinterlassen. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit jedoch auf seinen Grund dafür: die keltische Kultstätte namens Navan Fort, dessen Nähe Patrick für seinen Kirchenbau gesucht hat. Hier begeben wir uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit und werden von zwei keltischen Damen zu unserem Glück zu Tee und Haferkeksen eingeladen. Obwohl wir teilwiese blau gekleidet sind, kommen wir ja in friedlicher Absicht und haben sogar Salz und Schokolade als Gastgeschenke mitgebracht. Die beiden Frauen gehen ganz in ihren Rollen auf und erzählen uns vom Hochzeitsgürtel, Scheidungsrecht und weiteren Bräuchen und Gesetzen, einem vergifteten Ehemann … Uns Männern in der Gruppe wird nun doch ein bisschen mulmig, zumal sie jetzt auch noch zu den Waffen greifen! Bevor ich mich im Kampftraining gegen eine gestandene Kriegerin völlig blamiere, taucht glücklicherweise Rosaleen auf und bringt uns erstens zurück in die Gegenwart und zweitens auf den Hügel, unter dem die Überreste des Tempels liegen. Wir haben jetzt wieder richtig Glück mit dem Wetter, denn die Sonne scheint und wir können fast ganz Nordirland überblicken. Ein kurzer Film im Kino des Besucherzentrums rundet schließlich unseren Besuch im Navan Centre ab. Donal ist auch zurück von seiner Wanderung und fährt uns nun gut gelaunt zu ein bisschen irischer Musik nach Letterkenny im County Donegal, wo wir für die nächsten drei Nächte Quartier beziehen.
3. Reisetag (Dienstag, 12. Mai 2026): Wanderung im Glenveagh–Nationalpark – Rundfahrt durch Donegal mit Strandbesuch
Am dritten Tag unserer Reise bleiben wir im schönen County Donegal und verbringen die meiste Zeit im Glenveagh-Nationalpark. Eine Filmvorführung im neu gestalteten Kino stimmt uns auf unseren dortigen Besuch ein und macht und mit der Geschichte des Anwesen verbraucht. Auf dem Hinweg zum Schlösschen inmitten der herrlichen Parkanlage nehmen wir gemeinsam den Shuttlebus; wer mag, kann später auch zurück zum Besucherzentrum laufen und somit unsere Wanderung um weitere vier Kilometer ergänzen. Ganz richtig, unsere erste gemeinsame Wanderung auf der Reise steht heute an! Sie führt vom Castle aus entlang des Lough Veagh durch das Tal und noch ein Stück weiter bis zu einem kleinen weißen Cottage, wo wir eine kurze Pause einlegen. Auf dem Rückweg kommt der Wind meistens von hinten, weshalb wir die Strecke ein bisschen schneller bewältigen. Immerhin hält der Sturm die Midges zurück und treibt die vereinzelten Regenwolken schnell weiter. Oben am Aussichtspunkt bekommen wir zunächst ein paar Tropfen ab, doch alle Sorgen sind unbegründet. Wir knipsen in aller Ruhe unsere Erinnerungsfotos und machen uns dann langsam an den Abstieg. Unten am Schloss trennen sich vorerst unsere Wege, denn meine Gäste haben nun zwei Stunden Freizeit, um die Parkanlage, das Schloss und den viktorianischen Walled Garden auf eigene Faust zu erkunden. Etwa ein Drittel der Gruppe macht mit mir zusammen noch ein paar Fotos vom Schloss und See und wagt sich dann an den zusätzlichen Fußmarsch zurück zum Besucherzentrum, wobei wir zunächst noch von der herrlichen Blütenpracht im Park aufgehalten werden. In dieser Hinsicht ist der Mai wirklich die schönste Jahreszeit, um Irland zu bereisen, denn nicht nur der Stechginster steht in voller Blüte, sondern auch die Pflanzen in den vielen Parks und Gärten, die wir auf unserer Reise besuchen. Am Nachmittag unternehmen wir noch einen kleine Rundfahrt durch den Norden der Grafschaft Donegal. Diese beinhaltet auch einen Fotostopp oberhalb des Poisoned Glen bzw. unterhalb des Mount Errigal, des höchsten Gipfels der Derryveagh Mountains. Am schönen Sandstrand von Dunfanaghy müssen wir aufpassen, dass uns der Wind nicht ins Meer treibt. Schwimmen geht heute lieber niemand (selbst die Einheimischen nicht); die ganz mutigen halten aber zumindest ihre Füße in den Nordatlantik. Wir blicken eine Weile auf die Wellen und genießen die frische Meeresluft. Dann setzen wir unsere kleine Rundfahrt durch den Norden Donegals fort und erreichen alsbald wieder unseren Ausgangspunkt Letterkenny. Diesmal fahren wir durch die Main Street zum Hotel, um uns für den Abend einen Überblick über die Lage der Pubs zu verschaffen. Mindestens zwei oder drei werben mit täglicher Live-Musik, sodass sich ein mögliches Abendprogramm schnell zusammenfindet.
4. Reisetag (Mittwoch, 13. Mai 2026): Tagesausflug nach Nordirland – Mussenden–Tempel – Giant’s Causeway – Spaziergang auf der Stadtmauer von Londonderry/Derry
Zu Beginn unseres zweiten Abstechers nach Nordirland — genauer bei der Vorbeifahrt an Derry/Londonderry — prasselt ein heftiger Regenschauer auf unseren Bus nieder. Ich vertraue jedoch fest auf das Wetterglück meiner Gäste. Und so kommt es dann auch: Immer wenn wir außerhalb des Busses unterwegs sind, brauchen wir uns vor Feuchtigkeit vor oben nicht fürchten. Dafür wird uns der weiterhin heftige Wind den ganzen Tag über oft genug das Vorankommen erschweren. Unsere gute Laune lassen wir uns davon jedoch nicht verderben und erstürmen wagemutig den Strand von Downhill. Von hier unten sehen wir schon den Mussenden Temple, unser nächstes Ziel, der oben auf den Klippen thront. Den Höhenunterschied überwinden wir dann dank Donal spielerisch im Bus; bis zum Tempel am Rand der Klippen müssen wir uns aber wieder gegen den Wind vorwärtskämpfen, damit wir die Aussicht auf Strand, Meer und Küste genießen können. Immerhin treibt der Sturm die vereinzelten Regenwolken wie bestellt schön rechts und links an uns vorbei. Am Kaffeestand können wir uns aufwärmen, ehe wir in Richtung Bushmills weiterfahren. Beim Fotostopp am Dunluce Castle erfahren wir, warum die Küche nicht direkt am Meer gebaut werden sollte. Und dann parken wir plötzlich vor der Bushmills Distillery. Und wo wir schon mal hier sind, da könnten wir doch spontan mal einen Whiskey probieren, oder? Gesagt, getan! Nur nicht zu viel Alkohol, denn wir wollen ja gleich noch am Giant’s Causeway auf den Klippen spazieren gehen. Und Verluste wären nicht nur tragisch, sondern erhöhen auch den Arbeitsaufwand des Reiseleiters. Erstmal müssen wir jedoch um unseren Parkplatz kämpfen, denn das Personal am dortigen Besucherzentrum zeigt sich nicht sehr „kooperativ“. Nachdem wir aber die E-Mail mit der Bestätigung vorzeigen können, sind plötzlich alle ganz freundlich, entschuldigen sich und lassen uns doch hinein. So steht unserer kurzen Klippenwanderung nichts mehr im Wege. Nachdem wir erst von oben beobachtet haben, wie andere Besucher unten auf den Basaltsäulen rumwuseln, steigen wir die Treppe hinab und gesellen uns zu ihnen. Später verlängern wir unseren Aufenthalt an diesem dramatisch-schönen Küstenabschnitt um eine zusätzliche kleine Wanderung zum Golfplatz, die uns am Runkerry House und am Runkerry Beach vorbeiführt. Nur ist das Baden leider streng verboten. Auf der Rückfahrt in Richtung Derry ruhen wir uns ein bisschen aus, denn es wartet ja noch der Spaziergang auf der Stadtmauer. Dieser lässt uns nicht nur in den Krieg der Könige eintauchen, sondern auch tief in den Nordirlandkonflikt, der leider in manchen Köpfen immer noch weitertobt. Davon zeugen Schlachtrufe an den Häuserwänden oder hohe Schutzzäune. Deshalb sind wir nach unserem Tagesausflug zwar um viele neue Eindrücke reicher, aber auch ein bisschen erleichtert, als wir am Abend wieder zurück in Letterkenny im republikanischen County Donegal sind.
5. Reisetag (Donnerstag, 14. Mai 2026): Wanderung auf der Halbinsel Mullaghmore – Westport – Croagh Patrick – Leenane
Nach drei Nächten in Letterkenny ziehen wir weiter und beginnen mit der Erkundung der irischen Westküste. Bevor wir dem County Donegal jedoch endgültig den Rücken kehren, machen wir nach etwa 50 Minuten Fahrt noch eine längere Pause in der gleichnamigen Hauptstadt der Grafschaft. Hier können wir uns Proviant besorgen, das Donegal Castle bewundern und in einem Café unseren restlichen Koffeinbedarf stillen. Unsere anschließende Wanderung um die Halbinsel Mullaghmore bietet uns tolle Aussichten auf die Berge an der Küste, erinnert uns jedoch gleichzeitig an ein weiteres dunkles Kapitel der irischen Geschichte. Passend dazu taucht auf halber Strecke eine dunkle Wolken am Horizont auf, die schnell näher kommt. Nun wird der auch heute wieder starke Wind von unserem Gegner zum Verbündeten, denn er lässt den unvermeintlichen Regenschauer ganz rasch über unseren Köpfen hinwegziehen. So erstrahlt das Classiebawn Castle nach wenigen Minuten wieder im Glanz der Sonnenstrahlen und die Schafe und Pferde recken und erheben sich und nehmen ihre Tagesaktivitäten wieder auf. Auch zwei Kaninchen hoppeln über die Weide und ein kleines Rotkehlchen zwitschert mir vom Zaunpfahl aus zu. Nach Vollendung unserer Runde setzen wir uns am Hafen von Mullaghmore in die Sonne und stärken uns mit den zuvor in Donegal gekauften Leckereien. Bis zum nächsten Stopp in Westport durchqueren bzw. passieren wir unter anderem den Ben Bulben, Drumcliff, Sligo und den Knocknarea mit dem Grab der Kriegerkönigin Maeve. Schon ein ganzes Stück vor Westport taucht bereits der Croagh Patrick am Horizont auf und präsentiert sich uns sogar in Gänze, d. h. mit Spitze. Auch in Westport werden wir von zwei leichten, ganz kurzen Schauern heimgesucht, doch insgesamt hatten wir die letzten Tage viel Glück mit dem Wetter. Nur etwas weniger Wind wäre jetzt wirklich mal schön. Nachdem wir in Westport unsere „Besorgungen“ erledigt haben (Briefmarken, Postkarten, Souvenirs, Obst und — am allerwichtigsten — endlich wieder mal Gelato), fahren wir die paar Minuten bis nach Murrisk, wo wir am Fuße des heiligen Berges erneut aussteigen und zumindest bis zum Anfang des Pilgerweges gehen. Patrick wartet dort schon auf uns und reckt uns das Kleeblatt entgegen. Wir folgen seinem starren Blick gen Norden und schauen auf die malerische Clew Bay mit ihren vielen Inseln. Für die abschließende Fahrt zum Hotel schlägt Donal die landschaftlich reizvolle Route durch das Doolough Valley vor, wo wir einen letzten Fotostopp einlegen. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Hotel am Fjord, wenngleich wir gern noch stundenlang durch die dramatische Landschaft hätten fahren können. Das altehrwürdige Leenane Hotel am Killary Harbour empfängt uns mit ausgezeichnetem Essen und wir sind froh, dass wir auch hier gleich drei Nächte verbringen dürfen. So kann ich zum Beispiel zum Nachtisch sowohl den Schokoladenkuchen als auch den Apple Crumble als auch die Portion Eis probieren. In solchen Momenten ist das Leben (als Reiseleiter) wirklich schön!
6. Reisetag (Freitag, 15. Mai 2026): Tagesausflug zu den Aran Islands – Wanderung auf Inishmore – Dun Aengus
Für unsere Wanderung auf der größten Aran-Insel Inishmore nehmen wir zunächst die Fähre von Rossaveel nach Kilronan. Es schaukelt zwar ein bisschen, doch im Vergleich zu den letzten Tagen haben sich Wind und Wellen deutlich gelegt. Allein die Sonne macht sich heute ein bisschen rar. Nach unserer Ankunft auf der Insel stürmen wir den einzigen Supermarkt der Insel und begeben uns danach durch das Bankenviertel zur Kreuzung am Pub (einem von fünf auf Inishmore — die Prioritäten stimmen), an der die nördliche Küstenstraße beginnt. Wir folgen den endlos langen Trockensteinmauern gen Westen. Viel Verkehr ist nicht, nur gelegentlich kommt eine Kutsche vorbei. Die größte Gefahr geht von Touristen auf Fahrrädern aus. Wir begegnen auch vielen Tieren, die aber nicht gefährlich sind, sondern sehr zutraulich. Die Pferde lassen sich meistens streicheln, suchen sogar die Nähe (vermutlich, weil sie gefüttert werden wollen). Die Kühe und Kälber halten mehr Abstand hinter Zäunen und Mauern, beäugen uns aber neugierig. Mit einem Esel schließe ich Freundschaft und wir machen sogar ein Selfie. Während unserer Picknickpause an der Robbenkolonie beobachten wir die Kegelrobben beim täglichen Yoga und sie uns beim Essen. Die zweite Teilstrecke der Wanderung führt uns von der Straße weg auf einen schönen Pfad etwas oberhalb, der von viel Kalkstein und vielen blühenden Wiesenblumen gesäumt ist. Der Badestrand bei Cill Mhuirbhigh ist menschenleer und der Rettungsschwimmer angeblich im Pub. Bei den Temperaturen kein Wunder. Die Eisdiele hat jedoch geöffnet und stellt eine gute Möglichkeit dar, uns für die heutige Wanderung zu belohnen. Allerdings wartet noch der Aufstieg zum Steinfort Dun Aengus auf meine Gäste. Das Besucherzentrum wurde komplett neu gestaltet und erst vor ein paar Tagen neu eröffnet. Es wirkt heller und freundlicher und die Ausstellung ist nun sehr anschaulich gestaltet. Nach etwa 15 Minuten Aufstieg stehen wir im Inneren der prähistorischen Festung am Rande der Klippen und können fast über die gesamte Insel blicken. Wir versuchen uns vorzustellen, wie die Menschen hier früher gelebt haben, geschützt durch dicke Mauern, und dennoch den Elementen ausgeliefert. Nach etwas Freizeit in Cill Mhuirbhigh bringt uns Owen mit seinem Shuttlebus zurück nach Kilronan. Donal ist zurückgelaufen und hat schon eine Fähre eher genommen, damit er für uns bei der Ankunft in Rossaveel mit dem Bus bereitstehen kann. Durch die schöne Landschaft Connemaras fährt er uns zurück an den Fjord, wo das zweite leckere Abendessen auf uns wartet.
7. Reisetag (Samstag, 16. Mai 2026): Wanderung im Connemara–Nationalpark – Kylemore Abbey
Am heutigen Tag bleiben wir in meiner Lieblingsregion Connemara und passen unseren Tagesablauf spontan dem irischen Wetter an. So starten wir ein bisschen später und drehen das Programm einfach um, um den Regenschauern einfach aus dem Weg zu gehen. Das funktioniert dann auch super, denn sowohl beim Fotostopp am Killary Harbour als auch später unserem Besuch der Kylemore Abbey bleiben wir weitgehend trocken. Doch bevor wir die Nonnen besuchen, fährt uns Donal ein Stück die Küste entlang, wo wir uns an der Landschaft kaum satt sehen können. Die wetterbedingte Drehung des Programms erweist sich auch in einer weiteren Hinsicht als glückliche Fügung, denn an der Kylemore Abbey ist es am Vormittag noch erstaunlich ruhig. Während sich draußen der Parkplatz langsam füllt, haben wir das ehemalige Herrenhaus und den viktorianischen Garten bereits in aller Ruhe und ausgiebig erkundet — und schon einige Schritte zurückgelegt. Bis zum Nachmittag hat der Wind die steinernen Stufen am Diamond Hill im benachbarten Connemara-Nationalpark getrocknet, sodass wir den Aufstieg wagen können. Es ist die schwierigste Wanderung auf unserer Rundreise durch Irland, doch die Aussicht auf die Twelve Bens, die Kylemore Abbey und die Küste ist jede Mühe wert. Auch hier wieder großes Wetterglück: Wir können beobachten, wie es sich nur ein Stück weiter südlich an den Bergen abregnet. Doch wir bleiben trocken, werden sogar immer Mal wieder von Sonnenstrahlen gekitzelt. Als wir uns nach und nach am Besucherzentrum sammeln, sehe ich erschöpfte, aber glückliche Gesichter. Zur Belohnung und Feier des Tages — passenderweise ist nämlich heute World Whiskey Day — wird im Bus eine Flasche Irish Mist entkorkt. Der Honiglikör mit Whiskey geht runter wie Öl und wärmt unsere Kehlen. Mit einer Panoramafahrt durch das Inagh Valley und persönlichen Begegnungen mit ein paar hungrigen Schafen endet unser Tag in Connemara wieder am Leenane Hotel, wo uns der Regen schließlich wieder einholt. Da haben wir heute alles richtig gemacht und die trockenen Zeitfenster optimal genutzt. Nach unserem letzten Festmahl im Hotelrestaurant können wir im Salon ein bisschen der heutigen Live-Musik lauschen.
8. Reisetag (Sonntag, 17. Mai 2026): Freizeit in Galway – Wandern in Coole Park – Fahrt durch den Burren
Nach drei Übernachtungen und drei köstlichen Abendessen, die der Seele gutgetan haben, müssen wir Connemara leider verlassen und gen Süden weiterziehen. Am Vormittag steht für meine Gäste zunächst Freizeit in Galway an. Wir erreichen die heimliche Kulturhauptstadt Irland nach etwas weniger als 1,5 Stunden Fahrt, parken den Bus an der Kathedrale und laufen dann am Fluss entlang in die Innenstadt. Wir haben wieder eine Regenpause erwischt, sodass wir fast bis zum Ende unseres Aufenthalts trocken bleiben. Erst kurz vor Abfahrt wird es wieder ungemütlich. Bis dahin erkunden wir die Fußgängerzone, die am späten Sonntagvormittag langsam zum Leben erwacht. Die Cafés, Restaurants und Souvenirläden sind schon geöffnet und auch die erste Straßenmusikerinnen spielen auf. In Coole Park können wir dann bei teilweise blauem Himmel unsere Mittagspause machen und dabei schon aus der Ferne die als „Baum der Unterschriften“ bekannte riesige Blutbuche im ehemaligen viktorianischen Garten bewundern. Gut gestärkt wagen wir uns an unsere heutige Wanderung und den herausfordernden Aufstieg von — Trommelwirbel — 10 Metern. Nach dem Diamond Hill haben wir aber nichts dagegen, wenn es heute zur Abwechslung gemütlicher zugeht. Der Rundweg verläuft durch sieben kleine Wäldchen und umfasst einen Abstecher zum Coole Lake, der durch die Regenfälle der letzten Tage gut gefüllt ist. Donal sorgt für eine akrobatische Einlage an den Rotzedern — und dann sind wir auch schon wieder zurück am Autograph Tree. Am Nachmittag führt unsere Reise durch die Steinwüste des Burren. Als kleine Überraschung machen wir einen Stopp an der Hazelmountain Chocolate Factory (denn wir können hier nicht nur die Porzellanaustellung besuchen, sondern auch eine Kostprobe abgreifen). Außerdem gibt es im Café eine verdammt leckere heiße Schokolade, was genau das richtige Getränk ist, um uns bei diesem gruseligen Wetter innerlich aufzuwärmen. Langsam glaube ich ja, dass ein Fluch auf dem Poulnabrone Dolmen liegt, denn ich habe die Grabanlage aus der Jungsteinzeit bisher immer nur bei Regen erlebt. So auch diesmal, weshalb der Stopp entsprechend kurz ausfällt. Aussteigen, Hinlaufen, Foto machen, zurück zum Bus. Ob wenigstens auf der „anderen Seite“ des „Portals“, also in der Nachwelt, schönes Wetter herrscht? Am frühen Abend treffen wir zur Zwischenübernachtung im Hotel Bellbridge House bei Spanish Point ein. Hier war ich noch nie mit einer Gruppe untergebracht, doch wir sind von unseren Zimmer und auch vom Abendessen sehr angetan. Nur sind die Portionen viel zu groß, selbst für hungrige Wanderer! Wer soll den riesengroßen Berg Kartoffelbrei denn bitte essen? Schon beim Hauptgericht muss ich mich geschlagen geben, und dann kommt noch ein kalorienreicher Dessertteller …
9. Reisetag (Montag, 18. Mai 2026): Cliffs of Moher – Wanderung auf dem Burren Way – Überfahrt über den Shannon – Lartigue Monorail – Tralee
Der heutige Tag ist vollgepackt mit Höhepunkten, die dicht aufeinander folgen. Unsere Zeit im Bus wird überschaubar bleiben. Wir beginnen mit einem Besuch der Cliffs of Moher, an denen es früh um neun Uhr geradezu noch gespenstisch ruhig ist. Der Wettergott hält den Regen extra für uns so gut er kann zurück. Nur vereinzelte Tropfen gleiten ihm versehentlich immer mal wieder durch die Finger. Dafür schenkt er uns eine sehr gute Fernsicht, sodass wir von den berühmten Klippen trotz Wolkendecke sehr scharfe Fotos machen können. Unsere geplante Klippenwanderung nach Doolin müssen wir hingegen ein bisschen abkürzen, da der erste Streckenabschnitt gesperrt ist. So muss uns Donal ein Stück vorfahren, bis wir wortwörtlich einsteigen können. Von der Straße aus führt der Weg wieder bis an den Rand der Klippen, die hier nicht minder spektakuläre Fotomotive bieten. Eine Pferdeherde beobachtet uns und begleitet uns eine Weile auf ihrer Koppel. Donal hat den Bus in Doolin in der Nähe einer Eisdiele geparkt — vermutlich nur, um mich zu quälen. Denn wir fahren sofort — ohne Eis — zurück nach Lahinch und machen dort an der Strandpromenade eine kleine Mittagspause. Zwar tummeln sich die Surfschüler bewundernswerterweise am Sandstrand, wir halten uns jedoch aufgrund des nun wieder ungemütlicher werdenden Wetters lieber vom Wasser fern so gut es geht, auch wenn wir noch die Autofähre über den Shannon ins County Kerry nehmen müssen. Dort erwartet uns eine Fahrt mit der Lartigue Monorail, die zu großer Erheiterung führt. Schon beim Betrachten der historischen Filmaufnahmen schütteln meine Gäste ungläubig den Kopf. Der nachgebaute Zug wackelt und rumpelt und zischt jedoch genau so wie im Video, obgleich die Lok nicht mehr mit Dampf betrieben wird. Belustigt fahren wir weiter zum Hotel in Tralee, wo nach dem Dinner mit dem Besuch der Show Celtic Steps ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm steht. Wir erleben fast eine Privatvorführung, so leer ist es im großen Saal. Dennoch legen sich die Sängerin, die Weltklasse-Stepptänzer und die geniale Band mächtig ins Zeug und sorgen für einen unvergesslichen Abend.
10. Reisetag (Dienstag, 19. Mai 2026): Tagesausflug zum Ring of Kerry – Killarney–Nationalpark und Muckross House
Ausgerechnet für unsere Tour auf dem Ring of Kerry erwischen wir einen richtigen irischen Regentag. Und dann haben wir wiederum doch auch Glück, dass wir die schlimmsten Schauer meistens im Bus aussitzen können. Den richtig schlimmen Regen bekommen nämlich Schäfer Tom und seine Hündin Clare ab, während wir unter dem Unterstand recht gut vor Wind und Wasser geschützt sind. Doch Tom ist mit seiner Kleidung perfekt vorbereitet und Clare und den Schafen scheint es nur wenig auszumachen. Nach einer kurzweiligen Vorführung setzen wir unsere Runde um die Iveragh-Halbinsel fort. Freundlicherweise darf ich ganz kurz zu Recherchezwecken an einer Whiskey-Brennerei anhalten und komme mit neuen Kontaktdaten aber ohne Whiskey wieder raus. Den gibt es ja für meine lieben Gäste erst übermorgen zum Abschluss unseres Programms, dann aber reichlich. Heute kann ich nur eine weitere Kostprobe in einer Schokoladenfabrik anbieten, die aber auch nur das Sekundärziel unseres Schlenkers zur Küste darstellt, denn es geht dabei vor allem um die Aussicht auf die berühmten Skellig Islands. Und tatsächlich können wir die Felseninseln am Horizont erkennen, wenngleich auch nur schemenhaft. Wie es die Mönche in ihren Bienenkorbhütten dort nur ausgehalten haben? In Waterville machen wir dann unsere Mittagspause. Wer mag, kann zu Charlie Chaplin laufen und ihm an seinem Lieblingsferienort Gesellschaft leisten. Mit Fotostopps am Coomakista Pass und am Ladies’ View leiten wir die zweite Hälfte der Rundfahrt ein. Am ersten Aussichtspunkt ist es zumindest gerade trocken und die Sicht passabel, am zweiten, der dann schon im Killarney-Nationalpark liegt, trauen sich nur wenige aus dem Bus. Aber mein Regenhut kommt zum Einsatz und sorgt für Heiterkeit. Wir müssen uns heute einfach ein Beispiel an der irischen Mentalität nehmen und mit Gelassenheit immer wieder das beste aus der Wettersituation machen. Und das beste, was wir gerade machen können, ist, erstmal bis zum Muckross House und Park durchzufahren. Dort lässt der Regen auch schon wieder nach, kommt nur noch in Böen. Wir bewundern das herrschaftliche Anwesen am Muckross Lake mit seiner prächtigen Gartenanlage (der Rhododendron!) und verbringen etwas Zeit im Café. Da wir heute gut in der Zeit liegen, können wir noch zum Ross Castle fahren und dort einen Fotostopp einlegen. Ein schottischer Dudelsackspieler ist irgendwo nicht richtig abgebogen und hat sich auf die falsche Insel verirrt, sorgt aber bei den Touristen für gute Laune. Nun verlassen wir aber endgültig den Ring of Kerry und fahren nach Tralee zurück. Trotz Regen war es ein kurzweiliger Tagesausflug und wir haben viel erlebt und gesehen. Und die Aussichten für die nächsten Tage sind deutlich, deutlich besser!
11. Reisetag (Mittwoch, 20. Mai 2026): Desmond Castle in Adare – Irisches Nationalgestüt bei Kildare
Nach dem gestrigen Regentag verspricht der Wetterbericht heute deutliche Besserung. Ein paar Tropfen fallen dennoch auf die Frontscheibe, als wir Tralee in Richtung Limerick verlassen. Am 11. Tag unserer Reise gibt es nur zwei Programmpunkte, die dafür beide recht umfangreich ausfallen und uns jeweils einen wichtigen Aspekt der irischen Geschichte bzw. Kultur näherbringen. In Adare reisen wir zurück ins 12. und 13. Jahrhundert, die Zeit der normannischen Invasion. Die Führung mit unserem Guide Mark durch das Desmond Castle (bzw. die Ruinen davon) vermittelt uns viel Hintergrundwissen zur Geschichte der Normannen und zum Aufbau und Leben in einer solchen Burg. Wir lernen zum Beispiel, woher der Begriff „Garderobe“ kommt. Inzwischen ist die Wolkendecke über uns aufgerissen und wir bekommen sogar während unserer Mittagspause in Adare etwas Sonne ab. Zudem lohnt sich ein kurzer Spaziergang zum Park gegenüber dem Besucherzentrum und den strohgedeckten Cottages, für die Adare berühmt ist. Nachdem uns Donal als Überraschung hinter Limerick kurz seine Frau vorgestellt (und die Wäsche sowie die Geschenke für seinen Enkel bei ihr abgegeben hat), fährt er uns weiter nach Kildare und singt voller Inbrunst ein Medley bekannter irischer Songs. Multitasking kann er also auch noch. Auch die Führung mit Sarah über das Nationalgestüt ist sehr interessant, wobei hier natürlich andere Themen im Vordergrund stehen. (Dbzgl. möchte ich an dieser Stelle nicht näher ins Detail gehen.) Wir stellen jedenfalls fest, dass offenbar auch Enten, Häschen und Rennkühe auf dem Gestüt gezüchtet werden; wer hätte das gedacht. Natürlich haben es uns die kleinen Fohlen besonders angetan. Sie sind gerade einmal 2,5 Monate alt und lassen sich sogar ein bisschen streicheln. Die lebenden Legenden sind hingegen eher auf Leckerlis aus, doch Sarah hat heute leider keine mehr dabei. Da muss dann halt ein mitgebrachter Apfel herhalten. Im japanischen Garten, der ebenfalls zum Gestüt gehört, gilt es anschließend, den Weg des Lebens zu meistern. Als Belohnung wartet ein Kaffee oder Tee im Restaurant. Auf dem Weg in die Wicklow Mountains geraten wir in den üblichen Feierabendstau, kommen jedoch besser durch als auf vergangenen Reisen und sind bereits kurz nach 18 Uhr im Hotel in Newtownmountkennedy. Auch hier ist das Abendessen wieder sehr schmackhaft, inklusive des obligatorischen Kartoffelbreis. Nur der Tee und Kaffee kommt dann sehr spät hinterher, dafür aber in so großen Kannen, dass es locker noch fürs Frühstück reicht.
12. Reisetag (Donnerstag, 21. Mai 2026): Tagesausflug in die Wicklow Mountains – Glendalough – Powerscourt Gardens
Mit dem heutigen Tag fassen wir unsere Reise gedanklich und inhaltlich zum Abschluss sehr gut zusammen. Uns erwarten eine frühchristliche Klosterruine, eine Wanderung, eine wunderschöne Gartenanlage und — Trommelwirbel — drei Gläser preisgekrönten Whiskeys. Den müssen wir uns aber erst durch viele Schritte verdienen. Am Morgen sind wir in Glendalough fast die ersten Besucher und haben die Ruinen der Klostersiedlung fast für uns allein. Es ist die Ruhe vor dem Ansturm und wir genießen sie sehr. Die Videopräsentation im Besucherzentrum führt uns zurück nach Derry, nach Monasterboice, auf die Aran Islands. Wohlbekannte Namen von Heiligen tauchen auf, allen voran Patrick und Columba. Während Glendalough nun von Schulklassen überrannt wird, suchen wir das Weite, indem wir zu unserer Wanderung zu den Ruinen des Miners’ Village aufbrechen und dabei in den Fußstapfen eines weiteren Heiligen wandeln. Der gute Kevin soll 120 Jahre alt geworden sein und hat zumindest zeitweilig am Upper Lake in einer winzigen Höhle gehaust. Leider habe ich nicht die Zeit zu warten, bis die Vögel anfangen, Nester auf meinen Armen zu bauen, denn der Whiskey ruft! Der Whiskey, der Whiskey! Habe ich schon erwähnt, dass es heute nicht regnet und wir abschnittsweise sogar blauen Himmel sehen! Geht doch! Nach einer kleinen Pause bei der ehemaligen Minensiedlung kehren wir um und laufen dann am Eiswagen vorbei zurück zum Bus. (Einige sogar mit Softeis in der Hand!) Geschwind bringt uns Donal dann hinüber nach Enniskerry zu den Powerscourt Gardens. Die weitläufige Anlage gilt als einer der schönsten Gärten der Welt. Auch meine Gäste sind sehr angetan. Im Café im ehemaligen Herrenhaus können wir uns für den letzten Programmpunkt stärken. Genau: den Whiskey! Susanne führt uns heute durch die benachbarte Powerscourt Distillery und erklärt uns den Herstellungsprozess des irischen Lebenswässerchens. Bei der Verkostung wird es dann sehr schnell sehr lustig; eine Stimmung, die auf der Rückfahrt im Bus in … interessante Lieder mündet. Schuld ist Donal, der mit einer Playlist an deutschen Trinkliedern (deren Texte er zum Glück nicht versteht) die Marschrichtung vorgibt. Nach dem Abschiedsabendessen bleiben wir noch eine Weile sitzen und unterhalten uns bei einem Glas Whiskey oder einem Pint Guinness entspannt über die Höhepunkte unserer Reise.
13. Reisetag (Freitag, 22. Mai 2026): Freizeit in Dublin – Rückflug nach Deutschland
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen … zum Beispiel über den Stromausfall in Newtownmountkennedy, der am Morgen nicht nur unser Hotel, sondern weite Teile des Ortes und auch eines Nachbardorfs lahmlegt. Zum Frühstück werden meine Gäste deshalb auf Cornflakes- und Joghurt-Diät gesetzt — irgendwo treibt das Personal trotzdem heißes Wasser auf, sodass wenigstens noch ein Kaffee oder Tee dazukommt. Mit Donals Wasser aus dem Bus putzen wir uns die Zähne und brechen dann spontan schon zeitiger nach Dublin auf. Ironischerweise geht der Strom genau in dem Moment wieder an, als wir die letzten Koffer in den Bus verladen. Donal setzt uns in der Nassau Street am Trinity College ab, wo er uns in ca. vier Stunden auch wieder einsammeln wird. Ich biete noch einen kleinen Spaziergang zu Molly Malone und zum Powerscourt Townhouse an, dem sich alle anschließen. Zum Abschied zeigt sich das Wetter in Irland doch noch von seiner allerbesten Seite. Bei Sonnenschein und 20 Grad bummeln wir durch die Grafton Street oder am Fluss Liffey entlang, kehren zum letzten Mal in einem urigen Pub ein und/oder kaufen noch ein paar Souvenirs. Nicht nur Donal kommt überpünktlich wieder zurück, sondern auch meine Gäste. Eine halbe Stunde später sind wir wieder dort, wo unsere Rundreise vor genau 12 Tagen begonnen hat: auf dem Dubliner Flughafen. Kofferabgabe und Sicherheitskontrolle sind auch hier schnell erledigt. Nach dem Duty Free Shop heißt es schon zum ersten Mal Abschied voneinander nehmen, da vier Gäste ja nach Frankfurt fliegen. Die Zeit bis zum Abflug vergeht dann doch sehr schnell. Hier mal kurz gucken, dort eine Kleinigkeit essen, schon ist Boarding. Der Flug nach Berlin verläuft extrem ruhig. Durch die Passkontrolle sind wir ganz schnell durch und auch auf unsere Koffer müssen wir nicht lange warten. Wandelt sich der BER etwa vom Sorgenkind zum Vorzeigeflughafen? Jedenfalls ist es schön, wenn alles klappt. Ich begleite meine Gäste noch bis zu den Transferfahrzeugen, dann stehe ich plötzlich ganz alleine da und kann kaum glauben, wie schnell die 13 gemeinsamen Tage in Irland (leider) vergangen sind. Wir haben viel gesehen und erlebt, uns nett unterhalten, Lieder gesungen bzw. Liedern gelauscht. Nun brauchen wir sicher ein paar Tage, um alles zu verarbeiten.
Liebe Gäste meiner Irland-Reisegruppe im Mai 2026,
ich danke Euch allen für die schöne gemeinsame Zeit in Irland, die netten Gespräche und die gemeinsamen Erlebnisse! Hinter uns liegt eine landschaftlich und wettertechnisch abwechslungsreiche Reise. Von Sturm über Regen und Sonnenschein war alles dabei. Im Großen und Ganzen hatten wir aber meistens Glück, konnten alle Wanderungen durchführen, sogar eine kleine Zusatzwanderung am Giant’s Causeway. Es gab meistens viel zu viel zu essen, definitiv stets ausreichend Kartoffelbrei. Ich bin mir zudem sicher: Es gibt noch viel mehr Lieder, die ich nicht kenne, weshalb ich mich sehr freuen würde, wenn ich Euch alle bald wieder als Gäste auf einer Eberhardt-(Wander-)Reise begrüßen darf.
Herzlichst
Euer Andreas Wolfsteller
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien