Reisebericht: Rundreise Sizilien und die Liparischen Inseln

22.03. – 31.03.2019, 8 oder 10 Tage Rundreise Taormina - Ätna - Syrakus - Villa Romana - Agrigent - Selinunte - Palermo - Madonie-Gebirge - Cefalù - Liparische Inseln - Nebrodi-Gebirge - Alcantara-Tal - Giardini Naxos

Feuer und Asche spuckende Vulkane, Pasta und die Mafia – das sind vermutlich die Dinge, die einem zuerst in den Sinn kommen, wenn man an Sizilien denkt. Das große Dreieck südlich des italienischen Stiefels hat allerdings weit mehr zu bieten…

Tag 1 Anreise


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Wenn es in Deutschland noch kalt und ungemütlich ist, man innerlich aber schon auf Frühling eingestellt ist und sich nach ein paar Sonnenstrahlen sehnt, dann liegt es nahe, das gute Wetter etwas weiter im Süden zu suchen. Sizilien im März ist dafür eine wunderbare Idee. Es ist noch nicht so heiß wie im Sommer, die Sonne scheint – zumindest meistens – und vom großen Andrang durch Reisegruppen und Individualtouristen ist weit und breit noch nichts zu sehen.
Von den Flughäfen Berlin, Dresden und Leipzig aus treffen wir uns also am Flughafen München um gemeinsam dem deutschen Schmuddelwetter für zehn Tage zu entgehen.
In Catania angekommen treffen wir auch schnell auf unsere Reiseleiterin Renate, die uns die nächsten acht Tage begleiten und uns ihr Sizilien zeigen wird. Die gebürtige Münchnerin wohnt seit über 34 Jahren in Italien und kennt sich bestens aus.
Auf dem Weg zu unserem Hotel in der früheren griechischen Kolonie Giardini Naxos sehen wir nun den Ätna, den wir schon aus dem Flugzeugfenster bestaunen konnten, noch einmal aus einer anderen Perspektive. Seine Gipfel verstecken sich jedoch im abendlichen Dunst. Angekommen im Hellenic Yachting Hotel freuen wir uns dann bei unserem ersten gemeinsamen Abendessen auf die kommenden Tage.

Tag 2 Ätna und Taormina


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Schon beim Aufwachen werden wir begrüßt von strahlendem Sonnenschein und Meeresrauschen. So lässt es sich leben! Ein Blick aus dem Fenster auf der anderen Seite des Hotels verrät: unser erstes Ziel für heute, der Ätna, ist ebenfalls bestens zu sehen. Nach dem Frühstück geht es dann auch gleich los zu Europas höchstem aktiven Vulkan. Bis auf 2000 Meter fahren wir mit unserem Bus, von dort aus steigen wir in eine Seilbahn, die uns auf 2550 Meter bringt. Hier oben ist es doch schon ein wenig frischer und Schnee liegt, wie wir es von unten schon sehen konnten, auch noch. Wer noch weiter in Richtung der vier Hauptkrater möchte hat nun zwei Möglichkeiten: Wandern oder einen der großen Jeep-Busse, die weiterfahren bis auf 2900 Meter. Nach einer etwa 15-minütigen Fahrt bergauf durch die verschneiten Lavafelder kommen wir bei bester Sicht unterhalb des höchsten Kraters an. Zusammen mit Renate und Bergführer Luca wandern wir bis an den Rand der Silvestri-Krater – und es wird schnell deutlich wie unberechenbar Wetter und Sicht hier oben sein können. Wo grade noch strahlend blauer Himmel war, stehen wir plötzlich in einer Wolke aus Dunst und Wasserdampf. Die Eiszapfen an Boden und Absperrungen lassen erahnen wie stark die Winde hier oben werden können. Wir haben allerdings großes Glück, gestern wurde an den Gipfeln eine Windgeschwindigkeit von 100 km/h gemessen, heute ist es absolut windstill.
Die Mittagspause verbringen wir dann wieder auf Meereshöhe. Im Hafen von Giardini Naxos genießen wir ein leckeres italienisches Mittagessen mit einer wunderbaren Aussicht auf unser Nachmittagsziel, das Städtchen Taormina. Wir fahren im Anschluss noch einige Minuten an der Küste entlang, vorbei am Bahnhof von Giardini – Taormina, der als Kulisse für den weltberühmten Film „Der Pate" diente.
Taormina liegt pittoresk am Monte Tauro und war eine Kolonie, davon zeugt noch heute das gut erhaltene Theater. Es ist nach dem in Syrakus das zweitgrößte in Sizilien und dient mit seiner einmaligen Akustik heute wieder als Aufführungsort für diverse Veranstaltungen, unter anderem hat Andrea Bocelli hier schon ohne Mikrofon gesungen.
Nach unserem gemeinsamen Rundgang bleibt noch Zeit den malerischen Ort auf eigene Faust zu erkunden und ein erstes Gelato zu probieren, bevor sich der Tag langsam dem Ende neigt.

Tag 3 Piazza Armerina und Agrigent


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Wir verlassen heute Giardini Naxos und brechen auf zu unserer Rundreise. Zunächst geht es durch die Ebene von Catania und Renate erzählt uns vieles über die Landwirtschaft in Sizilien, die hier noch auf sehr traditionelle und ökologische Art und Weise betrieben wird. Wer hätte gedacht, dass man vier Mal im Jahr Zitronen ernten kann und dass es so viele verschiedene Arten von Orangen und Mandarinen gibt? Vorbei an der höchsten Provinzhauptstadt Italiens, Enna auf 970 Metern über dem Meer, geht es nach Piazza Armerina. Die Kleinstadt ist vor allem bekannt für die wenige Kilometer entfernte Villa Romana del Casale, eine spätrömische Kaiservilla, die mit Rund 3500 m² die größte Fläche erhaltener Bodenmosaiken aus der römischen Zeit aufweisen kann. Über 120 Millionen Tessarae bilden hier verschiedene szenische und ornamentale Darstellungen, die man mehrere Tage lang betrachten müsste um wirklich allem gerecht zu werden. So lange haben wir leider nicht Zeit, doch Dank Renates Erläuterungen haben wir die Möglichkeit zumindest die wichtigsten Mosaike auf uns wirken zu lassen und die Handwerkskunst der antiken Künstler zu bewundern.
Nach einem Mittagessen mit herrlicher italienischer Pasta geht es weiter Richtung Südwesten nach Agrigent. Südlich der heutigen Provinzhauptstadt befinden sich die Überreste der ehemaligen griechischen Kolonie Akragas, eine der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Im sogenannten „Tal der Tempel" befindet sich mit dem Concordiatempel einer der am besten erhaltenen Tempel der griechischen Antike. Dass sich dieser Tempel heute noch nahezu unversehrt ist, lässt sich dadurch erklären, dass er zu frühchristlicher Zeit zu einer Kirche umgebaut und somit vor Zerstörung geschützt wurde. Nach einem Spaziergang durch die antike Stadt, die heute inmitten herrlich blühender Natur liegt, geht unsere Fahrt noch weiter entlang der Küste Richtung Westen.
Am frühen Abend erreichen wir unsere Unterkunft, das Agriturismo Case di Latomie mit eigener Olivenöl-Produktion nahe der Ausgrabungsstätte von Selinunt. Bei einem Abendessen im angeschlossenen Restaurant lassen wir den eindrucksreichen Tag ausklingen.

Tag 4 Selinunt, Salinen zwischen Marsala und Trapani und Erice


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Am nächsten Morgen können wir unser Agriturismo und die herrliche Lage mitten in der Natur zum ersten Mal im hellen Tageslicht betrachten. Die alten Gemäuer des alten Bauernhofs liegen direkt an den Olivenhainen und wir erfahren einiges über den Familienbetrieb und sein preisgekröntes Olivenöl.
Dann geht es mit dem Bus ein paar Minuten weiter Richtung Meer und zu den archäologischen Stätten von Selinunt. So wie Akragas gehörte auch die Kolonie Selinus in der Antike zu den wichtigsten griechischen Siedlungen auf Sizilien, aufgrund mehrerer kriegerischer Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen ist Selinunt jedoch zu weiten Teilen zerstört worden. Was wir heute besichtigen können, sind neben zahlreichen Ruinen auch die Rekonstruktionen einiger Tempel. So ist zum Beispiel Tempel E, man vermutet einst der Hera geweiht, zu weiten Teilen wieder aufgebaut worden, doch heute weiß man, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich nicht um den Originalzustand handelt. Der nebenliegende Zeus-Tempel ist nicht wieder aufgebaut worden, doch die Säulentrümmer lassen erahnen welche immensen Ausmaße dieser über 130 Meter lange Tempel einmal gehabt haben muss.
Wir unternehmen anschließend noch einen Spaziergang durch die ehemalige Akropolis, wo sich noch die Grundmauern von den später hier siedelnden Puniern finden.
Nach einer kurzen Pause geht es dann mit dem Bus weiter Richtung Norden. An der Küste zwischen Marsala und Trapani befinden sich heute die letzten Salinen Siziliens, wo heute noch in mühsamer Arbeit Meersalz gewonnen wird. Wo heute Maschinenkraft einen Teil der Arbeit übernimmt, wurden früher Muskelkraft und Windmühlen eingesetzt. Ganz in der Nähe der Salinenstraße befindet sich das Agriturismo Baglio Fontanasalsa, wo wir begleitet von traditioneller sizilianischer Musik ein leckeres Mittagessen serviert bekommen.
Am Nachmittag geht es hoch hinaus: über eine enge Serpentinen Straße bringt uns Rosario von Trapani nach Erice, ein mittelalterliches Städtchen, das auf 751 Metern über dem Meer liegt. Bei einem Rundgang besichtigen wir den Dom und den Rathausplatz und probieren das traditionelle Mandelgebäck, das hier hergestellt wird. Wer noch Energie hat, geht noch ein paar Straßen weiter den Berg hinauf und wird dafür mit einem herrlichen Panoramablick über Trapani und die Ägadischen Inseln belohnt.
Den Abend verbringen wir noch einmal im Case di Latomie, bevor unsere Rundreise am nächsten Morgen weitergeht.

Tag 5 Palermo und Cefalù


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Wenn man Sizilien besucht kommt man natürlich nicht um einen Besuch in der Hauptstadt Palermo herum. Berühmt berüchtigt ist die größte Stadt der Insel für die vielen Geschichten, die sich um die sizilianische Mafia drehen. Renate widmet sich auf der Fahrt auch bereitwillig diesem Thema und erzählt uns wie es heute tatsächlich um die Cosa Nostra steht. Glücklicherweise hat die Mafia in den letzten fünfundzwanzig Jahren an Macht und Schrecken verloren, da sich die Bürger gegen Fremdbestimmung, Korruption und Erpressung wehren – für uns besteht also kein Grund zur Sorge und wir können uns somit den schöneren Dingen widmen.
Zunächst steht der Besuch der berühmten Cappella Palatina an. Die kleine Kapelle des Normannenpalasts ist für ihre einmalig erhaltenen Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert bekannt, welche unter anderem Szenen aus dem Alten Testament darstellen. Im Anschluss unternehmen wir einen Spaziergang durch die überraschend saubere und mittlerweile verkehrsberuhigte Altstadt Palermos. Zuerst besichtigen wir die Kathedrale, die schon von außen ein Zeugnis der jahrelangen Machtwechsel auf der Insel ist. Einst gebaut durch die Normannen im 12. Jahrhundert wurde die Kirche von den Staufern, den Byzantinern und den Spaniern verändert und erweitert, sodass sie heute ein Zusammenspiel verschiedenster Architekturstile darstellt. Zudem ist sie noch heute Grablege der Stauferkönige. Weiter geht es anschließend durch die Fußgängerzone zur Quattro Canti-Kreuzung, die die Stadt früher in vier Bezirke unterteilte. Von hier sind es nur einige Schritte bis zur Piazza Pretoria mit dem Rathaus und dem sogenannten Scham-Brunnen. Man erzählt sich, dass die Nonnen des benachbarten Klosters mit der Nacktheit der am Brunnen dargestellten Flussgöttern und Nymphen so gar nicht einverstanden gewesen sind und deshalb in einer Nacht und Nebel Aktion zu Hammer und Meißel gegriffen und sich an den Statuen vergangen haben. Heute stellt man auch gerne eine Beziehung zwischen den Vorkommnissen im benachbarten Rathaus her – ebenfalls oft ein Platz der Scham. Unser Rundgang endet an der Oper, dem Teatro Massimo – dem größten Opernhaus Italiens.
Nach einer echten sizilianischen Pizza zum Mittag geht es mit dem Bus weiter entlang der Küste in den kleinen Ort Cefalù. Das Städtchen direkt am Meer besticht mit malerischen Gassen, kleinen Geschäften und Cafés und lädt nach dem Besuch der Kathedrale zu einem Nachmittagskaffee auf der Piazza ein.
Unser letztes Ziel für heute heißt Milazzo. Die Hafenstadt gilt als Tor zu den Äolischen oder Liparischen Inseln und wird auch für unseren Ausflug morgen der Startpunkt sein. Vom Eolian Milazzo Hotel aus haben wir beim Abendessen schon einmal einen tollen Blick über die beleuchtete Stadt und den Hafen.

Tag 6 Die Äolischen Inseln


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Leider bewahrheitet sich, was der Wetterbericht vorausgesagt hatte, der erste Blick aus dem Fenster bestätigt: Regen. Wir nehmen es jedoch sportlich und haben Glück im Unglück. Nachdem alle Regenschirme und Windjacken in den Tagesrucksäcken verstaut sind, lässt der Regen nach und als wir wenig später unser Schnellboot zur Insel Lipari besteigen, ist es wieder trocken. Auf der größten der Äolischen Inseln angekommen, starten wir auch gleich zu unserer Rundfahrt mit dem Kleinbus. Es bieten sich trotz, oder gerade wegen des wolkenverhangenen Himmels, herrliche Fotomotive und Aussichten auf die Küste und die anderen Inseln.
Im Anschluss an unsere Inselrundfahrt haben wir die Möglichkeit den Hauptort Liparis noch ein wenig zu Fuß zu erkunden. Ein Spaziergang zur ehemaligen Akropolis – Lipari war ebenfalls griechische Kolonie – auf der heute das archäologische Museum, ein Nachbau des griechischen Theaters sowie die Kathedrale mit ihrem schönen normannischen Kreuzgang zu sehen sind.
Nachmittags fahren wir weiter auf die kleinere Insel Vulcano, die schon durch ihren Namen verrät, womit wir es zu tun haben – da ist es nur naheliegend auf den Krater hinaufzuwandern. Wer nicht wandern möchte kann zu dieser Jahreszeit tatsächlich das authentische Leben auf den Äolischen Inseln erleben, denn außer einer Bar ist alles noch geschlossen. Bis auf ein paar Einzelpersonen sind wir wirklich die einzigen Touristen – doch ein wenig surreal, wo man doch ganz anderes aus Italien gewohnt ist.
Gegen Abend geht es mit dem Schnellboot wieder zurück nach Milazzo und zu einem weiteren Abendessen mit anschließender Übernachtung oberhalb der Stadt.

Tag 7 Das Nebrodi-Gebirge


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Der nächste Morgen beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel, bevor wir zu unserer Panorma-Fahrt durch das Nebrodi-Gebirge und zurück Richtung Giardini Naxos antreten. Wir müssen jedoch schnell feststellen, dass sich das Panorama heute in Grenzen halten wird: je weiter Rosario uns mit dem Bus die engen Bergstraßen herauf manövriert, desto dichter wird der Nebel und die ersten Regentropfen prassen gegen die Scheiben – so kann das Wetter hier eben auch sein. Als wir im einst als „schönstes Dorf Italiens" ausgezeichneten Montalbano Elicona angekommen, müssen wir vor unserem Spaziergang erst einmal einen Regenguss abwarten. Nach einigen Minuten ist es zwar wieder einigermaßen trocken, doch die mittelalterlichen Gassen wirken im dichten Nebel eher gespenstisch. Wir trotzen allen Widrigkeiten und als Belohnung gibt es dann einen heißen Cappuccino und frischgebackene Mandelkekse in der örtlichen Konditorei.
Auch die nahegelegenen Megalithen von Argimusco können wir bei einem kurzen und feuchten Spaziergang nur im Nebel erahnen. So kommen wir früher als geplant beim Agriturismo Borgo San Nicolao an, wo wir zu Mittag essen wollen. Wir haben also noch Zeit uns vorher den Hof mit der alten Olivenmühle, der Käserei und den Stallungen anzusehen. Anschließend gibt es dann leckere Antipasti vom Buffet und anschließend Kuchen zum Dessert.
Durch das Alcantaratal fahren wir Richtung Giardini Naxos, wo der Himmel zum Glück schon wieder etwas heller ist, sodass man, angekommen im Hotel, noch einen schönen Nachmittagsspaziergang am Stand unternehmen kann.

Tag 8 Catania


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Für den heutigen Halbtagsausflug ins nahegelegene Catania haben wir zum Glück endlich wieder bestes Wetter. Wir starten etwas später und erreichen die zweitgrößte Stadt Siziliens nach etwa 40-minütiger Fahrt. Bei einer kleinen Orientierungsrunde erklärt uns Renate vieles über die Stadt, in der sie über zehn Jahre gelebt hat und auch einiges amüsantes über die Fahrweise der italienischen Autofahrer.
Zu Fuß geht es dann weiter zur Kathedrale und zum berühmten Elefantenbrunnen, Wahrzeichen der Stadt. Seit 1239 ist der Elefant das Wappentier der Stadt am Fuße des Ätnas. Der Brunnen wurde jedoch erst 1736 von Giovanni Battista Vaccarini errichtet, nach berühmtem Vorbild Gian Lorenzo Berninis aus Rom. Vaccarini hatte den Elefanten, vermutlich römischen Ursprungs, unversehrt zwischen den Trümmern des Ätna-Ausbruches von 1693 gefunden.
Von hier aus geht es weiter über den berühmten Fischmarkt, mit über 200 Fischsorten der größte in ganz Sizilien. Doch hier gibt es nicht nur allerhand Meeresgetier, sondern auch Obst, Gemüse und Käse – die frischen Waren laden zum Einkaufen ein und Renate gibt unterdessen bereitwillig das ein oder andere Kochrezept Preis. Wir gehen noch zusammen weiter bis zum Stauferkastell Ursino, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist und zurück zur Kathedrale, wo anschließend Zeit bleibt um die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust zu erkunden.
Am Nachmittag fahren wir zurück zum Hotel. Der sonnige Tag bietet die besten Voraussetzungen für einen langen Spaziergang am Strand, bevor wir uns zum Abendessen im Hotel wiedertreffen.

Tag 9 Syrakus


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Unser letzter Ausflugstag in Sizilien begrüßt uns wieder mit strahlendem Sonnenschein und ein letztes Mal ist die ganze Gruppe mit Renate und Busfahrer Rosario unterwegs zum Tagesausflug in den Süden der Insel, nach Syrakus.
Die ehemalige griechische Kolonie ist noch heute bekannt für das drittgrößte griechische Theater in Italien, das heute noch sehr gut erhalten ist, da es aus dem Stein herausgehauen und nicht aufgebaut wurde. Heute finden darin im Sommer Aufführungen klassischer griechischer Theaterstücke statt – wir haben Glück und sehen einen Teil des Theaters noch ohne die bequemere Publikumsverkleidung der Steintribünen. Anschließend besichtigen wir den Steinbruch, aus dem die Griechen die Steine für ihre Bauwerke von über 7000 Sklaven herausarbeiten ließen – und so nebenbei das sogenannte Ohr des Dionysius, eine 23 Meter hohe künstliche Grotte mit außergewöhnlicher Akustik, schufen. Ein kleines gemeinsames Liedchen wird angestimmt und wir können uns selbst davon überzeugen.
Nachdem die Römer nach Syrakus gekommen waren, übernahmen sie zunächst das griechische Theater und nutzten es für ihre Spiele und Gladiatorenkämpfe. Im 3. Jahrhundert n. Chr. war dieses jedoch zu klein geworden und ein neues, größeres Amphitheater wurde gebaut.
Neben dem antiken Syrakus existiert die Stadt heute auch als moderne Großstadt, die drittgrößte Stadt Siziliens. Wir fahren weiter um die Altstadt, Ortygia, zu besichtigen, die auf einer Insel liegt. Zunächst spazieren wir zum Apollo-Tempel, gebaut im 6. Jahrhundert v. Chr. und somit der älteste bekannte griechische Tempel Siziliens. Weiter geht es durch die Altstadtgassen in Richtung des Domplatzes. Seit 2005 sind Kathedrale und Altstadt von Syrakus Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Auf den ersten Blick erscheint die Marien-Kirche wie eine ganz normale Barockkirche, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch dorische Säulen in der Seitenfassade – wie in Agrigent wurde auch hier ein griechischer Tempel umgenutzt und im 7. Jahrhundert zur christlichen Kirche umgebaut. Über die Jahrhunderte hinterließen Byzantiner, Araber und Spanier ihre Spuren, das macht diese Kirche tatsächlich zu etwas ganz Besonderem. Wir lernen hier ebenfalls mehr über die Schutzpatronin Syrakus, die Heilige Lucia.
Wir schließen unseren Rundgang mit dem Besuch der Arethusa-Quelle ab. Der Legende nach hatte die Nymphe Atethusa die Avancen des Alpheus satt und ließ sich von der Göttin Artemis in eine Quelle verwandeln. Der verliebte Alpheus ließ sich jedoch nicht so leicht abschütteln, verwandelte sich kurzer Hand in einen Fluss und vermischte sein Wasser mit dem der Arethusa. Somit gilt der Ort heute als Treffpunkt für die Verliebten. Gleichzeitig kann man hier auch eine Besonderheit der Provinz Syrakus sehen – wild wachsenden ägyptischen Papyrus, der zur Papierherstellung genutzt werden kann.
Im Anschluss an unsere Besichtigung haben wir noch ein wenig Freizeit für ein Mittagessen an der Uferpromenade oder einen Spaziergang durch die kleinen Gassen bevor wir unsere Rückfahrt nach Giardini Naxos antreten. Später heißt es dann Abschied nehmen, denn Renate wird uns heute verlassen und auch von Rosario wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob er uns morgen zum Flughafen fahren wird.

Tag 10 Rückreise



Noch ein spätes Frühstück und ein kleiner Spaziergang am Meer und dann heißt es gegen Mittag „Arrivederci Sicilia!" – Rosario holt uns mit dem Bus ab und fährt uns zum nahegelegenen Flughafen von Catania. Auf einem ruhigen Flug mit bester Sicht können wir Sizilien und die Äolischen Inseln noch einmal von oben betrachten. Über Neapel, Bologna und Venedig geht es Richtung Alpen und zunächst nach München. Dort trennen sich dann auch unsere Wege wieder und eine schöne Frühlingsreise mit vielen neuen Eindrücken geht zu Ende.

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