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Lago Maggiore

Reisebericht: 25.05. – 01.06.2026

Naturschönheiten, Kunst, Tradition und Geschichte - Norditalien mit dem Lago Maggiore und dem Ortasee und die Südschweiz laden ein.

Heike Heinen

Ein Reisebericht von
Heike Heinen

Hotel Royal Stresa – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Innenhof des Palastes der Isola Bella – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Spaziergänger im Bella-Garten – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Isola Madre: Kaschmir Zypresse – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) die Familie Borromeo ist Arona – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Wallfahrtskirche im neobyzantinischen Stil – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Intragna: überall gibt es blaue Bänke – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Blick von der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL) Villa Taranto: Azalee – © Heike Heinen (Eberhardt TRAVEL)

Anreise

Bereits 5.00 Uhr am Pfingstmontag trafen sich 20 Eberhardt- Gäste am Flughafen Dresden, um gemeinsam ein sehr beliebtes Reiseziel näher kennenzulernen : die Südschweiz und Norditalien mit dem herrlichen Lago Maggiore.
Es lagen 900 km vor uns, und wir alle hofften, keinen Stau am Pfingstmontag zu haben.
Einen weiteren Zustieg gab es am Rasthof Vogtland, in welchen wir an wunderbar rot blühenden Kastanienbäumen eingefahren sind.
Unsere Fahrt verlief durch die Bundesländer Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg problemlos. Am Rasthof Seligweiler nahe Ulm, begrüßten wir den letzten Bus Gast. Am Abend sollten sich noch 5 Fluggäste hinzu gesellen.
28 km fuhren wir durch Österreich, weitere 221 km durch die Schweiz, inklusive des 6,6 km langen Bernardino- Tunnel, bis wir den nördlichen Teil des Lago Maggiore mit Locarno und Ascona erreicht hatten.
1,5 Stunden später, hatten wir es geschafft. Bei 34 Grad in Stresa, nun auf italienischer Seite des Lago Maggiore angekommen, konnten wir tatsächlich dankbar und froh sein für 2 tolle FahrerInnen, Beata und Evgenij, und keinen Stau. Den gab es in entgegengesetzte Fahrtrichtung reichlich.
Das Hotel Royal begrüßte uns mit einem erfrischenden Aperitif und einem 3- Gang Abendessen.
Ein kurzer Gedankenaustausch, ein erstes Kennenlernen während des Abendessens, und dann wollte auch jeder sofort in sein Zimmer, um sich nach dem langen Tag zu erholen.
Die 3 Inseln im See sahen wir bei der Anfahrt in herrlichem Abendlicht. Diese wollten wir am kommenden Tag besuchen.

Inselbesuch

Von Stresa und Baveno ist man in wenigen Minuten per Boot auf den Inseln.
Mit unserer örtlichen Reiseführerin Simona besichtigten wir zunächst die Fischerinsel, die als einzige ganzjährig bewohnt wird und offiziell nicht zu den Borromäischen Inseln gehört.
Ihre Nachbarinseln "Bella" und "Madre" sind im Besitz der Familie Borromeo. Diese kam einst aus San Miniato/Toskana und besitzt heute noch viele Ländereien.
Die Fischerinsel ist die kleinste, abgesehen von der noch kleineren und fast unbekannten Insel des Heiligen Johannes.
Ihre 51 Bewohner verschrieben sich dem intensiven Fischfang und leben heute von und mit dem Tourismus.
Bei einem gemütlichen Spaziergang, begleitet von Vogelgezwitscher, vielen umherfliegenden Schwalben und umgeben vom bezaubernden Duft des Jasmin, konnten wir die kleinen Steinblöcke sehen, auf denen früher sitzend die Fischer ihre Fischernetze flickten. Hier und da gab es einen Platz, auf dem man einen guten italienischen Cappuccino genießen konnte, oder man besuchte die Hauptstraße der Insel, gerade mal 200 m lang und nach dem Musiker Ugo Ara benannt. Er fand seine letzte Ruhestätte als Nichtinsulaner auf dem Inselfriedhof.
Die Inselkirche ist dem Heiligen Viktor gewidmet, der wir selbstverständlich auch einen Besuch abstatteten.
Den Abschluss bildete die Besichtigung des sogenannten Bogenhauses, einem alten Gebäude, in dem es heute Informationen zum Thema Fischfang gibt.
Am Bootsanleger wartend, hatten wir schon einen guten Blick auf die Nachbarinsel, die Isola Bella .
Dort angekommen, war es schon nicht mehr so ruhig und entspannt. Sie erfreut sich der höchsten Popularität aller Inseln.
Prachtbau ist natürlich das Wohnschloss der Familie Borromeo, welches man mit den unterirdischen Grotten und der ersten Etage besichtigen kann. Das Obergeschoss bleibt der Öffentlichkeit verborgen, da es Privatbesitz ist.
Besondere Höhepunkte im Schloss sind z.B. die Gemäldegalerie, der Musiksaal, in dem nicht nur alte Musikinstrumente aufbewahrt werden, sondern in dem auch 1935 die "Konferenz von Stresa" stattfand, bei der die Vertreter von Frankreich (Laval), von Italien (Mussolini) und Großbritanniens (Mac Donald) sich trafen, um gemeinsam gegen Nazideutschland vorzugehen.
Im Zuccarelli-Saal, findet man Gemälde vom Maler und Borromeo-Freund Francesco Zuccarelli, welche einige Burgen und Ländereien der Familie zeigen. Die Innenbesichtigung des Palastes rundete der Gobelinsaal ab.
Bei hochsommerlichen 33 Grad war der Gartenspaziergang sehr schön, jedoch suchten wir immer wieder ein schattiges Plätzchen. Auch hatte man den Eindruck, dass manch tierischer Garten- Bewohner den Schatten bevorzugte.
Am frühen Nachmittag ging es per Privatboot auf das 3. Juwel, die Isola Madre. Sie ist die größte der Inseln und besitzt ebenfalls einen Borromeo Palast und einen Park. Diesen nach einer kurzen Mittagspause zu durchstreifen, war ein besonderes Erlebnis. Da diese Insel am weitesten vom Festland (und doch nur 500 m) entfernt liegt, ist der Besucherandrang nicht so hoch. Ganz gemütlich, vorbei an Kamelien, Azaleen, Bambus, Farnen, Glyzinien, Lorbeer, Magnolien u.v.m. und oft von den Rufen eines Fasans oder Pfaus begleitet, führte uns der Spaziergang allmählich zum Palast. Vor ihm präsentiert sich stolz eine Kaschmir Zypresse, obwohl sie stark durch einen Tornado im Jahre 2006 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dennoch gilt sie immer noch als die größte Europas. Unter ihr fanden weiße Pfaue ein schattiges Plätzchen.
Nach der Palastbesichtigung, welche aufgrund der Hitze und kleiner Ermüdungserscheinungen etwas kürzer ausfiel, ging es wieder zum Bootsanleger, und mit einem kurzen Stopp in Stresa, wo wir einen kleinen Spaziergang unternahmen, kamen wir am Hotel an.

Das Hotel "Royal" wurde 1910 als private Villa erbaut. Nach einem größeren Umbau ist es seit nunmehr fast 70 Jahren ein Hotel, welches Gäste aus der ganzen Welt willkommen heißt.

Südlicher Teil des Lago Maggiore

Eine Abwechslung zwischen all den Besichtigungen von interessanten Sehenswürdigkeiten sollte es an diesem Tag geben.
In den Vormittagsstunden besuchten wir den Wochenmarkt in Luino. Dieser kleine Ort befindet sich auf der gegenüberliegenden Seeseite, in der Provinz Varese/ Lombardei.
Der Lago Maggiore gehört zu den Regionen Lombardei und Piemont auf italienischer Seite und zum Kanton Tessin auf schweizerischer Seite.
Luino liegt nahe der Grenze zur Schweiz und wird deshalb gern von den Schweizern besucht. Eine schöne, fast 2 km lange Seepromenade charakterisieren den Ort und eben einer der ältesten und größten Märkte der Seeregion.
Ein Jeder konnte bummeln, schauen und kaufen.
Nach 2 Stunden trafen wir uns wieder am Bus, wurden mit gekühlten Getränken bestens versorgt, denn wieder stieg das Thermometer auf 33 Grad und fuhren auch schon zur nächsten Attraktion. Die Wallfahrtskirche Santa Caterina del Sasso stand auf dem Programm.
Sehr schön am Wasser gelegen, ist diese per Boot oder aber mit dem Fahrzeug zu erreichen. Ein 2009 fertiggestellter Lift bringt den Besucher zur Kirche. Gott sei Dank dachte sich wohl Jeder von uns, denn sonst hätten wir bei nunmehr 35 Grad 268 Stufen zurücklegen müssen.
Die Anlage entstand weil Alberto Besozzi, wahrscheinlich ein Händler, dem man nichts Gutes nachsagte, irgendwann im 12. Jahrhundert in Schiffsnot geriet und gelobte Buße zu tun und zur Heiligen Katharina von Alexandria zu beten. Sie war im Mittelalter eine der bekanntesten Heiligen. Als Eremit zog er sich in eine Höhle zurück, die man heute noch vorfindet. Um seine einstige Höhle herum entstand später eine Klosteranlage, bestehend aus mehreren Gebäuden, einem Betsaal und einer Kirche, die durch einen sonnendurchfluteten Kreuzgang aus Granitsäulen miteinander verbunden wurden. Da dies über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten geschah, gibt es heute viele unterschiedliche künstlerische Zeugnisse in Form von Fresken , Porträts und Skulpturen von der Romanik über die Renaissance bis zum Barock.
Am Nachmittag statteten wir Arona einen Kurzbesuch ab. Es gab ein paar süße Naschereien, einen Kaffee oder ein Eis und einen kleinen Spaziergang zum Seeufer, von dem wir einen herrlichen Blick auf die Burg von Angera genießen konnten. Auch diese auf einem Felssporn thronende Anlage, stolz im Sonnenlicht sich präsentierend, war einst das Werk der Familie Borromeo. Einer der meist bekanntesten Persönlichkeiten der Familia Borromeo war Carl, der in Arona das Licht der Welt erblickte. Man hat dem Heiligen eine insgesamt 35 m hohe Statue gewidmet. Für uns gab es einen zusätzlichen Abstecher zu dieser Sehenswürdigkeit, bevor wir wieder unser Hotel in Stresa erreichten.

Ortasee

Kein Geheimtipp mehr ist der nur etwa 45 Minuten von Stresa entfernt liegende Ortasee.
Er lädt mit vielen Attraktionen zum Besuch ein. Eine ist der "Heilige Hügel", der Sacro Monte. Auf ihm wurden im 17. Jahrhundert 20 Kapellen und 1 Hauptkirche, den Heiligen Franz von Assisi und Nikolaus von Myra gewidmet, errichtet, die die tiefe Gläubigkeit der Bewohner und ihre besondere Verehrung des Heiligen Franz von Assisi zum Ausdruck bringen sollten. In den Kapellen findet man Fresken mit Stationen seines Lebens. Eine Brücke kann man in seine Geburtsstadt Assisi in der Region Umbrien schlagen. In der dortigen Oberkirche finden wir ebenfalls Fresken aus dem Leben des Heiligen aus der Schule des Giotto di Bondone. In der dazugehörigen Unterkirche ruhen die Gebeine des Heiligen, die erstmals in diesem Jahr anlässlich seines 800.Geburtstages öffentlich zu sehen waren.
Nach dem morgendlichen Spaziergang auf dem Sacro Monte fuhren wir mit der eigens für uns bestellten Bimmelbahn in das Zentrum von Orta San Giulio. Nach einem kurzen Spaziergang konnte dann schließlich ein Jeder die wunderschöne Atmosphäre, ein Mittagessen und auch den Blick auf die Insel San Giulio genießen. Auf diese ging es per Motorboot, und wir statteten der dortigen Kirche einen Besuch ab. Julius soll bereits 99 Kirchen erbaut haben, bevor er seine 100. auf der Insel schuf. Auch dort fanden wir wieder verschiedene Architektur- Stile vor. Auf einem der ältesten Fresken konnte man Julius sehen, wie er die Insel betritt und es mit Schlangen und Dämonen aufnehmen muss, ehe er sich niederlassen konnte. So die Legende.
Heute wird die Insel von 83 Nonnen bewohnt.
Wieder auf dem Festland, besuchten wir nach einer kurzen Busfahrt das Weingut der Familie Rogiotto.
Von ihren 30 ha Rebfläche stellen sie 20 verschiedene Weine her. 80% ihrer Produktion machen Rotweine aus. Der jetzige Inhaber, Christian Rogiotto führte uns zunächst durch den Weinkeller, in dem sogar 25000 Liter fassende Zement"fässer" zu sehen waren. Natürlich durfte eine Weinprobe von je einem Weiß- , Rose- und Rotwein nicht fehlen. Dazu wurde ein kleiner Imbiss gereicht.
Mit all diesen neuen, interessanten Eindrücken kehrten wir am frühen Abend nach Stresa zurück und verabschiedeten uns von Simona, die uns 3 Tage begleitet und mit viel Wissen versorgt hat.

Centovalli & Locarno

Von Domodossola fuhren wir mit der Bahn ins schweizerische Locarno. Die Bahn wird zwischen der Vigezzina auf italienischer und dem Centovalli- Express/ der Centovallina auf schweizerischer Seite unterschieden. Die Strecke ist 52 km lang und wurde 1923 fertiggestellt. Ihren höchsten Punkt erreicht sie in Santa Maria Maggiore auf 836 m.
In Re gab es einen sehenswerten Stopp an der Wallfahrtskirche Madonna del Sangue/ Madonna des Blutes. Es wird erzählt dass ein Herr sich im Glücksspiel vertan hatte und wütend ein Madonnenbild am Wegesrand zerstörte. Daraufhin fing die Madonna an zu bluten. Dies sprach sich in Windeseile herum und wurde alsbald als Wunder erklärt. Um dieses Madonnenbild wurden mehrere Kirchen erbaut und letztendlich zu einer großen zusammengefasst. So gibt es heute die kleinere Kapelle zu Ehren des Heiligen Maurizio, die Kapelle mit dem Altar der Madonna del Sangue und die 1958 im neobyzantinischen Stil fertiggestellte Kirche.
Ein kurzer Aufenthalt inklusive einem Imbiss rundete den Aufenthalt ab. Unsere Zugfahrt setzten wir fort und nur 10 Minuten später waren wir in der Schweiz, also im Centovalli. Viele Täler münden in das Haupttal, vielleicht 100 ? , das von der Melazza durchflossen wird, daher der Name.
Wir passierten den 4 km langen Stausee von Palanegra , danach Intragna, wo es überall die blauen Sitzbänke gibt. Nach der Ortsausfahrt vereinigen sich die Flüsse Isorno und Melazza. 3 hohe Brücken überspannen das Tal, 2 Fahrbrücken und eine Eisenbahnbrücke, über die wir letztlich fuhren. Danach folgten wir der jungen Maggia, die mit ihrem kristallklaren Wasser für Abkühlung bei den Badenden sorgte und kamen schließlich unterirdisch im Bahnhof von Locarno an.
Es war wieder sehr heiß, der Besuch der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso mit traumhaftem Blick auf den Lago Maggiore schweißtreibend, da einige Treppen zurückgelegt werden mussten. Madonna del Sasso wurde erbaut, weil "dem Franziskanermönch Bartolomeo Piatti aus Ivrea am Vorabend von Maria Himmelfahrt die Muttergottes erschien", so die Legende.
Im Hauptaltar der barocken Kirche ist die Holzfigur der Mutter Gottes mit dem Jesus Kind von 1480 zu sehen.
Auch zurück in das Zentrum von Locarno ging es wieder mit der Zahnradbahn und nicht über die 204 Stufen des Kreuzweges.
In Locarno konnte Jeder seine Freizeit individuell nutzen. Die meisten zog es an die Seepromenade, wo ein leichtes Lüftchen für etwas Abkühlung sorgte, oder in das Zentrum über den "Walk of Fame". Auf dem Weg findet man Stehlen, in denen bekannte Persönlichkeiten ihre Handabdrücke verewigt haben.
Die Rückfahrt zum Hotel verlief ruhig, einige Informationen bekamen wir noch von unserer Begleiterin Gaia, die wir ca.
1,5 h später kurz vor Stresa verabschiedeten.
Wieder ging ein erlebnisreicher Reisetag zu Ende und wir freuten uns auf das Abendessen.

Mailand

Bei unserer Busabfahrt hatten wir noch etwas gespasst, denn es sollte "kälter" werden. 3 Grad ! Naja, in Mailand sollte es sich herausstellen. Zuerst unternahmen wir eine Rundfahrt durch die Hauptstadt der Lombardei. Emanuela, unsere Stadtführerin schaffte es sogar , das Ordnungspersonal zu überreden, uns kurz zum Grab des Musik- Genies Giuseppe Verdi vorzulassen. Sein Grab befindet sich in "Casa Verdi" , einem Wohnheim für alternde Musiker. Und das diese Personen nicht täglich viel Lärm in ihrer Residenz wünschen, ist selbstverständlich. Aber wir durften hinein und verneigten uns in gewisser Weise, in dem wir auf die Gräber von Giuseppe Verdi und seiner 2. Gattin Giusepina Streponi hinunter schauten.
Der "vertikale Wald", 2 Wohnhochhäuser, die komplett mit Pflanzen und Bäumen bewachsen sind, war ein weiteres interessantes Fotomotiv, genauso wie die Außenmauern des Monumentalfriedhofes.
Nach der Rundfahrt ging es zu Fuß durch das Schloss, welches von den Visconti und Sforza bewohnt wurde und heute ein riesiges Museum darstellt. In den verschiedenen Innenhöfen werden alljährlich auch Veranstaltungen aufgeführt.
Viele von uns waren auf die Scala gespannt, das berühmte Opernhaus. Platz für 2030 Opern-und Ballettinteressierte bietet dieses Haus, das den Namen von der einst dort stehenden Kirche Santa Maria della Scala erhielt. Eine Besichtigung war inklusive, und so sahen wir die Logen und die Bühne, auf der es die ersten Vorbereitungen für "Carmen" gab. Noch ein kurzer Rundgang durch das Museum, in dem natürlich auch wieder etwas zu Verdi gezeigt und gesagt wurde, aber auch zu Maria Callas und Enrico Caruso, und schon befanden wir uns wieder unter der heißen Sonne Mailands.
Die Stadt ist mit den Spirituosen Ramazzotti, Fernet Branca und Campari verbunden. Für 9 € konnte man sich in der Bar Camparino in der noblen überdachten Einkaufspassage, die nach dem italienischen König Viktor Emanuel II. benannt ist, einen Campari am Originalplatz gönnen.
Der Mailänder Dom stellte die letzte Sehenswürdigkeit dar, zu der Emanuela uns einige Informationen gab, bevor es Freizeit und etwas Erholung gab.

Park der Villa Taranto

Vor der langen Rückreise am kommenden Tag, gab es einen Kurzausflug in das wenige Kilometer entfernte Verbania. Im dortigen Stadtteil Pallanza gibt es einen der größten botanischen Gärten Norditaliens. Benannt wurde er nach der Villa Taranto, die einst von einem schottischen Schiffskapitän bewohnt war. In dieser Villa befindet sich heute die Provinzverwaltung von Verbania-Clusio.
Der 1884 geborene Neil Mc Eacharn war ein weit gereister Mensch, der sich für die Botanik auf der ganzen Welt interessierte. In der "Times" fand er 1930 eine Anzeige, in der es um den Verkauf einer Villa und eines Gartens in Pallanza ging, und Mc Eacharn kaufte sie.
Alsbald wandelte er die vorhandene Parkanlage in einen außergewöhnlichen Garten um, der nun Tausende von Besuchern zwischen März und Oktober zum lustwandeln zwischen Jahrhunderte alten Bäumen, Sträuchern und Blumenbeeten auf insgesamt 16 ha einlädt. Viele Samen hatte Mc Eacharn auch von seinen vielen Reisen mitgebracht.
Wir konnten schön eingefasste Blumenbeete mit kleinen Brunnen bewundern, aber auch blühende Kastanienbäume, weiß blühenden Hartriegel, Lilien, einen Sumpfgarten, Magnolien und Seerosen uvm. Es war ein gemütlicher Rundgang durch das Reich eines Schotten, der den Traum von einem grünen Paradies hatte. Neil Mc Eacharn starb in seiner Villa 1964, und seinem Wunsch entsprechend fand er in seinem Park die letzte Ruhestätte.
Der Park wird heute von einer Stiftung verwaltet.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.
Nach dem Abendessen gab es eine kurze Reisezusammenfassung und wir verabschiedeten unsere Fluggäste offiziell .

Heimreise

Die Zeit verging schnell.
Es hieß Abschied nehmen vom schönen Lago Maggiore, dessen Attraktionen , Blumen- und Blütenpracht im Sonnenlicht noch intensiver strahlten.
Wieder lagen etwa 900 km vor uns, die uns letztlich nach Dresden führten.
Ein Dank an dieser Stelle an Evgenij für exakt 722 km vor Ort, plus 1800 km für Hin-und Rückreise. Von Beata auf der Hinreise und Mario auf der Rückreise hatte er Unterstützung erhalten.


Villen in privilegierter Lage, Wallfahrtskirchen, die die tiefe Frömmigkeit der Menschen der damaligen Zeit zum Ausdruck bringen, Barockpaläste und ihre Gärten, eiszeitlich geformte Gletscherseen, Kunst und Kultur in der lombardischen Hauptstadt, blühende Pflanzen, ständig begleitet vom intensiven Geruch des Jasmin, haben wir kennenlernen und erleben dürfen.
An diese Reise mit ihren vielen unterschiedlichen Eindrücken werden wir noch lange denken.

DANKE an Sie für das nette Miteinander !
Alles Gute und Gesundheit, bis zur nächsten Reise von und mit Eberhardt Travel.
Arrivederci! Auf Wiedersehen!
Heike


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